Deutschland
Schrift für neue Ordnung


INHALTSVERZEICHNIS 11/12-98

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KULTUR


Von religiöser und geschichtlicher Wahrheit

Eine ethische Standortbestimmung

Dr. O. Jungklaaß

Ethos ist laut Lexikon die Bezeichnung für die sittliche Haltung, für die Gesinnung des bewußt handelnden Menschen. Wir bezeichnen als sogenannte Sozialethik das Verhalten der Gruppe, d. h. von Ehe, Familie, Beruf und Wissenschaft bis hin zum Rechtswesen im Staats- und Völkerleben. Wir sprechen vom Rechtsethos, von der Familien- und von der Berufsehre. Heutzutage begegnet man strengsten Verhaltensregeln vorzugsweise leider nur in Kreisen der Unterwelt.

Die philosophische Ethik, und von der sollte man bei Betrachtung der religionsgeschichtlichen Wahrheit ausgehen, hält den Menschen für befähigt, sich sein Sittengesetz als eigengesetzlich autonome Ethik selber zu geben. Die heteronome, also fremdgesetzliche Ethik dagegen erhält ihre Maßstäbe von außerhalb gesetzt – zumeist von selbsternannten Propheten oder verschworenen Priesterkasten. Die Weisheit des Konfutse, um nur einen großen Denker zu nennen, ist nicht dem Priestertum zuzuordnen. Seinen fünf Tugenden – Pflichtgefühl, Treue, Anstand, Weisheit und Menschlichkeit – können wir Deutschdenkenden uneingeschränkt zustimmen. Stehen sie doch turmhoch über der christlichen, von Friedrich Nietzsche wortgewaltig verdammten Verwahrlosung aller Werte. Und damit befinden wir uns bereits im Feld des Religiösen. Dort stehen sich eigengesetzliche, automome Volksreligionen und fremdgesetzliche, heteronome Offenbarungs- und Stifterreligionen unvereinbar gegenüber.

Die autoritäre, in aller Regel priesterliche oder auch politische, absolut genannte Ethik erklärt ihre jeweiligen Verhaltensnormen als für den Menschen bedingungslos verpflichtend, ohne dabei besondere Rücksicht auf individuelle oder volksbestimmte Veranlagungen und Seinsweisen zu nehmen. Und nur aus taktischen Gründen bedienen sich die ansonsten Allgemeingültigkeit beanspruchenden Heilslehren gerne einer relativen Ethik, indem sie volksgewachsene Verhaltensweisen und Bräuche in ihre eigene Kultausübung, ihre Liturgie, wenigstens teilweise einbeziehen oder sie in ihrem Sinne umdeuten. Man nennt solche Vorgehensweisen Inkulturation. – Soweit zum Gesamtbegriff der Ethik.

Der Begriff Wahrheit für sich meint zunächst nur die Übereinstimmung einer Vorstellung mit der Tatsächlichkeit. Ihr gefährlicher Gegensatz sind zweifelsohne die Wahnideen, also unrichtige, unkorrigierbare (Vor-)Urteile, die aus einem abnormen inneren Bedürfnis entspringen. Es macht dabei wenig Unterschied, ob hier eine krankhafte Veranlagung oder ob ein menschlicher Dressurakt, mit anderen Worten Gehirnwäsche und ideologische Indoktrinationen die Ursache sind.

Wenden wir uns zunächst der re1igiösen Wahrheit zu. Es handelt sich dabei nämlich nicht um das wissenschaftsbestimmte, stets wandelbare objektive, gegenstandsbezogene Bild einer Sachlage, sondern um dasjenige Bild, welches sich der einzelne Mensch selber macht. Es handelt sich um seine eigene, die subjektive aus Hirn und Herz geborene Wahrheit, um die er sich im besten Falle ernsthaft, ja manchmal ein Leben lang bemüht. Sein Inbild des Vollkommenen mag diese Wahrheit bestimmen, ein besonderes Erlebnis oder das Inbild eines anderen, dessen Urteil er vertraut und das er sich zu eigen gemacht hat. Nur beim völlig Denkfaulen ist es vielleicht lediglich die Schlagzeile seines Gewerkschafts- oder Kirchenblättchens, die er kritiklos nachplappert. Immer aber ist es die subjektive Gewißheit, nach der wir letztlich handeln, vorausgesetzt, wir können unser Handeln selber bestimmen.

Das sind nun beileibe nicht nur jene Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens, auf welche es natürlicherweise auch ankommt. Nein, es sind gerade die großen Fragen von Tod und Leben, die nach unserer Entscheidung, nach unserer subjektiven Wahrheit fragen. Man denke an die Fragen der Sterbehilfe, die der Tötung ungeborenen Lebens und der Erziehung zur – ja wozu wohl? – zur Wahrheit!

Der nicht nur auf seinem Fachgebiet bedeutende Geologe, Professor Friedrich Solger, sagte einst, und wir Deutschdenkenden haben diesen tiefreligiösen Satz lange Zeit als Spruchleiste auf unserem Mitteilungsblatt geführt:

„Wir suchen im Glauben nicht Enträtselungsversuche von Geheimnissen, die unsere Denkkraft übersteigen, sondern Klarheit darüber, was wir heilig zu halten haben“. Besser kann man das Verständnis von religiöser Wahrheit wohl kaum ausdrücken. Und angesprochen ist dabei nicht allein der Einzelne, sondern es sind wir, die religiöse Gemeinschaft noch deutsch Denkender! Zwar wird es immer den religiösen Autokraten, den geistigen Eigenbrötler geben; aber der Mensch im allgemeinen ist Gemeinschaftswesen und wird auf der religiösen Wahrheitsuche wie sonst im Alltag nach gemeinsamer Überzeugung streben. Und er ist glücklich, er fühlt sich geborgen, wenn er die Gemeinschaft Gleichgesinnter gefunden hat.

Auf eine doktrinäre, fremdverordnete Wahrheit könnte man ihn nämlich nur einschwören, etwa durch Eide und Gelübde, durch von Kindheit an geschürte Ängste, durch kunstvollen oder auch nur banalen Betrug (z. B. mit einer „weinenden Madonna“ und dergleichen).

Der religiöse Einzelgänger, in seiner subjektiven Glaubensgewißheit, in ,seiner‘ Wahrheit oft überheblich, streitsüchtig und gemeinschaftsunfähig, wird gar bald an seine Grenzen stoßen. Und es bedarf schon einer ganzen Menge sonstiger liebenswerter Eigenschaften, soll er nicht in der Vereinsamung, zumindest in geistiger Isolierung enden.

Natürlich ist die religiöse Wahrheit auch Einzelerlebnis. Unbestreitbar doch ist Religion im eigentlichen Sinne ein Gemeinsames, das eine Gruppe, einen Stamm, ein Volk Verbindende. Das gemeinsame Kulterlebnis in der Gemeinschaft, im erhebenden Gesang, im eigenwüchsigen Brauchtum und der gemeinsamen Sittenauffassung ist ein Kraftquell, den sich der Mensch als Kulturwesen geschaffen hat.

Religion ist streng genommen die geistgesetzte Gegenwelt, der der Mensch – weltweit – sein Schicksal, manchmal sogar seinen Selbsterhaltungstrieb unterordnet. Daß dieses von machterpichten Priesterkasten, von Gurus oder auch wahnbesessenen politischen Ideologen mißbraucht werden kann, begründet geradezu die ethische Pflicht, gemeinsame Werte auch gemeinsam zu verteidigen. Wirklich Volksreligiösen geht es um die Freiheit der Seelen! Sie ist die Grundlage jedweder äußeren Freiheit! – Vor Polit-Abenteurern, die das religiöse Bedürfnis instrumentalisieren, die die religiösen Gemeinschaften als Mittel zum ideologischen Zweck gewissenlos mißbrauchen, kann allerdings nicht deutlich genug gewarnt werden – und zwar auch dann, wenn es sich einmal nicht um von der religiösen Gegenseite eingeschleuste oder gekaufte Zeitgenossen handelt.

An diese grundsätzlichen Erwägungen können wir die Betrachtung der geschichtlichen Wahrheit anschließen, und zwar ohne sie als politische Wahrheit zu mißdeuten.

Wie eingangs betont worden ist, handelt es sich objektiv gesehen um eine mit jeder neuen Erkenntnis des forschenden Geistes stets wandelbare Gewißheit. Eine alte Weisheit sagt, daß die Geschichte in fast jeder Generation neu geschrieben werden muß. Denn neue Funde sind hinzugekommen, neue Forschungstechniken können eingesetzt werden, neue Schwerpunkte des Wissenwollens verdrängen die alten, oder alte, überholt geglaubte Sichtweisen werden wiederbelebt. Da werden Raumsonden mit vordem unvorstellbar genauen Meßinstrumenten ins All geschossen. Grabgewölbe mit einer Fülle bisher unbekannter Inschriften, Jahrtausende unter dem Wüstensand begraben, werden wiederentdeckt. Gen-Eigenschaften, sogar Jahrmillionen alt, will man aus Bernsteineinschlüssen gewinnen. Lebende und Tote, ganze Mumien, können heute zerstörungsfrei bis in Einzelheiten ihres Inneren dargestellt werden. Und manchmal werden durch reinen Zufall sehr alte schriftliche Dokumente aufgefunden. Fälschungen werden entlarvt und ergeben nicht selten zusammen mit Altbekanntem für den Geschichtsforscher ein neues Bild der vordem als wahr angesehenen Geschichtsverläufe.

Die dichterische Wahrheit als eine eigene Form der geschichtlichen Wahrheit erhebt grundsätzlich keinen Allgemeingültigkeitsanspruch und hat somit ihre ethische Berechtigung. Ja, sie kann sogar Anstoß zu weiterer Forschungstätigkeit geben, wofür die Atlantisberichte ein treffliches Beispiel sind. Neuerdings gibt es außerdem die, wie Golo Mann höhnte, „volkspädagogisch erwünschte“ Wahrheit. Sie ist gekennzeichnet durch das Weglassen, das Totschweigen des volkspädagogisch „Unerwünschten“. – Dem ideologischen Mißbrauch, sei dieser nun politischer oder religiöser Natur, wird damit Tür und Tor geöffnet.

Marxistisch-leninistische Ideologen forderten ganz offen von Wissenschaft und Rechtsprechung deren politischen Einsatz in ihrem Machtinteresse. Die religiösen Eiferer der Kirchen – wie überhaupt der ihre Heilsbotschaft als alleingültig und angeblich wahr vermarktenden Groß- und Kleinsekten – stehen den politischen Ideologen im Verschweigen, Vertuschen und Verleugnen nicht nach. Karlheinz DESCHNERs mehrbändige „Kriminalgeschichte des Christentums“ ist heute das wohl zuverlässigste Handbuch des ungeheuerlichen Lügengewirrs und der ununterbrochenen Grausamkeiten dieser (Un-) Heilslehre. Was aber steht davon in den Schulbüchern, was davon fließt in den Unterricht ein, der ja vom Steuerzahler allgemein und nicht von den Großkirchen finanziert wird? Es gehört schon eine ans Krankhafte grenzende Selbstgerechtigkeit und Heuchelei dazu, solche Erziehungsgrundsätze als „ethisch“ auszugeben. Ideologen und Theologen, wie immer Hand in Hand, bestimmen, was wahr, was gut und gerecht sei, und sie beschönigen jeden Frevel, der ihrem Machtinteresse dient.

Der große französische Aufklärer, Historiker und Philosoph Voltaire, Zeitgenosse des Großen Friedrich in Potsdam, sagte einmal, er würde auch dann, wenn er die Meinung eines anderen zutiefst mißbillige, dennoch alles daransetzen, daß jener sie frei äußern dürfe. – Dieses philosophische Ethos wird, obschon mit wohlklingenden Sätzen im Grundgesetz der Bundesrepublik verankert, schmählich mißachtet! Anders ausgedrückt:

Die erbärmlichste „Wahrheit“ ist die obrigkeitlich oder auch kirchlich „verordnete“ Wahrheit. Es ist doch (auch im rechtlichen Sinne) offenkundig, daß ein Unter-Verschluß-Legen von Dokumenten, deren Geheimhaltung bis weit in das kommende Jahrhundert hinein verfügt wurde, die Aufdeckung geschichtlicher Zusammenhänge und Hintergründe verhindern soll. Katyn, für welche Untat gänzlich unbeteiligte deutsche Soldaten nach einem Leningrader Schauprozeß hingerichtet worden sind, ist nur eines der bedrückenden Beispiele aus dem letzten Weltkriege. – Kolumbus „entdeckt“ in den Schulbüchern noch immer Amerika, obwohl andere, kühnere Seefahrer das bereits 3000 Jahre früher und Leif Erikson es im Jahre 1000 erneut taten.

Nicht nur die Vergangenheit, auch die Zeitgeschichte dieses zu Ende gehenden Jahrhunderts liegt zu weiten Teilen noch im Dunkel, und zwar eindeutig deshalb, weil die kritische Forschung als unethischer „Revisionismus“ geächtet wird und weil Schlüsseldokumente beharrlich verschlossen gehalten werden.

Wahrheit an sich ist eine Grundfrage der Wissenschaft. Sie bezeichnet, so kann man es im BROCKHAUS nachlesen, die objektive, gegenständliche Gültigkeit eines Satzes und zwar im Gegensatz zur „Richtigkeit“, unter der man lediglich die formale Gültigkeit einer Aussage versteht. Die Politiker werden also die jeweils verordnete, „volkspädagogisch erwünschte“ Wahrheit für „richtig“ halten. Sie tun dieses leider auch dann, wenn sie nur die sogenannte halbe Wahrheit, wenn sie Irrtum und im schlimmsten Falle dreiste Lüge ist. „Wahrheit“ wäre dann einfach die dogmatische Behauptung: „Es ist so!“ Päpste und Politiker halten sich allemal für unfehlbar.

Die uns Deutschdenkende ethisch immer erneut bewegende Frage, woran man eine Wahrheit erkennt, ist erkenntnistheoretischer Art und zugleich eine der wichtigsten Fragen jeder Weltanschauung. In der damit zusammenhängenden, von Immanuel Kant zur höchsten Ausbildung gebrachten Erkenntnislehre gründet sich auch der Standort Deutschdenkender.

Alfred CONN, dem wir die Klärung mancher Grundlage deutschgläubigen Denkens und damit verbunden ethische Wegweisung verdanken, er war überzeugter Kantianer. Jede seiner zahlreichen Schriften und Vorträge machten uns dieses deutlich. Das schwammiger Schwärmerei abholde, disziplinierte Denken Conns festigte die philosophische Grundlage unseres religiösen Strebens.

Man könnte hier fragen, ob nicht auch eine auf Kant gegründete philosophische Erkenntnis zu einer unbeirrbaren subjektiven Glaubensgewißheit werden kann? Ja gewiß, nur mit den dogmatischen, theologischen Glaubenswahrheiten wäre das mitnichten vergleichbar.

Und noch eines: Die Theologie duldet und kennt seit altersher die „pia fraus“, den frommen Betrug, der ihren Zwecken dient. Ethisch gerechtfertigt sind gewiß die List im Kampf und die barmherzige Lüge im Ausnahmefalle am Krankenlager und auch als letztes Mittel zur Schadensabwehr die „Notlüge“. Unehrenhaft aber wäre es, sich eine solche Entscheidung aus Bequemlichkeit und Feigheit leicht zu machen.

Kommen wir zum Abschluß unserer Betrachtungen. Grundsätzlich sollte für den Deutschdenkenden der philosophische Pragmatismus gelten, das ist die Lehre, nach welcher sich das Wesen des Menschen in seinem Handeln ausdrückt. Ludwig Fahrenkrog, der Gründer der Germanischen Glaubensgemeinschaft sagte es kurz: „Deine Tat bist Du!“ Das Handeln und Denken des Menschen haben dem praktischen Leben zu dienen. Und insofern teilen wir die in dem bekannten Wochenblatt FOCUS vertretenen Ansichten des derzeit wohl bedeutendsten Lehrers der pragmatischen Philosophie, Prof. Hermann Lübbe. Er geißelt im Zusammenhang mit dem 50. Jahrestag des Kriegsendes den hysterisch gewordenen Moralismus, der uns bei unseren Nachbarn als geistig verwirrte Nation erscheinen läßt. Und er schließt: „Es ist stets ein unwürdiges Schauspiel, sich selbst als nichtswürdig darzustellen. Vertrauenserweckend ist das nicht – weder politisch noch moralisch.“ Dem, so meine ich, ist nichts hinzuzufügen als der Dank an die mutigen, dem Zeitgeist widerstehenden Schriftleiter, die Lübbe zu Wort kommen ließen.

Bleiben wir daher als Deutschdenkende unserer Gesinnung treu! Ehren wir unsere Vorväter und alle jene, die ihr Leben tapfer für Volk und Heimat eingesetzt haben! Gedenken wir der Opfer insonderheit auch unseres Volkes – im Felde und in der Heimat – als ethische Ehrenschuld! Die laut klagenden Erbsündegläubigen aber überlassen wir getrost ihrem selbstgewählten heillosen Schicksal. Die Heuchler jedoch, die wahrhaft Nichtswürdigen, verachten wir.

Es lebe der Glaube der Vorväter!
Ein Heil den Göttern der Heimat!


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Die Psychoanalyse als Kulturzerstörerin

Die Psychoanalyse hat einen katastrophalen Defekt: das sind die Psychoanalytiker, deren Elaborate eine Mischung aus Talmud und Junggesellenliteratur darstellen. Die Amerikaner nennen die Psychoanalyse im Gegensatz zur Christian science die „Jewish science“. In ihr scheint in der Tat jenes odium generis humani, das schon die Alten den Juden nachsagten, wieder einmal zu Wort gekommen zu sein: Ihr Ziel ist ganz unverhüllt die Verhäßlichung und Entgötterung der Welt. „Mit den Juden“, sagt Nietzsche, „beginnt der Sklavenaufstand in der Moral.“ Mit der Psychoanalyse beginnt der Sklavenaufstand der Amoral. Man müßte einmal die Psychoanalyse psychoanalysieren. Ihre Konzeption wächst aus dem Herrschwunsch des Neurotikers, der sich die Menschheit zu unterwerfen sucht, indem er sie sich angleicht, aus einer Übertragungsneurose, die ihren eigenen hypertrophischen Libidokomplex als „Welt“ objektiviert, aus einem Instinkthaß gegen die religiösen Bewußtseinsinhalte, die der Adept der Jewish science aus allen Mitmenschen eliminieren möchte, weil er unterbewußt weiß, daß er als Jude, und das heißt: als typischer homo irreligiosus, auf diesem Gebiet mit den „anderen“ nicht konkurrieren kann. Kurz: es ist, abermals mit Nietzsche zu reden, „ein Parasitenattentat, ein Vampirismus bleicher unterirdischer Blutsauger“; es handelt sich um einen großartigen Infektionsversuch, einen schleichenden Racheakt der Schlechtweggekommenen: die ganze Welt soll neurotisiert, sexualisiert, diabolisiert werden. Die Psychoanalyse verkündet den Anbruch des Satensreichs. Vielleicht kündet sie wahr; vielleicht naht wirklich das Zwischenreich des Teufels, dessen Anbeter, wie der Kenner der schwarzen Messe weiß, als höchste Heiligtümer seinen Phallus und seinen Hintern verehren. Es ist, zum drittenmal mit Nietzsche zu reden, „eine jüdische Umwertung der Werte“.

Egon Friedel (jüdischer Autor),
Kulturgeschichte der Neuzeit, Bd. 3, München 1931


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Volksreligion und Weltreligion

Das vorliegende Doppel-Werk von Goegginger und Mensching bietet dem Leser in konzentrierter und dennoch leicht lesbarer (eingängiger) Form einen tiefen Einblick in den lebensnahen Diskussionsstand mehrerer Fachgebiete, der an Aktualität wenig eingebüßt hat.

Selbst demjenigen, der auf einzelnen der angesprochenen Gebiete (der europäischen Frühgeschichte, der Volksreligion bzw. der allgemeinen Religionswissenschaft und der Volkskunde) sehr belesen ist, öffnen sich ganz neue Horizonte, die sich von Seite zu Seite spannend und immer deutlicher erschließen. Das Werk ist dabei nicht eigentlich parteiisch. Man liest es, auch wenn man in einer festen religiösen Bindung steht, mit erheblichem Gewinn. Für den gründlichen Forscher bieten 300 Quellennachweise ein reichhaltiges Forschungsmaterial, das aber für das Verständnis des Buches nicht wirklich benötigt wird.

Man kann nur von wenigen Büchern sagen, daß sie auf vergleichsweise so wenigen Seiten dem Leser ein derart umfangreiches Wissensgebiet wirklich erschließen. Etwas Besseres dürfte zu diesem Thema nicht geschrieben worden sein. Dr. O. Jungklaaß

Fragen der Religion stellen sich dem Menschen naturgemäß erst nach Erlangen einer gewissen Lebensreife. Der Radius der möglichen Fragestellungen wird dabei wesentlich von dem Weg bestimmt, auf dem sich der Mensch den religiösen Dingen angenähert hat. Heute ist fast ausnahmslos jener Weg üblich, den die feststehenden Heilspläne der nach jahrhundertelangen Machtkämpfen zur Herrschaft gelangten drei Weltreligionen anbieten.

Das religiöse Leben, der Weg zu Gott, der Weg zum individuellen, familiären, nationalen und übernationalen Heil ist in diesen Plänen der Weltreligionen genau vorgezeichnet. Die Weltreligionen wollen uns mit ihren Plänen darauf festlegen, daß unser Zusammenleben mit Natur und Mitmenschen, daß unser Verbundensein mit dem Heil und dem Heiligen, mit Gott und Gut ein fremdbestimmtes sei.

Die Weltreligionen stützen sich dabei auf eine orientalische Bilderwelt, die dem ursprünglich in unserem Lebensraum anzutreffenden Lebensgefühl (unseren ursprünglichen seelischen Grundhaltungen) vielfach widerspricht. Die bekannte Folge dieses Widerspruches ist, daß der bodenständige Mensch in der Konfrontation mit der ihm aufgeprägten Glaubenswelt oft ein Leben lang versucht, das Fremde – einem inneren Zwang gehorchend – nach seiner eigenen Art umzuprägen. Sehr häufig beobachten wir jedoch, daß der nach Religiösem (Gebunden-Sein) hungernde Mensch in einer Spaltung lebt, in der das von den Weltreligionen prophezeite Heil dem selbstgefühlten Weg zum Heil gegenübersteht.

Diese Aufspaltung der Lebenswelt in einerseits von innen gefühlte und andererseits von außen prophezeite Bindungsformen und Normen ist keineswegs selbstverständlich. Im Gegenteil gibt es volksreligiöse Traditionen, die auf diese seelische Spaltung bewußt verzichten. Die heute wohl mächtigste Volksreligion ist der japanische Shinto, der im japanischen Volk so tief verankert ist, daß die alliierten Sieger über Japan im Jahr 1945 nicht gewagt hätten, den Shinto-Kaiser abzusetzen. Japanischer Volksglaube, völkischer Heilsweg und eben auch die diesem untergeordnete Politik sind in Japan eine Einheit.

Die jüdische Religion ist die einzige, die für sich in Anspruch nimmt, zugleich Volksreligion und Weltreligion zu sein. Für den gläubigen Israeli ist sie bodenständige Volksreligion, während sie für die übrige Welt in der Regel genau zu den beschriebenen Anpassungszwängen oder seelischen Spaltungen führt. Daraus ergibt sich die herausgehobene Stellung der jüdischen Religion.

In den beiden vorliegenden Arbeiten des Religionswissenschaftlers Gustav Mensching und seines Schülers, des Volkskundlers und Theologen Wolfram Goegginger ist zum ersten Mal der Wesensunterschied der beiden Religionsgattungen wissenschaftlich herausgearbeitet worden. Die beiden Arbeiten sind in der Öffentlichkeit und der Fachwelt trotz des fundamentalen Wissens, das sie vermitteln, praktisch unbekannt, zumindest unbeachtet geblieben, da sich bisher wohl keine Gelegenheit geboten hat, das Wissen nutzbringend anzuwenden. Wohl ist die ganze volksreligiöse Thematik von Theologen, wie dem Münchner Franziskanerpater Erhard Schlund, erforscht und dokumentiert worden. Er zog jedoch letzthin den Schluß, daß eine Wiederbelebung der eigenen Volksreligionen in Europa nicht möglich sei, da die Traditionen abgerissen seien. Diesem Postulat allerdings widersprechen die beiden kundigen Autoren Goegginger und Mensching entschieden.

Dabei rufen sie in ihren Abhandlungen nicht zur Begründung oder Wiederbelebung einer neuen (Volks-)Religion auf. das Werk vermag aber mit einem theologischen Ammenmärchen aufzuräumen, wonach die seelische Welt des Volksreligiösen kulturell tiefer stünde als die der Weltreligionen. Oberflächlich betrachtet haben sich die Volksreligionen (mit Ausnahme des jüdischen Glaubens und des Shinto) im blutigen Kampf der Religionen nicht gleichermaßen als siegreich erwiesen. Was aber sagt das über ihren inneren Wert? Und was eigentlich ist Weltreligion ohne den ihr zugrunde liegenden volksreligiösen Hintergrund?!

Volksreligion ist, wie wir aus diesem Doppelwerk lernen können, eben nicht der Glaube der Zurückgebliebenen oder der Verlierer. Volksreligion will auch nicht den Glauben erwecken (wie man ihr unterstellen könnte), daß das Selbstbestimmte und Selbstgefühlte grundsätzlich die Oberhand über Fremdbestimmung und Schicksal erlangen könnten. Zweifellos aber ist Volksreligion möglich. Sicher ist sie eine Alternative zum immer wieder aufkeimenden Sektenunwesen, und schließlich bildet sie – zumindest als Idee – eine ursprüngliche Alternative zu allen Formen der Unterwerfung, der Fremdbestimmung und des Imperialismus, und damit ist sie eigentlich sehr modern.

W. K.

Die zentrale Frage:

... Aber es bleibt eine wichtige Frage übrig: Wie erklärt sich die Tatsache, daß Weltreligion, wie wir gesehen haben, keineswegs die kontinuierliche Fortentwicklung der Volksreligion ist, sondern ganz deutlich im Kern um eine ganz andere Situation sich dreht, nämlich das generelle und existentielle Unheil, von dem in der Volksreligion keine Rede ist, an dessen Stelle vielmehr ein generelles Heil steht?

Es bestehen zwei Möglichkeiten der Erklärung: entweder müßte man sagen: die Volksreligion sah nicht in die letzte Tiefe der menschlichen Existenz und sah daher ihre tiefe Notsituation (Erbsünde, Erlösungsbedürftigkeit) noch nicht, das tat erst die von Einzelnen gestiftete Weltreligion. An dieser Erklärung ist m. E. unbefriedigend, daß dann die weite Welt der Volksreligionen doch längst von ihren Trägern als unzureichend hätte empfunden werden müssen. Statt dessen konnten die Volksreligionen Jahrtausende hindurch bestehen und als Befriedigung des religiösen Verlangens der Menschen unangefochten in Geltung sein. Anzunehmen, daß die gesamte Menschheit sich Jahrtausende hindurch in einem Irrtum befunden habe und über ihr eigentliches und tiefstes Anliegen selbst im unklaren gewesen sei, scheint mir eine unmögliche Ansicht zu sein. ...

(G. Mensching: „Volksreligion und Weltreligion“
- Ein religionsgeschichtlicher Strukturvergleich, S. 52)

Dr. Wolfram Goegginger – Volksreligion und Weltreligion im deutschen Brauchtum – Faksimile-Nachdruck der Ausgabe Riga 1944 mit religionswissenschaftlichem Anhang von Prof. Gustav Mensching – zusammen ca. 300 S., 16 Bildtafeln, über 300 Literaturhinweise; wertvoller Leinenband mit Schutzumschlag– Faksimile-Verlag Bremen. – Das Buch ist derzeit zum Preis von 39,80DM zuzügl. Versandkosten zu beziehen durch Dr. O. Jungklaaß, Postf. 1340, 26148 Bad Zwischenahn.

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RECHT


Der Fall Zweifel

Agnes Stauffacher

Harry Zweifel, mit bürgerlichem Namen Marcel Harry Huber, hatte die Nase voll. Die von den Bronfmans, Burgs und Singers sowie ihrem Laufburschen d’Amato gegen die Schweiz betriebene Hetzkampagne war ihm unsäglich zuwider; nicht minder zuwider war ihm die erbärmliche Feigheit unserer Regierung, die auf die amerikanisch-zionistischen Unverschämtheiten stets nur mit unterwürfigem Entschuldigungsgestammel reagiert. Grimmentbrannt setzte sich der 59jährige Schriftsteller Ende 1996 hin und brachte binnen dreier Monate ein dickes Buch mit dem Titel Uns trifft keine Schuld! (2) zu Papier. (Siehe Folgen 5/6, 7/8, 9/10 - 1998, Beitrag „Hypothese – Versuch eines ,Täerprofils‘“.)

An Zweifels Opus gibt es das eine oder andere auszusetzen. Es ist unnötig weitschweifig; die Quellenangaben sind großenteils unbrauchbar; (3) wie gut der Verfasser über den „Holocaust“ unterrichtet ist, zeigt sich schon daran, daß er den ersten Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höss mit dem Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess verwechselt. Trotz dieser Mängel ist das Buch lesenswert, läßt es doch die abgrundtiefe Verlogenheit der gegen unser Land geführten Kampagne recht deutlich erkennen.

Das Interesse der Öffentlichkeit nach dem Erscheinen der ersten Inserate war riesig. Zweifel erhielt insgesamt über 20 000 Bestellungen.

Wie es dem Autor nach Erscheinen seines Werks erging, schildert Recht + Freiheit (Nr. 6/7, 25. November 1997) wie folgt:

Nachdem im April 1997 die Werbeanzeige für das Buch in den Zeitungen erschienen war, meldete sich ein Herr Schneider, bestellte ein Exemplar und teilte Zweifel bald darauf mit, was für ein tolles Buch dies sei, er verdiene einen Preis und werde in die Geschichte eingehen. Er kenne einen US-Verlag, der das Buch vertreiben wolle und bereit sei, für die ersten 50 000 Exemplare der englischen Übersetzung 250 000 Dollar zu bezahlen. Schneider selber bestellte 800 Bücher für 16 000 Franken. Zur Auslieferung kam es jedoch nie, denn die Polizei fuhr überfallmäßig bei Zweifel ein, beschlagnahmte alle Bücher und nahm sämtliche Geschäftsunterlagen mit [...]. Eine Beschwerde gegen das menschenunwürdige Vorgehen wurde abgeschmettert. Beim sauberen Herrn Schneider handelte es sich um Alfred Rom (Jg. 39), jüdischer Journalist [...], wohnhaft in Zürich. Er hatte Zweifel aufgrund des Buchs unverzüglich bei der Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Verletzung des ARG (Antirassismusgesetz) denunziert.

Seit dem von der mißbrauchten Staatsmacht inszenierten Überfall kämpft der Verlag um seine wirtschaftliche Existenz, denn sämtliche Konten wurden gesperrt und Guthaben beschlagnahmt. Dadurch ist die Geschäftstätigkeit praktisch unmöglich geworden. [...] Zweifels Schicksal ist aufwühlend. Da schreibt ein Bürger zur aktuellen Situation der bedrängten Schweiz ein Sachbuch und wird hinterrücks stranguliert. [...]. Leider ist es schon zur üblen Gewohnheit geworden, in solch heiklen Fällen die Verantwortung an einen Gutachter zu delegieren, der die Begründung für die Verurteilung liefern soll. Die 10 000 Franken, die ein solches „Gutachten“ kostet (siehe Fall Rahm), werden dann Zweifel belastet; eine Viertelmillion Franken aus dem Verkauf der ersten Auflage sind beschlagnahmt. Der Untersuchungsrichter lic. jur. Magnus Manetsch (Ilanz) möchte aber den ganzen Erlös für den Staat abkassieren, denn das sei wie Drogengeld. Der Vergleich ist ungeheuerlich. Wegen ein paar Stellen in einem Buch, in dem der Autor die internationale Hetzkampagne gegen die Schweiz kritisiert und zwangsläufig von „den Juden“ spricht, soll das Buch verbrecherisch sein.

Mit der Beurteilung des Buches „Uns trifft keine Schuld!“ wagte man nicht mehr Marcel Niggli (Universitätsprofessor) zu beauftragen, nachdem „Recht+Freiheit“ die Verbindung Nigglis mit dem Klüngel um Sigi Feigel (Universitäts-Strafrechtsprofessor und Ehrenpräsident der Israelischen Kultusgemeinde) publik gemacht hatte. Im Falle Zweifel wurde die Juristin Regula Bähler (Zürich) als Gutachterin bestellt. Bei ihr ist die Voreingenommenheit noch offenkundiger als bei Niggli. Wie er, gehört auch sie zu Sigi Feigels Umfeld und ist daher befangen, so daß sie kein objektives Urteil über das Buch abgeben kann. [...].

Die um sich greifende Gutachter-Justiz ist ein grober Unfug und scharf zu verurteilen. Damit wollen sich Untersuchungsrichter und Gerichte vor der Verantwortung drücken. Sie scheuen sich, die Verfahren einzustellen, weil sie den Zorn der linkszionistischen Presse fürchten. [...]. Die Pseudogutachten sind nichts weiter als ein rechtsstaatliches Mäntelchen, womit die Mängel des ungenügend definierten Gesetzes verdeckt werden sollen.

Die über großen Einfluß und Geldmittel verfügende „Antirassismus“-Connection steht nicht nur via Mittelsleute hinter praktisch allen Strafanzeigen wegen Verletzung des ARG, sondern stellt auch noch die Gutachter, welche die Grundlage für die erwünschte Verurteilung liefern sollen. [...]. Herausragend in diesem gespenstischen Netzwerk [...] ist der umtriebige Zürcher Rechtsanwalt Sigi Feigel, Jude und vehementer Wortführer für das ARG. Sein Einfluss scheint so groß zu sein, daß er in Leserbriefen schon als achter Bundesrat bezeichnet wurde. Weitere Aktivisten sind die erwähnte Regula Bähler und der Journalist Hans Stutz (Luzern). Er hat den durch seine häufigen TV-Auftritte prominenten [...] Jürg Frischknecht (Zürich), einst am linken Rand angesiedelter Schreiberling und neuerdings Preisträger von Feigels Stiftung, abgelöst. Bei der Berichterstattung gegen alles tatsächlich oder vermeintlich Antisemitische spielen die „Jüdische Rundschau“ und das „Israelitische Wochenblatt“ die Vorreiterrolle. Einen besonders guten Draht scheinen diese zu den Strafbehörden zu haben, da sie die besten Informationen über laufende Strafverfahren bringen. Berichterstatter des IW sind Iso Ambühl (Publizist, Basel) und der Möchtegern-Walraff Freddy Rom, der Harry Zweifel hereingelegt hat. Die Rolle des Wissenschaftlers spielt Assistenz-Prof. Marcel Niggli, Verfasser eines 500-Seiten-Kommentars zum ARG, einer von Feigel finanzierten Auftragsarbeit. [...]. Sie werden unterstützt von willigen Helfern als Denunzianten oder auf den Redaktionen von Zeitungen und Fernsehen, wie Roger Anderegg („SonntagsZeitung“), dem Vernehmen nach ebenfalls Jude, der mit einem verfälschten Zitat eine Empörungslawine gegen Christoph Blocher lostreten wollte. [...]. Wer sich mit solchen „Journalisten“ abgibt und ihnen Auskunft erteilt, der liefert sich selbst ans Messer. Wer einmal von ihnen den Stempel „Rassist“ oder „Neonazi“ abbekommen hat, den verfolgen sie unbarmherzig, denn er hat keine Menschenwürde und kein Recht auf Meinungsäußerungsfreiheit. Aus der Sicht dieser selbsternannten Gesinnungspolizei gehört er einer fremden Spezies an, die zufällig noch die gleiche Sprache spricht. Nach der kunstgerechten Vorverurteilung und Ausgrenzung durch die Medien besorgt eine willfährige Justiz die endgültige Zerstörung des Opfers.

Diesen Worten haben wir eigentlich nichts weiter hinzuzufügen als einen bescheidenen Vorschlag zur Vereinfachung der Prozedur zur Aburteilung Oppositioneller. Dieser Vorschlag sieht wie folgt aus:

Sigi Feigel reicht die Strafanzeigen gegen jene Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die er nicht mag, künftig stets selbst ein, anstatt, wie er es heute noch gelegentlich tut, als Strohmann irgendeinen Albert Herz oder Alfred Rom ins Rennen zu schicken. Dann erstellt Sigi Feigel selbst die Anklageschrift. Als nächstes fertigt Sigi Feigel selbst das Gutachten an, in welchem der „rassistische“ und „antisemitische“ Charakter des verübten Delikts nachgewiesen wird, und kassiert dafür ein Honorar von 10 000 Franken, das zu Lasten des Angeklagten geht. Beim Prozeß amtet Sigi Feigel selbst als Richter. Das Bußgeld schließlich, das der Verurteilte zusätzlich zu seiner Inhaftierung und den Kosten für das Gutachten zu bezahlen hat, spricht Sigi Feigel sich selbst zu.

Durch diese Vereinfachung des Verfahrens würden die Bählers, Nigglis und sonstigen Shabbat Goys ebenso überflüssig wie die bei politischen Prozessen als Sigi Feigels Hampelmänner waltenden Staatsanwälte und Richter, und es würde selbst dem Beschränktesten endlich klar, wer heute in der Schweiz das Sagen hat.


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WIRTSCHAFT


Wirtschaft, Währung und Politik:

Teilaspekte aus dem weltweiten Monopoly-„Spiel“

E. Kemper

Dieser Bericht wurde bereits vor den Bundestagswahlen, die im September 1998 in der BRD stattfanden, geschrieben. Deshalb erscheint es uns notwendig, daß wir in Sachen Politik ein wenig Vorschau/Nachlese betreiben und die Politiker – so weit das schon möglich ist – beim Wort nehmen.

Dies erscheint uns in vielen Dingen sehr dringend, da – nicht nur bei uns – im Wirtschafts- und Finanzbereich die Dinge im argen liegen. Hier sei z. B. die Asien- und Rußlandkrise als Stichwort genannt.

In der Presse der BRD stand ferner – im Gegensatz zu den Aussagen der Politiker – bereits im August 1998:

„Arbeitslosenzahl im Juli auf mehr als 4,1 Millionen gestiegen“!

und

der „Arbeitslosenmarkt in Berlin hat die Talsohle noch nicht erreicht“

(beide Meldungen stammen aus der BZ vom 6. 8. 1998).

Wenn man sich diese sachlichen Aussagen vor Augen hält, gehörte es schon zu den großen politischen Kunststücken in unserer Zeit – oder war es Frechheit oder gar Wahlbetrug „unserer“ Vertreter in den Parlamenten? – zu behaupten, die Wende auf dem Arbeitsmarkt sei bereits eingetreten.

In Bremen und anderen Orten der BRD war auf den Wahlplakaten der CDU zu lesen: „Der Aufstieg ist da“, doch hatten ungläubige Bremer Arbeiter dort handschriftlich mit einem Filzstift hinzugefügt:

W O ?

Da kommt vor der Wahl das Schlagwort – oder nennen wir es Ablenkungsmanöver – von einem sogen. Kombi-Lohn in die Diskussion. Der Bundesarbeitsminister Blüm brachte diesen Vorschlag in aller Mund, der vorsah, daß große Teile der Löhne und Gehälter vom Staat übernommen werden sollten. Einschränkend wurde einige Tage später festgestellt: „Das Experiment könne aber nur in ein oder zwei Arbeitsamtsbezirken vorgenommen werden“. Mithin stellen wir auch hier zu diesem Blüm-Plan fest: reine Wahlpropaganda!

Wir sagen hierzu auch: Im „real existierenden“ Sozialismus der früheren DDR wurden alle Löhne vom Staat garantiert. Frage: Nähern wir uns bereits diesen „Errungenschaften“ einer untergegangenen Staatsform?

Viele sprachen denn auch vom Abgesang und letzten Vorschlag des Herrn Norbert Blüm, der nach der Wahl wohl nicht mehr als Minister gefragt sein werde.

Ein anderer – ebenso hilfloser – Vorschlag, der von seiten der Regierungskoalition vor der Wahl immer wieder zu hören war, befaßte sich mit dem Plan, Arbeitslose dazu zu bewegen, Unternehmer zu werden und sich selbständig zu machen.

Auch hierzu unser Kommentar:

Wer Spitzenbetriebe aus steuerlichen oder anderen Gründen (Lohnniveau) ohne Gegenwehr ins Ausland abwandern läßt, muß verständlicherweise von unten Nachschub anfordern, wenn er auch morgen noch steuerzahlende deutsche Betriebe im Inland haben will.

Bei steigenden Arbeitslosenzahlen ist es nicht verwunderlich, daß die sich hilfslos gebende Regierungsseite alles versucht, die Arbeitslosenzahlen optisch herabzudrücken, und sei es mit derartigen Aufforderungen.

Unter dem Gesichtspunkt von Regierenden mag dies vordergründig logisch erscheinen. Es sei aber die Frage erlaubt: Warum gestatten sie dann, diesen – mit öffentlichen Mitteln überhäuften und geförderten – Arbeitgebern, sich folgenlos ins (steuerlich) feindliche Ausland abzusetzen?

Oder anders ausgedrückt: Warum gestattet man, daß die für die BRD lebenswichtigen Schlüsselindustrien – z. B. über die Börse – von globalen Kräften aufgekauft werden? Hier wäre ein weites Aufgabenfeld für das Bundeskartellamt. Und: Warum hört man nichts über die Mrd.-Gewinne aus Aktien, die steuerfrei ins Ausland fließen?

Warum Ist dieses Thema nicht Inhalt einer großen Anfrage im Bundestag?

Dann sei einmal mehr auf die selbst herbeigeführte Lähmung des Bundes, der Länder und der Gemeinden auf dem Gebiet der Finanzen hingewiesen. Die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit der Verwaltungen der öffentlichen Hand endet dort, wo die öffentlichen Kassen leer sind.

So hat die Bundesregierung z. Zt. die nachgeschalteten Gemeinden auf den Mrd.-Kosten für die Asylbewerber hängen lassen. Es ziehen folglich für die Gemeinden noch schlimmere Zeiten herauf.

Da aber unaufschiebbare Bau- und andere Vorhaben drängen, kommt einmal mehr eine andere Spielart des Kapitalismus – westlicher Prägung – immer öfter ins Gespräch:

Es war bereits nach der Wiedervereinigung davon die Rede, daß die Autobahn von Dresden nach Prag von privater Seite finanziert werden solle. Auch war zu hören, daß eine Brücke in Rheinlandpfalz von privater Seite errichtet und über eine Brückenmaut von den Bürgern finanziert werden solle. Sollen hier die Bürger neben der Steuerleistung eine weiteres Mal abgezockt werden?

Die Zeit war aber wohl bisher noch nicht reif für derartige Vorhaben, da die Öffentlichkeit kein Verständnis dafür zeigte, wenn Bauvorhaben um mindestens ein Drittel durch derartige Finanzierungsgebaren verteuert worden wären.

Nun aber ist es auf kommunaler Ebene so weit und der Widerstand gebrochen, daß zumindest begonnene Straßenbauvorhaben erstmals von sogen. privaten Bau- und Finanzierungsgesellschaften errichtet werden sollen. Allein die Planung soll (als Trost?) in der „öffentlichen Hand“ belassen bleiben.

Wenn auch die „öffentlichen Haushalte“ ihre gesetzlich zulässigen Verschuldungsgrenzen längst erreicht oder gar überschritten haben und die ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Haushaltssperre droht, müssen wir hier doch mehrere wichtige Fragen stellen:

  1. Warum warnen die Banken nicht vor einem derartigen Schritt in die vollkommene Überschuldung der „öffentlichen Hand“ ? Jedem Privatmann würde eine weitere Verschuldung als finanziell untragbar und eine Finanzierung als unseriös abgelehnt werden!
  2. Warum finanzieren die Banken – auf dem Weg über private Unternehmer und private(!) Vermittler – derartige Vorhaben? Glauben sie wirklich, die öffentliche Hand sei in 10 oder 15 Jahren eher in der Lage, derartige Schulden abzubauen?

Unsere Frage lautet deshalb:

Brauchen die (teilweise auch im öffentlichen Besitz befindlichen) Banken diesen Auftrags- und Finanzierungsschub, um selbst noch ein wenig länger überleben zu können?

Jeder private Häusle-Erbauer weiß, daß sich über die in 30 Jahren zu zahlenden Zinsen seine Gesamtfinanzierungskosten im allgemeinen verdoppeln. Sollte das im vorliegenden Fall für die „öffentliche Hand“, für uns Steuerzahler, nicht auch zutreffen?

Hier stellt sich auch von ganz allein die Frage: W a s kommt dann in einigen Jahren für ein Finanzierungsvorschlag, wenn auch dieser Weg voll ausgeschöpft worden ist?

Oder wird dann endlich einmal die Frage auftauchen: Woher kommen diese Zahlungsmittel, und wer hat so viel Geld, daß er der Pleitefirma BRD immer wieder immer neue Wege zu immer neuen Geldquellen offeriert? Vielleicht stellt man dann ja fest, daß diese – über die Privatbanken erschlossenen – „Quellen“ zu 90% bei „unserer“ Bundesbank bzw. in Zukunft bei der EZB in Frankfurt zu finden sind.

Hier taucht wie von allein die Frage auf: Warum bedient sich die öffentliche Hand nicht unmittelbar bei der Bundesbank zum Diskontsatz oder als Großabnehmer noch billiger?

Und: Sollte man – zum Zwecke der endgültigen Entschuldung – diese angeblich unabhängigen Einrichtungen als unsere alleinigen Gläubiger nicht einfach verstaatlichen? Oder sind das Gedanken und Fragen, die man in einer angeblich demokratischen Gesellschaftsordnung nur denken, aber nicht aussprechen darf, ohne politisch verfolgt zu werden?

Wie geht es weiter ?

Sollte in der Zukunft die für uns zuständige EZB als supranationale Bank nicht mehr flüssig sein, wird die Globalbank – pardon, die Weltbank – gern mit Krediten aushelfen. Die Wertschöpfung

– ES IST VOLLBRACHT –

liegt dann bei dieser „unabhängigen“ globalen Einrichtung. Wer sollte eine solche Bank politisch kontrollieren wollen?

Der Hinweis für Einfältige auf unser angeblich schlechtes Steuersystem kann da nur belächelt werden. Wir Heutigen dürfen offensichtlich nicht auf den Gedanken kommen:

Nicht das viel beschimpfte Steuersystem, sondern dieses „unser“ Währungssystem sollte auf dem Müll der Geschichte landen!

Bedenken wir auch die folgenden Vorgaben: Die Propheten und Propagandisten der heraufziehenden „One World“-Ordnung glauben uns – über alle verfügbaren Medien – vormachen zu können, daß sich die Menschen dieser heraufziehenden „Ordnung“ durch den sich weiter entwickelnden technischen Fortschritt freiwillig unterordnen.

Diese stehen so oder so – das wird uns gesagt – den kommenden Änderungen vollkommen wehrlos gegenüber und würden sich – systembedingt – unterwerfen.

Diese Propheten vergessen, daß technischer Fortschritt – soll er langfristig Gewinn bringen – dem Menschen zu dienen hat und nicht dem wie immer gearteten System.

Der Verfasser glaubt erkennen zu können, daß die Bomben von Nairobi und Daressalam erste Anzeichen eines weltweit anzusiedelnden Widerstandes waren, den Globalisierungsbestrebungen einer ungeliebten „One World“-Ordnung Einhalt zu gebieten!

Die alte Frage nach Unterwerfung oder wie immer geartetem Widerstand gegen einen weltweit erzwungenen „American Way of Life“ bleibt von jenen globalen Kräften vollkommen unberücksichtigt.

Wer ungebeten globale Ziele verfolgt und gegen den ausgesprochenen Willen der Menschen durchsetzt, wird sich naturgemäß mit globalem Widerstand abfinden müssen. Ob ein „Dritter Weltkrieg“ diesen Widerstand der Menschen, Völker und Nationen brechen soll?

Frage:

Kann die währungspolitische Lähmung der BRD durch die Globalisierungsbestrebungen überwunden werden?

Am 20. und 21. Mai 1998 kam über die Medien für BRD-Bürger die alarmierende Meldung, daß bis zum Jahre 1999 bereits ein Deckungsfehlbetrag in Höhe von 99 Mrd. DM in den Finanzkassen der Gemeinden, Länder und des Bundes klaffen werden.

Wir haben nicht geglaubt, daß die CDU als Regierungspartei den im Aufwind befindlichen Oppositionsparteien SPD und Grüne derartige Munition für die „Bundestagswahl“ am 27. 9. 98 frei Haus liefern würde.

Darum taucht hier von ganz allein die Frage auf: War diese Meldung eine gezielte Indiskretion? Und vor allem: Wer setzte sie – zum Nachteil jener Regierungsparteien – in Umlauf?

Kann man Regierungsparteien finanz- und wirtschaftspolitisch besser als mit diesem Fehlbetrag öffentlich angreifen und der Unfähigkeit bezichtigen? Es ist für Bonn mehr als üblich, daß eine weitere Diskussion über dieses Thema unterbleibt.

Man kann sich vorstellen, wie nach dem offenbar werdenden Finanzchaos Bundeskanzler Kohl über seinen Finanzminister Theo Waigel verärgert war. Die Schallmauer der 2-Billionen-DM-Verschuldung der öffentlichen Hand ist längst überschritten. In der BRD glaubt niemand mehr, daß diese Summe von unserem Volk jemals zurückgezahlt werden kann. Und nun diese 99-Mrd.-DM-Schreckensmeldung!

Das Heer von über 6 Mill. Arbeitslosen bereitet den Herrschenden weiterhin Lösungsschwierigkeiten und schlaflose Nächte.

Die Meldungen über aufgewendete 166 Mrd. DM, die man für das Arbeitslosengeld, und 20 Mrd. DM für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Umschulungen 1997 verbrauchte, waren für die Bonner Koalition markerschütternd.

Vergessen wir deshalb nie:

Eine Lösung dieser lästigen Frage ist im kapitalistischen Währungssystem – westlicher Prägung – weder möglich noch vorgesehen. Die Verschuldung ist systembedingt! (s. unsere früheren Arbeiten zu diesem Thema)

Ein „Sozial“haushalt von über 160 Mrd. DM, der zum größten Posten im Bundesetat geworden ist, sorgt für weiteren Sprengstoff und eine vollkommene politische Lähmung jeder BRD-Regierung, auch einer linken Koalitionsregierung.

Wen wundert es da: Die Angst vor einem Aufstand der Arbeitslosen – die man früher Proletarier nannte – wächst.

Noch kann man die Massen ruhig halten. Aber noch ist keine Partei, keine Gewerkschaft, keine organisierte Widerstandsbewegung auf den Gedanken gekommen, dieses – durch die Arbeitslosigkeit – betroffene 15-Mill.-Wählerpotential (einschließlich Familienangehörigen) zu mobilisieren.

Ob wir auch hier nach dieser Bundestagswahl Überraschungen erleben werden?

Und nun zu den – nicht nur für unser Volk – riesigen Auswirkungen der Globalisierungs„spiele“:

Am 22. und 23. 5. 1998 erfuhren wir, daß die uralte europäische Plattenfirma Polygram im Besitz der Phillips von den Niederlanden in die USA bzw. nach Canada verhökert worden ist.

War der gescheiterte Ausflug von Phillips zu den Grundig-Werken nach Nürnberg so riskant und teuer, oder müssen hier die finanziellen Wunden der Niederländer behoben werden, die man sich beim Untergang der Flugzeugwerke Fokker zuzog?

Die US-amerikanische Firma Seagram – ein Schnaps- und Whisky-Imperium des nicht unbekannten Herrn Bronfmann mit Sitz in Montreal – machte das Rennen und wandte 18 Mrd. DM auf, um uns künftig noch besser (!) mit Musik „made in USA“ überfluten zu können.

Es steht damit zweifelsfrei fest, daß Seagram nunmehr zum größten „Musik“konzern der Welt wurde. Wir gratulieren !

Frage:

Gibt es in der „globalen“ Welt noch keine Kartellbehörde, die mittlere und kleinere Betriebe auf nationalen Ebenen vor derartigen Umtrieben schützt, oder haben die Völker die ungeschriebenen Grund„gesetze“ des Kapitalismus – westlicher Prägung – widerstandslos hinzunehmen?

Allein Frankreich versucht, mit hinhaltendem Widerstand die eigene nationale Kulturszene zu retten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es uns doch außerordentlich merkwürdig, wenn nicht gar zweifelhaft, wenn dem deutschen Privatunternehmer und Medienmogul Leo Kirch eine Zusammenarbeit mit dem Bertelsmann-Konzern („Premiere“) in Sachen „Digitales Fernsehen“ von Brüssel von einer zwanzigköpfigen EU-Kommission unter Leitung des EU-Kommissars van Miert einstimmig (!) abgelehnt wurde.

Kirch hat nach den negativen Bescheiden aus Brüssel und nach Medienberichten damit über 1,5 Mrd. DM (Meldung des 1. Deutschen Fernsehens vom 27. Mai 1998) in den Sand gesetzt. Ob er langfristrig überleben kann?

Wir sind bestimmt keine Sympathisanten des Herrn Leo Kirch und seines DF1-Senders, stellen aber fest, daß diesmal in Brüssel mit zweierlei Maß gemessen wurde.

Hatte Kirch sich mit Bertelsmann den falschen (?) Partner ausgesucht, oder ist er gutgläubig und leichtsinnig in eine „global“ ausgelegte Falle gelaufen ?

Wir sind davon überzeugt, daß das „Digitale Fernsehen“ mit einer unendlichen Zahl von Filmangeboten füher oder später kommen wird, allein weil es möglich und in anderen Staaten bereits durchgeführt worden ist. Dann aber ist sicherlich mit einem Betreiber aus den USA zu rechnen. Wollte van Miert das?

Da bleibt die Frage: Hat Brüssel die Interessen eines Privatmannes auf nationaler Ebene behindert und den „Globalisierungs“bestrebungen internationaler Kräfte zum Nachteil Europas Vorschub geleistet ?

Darüber hinaus möchten wir in dieser Sache festhalten, daß die scheinheiligen Ablehnungsgründe – u. a. Bildung eines Monopols –, wie uns aus Brüssel mitgeteilt wurde, mit einem „globalen“ Verständnis und den zugehörigen Notwendigkeiten nicht in Einklang zu bringen sind:

Eine Firma, eine Gesellschaft, die im kapitalistischen Zeitalter weltweit agieren will und muß, kann gar nicht groß genug sein, wenn sie gegen noch größere Gesellschaften mithalten will.

Das Ende der kapitalistischen Fahnenstange ist hier bereits zu erkennen, da auch der Weg zum Monopol systembedingt ist.

Aber vielleicht stand der Privat- und Selfmademan Leo Kirch mit seinen ungewöhnlichen bayerischen Finanzierungsmethoden (der Freistaat Bayern gewährte Herrn Kirch einen Mrd.-Kredit), an denen andere nicht teilhaben konnten, noch größeren Firmen im Wege?

Wir stellen deshalb fest, daß eine objektive Brüsseler Entscheidung anders auszusehen hat. Hätte sich auch Kirch – wie Bertelsmann vorgemacht – sofort einen Partner aus den USA suchen sollen ?

Der Verlag Bertelsmann greift seinerseits nach den Sternen und hat sich – parallel zu den Verhandlungen mit Kirch – durch Zukauf eines bedeutenden Verlages in den USA angeblich einen „globalen“ Zuschnitt gegeben.

Zu diesem Vorgang sagten das Kartellamt der BRD und die Brüsseler Wächter in Sachen Wettbewerb nichts! Ist es ein Nichts, wenn Bertelsmann zum größten Verlag der westlichen Welt wird? Ist das kein Monopol, wenn man den Wettbewerb umgehen oder ausschließen kann? US-amerikanische Literaten beklagen bereits heute den Eintritt Bertelsmanns in den dortigen Markt.

Oder wurde Bertelsmann von den USA aufgekauft? Wir werden es frühestens dann erfahren, wenn uns die Firmenleitung in Gütersloh unter Leitung des Herrn Mohn eines Tages mitteilt, daß der Sitz der Firma Bertelsmann leider – wohlmöglich „aus steuerlichen Erwägungen“ (?) – in die USA verlegt wurde (werden mußte?).

Wir erinnern hier an die Kaffee-Firma Jacobs, Bremen, die vor ein paar Jahren noch in der BRD ihren Sitz hatte. Es hieß zunächst:

Hurra! Jacobs hat Suchard aufgekauft.

Doch welch ein Irrtum! Die Firma Jacobs wurde aufgekauft und ist beim Globelplayer „General Food“ in den USA gelandet. Wo da wohl die Steuern bezahlt werden müssen?

Ob man sich bei diesen „globalen“ Aussichten auch um die Deutsche Bank oder um Siemens Sorgen machen muß? Sind diese beiden deutschen Großfirmen

dem Druck der Globalisierung

noch lange gewachsen? An den Börsen ist es gerade um diese genannten Firmen sehr lebendig geworden. Werden auch sie von global agierenden Kräften umworben und „klammheimlich“ aufgekauft? Über die Börse ist alles möglich!

Von der Deutschen Bank ist zu hören, daß sie die Filialen der UBS-Bank in der Schweiz übernehmen will. Da stellen wir die Frage: Bringt die Größe einer Bank allein die Rettung? „Größe“ kommt gleich vor „Größenwahn“ und hat schon viele Gesellschaften sehr schnell in den Abgrund gerissen. Wir erkennen, daß der Verdrängungswettbewerb weiter auf allen Ebenen im vollen Gange ist.

Wir wollen und müssen deshalb auch die Verschmelzung von Mercedes und Chrysler und eine weitere geplante Fusion von Mercedes mit einer ostasiatischen LKW-Firma nicht unerwähnt lassen.

Auch hier wird bald die Frage auftauchen, ob sich die BRD noch als Firmen-Standort eignen wird ? Dem Vernehmen nach liegt der Wachstumsmarkt für Mercedes in den USA! Wer kann da Schlechtes denken ?

Die Absicht und Strategie der Globalplayers ist klar erkennbar:

Globale Monopole, aufgeteilte Produktionserlaubnisse und letztendlich die Beherrschung der Absatzmärkte und eines mit allen Mitteln manipulierten Verbrauchers sind das monetäre Ziel.

Im großen Planspiel eines MAI (Multilaterales Abkommen über Investitionen) der 29 reichsten Länder der Erde sind diese Ziele bereits angesprochen und vorgegeben. (Wir kommen darauf noch zurück!)

Den werktätigen und abhängig gehaltenen Arbeiter hat man bereits seit langem im Griff. Der hochgehängte Brotkorb und seine Verschuldung zeigt allemal Wirkung.


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Ausverkauf der deutschen Industrie – Teil II

Im I. Teil nimmt der Verfasser zum PHI-Deutschlanddienst v. 11. März 1998 Stellung und setzt sich mit der dort vertretenen These „Deutsche Unternehmen haben im vergangenen Jahr 47 Mrd. DM im Ausland investiert“ auseinander.
In der Erwiderung wird die absurde These widerlegt, indem der Verfasser den Ausverkauf der deutschen Industrie aufzeigt und auch am Mittelstand z. B. in Remscheid belegt. Er schließt mit den „Auswanderern“ und verweist auf die internationalen Verflechtungen, die letztendlich Schritte hin zur Globalisierung sind, die intensivst betrieben wird, um vollendete Tatsachen zu schaffen.

K. H. Kläuser

Verringerter Kräftebedarf

Bekanntlich sind alle Sparten der deutschen Wirtschaft in Fachverbänden organisiert. So auch die Hersteller von Waren des täglichen Bedarfs wie

z. B. Bekleidung, Schuhe oder Ernährung. Da diese wiederum zu den wichtigsten Bedürfnissen eines jeden Menschen zählen, wollen wir sie uns auch einmal näher betrachten.

Bekleidung

Im Jahre 1965 erzielten hierzulande noch 5559 Unternehmen mit 398 000 Beschäftigten gut 12,3 Mrd. DM Umsatz. – 30 Jahre später jedoch konnten die 1415 verbliebenen Hersteller bei 116 000 Werktätigen dafür 25,5 Mrd. DM erreichen.

Von den 1996 hier operierenden 20 größten Bekleidungsherstellern Europas (lt. Textilwirtschaft) werden 6 Gesellschaften aus Deutschland ausgewiesen, von diesen sind aber Triumph und Schiesser schweizerischen Muttergesellschaften zuzuordnen, wogegen Adidas heute in französischem Besitz ist. Der Herrenkleiderbetrieb Hugo Boss zählt zur italienischen Marzotti-Group, wogegen eine Escada AG des Wolfgang Ley (43%) Anleger aus Japan, Frankreich oder auch den USA vorweisen kann. – Die an 9. Stelle der Aufstellung rangierende Steilmann-Gruppe aus Wattenscheid beschäftigt in 123 Fabriken weltweit 18.200 Mitarbeiter, von denen nur 2200 Personen in der BRD einen Arbeitsplatz haben. 2/3 des Umsatzes von 1,32 Mrd. DM stammen aus europäischen Produktionen mit Schwerpunkt Rumänien.

Wenn auch der Hersteller Trigema in Burladingen (3 Werke, über 1100 Beschäftigte bei 153.1 Mio. DM Umsatz und 18 Geschäften) verkündet, seine Erzeugnisse würden in Deutschland hergestellt, so ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Bekleidungshersteller Ahlers, Bäumler, Hucke, Seidensticker oder DOB-Fabrikant Gerry Weber, der selbst auch über eigene. Shops verfügt, bis zu 94% ihrer Waren aus ausländischen Fertigungsstätten beziehen.– Gleichzeitig bedienen Levi Strauss, VF Corporation (Marken: Lee, Blue Bell, Wrangler), Mondi-Textil, Jordache, Hanes, HIS Sportswear aus den Staaten, Benetton-Group, Gruppo Tessile, Ermangilde Zegma aus Italien oder Hesco, resp. Damon aus den Niederlanden, um nur einige zu benennen, ebenfalls den heimischen Markt über eigene Boutiquen oder Franchiseunternehmen.

Damit bleibt für uns nur noch festzustellen, unsere Bekleidung kommt zu gut 90 Prozent aus dem Ausland.

Schuhindustrie

Diesen Abwärtstrend hatte auch die deutsche Schuhindustrie durchzustehen. wenn in den 60er Jahren noch 808 Schuhfabriken gezählt wurden:, so nahm in den Jahren 1968 bis 1988 die Anzahl der Betriebe von 749 auf 275 ab. Gleichzeitig ging die Zahl der Beschäftigten von gut 90 842 auf 35 000 zurück. Im Jahre 1997 erreichten dann die verbliebenen 164 Werke mit nur noch 18 700 Werktätigen einen Umsatz von 6,5 Milliarden DM, der sich gegenüber 1968 mehr als versechsfacht hatte.

Für den heutigen Mischkonzern Salamander spielt die Fertigung von Schuhen in 2 Werken mit 450 Beschäftigten nur noch eine untergeordnete Rolle. Man verfügt über 200 Fachgeschäfte im In- und Ausland. Die Auslandsproduktion kommt aus zwei eigenen Werken in Ungarn, aus Lohnfertigungen in Osteuropa sowie aus Regiefertigungen in Italien, Portugal und Indien. Mit 3 Salamander-Engagements in der früheren Sowjetunion, die in der Kostenrechnung nicht konsolidiert waren, haben z. B. im Jahre 94 dann 7 343 Mitarbeiter etwa 5,9 Mio. Paar Schuhe hergestellt. Ein Jahr später lag der Umsatz bei 915.9 Mio. DM.

Der Damenschuh-Hersteller Gabor Shoes AG in Rosenheim beschäftigt am Firmensitz 300 Leute. Seine 2 700 Beschäftigten in der Welt erreichten 400 Mio. DM Umsatz. Seine erste Herrenschuh-Kollektion kam dabei aus Portugal.

Während bei Gallus in Viersen die Produktion auf 280 Mitarbeiter zurückgefahren wurde, konnte mit den 900 Beschäftigten weltweit ein Umsatz von 120 Mio. DM erreicht werden. Dann übernahm ein Geerts van Spaendonck aus den Niederlanden diese Herrenschuhfabrik.

Die französische Muttergesellschaft überließ ihre Tochter André Deutschland GmbH zwei deutschen Unternehmern, die gleichzeitig das Moderna Schuh-Center aus englischem Besitz erstanden und heute über 156 Filialen verfügen mit 163 Mio. DM Umsatz. – Andererseits ging die deutsche Ski- und Bergschuhfabrik Lorenz Wagner GmbH & Co KG, Jetzendorf/München, an die italienische Zanatta-Gruppe in Treviso.

Hinter Bata Schuhe GmbH, Bensheim, steckt das Schuhimperium der Familie Bata aus Toronto, das bereits 1991 über 68 Fahriken in 44 Ländern verfügte und 80 000 Menschen beschäftigt. Mit Bally Deutschland GmbH, München, erzielte die schweizerische Muttergesellschaft im Jahre 1996 etwa 85 Mio. DM Umsatz mit 260 Beschäftigten. –

Nehmen wir die Ara-Schuhfabriken, die Freudenberg-Gruppe mit ihrem Kinderschuhhersteller Elefantenschuh nebst den Filialgeschäften Conrad Tack oder die Wortmann Schuh-Holding in Detmold, eines haben sie gemeinsam, sie produzieren oder lassen auch herstellen in den sogenannten Billiglohnländern. – Auch hier gilt die Erkenntnis, wir tragen vorwiegend im Ausland gefertigtes Schuhwerk.

Ernährung

Im Jahre 1949 waren in den verbliebenen 1 646 751 landwirtschaftlichen Betrieben über 3,5 Millionen Menschen beschäftigt. 40 Jahre später waren 600 000 Höfe mit 672 000 Helfern verblieben. Wenn. auch gleichzeitig die durchschnittliche Betriebsgröße von 8 auf 16 Hektar anwuchs, so sind noch das zu erwartende Bauland und die stillgelegten Flächen in Abzug zu bringen. Keinesfalls aber ist das „Volk ohne Raum“ in der Lage, sich selbst zu ernähren und deshalb auf Zulieferungen aus dem Ausland angewiesen.

An vorderster Stelle der Importeure dürfte hier wohl das Kartell der Bilderberger und Trilateralen Andreas O. Dwayne, der Weltkonzern Archer Daniels Midland (ADM) stehen. Mit der Tochter ADM Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, verfügt der Getreidegigant über die F'irmen: Alfred C. Toepfer International, Intrade Holding, Oelmühle AG, Neuhof Hafengesellschaft, Noblee & Thörl, Silo P. Kruse Betriebs GmbH, alle Hamburg, wie auch die RGL Rostocker Getreide-Lagerhaus GmbH, Rostock, Oelmühle Leer Connemann GmbH, Leer, und eine ADM Ölmühle GmbH Ölwerke Spyck, Kleve.

Unter den größten Zulieferern des deutschen Lebensmittelhandels befinden sich die Konzern Unilever, Ph. Morris, Nest1é, Coca-Cola, Procter & Gamble, BAT, Benckiser, PWA-Group, Jacobs-Suchard, R. J. Reynolds, CPC International Inc. Campina Melkunie, Groupe Danone, Seagram Deutschland, Hügli Nahrungsmittel, van Houten & Zoon, Solvay, Moet-Hennessy, Cerestar Deutschland, Pepsi-Co, Rothmans Europe, Colgate Palmolive, Continental Grain Company, um nur einige zu nennen. Selbst die Konzerne Reemtsma, Südzucker, Oetker oder die Kölner Imhoff-Gruppe produzieren heute größten Teils im Ausland.

Ausblick

Nachdem wir nun gesehen haben, wie abhängig wir schon allein bei unseren Grundbedürfnissen vom Ausland sind, bleibt noch, festzuhalten daß die Weltkonzerne über ihre Tochtergesellschaften bei den einzelnen Fachverbänden auch den entsprechenden Einfluß haben. Nur so ist es zu erklären, daß ein Europa-Manager der IBM World Trade Corp., Hans Olaf Henkel, überraschend in die Position eines Präsidenten des Verbandes der Deutschen Industrie gewählt wurde.

Seit der letzten UN-Konferenz für Handel und Entwicklung werden weltweit 39 000 transnationale Unternehmungen mit 270 000 Tochtergesellschaften gezählt. Und von diesen, so heißt es weiter, seien 7 300 Multis mit 11 900 Tochtergesellschaften (ohne Holdinggesellschaften im Ausland) allein in der Bundesrepublik tätig. Dazu kämen noch einmal 13 000 Betriebe mit mehr als 1 Million DM Nominalkapital, bei denen ausländische Kapitalgesellschaften wesentlich beteiligt sind.

Im Zeichen der Globalisierung muß dann beim Wirtschaftsstandort Deutschland auch von folgenden Daten ausgegangen werden:

Mit dem steigenden Verlust an Arbeitsplätzen stieg aber die Zahl der Millionäre in der Zeit von 89-96 von 157 auf 447 an. Gleichzeitig nahm die Zahl der überschuldeten Personen auf 1,7 Millionen und die Anzahl der Obdachlosen auf gut 1 Million zu. Auch waren im Jahre 1997 gut 34 798 Insolvenzen zu vermelden.

Die Bundesbürger verfügen über ein Grundvermögen in Höhe von 7 Bill. DM. Dabei zeigte die Schuldenuhr des Steuerzahlerbundes (1.8.98. 0,00 Uhr) den Schuldenberg des Bundes mit 2,288 Bill. DM an, der pro Sekunde um weitere 3,203 DM ansteigt. – Dabei hat der Bund mit 3/4 seines Haushaltes=349 Milliarden DM (Stand 31.12.93) für „Nettolasten des Deutschen Volkes für Gastarbeiter, Asylanten und internationale Einrichtungen sowie für sonstige Einwanderer“ aufzukommen.

Letzten Endes stimmt aber auch die Rolle der Roboter sehr bedenklich. In der Zeit von 1980 bis 1997 stieg bei uns die Anzahl der stählernen Arbeiter von 1 253 auf 72 000 Einheiten an. Wenn 1980 bereits 4 Arbeitsplätze pro Roboter verlorengingen, so waren es im Jahre 1990 bereits 25 mit steigender Tendenz, versteht sich. Hinzu kommen die Arbeitsplatzverluste durch Fusionen, Übernahmen und Rationalisierung. So meinte Der Spiegel (39/ 1996) zur angestrebten Globalwirtschaft bereits: „Zwanzig Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung werde im kommenden Jahrhundert ausreichen, um die Weltwirtschaft in Schwang zu halten.“


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