Werwölfe 1945

Matern Horn


Der Werwolfbegriff wird in der Literatur der Geschichte des Zweiten Weltkrieges falsch benutzt oder einseitig interpretiert. Berichte aber kriminelle Handlungen von Einzelpersonen oder Personengruppen bestimmen die Definition. Hier wirken noch heute NS-Agitation und -Propaganda nach. Die Verwendung des Begriffs durch die ›Nazis‹, die dazu nicht autorisiert waren, diente zur Tarnung oder zur scheinbaren Rechtfertigung krimineller Gewaltakte. Die Parteiinstanzen duldeten die Verwendung des Werwolfbegriffs, weil die mit ihm verbundene Einschüchterung innenpolitisch in ihrem Sinne war; es kam deshalb vereinzelt vor, daß Rowdies von NSDAP-Dienststellen an Kritikern der Parteipolitik und Kriegführung oder an fahnenflüchtigen Soldaten oder vereinzelten Mitgliedern des Besatzungsmacht Lynchjustiz übten.
Alle Recherchen, Werwolfeinheiten zu erfassen, die kraft Führerbefehls seit dem 1. 4. 1945 aufgestellt worden waren, sind ergebnislose geblieben. Zwar soll bereits am 3. April 1945 ein ›Werwolf-Sender‹ in einer einzelnen Sendung die Bevölkerung im besetzten Ruhrgebiet zu Greueltaten aufgerufen haben; dabei handelte es sich offenbar um die Einzelaktion einer Dienststelle der NSDAP, die ohne Wirkung blieb. Es muß davon ausgegangen werden, daß nur die Werwolfkampfgruppe Lüneburger Heide ab 1. 4. 1945 formiert werden konnte. Ein Abruf von Partisanenverbänden war ohnehin ausgeschlossen, weil die erforderlichen Vorbereitungen weder hinsichtlich der Organisation, noch der Bewaffnung, noch der Ausbildung getroffen worden waren. Alle diese Voraussetzungen mußten deshalb kurzfristig von der Werwolfeinheit in der Lüneburger Heide in eigener Regie nachgeholt werden; dazu waren schließlich gute Ansätze festzustellen, weil ein fähiges Unteroffizierskorps zur Verfügung stand. Selbst diese Möglichkeiten entfielen in den vom Feind besetzten Gebieten; das war damals bereits der größte Teil das deutschen Reiches.

NS-Renommage und Resonanz

Der achtzehnjährige Sohn Philipp der niederrheinischen Kaufleute Viktor hatte sich im April 1942 - nach dem Abitur, bevor er Soldat wurde - den Wunsch seiner verstorbenen Mutter zu eigen gemacht, nach dem Kriege Arzt zu werden; er ließ sich an der medizinischen Fakultät der Universität Köln einschreiben. Im Lebenslauf des künftigen Werwolfführers findet sich kein Anhaltspunkt für die ideologische Voraussetzung seines Kommandos. Er war in der Weimarer Republik und im NS-Staat religiös und auch politisch-kritisch erzogen worden, aber ohne Parteinahme im politischen Hader. Philipp Viktor dient in Kavallerie-Einheiten der Wehrmacht an der Ostfront: in Aufklärungsabteilungen als Divisionstruppe. Er ist als Medizinstudent einer der vier Abiturienten in seiner Schwadron. Den Reitern ist der Schwung der Jagd in verschneiter Steppe genau so vertraut wie im subtropischen Wald der Nahkampf, bei dem man das Weiße im Auge des bewaffneten Feindes erkennt. Im Tumult der Gefechte und Schlachten sind alle Sinne der Reiter wie in einen Schraubstock geklemmt, trotz aller Widersprüchlichkeit unbedingt das Richtige zu tun: gegen den Feind den Kampfauftrag zu vollziehen. Der Blutzoll der Aufklärungsabteilungen war ungewöhnlich hoch: jeder vierte Gefallene war ein Unteroffizier, jeder dreizehnte ein Offizier.
Der Werwolfgedanke wurde in den beiden letzten Kriegsjahren in der politischen und militärischen Führung des Reiches kontrovers diskutiert. Er hatte nichts mit den archaischen und mittelalterlichen Aufgeboten zu tun. Nach den ältesten Überlieferungen verwandelten sich kriminell veranlagte Menschen zeitweise in Werwölfe oder wurden wegen ihres gottlosen Lebens von den Göttern in reißende Wölfe verwandelt (Lykanthropie1). Auch die mittelalterliche Überzeugung, besonders in Frankreich verbreitet, das Männer und Frauen - angeblich durch Hexerei und Zauberei zu Werwölfen geworden - hinzurichten waren,2 dienten nicht als Vorlage. Die Selbstschutzgruppen norddeutscher Bauern während des Dreißigjährigen Krieges, die als Werwölfe die Plünderungen, Brandschatzungen, Schändungen und Morde durch streunende Soldateska und Gewalttäter verhindern oder rächen wollten, haben im Denkansatz den Willen zur Verteidigung der Heimat gegen fremde Herrschaft und Gewalt, der keiner besonderen Begründung bedarf; aber die Werwölfe verwilderten häufig und lebten weiterhin selbst vom Raub. Auch die 1923 gegründete völkische Sammlungsbewegung Wehrwolf oder die 1944/45 aufgebotenen Volkssturmheiten hatten keinen Bezug, ebensowenig die militärischen Hilfsdienste vierzehn- und fünfzehnjähriger Schüler, beispielsweise als Fla-Helfer.
1944 stritt man in den Führungskadern des Reiches darüber, ob Kommandotrupps oder bewegliche Kleinverbände auf Initiative einer Zentrale der NSDAP oder militärischer Stäbe aktiv werden sollten, gegebenenfalls nach paramilitärischer Art und Weise. Dienststellen der Partei und SS wollten vor allem mit anonymen Gewaltaktionen innenpolitisch Furcht um Leib und Leben bei denen auslösen, die den Weisungen der Repräsentanten der Diktatur nicht bedingungslos folgten. Gelegentlich wurden Plakate mit allgemeinen Drohungen gedruckt, die anstatt des Herausgebers den noch undefinierten Begriff ›Werwolf‹ benutzten. Auch das SS-Sonderkommando, das seit Januar 1945 die Liquidation des Oberbürgermeisters der seit Oktober 1944 von amerikanischen Truppen besetzten Stadt Aachen, Franz Oppenhoff, unter dem Decknamen ›Karneval‹ vorbereitete und am 25. 3. 1945 durchführte, war keine Werwolfaktion. Erst nach der Ermordung des Oberbürgermeisters vor seinem Aachener Haus wurde für die mediale Propaganda der anonyme Werwolfbegriff benutzt. Ein sachliches Konzept für paramilitärische Aktionen war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekanntgegeben worden.
Am 22. März 1945 hatte Hitler befohlen, wie nach dem Kriege in den Geschichtsbüchern nachzulesen war, »den Kampf ohne Rücksicht auf unsere eigene Zivilbevölkerung« zu führen. Wenn die Truppen diesen Befehl auch nicht kannten, erklärt er doch, warum schließlich am 30./31. März 1945 durch den Rundfunk bekanntgegeben wurde, daß auf höchsten Befehl unverzüglich Werwolfeinheiten aufzustellen seien. Man hatte sich für eine verselbständigte Kampfführung entschieden. Sie konnte aber den Zusammenbruch des Regimes schon deshalb nicht hinauszögern, weil konsequente Vorbereitung und ausreichende Bewaffnung fehlten. Auch die Propagandawirkung auf die alliierten Truppen war gering. Lediglich bei den Engländern glaubte man an eine volonté générale.3 Tatsächlich sind Fälle bekannt geworden, daß kleine Trupps nach dem NS-Führerprinzip (»Meine Ehre heißt Treue«) selbstherrlichen Befehlen blindlings gehorchten, sich als Werwölfe bezeichneten und in den vom Feind besetzten deutschen Gebieten vereinzelt alliierte Besatzungssoldaten ermordeten.4

Ein Abenteuer

Der 21jahrige Leutnant d.R. Philipp Viktor befand sich im Januar 1945 an der Kavallerieschule Bromberg. Mit einem kleinen Kommando der Kriegsschule erhielt er den Auftrag, vorpreschende Panzerspitzen der Roten Armee aufzufangen und zu vernichten. Ein durchgebrochenes Panzerrudel wurde an der Netze/Rokitka gestellt; dabei wurde das Sonderkommando aufgerieben. Im Wehrmachtsbericht vom 28. 1. 1945: »Vom Netze-Ufer zogen sich die eigenen Truppen zurück«. Der Leutnant entkam mit vier Reitersoldaten zwischen Einheiten der Roten Armee von Walden über Schloßberg nach Mrotschen und gewann in Neustettin/Pommern Anschluß an die deutschen Linien. Er erreichte schließlich die Stadt Gustrow/Mecklenburg; dort befahl ihm die Leitstelle für versprengte Kavallerieoffiziere, sich in der Reitschule Soltau bei Lüneburg mit anderen Offizieren als Führerreserve für die Wlassow-Armee5 zur Verfügung zu halten. Während sich der Abruf zur Wlassow-Armee verzögerte, bewegten sich alliierte Truppen - von Süden kommend - in Richtung Hamburg.
Am Ostersonntagmorgen, dem 1. April 1945, wurde der Leutnant zum Kommandeur der Reitschule Soltau befohlen. Oberstleutnant Ernst Hasse, internationaler Turnierreiter, betrat das Sprechzimmer: »Herr Viktor, ich habe Sie für eine besondere Verwendung vorgesehen. Der Führer hat, wie Sie im Rundfunk gehört haben, die Aufstellung von Werwolfeinheiten befohlen. Die Einzelheiten liegen mir vor. Deshalb bekommen sie etwa 200 Hitlerjungen und ein Unteroffizierskorps, die Sie zu einer Kampfeinheit formen müssen. Die Einheit muß in spätestens zwei Wochen einsatzbereit sein.« - »Herr Oberstleutnant, ich bin dazu nicht geeignet«. Der Kommandeur war unwillig, weil bei der Reiterei mit preußischer Tradition das ›Jawohl‹ selbstverständlich war.6 Es vergingen einige lange Sekunden, bis sich seine Unmutsfalten glätteten: »Nehmen Sie Platz, Herr Viktor. Also warum halten Sie sich nicht nur geeignet?« - »Ich bin nach dreijähriger Mitgliedschaft aus der Hitler-Jugend ausgetreten. Meine Eltern gehören weder der Partei noch einer ihrer Gliederungen an. Ich bin Kavallerieoffizier. Deshalb bin ich nicht geeignet.« - »Ich kenne Ihre Personalakte. Gerade wegen der von Ihnen geschilderten Umstände sind Sie geeignet. Ich habe keine Alternative. Ich denke, wir verstehen uns. Also: Die Hitlerjungen nebst Waffen und die Unteroffiziere eines Werferbataillons aus Celle - sie sind arbeitslos, weil sie keine Werfer mehr haben - werden Ihnen in einer ehemaligen RAD-Barackenanlage bei Munsterlager noch heute zugeführt. - Sie selbst werden bis auf weiteres aus der Wehrmacht ausgegliedert und sind keinem Dienstgrad mehr weisungsgebunden, weder mir noch einem General gegenüber.
Hier ist der entsprechende Führerbefehl. sind völlig selbständig und bestimmen alleine den Einsatz Ihrer Kampftruppe, ob in geschlossener Formation oder in Teileinheiten, gegen vordringenden Feind oder in seinem Rücken. Sie bestimmen allein, ob Sie eine Kampfhandlung aufnehmen oder abbrechen. Ihre ausschließliche Aufgabe ist es, dem Feind größtmöglichen Schaden zuzufügen durch List, Wendigkeit, Schnelligkeit; Sie kennen das. Nutzen Sie dazu den norddeutschen Raum. - Da ist noch etwas: Ein arbeitslos gewordener Bannführer aus dem Osten soll mit Ihnen als eine Art ›politischer Führungsoffizier‹ zusammenarbeiten. Lassen Sie sich nicht reinreden.« Der Kommandeur stand auf. Der Leutnant nahm Haltung an. Der Kommandeur mit Handschlag: »Kriegsglück, Herr Viktor«. - »Gehorsamsten Dank, Herr Oberstleutnant.«
Der Führerbefehl war ein Papier, das etwa 20 cm lang, 8 cm hoch und einseitig bedruckt war. Das Papier war hellblau und von feinen dunkleren Schlangenlinien durchzogen. Der Text war in kleinen schwarzen Buchstaben gedruckt. In einem Satz wurde die Ausgliederung des Leutnants aus der Wehrmacht und die völlige militärische Selbständigkeit festgehalten. In einem zweiten Satz hielt es, daß der Leutnant nur demjenigen Inhaber eines Führerbefehls, der die Nummer seines eigenen Führerbefehls enthielt, zu gehorchen hatte; die entsprechenden beiden Nummern höherrangiger Führerbefehle waren im Führerbefehl des Leutnants ausgedruckt. Der Stempel einer hohen Parteizentrale, die der Leutnant weder kannte noch glaubte kennen zu müssen, sowie Unterschrift und Dienststellung beriefen sich darauf, daß einem persönlichen Befehl Hitlers gefolgt werde.
Ein solcher Führerbefehl war Willensäußerung des Obersten Gesetzgebers, trat als geltendes Recht mit sofortiger Wirkung in Kraft und konnte von keinem Gericht nachgeprüft werden. Der Befehl war bedingungslos zu befolgen (»Führer befiehl, wir folgen Dir«). Der Befehlsempfänger haftete als Gefolgsmann mit seinem Leben. Jeder Ungehorsam, erst recht jede Zuwiderhandlung wurde als Schwerverbrechen durch Sondergerichte justifiziert. Standgerichte hatten ihre Urteil binnen 24 Stunden zu vollstrecken (Marineoberkommando Ost 13. 3. 1945). Das Gnadenrecht entfiel (Führerbefehl 9. 3. 1945).
Der Leutnant hatte die Ausgliederung aus der Wehrmacht als makaber empfunden und nie verwunden, obwohl sie von einem respektablen Offizier ausgesprochen wurde, der auch das Kommando kannte: »Fertig zum Absitzen! - Abgesessen!« Dieses Kommando und die Ausgliederung waren nicht dasselbe.
Zwei Stunden später befand sich der Leutnant in Munsterlager. In einem Karree von acht soliden Holzbaracken fand der Leutnant 220 erwartungsvoll gestimmte Hitlerjungen vor, die meisten in Uniform mit Braunhemd, wenige in Zivil. Sie schienen etwa sechzehn/siebzehn Jahre alt und kräftig zu sein. Sie waren durchweg guter Laune, neugierig und bereitwillig. Weiterhin waren vierzehn 23-25jahrige Unteroffiziere und Feldwebel in Linie angetreten, die einen sehr qualifizierten Eindruck machten und durch ihre Paspel als Nebelwerfer ausgewiesen waren. Während der Leutnant mit den Unteroffizieren die Einteilung der Hitlerjungen und die Aufteilung auf die Baracken besprach, lieferte ein LKW etwa 170 französische Gewehre mit Munition, knapp 200 Panzerfäuste und ein Motorrad an. Der Leutnant konnte sich denken, daß zur Erfüllung des hochtrabenden Führerbefehls alle fehlenden Waffen, Geräte und Fahrzeuge beim Feind abzuholen waren.
Am 2. April 1945 nachmittags war die Werwolfeinheit zum Appell angetreten und vermittelte ein einheitliches Bild. Die Braunhemden und Zivilsachen waren verschwunden. Die Jungens hatten feldgraue Uniformen an, zwar ohne Spiegel und ohne Hoheitszeichen; deshalb aber trug jeder eine schwarz-weiß-rote Armbinde mit der Aufschrift »Wehrmacht«, die der Leutnant durch Zufall im Depot entdeckt hatte. Obwohl aus der Wehrmacht ausgegliedert, wollte der Leutnant den Schein einer regulären Truppe wahren, damit von den Alliierten aufgegriffene Werwolfjungen nicht im Schnellverfahren als Marodeure von Standgerichten erschossen wurden. Das war ein Affront zum Führerbefehl, da die Werwolfeinheit aus der Wehrmacht ausgegliedert war.
Ab sofort wurde mit einer herausfordernden, harten infanteristischen Geländeausbildung begonnen nach dem Grundsatz ›Schweiß spart Blut‹. Die Jungens sahen in den Vorbereitungen für ihren militärischen Einsatz eine sportliche Herausforderung und die ernsthafte Fortsetzung der oft geübten Geländespiele. Für die Unteroffiziere und ihren Leutnant entsprachen die Anforderungen einer Rekrutenausbildung ohne den Drill des Kasernenhofes. Am vierten Tag schickte der Leutnant die dreißig schwächsten Jungen nach Hause. Die Truppe gewöhnte sich zunächst in zwölf Korporalschaften aneinander und wurde insoweit kampffähig. Schwieriger war es, die Kampffähigkeit im Verbund der Korporalschaften untereinander zu erreichen. Auch das gelang schließlich. Die Korporalschaftsführer und die Mannschaft waren auf den Erfolg stolz. Die Stimmung war sehr gut, wenn nicht begeistert.

Auftrag erfüllt

Am 11. April 1945 hatten die Spitzen der britischen Truppen aus dem Raum Hannover die Elbe erreicht. Montag, der 16. April 1945, hatte für den Leutnant besondere Bedeutung. Die sowjetischen Armeen erzwangen den Übergang über die Neiße mit Stoßrichtung auf Berlin, und die britischen Kampfverbände näherten sich vom Süden her Soltau. Im Wehrmachtsbericht vom 17. 4. 1945 hieß es dazu: »Der Gegner stieß an Soltau vorbei bis Schneverdingen. Druck westlich Uelzen. Unklar ist, wie weit der Gegner bereits in den Raum südlich Lüneburg gelangt ist.« Der Kampfkommandant von Soltau, Oberstleutnant Körner, forderte den Leutnant (ebenfalls am 16. April 1945) zur Unterstützung bei der Verteidigung der inzwischen befestigten Stadt Soltau an.7 Die Reitschule hatte sich unter ihrem Kommandeur, Oberstleutnant Hasse, befehlsgemäß in Richtung Dänemark abgesetzt, da sie mit Pferden und Bereiterinnen8 im befestigten Stadtbereich nur hinderlich gewesen wäre. Der Leutnant sagte dem Kampfkommandanten einen Teil der Kampfeinheit zur Unterstützung zu, schon um die Tarnung der Truppe als Wehrmachtseinheit nicht zu gefährden. Die Hälfte der Korporalschaften und die Kommandostaffel, insgesamt knapp 100 Mann, standen am 17. April, 4 Uhr, einsatzbereit in der Reitschule; hier stand der Leutnant erstmals dem Kampfkommandanten gegenüber.
Die restlichen sechs Korporalschaften mit etwa 90 Mann hatte er vorher westlich vom Bahnhof Harber verabschiedet. Diese Reserveeinheit befand sich inzwischen in dem ›Wäldchen‹ der Böhm-Heide, also dem Sammelpunkt der Kampfgruppe südlich des trigonometrischen Punktes 73 (ostnordostwärts Soltau). Dort ist der Leutnant nicht mehr angekommen.
Die zum Einsatz vorgesehenen Teile der Kampfgruppe bezogen an der Celler Straße, die teils einseitig, teils beiderseitig bewaldet war, auf einer Strecke von etwa einem Kilometer aufgefächert Stellung. Um 6.30 Uhr waren beiderseits der Straße im Wald Kampfstände ausgehoben und getarnt worden, ohne eine auffällige Sperre zu errichten. Am späten Morgen waren Gefechtslärm und Panzergeräusche, die sich steigerten, westlich der Celler Straße zu hören. Am späten Vormittag mußte der Leutnant davon ausgehen, daß sich die englischen Truppen atypisch verhielten und die Celler Straße an diesem Tage nicht mehr benutzen würden. Der Leutnant fragte sein Gewissen: »Du willst nicht? An allen Fronten wird gestorben, auch rund um Soltau. - Also nicht.« Als der Leutnant befahl, die Stellungen zu verlassen, gehorchte er einem höheren Befehl. Er hatte den Entschluß gefaßt, sich mit der gesamten Kampfgruppe nach Norden abzusetzen.
Der Leutnant befahl die Kampfgruppe in eine Ausweichstellung in der Böhm-Heide, während er die Richtung zur Reitschule nahm, um seine Kampfgruppe beim Kampfkommandanten Soltau abzumelden. Ein Werwolfjunge folgte ihm mit einem leeren Bollerwagen, der an der Reitschule mit Zusatzverpflegung beladen werden sollte. Der Leutnant suchte den Gefechtsstand des Kampfkommandanten auf, meldete sich bei Oberstleutnant Körner mit seiner Kampfgruppe ab und wies darauf hin, das die Celler Straße seit etwa einer Stunde nur durch eine Panzersperre bei Bassel - besetzt von einigen Volkssturmleuten und Soldaten des Bataillons Weidemann - kontrolliert werde. Der Oberstleutnant brüllte ihn an, das Wort Verrat fiel, er drohte mit dem Standgericht. Dieses tagte in der Reitschule und hatte noch zwei Tage vorher Exekutionen durchgeführt.9 Der Leutnant präsentierte seinen Führerbefehl und ging. Nach dem Eindruck auf dem Gefechtsstand hielt der Leutnant Eile dringend geboten, um die Kampfgruppe in nördlicher Richtung, ostwärts Bispingen, in Marsch zu setzen und die dem Bataillon Weidemann zur Unterstützung überlassene Korporalschaft nachzuführen. Auf dem Wege zur Straßengabel südlich der Reitschule überholte er auf seinem Fahrrad den Werwolfjungen, der den Bollerwagen hochgefüllt mit Schokolade und komprimierten Nahrungsmitteln hinter sich herzog. Es war 14.00 Uhr. Der Leutnant bog nach links (ostwärts) um die Ecke und mußte alle Bremsen betätigen; andernfalls wäre er auf einen englischen Panzer geprallt. Weitere drei englische Panzer standen in der Nähe. Der Kampfkommandant Soltau, 400 m entfernt, wußte von dem eingedrungenen Feind nichts. Ein englischer Posten hatte den Leutnant kommen sehen, so daß dieser sich sofort von 20 Mann behelmter Infanterie umstellt sah. All hielten ihre Gewehre auf den Leutnant. Hätten alle gezielt geschossen, wären alle tot gewesen. Eine solch alberne Situation hatte der Leutnant bisher nicht erlebt. Bevor der Leutnant seine Hände von der Lenkstange des Fahrrades nehmen konnte, fehlten ihm seine Pistole, die Armbanduhr und seine Geldbörse. Man hatte ihm einen Apfel in der rechten Manteltasche gelassen. Die Gefangenschaft begann.
Der Werwolfjunge kam nun auch mit seinem hochbeladenen Bollerwagen um die Ecke. Er wurde mit dem Leutnant vor eine Mauer gestellt; einige Engländer täuschten eine Erschießung der beiden vor, von deren Zusammengehörigkeit sie aber nichts wußten. Was der Leutnant dabei dachte? »Das kann doch nicht sein. Ihr seid doch ein Kulturvolk. Vater unser…« Anschließend wurde der Werwolfjunge vom Leutnant getrennt. Um diesen kümmerte sich ein Stuff-Sergeant10 und ließ sich dessen Soldbuch mit Führerbefehl aushändigen. Er muß die Papiere anschließend in einen Kohlenkeller in der Wilhelmstraße geworfen haben; denn das Soldbuch (ohne Führerbefehl) wurde einige Monate später von einem Bewohner der Wilhelmstraße dem Vater des Leutnants zugeschickt. Das unbegreifliche Verhalten des Stuff-Sergeants der englischen Krone führte zu lästiger Personalnachforschungen in der Gefangenschaft; das Bekanntwerden des Führerbefehls hatte aber zweifellos zu weit größeren Unannehmlichkeiten geführt.

In fremdem Gewahrsam

Während der ersten 36 Stunden nach der Gefangennahme gab es zwei Kellen Wasser, keine Nahrung. Am 18. April gegen Mittag wurde der Leutnant in das behelfsmäßig errichtete Gefangenenlager geführt: »Go on!« Man hatte mit Stacheldrahtrollen größere und kleinere Vierecke abgegrenzt. Der Leutnant mußte sich in einem fast nicht belegten kleinen Viereck auf dem Boden niederlassen. Ein anderes Viereck war mit gefangener Mannschaft vollgepfercht. Alle mußten aus Sicherheitsgründen ebenfalls auf dem Boden sitzen. Bewaffnete englische Posten überall. Im Mannschaftslager - 30 Meter vom Leutnant entfernt - sprang plötzlich ein junger Mann, der die Armbinde »Wehrmacht« trug, auf und rief laut: »Herr Leutnant, alle sind gefangen genommen worden!« Gellende Ordnungsruf der Posten und drohende Gebärden mit den Waffen. Der Leutnant sprang auf, freute sich über die Meldung, griff nach dem Apfel in seiner Manteltasche und warf ihn dem Werwolfjungen zu, wie man eine Handgranate wirft. Der fing ihn auf. Dann saßen beide wieder auf dem Boden. Die Wachposten waren sprachlos. Neue Gefangene wurden eingewiesen: »Go, on!«
Am 8. Mai 1945 um Mitternacht, dem offiziellem Kriegsende, befand sich der Leutnant mit Soldaten aller Waffengattungen, Verwendungsbreiten und Altersstufen im Durchgangslager Camp 2218, das auf einer grasigen Hochfläche in der Nähe von Brüssel eingezäunt war. Die Tagesration betrug acht bis zehn Erbsen und eine Scheibe Brot. Die Alliierten feierten allenthalben den Endsieg und die Befreiung aller eigenen Gefangenen aus deutscher Hand. In der belgischen Hauptstadt machten Freudenraketen die Nacht immer wieder taghell. Es regnete; die Gefangenen hatten keine Zelte. Die täglichen Verhöre - u.a. durch emigrierte Juden, die sich sehr korrekt verhielten - fanden in den Zelten der amerikanischen und englischen Militarbüros statt. Ob die vernehmenden Offiziere mit der Zermürbung der Gefangenen rechneten? Aber für einen Teil von ihnen hatte der Krieg auch bei Unwetter nicht im Saale stattgefunden, und die Verpflegung war längst nicht immer nach vorne gekommen: Wer auf sein Elend tritt, steht höher (Hölderlin, Tagebuch 5/45).
Der Leutnant begann die ›große Zeit‹ zu ordnen, in der die einen Pflicht und Ehre gefolgt, die anderen moderner Aktion und Propaganda verfallen waren. Die einen - ideologisch Überzeugte, Mitläufer, Anpasser, Nutznießer - und die anders Denkenden, die noch einmal davon gekommen waren, würde es auch in Zukunft geben. Falsche Treue und heuchelnde Ausreden wurden nur selten von der Wahrheit gestellt werden. Die politischen Überlegungen des Leutnants kamen aber zu kurz. Da er nicht auf die ehemalige Staatspartei fixiert war, blieb er zwar lernfähig. Aber die Demokraten der Alliierten boten ein verwirrendes, nicht immer einsichtiges und vor allem oft ein unsympathisches Bild, wenn sie ihre Lagernachrichten unter den Gefangenen verteilten. Die gefangenen Soldaten wurden von den Medien, die der Re-edukation dienen wollten, immer wieder überrascht, mit welch militärisch-aggressiven Begriffen und verbaler Brutalität die alliierten Zivilisten ihre politischen Gegner belegten, beispielsweise bei Wahlkämpfen und Streiks.
Der eigene Standort des Leutnants und die Kraft, von der er zehrte, stellte sich deutlicher dar. In der sich vor 1933 auflösenden Weimarer Republik war die Reichswehr ein Stabilisierungsfaktor. Das Offizierkorps war überwiegend den christlichen Tugenden und tradierten Werten verpflichtet geblieben. Damit verbunden war die Autorität eines Vorbildes, eines ›Herrn‹ wie man bis 1945 sagte; dieses Ansehen wurde den meisten Wehrmachtsoffizieren von der Truppe selbstverständlich gewahrt. Beispielsweise sagten gestandene Soldaten unter sich, wenn sie über ihren viel jüngeren Offizier sprachen: ›Der Alte‹ (das bedeutete der ›Erfahrene‹). Aus pflichtbewußtem Dienen folgte die wechselseitige Verläßlichkeit zwischen Offizier-Unterofffizier-Mann, die sich in der Kameradschaft ausdrückte, tausendfach bewährte und der Armee ihr stabiles Gefüge und selbst in den besetzten Gebieten Akzeptanz verliehen hatte. Das war die Freiheit, die sie meinten, die sie einte. Mit dem NS-Führer-Prinzip war diese Freiheit brüchig und schließlich lückenhaft geworden. Von der Zersetzung waren die Reiterregimenter und ihre Feldformationen deutlich weniger betroffen als Truppenteile anderer Waffengattungen.
Die Soldaten auf beiden Seiten der Front Soltau hatten sich in den letzten Wochen des Krieges durch deutliche Gegensätze unterschieden. In Soltau hatten sich die Reste verschiedener Wehrmachtstruppenteile und eines Werwolfverbandes auf deutscher Seite, auf alliierter Seite die 7. Panzer-Division gegenübergestanden, also einerseits Truppen, die ihre Heimat verteidigten, sich mit ihrer Regierung aber nicht identifizieren konnten, und andererseits Soldaten der englischen Krone. Die einen völlig unzureichend ausgerüstet, die anderen großzügig bewaffnet und auf dem Vormarsch zum Sieg, der stets für sich steht, ohne Rechtfertigung. Deutsche Soldaten standen vor der unbeantwortbaren Frage, wie man ein anständiges Ende setzen könnte. Freund und Feind aber stimmten darin überein, daß sie sich einer Aufgabe stellten, die sie zu jeder Stunde in die äußerste Grenzsituation bringen könnte, in der sie der Gebrechlichkeit ihres Selbst ausgeliefert sein würden; denn unter allen Feldzeichen stand hinter Befehl und Gehorsam der Tod. Obwohl alle Soldaten die Schärfe des Grenzrisikos, existenziell zu scheitern, genau kannten, behaupteten sie sich nach alter Tradition und bewahrter Erfahrung in Treue.11 Von Tapferkeit zu reden, überließen sie anderen. Das bezeugen die Gefallenen und Überlebenden beider Seiten, die Gerühmten und die Namenlosen, auch in der Lüneburger Heide.12

Ent-Rüstung ohne Reminiszenz

Anfang September 1945 wurde der Leutnant mit anderen Gefangenen, die als Zivilisten bei Kommunalbehörden tätig gewesen waren (der Leutnant hatte sich dazu gezählt), nach Osten in Marsch gesetzt, da sie vorzeitig in die Heimat zurückkehren sollten, um die Kommunalverwaltung wieder aufzubauen. Anläßlich der letzten Leibesvisitation vor der Entlassung aus der Gefangenschaft, die zwei Wochen später in Weeze/Niederrhein stattfand, schrieb der Leutnant in sein Tagebuch: »Dem Hahn geziemt es zu krähen, aber Gott gehört der Morgen.« (Weeze 15. 9. 1945)
Der Medizinstudent Viktor sattelte im Sommersemester 1946 um. Er wollte endlich wissen, was Recht ist; deshalb studierte er Jura. Und er wollte wissen, warum die Leute allenthalben auf ihre Kleinlichkeiten und Empfindlichkeiten mit feigen Beschönigungen pochen; deshalb studierte er auch Psychologie.
Heute setzen die Menschen eher auf Unverbindlichkeit und behalten sich die Wahlfreiheiten des Pluralismus vor. Sie streben unter der Präambel der Gleichmacherei nach Eigennutzen und nach dem Phantom, das sie Selbstverwirklichung nennen. Eigenwilligkeit fixiert ihre Ansprüche und hält ihre Förderung durch Dritte für selbstverständlich. So wird das moderne Gesellschaftsmitglied dem falschen Schein hörig, unzufrieden und manipulierbar. Der Freiheit des Willens und dem Gebrauch des Gewissens haben sich die Wähler und Konsumenten, Politiker und Arbeitsvertragspartner entfremdet. Die Wahrheit als das Gute und die Haftung für das Böse werden allenfalls nur noch bedingt akzeptiert. Stattdessen bedient man sich allenthalben der Mehrheitsbeschlüsse, um sogenannte Lebenswerte moralfrei und begehrlich zu definieren, neue Bequemlichkeiten zu schaffen und wieder zu verwerfen; denn den unqualifizierten Mehrheitsbeschlüssen wird ein falscher Rechtsschein zugestanden. Der Feminismus ist dabei, die Welt zu vermännlichen. Dabei werden Männer, Väter und Familien seltener. In diesem Umfeld können nur noch Minderheiten die Spannungen und Skrupel begreifen, welche damals die Verwirklichung der ethischen Prinzipien im Alltag auslösten. Unabhängig von oberflächlicher Kritik, von Lob und Tadel stehen deshalb Mut und Opfer im Kriege für sich, sowohl die stillen Taten des behelmten Mannes vor dem Feind, als auch der selbstlose und tapfere Einsatz der Jugendlichen, der Frauen und Männer an der Heimatfront, als auch das bittere Schicksal der Gehetzten und Vertriebenen, der Gefangenen und Gequälten. Auf der Schwelle zu geschichtlichen Wahrheit lautet die Losung: Reminiscere.13


Anmerkungen

1 Lycáon, König von Arkadien, Sohn des Pelasgos, wurde in einen Wolf verwandelt, vgl. Ovid, Metamorph, I, 198ff., und VII, 224 und Hygin. Fab. 176f.; lucáon, äthiopische Wolfsart, vgl. Mela 3, 9, 2. Homo homini lupus (Horaz): Der Mensch kann gegenüber seinesgleichen zum Wolf werden.
2 Loups-garous fanden sich häufig in Frankreich, Soldan-Heppe, Hexenprozesse, 1843/1911, Bd. I, 289, 562; Bd. II, 156.
3 Vgl. Carell/Böddeker, Die Gefangenen, 1980, S. 178.
4 Vgl. Rose, Werwolf 1944-1945, Motorbuch-Verlag 1980.
5 Generalleutnant A.A. Wlassow (›Retter von Moskau‹) war im Juli 1942 in deutsche Gefangenschaft geraten. Er stellte sich gegen Stalin und verfügte 1945 über eine russische Armee. Sie bestand aus zwei Divisionen und hatte deutsches Rahmenpersonal. Die Wlassow-Armee ereilte das gleiche Schicksal wie die Kosaken-Armee von Panuwitz: Sie wurde bei Kriegsende von den amerikanischen Streitkräften völkerrechtswidrig an die Sowjets ausgeliefert. Die meisten Soldaten dieser Armeen wurden liquidiert.
6 Der preußische Gehorsam ließ nach der Auffassung Friedrichs des Großen, des fortschrittlichsten Monarchen des Absolutismus, Gedankenfreiheit zu: »Meine Leutnants mögen räsonieren, wenn sie nur Orders parieren.« Auch die Pflichtenkollision des Prinzen Friedrich von Homburg (Kleist) trägt preußische Züge. Das Erziehungsprinzip wird aus einem Vorschlag Wilhelms, Prinz von Preußen, von Oktober 1838 deutlich, das eine Änderung des preußischen Dienstreglements Titel II, §14 II (S. 271) betraf: »Der jüngere Offizier insonderheit, der zuvorderst Gehorsam lernen soll, bevor er selbständig befehlen lernt, muß einsehen, daß das Vernünfteln über dienstliche Befehle und Anordnungen und die Äußerungen seiner unreifen Meinungen über dieselben aus seinem Standpunkte nur ein unzweideutiges Kennzeichen des Eigendünkels und jugendlichen Leichtsinns ist.«
7 Anfang April begann das restliche Stammpersonal der Reitschule Soltau damit, zwei bis drei Dutzend Hitlerjungen zu Panzerjagdkommandos auszubilden. Sie waren keine Werwölfe, sondern gehörten zum Bataillon Weidemann. Sie waren teilweise unbewaffnet, weil die Reitschule nicht über ausreichende Waffen verfügte.
8 Bereiterinnen zur Ausbildung der Remonten ersetzten in den Wehrkreis-Reit- und Fahrschulen die an die Front versetzten Soldaten. Die Frauen waren 20 bis 40 Jahre alt, trugen die Uniformjacken der Stabshelferinnen, Reithosen und Reitstiefel.
9 Kriegschronik 1945 der Stadt Soltau und Umgebung, 1955, 70.
10 Der Stuff-Sergant ist der höchste Feldwebeldienstgrad eines britischen Bataillons.
11 Vgl. P. Carell, Die Wüstenfüchse (1958): »Die Tapferkeit in jenen Monaten ist um so höher zu achten, da sie nicht von der Hoffnung des Sieges getragen wurde, sondern allein von der bitteren harten Pflicht, eine aussichtslose Sache anständig zu Ende zu bringen. Hier ging es mehr um tapferen Trotz als militärischen Zweck.« Der 1995 scheidende Staatspräsident François Mitterrand, der den Zweiten Weltkrieg als Soldat erlebt hat: »Die deutschen Soldaten hatten Mut. Sie haben den Verlust ihres Lebens für eine schlechte Sache hingenommen, aber wie sie es taten, hatte mit der Sache nichts zu tun. Sie liebten ihr Vaterland …« (Rheinische Post, 8. 4. u. 25. 5. 1995)
12 Im Kreis Soltau-Fallingbostel befinden sich nach amtlichen Listen rund 52 000 Kriegsgräber aus den Kämpfen im April 1945, insbesondere um den Allerübergang und um Celle-Soltau. Alle britischen Kriegstoten in der Lüneburger Heide wurden in besonderen Friedhöfen zusammengefaßt; etwa 2000 ruhen in Wietzendorf (Becklingen)/Kreis Soltau-Fallingbostel. 
13 Ps. 24.6 (Gedenke, Herr).


Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 43(3) (1995), S. 29-34

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