Der Mann, der Mussolini befreite

Am 12. Juni 1983 wäre Otto Skorzeny 75 Jahre alt geworden

Dr. Nikolaus v. Preradovich

Eine der unvergänglichen Heldentaten des Zweiten Weltkrieges, die Befreiung Mussolinis auf dem Grau Sasso, ist für immer mit dem Namen eines bis dahin völlig unbekannten Subalternoffiziers der Waffen-SS verbunden, den Hitler persönlich für das Unternehmen ausgewählt und mit seiner Durchführung beauftragt hatte: Otto Skorzeny, der am 12. Juni 75 Jahre alt geworden wäre, hätte ihn nicht schon acht Jahre zuvor ein früher Tod im spanischen Exil ereilt. Unser Mitarbeiter hat das Leben seines engeren Landsmannes knapp und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit nachgezeichnet - im Dienst der geschichtlichen Wahrheit, die in der Bundesrepublik Deutschland durch das Verbot der Bücher Skorzenys (Pflichtlektüre an Israels Kriegsschulen!) verschleiert werden soll,


Der Mussolini-Befreier wurde am 12. Juni 1908 als Sohn des Bauingenieurs Anton Skorzeny und dessen Ehefrau Flora Sieber zu Wien geboren. Die Familie kam aus Neu-Titschein in Nordmähren. Sie ist - so wird berichtet - im 17. Jahrhundert im hinterpommerschen Dorf Scorzencin nachzuweisen. Die Volks- und anschließend die Staatsrealschule besuchte Otto Skorzeny in seiner Vaterstadt. In den Jahren 1922 bis 1926 war er im Deutschen Mittelschülerbund tätig, eine Zeitlang als Leiter dieses Bundes an der Staatsrealschule des XVIII. Wiener Stadtbezirks, also in Währing. In den Jahren 1926 bis 1931 studierte er an der Technischen Hochschule in Wien. Bereits zu Beginn des zweiten Semesters 1927 wurde er bei der Akademischen Burschenschaft »Markomannia« aktiv (Wahlspruch: »Aus eigener Kraft«). Während des linken Umsturzversuches von 1927 kam es zu Gewalttaten, als deren Höhepunkt der Wiener Justizpalast in Brand gesteckt wurde. Zur Verhinderung derartiger Vorkommnisse wurde u. a. die »Akademische Legion« gegründet, der sich Otto Skorzeny 1928 sofort anschloß. Im Oktober 1928 ging diese Wehrgruppe in dem »Studentenfreikorps« des »Steierischen Heimatschutzes« auf, der Anhänger nicht nur in der Steiermark hatte. Im Dezember 1931 war er als Zugführer und stellv. Kompaniekommandant eingeteilt. Am 1. Mai 1932 - wenige Monate nach dem erfolglosen Putsch des Heimwehrführers Dr. Walter Pfriemer - trat Otto Skorzeny der NSDAP bei. Er erhielt die Mitgliedsnummer 1083671 und betätigte sich in der Bezirksgruppe Währing. Im Februar 1934 meldete er sich zur Schutzstaffel (Mitgliedsnummer 295979).

Am 11. Dezember 1931 hatte Skorzeny die Diplomprüfung für Maschinenbau mit dem Prädikat »Sehr gut« bestanden. Der junge Dipl. Ing. arbeitete zunächst als Versuchs- und Betriebsingenieur in einem Autoreparaturwerk. 1934 rückte er zum Geschäftsführer einer Gerüstebauanstalt auf. Drei Jahre danach machte er sich als Inhaber der Meidlinger Gerüstebauanstalt selbständig. Seit dem Mai 1938 wirkte er als Innungsmeister der gesamten Ostmark für das Bauhilfsgewerbe.

Von der allgemeinen zur Waffen-SS

Bei der SS war er im Kraftfahrwesen eingesetzt und erreichte am 30. Januar 1939 den Dienstgrad eines SS-Untersturmführers. Ab 1. August des gleichen Jahres tat er als Führer des Sturmes 2/K 8 Dienst. Im September 1939 meldete er sich freiwillig zum Wehrdienst. Im Februar 1940 wurde er zur Ausbildung in die »Leibstandarte SS Adolf Hitler« einberufen. Bereits am 30. Januar war er zum Untersturmführer der Reserve der Waffen-SS befördert worden. Zu dieser Zeit diente er als Technischer Führer im Artillerie-Regiment der Waffen-SS-Division »Das Reich«. Ab 1. März 1942 wurde er bei der SSKraftfahrersatz-Abteilung eingesetzt. Am 20. April 1941 hatte er den Dienstgrad eines Obersturmführer d. Res. der Waffen-SS erreicht. In den Jahren 1942 und 1943 diente Skorzeny im Panzer-Regiment der SS-PanzerGrenadier-Division »Totenkopf«. Im Februar 1943 kam er wieder zur Kraftfahr-Ersatz-Abteilung zurück. Am 15. April 1943 wurde er zum SS-Sicherheitshauptamt kommandiert. Landsmannschaftliche und burschenschaftliche Verbindungen zu dem Chef des RSHA, SS-Obergruppenführer und General der Polizei Dr. Ernst Kaltenbrunner, gaben den Anlaß zu seiner Versetzung. Am 28. April 1943 erfolgte die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer.

Am 15. Juli 1943 wurde Hauptsturmführer Otto Skorzeny vom SS-Führungshauptamt zum Führer der Sondereinheit z. b. V. Friedenthal bestellt. Zehn Tage später wurde er, mittlerweile Kommandeur des SS-JägerbatailIons 502, ins Führerhauptquartier befohlen. Dort machte man ihn mit vier Offizieren bekannt, mit denen zusammen er Hitler vorgestellt wurde. Dieser suchte den Hauptsturmführer aus und behielt ihn allein bei sich zurück. Er eröffnete ihm, daß Mussolini verhaftet worden sei. Er - Adolf Hitler - sei trotz gegenteiliger Versicherungen überzeugt, daß die Badoglio-Regierung einen Sonderfrieden mit den Alliierten schließen werde. Die wichtigste Bedingung werde die Auslieferung Mussolinis sein! Daher erging der Befehl, den Aufenthaltsort des Duce festzustellen und die Befreiungsaktion durchzuführen. Der deutsche Botschafter in Rom, v. Mackensen, ebenso wie der Oberbefehlshaber Süd, GFM Kesselring, sollten nicht eingeweiht werden.

Auf falscher Fährte

Skorzeny und seine Männer wurden dem General der Fallschirmtruppe Student unterstellt, der bereits die nötigen Weisungen erhalten hatte. Der Reichsführer SS Heinrich Himmler gab dem General und dem Hauptsturmführer eine ausführliche Darstellung der Lage in Italien. Die gestellte Aufgabe war eine zweifache: 1. Feststellen, wo Mussolini ist, um die Befreiung durchführen zu können, 2. Im entscheidenden Moment Festnahme des Königs, des Herzogs von Addis Abeba und sonstiger wichtiger Gegner des Faschismus. Zur Tarnung benutzte Otto Skorzeny die Uniform eines Hauptmanns der Luftwaffe. Nächsten Tages um 5 Uhr flogen Student und Skorzeny nach Rom. Am gleichen 26. Juli setzten sich die von Skorzeny ausgesuchten Männer gleichfalls nach Rom in Marsch. Ferner waren ihm zehn Nachrichten-Männer der SS unterstellt worden, von denen einige fließend italienisch sprachen. Mittags wurde die Ewige Stadt erreicht. Abends trafen sie mit Kesselring zusammen. Himmler hatte angeordnet, daß sogleich mit dem deutschen Polizeiattaché in Rom, SS-Obersturmbannführer Herbert Kappler, Verbindung aufzunehmen sei. Ebenso wurden ein besonderer Vertrauter des RFSS, SS-Standartenführer Dollmann, sowie der Adjutant Skorzenys, SS-Obersturmführer Karl Radl, in das Unternehmen eingeweiht.

Die Feststellung des Aufenthaltortes von Mussolini war äußerst schwierig. Es wurde die Insel Santa Maddalena als Gefängnis des Duce ausgemacht. Völlig überraschend kam aus dem Führerhauptquartier der Befehl, ein Fallschirmunternehmen auf eine kleine Insel bei Elba einzuleiten. Otto Skorzeny war der festen Überzeugung, daß dieser Führerbefehl auf die Unterrichtung durch den Chef des Amtes Auslandnachrichten und Abwehr, Admiral Canaris, zurückzuführen sei, der diese falsche Nachricht von seinem italienischen Kollegen, General Cesare Amé, erhalten haben dürfte. Nach einem Flugzeugabenteuer über Santa Maddalena flogen Student und Skorzeny nach dem Führerhauptquartier in Ostpreußen. Bei der Lagebesprechung waren außer Hitler, Student und Skorzeny anwesend: Göring, Himmler, v. Ribbentrop, Keitel, Dönitz und Jodl. Skorzeny legte seinen Plan, Mussolini auf Santa Maddalena zu befreien, vor. Das Unternehmen wurde in der dargelegten Form bewilligt. »Wenige Tage danach liefen wir programmäßig im Kriegshafen von Maddalena ein, und bei einem persönlichen Erkundungsunternehmen, das ich, als einfacher Marinesoldat verkleidet, durchführte, stellte ich zu meinem Entsetzen fest, daß an diesem Tage frühmorgens Mussolini mit einem italienischen Seerettungsflugzeug weggebracht worden war.«

Kappler fand die richtige Spur

Wenige Tage später fing Polizeiattaché Kappler einen Funkspruch von einer italienischen Dienststelle an das italienische Inneministerium auf, in dem es hieß, die Sicherheitsvorkehrungen im Sport-Hotel auf dem Gran Sasso seien beendet. Also wurde ein neuer Befreiungsplan ausgearbeitet. Erst um die Wende vom August zum September wurden die höchsten Offiziere des Fallschirmjägerkorps in den Plan eingeweiht. Ein Fallschirmunternehmen war wegen der Örtlichen Gegebenheiten nicht durchzuführen. Also mußte mit Lastenseglern gelandet werden. Der 1a Luft schätzte die technischen Ausfälle, die auftreten würden, auf 80 von Hundert. Am 8. September um 18 Uhr verlautbarte der italienische Rundfunk, das Königreich habe mit den Alliierten einen Waffenstillstand abgeschlossen. Die X-Zeit für das Unternehmen Gran Sasso wurde auf den 12. September 1943 acht Uhr früh festgesetzt. Wegen Verspätung der Lastensegler mußte der Termin auf 14 Uhr verschoben werden. Das Fallschirmjäger-Lehrbataillon sollte an dem angegebenen Tag zur angegebenen Stunde die Talstation der Drahtseilbahn unterhalb des Grau Sasso besetzen. Neunzig Fallschirmjäger wurden Skorzeny unterstellt und auf zehn Lastensegler verfrachtet. Die restlichen zwei wurden von den Männern Skorzenys eingenommen. Die Lastensegler 1 und 2 sollten als erste landen. Es folgten 3 und 4. Auf Lastensegler 3 befand sich Otto Skorzeny. Die Männer der zuletzt genannten Lastensegler sollten unter dem Feuerschutz von 1 und 2 sogleich in das Hotel eindringen.

Am Morgen des 12. September versammelten sich die Männer auf dem Flugplatz Pratica di Mare. Bei einem Erkundungsflug vier Tage zuvor war festgestellt worden, daß sich etwa 200 Meter Östlich des Hotels eine dreieckige Wiese befinde, auf der eine Landung möglich sei. Der Start erfolgte um 13 Uhr. Drei Lastensegler kamen nicht vom Boden ab. So mußte das Unternehmen mit nur neun Lastenseglern gewagt werden. Die beiden ersten Lastensegler waren plötzlich verschwunden. Skorzeny befand sich daher mit seinem Apparat an der Spitze. Die »Landungswiese« erwies sich als Steilhang. So mußte im Sturzflug ganz nahe am Hotelgebäude gelandet werden. Tatsächlich setzte das Flugzeug nur 20 Meter neben der Ecke des Hotels - allerdings in einer Bruchlandung - auf.

Der Duce in Sicherheit

An einem Fenster des ersten Stockwerkes konnten die Befreier Benito Mussolini erkennen. Hauptsturmführer Skorzeny mit einigen seiner Leute gelang es, das Zimmer des Duce zu erreichen. Dem italienischen Kommandanten gab Otto Skorzeny eine Minute Zeit zum Überlegen. Der Colonello kapitulierte. Die Talstation war von Fallschirmjägern besetzt. Das Problem war, mit Mussolini den Ort des Geschehens zu verlassen. Der Flugzeugführer befürchtete, die Belastung der Maschine mit ihm selbst, dem Duce und dem 192 cm großen Skorzeny wäre zu hoch. Er wagte trotzdem den Start auf der abschüssigen Bahn in 2150 Meter Höhe. Er gelang. Eine Stunde später erfolgte die Landung in Rom. Kurz danach starteten drei He 111 nach Wien; in einer von ihnen saß Otto Skorzeny mit Benito Mussolini. Um 23 Uhr waren sie im Hotel Imperial in Wien. Neun Stunden zuvor noch hatte der Begründer des Faschismus in hoffnungsloser Lage auf dem Gran Sasso gesessen. An demselben Tag zu derselben Zeit wurde Donna Rachele, die Frau Mussolinis, mit den beiden jüngsten Kindern in Rocca de La Caminate befreit und nach München gebracht. Um Mitternacht wurde dem Helden des Tages das Ritterkreuz überreicht, nachdem er mit Adolf Hitler im Führerhauptquartier fernmündlich gesprochen hatte. Er wurde mit Wirkung vom 12. September 1943 zum SS-Sturmbannführer befördert.

Das nächste Skorzeny-Unternehmen fand in Ungarn statt. Hitler war davon unterrichtet worden, daß Reichsverweser Admiral v. Horthy allen Ernstes mit dem Gedanken umgehe, Stalin gegenüber zu kapitulieren. Als eigentlicher Initiator dieses Planes galt der Sohn des Admirals, Nikolaus v. Horthy d. J. Er sollte ausgeschaltet werden. Den Auftrag dazu mit allen notwendigen Vollmachten erhielt Skorzeny. Zu dem Unternehmen »Panzerfaust« standen ihm verhältnismäßig geringe Kräfte zur Verfügung. Dennoch wurde die Aktion am 15. Oktober 1944 ohne jede Panne durchgeführt. Am Tag danach übernahm Franz Szalasi in Budapest das Amt als Ministerpräsident und Staatsführer. Am gleichen Tag wurde Dipl. Ing. Otto Skorzeny zum SS-Obersturmbannführer befördert.

Die letzten Kämpfe

Im Rahmen der Ardennen- oder v. Rundstedt-Offensive hatte Skorzeny eine ganz besondere Aufgabe. Er sollte die Panzerbigade 150 aufstellen, die sich in US-amerikanischen Uniformen unter die zurückflutenden US-Truppen zu mischen hätte. Die Einheit hatte den Auftrag, Chaos zu verbreiten, allfällig vorbereitete Brückensprengungen zu verhindern und ähnliches. Über das Unternehmen schreibt Charles Foley: »So war das also! Eine Handvoll halbausgebildeter, schlecht ausgerüsteter Abenteurer, die selten wußten, wo sie waren oder was sie tun sollten, konnte einen Feind in Verwirrung bringen und seinen Oberbefehlshaber völlig isolieren. Es war ein Erfolg von fast alarmierender Großartigkeit, verglichen mit den eingesetzten Mitteln.«

Für die Verteidigung des Oderbrückenkopfes im Raum Stettin-Küstrin-Schwedt erhielt Skorzeny am 8. März 1945 das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Sein letzter Einsatz erfolgte in seiner engeren Heimat. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, SS-Obergruppenführer, General der Polizei und der Waffen-SS Dr. Ernst Kaltenbrunner, stellte im Einvernehmen mit dem Gauleiter, Reichsstatthalter und Reichsverteidigungskommissar für Ober- und Niederdonau, SS-Obergruppenführer August Eigruber, »ein Einsatzkommando der Waffen-SS mit SS-Obersturmbannführer Skorzeny für besondere Sicherungs- und Streifenaufgaben im Bereich Oberdonau zur Verfügung«. Die Einheit führte den Namen »SS-Sicherheitspolizei-Grenadier-Bataillon Nr. 2«. Der Einsatzbefehl vom 18. April 1945 wies ihm vor allem die Sicherung der Ausfallsstraßen im Gau und die Kontrolle des gesamten, auch militärischen Verkehrs zu.

Verfolgung und Flucht

Nach der Kapitulation Großdeutschlands stellte sich SS-Standartenführer der Reserve Dipl. Ing. Otto Skorzeny am 15. Mai 1945 in Salzburg den US-Truppen. Es folgten zahllose Verhöre. Die Alliierten waren unermüdlich darauf bedacht, Skorzeny irgendwelche »verbrecherische Handlungen« nachzuweisen. Nicht geringes Interesse widmeten die US-Amerikaner den Fragen, ob Skorzeny Adolf Hitler aus Berlin an einen sicheren Ort gebracht habe und ob er den alliierten Oberbefehlshaber General Eisenhower zu töten beabsichtigt hätte. In Dachau wurde er wegen »Mißhandlung, Folterung und Tötung amerikanischer Kriegsgefangener während der Ardennen-Offensive« angeklagt. Am 19. September 1947 - also immerhin nach zwei Jahren der Gefangenschaft - wurde Otto Skorzeny samt seinem Stab freigesprochen. US-Oberstleutnant MacClure, Skorzenys Pflichtverteidiger, rief aus: »Es würde mich mit Stolz und Freude erfüllen, wenn ich unter meinen Soldaten einen Mann vom Format des Obersten Skorzeny hätte. Er war ein fairer und anständiger Soldat. « Soweit die Meinung eines Gegners.

Auch ein zweiter alliierter Prozeß endete mit Freispruch. Das Regime eines der erfolgreichsten Massenmörder der neueren Geschichte - Josef Broz alias Tito - verlangte die Auslieferung Skorzenys. Die Österreichischen Behörden, an die das Ansinnen gestellt war, schrieben diensteifrig den Standartenführer zur Fahndung aus. Sogleich nach der Entlassung durch die Nordamerikaner wurde Otto Skorzeny von deutschen Dienststellen festgenommen und in Darmstadt festgehalten. Prozeß ist ihm in den Monaten erstaunlicherweise nicht gemacht worden. Am 25. Juli 1948 - vierzehn Jahre nach dem »Juli-Putsch« der Nationalsozialisten in Österreich - erklärte Skorzeny der Lagerleitung trocken: »Ich werde diesen Ort verlassen.« Zwei Tage danach war er fort!

Spanien gewährte ihm Asyl. Otto Skorzeny mußte ohne jede Hilfe von ganz unten anfangen. Es gelang ihm jedoch in verhältnismäßig kurzer Zeit, wieder »ins Geschäft« zu kommen. Der Diplomingenieur war ja von Hause aus in der Wirtschaft tätig gewesen. Bald war er der Mittelpunkt eines großen Kreises von Offizieren, Politikern, Diplomaten, Schriftstellern und sonstigen Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens der spanischen Metropole. Skorzeny hatte am 9. März 1938 zum erstenmal geheiratet. Aus dieser Ehe war ein Kind hervorgegangen. Seine zweite Frau, mit der er sich in Madrid am 1. März 1954 vermählte, war Ilse Lüthje aus Kiel, die in erster Ehe mit dem Industriekaufmann Adolf Graf Finck v. Finckenstein verheiratet gewesen war. Otto Skorzeny verstarb am 5. juli 1975 in der spanischen Hauptstadt Madrid.

Nachschrift: Im Jahre 1983 ist das Grab der Familie Skorzeny auf dem Döblinger Friedhof im 19. Wiener Stadtbezirk, in welchem auch der Mussolini-Befreier liegt, mit haß- und Hetzparolen verschmiert und damit geschändet worden. Wir haben den Aufschrei der Entrüstung in der Presse vermißt, der in ähnlichen Fällen durch ganz Europa gellt. Sollte es Gräber geben, die nicht geschändet werden dürfen, und andere, die geschändet werden dürfen, sollen - müssen?


Literaturhinweise:


Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 31(2) (1983), S. 20-24

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