Deutschland
Schrift für neue Ordnung


INHALTSVERZEICHNIS 11/12-97

NACHRUF GENERALMAJOR O. E. REMER

VOLK-NATION-EINHEIT

DEUTSCHE AUSSERHALB UNSERER GRENZEN

ZEITGESCHEHEN

RECHT

WIRTSCHAFT

BÜCHER


VOLK - NATION - EINHEIT


Umerziehung Ost – Umerziehung West – Teil I

Ein Vergleich

Wolffsohns zynisch-intriganater Versuch, den Mitteldeutschen die Holocaust-Unschuld zu nehmen.

E. Baumgart

Selbstverständlich waren sich damals die „befreienden“ Sieger in ihrem Siegestaumel einig, daß die Deutschen umerzogen, natürlich jeweils in ihrem Sinne, versteht sich, gründlichst umerzogen werden müßten. Jeder der damaligen Alliierten hatte selbstredend seinen ideologischen Umerziehungs-Unsinn im Sinn – rachetriefend – rachelechzend –, jeder nach seinem Weltbild.

Und wenn man heute nun die Methoden und vor allem die Ergebnisse dieses Ungeheuerlichen vergleicht, wird man zu einem überraschenden Ergebnis kommen: Die Umerziehung in der DDR war wesentlich humaner als die der BRD!

Das klingt im ersten Moment zwar ebenso vermessen wie paradox: Die politische Erziehung unter der bolschewistisch-stalinistischen Diktatur und Menschenverachtung in ihrem Ergebnis wie Wesen menschenfreundlicher als die der Kreuzritter-Demokraten und „selbstlosen“ Menschenrechtler?

Das ist doch einfach verrückt !!!

Nein, nicht verrückt – sondern leider wirklich wahr – relativ wahr – bei „Licht“ besehen!

Ein Vergleich der beiderseitig zugrunde liegenden Maxime bringt es an den Tag. Die Richtschnur der Sowjets, auf eine kurze FormeI gebracht: Die Faschisten sind an allem schuld. Sie wurden bekämpft, geschlagen, das „faschistische Untier“ in seiner eigenen Höhle erschlagen, der Faschismus mit Stumpf und Stiel in der SBZ / DDR ausgerottet! Danach nun

– eo ipso – ist mithin: Das deutsche Volk, die Arbeiter– und Bauernklasse, die schaffende Intelligenz – frei von aller Schuld !

„Bau auf, bau auf, bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jugend, bau auf – für eine bessere Zukunft bauen wir die Heimat auf!“

Fürwahr – obwohl bolschewistisch/stalinistisch – noch durchaus im Rahmen europäischer Rechtsauffassung! Die Anweisung und Anleitung für die vom „Faschismus Befreiten“, im Sinne des Systems „Unschuldigen“: Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen! Darüber verheißungsvoll Stalins Segen: Die Hitler, sie kommen und gehen – aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt bestehen!

Dieser sowjetische Umerziehungsstil und -inhalt sollte und mußte seit der „Wiedervereinigung“ Konsequenzen haben. Eben weil er trotz allem zu „humanistisch“ war und ist.

Doch zunächst:

Kann man hierzu die reeducation der westlichen Wertegemeinschaft ebenfalls auf einen kurzen Nenner bringen? Nichts leichter als das – leider ...

Die reedukation – von Emigranten der ehemals Frankfurter Schule ausgearbeitet – war und ist ein Teil, ein sehr wichtiger Teil des Morgenthauplanes – und das sagt eigentlich fur Eingeweihte mehr als genug!

Jener Morgenthau und seine Gesinnungsgenossen hatten ja nichts weiter im Sinn als die Vernichtung Deutschlands als Staat und Volk.

Selbst im „Kleinen Lexikon der Büchergilde Gutenberg“ – einem wirklich antifaschistisch-linksdemokratisch „gutwilligen“ Verlag – kann man lesen: „Morgenthau, Henry (1891-1967), amerikanischer Finanzpolitiker, 1934 bis 1945 Finanzminister, Mitarbeiter Roosevelts, schuf Währungsplan und Weltwährungsbank, von ihm der Morgenthau-Plan, von Roosevelt und Churchill auf der Konferenz in Quebec 1944 unterzeichnet, sah die Entindustrialisierung Deutschlands, seine Umwandlung in ein Ackerland und Zwangsarbeit der Deutschen im Ausland vor.“ (Daß es, nach Verfasser und Unterzeichner desselben, 30 Millionen Deutsche zuviel gäbe, eine Zwangssterilisation der Deutschen vorgesehen war, was reeducation im Allgemeinen und Besonderen bedeutet, wird natürlich im Lexikon dieses „Bildungsverlages“ tunlichst verschwiegen.)

Bringen wir deshalb den Heimtücke-Plan auf einen Nenner:

Dem deutschen Volk die Seele, seine Kultur, sein geschichtliches Wissen, seine Sitte, seinen Anstand, sein Lebensrecht, seine Identität, seinen Lebensmut, sein Selbstbewusstsein, seine Würde zu nehmen (was heisst hier schon nehmen: zu rauben, auszutreiben, es in seiner Art und seinem Sein kurz und klein zu Tode zu vergewaltigen – frech und frei vor aller Völker Angesicht Völkermord zu betreiben – mit Hilfe heimischer Heloten, versteht sich –, dem deutschen Volk einen Selbsthaß sondergleichen systematisch einzuimpfen, ist Sinn und Zweck dieses Planes.

Nun klingt es wieder wie ein Witz der Weltgeschichte, daß wir erneut „Dank Stalin“ unmittelbar nach dem Kriege vor den physischen Vernichtungsabsichten der Morgenthau-Monster verschont blieben – weil der„Kalte Krieg“ dazwischen kam, der jederzeit in einen heißen umzuschlagen drohte – wodurch Deutsche als Kanonenfutter auf beiden Seiten interessant wurden – was in der Bildung der „Bundeswehr“ sowie der „Nationalen Volksarmee“ seinen Niederschlag fand.

Zum Glück für unser Volk kam es nicht zu einem Atomschlachtfeld Deutschland. Aber die reeducation, Teil des Morgenthauplanes, nahm in der BRD ihren verhängnisvollen Verlauf ... bis heute.

Nun passierte – wider Willen wohl aller „Befreier und Heloten“ –, der Fall der Mauer, und der Ruf „Das Volk sind wir – wir sind das Volk“ ertönte aus der DDR. Mit dem Zusammenbruch des Sowjetstaates UdSSR triumphierte materiell das kapitalistische über das kommunistische System.

Seit Verschwinden des Eisernen Vorhangs an der Elbe traf die Umerziehung West auf die Umerziehung Ost....

Die erfolgreich umerzogenen Glücks-Strauch-Ellbogen-Ritter fielen profitgeil über die realsozialistischen Lazarusse her.

Eine elementare Frage:

Wie würden die aus dem realsozialistischen Aussatz zur Feistdemokratie Erweckten seelisch/geistig reagieren, sobald sie die westliche Reedukation mit Beschlag belegte – jene Glaubensgewißheit: Wir Deutsche sind an allem schuld – mit unendlicher Schuld- und Sühnepflicht belastet –

einer unendlichen Beichte verhaftet, ohne jegliche Aussicht auf Vergebung wie Erlösung ! Werden sie, die Mitteldeutschen, mit den lang vermissten Bananen auch das Kainsmal widerspruchslos übernehmen ?

Man durfte gespannt sein...

Nun ja: Ein Drittel des wider Willen auch des „jüdischen Weltkongresses“ teilwiedervereinigten Deutschlands „ohne Kainsmal“ zu belassen sowie im Bewußtssein „frei von Schuld“, gar untilgbarer Schuld und unendlicher Bußpflicht zu sein – war natürlich für „Auserwählte“ ein ebenso unmöglicher wie höchst alarmierender Zustand. Schließlich weiß man ja, daß von der kleinsten Fäulnisstelle einer Frucht die gesamte Frucht, der „goldigste Apfel“ erfaßt werden kann, wie ebenso von einer Basis aktivgesunder Zellen die Gesundung eines erkrankten Organismus ausgehen könnte, ausgehen kann, ausgehen wird ..., mithin das intakt-schuldfreie Bewußtsein von 17 Millionen nicht ohne Ausstrahlung auf etwa 60 Millionen windelweich-bewußtseinsloser Canossa-Kriecher bleiben würde... wird.

Wenig erfreuliche Aussichten ... für eben andere als Jedermann.

Die Morgenthau-Methodisten fühlten sich gefordert. Wen wundert’s ? Ein – was sage ich – der Professor Dr. Michael Wolffsohn, trat in Aktion – und zwar – an Ort und Stelle – im „Ersten Gesprächsforum des Johann-Amos-Comenius-Club Sachsen“.

Vor über 500 Personen im Plenarsaal des Sächsischen Landtages, vor deren Mitgliedern, den Ministern und Staatssekretären der Staatsregierung, den Vertretern der Landeskirche, der Katholischen Kirche, der jüdischen Gemeinde Dresden, den Repräsentanten der sächsischen Industrie, des Handwerks, des Mittelstandes, der sächsischen Kommunen, des Beamtenbundes, des Sächsischen Lehrerverbandes, der Bildungswerke und der Parteien warf er ungeniert den ersten Stein – obwohl doch nur jener einen ersten werfen sollte, der sich frei von aller Schuld fühlt – wie ein früherer „Landsmann“ von ihm geraten haben soll ...

Doch zurück zum Thema: Sie alle waren gerufen – und alles, was Rang und Namen hat, kam, kam natürlich ... „natürlich“ ???????

Auszüge aus des „Erwählten“ Referat:

„Vergangenheitsbewältigung ist ein neuerdings gesamtdeutsches Schlüsselwort“ (die Betonung liegt neuerdings auf „gesamtdeutsch“). „Ich“ (so bekannte der deutsch/israelische Professor von der Bundeswehrhochschule München), „Ich verstehe Vergangenheitsbewältigung folgendermaßen: Sie umfaßt einen vollständigen Wandel der vorher geltenden und nun abgelehnten Wertvorstellungen. Vergangenheitsbewältigung bezieht sich vor allem auf die Bereiche Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Erziehung, Recht, Militär und Polizei.“

Prof. M. W. ist wirklich sehr offenherzig, er sagt nichts in Andeutungen oder gar durch die Blume: Was er anführt, läßt sich im Begriff „Identitätsvernichtung“ zusammenfassen. Morgenthau hätte es nicht deutlicher sagen können – dergleichen kann man aber auch schon bei Mose und seinesgleichen nachlesen.

Prof. W. läßt keinen Zweifel aufkommen:

„Vier ,W‘ gehören zur Vergangenheitsbewältigung: Wissen, Werten, Weinen und Wollen. Wissen, was geschah, das Werten der Taten als Untaten, das zumindest symbolische Weinen und viertens schließlich das Wollen als Voraussetzung für das Handeln.“

Man stelle sich einmal vor, wir – die Deutschen – würden die vier W des W. vertrauensblöd wirklich als Anleitung zum Handeln nehmen; wir wollten zunächst einmal kritisch und frei – vorurteilsfrei, nicht vogelfrei, sondern frei von Bedrohung durch einen § 175 – unser Wissen um und über das Offenkundige hinaus erweitern – denn nur wer strebend sich bemüht, den können wir erlösen !

Schließlich ist ja Skepsis der Schlüssel der Wissenschaft in der abendländischen Welt ... aber, wie es sich für Dogmatiker insbesondere aus dem Morgenland gehört, schreibt er von vornherein „tumben Nordländern“ vor:

„Die Taten der ins Visier zu nehmenden deutschen Taten als Untaten zu klassifizieren ... daß unter diesen Umständen nur symbolisches Weinen erwartet werden kann“, gesteht er uns ja großzügig zu – schließlich kommt es ihm und Gleichgesinnten auf das Wollen zum Handeln an:

„Bei der Vergangenheitsbewältigung, meine Damen und Herren“ (so nannte er taktvoll die „Maulaffenfeilhaltenden“) –, bei der „Vergangenheitsbewältigung in Deutschland ist die Judenpolitik ein zentraler Bestandteil. Nicht weil es nun gerade in der ehemaligen DDR so viele Juden gegeben hätte, sondern weil sich am Verhältnis zu der klassischen Minderheit gerade der europäisch-deutschen Geschichte die Positionierung des jeweiligen Interpreten erkennen lässt. Das ist die eigentliche Bedeutung der Judenpolitik.“

Aus diesem Satzmonster läßt besonders ein Wort aufleuchten Judenpolitik – meint er damit die Politik, die die Juden machen, oder eine Politik, die über Juden gemacht wird, oder meint er beides zusammen als Sammelbegriff? Wir werden noch darauf zurückkommen müssen.

Prof. W.: „Und im Zentrum der Judenpolitik steht natürlich die Frage, wie antifaschistisch war die DDR wirklich?“

Aber auch diese rhetorische Frage gibt uns über Wortsinn und Wortinhalt noch keine klare Auskunft, läßt aber Böses irgendwie und -wo erahnen.

Aber der Herr W. überläßt die Antwort natürlich nicht uns, unserer deutschen Positionierung – oh nein –, wo es sich um die Umwertung aller Werte handelt – die nun auch in der ehemaligen DDR in „Umerziehungsfeuerstellung“ gebracht werden soll, haben wir Deutschen, haben die Mitteldeutschen „Maulaffen feil zu halten“, basta !

In diesem Sinne, eo ipso – würde Karl Marx sagen –, hat Wolffsohn für die Deutschen vorgedacht und ein „dickes Buch“, wie er selber sagt, über die Judenpolitik der DDR geschrieben:

Die Deutschlandakte

Wahrhaftig, wenig zimperlich schon in der Titelwahl: Bei Akte denkt man doch unwillkürlich an Polizei und Gericht, nicht wahr. Und aus dieser „Deutschlandakte“ hat er seinen selektierten Zuhörern das Schlußkapitel vorgelesen. Man höre und staune noch mehr:

„Es beschäftigt sich mit der Frage, was bleibt, was bleibt vom Antifaschismus der DDR? Nichts bleibt, nichts bleibt vom Antifaschismus der DDR! Das vermeintlich gute Deutschland war auch judenpolitisch, also in der zentralen politisch-symbolischen Frage jeglicher Vergangenheitsbewältigung in Deutschland, alles andere als gut.

Und so neu, wie sich das ,Neue Deutschland‘ der DDR nannte, war es wirklich nicht. Auch in der Judenpolitik hat die DDR, wie alle kommunistischen Staaten, nur eines zu bieten, den totalen Bankrott, besonders im moralischen Sinn.

Das betrifft – und das ist ein ganz entscheidendes Mißverständnis, das viele meiner übelwollenden Kritiker mißverstanden haben oder mißverstehen wollten – das betrifft die Führungen der kommunistischen Staaten, aber nicht die Menschen. Nicht die Menschen in der ehemaligen DDR, also nicht Sie, meine Damen und Herren. Das sage ich nicht, um Ihr Wohlwollen zu erobern, sondern weil ich mich nicht zuletzt in der Deutschlandakte auf alle verfügbaren und vergleichbaren Umfragen gestützt habe. Anders als die öffentlichen Behauptungen stellt sich heraus, daß die Bürger der neuen Bundesländer in Bezug auf Antisemitismus und in Bezug auf rechtsextreme Positionen weniger, weniger anfällig sind als die Westdeutschen.

Nun könnte man sagen, also, siehst Du doch das Ergebnis der großartigen kommunistischen Erziehung.

Dies läßt sich, und insofern muß ich diejenigen, die auf diese Nostalgie hoffen, wieder enttäuschen, nicht belegen, weil alle Umfragen aus allen übrigen kommunistischen, früheren kommunistischen, Staaten belegen, daß dort der vermeintlich ,Neue Mensch‘ gerade in Bezug auf diese sensibelste Frage aller Bewältigungen, nämlich : – ,Wie hältst Du es mit den Juden?‘ – überhaupt nicht bewältigt worden ist.

Wir haben in den ehemaligen GUS-Staaten, in Polen, in den baltischen Staaten Antisemitismus-Indikatoren von bis zu 50%. In der ehemaligen DDR ist also, trotz einer klar erkennbaren antisemitischen Politik, die Meinung der Bevölkerung anders gewesen. Ich gebe Ihnen einige Belege. Manche werden mir sagen: Aber was willst Du, wir hatten doch jüdische Gemeinden, klein, aber fein? Ich antworte: Schauen Sie sich einmal die langen Namenslisten derer an, die auf das Gebiet der zunächst SBZ und dann DDR wollten und schauen Sie sich an, wieviele reinkommen durften. Und das ist eine Antwort dafür, warum diese jüdischen Gemeinden klein blieben, denn es wollten Tausende von ehemals deutschen Juden, die aus dem Gebiet der ehemaligen DDR stammten, hierher zurück, aber sie durften nicht. Das war eine Entscheidung, die jeweils die Partei zu fällen hatte, und in Bezug auf prominente Rückkehrwillige mußte darüber das Politbüro entscheiden ...“ (in dem nicht wenige Funktionäre jüdischer Abstammung saßen)

„ ... Aber, werden Sie mir sagen: Was machst Du mit Leuten wie Gysi, Markus Wolf. Ich antworte: Diese beiden haben ihr Judentum in dem Augenblick entdeckt und instrumentalisiert, als es politisch opportun gewesen ist. Weniger um die Sympathien der Menschen in den Neuen Bundesländern zu erobern, als vielmehr um internationale Anerkennung als wahrlich moralische Partei zu gewinnen. Eine Strategie, die Mitte der achtziger Jahre von der SED entwickelt und praktiziert wurde, weswegen auch Gregor Gysi nun plötzlich sich amerikanisch-jüdischen Delegationen – wörtlich – als ,Halbjude‘ vorstellte, in der Sprache der Nürnberger Gesetze. Nicht einmal die traditionellen antisemitischen Klischees werden Sie in den Diskussionen des Politbüros, des Ministerrates, von führenden Parteigremien, vermissen.“ (In denen stets Juden an maßgeblicher, tonangebender Stelle saßen, wie man aus beigefügter Namensliste ersehen kann)

„ ... Sie finden praktisch jedes Klischee, bis hin zur vermeintlichen ,Jüdischen Weltmacht‘ ... in den DDR-Protokollen, und ich kenne praktisch jedes.

In den fünfziger Jahren: Der Glaube an die Jüdische Weltmacht als die Speerspitze des internationalen Kapitalismus, und daher zu bekämpfen, und Mitte der achtziger Jahre die irrsinnige Vorstellung, daß der ,Rote Teppich‘ zum Weißen Haus in den USA von den amerikanisch-jüdischen Organisationen – und von denen allein – ausgelegt werden kann. Die Belege für eine im klassisch negativen Sinne antisemitische Politik der DDR sind Legion.“

(Die Belege für diese Ideologie und Interpretation sollte der Herr Professor nicht der DDR-Politik unterschieben, sondern den „Beleghersteller“ tunlichst beim Namen nennen: Karl Marx [Mardochai].)

„Schon jetzt wissen wir, auch dieses Buch“ (er meint sein eigenes, die dicke „Deutschlandakte“ – nicht „Das Kapital“ oder „Kommunistische Manifest“) „wird den Mythos vom vorgeblich antifaschistischen Kommunismus und von der antifaschistischen DDR nicht brechen. Der Bruch ist unmöglich.“

(Was Wunder: Nach den Mord-, Vergewaltigungs-, Verhaftungs-, Verschleppungs-, Vertreibungs- und Kurzenprozeßorgien, die die ost- und mitteldeutsche Bevölkerung seitens der Roten Antifaschisten über sich ergehen lassen mußte.)

„Der Bruch ist unmöglich.

Den Grund glaube ich zu kennen ... Der Kern des Kommunismus entspricht einem Wunschtraum der Menschheit, dem Wunschtraum von der gerechten, gleichen, nichts und niemanden – also auch keinen Juden – diskriminierenden Gesellschaft. Die Verwirklichung gerade auch dieses Traumes glich überall und immer eher einem Alptraum, der zumindest die vielen Menschenopfer im Namen der Menschheit nicht rechtfertigte. Wer sich auf diesen Wunschtraum beruft, genießt auch nach dem Ende des Alptraumes einen Schutzschild ...

Der Kommunismus ist wirklich ein Faszinosum. Er ist ein Menschheitstraum und doch zugleich und zutiefst unmenschlich ...

Kommunisten konnten deshalb Menschen verfolgen und ermorden, um die Menschheit zu retten und dennoch als menschenfreundlich zu erscheinen.“ (Eo ipso – das Opfer – die vertrauensselige, idealistisch träumerische Menschheitsmehrheit ist selbst schuld).

„Kommunisten konnten Juden als Juden verfolgen und ermorden – weniger in der DDR als in der Sowjetunion, und die Belege sind dort leicht zu finden.“

(Aber zumindest auch ebensoleicht die Belege, daß jüdische Kommunisten Russen, Tataren, Ukrainer, Letten, Esten, Litauer, Deutsche, Mongolen, Armenier, Georgier usw. und so fort wie auch Juden verfolgten!)

„Und in der DDR wurden Judenlisten angefertigt, die ich in den Archiven gefunden habe, in den Jahren 1953 und 1967. Es wurden Judenlisten in allen kommunistischen Staaten angefertigt, und das, meine Damen und Herren, waren keine Listen, die Sie aus ,Schindlers Liste‘ kennen. Der Wunschtraum wird stets den Alptraum überlagern. Es bleibt dabei, die idealistische Seite des Kommunismus bleibt. Von der realen bleibt nichts.

Vom Antifaschismus und der vermeintlichen Judenfreundlichkeit der DDR bleibt nichts, nichts bleibt. Vielen Dank.“

Anmerkung:

Diese sophistische Ansprache des Sophistikers W. vor den neuen „Hohenpriestern und Schriftgelehrten Sachsens“ hat doch einen ganz bestimmten Sinn, visiert ein ganz bestimmtes Ziel an. Quintessenz eines Gojim: Wenn die mitteldeutsche Bevölkerung alles andere als antifaschistisch umerzogen war, dann ist sie nach Wolffsohn weder vom Faschismus befreit, sie war und blieb nach wie vor unbewußt faschistisch und mithin, trotz allen „Guten Willens“, zwangsläufig wie unwiderleglich (talmudistisch) antisemitisch.

Des W.s langer Rede kurzer Sinn: Die reeducation in Mitteldeutschland muß nun endgültig beginnen – damit endlich ein „Alttestamentarisches Schuldbewußtsein geweckt wird bei allem und jedem – bis in alle Ewigkeit ...

Beherzigt die vier W der Vergangenheitsbewältigung:

Wissen, Werten, Weinen und Wollen!

Zum Lachen – einen Grund zur Freude über die Wiedervereinigung – haben die Mitteldeutschen wohl kaum noch: Denn die Umerziehung und ihre Folgen fangen jetzt erst richtig an!

Wenn das mit der wolffsohnschen neuen antifaschistischen Umerziehung nach vierzig Jahren DDR-Erziehung wohl gut geht ? stellt sich als Frage.

Stellen wir uns doch einmal dieser Frage:

Also: „Vom Antifaschismus und der vermeintlichen Judenfreundlichkeit der DDR bleibt nichts, nichts bleibt.“ vermeint er – der Herr deutsch/israelische Professor.

Wenden wir uns der ersten Teilaussage zu. Hinterfragen wir sie doch einmal, wie es so schön heißt:

Vom Antifaschismus der DDR bleibt nichts, nichts bleibt.

Diese tolldreiste Aussage sollte man sich regelrecht auf der Zunge zergehen lassen, falls das einer mitteldeutschen Zunge zumutbar wäre: bei solcherart „Afterideologie“, wie sich der „Antifaschismus“ dargestellt und ausgewirkt hat – diese Verunglimpfungs- und Totschlagstheorie gegenüber dem Nationalsozialismus und den Nationalsozialisten.

Will sich der Herr W. klammheimlich aus der Antifa-Wirklichkeit davonstehlen? Hat er seine drei W bezüglich dieser Vergangenheitsbewältigung „in die Wüste geschickt“?

Von wegen: Vom Antifaschismus der DDR bleibt nichts, nichts bleibt.

Das könnte ihm so passen, dem Geschichtsprofessor an der Bundeswehrhochschule.

Nach über vierzig Jahren Antifa-Unterwerfung, Antifa-Gehirnwäsche, Antifa-Terror, kurzum: Antifa-Herrschaft – Antifa-Herrlichkeit verbleiben im Bewußtsein der DDR-Bevölkerung Legionen von Opfern – Hunderttausend Verurteilte, Zehntausende von Toten, es verbleiben unzählige Waggonladungen Verschleppter, Ausgelieferter – Hunderttausende Enteigneter und Entrechteter – sind die alle ein Nichts ????!!!

Es verbleiben millionenfach Bespitzelte – über die Zonengrenze aus der Heimat Vertriebene – sowie ein heruntergekommenes Land!

Aber der sich Historiker Nennende konstatiert, hiervon verbleibe nichts! Eine Unverschämtheit – oder ist lediglich der Wunsch der Vater des Gedankens ?

Ganz zu schweigen von den Antifa-Orgien, als die Sowjettruppen deutschen Boden betraten – antifaschistisch mordgeil gemacht durch Ehrenburgs Parolen: „Erschlagt das faschistische Raubtier in der eigenen Höhle! Nur ein toter Deutscher ist ein guter Deutscher! Brecht den Rassestolz der deutschen Frau!“ und so weiter und so fort. ... Nicht wenige Betroffene wurden später schließlich Bürger der DDR.

Man könnte auf den Gedanken kommen, jemand, der ungeniert verkündet: Vom Antifaschismus der DDR verbleibt nichts, beleidige schlankweg das Ansehen Verstorbener.

Ihn kommt sicherlich auch kein symbolisches Weinen an – wenn er an die Todesfabriken der SED – an jene Spezial- und Todeslager Sachsenhausen, Torgau, Waldheim, Jamlitz, Ketschendorf, an das „Gelbe Elend Bautzen“ denkt ...

Und daß ebenso von der „Judenpolitik“ nichts verbleibe – damit täuscht sich der Referent sicher selbst: Sollte den Mitteldeutschen entfallen, daß den NKWD-Truppen eines Genossen Berija schließlich die Genossin Hilde Benjamin folgte, auch „Rote Guillotine“ genannt?

Aber ihr folgten ja noch viele andere auf dem Fuße. (siehe angefügte Liste).

Fortsetzung folgt

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ZEITGESCHEHEN


Weihnachten 1949 im Gefängnis „Krasnaja Presnja“

H. Drenger

Wir wurden vom Lager direkt ins Gefängnis gefahren ohne jede Information, was man mit uns vorhatte. Dazu kam die Gewißheit, daß die anderen, die im Lager zurückblieben, wahrscheinlich nach Hause fuhren. Das war bitter für uns. Aber mehr, als uns zu bedauern, konnten sie ja auch nicht tun.

Die Zelle, in die man uns einschloß, war für 35 Mann vorgesehen, wir mußten mit 53 - ich weiß diese Zahl noch ganz genau - da drin leben. Man lernte sich kennen. Und es stellte sich heraus, daß wir alle zu besonderen Einheiten gehörten, zur Waffen-SS, zu Großdeutschland und Brandenburg, zu Polizeieinheiten und anderen Einheiten wie Infanteriedivisionen, auf die wir uns keinen Reim machen konnten. Erst heute wissen wir, warum manche ganz gewöhnliche Divisionen mit zurückgehalten wurden.

Hier ist die Geschichte vom damaligen Weihnachtsfest im Gefängnis. Ich habe sie ein Jahr nach unserer Entlassung aufgeschrieben.

Stille Nacht, Heilige Nacht.

Viele Jahre sind es her. Der Mensch ist vergeßlich, ganz besonders in unserer Zeit, die uns drängt und treibt und nicht ruhen läßt. Und wer sich nicht treiben lassen will, der muß trachten, stark über den Dingen stehen zu können, der muß in seinem Leben Sternstunden erlebt haben, Stunden, die er nicht vergißt nach noch so langer Zeit, und die ihm die Kraft geben, für den Augenblick der Erinnerung der Zeit zu entfliehen. Von so einer Sternstunde kann ich erzählen, sie ist bezeichnend und sie ist wahr.

Zum Ende des Jahres 1949 verließ das Gros der deutschen Kriegsgefangenen die Sowjetunion und kam wieder in die Heimat. Zurück blieben ungefähr 20000 Mann, die nach fünf Jahren Kriegsgefangenschaft von sowjetischen Gerichten unter Zugrundelegung aller möglichen Beschuldigungen zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Im Moskauer Durchgangsgefängnis Krasnaja Presnja wurden etwa 500 Kriegsgefangene aller Dienstgarde gesammelt und über Weihnachten und Neujahr bis zu ihrem Weitertransport in Zellen zu je 50 Mann festgehalten.

Endlich, nach demütigenden Voruntersuchungen, konnten wir die für uns vorgesehene Zelle belegen und uns einigermaßen einrichten. Es war Abend, und es dauerte nicht lange, bis alle irgendwie zusammengerollt nebeneinander lagen, so gut es eben in der Enge ging, und schliefen. Die Enttäuschung der letzten Tage hat manchen von den Braven und Starken, die die ganzen Jahre ungebeugt ausgehalten hatten, die sich nun kurz vor der Heimfahrt wähnten, arg mitgespielt. Unbegreiflich war ihnen die Härte ihres Schicksals. Eine Todesmüdigkeit hatte sich aller bemächtigt, resigniert und hoffnungslos lagen sie auf ihren Holzpritschen und warfen sich unruhig hin und her.

Das Warten und das eintönige Leben in einer Gefängniszelle ist deprimierend und nicht gerade geignet, dem ins Unglück Gestürzten, gleich ob schuldig oder unschuldig, Auftrieb und Kraft zu geben. Heute zurückdenkend wundere ich mich, daß uns damals vor Leid und Kummer nicht das Herz gebrochen ist. Weihnachten stand vor der Tür, die Angehörigen in der Heimat, die Frauen und Kinder, die Eltern und Geschwister warteten auf unsere Rückkehr, und wir konnten sie nicht einmal warnen und ihnen sagen: Freut Euch bitte nicht umsonst, wir kommen nicht, und wir wissen auch nicht, wann und ob wir überhaupt einmal kommen werden. Ihr müßt weiter warten. – Wir verstummten für sie und versanken im unfaßbaren Raum einer großen Ungewißheit.

Der Weihnachtsabend näherte sich, ein jeder von uns bangte beim Gedanken, wie er diesen Tag überstehen wird, ohne unmännlich zu wirken und ohne weich zu werden. Mancherlei Unterhaltung und Erzählungen halfen uns über die Stunden und über den Tag. Die befohlene Untätigkeit lähmt in jedem Menschen den Widerstands- und Lebenswillen und läßt ihn sich leichter in das vermeintlich Unvermeidbare fügen.

Der Weihnachtsabend kam. Wir hatten keinen Tannenbaum, keine Kerzen und keine süßen Sachen, es war äußerlich nicht sehr weihnachtlich, sondern recht grau und trostlos. Es war uns nicht gerade fröhlich, so doch feierlich zumute. Irgdenwo im Raum war sie vorhanden, diese feierliche Stimmung, unmerklich gegenwärtig. Es war Weihnachtsstimmung in einem der trostlosesten und hoffnungslosesten Winkel der Erde. Ich habe mir oft überlegt, was das für Tränen sind, die die Menschen zu Weihnachten vergießen. Ist es Freude und Glück oder Trauer und Sehnsucht? Ich glaube, es sind einfach Tränen dieser Stimmung, feierliche Weihnachtstränen. Unsere Gespräche waren noch verkrampft, gehemmt und verhalten. Ich glaube, alle sahen vor ihrem geistigen Auge unendlich viele, aber auch unendlich ferne Lichterbäume. Halb in der Gegenwart, halb in Gedanken starrten einige von uns in die Ferne. Draußen vor der Zellentür marschierten die Wachtposten auf und ab, gelangweilt unterhielten sie sich leise. Wohl hatten wir ihnen vom Weihnachtsfest erzählt, was sie wohl ohne Spott, jedoch auch ohne besonderes Interesse zur Kenntnis nahmen.

Nicht sehr ergiebig waren unsere Gespräche. Es war wie ein Verhalten im luftleeren Raum der Erinnerung, wo jedes unnütze Wort den Zusammenhang zerreißen konnte. Einsam fühlte sich niemand, verbunden mit der Heimat wohl alle, doch niedergedrückt von der Last der Gegenwart. Jeder suchte einen Halt, flackernde Augenpaare trafen sich im unbewußten gegenseitigen Abtasten. Wir waren alle in der gleichen Lage und konnten uns wohl nicht viel helfen. So wanderten wir im Kreis herum, in einer scheinbar aussichtslosen Wirklichkeit. Und dann – nicht aus irgendeiner fernen Gedankenwelt, sondern gerade aus dieser Gegenwart – kam uns Hilfe, unbewußt, aber mit einer ungeheuren Wirkung.

Die erste Zelle, ganz unten am Ende des Flures, in dem deutsche Kriegsgefangene saßen, begann. Leicht und leise schwebte die Weihnachtsmelodie aller Weihnachten herüber zu uns, ohne Worte, nur gesummt, vorsichtig verkündend und tröstend. Wir spürten die magische Kraft einer von fünfhundert Männerstimmen getragenen Melodie, drängend, vorwärtstastend, aber im Ausdruck liebevoll und zärtlich:

Stille Nacht, heilige Nacht...“

Die zweite Zelle übernahm die Melodie und trug sie weiter zu den nächsten und diese wieder weiter, und sie schwoll an, wurde bestimmter und lauter und lauter, immer noch ohne Worte, nur gesummt, so klang der erste Vers aus:

„Schlaf’ in himmlischer Ruh.“

Wie selbstverständlich setzte die zweite Strophe ein, auch ohne Worte, nun aber laut und sicher, stark und kämpferisch, so stand sie im Raum, die Melodie, und setzte sich durch gegen nun eintretende Proteste russischer Wachtposten (in russischen Gefängnissen ist gemeinsames Singen streng verboten), gegen geschriene und gefluchte Befehle, gegen alles Trommeln mit Fäusten und Gewehrkolben gegen unsere eisernen Türen. So füllte die Melodie den Raum, die Zellen und die Flure, fest und nicht zu verhindern. Noch lauter wurde sie, 500 Männerstimmen triumphierten über alle Trost- und Hoffnungslosigkeit. Sie siegte hier im Gefängnis mit Hilfe einer stark angeschlagenen Mannschaft. Sie leuchtete in den Augen der Familienväter genauso wie in den Augen junger Söhne von in der Heimat wartenden Müttern.

Stille Nacht, heilige Nacht,
Gottes Sohn, oh wie lacht
Lieb’ aus Deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in Deiner Geburt.

Leise wieder und verhaltend, dann wieder anschwellend, stark und laut verklingend in den Gewölben des Gebäudes. Es war wie eine Kraft, eine Predigt, eine ehrfurchtgebietende Verheißung, wie ich sie noch nie gehört hatte.

Nach Verklingen der zweiten Strophe war es auf den Fluren überraschend still geworden. Kein Schritt der Posten, kein Fluchen, kein Laut war zu hören. So, als ob die Posten ihre runden Mützen in den Händen hielten, lauschend dastanden und sich andächtig vor einer ihnen unbekannten Macht verneigten. Und es war wie eine Aufforderung, nun zu Ende zu singen.

Und es begann die dritte Strophe, frei, und fröhlich mit vollem Text, kein Summen mehr, kein Tasten, Kämpfen und sich Durchsetzen, sondern klar und bestimmt wurde die Melodie, nun der Choral der Weihnacht, sicher und beherrscht. Freudig erlöst klang es durch die Räume wie ein Gruß an alle, an die Mitgefangenen, an die Heimat, an die freiere Welt.

„Christ der Retter ist da...
Christ der Retter ist da“

Die Tränen, die ich jetzt sah, waren die echten, immer wiederkehrenden weihnachtlichen Tränen, gleichbleibend im Glück und im Unglück, bei Reichen und Armen, die Tränen der feierlichen Freude. Wir waren gelöst und gerettet. Die Gespräche wurden fröhlich und sicher, und plötzlich wußte jeder von uns um ein schönes anderes Weihnachten, man sollte nicht glauben, wie leicht es uns ums Herz war. Es war eben wie ein Zauber, der uns in wunderbarer Weise geholfen hat. Wir waren zuversichtlicher und stärker – und glücklich, unser Weihnachtsglück.

Am anderen Morgen wurde dieser Vorfall von den russischen Posten, auch von der Gefängnisleitung, mit keinem Wort erwähnt. Vielleicht aus Ehrfurcht vor einer Stunde, die sie miterleben durften?


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