Erste Reaktionen auf den Holocaust- Revisionismus

Dr. iur. Wilhelm Stäglich

Revisionisten - also Leute, die sich kraft besserer Einsicht gegen eingefahrene oder verordnete Anschauungen wenden - hatten es schon immer schwer. Mußten sie doch stets, wie es im Wesen des Revisionismus liegt, gegen eine scheinbar unanfechtbar herrschende Meinung antreten, die sich zu ihrer Verteidigung überdies nicht selten auf institutionalisierte Machtpositionen stützen konnte. Erinnert sei hier beispielsweise nur an die Indizierungspraxis der katholischen Kirche, die in unserer Zeit mit der Indizierungspraxis der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften fröhliche Urständ zu feiern scheint. Denn diese Institution entwickelt sich immer mehr zu einer Zensurbehörde für Literatur, die den zeitgeschichtlichen Revisionismus abwürgt. Doch soll dies nicht Gegenstand unserer heutigen Betrachtung sein, sondern einer besonderen Untersuchung vorbehalten bleiben. Die zeitgeschichtlichen Revisionisten unserer Tage hatten zunächst ein ganz anderes Problem: Sie wurden »totgeschwiegen«. Über die Zirkel derjenigen, die ohnehin schon einer Meinung mit ihnen waren, gelangten ihre literarischen Erzeugnisse regelmäßig nicht hinaus. Im allgemeinen nahm kaum jemand von ihren Arbeiten Notiz, schon gar nicht die etablierten »Zeitgeschichtler«, die ja auch keinerlei Interesse daran haben konnten, die ihnen von den Siegern des 2. Weltkrieges zugewiesenen Positionen auch nur im geringsten in Frage stellen zu lassen. Diese Gefahr aber war und ist nicht gerade gering, da die Revisionisten mit kaum bestreitbaren Tatsachen argumentieren können, die die herrschende Meinung geflissentlich zu unterschlagen pflegt. Der verhältnismäßig frühe Durchbruch durch die Mauer des Schweigens auf dem Gebiet der Kriegsschuldfrage durch den jungen amerikanischen Historiker Prof. David L. Hoggan blieb eine Ausnahme, die wahrscheinlich den verschiedensten besonderen Umständen zu verdanken war. Seither ist es nicht mehr ungewöhnlich, daß sogar beamtete Historiker in der Kriegsschuldfrage zumindest einige Akzente anders setzen.

»Unerwünschter Ausländer« Rassinier

Dem Holocaust-Revisionismus gegenüber funktionierte die Totschweigetaktik erheblich länger. Dabei war die Zahl derjenigen, die Zweifel an der behaupteten planmäßigen Judenvernichtung anmeldeten, von Anfang an nicht gerade gering; sie wuchs im Laufe der Jahre noch ständig. Es gelang jedoch Jahrzehnte hindurch nicht, irgendeine Reaktion bei denen hervorzurufen, die das Meinungsbild- nicht nur auf diesem Gebiet maßgebend bestimmen. Es wurde ein so überaus produktiver Revisionist wie der französische Historiker Prof. Paul Rassinier von den etablierten Zeitgeschichtlern erst viele Jahre nach seinem allzu frühen Tod im Jahre 1967 zur Kenntnis genommen. Seine Bücher zum Juden- und Konzentrationslagerproblem - insgesamt fünf an der Zahl - waren damals, nach nur verhältnismäßig kleinen Auflagen in verschiedenen Verlagen, längst vergriffen. Zu seinen Lebzeiten war er nicht nur totgeschwiegen und bei Vorträgen in Deutschland massiv behindert worden, man hatte ihn auch mit dem Staatsanwalt bedroht und beim Versuch, dem ersten Frankfurter Auschwitz-Prozeß als Berichterstatter beizuwohnen, an der bundesdeutschen Grenze als »unerwünschten Ausländer«(!) wieder nach Frankreich abgeschoben.

Doch auf die Dauer ließen sich die Forschungsergebnisse dieses hervorragenden Mannes nicht unterdrücken, da sie von anderen Autoren aufgegriffen und weitergetragen wurden. Wenn ich recht sehe, so war es unter den etablierten Zeitgeschichtlern Hermann Langbein, der Rassinier in der Einführung zu seinem 1972 erschienenen Buch "Menschen in Auschwitz" erstmals erwähnte. Allerdings sollte es noch weitere vier Jahre nämlich bis zum Jahre 1976 - dauern, bis auch der z. Zt. wohl maßgeblichere deutsche Vertreter der Judenvernichtungslegende, der Leiter des Instituts für Zeitgeschichte in München, Prof. Martin Broszat, von Rassinier Kenntnis nahm (vgl. Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Heft 2/1976, S. 105 ff. und Beilage B 19/76 der Wochenzeitung "Das Parlament" vom 8. 5. 1976).

Von einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Rassinier war allerdings bei beiden Autoren noch nichts zu spüren. Langbein beschränkte sich im wesentlichen auf die Feststellung, wer - wie Rassinier - in Zweifel ziehe, daß es "überhaupt in Auschwitz Gaskammern gegeben hat", stelle sich außerhalb jeder Kritik (aaO. S. 24). So einfach glaubte man es sich damals noch machen zu können! Broszat freilich sah sich bereits zu dem Zugeständnis veranlaßt, daß »Rassinier und seinen Nachahmern« bei ihrer Argumentation "einzelne tatsächlich unrichtige oder übertreibende... Aussagen von ehemaligen Häftlingen und Zeugen" sowie auch »sonstige Ungereimtheiten... über die Judenvernichtung, die Konzentrationslager u. ä." zugute gekommen seien. Auf der Basis "solcher berechtigten Einzelkritik" sei dann systematisch der Eindruck erweckt worden, "als stehe die ganze Kenntnis der Massenvernichtung der Juden quellenmäßig auf völlig unsicherem Boden".

Nun - letzteres ist tatsächlich der Fall, wie ich in meiner im Frühjahr 1979 unter dem Titel »Der Auschwitz-Mythos« erschienenen wissenschaftlichen Untersuchung der Quellenlage lückenlos nachgewiesen zu haben glaube. Bezeichnend dafür, wie Broszat die Bedeutung Rassiniers herunterzuspielen sucht, ist übrigens, daß er diesen weder mit seinem akademischen Grad noch überhaupt als Historiker vorstellt, sondern abwertend nur von dem "französischen Journalisten Paul Rassinier« spricht. Broszat ist mit Sicherheit über die Person Rassiniers völlig orientiert, und besonders die Einstufung Rassiniers als »Journalist« muß deshalb als gezielte Diffamierung angesehen werden - wohl kaum der angemessene Stil für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Immerhin lassen die Ausführungen Broszats den Grund dafür erkennen, weshalb man die von ihm so genannte "apologetische Literatur« nicht mehr so ohne weiteres übergehen kann. Es herrscht eine offensichtlich immer noch wachsende kritische Einstellung weiter Bevölkerungskreise gegenüber der Vernichtungslegende, die in eben jener Literatur ihren Ursprung zu haben scheint. Broszat selbst erwähnt in diesem Zusammenhang, daß "Bürger - und nicht wenige Akademiker der Bundesrepublik z. B. in Schreiben an das Institut für Zeitgeschichte von dieser Propaganda induzierte Fragen stellen, die erkennen lassen, ... in welchem Maße man noch ernstlich zweifelt, ob es das alles - die Judenvernichtung- überhaupt gegeben habe".

Starben 6 Millionen oder nicht?

Einen echten Durchbruch durch die Mauer des Schweigens, die den Holocaust-Revisionismus bis in die 70er Jahre hinein umgab, erzielte jedoch erst eine Schrift, von der man es eigentlich gar nicht erwartet hätte, da sie, obwohl auf wissenschaftlicher Grundlage beruhend, mehr propagandistisch als wissenschaftlich angelegt war. Vermutlich war aber gerade das der Grund für ihren zunehmenden Bekanntheitsgrad, der die Verfechter der Holocaust-Legende immer nervöser werden ließ. Die Rede ist hier von der Broschüre »Did Six Million Really Die?« des Engländers Richard Harwood (Pseudonym), die in kürzester Zeit mehrere Auflagen in verschiedenen Sprachen erlebte. Sie wurde von arabischer Seite sogar in UNO-Kreise eingeführt, was für das Weltjudentum besonders alarmierend gewesen sein mag. Der Grund für das weltweite Aufsehen dieser Schrift, die eigentlich in erster Linie uns Deutsche betraf, lag wahrscheinlich in Harwoods These, daß die mit der Judenvernichtungslegende gewöhnlich verbundene Behauptung, Nationalismus führe zwangsläufig zum »Völkermord«, das nationale Selbstbewußtsein aller Völker letztlich zerstören muß, die - wie Harwood meint - "einzige Garantie für Freiheit und Unabhängigkeit der Völker". Die Judenvernichtungslegende also gewissermaßen als Rammbock gegen nationale Selbständigkeit der Völker- diese Erkenntnis Harwoods mußte die noch völkisch Gesinnten in aller Welt aufhorchen lassen!

Den Hauptstoß gegen die Harwood-Broschüre führten im Jahre 1977 zwei leitende Mitglieder des »South African Jewish Board of Deputies« in Johannesburg/ Südafrika, Arthur Suzman und Denis Diamond. Sie veröffentlichten eine Gegenschrift unter dem Titel »Six Million Did Die«, die zugleich Grundlage für ein vom »Board« beantragtes und schließlich auch durchgesetztes Verbot der Harwood-Broschüre in Südafrika war. Die deutsche Ausgabe der Broschüre wurde im Frühjahr 1979 durch die bereits erwähnte Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in Bonn-Bad Godesberg auf den »Index« gesetzt, was einem umfassenden Verkaufsverbot gleichkommt.

Die Publikation von Suzman/Diamond ist meines Wissens die erste, die sich mit dem Holocaust-Revisionismus ausführlicher auseinandersetzt. Sie wurde in ihren wesentlichen Teilen auch in die deutsche Sprache übertragen und in der Beilage B 30/78 der Wochenzeitung "Das Parlament" vom 29. 7. 1978 unter dem Titel »Der Mord an 6 Millionen Juden« veröffentlicht, ergänzt um einen weiteren Beitrag des Rußlandjuden Georges Weilers, der den Titel »Die Zahl der Opfer der ›Endlösung‹ und der Korherr-Bericht« trägt. Georges Wellers ist derzeit ein führendes Mitglied des Jüdischen Dokumentationszentrums in Paris. Auch er ist als ehemaliger Auschwitz-Häftling - wie so viele - ein lebender Gegenbeweis gegen die von ihm selbst beschriebene »Endlösung«. Es lohnt sich, einen Blick auf die Methoden zu werfen, mit denen diese Autoren den offensichtlich nicht mehr verschweißbaren Holocaust-Revisionismus zu überspielen hoffen.

Zunächst ist bemerkenswert, daß auch Suzman/Diamond - wie Broszat- keinen Zweifel mehr daran lassen, daß die »Totschweigetaktik« endgültig ihre Wirkung verloren hat, daß man also nunmehr gezwungen ist zu reagieren. Sie schreiben:

»Würde nicht eine bestimmte Sorte von Geschichtsbüchern die Judenverfolgung und -Vernichtung entweder ignorieren oder relativieren und auch schlecht informierte Lehrer die Publikation Harwoods und ähnliche Werke nicht als ernsthafte historische Untersuchungen darstellen, so könnte man diese fragwürdigen Arbeiten schlicht auf sich beruhen lassen. Auch aufgrund der Verbreitung, die die Publikation Harwoods und andere Arbeiten in der Öffentlichkeit gefunden haben, wie auch wegen des Nachdrucks dieser Arbeiten in einer Reihe von Zeitungen dürfen die falschen Behauptungen in diesen Werken nicht unwidersprochen bleiben.« (S. 10 aaO.)

Die Ausführungen von Suzman/Diamond werden sicherlich auf alle diejenigen, die nur oberflächlich mit der Materie vertraut sind, bestechend wirken. Dies um so mehr, weil sie selbstverständlich vollkommen dem Bild entsprechen, das von den Massenmedien der Öffentlichkeit seit Jahrzehnten als die reinste Wahrheit vorgegaukelt wird. Und nur deshalb können Suzman/ Diamond es sich auch leisten, Harwoods Publikation schlichtweg als "vorsätzliche Fälschung . . ., die voll von Halbwahrheiten, Verdrehungen und unbewiesenen Behauptungen ist" zu bezeichnen (aaO. S. 5). Sie führen hierfür sogar einige Beispiele an, bei deren näherer Betrachtung dieser Vorwurf gegen Harwood allerdings auf sie selbst zurückfällt.

»Todeslager« und »Gaskammern«

Zunächst beanstanden sie Harwoods Hinweis, daß in dem vom Internationalen Roten Kreuz in Genf 1948 herausgegebenen dreibändigen Bericht über die Tätigkeit dieser Organisation im 2. Weltkrieg an keiner Stelle von »Gaskammern« oder einer "planmäßigen Vernichtung" der Juden in deutschen Konzentrationslagern (KL) die Rede ist. Suzman/Diamond vermögen das zwar nicht zu widerlegen, verweisen aber auf mehrere Stellen dieser Dokumentation, die Deportationen von Juden in »Todeslager« oder »Vernichtungslager« erwähnen. Damit wird der unkritische Durchschnittsleser regelrecht düpiert und vom Wesentlichen abgelenkt. Denn abgesehen davon, daß das Internationale Rote Kreuz sich in jenen ersten Nachkriegsjahren aus verständlichen Gründen dieser damals für alle KL üblichen Sprachregelung bediente, geben die Begriffe »Todeslager« bzw. »Vernichtungslager« für sich allein noch keinen Anhaltspunkt für eine - planmäßige - Vernichtung von Juden in solchen Lagern, geschweige denn für das Vorhandensein von »Gaskammern« zu diesem Zweck. Harwood hat also mit seiner Feststellung völlig recht. Prof. Butz hat an verschiedenen Stellen seines Werkes »Der Jahrhundert-Betrug« (The Hoax of the Twentieth Century) darauf aufmerksam gemacht, daß die Bezeichnung gewisser Lager - darunter Auschwitz - als »Todeslager« insofern berechtigt gewesen sei, weil dort infolge wiederholt auftretender Seuchen die Zahl der Todesfälle überdurchschnittlich hoch war. Obwohl dieses Seuchenproblem auch den etablierten Zeitgeschichtlern durchaus bekannt ist, deuten Suzman/Diamond es nicht einmal an. Der Erlanger Historiker Prof. Helmut Diwald vertritt in der ersten - noch unmanipulierten - Ausgabe seiner "Geschichte der Deutschen" sogar die Auffassung, daß Anlaß für den Bau der Krematorien von Auschwitz-Birkenau, der von den sog. Hofhistorikern stets mit der angeblichen »planmäßigen Judenvernichtung« in Verbindung gebracht wird, in Wirklichkeit eine besonders schwere Typhusepidemie um die Mitte des Jahres 1942 gewesen sei (aaO. S. 165).

Suzman/Diamond verweisen ferner darauf, daß das Internationale Rote Kreuz die in der revisionistischen Literatur- so auch von Harwood - aufgestellte Behauptung, während des 2. Weltkrieges seien nach den Feststellungen dieser Organisation im deutschen Herrschaftsbereich nur rund 300 000 Juden umgekommen, in jüngster Zeit dementiert habe. Nun bin ich zwar auch der Meinung, daß das Internationale Rote Kreuz mangels zuverlässiger Statistiken insoweit kaum sichere Feststellungen treffen konnte. Tatsache bleibt jedoch, daß nicht nur die Schweizer Zeitung »Die Tat«, sondern auch die deutsche »Cannstätter Zeitung« sich bei entsprechenden Angaben auf diese Quelle beriefen. Ich habe die Widersprüche in einem im Nachrichtenblatt »Denk mit!« veröffentlichten Briefwechsel mit dem Präsidenten des Internationalen Roten Kreuzes vergeblich zu klären versucht (Folge 1-2/78; Denk-mit-Verlag, Elsa-Brandström-Str. 1, 8500 Nürnberg). Man behandelte meine konkret gefaßten Fragen ausweichend.

Doch wie dem auch sei: Zahlen sind in diesem Zusammenhang unerheblich, weil es nicht darauf ankommen kann, wie viele Tote das jüdische Volk aufgrund des 2. Weltkrieges zu beklagen hat. Die Zahl dürfte auf jeden Fall weit unter dem Blutopfer aller anderen Völker - insbesondere unseres eigenen deutschen Volkes - liegen. Entscheidend ist allein, ob oder in welchem Umfang Juden Opfer planmäßiger Massenmorde von deutscher Seite wurden, weil das der eigentliche Inhalt des Holocaust-Vorwurfs ist. Hierüber vermögen jedoch pauschale Totenzahlen - wie hoch sie auch immer sind- nichts auszusagen. Wir können daher die weitere Behauptung von Suzman/Diamond, Harwood habe sich ebenso wie der von ihm als Quelle herangezogene Rassinier gefälschter Statistiken bedient (aaO. S. 78), als nebensächlich übergehen.

Unseriöse Unterstellungen

Ein Eigentor haben Suzman/Diamond mit dem Hinweis geschossen, Harwood habe aus dem Buch der Margarete Buber-Neumann »Als Gefangene bei Hitler und Stalin«, unvollständig zitiert, indem er alle Aussagen der Autorin über die im KL Ravensbrück durchgeführten Tötungen in »Gaskammern« unterschlagen habe. Hier unterschlagen Harwoods Kritiker ihrerseits die ihnen sicher nicht unbekannte Dokumentation über die Tätigkeit des Internationalen Roten Kreuzes zugunsten der in den deutschen KL inhaftierten Zivilpersonen (1939-1945)«. Sie enthält nämlich u. a. den Bericht eines im April 1945 nach Ravensbrück entsandten Delegierten dieser Organisation, der dort keine »Gaskammer« entdecken konnte und sich im übrigen geradezu überschwenglich über die vorbildlichen Lagereinrichtungen äußerte (aaO. S. 114-115). Seine Behauptung, er habe allerdings später - im Mai 1945 eine ehemalige Häftlingsfrau getroffen, nach deren Angaben sich "das Krematorium und die Gaskammer" unter einem "großen Platz« im Lager befunden hätten, ist nicht ernst zu nehmen und zweifellos eine Konzession an den damaligen Zeitgeist. Ich habe diese wichtige Dokumentation, die für eine gerechte Beurteilung des deutschen Konzentrationslagerwesens unentbehrlich ist, bereits ausführlich in der Zeitschrift "Mensch und Maß« (Verlag Hohe Warte, 8121 Pähl/Obb.), Folge 22/1975, behandelt. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auch auf die Feststellung des derzeitigen Leiters des Instituts für Zeitgeschichte, Prof. Martin Broszat aus dem Jahre 1960, derzufolge es "nirgends im Altreich« Massenvergasungen von Juden gab (vgl. »Der Auschwitz-Mythos«. S. 6 und S. 377-378. Anm. 10 zum ersten Kapitel).

Daß auch »Vergasungen« in den besetzten Ostgebieten - insbesondere in Auschwitz -mindestens zweifelhaft sind, habe ich in meinem Buch »Der Auschwitz-Mythos« aufgrund eingehender Prüfung der Quellenlage dargelegt. Die gegenteiligen Behauptungen eines gewissen Colin Cross in seiner Hitler-Biographie, die Harwood nach Ansicht von Suzman/Diamond nicht hätte übergehen dürfen, ändern daran nichts, weil es sich eben nur- wie üblich - um unbegründete Behauptungen dieses Autors handelt. Überhaupt mutet der Harwood von Suzman/Diamond gemachte Vorwurf, er zitiere nur »selektiv«, eigenartig an. Denn schließlich verfahren sie in ihrer Abhandlung nicht anders. Jeder, der Geschichte zu schreiben versucht, setzt sich im Grunde diesem Vorwurf aus, wenn er aus bestimmten Quellenwerken Passagen zitiert, die seine eigenen Thesen zu stützen geeignet sind. Doch erscheint mir dies unerheblich, wenn die zitierte Aussage dadurch nicht entstellt oder gar in ihr Gegenteil verkehrt wird. Niemand ist verpflichtet, sich mit dem Gesamtinhalt eines bestimmten, von ihm benutzten Werkes zu identifizieren. Mit vorsätzlicher Fälschung oder »Verdrehung« von Tatsachen hat ein derartiges Verfahren also im allgemeinen nichts zu tun. Harwood dies ohne weiteres zu unterstellen, wie Suzman/Diamond es tun, ist daher gänzlich abwegig, um nicht zu sagen unseriös.

Die wortreichen Bemühungen von Suzman/Diamond, Harwoods Hinweise auf die im Rahmen der Greuelpropaganda benutzten Bildfälschungen ins Zwielicht zu ziehen, können übergangen werden, da sie die von Harwood hierzu mitgeteilten Tatsachen einfach ignorieren (aaO. S. 9). Dies ist zweifellos die einfachste Methode, einen unbestreitbaren Sachverhalt zu »entkräften«. Wenn Suzman/Diamond in diesem Zusammenhang den Eindruck zu erwecken versuchen, alle in den Nürnberger Prozessen und im Eichmann-Prozeß zu Beweiszwecken verwandten Fotos und Filme seien authentisch gewesen, so ist das mit Naivität kaum noch zu erklären.

Ähnlich unwissenschaftlich wird argumentiert, wenn Suzman/Diamond bestimmte Revisionisten, auf deren Forschungsergebnisse Harwood sich bezieht, schlicht als "durchweg verdächtig" bezeichnen und sie persönlich diskreditieren. So spielen Suzman/Diamond z. B. die Bedeutung Rassiniers dadurch herunter, daß sie der Wahrheit zuwider behaupten, er habe Gemeinsame Sache mit den Neo-Nazis gemachte, wozu Rassinier als ehemaliger KL-Häftling und französischer Sozialist nun gewiß keinen Anlaß hatte. Der berühmte amerikanische Revisionist Prof. Harry Elmer Barnes ist für Suzman/ Diamond nur "ein gewisser Harry Elmer Barnes«, der sich als »Übersetzer von Rassinier und ähnlichen Autoren« betätigt habe. Sie enthalten sich dabei jeglichen Hinweises auf die akademische Stellung und die Bedeutung dieses hervorragenden Wissenschaftlers als Historiker (aaO. S. 9-10).

Nürnberg- historisch irrelevant

Erscheint schon diese »Auseinandersetzung« mit einigen, jedoch bei weitem nicht allen Argumenten Harwoods höchst unvollkommen und abwegig, so kann man nur noch den Kopf schütteln, wenn man im folgenden Teil der Abhandlung liest, welche »Tatsachen« Suzman/Diamond ihrerseits dafür anführen, daß angeblich sechs Millionen Juden auf Befehl Hitlers planmäßig ausgerottet worden sind. Es handelt sich kurz zusammengefaßt um die folgenden:

  1. Eine im britischen Unter- und Oberhaus am 17. Dezember 1942 abgegebene gemeinsame Erklärung der Alliierten über »die grausame und unmenschliche Behandlung der Juden in den von Deutschland besetzten Ländern Europas«, die zweifellos aus zionistischen Quellen schöpfte und im übrigen nichts weiter als ein Teil der Kriegspropaganda gegen das Dritte Reich war. Vgl. hierzu Butz, Der Jahrhundert-Betrug, S. 96-97.
  2. Die sog. Nürnberger Prozesse, nämlich das Verfahren vor dem Internationalen Militär-Tribunal gegen die »Hauptkriegsverbrecher« sowie die 12 Nachfolgeprozesse vor dem US-Militärgerichtshof.
  3. Der Jerusalemer Eichmann-Prozeß.
  4. Die Tatsache der deutschen »Wiedergutmachung« mit der zugrundeliegenden Erklärung des einstigen Bundeskanzlers Konrad Adenauer vom 27. September 1951, derzufolge "im Namen des deutschen Volkes . . . unsagbare - Verbrechen" an den Juden begangen worden sind.
  5. Die "zeitgeschichtliche Forschung", wobei die Namen so "namhafter Zeitgeschichtler" wie Hugh Trevor-Roper, John Toland, Karl Dietrich Bracher, William Carr, Marshall Dill jr. und A. J. P. Taylor mit einigen sehr pauschal gehaltenen Zitaten besonders hervorgehoben werden.

Es wäre müßig, auf diese "Beweise" ausführlicher einzugehen, zumal das auch nicht der Zweck dieser Untersuchung ist. Nur einige kurze Bemerkungen zu den erwähnten Schauprozessen der Sieger seien mir gestattet, weil deren "Ergebnisse" so gut wie ausschließlich auch die Grundlage des Geschichtsbildes sind, das uns die "namhaften Zeitgeschichtler« - und nicht nur sie! - gezeichnet haben.

Wer möchte wohl im Ernst behaupten, daß auch nur ein Funken historischer Wahrheit in Prozessen zutage kommt, deren Prozeßordnung von den Siegern ad hoc gestaltet wurde, die auf der Grundlage rückwirkender Gesetze geführt wurden, bei denen Richter wie Ankläger ausschließlich Angehörige der Siegernationen waren, deren sachverhaltsmäßiges Ergebnis erkennbar von vornherein feststand, die demzufolge mit gefälschten oder einseitig ausgewählten Dokumenten sowie ebenso einseitig ausgewählten Zeugen geführt wurden, in denen nicht willfährige Zeugen und sogar die Angeklagten psychologisch beeinflußt, bedroht und sogar gefoltert wurden und in denen nicht zuletzt die Verteidigung der Angeklagten in Vielfältigster Weise erschwert und behindert wurde! Das alles sind heute unbestreitbare Tatsachen, für die es zahlreiche Belege gibt. Hinzu kommt, daß selbst noch so korrekt geführte Strafprozesse aus den verschiedensten Gründen grundsätzlich keine historische Relevanz haben können. Ich habe mich mit diesem Problem im 4. Kapitel meines Buches »Der Auschwitz-Prozeß« ausführlich beschäftigt und kann deshalb hier darauf verweisen.

Gleichwohl hat sich die offizielle "zeitgeschichtliche Forschung", da sie nun einmal der von den Siegern angeordneten »Umerziehung« zu dienen hat, im wesentlichen darauf beschränkt, die »Ergebnisse« jener Prozesse und die zugrundeliegenden "Beweise" kunstgerecht aufzubereiten, ohne selbst wesentliche neue Quellen erschlossen zu haben. Die Zeitgeschichtler haben die Prozeßergebnisse also sozusagen nur mit einem wissenschaftlichen Mäntelchen versehen, dessen Fadenscheinigkeit immer deutlicher zutage tritt. Im übrigen haben sie - wie der britische Historiker David Irving ironisch bemerkte - einer vom anderen abgeschrieben. Sie haben sich dabei nicht einmal die Mühe gemacht, die in Nürnberg verwendeten Originaldokumente zu prüfen, sondern sich im allgemeinen mit höchst fragwürdigen Kopien oder Abschriften zufriedengegeben. Das geht jedenfalls aus einem Schreiben des Bundesarchivs Koblenz an mich hervor, dessen Anlaß meine - leider vergeblichen - Nachforschungen nach gewissen Originaldokumenten im Rahmen der Vorarbeiten für mein Buch »Der Auschwitz-Mythos« waren. Der revisionistische Historiker Udo Walendy machte übrigens schon früher ähnliche Erfahrungen (vgl. seine Broschüre "Die ethoden der Umerziehung", S. 34 - 36).

Nichtswürdiger Zeuge Speer

Ganz zum Schluß warten Suzman/Diamond noch mit einem Dokument auf, das sie offenbar für besonders durchschlagend halten. Es ist eine am 15. Juni 1977 unterzeichnete eidesstattliche Versicherung des einstigen Hitler-Architekten und Rüstungsministers Albert Speer, der sich nach seiner Entlassung aus der Spandauer Gefängnishaft auch schon in anderer Weise zum nichtswürdigen Handlanger der Feinde Deutschlands herabwürdigte.

An und für sich wäre diese Erklärung Speers keiner besonderen Erwähnung wert, da sie inhaltlich zur Frage der angeblichen Judenvernichtung kaum etwas Neues bringt. Neu ist meines Wissens nur Speers abschließendes »Bekenntnis«, er sehe seine eigene »Hauptschuld« immer noch "in der Billigung der Judenverfolgungen und der Morde an Millionen von ihnen«. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, daß er sich schon früher einmal zu einer ähnlich servilen Äußerung hätte hinreißen lassen. Interessant ist dieses Dokument jedoch hinsichtlich seiner Vorgeschichte, die Suzman/Diamond natürlich verschweigen. Offensichtlich stammt dieses Dokument auch nicht von Speers eigener Hand. Eine mir vorliegende Kopie der Urkunde zeigt, daß das Original auf einer ausländischen Schreibmaschine geschrieben wurde. Statt der Typen ä, ö und ü werden nämlich durchgehend die Buchstaben ae, oe und ue verwendet. Das Dokument wurde Speer wahrscheinlich vom Südafrikanischen Generalkonsulat in München fix und fertig zur Unterschrift vorgelegt. Dafür spricht auch sein in englischer Sprache verfaßter Nachsatz, demzufolge der Unterzeichner (also Speer) erklärt, daß er "den Inhalt dieser eidesstattlichen Erklärung kennt und versteht« ( . . . has acknowledged that he knows and understands the contents of this affidavit, ...).

Vorausgegangen war, daß Denis Diamond, der Mitverfasser der hier besprochenen Harwood-Kritik, Speer zuvor um die Abgabe einer entsprechenden Erklärung ersucht hatte. Speer hatte diese offenbar auch geliefert, doch genügte sie anscheinend dem South African Jewish Board of Deputies nicht. Das alles ergibt ein persönliches Schreiben Speers vom 6. Mai 1977 an Mr. Diamond, von dem mir gleichfalls eine Fotokopie vorliegt, die mir von zuverlässiger Seite zur Verfügung gestellt wurde. Dieses Schreiben ist es wert, hier im Wortlaut veröffentlicht zu werden. Es lautet:

»Dear Mr. Diamond,

natürlich ist dieses Pamphlet (gemeint ist die Harwood Broschüre; d. Verf.), das Sie mir zusandten, von vorn bis hinten voller Unzuverlässigkeiten und Lügen. Es gibt auch Radikalisten wie dem Anwalt Roeder (der unterdessen seine Anwaltstätigkeit nicht mehr ausüben darf), weiten Raum mit seinen verrückten Bemerkungen. Es wäre nicht so schlimm, aber unterdessen hat, wie Sie sicher auch in Time Magazine vom 2. Mai 1977 gelesen haben, David Irving ähnliche Behauptungen aufgestellt. Er hat allerdings in England nicht gerade einen guten Ruf.

Ich habe einen Versuch einer Darstellung gemacht. Wie Sie sehen werden, kann ich leider nicht als das ›missing link‹ dienen. Ich würde in der heutigen Lage, etwas darum geben, wenn ich klar sagen könnte, daß Hitler in meiner Gegenwart die Anordnung zur Tötung der Juden gab. Auch kann ich nicht in direkter Weise bezeugen, wieviel Juden getötet worden sind. Ich vermute allerdings auch, daß die Zahl von sechs Millionen nicht ganz zutreffend sein kann.

Übrigens hat, soviel ich mich erinnere, Schirach den Inhalt der Rede Himmlers vor den Gauleitern in seinen Memoiren erneut bestätigt.

Schreiben Sie mir bitte, ob Sie noch irgendwelche Anregungen haben.

Yours sincerely

gez. Albert Speer«

Die von Speer später unterzeichnete und jetzt von Suzman/Diamond präsentierte eidesstattliche Erklärung wurde offensichtlich erst nach diesem Schreiben »produziert«. Speer war- wie sein Schreiben zeigt durchaus bereit, alles zu unterschreiben, was man ihm vorlegte, oder - wie er es ausdrückte - "irgendwelche Anregungen" zu befolgen. Würdeloser geht es nicht! Suzman/Diamonds Hauptbeweisstück aber erweist sich damit als ein von fremder Hand frisiertes Machwerk, das man getrost vergessen kann.

Holocaust-Hysteriker

Wenden wir uns nun der bereits erwähnten Arbeit von Weilers »Die Zahl der Opfer der ›Endlösung‹ und der Korherr-Bericht« zu. War schon das, was Suzman/ Diamond gegen den in der Harwood-Broschüre kurz zusammengefaßten Holocaust-Revisionismus vorzubringen in der Lage waren, höchst dürftig und unvollkommen, so macht Weilers es sich noch leichter. Er tut so, als ob es in der revisionistischen Literatur lediglich um die Zahl der angeblich ermordeten Juden gehe. Das Ziel dieser Literatur - so verkündet er - sei es, "den Beweis zu erbringen, daß die sechs Millionen jüdischen Opfer Verleumdungen sind, die das ›Weltjudentum‹ und die in seinen Diensten Stehenden aus der Luft gegriffen -haben" (aaO. S. 23). Den »Grundstein« hierfür habe der Franzose Paul Rassinier gelegt. Zur Widerlegung dieser Neonazistischen Propaganda« genüge daher der Beweis, daß der »Wahrheitsgehalt« von Rassiniers Werk "null und nichtig" sei (aaO. S. 23).

Die hier betriebene Gleichsetzung des Holocaust-Revisionismus mit "neonazistischer Propaganda" ist typisch für die Anti-Revisionisten. So gut wie alle Gegner des Revisionismus bedienen sich dieser Vokabel. Sie soll erkennbar dazu dienen, die Revisionisten von vornherein unglaubwürdig zu machen, indem man ihnen politische Ziele unterstellt. Vielfach ist damit eine gewisse Kriminalisierung verbunden, wie auch der Verfasser dieser Studie schon persönlich erfahren mußte. Die zunehmende Hysterie der Holocaust-Vertreter, die mit Recht in der Verbreitung der revisionistischen Forschungsergebnisse eine konkrete Gefahr für ihre bislang unbewiesenen Thesen sehen, hat in jüngster Zeit sogar zu der grotesken Erscheinung geführt, daß schon das bloße Bestreiten der behaupteten Judenvernichtungen als »Beleidigung« jedes einzelnen Juden, ja sogar jüdischer Mischlinge (!) angesehen und entsprechend abgeurteilt wird (BGH-Urteil VI ZR 140/78 vom 18. 9. 1979; vgl. »Die Welt« vom 31. Oktober 1979). Es gibt Anhaltspunkte dafür, daß dieses unverständliche Verhalten der deutschen Justiz auf entsprechenden Druck der an der Aufrechterhaltung der Holocaust-Legende interessierten zionistischen Kreise zurückgeht.

Tatsächlich aber geht es den Revisionisten - wie jüngst der französische Revisionist Prof. Robert Faurisson in einem Interview mit der italienischen Zeitschrift ›Storia Illustrata‹ unmißverständlich feststellte - bei der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse in keiner Weise um Politik, sondern allein um die historische Wahrheit, und zwar in diesem Zusammenhang vor allem um die Frage, ob der »Holocaust« überhaupt stattgefunden hat. Die Zahl der während des 2. Weltkrieges aus den verschiedensten Gründen umgekommenen Juden spielt dabei für sie entgegen Wellers' Meinung im allgemeinen nur eine untergeordnete Rolle. So hat z. B. Rassinier sich nur in einem seiner fünf Bücher, nämlich in »Das Drama der Juden Europas«, ausführlicher mit den möglichen Verlusten der Juden im 2. Weltkrieg beschäftigt, die er auf höchstens 1,5 Millionen beziffert.

Wellers irrt auch in der Annahme, es genüge, Rassinier zu widerlegen. In den letzten Jahren sind nämlich insbesondere durch den Amerikaner Butz und den Franzosen Faurisson Rassiniers Argumente um einige sehr wesentliche Gesichtspunkte erweitert worden. Der Holocaust-Revisionismus könnte also selbst dann noch lange nicht als "null und nichtig" angesehen werden, wenn es Wellers mit seiner Arbeit tatsächlich geschafft hätte, Rassiniers Gesamtwerk zu widerlegen oder auch nur - worauf er sich ja beschränkt - die Sechs-Millionen Zahl einwandfreier als bisher zu belegen. Doch davon ist er weit entfernt!

Wellers' Methode der "Auseinandersetzung" mit Rassinier besteht darin, die von Rassinier zur Feststellung der jüdischen Verlustzahlen herangezogenen Statistiken als falsch oder unzutreffend interpretiert hinzustellen, während er für sein eigenes Zahlenmaterial selbstverständlich äußerste Zuverlässigkeit in Anspruch nimmt. Das geht bei ihm so weit, daß er die angebliche Zahl der toten und überlebenden Juden bis auf die Zehnerstellen genau anzugeben weiß: »von 5 094 644 Personen sind 4 806 457, d. h. 94,3% umgekommen!« Damit ist allerdings - so Wellers - noch Keineswegs die Gesamtzahl der Opfer erfaßte (aaO. S. 39). Es bleibt also bei den sechs Millionen!

Wer schimpft, hat unrecht

Daß Rassinier, ebenso wie andere Revisionisten, von Wellers nebenher an zahlreichen Stellen seiner Abhandlung maßlos beschimpft und diffamiert wird, macht dessen Darlegungen nicht überzeugender. Die von Wellers behauptete "Borniertheit all derer vom Schlage Rassiniers" und ihre seiner Meinung nach "grotesken Hirngespinste" (aaO. S. 26) hätten wohl kaum eine so weitschweifige Entgegnung erfordert. Und wenn Wellers im Hinblick auf die Berechnungen Rassiniers meint, das alles entstehe "aus den Wahnvorstellungen eines Mannes, der an seinem Haß und seiner Dummheit, auf denen seine Spekulationen allein beruhen, erstickt" (aaO. S. 35), so richtet er sich damit im Grunde selbst. Wer so unflätig schimpft, muß es bitter nötig haben!

Wenn somit auch Art und Ton der Wellers'schen Untersuchung eine ausführliche Analyse an und für sich überflüssig erscheinen lassen, so sind doch einige Bemerkungen über die Grundlagen der »Beweisführung« dieses Holocaust-Apostels angebracht. Sie führen uns nämlich wieder einmal vor Augen, wie sehr die Holocaust-Legende von unbewiesenen und unbeweisbaren Unterstellungen abhängig ist.

Wellers' Berechnungsgrundlage ist der sog. Korherr-Bericht, dessen Zahlenwerk richtig oder falsch sein mag, der jedoch - und das ist wichtig - kein Wort über die behaupteten Massenmorde an Juden enthält. Es handelt sich bei diesem Bericht vielmehr um eine statistische Erfassung aller europäischen Juden zum Stichtag 31.Dezember 1942, die in einer angeblich für Hitler bestimmten Kurzfassung noch bis zum 31.März 1943 fortgeführt wurde. Unter anderem wird darin die Zahl der aus dem Reich und weiteren europäischen Ländern in den Osten »evakuierten« Juden mitgeteilt. Wellers setzt nun den Begriff »evakuiert« mit »getötet« gleich. Das ist sein Ausgangspunkt. Beim Versuch, diese absurde Gleichung wenigstens andeutungsweise zu beweisen, widerspricht er sich allerdings selbst. Er beruft sich hierzu darauf, daß Himmler nach einer ersten Vorlage des Berichts verlangt habe, es dürfe an keiner Stelle von "Sonderbehandlung der Juden" gesprochen werden. Auf Seite 10 des ursprünglichen Korherr-Berichts habe nämlich der Satz gestanden: "Evakuierungen insgesamt einschl. Theresienstadt und einschließt. Sonderbehandlung... 1 873 593". Wellers folgert daraus, daß die "Sonderbehandlung der Juden" eine »so ungeheuerliche Sache« gewesen sei, daß sie »sorgsam mit dem Begriff ›Evakuierung‹ vertuscht werden« mußte (aaO. S. 26). Er merkt anscheinend gar nicht, daß gerade der von ihm selbst zitierte Satz "Evakuierungen... einschl. Sonderbehandlung" auf eine unterschiedliche Bedeutung dieser beiden Begriffe hinweist. "Sonderbehandlung" war hiernach offensichtlich eine Teilmaßnahme im Rahmen der Judenevakuierung nach dem Osten, nicht aber die »Evakuierung« selbst. Abgesehen hiervon gibt es aber auch keinen Anhaltspunkt dafür, daß der Begriff »Sonderbehandlung« in diesem Zusammenhang mit »Töten« gleichzusetzen war, was Wellers ohne weiteres unterstellt. Dieser Begriff hatte seinerzeit die verschiedensten Bedeutungen (vgl. »Der Auschwitz-Mythos«, S. 66-67). Möglicherweise handelte es sich hier um solche Juden, die zunächst für die Rüstungsindustrie der jeweiligen Evakuierungsgebiete erfaßt und deshalb nicht unmittelbar in die Ostgebiete evakuiert wurden. Solche Vorzugsjuden waren sehr zahlreich. Ihre Zurückhaltung für die Zwecke der Rüstungswirtschaft der jeweiligen Länder widersprach daher in gewisser Weise der Forderung, die europäischen Gebiete möglichst »judenfrei« zu machen. Sie war also gewissermaßen ein Schönheitsfehler der offiziellen Judenpolitik, was vielleicht erklärt, daß Himmler den Ausdruck "Sonderbehandlung" in dem für Hitler bestimmten Bericht nicht zu sehen wünschte.

Übrigens hat der Verfasser des Berichts, Dr. Richard Korherr, in einer Zuschrift an das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Nr. 31 vom 25. Juli 1977, S. 12) zur Bedeutung des in diesem Bericht verwendeten Ausdrucks "Sonderbehandlung" folgendes erklärt:

»Die Angabe,... daß über eine Million Juden in den Lagern des Generalgouvernements und Wartbegaus durch Sonderbehandlung gestorben seien, ist ebenfalls unzutreffend. Ich muß gegen das Wort ›gestorben‹ in diesem Zusammenhang protestieren. Es war gerade das Wort ›Sonderbehandlung‹, das mich zur telefonischen Rückfrage beim RSHA veranlaßte, was dieses Wort zu bedeuten habe. Ich bekam die Antwort, es handele sich um Juden, die im Bezirk Lublin angesiedelt würden.«

Im Bezirk Lublin gab es bekanntlich - wie in der Auschwitz-Region - große Betriebe der Kriegswirtschaft, die auch zahlreiche Juden als Arbeiter beschäftigten.

Revisionismus nicht mehr totzuschweigen

Bei seiner »Vervollständigung« des Korherr-Berichts durch Statistiken über Deportiertenzahlen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Ungarn stellt Wellers ebenfalls ohne weiteres die Gleichung "Deportierte = Tote" auf. Hier macht er sich nicht einmal mehr die Mühe, das zu "beweisen".

Nach weiteren komplizierten Berechnungen auf der Grundlage sowjetischer Statistiken, die Wellers als richtig unterstellt, kommt er zu der Feststellung, daß 1945 »fast die Hälfte der sowjetischen Juden« fehlte (aaO. S. 33). Dieses Defizit lastet er natürlich der deutschen Seite ebenfalls an. Das aber dürfte wohl selbst dann fragwürdig sein, wenn Wellers' Zahlenwerk stimmen würde, was mir keineswegs sicher zu sein scheint. Wellers' Versicherung, daß es sich dabei "nicht um ›evakuierte‹ oder deportierte, auch nicht um emigrierte Juden" (aaO. S. 33) handelte, ist eine weitere unbewiesene Behauptung. Wellers scheint im übrigen hier wieder vergessen zu haben, daß »evakuierte« bzw. »deportierte« Juden nach seinen früheren Behauptungen ja auch "tote Juden" waren.

Die Abhandlung von Wellers ist offensichtlich typische »Chuzpe«. Er arbeitet nicht nur mit fragwürdigen Zahlen und willkürlichen Begriffsinterpretationen. Er unterschlägt auch alle längst bekannten Tatsachen, die nicht in das von ihm gezeichnete Bild passen. Jüdische Fluchtbewegungen während des Krieges, Pogrome der Ostvölker - sogar noch nach dem Zusammenbruch des Reichs - oder die erhebliche Rückwanderung der Juden aus dem Osten seit Kriegsende (vgl. hierzu Butz, Der Jahrhundert-Betrug, S. 288 ff.) hat es für Wellers offenbar nie gegeben. Jedenfalls erwähnt er davon kein Wort. Er weiß auch nichts von der Feststellung des New Yorker Rabbiners Benjamin Schultz vor dem Untersuchungsausschuß des US-Repräsentantenhauses, wonach "während des Zweiten Weltkrieges 3,39 Millionen Juden auf sowjetischem Gebiet spurlos verschwunden" sind (»Die Welt« vom 25. September 1954). Insbesondere aber nimmt Wellers den Korherr-Bericht völlig zu Unrecht für seine »Beweisführung« in Anspruch, weil dieser eben nicht - wie Wellers seinen Lesern einreden möchte - eine Statistik der ermordeten Juden Europas war.

Trotz allem sind die Arbeiten von Suzman/Diamond und Wellers zu begrüßen. Zeigen sie doch, daß man auf jüdischer Seite den Revisionismus endlich ernst zu nehmen beginnt, weil er sich nicht mehr totschweigen läßt. Schon das kann als Erfolg der beharrlichen Arbeit der Revisionisten gelten.


Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 28(2) (1980), S. 9-16

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