Deutschland
Schrift für neue Ordnung


INHALTSVERZEICHNIS 3/4-97

VOLK - NATION - EINHEIT

Der Unmut wächst

Hilferuf von drüben

DEUTSCHE AUSSERHALB UNSERER GRENZEN

Verhöhnung statt Versöhnung

Soldaten als lebende Fackeln

ZEITGESCHEHEN

Deutschland – schuld am 2. Weltkrieg? – Teil VI

Die Wahrheit über die Atlantik-Charta

Der zerbrochene Mythos

RECHT

Heiliger Krieg und kein Ende

Unterdrückung und Verfolgung deutscher Patrioten

Nachruf Thies Christophersen

WIRTSCHAFT

Kostenfaktor Mensch – Teil II

Wirtschaft – quo vadis? – Teil II

Die feindliche Übernahme

LESERBRIEFE

E. Priebke trotz Freispruch noch in Haft

Institut gegen die Diskriminierung


VOLK - NATION - EINHEIT


Der Unmut wächst

E. Kemper

Betrachtet man zu Beginn des Jahres 1997 die innenpolitische Lage in der BRD, ist es sicherlich so, daß sich noch niemand vorstellen kann, daß für den sogenannten Bundesbürger die Zeit des ewigen „sozialen Friedens" unrettbar verloren gegangen ist.

Die Mehrheit der satten Bundesbürger will und kann sich noch nicht an den Gedanken gewöhnen, daß die über Jahrzehnte falsch gesteuerte Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik Auswirkungen auf sein eigenes, ganz persönliches Leben haben soll.

„Otto Normalverbraucher" war bisher zu unpolitisch, als daß er es für erforderlich gehalten hätte, über seinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Nun trifft es ihn umso härter.

Er hat gearbeitet und geschuftet, hat Deutschland nach dem Krieg in einem einzigartigen Kraftakt wieder aufgebaut – und politisch den Mund gehalten.

Zu gewaltig waren im Nachkriegsdeutschland die Zerstörungen und Aufgaben, als daß es da über politische Fragen einen Streit hätte geben können.

Die politische und wirtschaftliche Entmündigung der Deutschen nach der militärischen Niederlage von 1945 hatte darüber hinaus ihre eigenen Auswirkungen:

Die allen Deutschen aufgezwungene Scham über die – angeblich selbst verschuldete – Niederlage ließ ein selbständiges Denken auch gar nicht zu. Macht ging (geht) vor Recht! Insofern kann man von einer Entmündigung des Deutschen Volkes sprechen.

Außerdem wurde der Bundesbürger dazu erzogen und über die Medien täglich angehalten, der Arbeit seiner im Amt befindlichen Nachkriegspolitiker gläubig zu vertrauen. Diese Nachkriegspolitiker waren ein – im Sinne des NS-Staates – unbelasteter Personenkreis. Sie und ihre heutigen Nachfolger sollten nunmehr versagt haben?

Weiter: Die uns bis dahin unbekannte „Demokratie" stand für die Richtigkeit der Nachkriegspolitik ein. Und: Was sollte da schon aus dem Gleis laufen, wenn die Siegermächte ein politisches Gebäude errichteten, das Kriege jeder Art – so die Versprechungen – für alle Zeiten ausschloß?

Zu groß waren in der Nachkriegszeit die Vorwürfe gegen unser Volk, als daß die Menschen den Mut aufgebracht hätten, sich gegen politisch / administrative Anweisungen der alliierten Siegermächte aufzulehnen.

Jedes andere Ordnungssystem, das auch Arbeit, Brot, und Überleben gebracht hätte, wäre jedoch von der am Boden liegenden Bevölkerung ebenso angenommen worden. Auf die heutige Zeit übertragen: Wer nach Albanien Frieden, Arbeit und Brot bringt, wird keinen Widerstand vorfinden.

Aber: „Der Krug geht so lange zu Wasser, bis er bricht!" Die Last der dem Bundesbürger aufgebürdeten Verpflichtungen wurde mit der Zeit so groß, daß das „soziale Netz" zu reißen begann.

Jenen verantwortlichen politischen Kräften in Bonn ist die augenblickliche Lage aber besser bewußt, als wir dies für möglich halten. So wird es dem derzeitigen Bundeskanzler Helmut Kohl denn auch nahegelegt, nicht noch einmal für sein Amt zu kandidieren...

Soll der Bundeskanzler auf Grund der sich abzeichnenden Schwierigkeiten aus der Schußlinie genommen werden? Hat er „...seine Schuldigkeit getan..." und soll gehen?

Sein Amt wird in naher Zukunft zweifellos eine Einrichtung bleiben, die nur mit einem eingebauten Schleudersitz angeboten werden sollte.

Es mehren sich – täglich mehr erkennbar – die Anzeichen, daß dieser so beschriebene Bundesbürger das Maß seiner Geduld für voll hält. Die Autobahnsperrungen durch Bergleute im Ruhrgebiet (11.3.) und die Protestkundgebungen von Bauarbeitern auf der größten Baustelle in Europa, dem Potsdamer Platz in Berlin (10. bis 15.3. 1997) sind nicht nur äußere,

sondern revolutionäre Anzeichen,

die eine bewegte Zukunft für die BRD erwarten lassen. Die Nachkriegszeit dürfte damit ihr Ende gefunden haben ...

Denkt man dabei in alten Kategorien, sollte man berücksichtigen, daß der Ausweg nach links verstellt ist, da der idealisierte Kommunismus 1989 begraben wurde. Die linken Gewerkschaftsvertreter haben sich in die ihnen angebotenen Betten der angeblichen Klassenfeinde gelegt. Sie sitzen in allen Vorstandsetagen in den Aufsichtsräten. Der Ausweg nach links ist damit blockiert. Wer soll und wer wird da die politische Alternative aufzeigen?

So haben denn auch führende Vertreter der SPD (Schröder) in ihrer Not und mangels eines Klassenfeindes u.a. sinngemäß festgestellt:

„Es gibt keine linke oder rechte, sondern nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik!"

und überholen mit diesen Äußerungen und Anbiederungen die „rechte" CDU.

Aber die Enkel der verleumdeten Weltkriegs-II-Soldaten fahren weiter auf ihren japanischen Motorrädern unbekümmert einer ihnen sonnig erscheinenden „globalen" Zukunft entgegen.

Die Sorgen und mahnenden Worte der älteren Generation wollen sie nicht mehr hören und betäuben ihren Frust mit Rauschgiften aller Art.

Da Bonn keine Lösungen anbieten kann

– „das sitzen wir aus!", hörte man in der Vergangenheit –

und eine weitere Einwanderungswelle von in Not geratenen Menschen aus Osteuropa droht und keine Hinweise auf den versprochenen ewigen Frieden geboten werden, ist es an der Zeit, daß auch in Bonn politische Köpfe rollen.

Schon ist der Schreckensruf aller „Regierenden" vor dem Kanzleramt am Rhein aus einigen tausend Kehlen von empörten Bergleuten zu hören:

„Wir sind das Volk!"

und zwingt den Inhaber dieses Amtes zum politischen Offenbarungseid. Wer den Fehler begeht, arbeitenden deutschen Menschen

„Das Recht auf Arbeit...",
die Erzeugung eigener Nahrungsmittel,
die eigene Energieversorgung usw.

mit dem Hinweis auf einen angeblichen billigeren „Weltmarkt" abzukaufen, sollte sich nicht wundern, daß diese Milchmädchenrechnung langfristig nicht aufgeht. Die am 13. 3. 1997 mit den Bergleuten im Kanzleramt getroffene Übereinkunft ist keine Lösung der Probleme. Bergleute mit 48 und 50 Jahren in die Rente zu schicken heißt, die anfallenden Belastungen dem Steuerzahler und der Allgemeinheit aufzubürden. Es bleibt festzuhalten:

Kanzler Kohl hat dem Druck der Straße erstmals nachgegeben!


Den Bösen sind sie los -
die Bösen sind geblieben (Faust, Vers 2509)

Haben die Demokraten uns nicht
den Himmel auf Erden beschert,
seit der Welt größter Bösewicht
niemanden mehr stört? ?

Allen sollte es wohl ergehen,
ganz ohne Blut und Fehden,
keinem ein Unrecht je geschehen,
Frieden und Freiheit für jeden! !

Doch hört und liest man überall
– seit Deutschland unterlag –
von Mord, Verbrechen, Überfall,
unzählbar Tag für Tag!

Betrüger, Gangster, Rauschgiftbanden
beehren uns als „Gäste",
auf daß man sie in deutschen Landen
von unsern Steuergeldern mäste!

Von Frieden, Freiheit, Demokratie
scheinen wir Lichtjahre entfernt!
Mit schönen Worten und Perfidie
werden die Völker gehörnt!

Beate Deutsch


„Hilferuf von drüben":

Genossin Angela Marquardt, Führungskraft der PDS, ist vom Gericht vom Vorwurf der Billigung von Straftaten freigesprochen worden. In Verbindung mit einem Brandanschlag auf eine Weimarer Druckerei ist sie in einem Zeitungsinterview wiedergegeben worden. Sie hielte es für „legitim", wenn die dortige Herstellung der „Jungen Freiheit" (damit) verhindert werden könne.

WK–5.2.1997

Wo sitzen eigentlich die sogenannten Faschisten?


Am 25. September 1996 verstarb im Land Brandenburg
nach langer Krankheit unser
Rechtsstaat
im zarten Alter von noch nicht einmal 6 Jahren.
An diesem Tage wurde eine frühere bekennende SED-Juristin, u. a. Mitglied der „Kampfgruppen der Arbeiterklasse", ganz demokratisch in das hohe Amt einer Verfassungsrichterin gewählt.
In tiefer Betroffenheit
Die Opfer der SED-Justiz
Kondolenzschreiben sind an den Brandenburgischen Landtag zu richten.

In der Folge 1/2-1997 veröffentlichten wir die Traueranzeige, mit der „Der Stacheldraht" vom 22.10.96 seinen Protest gegen die Ernennung der Leipziger Notarin Rosemarie Will zur Bundesverfassungsrichterin zum Ausdruck brachte. Als Antwort auf Fragen zum Grund des Protestes nachfolgende Anmerkung.

Die ehemalige DDR-Richterin weilte von 1979 bis 1980 zu einem Studienaufenthalt in der SU. Noch im Herbst 1989 verlangte sie das Verbot der Bürgerrechtler und der Opposition. Im Mai 1990 wurde sie Dekan der Juristischen Fakultät der Humboldtuniversität. Betrieben wurde die Inthronisation vom Rektor Fink, Deckname I M. Heine. Als das Amt nicht mehr zu halten war, ließ sie sich als Notarin in Leipzig nieder. 1996 stieg sie wie der Phönix aus der Asche zur Bundesrichterin auf. Im BVG stärkt sie nunmehr die Internationale an der Seite der Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe, Jutta Limbach (Nachfolgerin des Bundespräsidenten Herzog), die vormals als Justizsenatorin in Berlin für die Aufklärung der SED-MfS-Verbrechen zuständig war. Noch im März 1993 gab sie folgende Erklärung ab:

„Doch wird man selbst das MfS nicht als eine Vereinigung betrachten dürfen, deren Zwecke und Tätigkeit darauf gerichtet war, Straftaten zu begehen. Sie diente nachrichtendienstlichen Zwecken. Der hauptamtliche Zweck war es nicht, Straftaten zu planen und zu begehen, obwohl diese zu seinem Alltag gehörten." (Hilferuf von Drüben, 3/95)


Sie knüpfen für uns die Schlingen

Sie knüpfen für uns die Schlingen
Fleißig, die linken Brüder,
Es wird ihnen noch gelingen,
Wir werden ja müder und müder.

Sie knüpfen auf unsere Kosten
Fleißig, die linken Brüder,
Erhalten behördliche Posten,
Wir werden ja müder und müder
Und liefern zum guten Gelingen
Den Hanf noch für unsere Schlingen,
Und liefern zum guten Gelingen
Den Hanf noch für unsere Schlingen.

Sie knüpfen in den Gerichten
Fleißig, die linken Brüder,
Wir kennen sie, die Geschichten,
Und werden ja müder und müder.

Sie knüpfen in Zeitung und Sendern
Fleißig, die linken Brüder,
Wir tun nichts, um dies zu ändern
Und werden ja müder und müder
Und liefern zum guten Gelingen
Den Hanf noch für unsere Schlingen,
Und liefern zum guten Gelingen
Den Hanf noch für unsere Schlingen.

Sie knüpfen auch in den Schulen
Fleißig, die linken Brüder,
Wolln um unsre Kinder buhlen,
Wir werden ja müder und müder.

Lied der Opfer
Text: Hubertus Scheurer.
Komposition und Gesang: Gerd Knesel

Zum Inhaltsverzeichnis


DEUTSCHE AUSSERHALB UNSERER GRENZEN

Verhöhnung statt Versöhnung!

So wird das Machwerk, das man Vertrag nennt und von Bonn und Prag inzwischen unterzeichnet wurde, von dem deutsch denkenden Volksteil beurteilt. Das Vertragswerk, an dem angeblich Historiker gearbeitet haben sollen, enthält in der Endfassung lediglich den Satz nicht mehr, der den Sudetendeutschen unterstellte, an der Zerschlagung der CSR beteiligt gewesen zu sein.

Die Vorgeschichte, die zur Gründung des Kunststaates führte, bleibt völlig unberücksichtigt. Mit keiner Silbe findet die zwangsweise Gründung dieses Staates entgegen dem Volkswillen der Deutschen, der durch das Abstimmungsergebnis eindeutig belegt ist, Erwähnung, und damit die widerrechtliche Eingliederung der gesamten Grenzzone die von Deutschen einheitlich bewohnt wurde und die im politischen Sprachgebrauch Sudetenland genannt wird. Wie im Diktat von St. Germain, wurden auch bei diesem Vertragswerk die Betroffenen ausgeklammert. Das Demokratieverständnis unserer Parteivertreter ist überall spürbar. Wichtig ist offenbar nur, die Voraussetzungen zur Osterweiterung (EU und NATO) zu schaffen, wobei sonderbarerweise die Slowakei keine Erwähnung findet. Die Menschen spielen keine Rolle. Sie sind nur Marionetten im Spiel der nach Weltherrschaft strebenden Kräfte.

In nachfolgendem Brief an Bundeskanzler Kohl wird von einer urteilsfähigen Sudetendeutschen Stellung bezogen und Antwort verlangt.

Gertrud Franke

Bezug: Deutsch-tschechische Erklärung über die gegenseitigen Beziehungen und deren künftige Entwicklung vom 27.02.1997

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

die sogenannte deutsch-tschechische Versöhnungserklärung ist für die betroffenen Sudetendeutschen „ein Verhöhnungsvertrag". ohne die geringste Achtung vor dem furchtbaren Schicksal dieser aus ihrer angestammten Heimat wider jedes Völker- und Menschenrecht vertriebenen deutschen Volksgruppe. Die entsetzlichen Verbrechen, die an diesen Menschen nur ihres Volkstums wegen verübt worden sind, finden überhaupt keine Erwähnung. Die Zahl der über 240.000 Toten wird verschwiegen.

Die Tschechen hätten sich in ihren kühnsten Träumen keinen besseren Schlußstrichvertrag wünschen können. Dieses von der deutschen und tschechischen Regierung ausgehandelte Machwerk ist nur zu Gunsten der Tschechen auf Kosten des Rechtsanspruches von über drei Millionen Heimatvertriebenen abgefaßt.

Dieser Unrechtsvertrag enthält von der Eingangserklärung bis einschließlich der Aussagen unter der Ziffer 8 neben hohlen Worten nur Geschichtslügen.

In dem Vertrag vom 27.02.1997 haben nicht „Deutsche und Tschechen einander die Hand gereicht", sondern die Vertreter der jeweiligen Regierungen.

Das Land Böhmen war die Heimat von Deutschen und Tschechen, die niemals im Lauf der Geschichte „zusammengelebt haben", sondern in völkisch und sprachlich getrennten Lebensräumen nebeneinander als Nachbarn: die Deutschen sowohl im geschlossenen Siedlungsgebiet als auch in den vom tschechischen Volkstum streng getrennten Sprachinseln im Innern Böhmens. Das trifft auch auf Prag zu, dessen deutsche Bevölkerung noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Mehrheit von zwei Dritteln besaß.

Was das „kulturelle Erbe" betrifft, so hatten Deutsche und Tschechen ihre eigene Kulturgeschichte, wobei die Deutschen während der Jahrhunderte immer die Lehrmeister der Tschechen waren. Der erste Staatspräsident T.G. Masaryk hat diese Tatsache betont mit folgenden Worten: „Mögen die Deutschen auch nicht unsere Freunde sein, so sind sie doch allezeit unsere Lehrmeister gewesen." In diesem Zusammenhang erscheint erwähnenswert, daß am Premyslidenhof deutsch gesprochen wurde und dieser mit den deutschen Fürsten wetteiferte, eine besondere Pflegestätte deutscher Kultur zu sein. War doch Herzog Wenzel II. selbst ein berühmter deutscher Minnesänger. Selbstverständlich hatten alle Städte Böhmens, die deutschen wie die später entstandenen tschechischen, deutsches Stadtrecht. Die Wiedererweckung ihres Volkstums zu Anfang des 19. Jahrhunderts verdanken die Tschechen Herder und der deutschen Romantik. Ebenso haben Deutsche Mitte des 19. Jahrhunderts einen wesentlichen Beitrag zur Erneuerung der tschechischen Schriftsprache geleistet. Palacky hat seine ersten Werke in Deutsch verfaßt, und die Vortrags- und Verhandlungssprache der Teilnehmer des Slawenkongresses 1848 in Prag war die deutsche.

Die Geschichtskenntnisse des deutschen Volkes sind im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mangelhafter geworden. Aber, wenn die Vertreter der höchsten Ämter der deutschen Bundesrepublik keine Ahnung von der Geschichte des Landes haben, mit dessen jetzigen Staatsvertretern sie einen für die Zukunft so wichtigen Vertrag abschließen, dann muß sich das katastrophal auswirken.

Im Fall des deutsch-tschechischen Versöhnungsvertrages sind die Sudetendeutschen die Opfer, dem gesamten deutschen Volk aber wird dieser Vertrag ungerechtfertigterweise noch schwere Lasten auferlegen.

„Zugefügtes Unrecht kann nicht ungeschehen gemacht werden", das stimmt zwar leider. Sehr wohl aber kann Unrecht gesühnt werden, „ohne daß neues Unrecht entsteht". Man muß nur nach den einfachsten Rechtsprinzipien handeln. Gestohlenes Gut dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben läßt niemals „neues Unrecht entstehen!"

Es liegt keinesfalls im Interesse der Bundesrepublik „die Aufnahme der Tschechischen Republik in die Nordatlantische Allianz nachdrücklich zu unterstützen." Vom Rechtsstandpunkt aus ist eine Aufnahme des tschechischen Staates in die Europäische Union unmöglich, da dessen Regierung durch Beibehaltung der Beneschdekrete keinen Artikel des Völkerrechts als rechtsbindend anerkennt.

Wirtschaftlich gesehen ist die Aufnahme Tschechiens in die europäische Gemeinschaft nur schädlich für Deutschland, da die Bundesrepublik noch mehr finanzielle Leistungen für diesen osteuropäischen Staat aufbringen muß als bisher.

Im letzten Satz der Einleitung ist von „dauerhafter und zukunftsgerichteter Versöhnung" die Rede. Wer soll sich mit wem „versöhnen"? Das Opfer mit dem Täter oder der Täter mit dem Opfer? Im Klartext: die aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen Sudetendeutschen, die all ihres Besitzes beraubt wurden, mit ihren Vertreibern und Räubern? Oder diese mit ihren Opfern, die zwar ihre Untaten bereuen, sich aber weiterhin unangefochten des gesamten geraubten Besitzes erfreuen dürfen? Das deutsche Wort „Versöhnung" hat eine ganz andere Bedeutung.

Zu Ziffer 1

Da heißt es wörtlich: „Die Bundesrepublik Deutschland und die Tschechische Republik teilen heute gemeinsam demokratische Werte, achten Menschenrechte, die Grundfreiheiten und die Normen des Völkerrechts und sind den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit und einer Politik des Friedens verpflichtet"

Die in diesem Abschnitt aufgestellte Behauptung der „Achtung demokratischer Werte, der Menschenrechte, Grundfreiheiten und Normen des Völkerrechts" stellt eine Verhöhnung der heimatvertiebenen Sudetendeutschen sondergleichen dar.

Da setzt sich die Bundesregierung in einem diktatorischen Willkürakt über jedes Menschenrecht hinweg, mißachtet die Grundfreiheiten und die Normen des Völkerrechts der ihrer Obhut anvertrauten Sudetendeutschen, entscheidet diktatorisch über ihre Rechtsansprüche, ohne ihre Vertreter auch nur zu den Vorverhandlungen dieses für sie so schicksalhaften deutsch-tschechischen Vertrages zuzulassen.

Herr Bundeskanzler, wir Sudetendeutschen sind seit der Vertreibung aus unserer Heimat Bürger der Bundesrepublik ebenso wie jeder einheimische Deutsche, wir haben mit Einsatz all unserer Kräfte dieses Land wieder mit aufgebaut.

Dafür hat die deutsche Bundesregierung alle unsere Rechtsansprüche verraten und verkauft an einen Partnerstaat, der sich über ein Drittel seiner Bodenfläche durch Vertreibung der dort seit Jahrhunderten ansässigen deutschen Bevölkerung angeeignet hat, der einen großen Teil seines „heutigen Staatsbesitzes" durch Mord und Raub an den Sudetendeutschen „erworben" hat, der diese schlimmsten Völkerverbrechen noch im Nachhinein als rechtens erklärt ebenso die gesetzlich garantierte Straffreiheit der Täter dieser Verbrechen. (Gesetz vom Mai 1945).

Mit der Unterzeichnung dieses allen Regeln der Demokratie und des Völkerrechtes widersprechenden „Versöhnungsvertrages" hat die deutsche Bundesregierung jedes Anrecht verloren, sich einen „demokratischen Rechtsstaat" zu nennen. „Ein klares Wort zur Vergangenheit" ist sehr wünschenswert, erfordert allerdings die nötigen Geschichtskenntnisse.

Sie, Herr Bundeskanzler, haben vor einiger Zeit in einem Fernsehinterview auf die Frage des Reporters nach Ihrem Geschichtsstudium geantwortet, daß Sie sich hauptsächlich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und somit mit der Geschichte des Dritten Reiches beschäftigt haben. Das intensive Studium eines 12jährigen Abschnittes der deutschen Geschichte genügt aber in Ihrem Fall nicht. Ein deutscher Bundeskanzler hat die Interessen des deutschen Volkes zu vertreten und dessen Geschichte ist über 1200 Jahre alt. Wenn es Ihnen zeitlich nicht möglich war, sich mit den Jahrhunderten der Geschichte Ihres Volkes zu befassen, so sollten Ihnen zumindest die historischen Tatsachen des 20. Jahrhunderts bekannt sein. Dies trifft aber keineswegs zu, wie der Abschnitt unter Ziffer 2 des Vertrages in erschütternder Deutlichkeit beweist. Darin bekennt sich die deutsche Seite zu einer historischen Verantwortung Deutschlands, die es den historischen Begebenheiten nach gar nicht haben konnte.

Ziffer 2

besagt: „Die deutsche Seite bekennt sich zur Verantwortung Deutschlands für seine Rolle in einer historischen Entwicklung, die zum Münchener Abkommen von 1938, der Flucht und Vertreibung von Menschen aus dem tschechoslowakischen Grenzgebiet sowie zur Zerschlagung und Besetzung der Tschechoslowakischen Republik geführt hat."

Dieses unsinnige „Bekenntnis", das mit der geschichtlichen Wahrheit absolut nichts zu tun hat, muß man mehrmals lesen, um die Ungeheuerlichkeit dieser Selbstbezichtigung zu begreifen.

Im Vertrauen auf die Erfüllung der 14 Punkte des amerikanischen Präsidenten Wilson legten im November 1918 die verbündeten Mächte Deutschland und Österreich-Ungarn die Waffen nieder. Während dieses Waffenstillstandes besetzten tschechische Soldaten völlig rechtswidrig die sudetendeutschen Gebiete. Ihre Kommandanten verkündeten, daß jede Kritik dieser militärischen Zwangsmaßnahmen mit Verhängung des Standrechtes und Tod durch Erschießen bestraft würde. Im November und Dezember 1918 wurde auf diese Weise gewaltsam das gesamte sudetendeutsche Gebiet eingenommen. Dies war der erste Schritt, der zur Gründung des tschechischen Unrechtsstaates führte, und die Vorstufe zum Münchener Abkommen.

1917 war bereits im tschechischen Emigrantenkreis um Benesch die sogenannte „Kufnerkarte" ausgearbeitet worden, auf der die Teile Deutschlands eingezeichnet waren, die man für den zukünftigen tschechischen Staat beanspruchte.

Masaryk und Benesch versuchten während des ersten Weltkrieges im westlichen Ausland die Westmächte, einschließlich Amerikas, für die Gründung eines tschechischen Staates zu gewinnen. Benesch verfaßte seine berüchtigten Memoranden, die sämtlich gegen die Deutschen gerichtet waren.

Memorandum III wurde mit seinen falschen geographischen und Volkszugehörigkeitsangaben, Zahlenfälschungen und Geschichtslügen eine der Grundlagen, welche die Westmächte bei der Friedenskonferenz in St. Germain-en-Laye bewogen, der Gründung dieses von Anfang an Unrechtsstaates zuzustimmen.

Die Slowaken wurden durch den Pittsburger Vertrag für den neuen Vielvölkerstaat gewonnen. Das große Reich der Österreich-Ungarischen Monarchie wurde in St. Germain aufgeteilt. Die Proteste der Sudetendeutschen verhallten ungehört, ihre Vertreter mußten während der Friedensverhandlungen vor den Absperrungen draußen stehen.

Am 28. Oktober 1918 wurde in Prag der neue Vielvölkerstaat ausgerufen, den die Tschechen ihren Nationalstaat nannten, sie hatten in der Geschichte noch keinen eigenen Staat besessen. Die anderen Völker, die künftig in diesem unseligen Staatsgebilde leben mußten, wurden gegen ihren Wunsch und Willen diesem Staat einverleibt. Die stärkste Minderheit nach den Slowaken verkörperte die Sudetendeutsche Volksgruppe mit über drei Millionen Einwohnern neben den Ungarn, Polen und Ruthenen. Dieser Nationalitätenstaat, der nur auf Wunsch der Tschechen geschaffen wurde, der für die anderen Nationen ein Zwangsstaat war, konnte keinen langen Bestand haben.

Die Gründung dieses Staates ist die Ursache, „München" die Folge.

Herr Bundeskanzler, ich wäre Ihnen aufrichtig dankbar, wenn Sie erklären würden, welche Rolle Deutschland bei der Gründung der CSR gespielt hat und inwiefern das damalige Deutschland, über dessen künftiges Schicksal zur gleichen Zeit in Versailles verhandelt wurde, Verantwortung trägt, daß den Sudetendeutschen das Selbstbestimmungsrecht verweigert wurde.

Am Beginn der historischen Entwicklung dieses neuen Staates steht als Markstein der Bluttag des 04. März 1919 – ewiger Gedenktag der Sudetendeutschen.

An diesem Tag wurden in Österreich die Parlamentswahlen abgehalten. Die Sudetendeutschen wollten als Volksgruppe Österreichs unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker an diesen Wahlen teilnehmen. Die tschechischen Machthaber verboten dies. Da zogen die Sudetendeutschen zu Tausenden in Schweigemärschen durch die sudetendeutschen Städte, um mit diesen friedlichen Protestdemonstrationen der Welt zu zeigen, daß dieser Staat, der vorgab, ein demokratischer zu sein, das Selbstbestimmungsrecht in Anspruch für seine Gründung genommen hatte, es aber seiner größten Minderheit verweigerte.

Ohne jede Vorwarnung schoß tschechisches Militär in die schweigend dahinziehenden Menschenmassen. Bei diesem Blutbad wurden 54 Männer, Frauen, Greise und Kinder getötet und über hundert teils schwer verletzt.

Für dieses abscheuliche Verbrechen soll Deutschland die Schuld tragen?

Das ist doch absurd!

Ist Deutschland auch verantwortlich für die folgenden 20 Jahre für die Enteignung von 800.000 ha Boden, für die Entlassung deutscher Beamter, die hohe Zahl der Schließung deutscher Schulen, die Auflösung deutscher Schulklassen, die Benachteiligung der sudetendeutschen Wirtschaft, das zunehmende Elend in den sudetendeutschen Notstandsgebieten, die vierfach höhere Zahl deutscher Arbeitsloser im Vergleich zu der tschechischen, die Zwangsversetzung Sudetendeutscher ins Landesinnere, die ständige Drangsalierung und völkische Unterdrückung?!

All diese Maßnahmen sind Meilensteine auf dem Weg nach München. Und dafür bekennt sich Deutschland verantwortlich!

Aber, mit bestem Willen, Herr Bundeskanzler, kann das Verantwortungsbewußtsein der deutschen Bundesregierung doch nicht die außer Deutschland am Münchener Abkommen noch beteiligten Mächte mit in das deutsche Schuldbekenntnis einbeziehen. Diese Anmaßung werden sich Frankreich, England und Italien energisch verbitten. Sie sollten einmal in den betreffenden Dokumenten nachlesen, was die Regierungsmitglieder dieser drei Mächte und die der USA, die Parlamentarier dieser Staaten und die Presse dieser Länder zur Auflösung des tschechischen Nationalitätenstaates erklärten. Sie alle waren sich einig, „daß endlich ein Staat aufgehört hat zu bestehen, der so nie hätte geschaffen werden dürfen."

Im zweiten Abschnitt unter Ziffer 2 „bedauert die deutsche Bundesregierung das Leid und das Unrecht, das dem tschechischen Volk durch die nationalsozialistischen Verbrechen von Deutschen angetan worden ist, und würdigt „die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft."

Von einer Würdigung der 242.000 Todesopfer der Sudetendeutschen ist keine Rede, sie werden überhaupt nicht erwähnt. Das darf aber nicht verwundern, denn für die deutsche Bundesregierung gibt es nur „deutsche Täter", aber keine „deutschen Opfer".

Wer mehrere Jahre im Protektorat Böhmen gelebt hat und täglich mit Tschechen in Berührung kam, weiß, daß keinem Tschechen von Deutschen ein Leid geschah, es sei denn, er leistete der Protektoratsregierung und ihren Verwaltungsstellen gegenüber Widerstand. Die Tschechen blieben von den Kriegsereignissen vollkommen verschont. Während die deutschen Männer an allen Fronten im Kampf standen, verdienten die tschechischen in den durch Kriegseinsatz der Deutschen frei gewordenen Stellen gutes Geld, aber nicht als „Zwangsarbeiter".

In Karlsbad z.B. waren während des Krieges weit mehr Tschechen im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig als Deutsche. Die tschechischen Kellner in der Universitätsmensa in Prag erzählten uns Studentinnen voll Stolz daß sie bereits soviel Geld seit Errichtung des Protektorates verdient hätten, daß sie sich nach Kriegsende ein Haus bauen konnten. Die als Angestellte im Studentinnenheim arbeitenden tschechischen Frauen luden uns deutsche Studentinnen zum Mittagessen sonntags ein, damit sich „die armen Madln" einmal richtig sattessen konnten. Diese Beispiele von Zeitzeugen können beliebig vermehrt werden. Von einer „Gewaltherrschaft" spürte das tschechische Volk während der Protektoratszeit nichts – das ist die historische Wahrheit, die man jedoch von offizieller Seite nicht zur Kenntnis nehmen will; man leugnet bzw. verleugnet sie. Aber die Wahrheit, die auf den historischen Tatsachen beruht, ist auf die Dauer stärker als jede Regierungsmacht.

So dürfen wir um unser Recht betrogene Sudetendeutsche auf die Erfüllung des Wahlspruchs von Präsident Masaryk hoffen. „Die Wahrheit siegt!"

Den vorhergehenden Geschichtsfälschungen der „deutsch-tschechischen Erklärung" folgt im letzten Abschnitt der Ziffer 2 gleich die nächste.

Es wird darin behauptet, daß „die nationalsozialistische Gewaltpolitik gegenüber dem tschechischen Volk beigetragen hat, den Boden der Vertreibung nach Kriegsende zu bereiten".

Die historischen Tatsachen widerlegen auch diese Behauptung.

Schon 1918 war die Vertreibung der Sudetendeutschen von tschechischer Seite geplant. – Man mußte aber auf einen günstigeren Zeitpunkt warten.

Am 3. Juni 1945 war es dann soweit. Präsident Benesch befahl in seiner für die Sudetendeutschen so folgenschweren Rede in Tabor. „Ich erteile allen Nationalausschüssen strengen Befehl, unseren Leuten im Grenzgebiet Platz zu schaffen. Werft die Deutschen aus ihren Wohnungen und macht unseren Leuten Platz. Alle Deutschen müssen verschwinden. Was wir 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt."

Bereits im September 1938 versuchte Benesch den französischen Exministerpräsidenten Leon Blum in einem Geheimvorschlag vom 15./16. September für einen „Transfer" als ,,Ortsverlegung" hunderttausender Sudetendeutscher zu gewinnen.

Das Münchener Abkommen machte dies unmöglich. Als sich die Niederlage Deutschlands im zweiten Weltkrieg abzeichnete, kam Benesch nicht nur auf seine „Ortsverlagerungsidee von 1938" zurück, sondern entwickelte sogar eine „Endlösung" (final solution) des Sudetendeutschenproblems. In der folgenden Zeit suchte Benesch die Regierungen der Aliierten für diese Endlösung zu gewinnen.

Im Mai 1943 gelang ihm dies mit Präsident Roosevelt.

Im Dezember 1944 sicherte ihm Stalin bei der Unterzeichnung des „tschechisch sowjetischen Vertrages über die Freundschaft, gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit nach dem Krieg" seine Unterstützung zu.

1944 gab Churchill seine Vorbehalte „gegen eine derartige Bereinigung des Nationalitätenproblems in Mitteleuropa" auf. So konnte das Außenministerium am 28.8.1944 „eine Denkschrift für den Präsidenten" ins Weiße Haus schicken, in der von einer „Überführung einer bedeutenden Zahl von Deutschen aus diesem Staate auf Wunsch der tschechoslowakischen Regierung. die Rede ist.

Vom 5. Mai 1945 an wird „diese Überführung" in Form des schlimmsten Völkerverbrechens als Vertreibung aus ihrer Heimat und all ihrem Besitz furchtbare Wirklichkeit.

In dem am 5. Mai über den Prager Rundfunk gesendeten Regierungsaufruf zur Verfolgung der Deutschen heißt es:

„Mit dem Abschub von mehr als drei Millionen Deutschen aus unserem Staate erfüllt sich die kühnste Hoffnung. Damit wird der jahrhundertelange Kampf gegen die germanischen Eindringlinge glorreich beendigt, die Politik der großen Präsidenten Tomasch Garrique Masaryk und Edvard Benesch herrlich gekrönt".

In diesem Aufruf kommt „von der langen Geschichte fruchtbaren und friedlichen Zusammenseins", die in der Einleitung des „Versöhnungsvertrages" gepriesen wird, kein Wort vor.

Zu Ziffer 3

In dem Absatz unter Ziffer 3 bedauert die tschechische Seite, „daß durch die Vertreibung, (wofür ein beschönigender Ausdruck gebraucht wird) Enteignung und Ausbürgerung den Sudetendeutschen viel Leid und Unrecht zugefügt wurde." Dieses Bedauern kommt einer Verhöhnung der Opfer gleich, denn diese Verbrechen gegen die Menschen- und Völkerrechte werden durch die Beneschdekrete und das Gesetz vom 5. Mai legalisiert und sind nach wie vor für den tschechischen Staat rechtsgültig Bestätigt durch die Rede Präsident Havels vom 17. Februar 1995 in der Karlsuniversität in Prag: „Unsere Republik wird niemals über die Revision dieser Kriegsergebnisse sowie über keinen Eingriff in ihre Rechtsordnung oder über keine Art der Korrektur der Geschichte zu Lasten der Zeitgenossen verhandeln."

An anderer Stelle heißt es: „Alle Versuche sind umso törichter, von uns eine materielle oder andere Form der Wiedergutmachung für die Nachkriegsabschiebung zu verlangen."

Die Tschechen hätten nicht die geringste Absicht, „die Geschichte zurückzudrehen, unsere einstigen und vom Parlament legitim gebilligten Rechtsakte aufzugeben!"

Im nächsten Abschnitt unter Ziffer 3 behauptet die tschechische Seite, daß 1945 im tschechischen Staat „rechtliche Normen" bestanden. Das ist eine Unverschämtheit, eine solche Behauptung zu wagen im Hinblick auf die historischen Dokumente (Regierungsaufruf vom 5. Mai und Gesetz vom 5. Mai, das alle Verbrechen an Deutschen für straffrei erklärt). Die Deutschen waren vogelfrei, jeder Tscheche konnte Deutsche töten, foltern und berauben, ohne eine Strafe für diese Verbrechen fürchten zu müssen.

Zu Ziffer 4

Beide Seiten stimmen darin überein, „daß das begangene Unrecht der Vergangenheit angehört" und sie ihre Beziehungen „mit aus der Vergangenheit herrührenden politischen und rechtlichen Fragen ihre Zukunft nicht belasten werden."

Sie betonen zugleich, daß „jede Seite ihrer Rechtsordnung verpflichtet bleibt und respektiert, daß die andere Seite eine andere Rechtsauffassung hat."

Das heißt nichts anderes als die Anerkennung der Beneschdekrete und des Gesetzes vom 5. Mai durch die Bundesrepublik!:

Für die heimatvertriebenen Sudetendeutschen bedeutet dies nicht nur keine Anerkennung ihrer Rechtsansprüche auf Entschädigung ihres geraubten Besitzes, keinen Anspruch auf Verwirklichung des Heimatrechtes, sondern letztlich Anerkennung des an den Sudetendeutschen verübten Völkerverbrechens der Vertreibung als eine „durch Gesetz begründete Maßnahme der tschechischen Regierung".

Verbrechen wider Menschen- und Völkerrecht verjähren nicht.

Die Vertreibung der Sudetendeutschen, der Raub ihrer Heimat wird für die Zukunft des tschechischen Staates von folgenschwerer Bedeutung sein.

Zu Ziffer 5

Das hier angesprochene Minderheitenproblem betrifft lediglich die deutsche Minderheit in Tschechien, denn eine tschechische in Deutschland gibt es nicht

Von einer wesentlichen Forderung dieser Minderheit im tschechischen Staat oder gar einer „Gleichberechtigung" derselben ist bisher auf keinem kulturellen oder wirtschaftlichen Gebiet etwas zu merken.

Zu Ziffer 6

Hier geht es um „Freizügigkeit" und Wirtschaftsfragen mit eindeutigen Vorteilen für die tschechische Seite.

Auch nach Aufnahme Tschechiens in die Europäische Union werden Tschechen und Deutsche nicht „zusammenleben", sondern weiter nebeneinander als Nachbarn.

Zu Ziffer 7

Dieser Abschnitt besagt, daß ein gemeinsamer deutsch-tschechischer „Zukunftsfonds" errichtet wird, in dem die deutsche Seite das Siebenfache der tschechischen einzahlt und dessen Projekte „den Opfern nationalsozialistischer Gewalt zugute kommen sollen", für die sich die deutsche Seite „verpflichtet und verantwortlich fühlt".

Da die sudetendeutschen Opfer tschechischer Gewalt mit keinem Wort Erwähnung finden, wende ich mich an Sie, sehr geehrter Herr Bundeskanzler, mit der Frage, welche Verwaltungsstelle dieses „Zukunftsfonds" für die sudetendeutschen Opfer zuständig ist.

Meine Schwester und ich mußten wie die vielen anderen deutschen Mädchen und Frauen vom Juni 1945 bis zur Vertreibung Ende April 1946 tschechische Zwangsarbeit unter mehrfach lebensbedrohenden Umständen verrichten.

Falls für die sudetendeutschen Opfer tschechischer Gewalt keine Entschädigung vorgesehen ist, bitte ich um eine genaue Erklärung des Unterschiedes zwischen „tschechischen" und „deutschen" Opfern.

Zu Ziffer 8

In der letzten Ziffer 8 des Vertrages stimmen beide Seiten in Unkenntnis der Geschichte des Landes Böhmen überein.

Kein Zeitraum der Geschichte dieses Landes ist so genau erforscht wie der der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Man muß sich nur der Mühe unterziehen, die Fülle der Dokumente wissenschaftlich auszuwerten und sich zusätzlich der Sekundärquellen in Form der Aussagen von Zeitzeugen bedienen.

Von der bisher tätigen, besser gesagt, tagenden deutsch-tschechischen Historikerkommission ist dies jedoch nicht zu erwarten.

Das beste Beispiel dafür lieferte der Vorsitzende der tschechischen Kommission Prof. Kren anläßlich seines Gastvortrages am 26.11. 1996 in der Frankfurter Universität. Was der Herr Professor zu dem deutsch-tschechischen Verhältnis darbot, war mehr als abenteuerlich und bestand aus phantasievollen Behauptungen, Umkehr historischer Tatsachen, Leugnung geschichtlicher Fakten, Beschuldigung der Deutschen, Vorwürfen den Sudetendeutschen gegenüber.

Wenn die deutsch-tschechische Historikerkommission auf dieser Basis „ihre bisherige erfolgreiche Arbeit" weiter fortführen will, so muß dies vom wissenschaftlichen Standpunkt aus als skandalös bezeichnet werden.

Deutsche und Tschechen verbindet kein „gemeinsames Erbe", wie es schon in der Einleitung betont wurde. Es sei denn, man meint das kulturelle Erbe, das alle Völker des Abendlandes verbindet.

Nicht einmal an den Vorverhandlungen zu diesem Vertrag durfte eine Vertretung unserer Volksgruppe teilnehmen, obwohl wir Sudetendeutsche die Hauptbetroffenen dieser deutsch-tschechischen Abmachungen sind.

Es wurde über uns bestimmt, als wären wir unfreie Sklaven. Das mehrfach in dieser „Versöhnungserklärung" zitierte Menschen- und Völkerrecht gilt nicht für die Sudetendeutschen. Ihre Opfer, die tschechischer Gewaltherrschaft, haben kein Recht, Entschädigungsansprüche zu stellen, sehr wohl aber die Tschechen.

Die deutsche Bundesregierung übernimmt sogar die Verantwortung für die Vertreibung und Enteignung sudetendeutschen Vermögens. Aber wir Sudetendeutsche dürfen mit unseren Steuergeldern die Entschädigung für die tschechischen Opfer mitfinanzieren.

Unter dieser Voraussetzung – Bestrafung des Opfers, Belohnung des Täters – soll es „zu einer engen und guten deutsch-tschechischen Partnerschaft" kommen?

Mit uns Sudetendeutschen bestimmt nicht!

Die eigene deutsche Regierung, die sich einen demokratischen Rechtsstaat nennt, hat über drei Millionen ihrer deutschen Landsleute schmählich verkauft und schändlich verraten.

Mit dieser Tat, Herr Bundeskanzler, steht die deutsche Bundesregierung einzigartig in der Welt und der Weltgeschichte da.

Anmerkung:

Unter Kaiser Karl IV. wurde Prag die Hauptstadt des Großreiches der Luxemburger. Er gründete 1348 die Neustadt und die erste deutsche Universität. Die Stadt schmückte er mit glänzenden Bauten, Dom, Moldaubrücke und Hradschin. – Kö.


Das Versäumnis einer Revision der ersten Kriegsschuldlüge über 1914 führte schließlich zu einem zweiten, noch vernichtenderen und verhängnisvolleren Weltkriege. Verstocktes Festhalten an den Kriegsschuldlegenden des Zweiten Weltkrieges wird unausweichlich zu einem dritten Weltkrieg führen, gegen den sich der erste und zweite Weltkonflikt wie ein Quäkerfrühstück ausnehmen werden. Diese Binsenwahrheit wurde sogar von weitblickenden Historikern erkannt, die nicht zum Kreis der Wahrheitsforscher gehören, wie Professor D. F. Fleming, der treffend bemerkte: „Das Anliegen der historischen Wahrheitsforschung verdient Gehör. Sie kann uns helfen, jenen ,letzten' Krieg zu vermeiden, nach dem nichts mehr übrig bliebe, was der Erörterung wert wäre.

Dr. Harry Barnes: „Die deutsche Kriegsschuldfrage", 1964, S. 62 f


Deutsche Soldaten als lebende Fackeln

Dieser Text ist ein Zeugenbericht. Quelle: Wende-Verlag, Archiv-Nr. F.B. 156

Am Sonntag, dem 13. Mai 1945 um 11 Uhr vormittags kam Dr. E. Benesch aus seinem Londoner Exil am Masaryk-Bahnhof in Prag an. Vorher hatte er von London aus Richtlinien an das tschechische Volk in der Heimat herausgegeben: „In unserem Land wird das Ende des Krieges mit Blut geschrieben werden... Der Umsturz muß gewaltsam, muß eine gewaltige Volksabrechnung mit den Deutschen ... ein blutiger, unbarmherziger Kampf sein". Wie nirgends zuvor in der Welt zeigte sich bei ihm der über alles hinausgehende Haß in einem unvorstellbaren Ausmaße.

Auf seinen Wunsch und ihm zu Ehren wurden am Wenzelsplatz reihenweise deutsche Soldaten verkehrt mit dem Kopfe nach unten an Säulen, Bäumen und Anschlagtafeln lebend aufgehängt und mit heißem Teer beschmiert. Als Benesch in seinem Wagen erschien, ertönten Kommandorufe. Die Unglücklichen überschüttete man gleichzeitig mit bereitgestelltem Benzin oder Öl und zündete sie an. Die in ihrer Todesangst aufschreienden Menschen wurden durch die Hochrufe auf den Präsidenten mit „Nazdar" zum Teil übertönt. Um die lebenden Fackeln johlten und tanzten tschechische Frauen. Langsam fuhr er durch das Spalier brennender Deutscher. Die fürchterlichen Schreie hallten durch ganz Prag und lockten immer mehr zu solchen Schandtaten an. Die Schreienden wurden durch Knüppel, Eisenstangen und Stöcke zum Schweigen gebracht. Unkenntliche, verbrannte, blutige Fleischmassen blieben zurück. Darauf zwang man Deutsche, die halbverkohlten Leichen herunter zu nehmen. Verbranntes Fleisch löste sich und blieb an den Händen kleben. Dann wurde befohlen, die Füße der Toten anzufassen und in die Stefangasse zu schleifen, wo sie neben vielen anderen auf einem Lastwagen abgefahren wurden. Wohin die Leichen gefahren wurden, konnte nicht ermittelt werden.

Bereits am 10. Mai wurden Probefackeln veranstaltet. Bei der Einmündung der Wassergasse fing es an. Hier wurden drei Soldaten an der großen Reklametafel verkehrt aufgehängt, mit Benzin übergossen und lebendig verbrannt. Weil sie vor Schmerz fürchterlich schrieen, wurden die Köpfe bis zur Unkenntlichkeit blutig geschlagen. In den Prager Bordells wurden Orgien gefeiert. Dazu suchten die Tschechen Deutsche mit Intelligenzberufen aus. Ärzten und Ingenieuren wurden die Kleidungsstücke heruntergerissen, bis sie nackt dastanden. Arme und Beine wurden festgebunden und begannen sexuelle Martern, die nicht zu beschreiben sind...

Zum Inhaltsverzeichnis


ZEITGESCHEHEN


Deutschland – schuld am II. Weltkrieg? – Teil VI

Einpeitscher und Wegbereiter

E. G. Kögel

Franklin Delano Roosevelts Weg zum Kriege – III (Schluß)

Nach dem Buch von Edwin Herzstein:
Roosevelt und Hitler – A Prelude to War

Nora Seligmann

Nach Frankreichs Kapitulation redete Roosevelt gern von einer möglichen Kapitulation Englands, um als logische Folge eine direkte Bedrohung Nordamerikas durch ein nazistisches Europa auszumalen. In dem Zusammenhang machte Hermann Rauschnings Buch „The Voice of Destruction" („Die Stimme der Zerstörung") von 1940 seinerzeit einen ungeheuren Eindruck auf amerikanische Leser.

Roosevelt ging jetzt forsch mit seiner Kriegsvorbereitung auf ideologischer und politischer Ebene voran. Robert Sherwood, erfolgreicher Schreiber von Theaterstücken, gewann er für seinen Stab von Redenschreibern. Sherwoods Beitrag in dem „team" hatte immer wieder mit der Gefahr einer Unterwanderung Amerikas durch Nazis zu tun.

William Allan White und seine Gesinnungsgenossen leiteten das „Komitee zur Verteidigung Amerikas durch Hilfe für die Alllierten" aktiv. Zu seinen Mitgliedern gehörte Frank Knox, der Herausgeber der Chicago Daily News, Thoma W. Lamont von der Morgan Bank und viele andere Persönlichkeiten der republikanischen Partei.

Unterdessen führte Roosevelt auch persönlich den öffentlichen Stimmungskampf gegen Deutschland weiter mit seinen Pressekonferenzen und Radioansprachen und Plaudereien am Kamin. Seine Behauptungen über deutsche Untaten und Bedrohungen wurden immer kühner. Sabotage war da ein publikumswirksames Thema.

Die Gefahr der Sabotage beschwor Roosevelt einmal mit der Bemerkung herauf, daß scheinbar pro-deutsche Elemente das Militär und die Kriegsmarine unterwandert hätten. Ein andermal behauptete er, daß es in vierzig bis fünfzig amerikanischen Fabriken Sabotageversuche gegeben hätte. Wurde er mal kritisch hinterfragt, dann wich er jeder Antwort aus und überspielte die Situation mit einem Witz, einem Themawechsel oder einfach mit der Geste des Abschüttelns seiner Zigarettenasche – was vielleicht wirkungsvoller als Worte das Abschütteln des Feindes zum Ausdruck brachte. Seine Ausdauer brachte ihn zum Ziel; die ganze Presse schaltete auf seine Wellenlänge um: Selbst die Zeitungen seiner politischen Gegner gingen dazu über, die sensationellen Geschichten über Sabotagegefahr zu drucken.

Die größte Tageszeitung, die New York Times, brachte eine Serie von Artikeln über Nazigefahr in Südamerika. Der bekannte Journalist Howell M. Henry berichtete offensichtlich in gutem Glauben von der Landung 25.000 Mann deutscher, militärischer „Sturmtruppen" in Brasilien, und ähnlichen Geschichten. Als Ribbentrop später im Nürnberger Prozeß dazu befragt wurde, konnte er nur sagen, daß man sie so absurd gefunden hätte, daß sie keine Stellungnahme wert gewesen wären.

Ein anderer Höhepunkt der psychologischen Kriegführung stellte der Ende August 1940 fertiggestellte Film „The Ramparts we watch" (Auf dem Wall halten wir Wacht) von Henry Luce dar. Dieses reine Propagandawerk wurde als Dokumentarfilm bezeichnet. Die Scriptschreiber der Time Gesellschaft zogen alle Stränge der Rhetorik. Hier ein Beispiel für die Gedankenverbindung durch zeitliche/räumliche Nähe: Roosevelt erscheint im Zusammenhang mit Bildern von Helden des 1. Weltkriegs. Und ein Beispiel für tendenziöse Auswahl: In dem geschichtlichen Abriß werden der Versailler Vertrag, die Liga der Nationen (der Amerika seinen Beitritt versagt hatte) und die tragische politische Hinterlassenschaft Wilsons einfach nicht erwähnt. Die Kritiker dieser Art Kriegspropaganda, weil sie darin ein Unheil sahen, waren in der Minderheit und außerstande, eine größere Öffentlichkeit zu beeinflussen.

Die große Masse gewöhnte sich schließlich an die Idee der Unvermeidlichkeit des Krieges, von dem aber Amerika selbst verschont bleiben sollte. Roosevelt bearbeitete die Gemüter weiter, indem er immer wieder von der Gefahr eines Nazi-Angriffs auf die „westliche Hemisphäre" sprach, von der niemand recht wußte, welche geographischen Grenzen sie haben sollte. Er brachte es mit der Zeit aber fertig, daß man unter „Gefahr für die westliche Hemisphäre" eine Gefahr für Nordamerika verstand.

Im Bündnis der Achsenmächte (Berlin-Rom-Tokio) war Hitler besonders an der Klausel der gegenseitigen Unterstützung interessiert. Aber genau das sollte ihm spätestens mit Pearl Harbour zum Nachteil gereichen, während Roosevelt damit rechnen konnte, daß Berlin in seinem Streben, Amerika keinen Grund zur Kriegserklärung zu geben, die Japaner von Kriegshandlungen abhalten würde. Im Westen hatte Roosevelt vom deutsch-japanischen Bündnis schon gar nichts zu befürchten.

Die Wahlkampagne für die Präsidentschaft brachte Roosevelts Rhetorik auf neue Höhepunkte. Der bekannte Roosevelt-Gegner und Pressemagnat William Randolph Hearst sagte genau voraus, daß Roosevelt nach seiner Wiederwahl die Nation in den Krieg führen würde, den er seit drei Jahren schürte. Im Oktober versicherte Roosevelt, er werde nie amerikanische Soldaten in einen „fremden" Krieg schicken – was eine glatte Lüge war. Natürlich sah der durchschnittliche Zuhörer einen Krieg gegen Deutschland als einen fremden Krieg an, während für Roosevelt ein solcher Krieg eine Verteidigung amerikanischer Werte war im Dienste der Macht Amerikas, der Verteidigung der westlichen Zivilisation und der demokratischen Ideologie bedeutete.

Im Juli 1940 fand die Panamerikanische Konferenz in Havana statt, deren Teilnehmer eine Erklärung unterschrieben, wonach ein Angriff auf

eines ihrer Länder als ein Angriff auf die Vereinigten Staaten gewertet werden würde. Mit Churchill begann Roosevelt eine sehr enge Zusammenarbeit, bei der nicht Churchill, wie viele Amerikaner es gern glauben, sondern Roosevelt führend war. Nach Herzsteins Dafürhalten: „Eine Art religiöse Inbrunst schien ihn zu beflügeln" (was seine Kritiker heute als Kreuzzugsmentalität brandmarken). „Bei seinen politischen Initiativen ging Roosevelt mit seiner alten Gewandtheit vor, einer Mischung aus Charme, Zweideutigkeit und Hinterlist."

Bei der Wahlkampftagung der Demokratischen Partei hielt Roosevelt eine aufwühlende Rede, die die Hysterie" (Herzstein) aufs Höchste steigerte, um dann daran anschließend sein Publikum zu Ruhe und Besonnenheit aufzurufen und in ihn als den Retter Amerikas sein Vertrauen zu setzen. Wie Hans Thomsen von der Deutschen Botschaft berichtete, rückte Roosevelt dabei alle Gegner einer amerikanischen Intervention ganz in die Nähe von Feinden Amerikas wie die „fünfte Kolonne" Berlins in Amerika. Kurzum, jeder Gegner Rooseveltscher Außenpolitik wurde verteufelt.

Thomsen setzte alles daran, daß jeder Anlaß zu einer Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen vermieden würde. Das war auch im Sinne Hitlers, der Admiral Wilhelm Canaris, den Chef der militärischen Spionage-Abwehr, dringend gewarnt hatte, keinerlei Sabotageakte durch seine Agenten in den USA zuzulassen. Tatsächlich schien Canaris aber zu Thomsens Entsetzen genau das Gegenteil zu beabsichtigen. So erfuhr er, daß ein gewisser „Bergmann" der mit dem Generalkonsulat in New York in Verbindung stand, behauptete, er habe einen Dampfer der Red Star" Schiffahrtsgesellschaft im Hafen von Baltimore hochgehen lassen. Bergmann berief sich dabei auf einen Auftrag durch Hans Oster, der zur Abwehr gehörte . . . – Auf keinen Fall aber stellten Sabotageakte auch nur im entferntesten die Gefahr dar, die Roosevelt daraus machte. Was deutsches Spionage-Wissen anbetraf, so kam der allergrößte Teil der Nachrichten aus öffentlich zugänglichen Quellen, wie Zeitungen und Zeitschriften.

Während die Massenpresse auf Anstachelung von Roosevelt selber das Thema einer Invasions- oder Umsturzgefahr durch Nazis in Nord- und Lateinamerika immer ungehemmter ausschlachtete, ordnete Hitler der Marine strengste Zurückhaltung gegenüber amerikanischen Schiffen an, obwohl diese ja den kriegführenden Alliierten lebenswichtige Unterstützung brachten.

Hitler stand vor dem Dilemma, so Herzstein, einerseits Roosevelt in keiner Weise ein Argument für dessen These eines deutschen Angriffsplans gegen Amerika zu geben, während er andererseits durch die Unterlassung der für eine effektive Blockade Englands im Sommer 1940 notwendigen Maßnahmen, wie die Besetzung einiger Inseln im Atlantik, seine Chancen, den Krieg zu gewinnen, aufs Spiel setzte. Sein Nachgeben gegenüber Roosevelt war ein fataler strategischer Fehler.

Während die Blockade Englands und vor allem Hitlers Androhung seiner Invasion mehr Bluff als sonst etwas war, kam die Propagandawirkung Roosevelt in seiner antideutschen Kampagne zugute. Regelmäßig durchgeführte Umfragen zeigten deutlich, daß er die Stimmung in Amerika bis zum Herbst 1940 weitgehend auf seine Seite gebracht hatte. Für Hitler konnte es nun keinen Zweifel mehr daran geben, so Herzstein, daß Roosevelt für den Ausbruch des Krieges 1939 verantwortlich war.

Roosevelt bezeichnete als eine „bewußte Unwahrheit", jede Behauptung, er werde eines Tages amerikanische Soldaten in den europäischen Krieg schicken, während er in Wirklichkeit durchaus dazu entschlossen war. Seine Unterstützung Englands mit den Leih- und Pachtverträgen, wonach England amerikanische Hilfe mit der Abtretung von Stützpunkten bezahlte, stellte Roosevelt in Amerika als eine nationale Versicherungspolitik hin. So verkaufte er der Öffentlichkeit seine Unterstützung der Alliierten als Alternative für eine militärische Beteiligung Amerikas am Kriege.

Dem Verdacht einer einseitigen Stellungnahme für jüdische Interessen stellte er seine offizielle Gleichgültigkeit gegenüber jüdischen Flüchtlingen entgegen. Auf diese Weise gewann er auch Stimmen in Kreisen, die sich fragten, ob Roosevelts Politik von Juden bestimmt wurde. Viele unter ihnen kamen zu der Überzeugung, daß die „faschistische fünfte Kolonne", d. h. die Nazis" des BUNDES viel gefährlicher waren als die Juden. Bis Weihnachten 1940 war die Beeinflussung in der Hinsicht soweit gediehen, daß eine pro-faschistische oder pro-deutsche Äußerung als Verrat galt und Antisemitismus mit Faschismus bzw. Nazismus gleichgesetzt wurde.

Es gab unter den Feinden Roosevelts genügend Ausraster, die ihm ungewollt, wertvolle Handlangerdienste leisteten mit ihrer vereinfachten Anschauungsweise oder krassen Formulierung ihrer Thesen. Ihr Beispiel wurde dann als typisch für alle Gegner hingestellt (ein Verfahren, das man wohl inzwischen gerade in der BRD als klassisch bezeichnen darf).

Zu den leicht zu diffamierenden Gestalten in Amerika kamen auch die Parolen von Nazigrößen, die typisch waren für die Verbindung von Nationalismus und Antisemitismus, also die im Judentum eine Bedrohung für jede Nation sahen. Die zweifelhaften Gestalten unter den von Roosevelts Regierung verfolgten Gruppen brachten selbst Erzfeinde Roosevelts zu dem Schluß, daß er das geringere Übel sei im Vergleich zu einem möglichen Diktator, der sich mit Mobstern und Halbsinnern umgab.

Die Verfolgung der kleinen Leute unter Roosevelts politischen Gegnern wurde inzwischen immer brutaler: Die Mitgliedschaft im BUND konnte zu Aberkennung der amerikanischen Staatsangehörigkeit und zu Deportation führen. Die Konten des BUNDES wurden eingefroren mit der Begründung, daß es sich um eine zum 3. Reich gehörende Körperschaft handele. Unter den Umständen lebten letzten Endes alle Deutsch-Amerikaner in ständiger Angst.

Ein anderer Verein, der Anfang 1940 geknackt wurde, war die „Christian Front", nachdem der FBI sie infiltriert hatte. Es hieß, man habe große Vorräte an Waffen, Munition und Material zur Herstellung von Bomben in den Häusern ihrer Anführer gefunden. Edgar Hoover, Chef des CIA, erklärte, die Gruppe hätte vorgehabt, viele Juden, Kommunisten und ein Dutzend Kongreßabgeordneter zu ermorden im Gefolge eines bewaffneten Aufstandes in New York.

In dem Prozeß gegen die „Christian Front" wurden 14 Leute der Aufhetzerei/Aufwiegelei angeklagt, aber von den Geschworenen freigesprochen. Das hinderte aber nicht, daß ein Eintreten für diesen Verein bzw. die Äußerung faschistischer Ansichten fortan als gleichbedeutend mit Aufhetzerei, wenn nicht gar Landesverrat angesehen wurde. Im Fall einer anderen Gruppe, der „Christian Mobilizers", über die Walter Winchell, Roosevelts Mann in dem Hearst Presse-Imperium, seinen Auftraggeber informierte, sorgte man dafür, daß die Behörden der einzelnen Staaten sie beschatteten.

Die großen Leute, die z. T. zum „Amerika First"Komitee gehörten, wenn manche auch ihre Mitarbeit öffentlich nicht zuzugeben wagten, wie z. B. John Foster Dulles, konnte Roosevelt nicht so einfach vom Tisch räumen. Bei einigen war dies mit einer verlängerten Rufmordkampagne möglich, wie im Falle von Charles Lindbergh.

Die Postulate selber von „Amerika First" waren nicht unumstritten. Dazu gehörte die Auffassung, daß Deutschland keine Gefahr für Amerika bedeute und dieses sich daher nicht einmischen sollte. Eine Wiederaufnahme der wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen sei möglich und wünschenswert. Krieg dagegen bedeute für Amerika wirtschaftlichen Abstieg und damit den Verlust der sozialen Fortschritte, die in den 30er Jahren erzielt worden waren. Amerika solle sich mit seinen Hegemoniebestrebungen allein auf den amerikanischen Kontinent beschränken.

Nicht alle Parteigänger von „Amerika First" unterschrieben alle diese Thesen. Sie waren sich nur einig in der Ablehnung von Roosevelts klar auf den Krieg zusteuernden Politik. Während die meisten der kleinen Leute unter Roosevelts Gegnern und nur einige der großen von Herzstein als reaktionär" abgetan werden, gab es unter den Befürwortern der grundsätzlichen Zielsetzung des „Amerika First" Komitees auch Liberale, Kommunisten und Pazifisten.

Es handelte sich also auch bei diesen Gegnern Roosevelts um eine ideologisch ganz heterogene Gruppe, worin Herzstein ihre wesentliche Schwäche sieht und darum scheinbar verächtlich findet. (!) Auch bei der Bekämpfung dieser Rooseveltgegner war Rufmord wieder das am meisten eingesetzte Mittel. Dem fiel z. B. sogar der seinerzeit berühmte Schriftsteller John R. Flynn zum Opfer, so daß seine langjährige Mitarbeit bei der liberalen Zeitschrift NEW REPUBLIC 1940 auf einmal aufgekündigt wurde. Im Falle anderer wichtiger Persönlichkeiten dieser Gruppe gelang es Roosevelt, sie auf seine Seite zu ziehen.

Der Neutralisierung seiner Gegner widmete Roosevelt immer große Aufmerksamkeit. Als erstes informierte er sich genau über sie, um dann die in jedem einzelnen Fall Erfolg versprechende Methode zu seiner Lösung einzusetzen. So ließ er die Korrespondenz von Gegnern seiner Außenpolitik überwachen, las sie sogar zum Teil persönlich und verwendete sie jeweils zweckmäßig. Im Falle von Charles Lindbergh zum Beispiel, dessen Beliebtheit beim Volk er fürchtete, ließ er Petitionen organisieren.

Unter den bekannten Pazifisten der Zeit, die auf die Seite von „Amerika First" traten, war Oswald Garrison Villard, der deswegen seiner Mitarbeit in der Illustrierten THE NATION verlustig ging. Er und SenatorBorah fürchteten, daß Roosevelt im Gefolge des Kriegszustandes in Amerika eine totalitäre Regierungsform einführen würde. Außerdem lehnte Villard, genau so wie der alte Sozialist Norman Thomas, Krieg als eine Gelegenheit der Bereicherung für bestimmte Wirtschaftszweige ab.

Neben einigen Theologen unter den Pazifisten, unter ihnen Adam Clayton Powell in Harlem, unterstützte auch Dorothy Detzer, die Vorsitzende der „Women's International League for Peace" das American First" Komitee zunächst. Pazifisten waren zwar nicht aktiv im Komitee selber, aber einige waren so angesehen in ihren Universitäten, daß Studenten Protestmärsche gegen die Unterstützung Englands und gegen die amerikanische Aufrüstung organisieren konnten.

Unter den Wirtschaftsführern, die hinter „Amerika First" standen, denen vom Komitee jedoch keinerlei Gelegenheit zur Mitarbeit gegeben wurde, war Henry Ford. Man hielt Abstand, weil er als Antisemit gebrandmarkt war. (Es hatte nichts geholfen, daß er um 1936 seine in den zwanziger Jahren geäußerten Ansichten über die Geldelite in Amerika zurückgezogen hatte.) Außerdem hatte er sich auch bei den Gewerkschaften verhaßt gemacht und war in den Ruf eines Ausbeuters der Arbeiter gekommen.

Anne Morrow, Lindherghs Frau, die für ihr öffentliches Eintreten bekannt geworden war, brachte scheinbar als einzige den Mut auf, über die Frage des Gegensatzes zwischen arm und reich in der Verdammung des Nationalsozialismus zu sprechen. Sie sah die Ablehnung der Achsenländer durch die reichen Länder wie England, Frankreich und Amerika in derenFurcht vor den Habenichtsen unter den Nationen begründet. Die Ausschreitungen der Nazis hielt sie für vorübergehende Entwicklungserscheinungen. Herzstein charakterisiert ihre Einstellung als „defätistisch", als Miesmacherei.

Weder er noch irgend jemand hat meines Wissens auf die mögliche Furcht der Ansteckung der Arbeiter mit national-sozialistischen Ideen in den kapitalistischen Ländern mit ihrer im Vergleich zu Deutschland rückständigen Sozialgesetzgebung hingewiesen. Wichtiger noch als die wirtschaftliche Absicherung, die der Arbeiterstand unter Hitler erfuhr, scheint seine gesellschaftliche Aufwertung gewesen zu sein für seine politische Einstellung.

Unter den Historikern, die Roosevelt mehr oder weniger kritisch betrachteten, waren Roland Bainton, Charles A. Beard, Elmer Barnes undCharles Callan Tansill (Autor der „Hintertür zum Kriege" in den 50er Jahren). Beard hatte schon im 1. Weltkrieg auf seinen Ruf an die Columbia Universität in New York verzichtet aus Protest gegen die Entlassung des Dozenten Leon Fraser, nachdem dieser Wilsons Vorbereitungspolitik zum Kriege kritisiert hatte.

Beard meinte, daß Amerikas Kriegseintritt nicht ein „idealistischer Kreuzzug" gegen Deutschland gewesen war, sondern die Auwirkung britischer Propaganda, des Profitstrebens ostamerikanischer Banken und der Rüstungsindustrie. Beard, der Roosevelt zunächst zu seiner „New Deal" Politik mit ihrem sozialen Fortschritt beglückwünscht hatte, wurde daraufhin von „reaktionären" Persönlichkeiten bekämpft.

Nachdem Roosevelts Politik dann doch die Wirtschaftsflaute nicht beendete, fürchtete Beard, daß der Präsident einen Krieg mit Japan provozieren könnte. Beard, wie auch der Historiker Barnes waren überzeugt, daß der inzwischen erzielte soziale Fortschritt im Kriegsfall sofort wieder rückgängig gemacht werden würde.

Charles Callan Tansill, ein weiterer Historiker, war nicht nur ein Gegner Roosevelts sondern anfangs auch ein Bewunderer Hitlers gewesen und wußte insbesondere dessen Kampf gegen den Kommunismus zu schätzen. Er glaubte an die grundsätzliche Friedensbereitschaft Berlins und wies auf den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt Deutschlands in den 30er Jahren hin.

Seine Gegner unter den politischen Persönlichkeiten in Washington beobachtete Roosevelt besonders scharf. So ließ er sich über alle Gesten und Äußerungen von Senator Wheeler auf dem laufenden halten. Er hatte für seine Information über ihn und seine Kontakte zu „American First" bestimmte Quellen, zu denen das White-Komitee und Walter Winchell, Journalist, gehörten.

Im Falle eines republikanischen Präsidentschaftskandidaten, Thomas E. Dewey, ließ Roosevelt diesen durch den FBI so unter Druck setzen, daß dieser seine beabsichtigte Übernahme des Vorsitzes im „Amerika First" Komitee absagte, um seine Karriere nicht aufs Spiel zu setzen.

Seinen Botschafter in England, Joseph Kennedy, der gegen eine amerikanische Beteiligung am Krieg war, rief Roosevelt kurzerhand ab mit der Bemerkung, er wolle den Schweinehund nie wiedersehen. Dabei hatte Kennedy ihn im Wahlkampf um die Präsidentschaft unterstützt.

Die Entscheidung über die Annahme des Leih- und Pachtvertrages im Kongreß sah das „Amerika First" Komitee als entscheidend für den weiteren Verlauf der Außenpolitik an. Es warnte, daß im Falle seiner Annahme Roosevelt freie Hand hätte in seinen Interventionen, solange es sich nicht direkt um eine Kriegserklärung handelte. Senator Nye verlangte eine Einstellung aller Hilfe für England und warnte, daß der geringste Zwischenfall auf den Meeren Roosevelt als Vorwand zum offenen Kriege dienen würde.

Der Kanzler der Universität von Chicago ging so weit, einen Krieg als Selbstmord für das amerikanische Volk zu bezeichnen. Genau recht behalten sollte er allerdings mit seiner Voraussage, daß der Präsident zu aktivem, militärischem Eingreifen entschlossen sei, wenn dieses nötig würde, um die Achsenmächte zu vernichten.

In Chicago ließ Colonel Robert McCormick seine Zeitung TRIBUNE schreiben, daß Roosevelt auf dem besten Wege sei, sich zum Diktator zu mausern. In New York nannte Joseph Patterson ihn in seinem Blatt DAILY NEWS einen Kriegstreiber, beschuldigte den FBI der Hexenjagd und stellte Roosevelts Politik in Südamerika an den Pranger.

Roosevelt maß dem Kampf gegen Deutschland viel mehr Bedeutung zu als dem gegen Japan, ungeachtet seiner Freundschaft mit China, das mehr amerikanische Hilfe gegen Japan gebrauchen konnte. Roosevelt sagte sich, daß die Konsequenzen eines japanischen Angriffs auf Amerika Deutschlands Lage noch verschlechtern würden. Aus Gesprächen des US-Generalstabs geht hervor, daß Amerika für 1941 wesentliche neue Maßnahmen gegen Deutschland im Nordatlantik plante. Schon am 4. Februar 1940 erfuhr Roosevelt, daß Deutschland seinem Bündnis mit Japan treu bleiben und Amerika den Krieg erklären würde, falls Japan angriffe. Das machte einen Angriff von seiten Japans für Roosevelt um so wünschenswerter.

(Es ist inzwischen bekannt, wird aber immer noch von der Mehrheit der Geschichtslehrer in Zweifel gezogen oder gar abgestritten, daß Churchill und Roosevelt zumindest früh genug von dem bevorstehenden Angriff auf Pearl Harbor wußten, um die amerikanischen Verluste vermeiden zu können.) Siehe H. Fish: Der zerbrochene Mythos – Kö.

Herzstein ist der Meinung, daß der Krieg anders hätte ausgehen können, wenn Hitler militärischer Logik gefolgt wäre und unter Verletzung spanischer und portugiesischer Neutralität gleich 1940 die Enge von Gibraltar blockiert und einige strategisch wichtige Inseln im Atlantik besetzt hätte, um Englands Versorgung durch Amerika zu unterbinden.

Wer weiß, fragt er sich, wie England und Frankreich sich letzten Endes verhalten hätten, wenn Roosevelt ihnen nicht dauernd den Rücken gestärkt und sie zum Krieg ermutigt hätte. (Ende)


Die Wahrheit über die „Atlantik-Charta"

Am 20. Dezember 1943 fragte man den Präsidenten der USA bei einer Pressekonferenz nach der Deklaration, die er und Churchill doch unterzeichnet habe. Roosevelts Antwort verblüffte die Presseleute und warf die Regierungsmitglieder fast um. Roosevelt sagte, daß es eine komplette, von ihm und Churchill unterzeichnete Atlantik-Charta nicht geben und nie gegeben habe. Nun wollten die Reporter wissen, wo denn der Schrifttext sei. Roosevelt antwortete, soweit er unterrichtet sei, gäbe es keinerlei Text der Atlantik-Charta.

Die „Atlantik-Charta" war bloß ein von ihm, Churchill, Summer Welles und Sir Alexander Cadogan bekritzeltes Stück Papier gewesen, das einfach dem Schiffsfunker zur Nachrichtenausgabe für die Presse überreicht worden war. Stephan Early, Roosevelts Sekretär, hatte – wie zusätzliches Nachforschen ergab – den Zettel mit der Unterschrift von Roosevelt und Churchill versehen und so auf eigene Faust weitergegeben. Im Nationalmuseum von Washington hing dann die ganze Zeit, schön eingerahmt und beleuchtet wie ein ehrwürdiges Dokument von der Wichtigkeit der Magna Charta (englische Verfassungsurkunde von 1215) oder der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, die „Atlantik-Charta", versehen mit den Unterschriften Roosevelts und Churchills.

Die täglichen Besucher standen davor und bewunderten sie wie einen Markstein der Weltgeschichte. Hohn O'Donnel von der New Yorker „Daily News" fragte den Kurator, wo er das Schaustück herhabe. Antwort: „Vom Office of War Information" (Amt für Kriegs-Information OWI).

Dieses hatte das „kostbare Dokument" dem Nationalmuseum geliehen. O'Donnel erkundigte sich nun beim OWI – jener reichflutenden Quelle von Falschmeldungen – und erfuhr, daß man dort die Sache mit Roosevelts und Churchills Namen ausgestattet und aufgezogen habe. 240.000 Druckexemplare derselben Aufmachung seien zur Verteilung gelangt. Mit dieser Auskunft kehrte O'Donnel zum Museum zurück – und siehe da, die große „Atlantik-Charta" war verschwunden! Ein Museumswärter sagte, sie sei vor zirka 20 Minuten von der Wand wegbeordert worden.

So endete die Geschichte dieses erbärmlichen Betruges. Das „Dokument", nie unterschrieben und nichts weiter als ein Publizitätstrick zur Verheimlichung des wirklichen Zwecks der Atlantik-Zusammenkunft, war von seinem Hauptpaten „umgebracht" worden. Und natürlich schepperten all die darin enthaltenen hochklingenden, nie eingehaltenen Phrasen nach Teheran nur mehr wie Messingblech – oder Zimbelgeklingel.

Das ist die Wahrheit von der großen „Atlantik-Charta".

Stimme des Gewissens (LSI) Nr. 1/97 – S. 13


Der zerbrochene Mythos

Hamilton Fish – Der zerbrochene Mythos.– 3. Auflage 1989, 278 Seiten, Grabert-Verlag Tübingen, ISBN 3-87847–059-2

Ein sehr interessantes Buch über die Politik F.D. Roosevelts von 1933-1945 erschien 1989 in dritter Auflage, wurde jedoch der deutschen Öffentlichkeit von den Medien weitgehend vorenthalten. Die große Bedeutung dieser Veröffentlichung liegt in der Tatsache, daß es sich bei dem Autor um ein langjähriges Mitglied des Abgeordnetenhauses des Staates New York und des Kongresses in Washington (1920-1945) handelt. Dieser prominente US-Politiker (Republikaner) war immerhin 25 Jahre (1933-1945) Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des US-Kongresses als der führende Vertreter seiner Partei.

Außerdem war er 1939 in den entscheidenden Monaten vor Kriegsbeginn Präsident der amerikanischen Delegation bei der Interparlamentarischen Union. In diesem Gremium versuchte er im letzten Augenblick durch die Vorlage einer Resolution das Danzig-Problem friedlich lösen zu helfen. Dieser hochrangige US-Politiker und Antikommunist ist als Kritiker der Politik Roosevelts also völlig unverdächtig und ein sehr wichtiger Zeitzeuge.

Der Originaltitel seines Buches lautet: "FDR the other side of the coin-how we were tricked into the World War II." Es erschien bereits 1976, und der Autor war zu diesem Zeitpunkt der letzte noch lebende hochrangige Zeitzeuge der US-Politik im genannten Zeitraum.

Im Vorwort gibt der Verfasser als Grund der Veröffentlichung seiner Erinnerungen an „...ich fühlte mich gegenüber der Geschichte verpflichtet, der Wahrheit die Ehre zu geben und die andere Seite der Medaille aufzuzeigen".

Schon das Inhaltsverzeichnis wartet mit einer Reihe sehr interessanter Überschriften zu den einzelnen Kapiteln auf (Auswahl aus 23 Kapiteln):

Am Schluß des Buches befinden sich Anhang I-V mit sehr aufschlußreichen Aussagen führender US-Militärs und US-Politiker. Ein ausführliches Literatur- und Personenverzeichnis schließt das Buch ab.

Es ist kaum möglich, im Rahmen dieser Besprechung auch nur annähernd den Inhalt dieser sehr konzentriert geschriebenen Abhandlung zu kennzeichnen. Deshalb soll nachfolgend nur auf einige wichtige behandelte Komplexe eingegangen werden, die der Autor sehr überzeugend darlegt.

Da wird einführend eine „schwarze Liste"" bekannter Namen von Gegnern der Rooseveltschen Interventionspolitik auch aus der eigenen Partei aufgeführt, zu der 11 demokratische Senatoren gehörten, darunter der führende Senator George aus Georgia.

Der Verfasser nennt dann zwei Gründe, die zum politischen Bruch mit Roosevelt führten, nachdem er vorher die meisten Kriegsgesetze unterstützt hatte: Die nach seiner Meinung von der Verfassung abweichende Gesetzgebung (Verschuldung-Franklin „Defizit"" Roosevelt) und die Anerkennung Sowjetrußlands. Diese "New Deal"- Maßnahmen und die damit verbundene Außenpolitik wurden vom Autor im Kongreß wiederholt kritisiert, so daß sich das vorher gute Verhältnis zu Roosevelt verschlechterte. Besonders mißfiel ihm der Personenkult des Präsidenten, und er zitiert in diesem Zusammenhang den Ausspruch des englischen Historikers Lord Acton, daß Macht die Tendenz hat zu korrumpieren und absolute Macht absolut korrumpiert.

Roosevelt ist der einzige US-Präsident, der dreimal gewählt wurde. Als Internationalist trat dieser voll für den Völkerbund ein und versuchte mit seinem hohen Amt auf die Außenpolitik europäischer Staaten Einfluß zu nehmen. Besonders wird hier seine Danzig-Politik hervorgehoben (95% deutsche Einwohner) und als Hauptgrund für den Kriegsausbruch bezeichnet.

Fish argumentiert in diesem Zusammenhang, daß kein europäischer Krieg „für Freiheit und Demokratie" geführt werden konnte, solange die Sowjetunion als despotische Diktatur existierte, die mit Großbritannien und Frankreich verbündet war. Er zitiert am Schluß dieses Kapitels einen Ausspruch des ehemaligen Präsidenten Hoover: „Wenn wir wirklich in den Krieg eintreten und ihn gewinnen, dann haben wir ihn für Stalin gewonnen, für die Erhaltung des Kommunismus in Rußland und die Chance, daß er sich weiter in der Welt ausbreitet. Die folgenden Jahrzehnte haben die Richtigkeit dieser These bestätigt."

Es wird dann sehr ausführlich und mit vielen Belegen, die teilweise bisher nicht bekannt waren, auf den Einfluß amerikanischer Politik in Europa unmittelbar vor und nach Kriegsbeginn eingegangen. Sehr aufschlußreich die Behauptung: "Neither the French nor the British would have Poland a cause of war, if it had not been for the constant needling from Washington" (Weder die Franzosen noch die Engländer hätten Polen zum Kriegsanlaß genommen, wenn es nicht die ständige Anstachelei aus Washington gegeben hätte).

Besonders interessant ist die erstmalige Veröffentlichung von Einzelheiten aus dem Gespräch des Autors mit von Ribbentrop am 14.08.1939, als er sich auf dem Weg zum Jahrestreffen der Interparlamentarischen Union in Oslo (15.-19.08.1939) befand und mit dem Flugzeug des deutschen Außenministers noch rechtzeitig nach Oslo geflogen wurde.

Auf dieser Tagung war die Resolution des Autors für ein Moratorium von 30 Tagen, um die Danzig-Frage zu lösen, verworfen worden, da keine Einstimmigkeit der wichtigsten beteiligten Vertreter erreicht werden konnte.

Das Kernstück des Buches bildet zweifellos die Darstellung des Konflikts mit Japan, der schließlich zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten führte. Im Mittelpunkt steht dabei das Kriegsultimatum des Präsidenten vom 26. November 1941 an Japan, nachdem Japan vorher den Vorschlag eines 90tägigen Burgfriedens als annehmbar bezeichnet hatte. Im Ultimatum war Japan zum sofortigen Rückzug seiner gesamten Streitkräfte aus Indochina und China (einschließlich Mandschurei) aufgefordert worden. Dieses Ultimatum ist dem Kongreß bis nach dem Angriff auf Pearl Harbor vorenthalten worden.

Aus 1981 freigegebenen Akten geht hervor, daß Roosevelt durch Entzifferung japanischer Geheimtelegramme über Tag und Stunde rechtzeitig informiert war. So stand dieser wichtige Kriegsstützpunkt am 7.12.1941, dem Tag des japanischen Angriffs, nur unter der niedrigsten Alarmstufe. Die ausführliche Darstellung der Auseinandersetzungen im amerikanischen Kongreß über diese Frage ist sehr aufschlußreich, da der Autor persönlich daran beteiligt war.

Schließlich wird noch sehr eingehend auf die Kriegsjahre 1943/1945 eingegangen, wobei besonders der Gesundheitszustand des Präsidenten im Mittelpunkt steht. Dieser hat nach Meinung des Autors sehr entscheidend die Verhandlungen mit der Sowjetunion vor allem in Jalta beeinflußt. Die Folgen besonders für Deutschland in der Nachkriegszeit sind Ausdruck der zahlreichen Konzessionen, die Roosevelt gegenüber Stalin machte, so daß der Autor Stalin als den „einsamen Sieger" von Jalta bezeichnet.

Nicht zuletzt die zahlreichen inneramerikanischen Auseinandersetzungen um Roosevelt und seine Politik machen die Aussagen in diesem Buch äußerst wertvoll. Einzelne Fakten waren bereits bekannt und veröffentlicht worden.

Doch der Autor konnte die vielen bisher bekannten und unbekannten Einzelheiten aus eigenem aktiven Wirken im höchsten politischen Bereich in einen geschlossenen Zusammenhang stellen.

Diese Darstellung macht das Buch wertvoll und lesenswert.


Das „Fortlandjournal" berichtete am 22. 12. 1933 (MM 13/73, S.592):

Henry Morgenthau sagte bereits am 1. 2. 1933: „Die USA sind in den Abschnitt des Zweiten Weltkrieges eingetreten."

Beverly Nichols vor Mitgliedern des Vereinigten Judenkomitees im Londoner Grosvenor House im November 1942: (MM 13/73, S, 593)

Wenn Hitler gesagt hat, daß dies ein jüdischer Krieg sei, hat er etwas gesagt, was wirklich stimmt.

Zum Inhaltsverzeichnis


RECHT


Heiliger Krieg – und kein Ende?

– Eine Antwort aus biblischer Sicht –

H. Schaber

Jahrzehntelang beherrschte die Vorstellung von alptraumhaften „Gaskammer-Mordfabriken" alle Medienberichte über den sogenannten Holocaust. Eine technisch oder logisch begreifbare Beschreibung dieser ebenso geheimnisvollen wie unheimlichen Mordanlagen wurde aber seltsamerweise der Öffentlichkeit nie geboten.

Seit aber nun nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kritische und von interessierter privater Seite unterstützte Wissenschaftler diese unerklärlichen Einrichtungen auch in Auschwitz erforscht haben und ihre Untersuchungsergebnisse für jeden überprüfbar vorliegen, wurden zwar die für Auschwitz bis 1991 genannten Todesopferzahlen um mehr als drei Millionen reduziert, und in den seriöseren Holocaustdarstellungen werden die „Gaskammern" inzwischen allenfalls noch als „eine Nebenerscheinung" erwähnt (Goldhagen). Aber vor dem Hintergrund einer großen Zahl von Justizopfern, die in den vergangenen Jahren wegen kritischer Meinungsäußerungen zu dieser offensichtlich sehr lange propagandistisch aufgebauschten Thematik drangsaliert und verurteilt wurden, ist die Frage heute mehr denn je von brennend aktueller Bedeutung, wie es überhaupt zu derart unbegreiflichen und so lange als gerichtlich „offenkundig" geltenden Holocaustvorstellungen kommen konnte.

Dazu liegt jetzt die längst fällige und ebenso kompetente wie aufschlußreiche Antwort vor, die der in Berlin lebende jüdische Historiker und Publizist Horst Lummert in einem „Revisionismus"- kritischen Beitrag der Zeitschrift SLEIPNIR (Ausgabe Nr. 5/96) gegeben hat.

Angesichts der für „Meinungsdelikte" geübten einschüchternden Rechtspraxis verhält es sich bei dieser klärenden Antwort wie mit dem magischen „Schlüssel Davids", von dem es in Offenbarung 3/7 heißt: „Wo er öffnet, kann keiner mehr zuschließen, und wo er zuschließt, kann keiner mehr öffnen." Diese Schlüsselantwort, die zum jetzigen Zeitpunkt nur ein sich zum Judentum Bekennender geben konnte, führt das Unbegreifliche und Unerklärbare, das bislang die Holocaustdarstellungen dominierte, auf eine spezielle „Roman-Literatur" zurück, deren Inhalt nicht mit wissenschaftlichen Wahrheitsforderungen gemessen werden kann.

Im wesentlichen führt Horst Lummert dazu aus:

„Jeder (dieser Roman-Autoren über den Holocaust) schrieb seinen Zorn, seine Verzweiflung, seine Scham sich von der Seele... Aus der ursprünglichen Emotion, dem gewachsenen Willen, persönlich Rache zu nehmen ... entstand eine umfangreiche KZ - und Holocaust-Literatur... Es hat sich soetwas wie eine literarische Clique oder Schule samt Claque herausgebildet, mit Einfluß und also Macht, die sie ausübt, auch mißbraucht... Diese Romanliteratur genießt einen Ruf, eine Autorität, eine Maßgeblichkeit, die weit über das hinausgeht, was ihr gerechterweise zukommt... Die Holocaust-Branche hat es mit der Zeit geschafft, ihre Literaturproduktion in den Rang authentischer Berichterstattung zu heben... Es gilt, was einer sagt, der dabei war, egal, was er sagt... Hier beginnt die Abweichung vom Gleichheitsprinzip in der Rechtsprechung. Wo Nachhaken (bei fragwürdigen Zeugen) Schmerzen bereiten kann, wird nicht nachgehakt. Aus der spontanen Erlebnisliteratur, einer Art Sachromangattung, ist eine Institution geworden, die mit autoritativem Anspruch auftritt und darin offiziell anerkannt wird...Propaganda als Wissenschaft ausübt, um politische Strategien taktisch durchzuboxen. Der Literatur gesellen sich nicht selten geheimdienstliche Operativen bei, von organisierter Kriminalität ganz zu schweigen..."

Wo sie als Dichter und Romanciers der Unwahrheit und Geschichtsfälschung beschuldigt werden, darauf weist Horst Lummert weiter hin, können sie sich auf ihre „dichterische Freiheit" berufen. Das Wahrheitsbemühen kritischer Zeitgeschichtsforscher dagegen wird angesichts des Unrechts, das jene und ihre Angehörigen zu erleiden hatten, leicht als ungehörig oder beleidigend empfunden bzw. dargestellt. Entsprechend leicht machen sie sich strafbar.

Im Zusammenhang mit seiner hilfreichen Antwort stellt Horst Lummert die Frage:

„Was ist geschehen, wenn wirklich ein heiliger Krieg angesagt war und stattfand, wenn dieser heilige Krieg bis heute im Gange ist, nur sein Gesicht verändert hat, in anderer Gestalt auftritt?"

und er verweist auf

„ein Geheimnis der Geschichte, welches wir als Heilsgeschichte aus der hebräischen Überlieferung kennen".

Als Adolf Hitler deutscher Regierungschef geworden war und sich anschickte, durch eine vom Weltwährungssystem unabhängige Geld- und Währungsordnung sowie durch eine möglichst autarke Volkswirtschaft, unbeeinflußt von „Juden", die deutsche Nation vom „jüdischen Geist" und „jüdischer Herrschaft" zu befreien, trat ein, was in solchen Fällen seit jeher eingetreten ist und wovon der 2. Psalm anschaulich kündet:

„Die Herrscher der Erde lehnen sich auf, die Machthaber verbünden sich gegen den Herrn (Gott) und den König (Juda), den er erwählt hat: ,Wir wollen nicht länger ihre Knechte sein! Auf, laßt uns die Fesseln zerreißen!' Doch der Herr im Himmel lacht, er spottet nur über sie. Dann aber wird er zornig; er herrscht sie an, stürzt sie in Angst und Schrecken: ,Ich habe meinen König eingesetzt! Er regiert auf dem Zion, meinem heiligen Berg.' Er (Gott) hat zu mir (Juda) gesagt: ,Du bist mein Sohn... Fordere von mir alle Völker, ich schenke sie dir; die ganze Erde gebe ich dir zum Besitz. Regiere sie mit eiserner Faust! Wenn du willst, zerschlag sie wie Töpfe aus Ton...' " –

Aus religiös-politischen Vorstellungen dieser Art, wie sie für den gesamten „alten Bund" der Bibel kennzeichnend sind und innerhalb des Judentums bis zum heutigen Tag mehr oder weniger wörtlich und fundamental verstanden werden, ergeben sich Folgen, wie sie in dem in israelitischen Gottesdiensten noch heute gesungenen Prophetischen „Lied Moses" (5. Mose 32) modellhaft angekündigt sind und die sich in ihren Grundzügen bis zur Gegenwart wiederholen:

Das Volk Israel wird seinem „messianischen" Auftrag untreu und wird daraufhin von „Gott" in der Weise bestraft, daß es mit einem anderen Volk in Krieg gerät: „Das Schwert soll wüten auf den Straßen, im Hause drinnen soll der Schreck sie töten: den jungen Mann, das junge Mädchen, den kleinsten Säugling und den Greis!..."

Das alte Lied endet damit, daß Gott sein „erwähltes" Volk mit dieser Strafe nur sammeln und zur Umkehr bringen, aber nicht vernichten wollte. Daraufhin aber „nimmt der Herr Rache an den Feinden, weil sie die Seinen hingemordet haben".

In diesem kriegerischen Sinne bekannte Chaim Weizmann als Präsident der Jewish Agency am 8. 12. 1942 vor dem Zionistischen Weltkongress in New York:

„Wir leugnen es nicht und haben keine Furcht, die Wahrheit zu bekennen, daß dieser Krieg unser Krieg ist und zur Befreiung des Judentums geführt wird. Selbst wenn wir nicht auf dem Schlachtfeld sterben, haben wir trotzdem das Recht zu sagen, daß ohne uns der Erfolg der Alliierten nicht denkbar wäre, denn unsere Beteiligung am Krieg ist sehr groß und äußerst wertvoll. Stärker als alle Fronten zusammen ist unsere Front, die Front des Judentums. Wir geben diesem Krieg nicht nur unsere ganze finanzielle Unterstützung, auf der die gesamte Kriegsproduktion basiert, wir stellen diesem Krieg nicht nur unsere volle propagandistische Macht zur Verfügung, die die moralische Treibkraft zur Aufrechterhaltung dieses Krieges ist. Die Sicherung des Sieges baut sich hauptsächlich auf die Schwächung der gegnerischen Kräfte, auf die Zerschlagung in ihrem eigenen Lande, im Inneren ihrer Festung des Widerstandes auf. Und wir sind das Trojanische Pferd in der Festung des Feindes. Tausende in Europa lebende Juden sind der Hauptfaktor bei der Vernichtung des Feindes. Dort ist unsere Front eine Tatsache und die wertvollste Hilfe für den Sieg."

Diese Rede, an deren ernsthaftem Bezug zur damaligen Kriegswirklichkeit nicht zu zweifeln ist, läßt die von Partisanenseite nach dem Krieg genannte Zahl von etwa 500 000 durch Partisanen getöteten deutschen Wehrmachtsangehörigen als glaubwürdig erscheinen. Diese Kriegsberichte des Wehrmachtsoberkommandos jedenfalls mußten unter allen Umständen bemüht sein, die wahren Opferzahlen zu verschweigen, um die eigene Bevölkerung nicht zu beunruhigen.

Wenn dann angesichts dieser Lage von deutschen Einsatzgruppen und Polizeibataillonen für jeden von Partisanen getöteten Deutschen zehn – meist jüdische – Geiseln aus der Zivilbevölkerung erschossen wurden, ergibt dies eine Zahl von „Holocaust"-Opfern, die mit der in der Zeitgeschichtsschreibung vorherrschend genannten weitgehend übereinstimmt.

Daß für deren Todesursache bislang vor allem „Völkermord in Gaskammern aus Rassenhaß", nicht aber – der Wahrheit entsprechend – Erschießen bei Vergeltungsaktionen im Partisanenkampf genannt wurde, erklärt sich daraus, daß derartige Geiseltötungen damals zum international praktizierten Kriegsrecht gehörten, auf das sich zu berufen den vor dem Siegertribunal angeklagten deutschen auf diese Weise unmöglich gemacht werden sollte.

Einen weiteren Grund zur jahrzehntelangen Unterdrückung dieser Wahrheit – die nicht wenige grausam ist, als es die unglaublichen berichte über „Vergasungen" waren – nennt der Berliner Historiker Wolfgang Wippermann in einem Beitrag der Zeitung JUNGE WELT „Holocaust ist ,top secret' „ vom 16./17. 11. 1996). Darin bezeichnet er die bisherige Sperrung von Akten durch den amerikanischen Geheimdienst, die „1,3 Millionen Seiten von deutschen Funksprüchen" u.a. auch über gemeldete Massenerschießungen durch Polizeiregimenter enthalten und die erst jetzt von einem Forscher entdeckt wurden, als „zeithistorische Sensation".

Die Geheimhaltung gerade dieser Akten erklärt er mit der restriktiven amerikanischen Flüchtlingspolitik, die es vielen der späteren jüdischen Kriegsopfer unmöglich gemacht hätte, rechtzeitig in den USA Zuflucht zu finden.

Vor allem einflußreiche politische Judenführer wie Chaim Weizmann hatten sich entschieden gegen amerikanische Einwanderungserleichterungen für Juden aus Europa ausgesprochen.

Dies ändert nichts an dem von der deutschen NS-Regierung ausgehenden Unrecht gegenüber den Juden. aber durch diese bisher weitgehend unbekannt gebliebenen Tatsachen ergibt sich nun zunehmend ein Bild historischer Wirklichkeit, aus dem sich – anders als aus bislang vorherrschenden dogmen- und klischeehaften Vorstellungen – realistische Lehren für die Gegenwart und Zukunft ziehen lassen.

Die wichtigste dieser Lehren ist, daß jeder Krieg, wenn er erst einmal begonnen wurde, Eigengesetzlichkeiten entwickelt, die sich auch der Kontrolle der beteiligten Regierungen entziehen und denen gegenüber die Völker völlig hilflos sind. Nicht weniger wichtig ist die andere Lehre, daß man Völker durch gezielte politische Maßnahmen oder Unterlassungen in diktatorische Verhältnisse treiben kann. Diktaturen aber werden durch von außen gesteuerte Kampfansagen, Boykottdrohungen und Kriegserklärungen nicht schwächer oder nachgiebiger, sondern rücksichtsloser.

Von daher konnten die verschiedenen Kriegserklärungen von amerikanisch jüdischer Seite bereits 1933 die Situation der in Deutschland lebenden Juden nur zusätzlich erschweren. Vieles spricht dafür, daß dies beabsichtigt war oder zumindest in Kauf genommen wurde. Wenn Samuel Untermeyer als Präsident der World Jewish Economic Federation in seiner berühmten Erklärung vom 5. August 1933 bereits ein Bild vom damaligen Deutschland heraufbeschwor, „das so schrecklich ist in seiner barbarischen Grausamkeit, daß die Hölle des Krieges und die belgischen Greueltaten (gemeint sind die Greuellügen des 1. Weltkriegs über von deutschen Soldaten abgehackte Kinderhände) zur Bedeutungslosigkeit verblassen im Vergleich zu dieser teuflisch, absichtlich, kaltblütig geplanten und bereits teilweise ausgeführten Kampagne zur Ausrottung" der Juden, so spricht aus solchen Worten das Bemühen, „den Pharao so starrsinnig zu machen, daß er das Volk nicht gehen läßt" (2. Mose 4/21), damit über den Pharao und sein Volk all die furchtbaren Plagen gebracht werden konnten, durch die Gott angeblich seinen „erstgeborenen Sohn", das Volk Israel, wie beim Auszug aus Ägypten „verherrlichen" wollte.

Die hier deutlich werdende Denkungsart macht auf erschütternde Weise den Begriff „Holocaust" (Brandopfer) für die im Verlauf des 2. Weltkriegs als Geiseln getöteten Juden verständlich: Die Bezeichnung entstammt jener in 1. Mose 22 geschilderten Szene, wo „Gott" den Gehorsam Abrahams auf die Probe stellt, indem er ihm befiehlt: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, der dir ans Herz gewachsen ist, den Isaak! Geh hin mit ihm ins Land Morija auf einen Berg, den ich dir zeigen werde, und bringe ihn mir dort als Brandopfer (in älteren englisch-sprachigen Bibeln steht dafür das Wort „holocaust") dar."

Ihre Verlautbarungen gegenüber Deutschland zeigen unverkennbar, daß die damals aus einflußreichen Positionen vor allem der USA den Krieg gegen Deutschland organisierenden jüdischen Politiker aus dem Bewußtsein heraus gehandelt haben, jener Königsdynastie aus dem Stamme Juda anzugehören, von der im 2. Psalm die Rede ist und die der Erzvater Jakob nach 1. Mose 49/8 ff in ungebrochener Folge durch Jahrtausende hin als löwenhaft-rücksichtslose Herrschaft nicht allein über Israel, sondern auch über alle anderen Völker „vorausgesehen" hat.

Die Frage, ob diese Personen für ihr kriegerisches Handeln wirklich von Gott legitimiert waren, ist müßig. Entscheidend für die Handelnden ist allein ihr Glaube – und ihr Erfolg.

Wer sich in den biblischen Überlieferungen auskennt, weiß, wozu Gläubige dieser Art gegenüber den von ihnen Unterworfenen fähig sind. Eine dpa-Meldung der STUTTGARTER NACHRICHTEN vom 12. 3. 1996 bestätigte jetzt unter der Überschrift „Jüdische Rache an Deutschen" schlimmste Befürchtungen in dieser Hinsicht:

„TEL AVIV – Gruppen jüdischer Holocaust-Überlebender haben nach Darstellung eines israelischen Dokumentarfilms versucht, in bisher kaum bekanntem Ausmaß für die Ermordung von sechs Millionen Juden während der Naziherrschaft Rache an der deutschen Bevölkerung zu nehmen. Der Film wurde am Sonntag abend im israelischen Fernsehen ausgestrahlt. Danach sollte nach dem Zweiten Weltkrieg in Städten wie Hamburg, Nürnberg oder München das Trinkwasser vergiftet und so Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Deutschen ermordet werden. Detailliert beschrieb der Film Aktionen der Rachegruppen, die allerdings weitgehend scheiterten. Dennoch wurden nach Darstellung des Dokumentarfilmers Jarin Kimor von jüdischen Rachekommandos nach dem Krieg ein- bis zweitausend Deutsche, meist ehemals einflußreiche Nazis, umgebracht. 300 SS-Leute seien in einem Gefangenenlager bei Nürnberg gestorben, nachdem jüdische Rächer ihr Brot vergiftet hatten. Mit Deckung der isaraelischen Führungsspitze sei ein Gift entwickelt worden, das jüdische Soldaten der britischen Armee in Wasserwerke schütten sollten. Tatsächlich seien mehrere Giftsäcke auf den Weg nach Deutschland gebracht worden. Doch die Aktion sei von bis heute Unbekannten verraten, das Gift während des Transports ins Mittelmeer geschüttet worden."

Die Veröffentlichung dieser entsetzlichen Nachricht zu einer Zeit, wo jeder gerichtlich verfolgt und öffentlich diffamiert wird, der gegen herrschende Lügereien und Verleumdungen vorzugehen sucht, die das deutsch-jüdische Verhältnis bislang auf schwerste belasten und vergiften, zeigt, daß es im Judentum und in Israel Menschen gibt, die Einfluß haben und die sich schützend vor die Deutschen stellen, die in ihrem eigenen Land und von den eigenen politischen Vertretern auf schändlichste verraten und preisgegeben sind!

Auch auf diese ermutigende Wirklichkeit innerhalb des Judentums gilt es zu achten, und sie gehört zweifellos mit zur Gesamtheit der ebenso interessanten wie auch höchst widerspruchsvollen biblischen Verheißungen.


„Der jüdische Weltkongreß ist seit sieben Jahren mit Deutschland im Krieg."

Rabbi Perlzweig, Vorsitzender des Weltjudenkongresses (Toronto Evening Telegram v. 26. 2. 1940) bestätigt damit Morgenthau, s. S. 39


Unterdrückung u. Verfolgung deutscher Patrioten Gesinnungsdiktatur in Deutschland?

Rolf-Josef Eibicht (Hg.) – Unterdrückung und Verfolgung deutscher Patrioten - Gesinnungsdiktatur in Deutschland? – 660 S., kart. – Hutten-Verlag, Postfach 1, 25884 Viöl – ISBN 3-927933-92-9

Dieser Sammelband enthält 68 Aufsätze von 36 Autoren und ist in folgende Kapitel gegliedert:

  1. Demokratie und Rechtsverfall
  2. Wider den Ungeist der Tabuisierungen
  3. Prominente Opfer der Patriotenverfolgung.
  4. Stigmatisierung des Revisionismus
  5. Analyse und Auswege aus der Bedrückung und Gefahr.

Das sensationelle Buch wendet sich gegen die wachsende Neigung zur Verfolgung von Gesinnung und Meinungsäußerungen, Büchern und Personen mit patriotischer und verwandter Richtung sowie ganz allgemein gegen den Rechts- und Politikverfall in unserer Demokratie, an dessen Ende die Zerstörung des Sozialstaats, der Stabilität und möglicherweise des Friedens in Europa stehen könnte.

Das Buch ist ein Forum, auf dem patriotische Autoren mit verschiedenen geistigen und politischen Ansichten zu Wort kommen.

Es geht um die Freiheitsrechte aller, um die nationale Selbstbewahrung und Selbstbehauptung, um historische Wahrheit, Klarheit und Gerechtigkeit. Das Werk ist eine Kampfansage gegen den permanenten geistigen Bürgerkrieg gegen den deutschen Patriotismus, die deutsche Rechte; eine Kampfansage gegen Stigmatisierung, Ausgrenzung und Verfemung, gegen strukturelle Gewalt und politische Justiz. Ein Werk, das alle angeht, die die geistige und politische Freiheit in unserem Lande erhalten sehen möchten.

Wer heute die Lüge und Unwissenheit bekämpfen und die Wahrheit schreiben will, hat zumindest fünf Schwierigkeiten zu überwinden:

Er muß Mut haben, die Wahrheit zu schreiben, obwohl sie allenthalben unterdrückt wird;
die Klugheit, sie zu erkennen, obwohl sie allenthalben verhüllt wird;
die Kunst, sie handhabbar zu machen als eine Waffe;
das Urteil, jene auszuwählen, in deren Händen sie wirksam wird;
die List, sie unter diesen zu verbreiten.

Bert Brecht


Nachruf

Thies Christophersen

Bauer und Herausgeber der „Bauernschaft", ist am 13. Februar 1997 in Kiel nach langer und schwerer Krankheit von uns gegangen.

Sein Sohn hat ihn noch kurz vor seinem Tod aus Spanien – wo ihm zuletzt Asyl gewährt wurde – heimholen können. Doch hat er diese Heimkehr nur noch um wenige Tage überlebt.

Seine bekannteste Veröffentlichung neben der „Bauernschaft" ist zweifellos die Broschüre über seine Erlebnisse als „Sonderführer für Agrarfragen", die er „Die Auschwitzlüge" nannte. Diese Schrift wird sein Vermächtnis bleiben. Sie wurde mehr als 100.000mal veröffentlicht und in aller Welt verbreitet.

Obwohl er keiner der Formationen der SS angehörte, wurde er nach dieser Veröffentlichung politisch verfolgt und mehrfach zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Dem politisch/juristischen Druck wich er zunächst nach Belgien aus. Die dortigen Behörden lieferten ihn jedoch ohne jede Gerichtsverhandlung der BRD-Justiz aus.

Nach erneuter Haft fand er in Dänemark mehrere Jahre Asyl.

Als auch hier der Druck zu groß wurde, ging er – schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet – in die Schweiz.

Auch hier fand er keine Ruhe, mußte erneut flüchten und fand in Spanien eine kurze Bleibe.

Die Einäscherung sollte in Flensburg in würdigem Rahmen stattfinden. Doch die Polizei verbot es und verhinderte auch die Teilnahme von Trauergästen, auch als die Familie nach Kiel auswich. Im kleinsten Familienkreis wurde der Leichnam am 20. Februar in Kiel dem Feuer übergeben

Wir neigen uns vor seinem Mut und seiner Treue.

Die Gemeinschaft lebt von jenen, die mehr tun als ihre Pflicht.

Thies Christophersen ist Vorbild und bleibt unvergessen!

Zum Inhaltsverzeichnis


WIRTSCHAFT


Kostenfaktor Mensch – Teil II

Volk und Arbeit im Umbruch

Im ersten Teil wurde ein kurzer Überblick über den Einsatz des Menschen als Arbeitskraft über die Jahrhunderte gegeben, bis hin zur 52-Stundenwoche. Mit dem Ausgang des Krieges hielt der Kapitalismus mit seinem Wirtschaftssystem Einzug. Mit dem Niedergang des Kommunismus stand seiner weltweiten Ausbreitung nichts mehr im Wege. In der Folge wurden bei uns zunächst billige Arbeitskräfte importiert, da die Gewinnmaximierung so immer noch billiger zu erreichen war als mit der Beschleunigung der Mechanisierung und letztlich Automatisierung. Das Teurerwerden der Arbeitskraft führte dazu, den Kostenfaktor Mensch stärker zu berücksichtigen, was zur raschen Mechanisierung und da wo es möglich war, zur Automatisierung führte. Diese Politik hatte zur Folge, daß Arbeitskräfte freigesetzt wurden, die nicht nur der Sozialkasse zur Last fielen, sondern, da zum Zwecke der Umvolkung eine Rückführung der ausländischen Arbeitskräfte nicht erfolgte, die gesamten Folgekosten (Soziallasten u. Infrastrukturkosten) der arbeitenden Bevölkerung aufgelastet werden; andererseits sicherte man sich durch diese Politik Gewinnmaximierungen, die den Anteilseignern zufriedenstellende Erträge brachten. Von Verantwortung dem Menschen, dem Volke gegenüber keine Spur. Mit dieser Fortsetzung ist die Betrachtung abgeschlossen.

K. H. Kläuser

Roboter und Computer verdrängen den Menschen

So hilfreich wie ein Roboter auch immer sein mag, über seine Negativ-Seiten wird nicht gerne geredet. Er ist nicht nur hilfreich, sondern auch ein Vernichter von Arbeitsplätzen, zumal ihn noch Computer steuern. – Für die techn. Sachverständigen galt in den achtziger Jahren: 1 Roboter ersetzt 4 Arbeitsplätze. 10 Jahre später war schon von 23 die Rede. – Es ist also schwer zu sagen, wieviele Arbeitsplätze jeweils verloren gehen, dafür lassen wir einige Beispiele für sich sprechen.

Banken

Der Parallelrechnerhersteller Pasytec GmbH aus Aachen ist auf dem Gebiet der Postautomatisierung tätig. Ihr Firmenchef zeigt uns an einem Beispiel aus den Staaten, wo jährlich 55 Milliarden Schecks noch zu 95 Prozent manuell erfaßt und bearbeitet würden, was einem Gesamtaufwand von 2 Milliarden Dollar entspricht. Beim Einsatz dieses „Pasytec-Systems" entfallen diese Ausgaben, was dafür aber 75 000 Menschen den Arbeitsplatz kostet.

Jetzt verstehen wir auch, warum gerade Großbanken aus dem Umfeld der Rockefellers zu Fusionen neigten. In den Staaten gingen Chase Manhattan und Chemical Banking Corp. zusammen, wobei letztere bereits Manufacturs Hanover Corp. übernommen und 6 200 der 46 000 Arbeitsplätze eingespart hatte. – In Fernost entstand zum gleichen Zeitpunkt durch das Zusammengehen der Bank of Tokyo mit der Mitsubishi Bank das größte Kreditinstitut der Welt, die Bank of Tokyo-Mitsubishi. Ihr Grundkapital wird mit 48 Milliarden bei einer Bilanzsumme von 1200 Milliarden DM angegeben.

In Deutschland weist die neue Chase mit 319 Millionen Dollar eine Bilanzsumme von 6 Milliarden DM aus. Zunächst will man, so hieß es nach der Fusion, die derzeitige Mitarbeiterzahl von 290 auf 260 Personen „sozialverträglich" und großzügig abbauen.

Die Bank of Amerika hat in nur 4 Jahren 23 Banken „geschluckt" und setzt in Deutschland auf ihre Erfahrungen bei elektrischen Abrechnungen und Liquiditätsmanagement im Zahlungsverkehr.

Der angekündigte Zusammenschluß der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) mit der CS-Holding (Gruppe Kreditanstalt) zur zweitgrößten Bank der Welt findet nicht statt, denn er hätte den Abbau bis zu 20 000 Arbeitsplätzen bedeutet.

Bei der Opel-Bank in Rüsselsheim bleiben von 850 nur noch knapp 200 Stellen erhalten. – Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank strich in ihrer Münchener Zentrale zunächst 10 Prozent der 3000 Stellen. Weitere 360 Arbeitsplätze entfallen in Kürze.

Einem Bankenbericht ist zu entnehmen: „Sehr viel muß ein Bankarbeiter für das Massengeschäft nicht mehr können, zumal den Banken von Multimedia-Konzernen Angebote für Techniken vorliegen, mit denen über Bild und Ton Finanzierungsfachleute eines Expertenzentrums direkt in die Filiale zugeschaltet werden können. – Für Telefonbanking hat man Direktbanken an entlegenen und daher billigen Standorten eingerichtet, was Filialen einspart und damit auch die Zahl der Mitarbeiter verringert.

Bauindustrie

Derzeitig liegt der Lohnkostenanteil im Hochbau noch bei 90%. Das soll sich ändern. Denn spätestens seit der „Bautec 96" in Berlin sei man durchaus in der Lage, den Arbeitskräftebedarf und damit auch die Lohnkosten um 30 Prozent zu drücken.

Beim Baugeschäft Leonhard Weiss GmbH & Co in Göppingen ist seit kurzem ein Bau-Roboter der Salzburger Airedter Industrie Automation im Einsatz, dessen Arme 30mal schneller arbeiten als die eines Maurers. – Diese „Vollautomatisierung" gestattet es, daß mit 4 Mann Personal täglich bis zu 300 m2 Maurerelemente gefertigt werden können, was einem Einfamilienhaus entspricht", schreiben die VDI-Nachrichten. – Trotz des Transportes der einzelnen Wände an die jeweilige Baustelle verspricht sich Unternehmer Weiss eine Ersparnis bis zu 30 Prozent.

Wie diese Zeitung weiter berichtet, arbeitet die Fa. Lissmac Maschinenbau, Bad Wurzach, an einem von der EU geförderten Projekt „Roboter Assembly System für Computer Integrated Construction (Rocco)", der Entwicklung eines computerintegrierten Robotersystems. Dabei sei Rocco eine „informationstechnische durchgängige Lösung für alle Schritte – von der Gebäudeplanung bis zur automatischen Montage der Bauteile durch einen mobilen, vollhydraulischen Roboter". Das Ergebnis sei eine 43prozentige Einsparung aller bislang manuell erstellten Bautätigkeiten.

Außerdem ist den Leuten vom Bau u.a. auch ein „Klettermaxe" Hydra zu Nutze, der, mit Saugnäpfen ausgerüstet, an senkrechten Wänden hinaufgleitet und an jeder beliebigen Stelle bohrt, nagelt, schweißt oder auch Fenster putzt.

Zum bevorstehenden Verlust von 90 000 gewerblichen Arbeitsplätzen im deutschen Bauhauptgewerbe trägt die fortschreitende Automatisierung wesentlich bei.

Automobilbau

GM Fanuc Robotics Deutschland GmbH, Erkrath, ist eine Vertriebsgesellschaft eines Roboterherstellers, dessen Muttergesellschaften General Motors wie auch die japanische Fanuc Ltd. sind. – Wenn im Jahre 1984 bei Opel noch 59 679 Mitarbeiter 795 472 Autos fertigten, so waren es 10 Jahre später nur noch 47 335 Personen, die 830 829 Fahrzeuge bauten. Damit hat jeder Schaffende 1984 gut 13 Autos erstellt, wogegen es im Jahre 1994 dann 17 Wagen waren.

Von wesentlicher Bedeutung ist dann allerdings das neue Werk in Eisenach, das als produktivste Automobilfertigungsstätte für die Rüsselsheimer dient. Hier hat jeder Mitarbeiter im letzten Jahr statistisch 72 Autos gebaut, wogegen es für 1994 noch 59 gewesen sind. – In der Vorausschau auf eine höhere Entlohnung in Osteuropa errichten die Opelaner im schlesischen Gleiwitz ein weiteres Werk.

Im VW-Werk Emden, so lautet ein Bericht aus dem Jahre 88, bauten 10 200 Beschäftigte in Zusammenarbeit mit 610 flexiblen Robotern 244 000 Autos, was der Fertigung von 24 Fahrzeugen je Person entsprach. – In Mosel laufen bei Volkswagen-Sachsen (2400 Mitarbeiter) 430 Fahrzeuge vom Typ Passat vom Band. Für 700 Millionen DM wird das Werk nun erweitert, so daß in Bälde dort 750 Wagen die Fertigungsstraße verlassen können. – VW hatte es sich zum Ziele gesetzt, bis zum Jahre 2000 der erfolgreichste Autokonzern zu sein. – Wettbewerber Opel bereitet allerdings einige Sorgen, die auf den Wechsel des Managers López nach Wolfsburg zurückzuführen. Opel hat diesen Wechsel nicht „verwinden" können, so daß nun einige Klagen gegen VW an den Gerichten in Darmstadt, Frankfurt, Braunschweig wie auch in Detroit geführt werden. Das amerikanische Gericht hat in diesen Tagen die Anklage gegen Piech und Neumann zugelassen.

Im Tochterwerk Audi AG haben im letzten Jahr 38 823 Beschäftigte 446 808 Autos gebaut, was einer Pro-Kopf-Fertigung von 14 Fahrzeugen entspricht.

Bei 47 Montagewerke in 18 Ländern mit 350 000 Beschäftigten sind bei Ford im Jahre 1995 insgesamt 6,6 Millionen Autos von den Fließbändern gelaufen und damit 19 Fahrzeuge pro Person.

Unter Assistenz von 400 Robotern rollten bei BMW in Dingolfing, wo 1988 noch 20 000 Menschen tätig waren, täglich 100 Wagen der 5er und 7er Klasse vom Band.

Mercedes-Benz stellte mit 197 568 Mitarbeitern 881 914 PKW und Nutzfahrzeuge her (1994) und findet die Arbeitskosten, die im eigenen Teilkonzern über dem deutschen Industriedurchschnitt liegen, zu hoch. So sind diese im spanischen Werk mindestens 40 Prozent niedriger. Deshalb setzt man nunmehr verstärkt auf das Ausland. – In Frankreich sollen bis zum Ende des Jahrhunderts 1,3 Millionen Einheiten des Kleinwagens Smart gebaut werden. Für 400 Millionen Dollar entsteht ein neues Werk für 80 000 Fahrzeuge der A-Klasse in Brasilien. Mit 225 Millionen DM entsteht in Vietnam ein weiteres Werk für Nutzfahrzeuge, wogegen für einen Kleintransporter aus dem Baskenland eine Milliarde DM in Spanien investiert werden. Das Gemeinschaftsunternehmen MB C.V. Komatsu Corp. mit einem Kapital von 250 Millionen Yen gegründet, soll mit dem größten japanischen Baumaschinenproduzenten Komatsu Ltd. als Partner den japanischen Lastkraftwagenmarkt bereichern.

Der Verband der Deutschen Autoindustrie schätzt, daß im Automobilbau wie auch bei seinen Zulieferern in den nächsten 4 Jahren mindestens 100 000 Arbeitsplätze entfallen.

Automatisierung

Eine neue Sortieranlage der Deutschen Post AG liest über 800 000 Adressen jede Nacht; auch konnte der stündliche Durchlauf bei einer von AEG Electrocom gebauten Lesemaschine auf 36 000 Briefe gesteigert werden. Insgesamt gehen in den nächsten Jahren 83 Zentren in Betrieb, wodurch pro Nacht über 60 Millionen Briefe automatisch bearbeitet werden können. Im Zuge dieser Konzentration werden bis zum Jahre 2000 zwangsläufig weitere 35 000 Arbeitsplätze überflüssig.

In der kanadischen Mine Stobie wird das Nickelerz durch Roboter abgebaut. Hier ist die Automatisierung mittels „stählerner Arbeiter" schon so weit gediehen, daß die meisten Maschinen und Lastwagen über den Bildschirm ferngesteuert operieren können. Es bleibt den Menschen nur noch die Einführung von Sprengsätzen, deren Zündung wie auch die Wartung der Maschinen überlassen.

Das GMD-Forschungszentrum Informationstechnik, Sankt Augustin, stellt den von einem neuronalen Netz autonom gesteuerten Roboter KURT vor, der, mit Ultraschallsensoren ausgerüstet, in einem Kanalnetz die Kanalanschlüsse inspiziert und feinste Risse im Abwasserkanal erkennen kann.

Der Tauch-Roboter „Faust" steuert seinen Arbeitsplatz selbständig an. Er erkennt Materialfehler und dient auch der Überwachung von Leckagen. Darüber hinaus führt er auch Schneid-, Schweiß- und Reparaturarbeiten aus.

Für unsere Landwirte hält die niederländische Firma Lely einen Melk-Roboter zu DM 270 000,- das Stück bereit. Dieser für 70 Kühe ausgelegte „Zitzen-Robbi" pflegt die Euter, schließt sich während des Fressens bei den Kühen automatisch an und saugt die Milch ab. Nach getaner Arbeit geht er wieder in seine Ausgangsstellung zurück.

Jährlich fallen ausgediente Fernsehapparate von einem Gesamtgewicht von 4,8 Millionen t an. Diese durch Roboter zu entsorgen, hatten sich die Wissenschaftler des Frauenhofer Anwendungszentrums für Entsorgung und Verkehrslogistik und der Prielog Logistik GmbH in Prieros (Brandenburg) zum Ziel gesetzt. So werden zwei Roboter gleichzeitig innerhalb von zehn Minuten jeden Fernseher ausschlachten. Täglich 1145 Einheiten oder 40 000 TV-Geräte in nur 277 Arbeitstagen.

Ein Tankroboter (Reis) öffnet selbständig die Kfz-Kappe, den robotergerechten Tankverschluß und füllt den Tank emissionsfrei. Nach „getaner Arbeit" verbleibt dem Fahrer nur noch das Bezahlen.

Der Help Mate der amerikanischen IRC Inc. arbeitet als Kurier z. B. für den Essens-, Material- und Probentransport im Krankenhaus. Er weicht selbständig Hindernissen aus und wechselt ferngesteuert die einzelnen Etagen über die Lifte.

Mittels Spracherkennung lassen sich die verschiedensten Geräte ansteuern. Mercedes macht bereits Versuche mit einem „PKW ohne Fahrer", Güterzüge können ferngesteuert werden usw. Abschließend nun ein markantes Beispiel von Rhein und Ruhr.

Wenn im Jahre 1960 noch 282 000 Menschen in der Stahlindustrie beschäftigt waren, so haben derzeitig hier noch gut 84 000 Leute ihr Auskommen. Demgegenüber nahm aber die Rohstahlerzeugung aufgrund von „Innovationen" in Westdeutschland im Vergleich 1960/1995 um 10 Prozent auf 42,5 Millionen Tonnen zu. Gleichzeitig ist davon auszugehen, daß in der nächsten Zeit weitere 2000 Entlassungen anstehen.

Resümee

Zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählen nun einmal Bekleidung, Ernährung, Wohnen sowie von den Gebrauchsgütern vorrangig Werkzeuge. Wir stellten aber fest, daß Textilien aller Art nebst Lederwaren wie auch die Werkzeuge vornehmlich aus Asien kommen. – Im Extremfall werden Garne in der Türkei gesponnen. Diese gelangen nach Indonesien, wo sie zu Tuchen gewebt werden. Aus den Stoffballen werden in Rumänien oder Bulgarien Kleider und Hemden hergestellt, die wiederum in unseren Geschäften zur Auslage kommen. – Hierzu benötigt man Transportmittel aller Art, die auf Sprit angewiesen sind. Benzin oder Öl kommt aus den Raffinerien der „Weltmacht Erdöl", hinter welcher die Bänker der Hochfinanz stecken, die Steuerleute von Politik und Wirtschaft.

Getreide und Feldfrüchte beziehen wir aus Kanada, den Staaten, Afrika oder Spanien usw. Fleisch wird aus England, Frankreich oder dem Osten eingeführt. – Brot- und Fleischfabriken verdrängen das „ehrwürdige" Handwerk. – Mittelständische Industrie wie auch die Kleinbetriebe verlagern ihre Produktionen ins „billigere Ausland". – So konnte die Deutsch-polnische Handelskammer mit der Meldung aufwarten, gut 5000 deutsche Betriebe hätten sich in Polen mit Gemeinschaftsunternehmen niedergelassen.

Die verstärkte Zunahme der Automatisierung wie auch der spezielle Einsatz von Robotern, die laufend „intelligenter" wurden, kosteten immer mehr Menschen den angestammten Arbeitsplatz.

Deutschland gilt bei 225 Personen auf den Quadratkilometer mit als das am dichtesten besiedelte Land in der Welt (gegenüber Amerika mit 16, Rußland 9 oder Australien 2 Personen). Von 80 Millionen Einwohnern sind mindestens 10 Prozent Ausländer mit steigender Tendenz, wovon bereits 2,3 Millionen Türken sind. – Die Zahl der Einkommensmillionäre ist zwischen 1984 und 1992 um fast 40 Prozent angestiegen, und die offizielle Zahl der Arbeitslosen wird mit 5 Millionen angegeben. Da die Langzeitarbeitslosen knapp 50 Prozent dieser Personengruppe ausmachen, es darüber hinaus auch ABM-Maßnahmen, Umschulungen und Frührentner gibt, dürfte die reelle Zahl der Erwerbslosen über 6 Millionen betragen. – Wie aus der Presse zu erfahren, hat die Zahl der Akademiker in Westdeutschland zwischen 1993 und 1995 um 12 Prozent auf 3,8 Millionen Personen zugenommen, demgegenüber sei die Zahl aller Erwerbstätigen um 1,8 Prozent auf 29,2 Millionen Personen gefallen. Annähernd 8 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze, (über 1 Million Kinder). – Mindestens

1 Million Mitbürger haben keine feste Bleibe mehr und leben auf der Straße, davon etwa 200000 Kinder.

Gleichzeitig sind die Staatskassen leer. – Eine Schuldenlast von mehr als 2,1 Billionen DM haben die Regierenden dem deutschen Volk aufgebürdet, rund 26 200 DM pro Kopf der Bevölkerung. In jeder Sekunde muß der Steuerzahler 4 500 DM für die Staatsverschuldung an Zinsen aufbringen. Außerdem gibt es Monat für Monat 10 000 Asylbewerber mehr.

30 000 Insolvenzen im Jahr ermöglichen das Abwracken ganzer Maschinenparks, die vornehmlich in Asien wieder aufgebaut von dort den deutschen Markt mit Waren zu „Dumpingpreisen" beliefern. – Belaufen sich doch die westdeutschen Arbeitskosten je Arbeitsstunde auf 43,97 DM gegenüber Bulgarien beispielsweise, wo sie nur 1,32 DM betragen.

Neben dem Ausverkauf ihrer Betriebe an das internationale Kapital sind die Deutschen nicht nur Weltmeister im Export von Arbeitsplätzen, sie tragen auch wesentlich zum Niedergang ihrer Kultur bei. Sie sagen nicht „Guten Tag", sondern einfach „Hallo", und wo Menschen zusammenkommen (in Supermärkten, Gaststätten oder Wartezimmern usw.), werden sie von fremdländischer Musik „eingelullt".

Begriffe wie Online, Hotline, Intel, Multimedia, Soft- oder Hardware, Internet, Workshop, Chip Asic, CAD/CAM wie auch Logistik sind „in". – Gefragt werden heute die Berufe Controller, Mediaplaner, Research, Clinical Spezialist, Informatiker, Treasurier, Trainee resp. Sales-, Produkt-, Quality-, Key-Account- oder Profitcenter-Manager.

Die Bewerber für eine offene Stelle haben jung, dynamisch, belastbar und mobil zu sein. Ihnen werden 2 Fremdsprachen, eine davon perfekt in Wort und Schrift, abverlangt. Neben gutem Fachwissen sollte kaufmännisches Wissen vorhanden sein. Zudem sind Redegewandtheit, forsches Auftreten wie auch die Beherrschung des Computers Voraussetzung für eine Einstellung. Gleichzeitig wird die Anzahl der Arbeitsplatzbesitzer auch immer weniger.

Dem stehen seit über 20 Jahren die Klagen von Professoren gegenüber, daß ihre Studierenden eine zu geringe Vorbildung mitbrächten, und die Bundestagspräsidentin bedauert, daß über 10 Prozent aller Schüler einen Grundschulabschluß nicht erreichten.

Otto Normalverbraucher entnimmt den Gazetten allerdings:

Moderne Techniken, wie sie Roboter und Computer uns bieten, haben neben der Globalisierung (vom Kapitalismus betrieben) unsere Welt gänzlich verändert. – Mit dem Niedergang eines „geschichtlichen Volkes" erreichte der Kapitalismus einen vorläufigen Höhepunkt. Dabei gestalten Arbeitsplatzbesitzer die Ellenbogen-Gesellschaft im heutigen Staat der „Richter und Bänker".


Wirtschaft – quo vadis? – Teil II

Im Teil I wird nach einer Lagebeurteilung der Ursprung der Wirtschaft dargestellt, der Tauschhandel und die Einführung des Geldes, aber auch sein Mißbrauch beleuchtet, das Spekulantentum eingeschlossen. Dieser Beitrag ergänzt den vorhergehenden unter der Überschrift „Kostenfaktor Mensch" in vorzüglicher Weise. Im Teil II wird, vom Privat- und Staatskapitalismus ausgehend, die Gedankenkette fortgeführt.

H. W. Woltersdorf

Staats- Privatkapitalismus

Beide Systeme, der kommunistische Staatskapitalismus und der demokratische Privatkapitalismus, basieren auf der Ideologie des Materialismus. Sie werden vertreten durch zwei Persönlichkeiten, auf der einen Seite Karl Marx, auf der anderen die Familie Rothschild. Beiden gemeinsam ist ihre Internationalität: Hier die kommunistische Weltrevolution, dort die Weltherrschaft des Kapitals. Es sind zwei feindliche Brüder mit einem gemeinsamen Ursprung. Dieser geht zurück auf den Kirchenrechtler Adam Weishaupt, einen Schüler des Philosophen Moses Mendelsohn. Weishaupt, besser bekannt als der Gründer des besonders strengen Freimaurerordens der „Illuminaten", gilt als der Vater des kommunistischen Gedankengutes, der mit den anarchistischen Parolen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit im Kontakt mit der französischen Loge Grand Orient und dem Herzog von Orléans die französische Revolution von 1789 inszeniert hat. Sie sollte der Beginn der kommunistischen Weltrevolution sein, die dann von Napoleon Bonaparte „verraten" wurde. Weishaupt aber wurde finanziell unterstützt von Rothschild, dessen 5 Söhne in 5 europäischen Hauptstädten Banken gründeten und somit das Kapital internationalisierten. Rothschild gilt somit als der geheime Chef der kommunistischen wie der kapitalistischen Internationale (dargestellt als Sidonia in der gleichnamigen Schrift von Disraeli).

Die Gemeinsamkeit der angeblichen Erzfeinde kommt nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck, daß die Wallstreetbanken, also die Vertreter des Privatkapitalismus, über Trotzki die russische Revolution von 1917 finanziert haben.

Der Kommunismus mit seinen Parolen von der Gleichheit aller Menschen vertrat die Auffassung, daß die materiellen Güter dieser Welt allen Menschen gemeinsam gehören. Als der erste Mensch damit begann, ein Grundstück einzuzäunen und als sein Eigentum zu betrachten, so Karl Marx, begann der Streit unter den Menschen. Also: kein Privateigentum, sondern Verstaatlichung aller Produktionsmittel und der Banken. Die erarbeiteten Mehrwerte gehören allen gemeinsam. Der Arbeiter ist es, der die Mehrwerte schafft.

Im Materialismus kommt Geist nicht einmal als Vokabel vor; die geistige Leistung wird nicht gewürdigt. Besichtigt man eine Fabrik, so sieht man Maschinen und Arbeiter, die damit Werte schaffen. Die Herren in der oberen Etage, die mit Erfindungen, Entwicklungen, mit unternehmerischer Initiative die Fabrik erst geschaffen haben, die sieht man nicht, folglich würdigte man sie auch nicht, sondern disqualifizierte sie als Ausbeuter, die auf Kosten der Arbeiter reich werden. Wenn der Staat als alleiniger Besitzer aller Produktionsmittel nun auch das Management der Unternehmen übernimmt und dasselbe tut wie die Privatunternehmer, so ist das keine Ausbeutung, weil ja alles, was ist und was geschaffen wird, Volkseigentum ist. Daß ein solches staatskapitalistisches Wirtschaftssystem nicht funktionieren kann, wollen nur die fanatischen Anhänger des Kommunismus nicht wahrhaben.

Die Privatisierung des Kapitals

Von jenem Rothschild stammt die Forderung: „Gebt mir die Verfügung über das Geld, und ich frage nicht mehr nach dem Gesetzgeber", wohl wissend, daß dieser dann nach seiner Pfeife tanzen würde. Es ist eigentlich undenkbar, daß das staatliche Monopol, Münzen zu prägen und damit über den Geldumlauf und die Stabilität der Währung zu wachen, einem privaten Konsortium überlassen wird, welches zudem als Bankiers von dem Geldmanagement profitiert. Und dennoch ist es geschehen, und zwar am Heiligabend des Jahres 1913. Nach mehrjährigem Studium europäischer Staatsbanken und eingehender Vorbereitung unter Federführung des erst kürzlich aus Deutschland eingewanderten Paul Warburg legten die Bankiers dem Parlament, dem viele Abgeordnete wegen der Weihnachtsferien nicht mehr beiwohnten, einen Gesetzentwurf vor, der heute noch als das „Federal Reserve System" Gültigkeit hat. Allein dieses Bankenkonsortium durfte künftig ohne staatliches Kontrollrecht über den Dollar, seinen Kurs, die Höhe des Geldumlaufes, den Zinssatz und die Hergabe von Staatskrediten entscheiden. Aber noch weit wichtiger war, daß sie ohne staatliche Kontrolle Politik, gar Weltpolitik treiben konnten. So finanzierten die Wallstreetbanken im ersten Weltkrieg die Entente gegen Deutschland mit 17 Milliarden Dollar und finanzierten zugleich die russische Revolution über den Geldboten und Revolutionär Trotzki (dessen Frau, die Sedowa, aus den Wallstreetfamilien stammte) zu Gunsten Deutschlands, das dadurch die Truppern der Ostfront nach dem Westen werfen konnte, wo nun ein Patt drohte, ein Friede ohne Sieger und Besiegte, wenn nicht Amerika aktiv in diesen Krieg eingegriffen hätte. Sie entschieden damit nicht nur über den Ausgang des Krieges, sondern mit dem Versailler Diktat über das Schicksal Europas; denn mit der Verproletarisierung Deutschlands würde ganz Europa verproletarisieren und sich damit jener kommunistischen Internationale ausliefern, die sie zuvor in Rußland ins Leben gerufen hatten. Dieses und viele hochinteressante Zusammenhänge offenbarte jener hochrangige Sowjetfunktionär Kristjan Rakowski in seinem Vernehmungsprotokoll aus dem Jahre 1938, Geheimnisse, die er von seinem Intimfreund Trotzki erfahren hatte. Ganz Europa war an die Wallstreet verschuldet, deren Dollar zur Weltleitwährung avancierte.

Das deutsche Intermezzo

Rakowski bestätigte außerdem, was in Fachkreisen gar kein Geheimnis war, nämlich daß Hitler von 1929 bis 1933 von der Wallstreet mit ca. 134 Millionen Reichsmark, aus welchen hinterhältigen Gründen auch immer, finanziert wurde. Ohne diese Hilfe wäre er wahrscheinlich kein Reichskanzler geworden; doch als er Reichskanzler war, wurde er zugleich provoziert und boykottiert. Eine dieser Maßnahmen gegen Deutschland war die Verschlechterung des Verhältnisses der Reichsmark zum Dollar um 56,9%, welche es dem Reich unmöglich machen sollte, Rohstoffe auf Dollarbasis auf dem Weltmarkt zu kaufen. Hitlers Reaktion, die ein Wirtschaftswunder auslöste, war zugleich tödlich: Hitler löste sich vom Gold- bzw. Dollardiktat und führte eine sogenannte Arbeitswährung ein. Im Grunde war es die Rückkehr zum eigentlichen Ursprung der Wirtschaft. In England bezeichnete man sie abfällig als Tauschhandel. In der Tat bot Deutschland seinen Handelspartnern Tauschgeschäfte an: Kupfer gegen Fahrräder, Maschinen gegen Tabak und dergleichen. Da die meisten Länder unter Devisenmangel litten, buhlten sie geradezu um Wirtschaftsverträge mit Deutschland. In Deutschland geschah indessen ein Wirtschaftswunder, das sich zu einer Wohlstandsinsel inmitten einer von Wirtschaftskrisen erschütterten Welt entwickelte. Vertritt der Kapitalismus die Behauptung, daß Kapital Arbeit schaffe, so wurde hier vorexerziert, daß Arbeit Kapital schafft. Die 6 Millionen Arbeitslosen waren nach drei Jahren – noch ehe also die Aufrüstung begann – in Arbeit und Brot. Sie schufen Werte. Für einen Vierjahresplan wurden sogenannte Mefo-Wechsel gezogen, Finanzierungswechsel, die nach 4 Jahren aus dem geschaffenen Mehrwert wieder eingelöst werden sollten. Das Besondere an diesem Wirtschaftswunder bestand darin, daß es ohne Inflation bei stabilen Löhnen und Preisen ablief. Ein Ei und eine Arbeitsstunde kostete 1933 genauso viel wie 1945.

Natürlich waren Spekulationen ebenso untersagt wie Zinswucher. Man kaufte nicht auf Kredit und Raten, sondern sparte erst, bevor man sich etwas anschaffte. Es galt nicht die Devise „haste was, biste was"; vielmehr war ein Vorzeigewohlstand sogar anrüchig. Vielfach wurde nach dem Krieg behauptet, daß dieses Wirtschaftssystem früher oder später wegen Überschuldung zur Pleite führen mußte. Doch Pleiten werden verursacht durch einen Run von Gläubigern. Es gab aber keine Gläubiger; denn Deutschland war nur bei sich selbst verschuldet.

Dieses damalige deutsche Wirtschaftssystem ist weder von Wissenschaftlern untersucht, noch in der Weltpresse kritisiert worden. Es wurde totgeschwie-gen. Die gegen das Nazideutschland eingestellte Weltpresse verurteilte, ob zu Recht oder nicht, alles Mögliche am neuen Deutschland; eine Verurteilung des Wirtschaftssystems hätte andere Länder neugierig machen können. „Stellen Sie sich vor", sagte jener Rakowski seinem NKWD-Vernehmer, „andere Länder, gar England, hätten das deutsche Wirtschaftssystem ebenfalls übernommen! Damit würde das Kapital entmachtet. Da gibt es nur eine Lösung: Krieg."

Das Rabattgesetz

Die letzten Rudimente des 1933 erlassenen Rabattgesetzes wurden erst kürzlich aufgehoben; dabei hatte dieses Gesetz eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Es regelte Produktion, Vertrieb und Verteilung der Konsumgüter. Der Produzent konnte sich ganz auf die Produktion konzentrieren, weil ein flächendeckendes System von Großhändlern den Vertrieb übernahm. Diese belieferten ebenfalls flächendeckend den Einzelhandel. Voraussetzung war das Rabattgesetz. Der Produzent legte für seine Produkte einen festen Endpreis fest. Auf diesen erhielt der Großhändler einen Rabatt von 50%, wovon dieser an den Einzelhandel 33% weitergab. Dieser Festpreis enthob den Verbraucher der Notwendigkeit, nach einem billigeren Konkurrenzpreis zu suchen. Der Wettbewerb bezog sich auf Qualität und Service, nicht aber auf Preisunterbietungen. Allein dieses System schuf Millionen von mittelständischen Handelsunternehmen mit noch mehr Millionen von Angestellten, die als Fachverkäufer in einer Vielzahl von Fachgeschäften tätig waren.

In den ersten Nachkriegsjahren war dieses System noch gültig, doch mit der Wiederzulassung der Großkaufhäuser, die wegen des Filialsystems Großhandelsrabatte verlangten und damit die Festpreise unterboten, wurde das ganze Rabattsystem aufgeweicht. Der Großeinkäufer erhielt ohne Rücksicht auf seine Funktion die äußersten Rabatte oder Nettopreise, der Einzelhandel wurde verdrängt, womit auch der Großhandel funktionslos wurde. Die Großkaufhäuser und Supermärkte brauchten keine Fachverkäufer mehr, sondern nur noch Kassierer, und für die Produzenten wurde bald der Verkaufsapparat größer als die eigentliche Produktionsstätte.

Fortsetzung folgt


Die Konkursforderungen gegen den nach dem Schneeballsystem wirkenden European Kings Club (EKC) sollen 500 Mill. DM betragen, denen nur 5,5 Mill. DM Vermögenswerte gegenüberstehen. Der Strafprozeß wird in Frankfurt (Main) vor der 26. Strafkammer des dortigen Landgerichts wegen Betrugs und vermutlich auch Unterschlagung durchgeführt. (dpa 10.12.96) Die Gier der betrogenen Anleger war wohl stärker ausgebildet als deren Verstand, sich durch versprochene, jährliche Rendite von 70 v. H. der Einlagen beeinflussen zu lassen. Erinnern wir uns: War dies bei den IOS-Papieren eines Bernie Cornfield nicht ebenso?


Im Jahr 1996 sind Immobilien im Werte von 16,1 Mrd. DM unter den Hammer gekommen, ca. 20 Prozent mehr als 1995, was 32.322 Einzelfällen entspricht. Die Zunahme der Zwangsversteigerungen im mitteldeutschen Raum stieg zum Vorjahr um 80 Prozent.

(dpa 13.12.96)


Ausgerechnet der DGB als Interessenvertretung der Arbeitnehmerschaft befürwortet höhere Steuern, mit denen die Arbeitslosigkeit bekämpft werden soll. Nach der Vizevorsitzenden Ursula Engelen-Kiefer könnte eine Halbierung der Arbeitslosenzahlen möglich sein, wenn Bonn bereit sei, eine Steuererhöhung durchzusetzen, die zweckgebunden zur Finanzierung von ABM-Maßnahmen heranzuziehen wäre. (AP/dpa 27.12.96)


„... die feindliche Übernahme"!

E. Kemper

Im Wirtschaftsgeschehen der sogenannten „BRD" wird uns im Augenblick (März 1997) hautnah vor Augen geführt,

– gedacht ist an die feindliche Übernahme der Thyssen-AG
durch die Krupp-AG mittels einer „klammheimlichen" Übernahme von Aktien –

worin der Unterschied zwischen einer angeblich „Sozialen Marktwirtschaft" auf der einen und dem häßlichen Kapitalismus (westlicher Prägung) auf der anderen Seite besteht.

Hier wird in „liberalem Verständnis..." die Verantwortung für den Wirtschaftsraum eines ganzen Volkes vorgetäuscht (die eine feindliche Übernahme gestattet!), dort stehen allein die angeblichen privatwirtschaftlichen Rechte eines einzigen Kapitalinhabers oder einer unerbittlichen Bank im Vordergrund der Bestrebungen.

Treibende Kraft in diesem Wirtschaftskrieg sind nicht die vorgeschobenen Herren Gerhard Cromme von der Krupp-AG oder Dieter Vogel von der zu übernehmenden Thyssen-AG, sondern die ungeschriebenen „Gesetze" des Kapitalismus bestimmen das Handeln und die Marschroute.

Beide Herren sind Strohleute und Vollstrecker des uns beherrschenden internationalen Kapitals und werden in der Geschichte unseres Volkes zweifellos keinen rühmlichen Platz einnehmen... Da waren Rohwedder und Herrhausen aus einem anderen Holz!

Da wir wissen, wohin die Reise geht, stellen wir an dieser Stelle folgende Frage an „unsere" Politiker:

Sind derartige privatwirtschaftliche Kriege um Profit auf dem Rücken der Menschen und des Volkes mit dem Strafgesetzbuch vereinbar? Oder rechtfertigt ein möglicher Profit jedes noch so unmoralische Geschäft?

Man könnte auch sagen: Das Wort von der „Solidarität" gegenüber der Allgemeinheit ist im „Kapitalismus" eine unbekannte Vokabel.

Oder von der anderen Seite her gesehen:

Dem Arbeiter wird es immer unverständlich bleiben, warum die unabdingbare Bedienung einer Zinsforderung des anonym bleibenden Kapitals wichtiger sein soll als sein ehrliche Wille nach Arbeit und Lohn.

Es wird dem Mann im Schacht einer Zeche oder auf dem Bau deshalb nur schwer begreiflich zu machen sein, daß es nicht der „Kapitalist" oder die „Bank" ist, die für diese aufkommenden frühkapitalistischen Tendenzen verantwortlich sind.

Die Fehler liegen im – angeblich unantastbaren – System, in der uns erdrückenden überstaatlichen Währungsordnung.

Diese Währungs„ordnung" hat angeblich Verfassungsrang. Sie gilt als „heilige Kuh" und ist mit einem Tabu belegt. Jede begründete Kritik wird als anti...demokratisch juristisch verfolgt.

Wir alle – so die gegenwärtige Forderung und der Rat „unserer" Politiker in Bonn – sollen lediglich unseren Gürtel enger schnallen, dann wäre die Zukunft bereits gesichert.

Warum sollten wir diesem Ratschlag folgen? Damit der Zins für das umlaufende Kapital unserer Zahlungsmittel weiter bedient werden kann? Hat sich deshalb etwas zum Besseren gewendet? Kann und soll sich bei diesem „Spiel" in Sachen „...kapitalistischer Enteignung" unseres Volksvermögens überhaupt etwas ändern...?

So lange wir im Besitz von Vermögen sind, wird die Gier des Kapitals nach diesem Vermögen und nach arbeitslosem Einkommen vorhanden sein. Die Abwehrfronten gegen dieses Treiben in der sogen. „BRD" sind noch nicht zu erkennen. Aber der Ruf

„Wir sind das Volk!"

ist hier und da vor „Regierenden" schon zu hören und läßt für die Zukunft ein Erwachen der Deutschen erhoffen. Noch geht es nicht ohne den Faktor Arbeit!

In den zwanziger Jahren wurde diese heute erreichte, erbärmliche Entwicklungsstufe unserer Finanz- und Wirtschaftsordnung mit dem alles erklärenden Begriff

„Gemeinnutz geht vor Eigennutz"

kritisiert und allgemeinverständlich ausgedrückt und war in aller Munde. aber die Menschen vergessen schnell. Bei den Zinsforderungen des Kapitals ist der umgekehrte Fall die Norm: Der

Eigennutzanspruch des Kapitals

geht vor allen Lebensrechten der arbeitenden Menschen und Völker und kennt keine sozialen Verpflichtungen.

Wird das anonyme „Kapital" nicht mehr bedient, erfolgt ein erbarmungsloser Sturz in ein bodenloses Nichts! 4,7 Mill. Arbeitslose und über eine Mill. Obdachlose sind das bisherige Ergebnis. Wurde in den 30er Jahren letztmalig ein Weg aus dieser

privatkapitalistischen Zinsfalle

gefunden, sieht es heute so aus, daß keinerlei politische Kräfte zu erkennen sind, die einen Ausweg aufzeigen können, wollen oder dürfen. Diese Herren „Politiker" in Bonn und in den Ländern sind Gefangene ihres eigenen (Währungs-)Systems.

Selbst Gewerkschaftler heulen mit den Wölfen und halten einen anderen Weg als die verlangte „...feindliche Übernahme" für unmöglich.

Da das Kapital kein Vaterland kennt und dorthin fließt, wo die größten Verzinsungen zu erwarten sind, stehen wir heute nicht mehr vor einer nationalen oder europäischen Aufgabenstellung, sondern stehen internationalen, ja „...globalen" Forderungen gegenüber.

Das Verbrechen besteht auch darin, Kohle, Energie oder Lebensmittel, die wir selbst erzeugen könnten, zu importieren und deutsche Facharbeiter mit der billigen Arbeit in Entwicklungs- oder Schwellenländern konkurrieren zu lassen. Ein Schutzzoll auf dies – mit Dumpingpreisen – eingeführten Waren würde deutsche Arbeitsplätze sichern. Wer gestattet Korea den Export von PKW in die BRD, obwohl dieser Staat deutsche PKW boykottiert...?

Hier wird deshalb die Frage nach den Kräften nötig, die hinter diesem Treiben, hinter diesem „...anonymen Kapital" stehen.

Kann diese Frage im „...globalen" Zeitalter noch befriedigend beantwortet werden...?

Sollte man da nicht erst einmal die Frage stellen: „Wem gehört die „Deutsche Bank", die in der oben angeführten feindlichen Übernahme eine so herausgehobene und unrühmliche Rolle gespielt hat...?" Oder lassen sich im anstehenden Mrd.-Poker diese Fragen gar nicht mehr offen beantworten?

Wir – als besiegtes, geschundenes und mehr und mehr ausgebeutetes Volk – sollten es deshalb lernen, in den Fragestellungen und Hinweisen die Antworten bereits zu erkennen.

Auf unser Thema bezogen: Der Tag, an dem die neu gebildete Stahlfirma Krupp/Hoesch/Thyssen-AG von „...global" wirkenden internationalen Kräften ebenfalls aufgekauft wird, ist, da die Politik kläglich versagt, nicht aufzuhalten, das kann auch der Zwischenschritt einer gemeinsamen Vertriebsgesellschaft nicht hinwegtäuschen.

Zum Inhaltsverzeichnis


LESERBRIEFE


E. Priebke – trotz Freispruch noch in Haft

In der Folge 7/8-1996, S. 46-54 setzte sich G. Stübinger in dem Beitrag „Italien 1996: Wozu dient der ,Fall Priebke?' ", ausführlich und unwiderlegbar mit der Anklage einer internationalen Polit- und Medienmafia auseinander. Erich Priebke wurde nach Recht und Gesetz freigesprochen, was auch nicht anders sein konnte. Dennoch ist E. Priebke nicht auf freiem Fuß, denn noch immer wühlt und hetzt eine Politmafia und versucht das Urteil auszuhebeln. Nachfolgender Brief aus derHaft vermittelt Ihnen einen Eindruck von E. Priebke, dem wir baldige Freiheit wünschen.

Lieber Kamerad Kemper,

Ich danke Ihnen für Ihre freundlichen Grüsse, die mich erst jetzt erreicht haben.

Wie ich lesen konnte, haben Sie auch schon allerhand mitgemacht, doch hat Sie wohl noch keiner als der „fieseste Deutsche" tituliert, wie es die deutsche Ausgabe von „Focus" vor Monaten getan hat. Den geistigen Kleinrentner, der dies geschrieben hat, mag der Teufel holen. Ich habe seit 38 Jahren ehrenamtlich für eine deutsche Schule im Ausland viele Stunden meiner Freizeit gewidmet und zusammen mit meinen Vorstandsfreunden haben wir aus einer kleinen Emigrantenschule eine der besten Lehranstalten unserer Stadt geschaffen. Die deutsche Schule Bariloche war mit 1.200 Schülern die größte deutsch-argentin. Schule im Landesinnern Argentiniens. Als 1. Vorsitzender des Deutsch-Argent. Kulturvereins von Bariloche habe ich im Jahre 1989 den Schüleraustausch mit Deutschland organisiert und seit dieser Zeit kreuzen regelmässig junge Menschen den Atlantik in beide Richtungen, um eine neue Welt kennen zu lernen. In allen meinen Schriften und bei allen meinen Reden habe ich es nie versäumt, die Bundesrepublik als unseren besten Freund zu loben, bei allen offiziellen Anlässen steht die deutsche Fahne neben der argentinischen und die deutsche Hymne erklingt nach der argentinischen. Ich habe allen deutschen Botschaftern, die nach Bariloche kamen, die Hand gedrückt, habe deutsche Delegationen und deutsche Besucher empfangen und war auch vor den argent. Behörden der offizielle Vertreter der deutschen Landsmannschaft in Bariloche. Die argentinischen Schuleltern waren meine heftigsten Verteidiger, als der Fall Priebke von dem Journalisten Sam Donaldson geschaffen wurde. Der amtierende Bischof hat mich bereits am 2. Tage meines Hausarrestes besucht, genau wie alle argentinischen freunde. Der deutsche Botschafter, der mit bei seinem Besuch im April noch kräftig die Hand schüttelte für das gut Funktionieren der Schule, liess mich Anfang Mai fallen wie eine zu heisse Kartoffel. Nicht er, nicht niemand, hat sich um mich – ein deutscher Staatsangehöriger – jemals gekümmert. Auch nicht hier in Rom, wo es ital. Freunde sind, die mir hilfreich zur Seite stehen. Weder meine Frau noch ich haben jemals daran gedacht, die Staatsangehörigkeit zu wechseln. 8 Familienmitglieder sind deutsche Staatsangehörige – niemand von ihnen wohnt in der Bundesrepublik, aber jeder spricht perfekt deutsch und kennt Deutschland.

Lieber Kamerad K., jetzt wollte ich Ihnen nur für Ihre Grüsse danken und da ist es eine so lange Epistel geworden. Sie kennen ja sicher den Komplex eines Häftlinge und ich bin ja noch dazu ein ganz besonderer Fall. Niemals in der jüngeren Geschichte ist ein Besiegter nach mehr als 50 Jahren des Kriegsendes für eine damals legale Kriegsmassnahme vor ein Gericht gestellt worden. Wie mag das Ende dieser Farce sein?

Herzliche Grüsse und beste Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen!

E. Priebke


Institut gegen die Diskriminierung

E. Priebke war auch der Hebel, daß auch der argentinische Präsident Carlos Menem seinen Tribut entrichten und eine Agentur zur Verfolgung der „Kriegsverbrecher", die 1945 nach Argentinien flohen, schaffen mußte.

Diese Agentur soll nach Ruben Beraja, dem Leiter der israelischen Gemeinde, die legale Lage der Verdächtigen kontrollieren und Maßnahmen ergreifen, um ihnen die Staatsbürgerschaft zu entziehen, sie auszuweisen, damit sie in anderen Ländern gerichtet werden können. Auch mit einer einfachen Ausweisung wäre man zufrieden.

Die Zeitung El Tribuno vom 29. 8. 94 berichtet hierüber wie folgt:

Buenos Aires (Telam). Der Innenminister Carlos Ruckauf wird heute den Regierungsbeschluß unterzeichnen, mit der die augenblickliche Struktur des Programms gegen die Diskriminierung in den Rang eines Instituts erhoben wird, was vor einigen Monaten in der Stadt Bariloche (dem Wohnort E. Priebkes – d. Übers.) konzipiert wurde. Das Institut wird einen „Übergangs"-

Charakter haben, bis der Kongreß der Nation das entsprechende Gesetz zu seiner Bestätigung abfaßt. In diesem Sinne wird heute dem Titular des politischen Ministeriums eine Gesetzvorlage zur Schaffung des „Instituts gegen ,die' Diskriminierung, die Xenophobia (die Fremdenfeindlichkeit – d. Übers.) und den Rassismus" übergeben, das von einer Redaktionskommission, die speziell dafür zusammengestellt wurde, ausgearbeitet wurde; und Ruckauf versprach, sie sofort dem Parlament zukommen zu lassen.

Bei der Zeremonie, die um 16 Uhr im Wappen-Saal des Regierungsgebäudes stattfinden wird, wird auch der Aufklärungsfeldzug gegen die Diskriminierung vorgestellt, der vom Unterstaatssekretär für die Beziehungen zur Gesellschaft, Daniel Barberis, und den Agenturen NEXO Publizität und Encuadre Color erstellt wurde.

Außer Ruckauf werden Außen- und Justizminister, Guido Di Tella und Rodolfo Barra, Funktionäre der drei erwähnten Ministerien, der Titular der DAIA (Dachverband der israelitischen Vereinigungen in Argentinien -Anm. d. Übers.), Ruben Beraja, und Vertreter von nicht regierungsamtlichen Organisationen, die aktiv am Projekt gearbeitet haben, anwesend sein.

In der Gesetzvorlage wird festgelegt, daß das Institut verschiedene Abteilungen haben wird, eine davon mit der Bezeichnung „vom Zweiten Weltkrieg", vermittels derer seine Beteiligten freien Zugang haben zu allen Archiven über Personen oder Gruppen, die Beziehung zu den damals begangenen Verbrechen hätten.

Das Institut wird autonom sein, obwohl es aus Mitteln des Innenministeriums unterhalten werden wird. Es wird ein Direktorium von acht Personen haben, darunter ein Vertreter des Innen-, Außen- und Justizministeriums, sowie drei von nicht regierungsamtlichen Organisationen, die, wie man meint, von der DAIA, von der Gemeinschaft der Homosexuellen und von den Behinderten sein könnten.

Zum Inhaltsverzeichnis


© 1997 VGP e.V.


Zurück zum Archiv