Deutschland
Schrift für neue Ordnung


INHALTSVERZEICHNIS 7/8-99

VOLK-NATION-EINHEIT

ZEITGESCHEHEN

WIRTSCHAFT

SICHERHEIT

LESERBRIEFE

BÜCHER


ZEITGESCHEHEN


Oradour, Symbol ohne Moral

Hans Werner Woltersdorf

Sie alle haben ihre Monumente, Symbole für die verbrecherische GewaItherrschaft der Deutschen, unter denen sie während des 2. Weltkrieges gelitten haben. Die Engländer haben Coventry, die Tschechen haben Lidice, die Italiener Marzobotto, die Franzosen haben Oradour. Eines haben sie alle gemeinsam: Es werden nur die Toten und die Zerstörungen gezählt. Die Opfer werden als Helden verehrt, Helden eines Widerstandes, den sie meist gar nicht geleistet haben.

Verschwiegen werden die Umstände, die Ursachen, die Vorgänge, welche zu diesen Opfern führten. Wie in Oradour. Es war am 10. Juni 1944, und die Täter waren die Männer und Offiziere der 3. Kompanie im Regiment „Der Führer“, das zur berüchtigten Division der Waffen SS „Das Reich“ gehört. Allein diese Konstellation berechtigt zu den schlimmsten Befürchtungen. SS, Waffen SS, was kann man da schon anderes erwarten!

Die Landung der Alliierten in der Normandie war nur wenige Tage alt. Die Division „Das Reich“ war zum Einsatz in der Normandie abkommandiert. Es war höchste Eile geboten. Warum vertrödelte sie die Zeit mit einem Massaker in Oradour? Die mehr oder weniger offizielle Darstellung der französischen Résistance hat verschiedene Versionen: Es war eine Verwechslung mit einem anderen Ort gleichen Namens. Dieses Oradour sur Glane hingegen war ein friedliches Dorf, in dem es keine Partisanen gab. Da die SS aber gerade hier vorbeikam, legte man dieses Oradour in Schutt und Asche und löschte die gesamte Bevölkerung, über 600 Männer, Frauen und Kinder aus. Die Ruinen des Dorfes ragen noch heute wie Grabkreuze in den Himmel, in ihrer Mitte die ausgebrannte und zerstörte Kirche, in der allein über 400 Frauen und Kinder ermordet und verbrannt wurden.

Im Juli 1999, 55 Jahre nach dem Geschehen, weihte der Staatspräsident Chiraque das Oradourdenkmal ein, als Symbol für den heldenhaften Widerstand der Franzosen, den diese 1940 versäumt hatten.

Doch Oradour war keine Schandtat der Deutschen, der Waffen SS, es war auch keine Heldentat der Franzosen, sondern eine Schande für die Résistance. Chiraque weiß das, die Angehörigen der Résistance wissen das, nur die Deutschen dürfen es nicht wissen. So haben denn alle deutschen Medien, das Fernsehen und die Presse die französische Version von Oradour wiedergegeben: So en passant haben die SS-Männer das auf ihrem Wege liegende Oradour mit Mann und Maus ausgerottet und nur noch die Ruinen übriggelassen, die heute noch von der Schandtat kündigen.

Vincent Reynouard, der inzwischen ohne Pension oder Rente fristlos entlassene Oberstudiendirektor, Vater von drei Kindern, ist keineswegs der erste, der eine gründliche Recherche über die offensichtliche Unwahrheit von Oradour betrieben hat. Vor ihm hat der deutsche Publizist und Verleger Herbert Taege in 2 Büchern („Wo ist Kain?“; „Wo ist Abel?“) bereits sehr aufschlußreiche Dokumentationen über Oradour vorgelegt.

Ein französischer Architekt, Pierre Moreau, hat in einer Schrift „Was die Steine schreien“ sich vorwiegend mit dem Kirchturm von Oradour befaßt und festgestellt, daß darin Munition und Sprengstoffe gelagert waren, die bei der Explosion die Wirkung einer Hohlgranate ausübte, durch die die Insassen der Kirche zum großen Teil zerfetzt wurden und die Glocke schlagartig geschmolzen ist. Das Prinzip der Hohlgranate besteht darin, daß der Explosivstoff, hier durch die Enge des Kirchturms, sich auf einen relativ kleinen Punkt konzentriert und insbesondere die Hitzewirkung erhöht. Damit werden beispielsweise dicke Panzerungen durchschlagen.

Aber gerade diese Explosion wird in allen französischen Darstellungen verschwiegen. Aus gutem Grund: Ohne diese Explosion wären die Frauen und Kinder, die in der Kirche in Sicherheit waren, nicht getötet worden. Es ist auch fraglich, ob die Männer, in deren Häusern Waffen und Munition gefunden, deren Häuser in Brand gesetzt und die in mehreren Scheunen zusammengetrieben worden waren, erschossen worden wären. Das Leben dieser Männer war nach einer Anweisung des Oberbefehlshabers West in Zusammenabeit mit der Vichy-Regierung ohnehin verwirkt, doch der leitende Offizier, Dieckmann, war unschlüssig, ob er die Erschießung vornehmen sollte. Für die SS-Männer, die einen Angriff der Partisanen erwarteten, war die Explosion in der Kirche das Zeichen für die Erschießung der Männer. Daß diese zu den Partisanen gehörten, stand allein dadurch fest, daß in ihren Häusern Waffen und Munition gefunden wurden, die während der Brände noch laufend weiter explodierten.

Munition, Waffen und Sprengstoffe erhielten die Partisanen von den Engländern. Sie wurden aus Flugzeugen abgeworfen. Üblicherweise wurden diese Vorräte in Kirchen und Kirchtürmen versteckt, da nach allgemeiner Erfahrung die deutschen Soldaten diese Orte nicht betraten. Es war auch mit Sicherheit anzunehmen, daß diese Vorräte zur Sprengung vorbereitet waren, damit sie nicht in deutsche Hände geraten konnten.

Es steht außer Zweifel, daß Oradour sur Glane eine Partisanenhochburg war. Man fand dort die Leichen deutscher Soldaten und Offiziere; am Ortsausgang stand ein ausgebrannter Sanitätswagen. Fahrer und Beifahrer waren ans Lenkrad gefesselt und alle verwundeten Insassen bei lebendigem Leibe verbrannt.

Es haben einige Dorfbewohner überlebt, andere waren während des Geschehens abwesend. Es wurde ein Prozeß in Bordeaux vorbereitet und zu diesem Zweck eine „Lex Oradour“ erlassen: Alle Angehörigen der Division „Das Reich“ mußten an die Franzosen ausgeliefert werden, um zu klären, ob sie etwas mit dem Geschehen in Oradour zu tun hatten. Es wurde aber kein einziger Offizier angeklagt, kein verantwortlicher Kommandeur. Vor den Schranken des Gerichtes erschienen vorwiegend einfache Soldaten, hauptsächlich Elsässer. Etwa ein Drittel der Kompanie bestand aus Elsässern. Reynouard hat herausgefunden, daß den Elsässern die Freiheit versprochen wurde, wenn sie im Sinne der Anklage aussagten: Es hat keine Explosion gegeben. Nur einer, der Unterscharführer (Unteroffizier) Boos machte nicht mit. Er sagte die Wahrheit – und wurde zum Tode verurteilt.

Reynouard sammelte eine große Anzahl von Zeugen, die entweder vor Gericht oder zu den diversen französischen Darstellungen ausgesagt hatten. Es ist äußerst schwierig, ein Geschehen zu beschreiben, bei dem das Hauptereignis, die Explosion in der Kirche, nicht erwähnt werden darf, als ob man einen Tod durch Ertrinken ohne Wasser erklären soll. So ist es nicht ver- wunderlich, daß kaum eine Aussage mit einer anderen identisch ist. Sie sind voller Widersprüche.

Besonders unklar ist, was sich in der Kirche abgespielt hat. Auf der einen Seite behaupten die Partisanenzeugen, daß SS-Männer eine geheimnisvolle Kiste und Stroh in die Kirche getragen hätten, um den Brand zu erklären, während andererseits den SS-Männern vorgeworfen wird, daß sie die Kirche überhaupt nicht untersucht hätten, ehe sie die Frauen und Kinder dort in Sicherheit gebracht haben. Fest steht, daß bewaffnete Angehörige der Résistance in der Kirche waren; denn sie haben sich kleine Feuergefechte mit den SS-Männern geliefert. Warum haben sie die Sprengstoffe und Munition gezündet? Hatten sie die Wirkung unterschätzt? Wollten sie die SS-Männer verwirren, um fliehen zu können?

Einem deutschen Besucher offenbarten sich in den sechziger Jahren zwei Frauen: Sie würden heute auch nicht mehr leben, wenn SS-Männer sie nicht unter Einsatz ihres Lebens aus der brennenden Kirche gerettet hätten. Warum unter Einsatz ihres Lebens? Hätten sie nicht einfach die drei Ein- oder Ausgänge zu öffnen brauchen, um die noch Lebenden zu retten? Oder waren diese Ausgänge von innen verbarrikadiert? Hatten sich die Partisanen zur Verteidigung eingerichtet?

Mit der Akribie eines Teams von Kriminalisten versucht Reynouard zu rekonstruieren und zu erklären. Er trägt noch Erhebliches zu dem bei, was zuvor Herbert Taege oder Pierre Moreau oder andere festgestellt oder vermutet haben. Es ist einer der kompliziertesten Kriminalfälle der Kriegsgeschichte, bei dem im Vorfeld mehr verdunkelt und verwischt als aufgeklärt worden ist. Auf keine einzige der 460 Seiten seines Buches könnte man verzichten.

Dabei hatte der Führer dieses Unternehmens, Dieckmann, nur den Auftrag übernommen, einen tags zuvor von den Partisanen gefangen genommenen wichtigen Bataillionskommandeur zu befreien. Alle Spuren führten nach Oradour sur Glane. Dieckmann hatte Vollmacht, etwa 30 gefangene Patisanen gegen den Kommandeur auszutauschen, dazu noch eine größere Summe Geldes zu bezahlten. Wenn dieser Kommandeur nicht gefunden wird, sollte er wichtige Partisanenführer als Gefangene mitbringen, mit denen höheren Ortes über den Austausch verhandelt werden sollte. Diesen Auftrag hatte er nicht erfüllt und sich dafür in ein Desaster eingelassen, von dem ihm der Divisionskommandeur sagte: „Das wird Sie teuer zu stehen kommen.“

Das gegen Dieckmann eingeleitete Kriegsgerichtsverfahren ist nicht mehr zum Tragen gekommen. Auf dem Weg zum Einsatz erfuhr Dieckmann aus dem französischen Radio, daß man den gefangenen deutschen Kommandeur als Rache für Oradour hingerichtet habe. Dieckmann soll, wie seine Kameraden berichteten, bereits in den ersten Einsatztagen den Tod gesucht und gefunden haben. Daß der Kommandeur von den Partisanen bereits ermordet war, als Dieckmann in Oradour eintraf, hat er nicht mehr erfahren.

Oradour war eine Tragödie. Die beteiligten Soldaten waren entsetzt über das Geschehen, über die toten Frauen und Kinder. Sie selbst haben die Zusammenhänge nicht erkannt. Zwar haben sie die gewaltige Detonation in der Kirche erlebt und wußten auch gleich, daß dort Munition und Sprengstoffe explodiert waren, doch glaubten sie, daß diese Explosion durch den Funkenflug brennender Häuser ausgelöst wurde. Sie waren größtenteils noch frontunerfahren, sonst hätten sie gewußt, daß durch Funkenflug zwar ein Nachbarhaus in Brand geraten kann, um aber hinter den dicken Basaltmauern des Kirchturms eine solche Explosion auszulösen, dazu gehört schon viel mehr. Sie hätten auch nicht glauben können, daß die Patisanen sich selbst und die über vierhundert Frauen und Kinder aus Unachtsamkeit oder gar absichtlich einem so grausamen Tod ausliefern konnten.

Die Akten des in Bordeaux geführten Prozeses liegen noch bis zum Jahr 2030 unter Verschluß. Aus gutem Grund. Die deutsche und die französische Regierung sind stillschweigend darin übereingekommen, daß die Deutschen die Urteile von Bordeaux anerkennen, wogegen sich die Franzosen verpflichten, kein Urteil zu vollstrecken.

Es war zweifellos eine Tragödie, aber dafür den deutschen Soldaten die Schuld oder Verantwortung zuzuschieben, würde allein wegen der Unwahrhaftigkeit die Tragik noch vergrößern und das Denkmal Oradour zu einem Symbol ohne Moral machen.

Anmerkung:

Demnächst nachzulesen in:

Vincent Reynouard – Die Wahrheit über Oradour – 460 S., geb. – Druffel-Verlag 1999 – VGB-Verlagsgesellschaft Berg, 82335 Berg am Starnberger See.

Ein Buch zum Verschenken an die junge Generation, damit sie erfährt, wie sie, ja wie das deutsche Volk wissentlich, vorsätzlich belogen und betrogen wird!

Auch die Vorgänge um Coventry, Lidice und Marzobotto, um die eingangs genannten Orte noch einmal zu nennen, waren anders, als in den Geschichtsbüchern dargestellt.

Kö.

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Männer des 20. Juli 1944

Immerhin großdeutsch gesinnt

R.-J. Eibicht

Ob die erfolglosen Attentäter des 20. Juli 1944 Hoch- und Landesverrat begingen, will und kann ich hier nicht beantworten. In Zeiten wie den unsrigen, die in zeitgeschichtlichen Fragen jede geistige und wissenschaftliche Freiheit abtöten durch eine in der deutschen Geschichte beispiellose Patriotenverfolgung und Gesinnungsjustiz, wäre dies äußerst unklug. Mehr noch, es wäre unpolitisch! Laufen wir – das ist die demokratische Deutsche Rechte – ihnen nicht immer wieder ins offene Messer! Aber glaube auch niemand, daß dort, wo nichts gesagt wird, man auch nichts zu sagen wüßte. Entscheiden wir uns primär für Politik und ein politisches Vorgehen. Ohne parteipolitischen Erfolg, und zwar einer einzigen, die deutschen Belange vertretenden Partei, die ja nun einmal kommen wird, weil sie kommen muß, können wir auch die kriminalisierte deutsche Geschichte nicht befreien. Alles zu seiner Zeit! Nationale Politik, durch die sich allein eine die deutschen Belange vertretende Partei aufbauen läßt, ist gefragt, nicht permanente Geschichtsbewältigung. Sind wir uns doch im klaren darüber, daß man eines Tages feststellen wird, daß der deutsche Erfindergeist, auch dort, wo es um historische Wahrheit, Klarheit und Gerechtigkeit für das deutsche Volk geht, eben nicht geruht haben wird, zur Überraschung nahezu aller. Aber hier und heute muß für den alles entscheidenden politischen Kampf erkannt werden: Alle Wasser fließen zur Zeit in historischen Fragen bergauf ins Meer. Bergauf! Ich habe hier ganz bestimmt nicht die Absicht, in irgendein offenes Messer der sogenannten „Offenkundigkeit“ und „Verharmlosung“ zu laufen. Wir alle sollten diese Absicht nicht verfolgen. In den zentralen und schicksalhaften Fragen der Zeitgeschichte, Herr Staatsanwalt, Herr Oberlandesgerichtsrat, meine Herren vom Verfassungsschutz, Euer Gnaden und Hochwohlgeboren, vertrete ich unverändert die Darlegungen der Herren Kohl, Schröder, Weizsäcker und Rau. Na, ist dies denn nichts? Dabei ist es immer vorteilhaft, sich auf die genannten historisch hoch gebildeten Bevormundungs-Personifikationen der Historical und Political Correctness (P.C.), allein um sich die eigene Freiheit zu erhalten, zu berufen.

Wir aber müssen den Erfolg der nationalen Interessendurchsetzung vor allem in der politischen Argumentation suchen, nicht in der historischen. Hier allein liegt, in der unausrottbaren politischen Situation, wie sie nun einmal ist, das Geheimnis des Aufstiegs einer Formation, die die Belange der Deutschen ohne Wenn und Aber vertritt.

Unabdingbar und glasklar ist jedoch festzustellen, was bereits im Jahre 1993 das Washingtoner Büro der KSZE (OSZE) - Menschenrechtskommission als Rüge an die Bundesregierung formulierte: „Es ist offensichtlich, daß Deutschlands Aktionskurs den Entschluß widerspiegelt, Gruppen an den Rand zu drängen oder auszulöschen, die als extremistisch oder als Bedrohung für die bestehende Ordnung empfunden werden.“ Dem ist nichts, absolut nichts hinzuzufügen!

Zurück zu den Herren des 20. Juli 1944: Für die tragenden Kräfte des deutschen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus stand unter anderem der Verbleib der Sudetengebiete und Deutsch-Österreichs beim Deutschen Reich – nach einem Friedensvertrag – außer Frage. Das Sudetenland und Deutsch-Österreich sollten in jedem Falle bei Deutschland bleiben. Ein Verzicht auf Ostdeutschland wäre nie in Frage gekommen. Der vom deutschen Widerstand als Reichskanzler der neuen Regierung vorgesehene Reichskommissar a. D. Carl Goerdeler verfaßte am 30. Mai 1941 einen Vorschlag zu einem Friedensplan für die britische Regierung. Es hieß dort u. a.:

„Folgende, von der deutschen Gruppe verfolgten Friedensziele werden als Grundlage von Verhandlungen vorgeschlagen:

  1. Wiederherstellung der vollen Souveränität der während des Kriegs von den Kriegsparteien besetzten neutralen Länder.
  2. Bestätigung der vor dem Kriege erfolgten Anschlüsse von Österreich, Sudetenland, Memelland an Deutschland.
  3. Wiederherstellung der Grenzen Deutschlands von 1914 gegenüber Belgien, Frankreich und Polen.
  4. Festsetzung der europäischen Ländergrenzen auf Grund des nationalen Selbstbestimmungsrechtes durch eine Friedenskonferenz sämtlicher Staaten.“

Auch in dem von Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 25. Mai 1944 gebilligten sog. Friedensplan für die Westmächte sollte das Sudetengebiet bei Deutschland bleiben. Mit den Westalliierten sollte verhandelt werden über:

  1. Dauernde Verteidigungsfähigkeit im Osten, Räumung aller besetzten Gebiete im Norden, Westen, Süden.
  2. Reichsgrenze von 1914 im Osten, Erhaltung Österreichs und der Sudeten beim Reich. ...“

Nun, wo die Herren des erfolglosen Attentats Recht haben, haben sie Recht. Glasklar stellen wir jedoch fest: Wir vergessen nie, daß man uns ein Viertel des Deutschen Reiches gestohlen hat. Eine wirklich dauerhafte und tragfähige Friedensordnung in Europa wäre eine Illusion, würde man die Annexion von Ostdeutschland (Schlesien, Ostpreußen, Danzig, Ostbrandenburg, Pommern) und Sudetendeutschland (die Randgebiete Böhmens und Mährens sowie Sudetenschlesien) aufrechterhalten, ohne eine Wiedergutmachung in Form eines historischen Ausgleiches und Kompromisses.
Das Deutsche Volk wird auf Ostdeutschland und Sudetendeutschland nie verzichten können. Selbst die Männer des 20. Juli 1944 hätten hierauf auch nicht Verzicht geleistet. Widerlich jedoch ist die nationale Würdelosigkeit großer Teile der herrschenden politischen Klasse in Bonn (Berlin). Jahrzehntelang mißbrauchten sie die deutschen Heimatvertriebenen als Stimmvieh, treten ihr Menschenrecht auf Heimat, d.h. Selbstbestimmung, nach wie vor mit Füßen und dulden die anhaltende Raubsicherungspolitik der polnischen und tschechischen Vertreibernationen.
Setzen wir alles daran, eines Tages diese nationale Würdelosigkeit und Nationalmasochismus zu brechen. Komme, was da wolle! Unsere Demokratie kann ohne nationale Identität, nationale Selbstbewahrung und Selbstbehauptung nicht endlos überdauern.

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WIRTSCHAFT


Vom Krieg der Systeme

E. Kemper

Liest man die Geschäftsberichte der Banken, steigt von Zeile zu Zeile die Freude. Die Gewinne sind wieder in diesem Jahr explodiert. Zweistellige, ja dreistellige Gewinnsummen in Millionen-Höhe scheinen in diesem Wirtschaftszweig der augenblickliche Normalfall. Glücksgefühle !

Man schaue nur einmal in die Zeitungen aus „Bankfurt“ und man liest an nur einem Tag (21. 7. 99) in einer Zeitung auf einer Seite folgende Schlagzeilen:

„Milliardenüberschuß im Speicher“

„Außerordentlich hohe Erträge“

„Sonderfaktoren sorgen für steigende Profite der Banken“

und

„Gewinn vor Steuern auf mehr als 22 Milliarden fast versechsfacht“

Ganz optisch kann man diese Entwicklung auch an den Protzbanken erkennen, die in „Bankfurt“ ununterbrochen in die Höhe wachsen. In den Himmel schießen ? Gibt es noch Wohnungen in jener Stadt ?

Aber der erste Schreck kommt dann doch, wenn man liest, wie die größte aller Banken in der BRD (hinter dem Rücken der Stadt Frankfurt) einen Bebauungsplan für den im Stadtkern gelegenen – nicht mehr benötigten – Güterbahnhof nahe dem Messegelände durchtreiben will...

Ein angeblicher Star-Architekt aus den USA wird mit der Planung beauftragt. Das Gebäudekonglomerat (einschließlich Gladiatorenarena) soll die Kleinigkeit von etwa 6 Mrd. DM kosten. (Oder ist es ein Druckfehler und soll es „Euro“ heißen?)

Wer da über Finanzierungsproblerne spricht – hat welche!

So wie hier die Planungshoheit einer Stadt mißachtet wird, stellt man sich den ,Frühkapitalismus‘ vor. Aber vor 6 Mrd. DM Investitionssumme geht in der BRD jeder Stadtrat in die Knie.

Hat diese Bank (an uns) so viel verdient ? Hat sie nicht soeben einen 17-Mrd.-Betrag für die „Fusion“ mit Bankers-Trust in den USA hinlegen müssen? Oder wird diese Bank von der Kostenseite bereits zu derart kostspieligen Bauvorhaben gezwungen?

Auch in der Industrie sind zwei- und auch dreistellige Millionen-Gewinne keine Ausnahmen, sondern 1998 die Regel.

Die Großen unter den Größten erreichen bereits die Mrd.-Grenze, und einige Gesellschaften überspringen bereits diese Gewinngrenze von einer Mrd. DM! Es sind dies die sogen. „Globalplaner“, die diesen Sprung mit Hilfe von „Fusionen“ erreichten. Vogel friß oder stirb!

Pech hatte jener Mann, der zwar einige 10.000 Arbeitsplätze in Mitteldeutschland rettete, aber mit dem Betriebsrergebnis zu wenig Gewinn erwirtschaftete. Man denke da an Lothar Spät, der zwar die Jena-Optik nach dem 9. November 1989 aus dem Feuer riß, aber doch so viel Gewissen hatte (zuviel?), um unrentable Betriebszweige ganz dicht zu machen.

Versteht Spät zu wenig von Kurspflege? Sollte er demnächst abgewählt werden, weiß er warum!

Hier wird klar erkennbar, daß der Aktionär Gewinne verlangt (!) oder sein Kapital zurückzieht. Wer will als Einzelner in einem Volk schon Verluste machen ?

Die Firma Höchst war dem Druck nicht mehr gewachsen und geht (bei voller Produktion) unter. Franzosen sind hier als Retter zur Stelle und bieten (Pardon: verlangen) einen Firmensitz in Straßburg an. Das liegt bekanntlich in Frankreich, wohin auch die Steuern fließen werden...

Aber 350 Arbeitsplätze werden dort für Führungskräfte eingerichtet. Straßburg ist eine freundliche Stadt und 99,5% der Aktien-Inhaber sollen der „Fusion“ zugestimmt haben. Was soll es denn für Sorgen geben ?

Sportvereinen und anderen in Höchst, einem Stadtteil von Frankfurt, ist bereits klar gemacht worden, daß sie sich einen neuen Sponsor suchen müssen.

Die, die in Frankfurt-Höchst keinen Platz mehr finden, werden arbeitslos, gehen in Frührente oder erhalten eine Abfindung. Sie werden das aus eigenem Erleben sicherlich schon kennen! Ob wir uns je an den neuen Namen ,Aventis gewöhnen werden?

Die Großen retten sich zu den Größeren. Hat sich auch Mercedes (Daimler) ins gelobte Land des ,Kapitalismus‘, in die USA gerettet? Hat diese Firma bei nächster Gelegenheit die Absicht, ihren Firmensitz in die USA zu verlegen ? (Obwohl sie in der BRD kaum noch Steuern zahlen muß.)

Gegenüber diesen Riesenprofiten – anders darf man es nicht bezeichnen – auf der einen Seite stehen auf der anderen Seite 5 Mill. arbeitslose Frauen und Männer, die dem „... Sozialstaat BRD“ zur Last fallen. Bei einem 3-Personenhaushalt sind das rund 15 Mill. betroffene Menschen.

Man stelle sich die Bilder der Käthe Kollwitz vor und sieht versteckte Armut und die – in der Öffentlichkeit vollständig verdrängte – Zahl von 1 Mill. obdachlosen Menschen.

Ist das denn nicht ein Hohn, wenn hohe Kirchenfürsten damit einverstanden sind, daß Eingriffe in das Rentensystem der BRD gestattet werden müssen? Da bleibt „nur“ die Frage: Und das Volk wird das hinnehmen?

Man könnte ein ganzes Buch über die Blindheit der Menschen schreiben, doch habe wir uns hier zu beschränken. Wir schicken diese Standortbestimmung auch nur voraus, um das Feld für unsere Antwort zu bereiten.

Wir wissen, daß der Kapitalismus – westlicher Prägung – als Wirtschaftsform den Kommunismus als Wirtschafts- und Staatsform siegreich überlebt hat.

Aber: Wir scheinen z. Z. auf keinen Fall darauf vorbereitet, daß auch der ,Kapitalismus‘ (mit demokratischem Anstrich) als Ideologie und Staatsdoktrin auf uns zukommt!

Es fällt uns noch schwer, dies zu erkennen, doch wird diese Arbeit bereits in einem Gefängnis geschrieben – einem demokratischen Gefängnis für Journalisten. Gibt es das?

Zwischenspiel:

Hier muß das leidige Thema ,Medien‘ angeschnitten werden, die – gewollt oder ungewollt – dazu beitragen, daß sich an diesen geschilderten Grundlagen und Konstruktionen nichts Wesentliches ändert. Sie selbst sind, ob Fernsehen, Radio, oder Presse, aufwendige Kapitalunternehmen, die keine Unruhe vertragen können.

Das Zeitungssterben, die „Fusionen“ in den letzten 20 Jahren blieben auch in diesem Gewerbe nicht aus und sind ein Beweis für die Opfer auf dem Altar ,Kapitalismus‘. Herr Leo Kirch aus München mußte sogar einen Mrd.-Kredit vom Bayerischen Staat aufnehmen, um eine „... feindliche Übernahme“ abwehren zu können. Wie lange er sich wohl noch halten kann?

Bertelsmann ist mittels „Fusionen“ zum Globalplayer aufgestiegen. Ob Kirch das auch schafft?

Es ließe sich noch manches über die augenblickliche Situation in den Betrieben der BRD schreiben und mit Fakten und Zahlen belegen, doch wollen wir hier auf einen ganz anderen Umstand hinweisen.

Es soll in Mitteldeutschland einmal so gewesen sein, daß die Steuern aus gewerblichen Einkünften 85% der Kosten des Staatshaushaltes deckten und nur 15% vom „kleinen Mann“ beigesteuert wurden. Der konnte nicht mehr aufbringen. Lebte er doch von der Hand in den Mund! Soll es wieder so kommen ?

Die Steuerflucht aus Einkünften des gewerblichen Vermögens nach Luxemburg und nach X-Town beweist uns heute allen, wie „schlecht“ es der Industrie insgesamt gehen soll.

Wenn man schon Mrd.-Gewinne in einem Wirtschaftsraum an einem Volk macht, wäre es auch dumm, wenn man keinen raffinierten Steuerberater hätte, der diese leidigen Abgaben und Steuern verhindert.

Wir wollen hier aber nicht linke Kritik üben, sondern eine Frage stellen, die leider auch im rechten Lager allzuoft übersehen wird. Wir sollten deshalb nach den Ursachen dieses – vor unseren Augen ablaufenden – Geschehens fragen. Oder sind wir schon so verdummt, daß wir uns eine andere als kapitalistische Welt gar nicht mehr vorstellen können ? Wer täglich 8 oder 10 Stunden vor dem Fernseher hängt, sollte sich deshalb nicht angesprochen fühlen!

In Zeitungen aus „Bankfurt“ war in letzter Zeit (21. 7. 99) wieder zu lesen, daß die Bundesbank wieder erwäge, vom Mengentender zum Zinstender überzugehen.

Beim Mengentender beantragen die Banken (zum Diskont/Lombardsatz) eine bestimmte Menge Zahlungsmittel und erhalten von der Bundesbank – später Eurobank – einen nicht vorhersehbaren Betrag zugeteilt...

Beim Zinstender bieten die Banken einen bestimmten Zinssatz, für den sie einen bestimmten Betrag abnehmen würden. Wer am meisten bietet... erhält den Zuschlag. Spötter sagen dann auch: Unsere Zahlungsmittel werden ersteigert!

Aber dieses Geld geht nicht in das Eigentum der Banken über, sondern wird von der „unabhängigen“ Bundesbank nur

„auf 35 Tage in Pension“ gegeben

und nach dieser Frist einschließlich Zinsen zurückverlangt.

Die Bundesbank / Eurobank macht unser Zahlungsmittel somit zur Ware, die sie kurzfristig zur Nutzung versteigert bzw. verliehen hat. Ein risikoloses Geschäft, denn die Banken müssen Sicherheiten hinterlegen.

Für 100,- DM erhält die Bundesbank somit (Stand: 21. 7. 1999) 102,50 DM / Jahr zurück. (Bei einem Diskontsatz von 2,5%).

Die Frage der Fragen ist somit: Woher bekommen die Banken und ihre Kunden die 2,5% Zinsen, da das Geld für die Zinsen ja nicht mit in Umlauf gesetzt worden ist?

Wenn das erkannt worden ist (?) weiß man, warum „Fusionen“ systembedingt sind und zwangsläufig kommen und immer mehr Menschen immer schneller durchs Netz der globalen Fallensteller stürzen.

Ergänzt sei hier: Warum wurden die Einnahmen der Bundesbank nicht dem Bundeshaushalt zugeführt, und warum darf die Bundesbank „bankübliche“ Geschäfte machen? (Zum Beispiel die englische Währung stützen.)

Wir sind noch nicht am Ende unserer Geschichte, die für den ein offenes Buch ist, der auch nur erahnt, wohin die in den vergangenen 100 Jahren geplante Reise gehen soll.

In der angestrebten „One World“ nach den „Gesetzen“ der „Neuen Weltordnung“ gibt es künftig keinen Streit mehr um Besitz, da es nur noch einen einzigen Eigentümer geben wird.

Ferner: Da nach den Plänen dieser „Neuen Weltordnung“ auch die Nationalstaaten als Ordnungsfaktoren früher oder später überwunden sein müßten, sind auch Kriege zwischen den Staaten eher unwahrscheinlich. Die Ordnung hat überstaatlichen, transnationalen Charakter und nutzt die USA als Supermacht zur Durchsetzung ihrer Absichten.

Die uns bisher als Ideale von „Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit“ vorgestellten und angeblich demokratischen Ziele haben ihre Gültigkeit dann verloren.

Auch von der Demokratie, die uns die Bestechlichkeit des Menschen bewies, müssen wir uns verabschieden, da wir uns selbst den „ökonomischen Zwängen“ längst freiwillig untergeordnet haben!

Was schrieb Joachim Fernau in seinem Buch „Halleluja Amerika“:

„Gewinnt der ,Amerikanismus‘, so wird er in hundertfünfzig Jahren die Menschheit zu Grunde richten, und die Erde wird als erstorbener Mars im Weltall weiterkreisen.“

Wir glauben, da wir augenblicklich noch keine geistige Gegenkraft spüren, daß es so lang nicht mehr dauern wird.

Um auf den Titel zurückzukommen:

Es gibt andere Macht- und vor allem Währungssysteme als den Kapitalismus – westlicher Prägung –, die die Vielfalt der Völker erhalten. Sie werden zu gegebener Zeit aus der Versenkung auftauchen. Die systembedingte allgemeine Verschuldung in Billionenhöhe – nicht nur der öffentlichen Hand – erzwingt eine Regelung. Wir brauchen nur in die geschichtliche Vergangenheit zurückzublicken!


SICHERHEIT


Der Bürger in Uniform – ein Spießbürger?

Unmaßgebliche wie mißverständliche Mutmaßungen um den Bürger in Uniform – beiden in memoriam

E. Baumgart

Also Brüder, deutsche Brüder und Schwestern, der Bürger in Uniform, diese Graf-Baudoussin-Brigaden, sind durchaus nicht eine befreiungsdemokratische Erfindung, wie der fortschrittliche Bürger in Zivil offenkundig anzunehmen sich eingebildet hat. Weit gefehlt! Wie heißt es doch so schön: Auf der Welt, also auch in Deutschland, ist alles schon mal dagewesen – also auch der Bürger – mehr oder weniger – in Uniform, und das sogar jahrhundertelang – dicht bei uns, in uns – unter uns, eine ureigenste deutsche Entwicklung sozusagen: im Mittelalter!

In den reichsfreien Städten, in denen, patriarchalisch-demokratischer Libertät gemäß, jenem

„haste was – biste was“

nahezu ausschließlich die Besitzbürger das Sagen hatten - gab es den „Bürger in Uniform“.

Hohe Türme, starke Mauern und feste Tore schützten die Gemeinschaft von Bürgern und Plebs gegen Raubrittertum wie unerwünschte Fremdlinge, sowie eine strenge Gerichtsbarkeit sorgte weitgehendst für Ordnung und Ruhe zwischen den Ständen. Das mußte halt so sein, denn wo ein reiches, sich ständig bereicherndes Bürgertum sich bildet, summiert sich, summa summarum – in noch größerem Verhältnis der „Plebs“ (jener Volksteil des minderen politischen Rechts, dafür aber immer größerer Pflichten), und jene stellten schließlich, ob sie wollten oder nicht, halt den Spießbürger, die Spießbürger, von denen das Lexikon sagt:

„Spießbürger (Spießer), ursprünglich Bürger niederen Standes, der nicht beritten und nur mit einem Spieß bewaffnet war. Heute für engstirnigen, geistig unbeweglich kleinlichen Menschen.“

Eo ipso – könnte man also nicht folgern, daß der neudeutsche „Bürger in Uniform“ einen traditionellen Vorläufer, Vorgänger hätte, nämlich jenen „Spießbürger“, den Bürger niederen Standes, der nicht beritten und nur mit einem Spieß bewaffnet war ?

Wir dürfen es uns nicht zu leicht machen. Schließlich wollen wir ja allein schon aus eigenem Antrieb – wie dem Spießbürger gefällig – jenem niederen Standes – political correct bleiben.

Deshalb – denken wir einmal nach:

Die mittelalterliche Stadt nach außen und innen ständig zu bewachen und notfalls zu verteidigen, dafür war der Stadthauptmann zuständig und die gutgerüsteten, berittenen Stadtknechte vor Ort.

Gelang den Belagerern eine Bresche, trat der Spießbürger auf den Plan – was sage ich: trat auf den Plan –; er sprang in die Bresche, man schickte ihn, den Spießbürger, als eine Art Volkssturm – jene Masse der schlechtbewaffneten wie unberittenen Mannen – in die Lücke, als Lückenbüßer, als Maueropfer... Nun ja, als deutscher Michel tat man mehr oder weniger seine Pflicht – zumeist mehr als weniger –, obwohl sie, die Spießer, materiell weit weniger zu verteidigen hatten als die Bürger.

Was soll’s, wenn christliche „Raubritter-Horden“ bereits näher als ante portas waren, tat der Spießer mit seinem Spieß gut daran, die „nackte Haut“ seiner Frau und Kinder zu verteidigen, denn nach gelungener Eroberung tobte tagelang Raub und Schändung durch die Stadt.

Es gibt also ernsthaft keinerlei Anlaß, über den mittelalterlichen Spießbürger die Nase zu rümpfen. Stadtluft machte damals frei – aber nicht verantwortungslos – man kann es gar nicht oft genug wiederholen:

Stadtluft (damals) machte frei, aber nicht verantwortungslos, schon gar nicht schamlos – schamlos verantwortungsfrei wie heute!

Ich gehe sicherlich nicht fehl in der Annahme, daß mir die universell gebildeten Absolventen der Gesamtschuljahrgänge bei der Frage folgen könnten: Was haben „Spießbürger“ und „Bürger in Uniform“, waffentechnisch gesehen, gemeinsam?

Also: Beide waren und sind schlecht bewaffnet: Weder der Spieß damals noch die moderne Panzer- und Luftwaffe heute sind von schlacht-, ja schon gar nicht von kriegsentscheidender Bedeutung. Die deutsche „Bürgerarmee in Uniform“ kann nur als Lückenbüßer vorn, unmittelbar vorn eingesetzt werden. Wirkliche Waffen, die man – up to date – abschreckend oder gar kriegsentscheidend nennen könnte, besitzt die „Bürger-in-Uniform-Armee“ nicht: Atombomben, Interkontinentalraketen usw. usw...

Auf die hat der deutsche Michel in Uniform verzichtet (verzichten müssen), (Dem Plebs – oder dem, der sich selbst zum Plebs macht, machen läßt, traut man halt nicht, okay?!)

Verbleibt uns noch ein Blick auf die bewußtseinsmäßige, die ideologische Konzeption dieses Gedankenblitzes:

Der Spießbürger hie – der Bürger in Uniform da...

Ich befürchte, den meisten Gesamtschulabsolventen würden sich die Nackenhaare sträuben, (falls sie nicht zu lang wären) – obwohl stolz darauf, sich dem „Kriegsdienst“ in der Bundeswehr aktiv entzogen zu haben, griffe lautstarke Empörung um sich: Welch’ faschistische Vermessenheit – würde es aus den Mündern der etablierten 68er tönen, welche Vermessenheit, ausgerechnet den sprichwörtlichen deutschen Spießbürger, das typisch deutsche Prachtexemplar für Engstirnigkeit, für Armut im Geiste, mit dem fortschrittlichen, selbstbewußten, sich selbst verwirklichenden „Bürger in Uniform“ auf einer Ebene zu sehen – er, der so frei ist, sich vom „Bürgerdienst in Uniform“ freizustellen.

Auf welcher Welle bürgerlich-demokratisch-liberalistischen Wohlwollens plätschert denn nun inzwischen unser nahezu fünfzigjähriger „Bürger in Uniform“ im Vergleich zum damaligen Spießbürger?

Nun ja, es sei, wie es sei, Spießbürger hin, Spießbürger her. Es ist für jedermann offenkundig, daß vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein niemals der Spießbürger als „Mörder in Uniform“ dargestellt werden durfte, noch als solcher beschimpft, und der Verleumder vom Gericht in Schutz genommen wurde. Ebensowenig ist bekannt, daß jemals in den Jahrhunderten, in denen ein wehrhafter Roland mit großem Schwert die Rathausplätze zierte, ein Schmierfink auf den Gedanken kam, ihn zu verunglimpfen oder gar durch ein Deserteur-Denkmal zu ersetzen.

Übrigens, die Bezeichnung „Bürger in Uniform“ hätte sich der Graf sicher verkniffen, wenn er geahnt hätte, welcher Uniform die umerzogenen Deutschen eines Tages den Vorzug geben würden: den Jeans (!) – jener Cowboy-, auf deutsch Kuhjungen-Kleidung, mit der man offen kundgibt, daß man sich dem siegreichen Amerika anzubiedern versucht, wenn auch auf der untersten Stufe, halt jenem „Kuhjungen-Niveau“, also noch meilenweit unterhalb des damaligen Spießbürger-Standes.

Wann sieht man schon einmal einen „Bürger in Uniform“ in seiner Ausgangsuniform ?

(Die Mannschaften scheinen diese Kluft in der Öffentlichkeit zu meiden, wie ein Aussätzigenhemd).

Und wie könnte es dagegen mit der Meinungsfreiheit der Spießbürger bestellt gewesen sein ?

Nun ja, die Spießbürger waren zumeist in Zünften gegliedert, und demzufolge hatten sie über wandernde Gesellen Verbindung zu der deutschen und europäischen Welt ringsum, und ich kann mir nicht vorstellen, daß der mittelalterliche Bürgermeister berechtigt oder in der Lage war, Vorträge wandernder Gesellen über Gott und die Welt, Vaterland und Handwerk zu verbieten oder gar zu unterbinden. Meinungsterror erfolgte wohl weitgehendst von seiten der Priesterschaft. (Siehe Hexenprozesse – aber die, im weitesten Sinne – gibt es wohl immer wieder.)

Trotz aller menschlich-unvermeidlicher Querelen: Bürger und Spießbürger waren sich dessen gewiß, daß im Falle eines Falles, „Mauerfalles“, jeder seine Pflicht gegenüber der Vaterstadt erfüllen würde.

Der Worte sind genug gewechselt. Auf die Frage:

Der Bürger in Uniform – ein Spießbürger?

kann mit einem klaren Nein und nochmals Nein geantwortet werden.

Es hätte auch gar nicht so vieler Worte bedurft. Aber hinterher ist man immer klüger als vorher.

Die Spießbürger, so engstirnig und spießig sie seinerzeit auch waren, sie hätten, wahrhaftigen Gottes, niemals einen „Stadthauptmann“ akzeptiert, der es unter seiner Würde – seiner Menschenwürde – fände, gewappnet mit Schwert, gar hoch zu Roß auf einem Pferd, oder mit einem Spieß in der Hand seine Bürgerpflicht zu erfüllen!

Ein Stadthauptmann, unbewaffnet, hoch zu Roß, am liebsten auf einem Schaukelpferd sicher bei Muttern in der Stube – hätte bei allen Spießbürgern in allen Jahrhunderten ein höhnisch-tödliches Gelächter ausgelöst.

Nein, der „Bürger in Uniform“ und der „Spießbürger“ sind zwei grundverschiedene Typen.

Der „Bürger in Uniform“ muß selbstverständlich sein Gewehr in der Kaserne lassen.

Der „Spießbürger“ hatte seinen Spieß bei sich. Er hing gleich hinter der Haustür griffbereit an einem Haken. Wenn seinerzeit irgend einer – ein Landstreicher oder Gaukler und dergleichen – dahergekommen wäre, ihn einen „Mörder in Uniform“ zu titulieren, hätte er flugs des Spießes Spitze unter seinem kodderigen Maul gehabt.– So wahr mir Gott helfe! – aber heute!

Ist es nun ein Fluch der „bösen Tat“ – besser gesagt: der „dumpfen Saat“, daß nun ausgerechnet wie überwiegend jene des „niederen Standes“, von denen bekanntlich das Lexikon spricht, daß sie, die für „engstirnig, geistig unbeweglich“ gelten müssen, also von Natur aus „Spießer seien“, daß ausgerechnet sie sich unbekümmert zum „Bürger in Uniform“ machen ließen, was, wie wir bereits erläutert und dargelegt haben, nun keineswegs zum „Spießer in Uniform“, sondern mehr zum „Schildbürger in Uniform“ führte, der als Truppe bei Vereidigungen polizeilichen Schutzes bedurfte und schließlich über kurz oder lang unter den Parolen des hochmotivierten niedersten Plebs im Chor mit den Fundamental-Pazifisten „Nie wieder Krieg“ – „Soldaten sind Mörder“ – „Deutschland verrecke“ vom Schildbürger zum Schuldbürger in Uniform schrumpfte.

Nun ja – was blieb ihm halt noch anderes übrig – er verhielt sich wie die drei Affen: Nichts sehen, nichts hören nichts sagen...

Immerhin: „Vom deutschen Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen...“ – damit konnte er sich noch befreunden – darauf wurde er ja auch vereidigt. Der Sinn seines Soldatenseins bestand einzig darin, die verbliebenen Grenzen seines Vaterlandes zu verteidigen. Bloß – sein „Bürger-Spießer-Schild-Schuld-Bewußtsein“ nahm gar nicht mehr wahr, daß überhaupt kein Vaterland, sondern nur noch der „Standort Deutschland“, bar aller Grenzen und Begrenzung, vorhanden war.

Wie gesagt:

Der „Bürger in Uniform“ verschwand völlig aus dem Stadtbild.

Derweil bleiben jene, die gern mit Pflastersteinen warfen, über Gewaltfreiheit predigten und mit dem Terror liebäugelten, ihrer potentiellen, pseudopazifistischen, ihrer Helotenuniform, der Cowboyhose, treu.

Ein Cowboy jeglicher Couleur sitzt am liebsten „hoch zu Roß“.

Mithin: Während die vielen anderen nun treu und brav und bieder „gammelnd“ ihren Wehrdienst absolvierten, traten etliche turnschuhbefußt den Schleichmarsch durch die Institutionen an, bei jedem Vorbeikommen den Roland am Rathaus bepinkelnd, erklommen die „Cleveren“ eine Rathausstufe nach der anderen. Und heute nun sitzen sie im Sattel, auf einem aus Holz aus der trojanischen Art, jedoch nicht mehr hölzern steifbeinig, sondern wippfähig, dank der Schaukelstufen. Man kann sich als Stadthauptmann wähnen, das Damoklesschwert über andere recken und kaltlächelnd die „Schuldbürger“ in den Krieg schicken, denn schließlich sind sie an ihrem Los nun wirklich selber schuld: Hätten sie so rechtzeitig wie jene den Kriegsdienst verweigert, fände auch für sie der „Krieg im Saale“ statt.

Statt dessen – in der „democracy“ ist halt jeder seines eigenen Glückes Schmied.

Wie hatte sich doch dereinst der Brecht mal ausgelassen:

„Man stelle sich vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!“

Doch hier, in diesem unserem Land, ist, wie es scheint, der Brechtwunsch die reinste Fata Morgana. Dagegen ist Fakt:

Stell dir doch mal vor:

Wehrdienstverweigerer aus Leidenschaft samt Superpazifisten
schicken „Bürger in Uniform“ kaltlächelnd in den Krieg –
und sie gehen alle – tatsächlich alle ! – auch widerstandslos hin....

Fürwahr, ein deutscher Alptraum!

oder?

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