Fälschung bei Anti-Wehrmachtsausstellung

Ein Lehrstück für bewußte Manipulation

Dr. Heinrich Wendig 


Was Kritiker der skandalösen Ausstellung »Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944« des (zumindest früheren) Kommunisten und SDSlers Hannes Heer schon immer vermuteten, ist durch die Veröffentlichung »Warnung vor ›Bild 26‹« in Focus (Nr.16, 14. 4. 1997, S. 42-45) überzeugend nachgewiesen worden: Heer hat - offenbar bewußt - manipuliert und selbst vor - mindestens - einer üblen Bildfälschung nicht zurückgeschreckt. Der wissenschaftlich durch keinerlei Examen oder sonstige Leistung ausgewiesene, dafür aber einschlägig vorbestrafte Heer hat damit nicht nur jeden Anspruch auf ›Wissenschaftlichkeit‹ seiner Ausstellung verloren, sondern sich in die Reihe der überführten Greuelpropagandisten gegen Deutsche eingereiht.
Das betreffende Bild von der Stellwand und aus dem Katalogkapitel »Weißrußland. Drei Jahre Besatzung 1941 bis 1944« zeigt teilweise entkleidete Männer vor einem Fluß und tragt die Bildzeile »Juden werden exekutiert«. Nach Heer ist es »eines der bekanntesten Bilder des Holocaust außerhalb der Vernichtungslager.«
Die Nachforschungen der Focus-Mitarbeiter Markus Krischer und Robert Vernier ergaben jedoch folgendes: Das Bild findet sich - zusammen mit einer weiteren ähnlichen Szene - auf Seite 149 in dem im November 1941 als Werbeschrift der Zivilverwaltung des Generalgouvernements von Helmut Gauweiler, Onkel des Münchener CSU-Bezirksvorsitzenden Peter Gauweiler, herausgegebenen Bildband Deutsches Vorfeld im Osten. Zur Abbildung heißt es dort: »Wahrscheinlich zum ersten Male in ihrem Leben ist diese jüdische Mannschaft zum Baden angetreten, und, wie man sieht, scheint ihr dieses Bad nicht allzu schlecht bekommen zu sein.«
Der mit mehreren Büchern zur NS-Bewältigung hervorgetretene Journalist Ernst Klee fand auf der Suche nach entsprechenden Bildern einen unscharf reproduzierten Ausschnitt des Bildes ohne jede Beschriftung in einer Fotomappe der für NS-Verbrechen zuständigen Abteilung des Landeskriminalamtes (LKA) Baden-Württemberg in Stuttgart. Er brachte einen etwas kleineren Ausschnitt auf Seite 77 seines Buches Schöne Zeiten - Judenmord aus der Sicht der Täter und Gaffer (S. Fischer Verlag, Frankfurt 1988) im Zusammenhang mit der Ermordung von Juden durch SS-Einsatzkommandos im Osten und erfand dazu - wie er auch offen zugab - die Unterschrift »Juden müssen sich vor ihrer Ermordung entkleiden.« Mitherausgeber dieser ›Dokumentation‹ war der damalige Staatsanwalt bei der Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen Willi Dreßen.
1992 wies der bayerische Schrift- und Fotogutachter Alfred Streim die Ludwigsburger Behörde auf das Originalbild hin, was nur Dreßen schockierend gewesen sein soll und ihn veranlaßte, den Streimschen Brief in die entsprechende Bildmappe mit einer ausdrücklichen schriftlichen Warnung vor dem Bild zu legen.
Auf Brief und Warnung muß Heer gestoßen sein, als er diese Mappe für seine Ausstellung auswertete und ihr das Bild entnahm - er bringt einen größeren Ausschnitt als in dem Kleeschen Buch! Der marxistische ›Historiker‹ Heer gab dann dem Bild in seiner Ausstellung - trotz offensichtlicher Kenntnis der wahren Zusammenhänge - die oben genannte Unterschrift, wobei er der Fälschung Klees noch einen draufsetzte: Aus Polen wurde einfach Weißrußland gemacht, und aus Klees unberechtigtem Vorwurf gegen die SS wurde nun ein »Verbrechen der Wehrmacht«, was selbst für Dreßen, mittlerweile Leiter der Ludwigsburger Zentralstelle, »völliger Unsinn« ist.
Heer, daraufhin angesprochen, konnte statt Argumenten nur vorbringen: »Es geht hier um Juden, die sich ausziehen müssen. Und jeder Historiker weiß, was dann kommt.«
Aber das ist eben falsch, und der Focus bringt auch den Hinweis, daß in der Literatur durchaus, etwa in Bernard Goldsteins Memoiren Die Sterne sind Zeugen, gefilmte Badeszenen beschrieben sind, zu denen Juden in den Gettos aus hygienischen Gründen und zur Vermeidung von Epidemien von Deutschen gezwungen wurden.
Es sei »absurd«, solche Bilder als Beweis nur Verbrechen der Wehrmacht zu nehmen. Aber offenbar ist man im privaten Hamburger sogenannten ›Institut für Sozialforschung‹ in Beweisnot und muß auf solche Bilder zurückgreifen.
Derart in die Ende getrieben, erklärte Heer zu Focus: »Dann schreiben Sie halt, es ist eine Fälschung. Machen Sie, was Sie wollen.«
So einfach machen es sich die überführten Fälscher und wagen es trotzdem, diese Ausstellung noch weiter zu zeigen. Inzwischen ist sie nach München auch in der traditionsreichen Paulskirche in Frankfurt gewesen. Daß gerade während der stark umstrittenen Ausstellung die Glocke der Paulskirche abstürzte - wobei glücklicherweise keine Menschen zu Schaden kamen -, hielten viele für einen Wink des Schicksals.
Am 29. Mai wurde das Heersche Machwerk in Bremen eröffnet. Während in München sich breiter Protest gegen die Diffamierungskampagne äußern konnte, wurde in Bremen eine beantragte Demonstration in zwei Gerichtsinstanzen verboten, das Recht auf Äußerung einer anderen Meinung also gegen Geist und Buchstaben des Grundgesetzes einfach aufgehoben. Bezeichnenderweise sprach in Bremen der auch in der CDU umstrittene Politiker Michel Friedman zur Eröffnung, während in Frankfurt Ignatz Bubis die Ausstellung eingeleitet hatte, beide wichtige Mitglieder im Zentralrat der Juden in Deutschland. Beim Bundestag in Bonn und Berlin wie beim Museum für die Geschichte der Bundesrepublik in Bonn holten sich die Aussteller bisher Absagen: Irgendwie scheint noch eine Spur von Würde an diesen Orten vorhanden gewesen zu sein. Die Frage ist nur, ob das so bleibt.
Die Staatsanwaltschaft München I hat inzwischen mehrere gegen die Aussteller erstattete Strafanzeigen wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verleumdung eingestellt (Az.: 112 Js 10459/97). Die betreffenden Tatbestände seien bei gebotener enger Auslegung des Strafgesetzes nicht erfüllt. Ausdrücklich wird jedoch in der Begründung vermerkt, daß »der Inhalt der Ausstellung… mit Recht als einseitig empfunden werden kann.« Auch »hinsichtlich der Wissenschaftlichkeit der fraglichen Ausstellung« seien »erhebliche Bedenken anzumelden«, da »mit ernstzunehmender Begründung« der Vorwurf erhoben sei, »daß sich in der Ausstellung offenbar auch verfälschte Bilddokumente fanden«. Damit ist auch amtlich den Ausstellern jeder Anspruch auf Wissenschaftlichkeit abgesprochen, ihre Praxis historischer Fälschungen staatsanwaltlich bescheinigt worden.
Zu mehr können sich heutige deutsche Justizbehörden nicht durchringen, wenn es um Diffamierung Deutscher geht, wenn Deutschland nur weiter belastet werden kann. Und Behörden stellen solchen Geschichtsfälschern Räume zur Verfügung: ein Skandal, wie er nur in Deutschland möglich ist. Wer dagegen zu diesem oder einem ähnlichen Thema unbequeme Wahrheiten äußert, lauft Gefahr, sofort mit der ganzen Härte inzwischen eingeführter Sondergesetze bestraft zu werden, wie es in letzter Zeit einer Reihe von Verlegern, Buchhändlern und Verfassern erging: Auswirkungen der von der berüchtigten ›Frankfurter Schule‹ - dem Vorbild des Hamburger Instituts für Sozialforschung - bewirkten Perversion der Wirklichkeit.
Nach bisher 18 Ausstellungsorten in den letzten beiden Jahren hatten weitere 60 deutsche Städte Interesse für die Heerschen Manipulationen gezeigt (Welt 30. 5. 97). Aufklärender Widerstand, vor allem über die örtliche Presse, wächst erfreulich, so vor allem in Marburg für den Termin im September 1997. Da die Kriegsgeneration der Zeitzeugen langsam ausfällt, ist die Mitarbeit aller Verantwortungsbewußten erforderlich, um diesem üblen Anschlag auf das deutsche Ansehen auch jeweils vor Ort zu begegnen. Schon vor 30 Jahren schrieb der bedeutende Soziologe Arnold Gehlen: »Es ist Wahnsinn, sich in der Lüge einzurichten.«

»30. Oktober 1941, Gheto Nieswicz. 4500 Juden ermordet von der 8. Kompanie; (Ermittelt durch die Zentrale Stelle Ludwigsburg)«
Hannes Heer (Ausstellungskatalog, S. 18)

»Die Massenerschießungen wurden unter der Leitung der unbekannten Polizeiangehörigen durch die litauischen Hilfswilligen durchgeführt.«
Staatsanwaltschaft München I nach Abschluß der Ermittlungen über die Morde von Nieswicz


Quelle: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 45(2) (1997), S. 10f.

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