Kritik — Die Stimme des Volkes

Kritik-Folge Nr. 61

1984

Lüge und Wahrheit

Teil II


Kritik-Folge Nr. 61
Kritik-Verlag
c/o Courier du Continent
Postfach 2428
Lausanne (Schweiz)


Inhaltsverzeichnis

22. Papst-Polen-Lüge 71
23. Begin-Lüge 76
24. Ex-oriente-lux-Lüge 79
25. USA-Kriegsschuld-Lüge 82
26. Propagandalügen 1. Weltkrieg 87
27. Seifen-, Lampenschirm- und Schrumpfkopf-Lüge 91
28. Vertragsfrieden-mit-Sowjets-Lüge 94
29. Stalingrad-Lüge 98
30. Propagandalügen 2. Weltkrieg 116
31. Sowjetischer-Antisemitismus-Lüge 121
32. Kollektivschuld-Lüge 128
33. Antiamerikanismus-Lüge 134
34. Blomberg-Fritsch-Lüge 138

Nr. 22

Es ist eine Lüge, daß Papst Johannes Paul II. ein Freund des Deutschen Volkes sei.

Es ist die Wahrheit, daß er als Wojtyla zu dem polnischen Episkopat gehörte, das im Dezember 1956 in einem Abkommen mit der polnischen Regierung betonte: „Sowohl die ökonomischen, geschichtlichen, religiösen Gesetze als auch die historische Gerechtigkeit verlangen, daß die wiedergewonnenen Westgebiete für immer bei Polen bleiben.“ Die polnische katholische Kirche hat den Großmachtchauvinismus der Polen schon immer unterstützt, die sich zu solchen Äußerungen verstiegen wie in jener Breslauer Predigt von Kardinal Wyszynski: „Wenn wir umherblicken auf diese Gotteshäuser, wissen wir, daß wir nicht deutsches Erbe übernommen haben. Es ist nicht die deutsche, es ist die polnische Seele, die aus diesen Steinen zu uns spricht. Diese Gebäude haben gewartet und gewartet, bis sie schließlich in polnische Hände zurückkehrten.“ Und den Begriff der „religiösen Gesetze“, die die Eroberung Ostdeutschlands durch Polen sanktionierten, nahm Wyszynski 1966 wieder auf, indem er sagte: „Mit der Wiedergewinnung der polnischen Westgebiete, mit der Zerschlagung des preußischen Staates und der Vernichtung des Deutschen Reiches hat die Gegenreformation ihr Ziel erreicht.“

Diese Ausführungen sind nicht etwa eine überspannte Reaktion auf die deutsche Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg. Bereits auf dem Panslavisten-Kongreß in Prag 1848 (!) wurde die Vertreibung aller Deutschen östlich der „Linie Triest-Stettin“ gefordert. Im damals entstandenen Polenlied, das wir nachfolgend abdrucken, wird unverblümt zum Mord an den Deutschen aufgerufen.

Am 9.10.1920 besetzte Polen Mittellitauen. 1920-21 griffen polnische Truppen unter Korfanty Oberschlesien an. 1921 besetzte Polen die Russland gehörenden weißrussischen Gebiete. Die Posener Zeitung „Dziennik“ schreibt dazu: „Das einzige Verständnis, das zwischen uns und den Deutschen obwalten kann, ist das des Hasses und des Kampfes.“

Als Dank dafür, daß Polen 1916 von Österreich und dem Deutschen Reich als Staat wiederbegründet wurde, wurden Westpreußen, deutschbesiedelte Teile Posens und Oberschlesiens gewaltsam an-

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nektiert. Ohne die Freicorps wäre noch viel mehr deutsches Land von Polen besetzt worden. Über 1,1 Millionen Deutsche wurden aus den eroberten Gebieten durch Drangsalierungen, Übergriffe, Behinderung und Verbote von Zeitungen, Schulen, ja selbst dem Gebrauch der Sprache in der Öffentlichkeit aus den 1919/21 eroberten Gebieten verdrängt. Dazu schrieb die „Gazeta Gdanska“ am 13.6. 1926: „Der sicherste Panzer Pommerellens sind die Millionen polnischer Ansiedler. Alles Land, das noch im Besitz der Deutschen ist, muß den deutschen Händen entrissen werden.“ (1940 wurden diese Polen dann wieder nach Zentralpolen umgesiedelt, was unsere Massenmedien uns als „Schuld“ ankreiden wollen).

Doch den Polen reichten die Eroberungen nicht. Sie würgten die rein deutsche Stadt Danzig systematisch ab, die unter Bruch des Selbstbestimmungsrechtes zur „Freien Stadt“ (-Freiwild für Polen) gemacht und aus dem Deutschen Reiche losgelöst worden war. Diese Abschnürungsmaßnahmen dienten der Vorbereitung der Eroberung, wie schon am 19.6.1929 Miodavis DNG sagte: „Auch Danzig ist eine polnische Stadt und wird es wieder werden.“ Scharfmacherisch betätigte sich auch „Straznia baltyca“ 1929: „Eure Pflicht ist es, Danzig, auch dies kleine Stückchen polnischen Landes, das ungeduldig darauf harrt, zu erobern.“

Das Erreichte genügte vielen Polen nicht. 1927 forderte der polnische Generalstabsoffizier Baginski in seinem immer wieder aufgelegten Buche u.a.: „Solange wird nicht Frieden in Europa herrschen, bis nicht der Name Preußen, der ja der Name eines schon lange nicht mehr vorhandenen Volkes ist, von der Landkarte Europas getilgt sein wird, solange nicht die Deutschen ihre Hauptstadt Berlin weiter nach Westen verlegt haben.“

Der Allpolnische Jugendverband hetzte am 4.5.1929: „1410 hat man die Deutschen bei Tannenberg geschlagen. Jetzt aber werden wir sie bei Berlin zusammenhauen. Danzig, Ostpreußen, Schlesien sind Mindestforderungen. Durch diesen gewaltigen Sieg wird Polen ganz Europa beherrschen.“

„Toyza“ schrieb im Juni 1929: „Die Freiheitsstunde der historisch polnischen Länder wird bald schlagen. Die Erschütterung Europas wird abgelöst durch die „Pax Polonica.“ Das Schicksal gibt Polen die geschichtliche Aufgabe in die Hand, das Leben Mitteleuropas zu gestalten.“

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„Die Liga der Großmacht“ stellte 1930 heraus: „Der Kampf zwischen Polen und Deutschland ist unausbleiblich. Wir müssen uns dazu systematisch vorbereiten. Unser Ziel ist ein neues Grunewald (Die Polen nennen jene Schlacht bei Tannenberg, die 1410 die Macht des Ritterordens brach, die Schlacht bei Grunewald – der Verf.), aber diesmal ein Grunewald in den Vororten Berlins, das heißt, die Niederlage Deutschlands muß von polnischen Truppen in das Centrum des Territoriums getragen werden, um Deutschland im Herzen zu treffen. Unser Ideal ist ein Polen im Westen mit der Oder und Neiße als Grenze. Preußen muß für Polen zurückerobert werden und zwar das Preußen an der Spree. In einem Krieg mit Deutschland wird es keine Gefangenen geben und es wird weder für menschliche Gefühle noch kulturelle Gefühle Raum sein. Die Welt wird zittern vor dem deutsch-polnischen Krieg. In die Reihen unserer Soldaten müssen wir übermenschlichen Opfermut und den Geist unbarmherziger Rache und Grausamkeit tragen. Vom heutigen Tage an wird jede Nummer dieses Blattes dem kommenden Grunewald in Berlin gewidmet sein.“

Da es sich hier nicht um Einzelstimmen, sondern um eine von der breiten polnischen Öffentlichkeit getragene Stimmung handelte, die in Armee und Regierungskreisen verbreitet war, befürchteten das deutsche Auswärtige Amt und die Heeresführung 1930 einen polnischen Angriff, den die 100.000-Mann-Reichswehr nicht hätte abschlagen können. Die Weltwirtschaftskrise durchkreuzte die polnischen Pläne, sodann Deutschlands Erstarken. Adolf Hitler schloß dann 1934 mit Polen einen Nichtangriffspakt, was keine Regierung der Weimarer Republik getan hatte, da auch die Sozialdemokraten die Revision der Ostgrenze wollten. Hitlers Ziel war es, mit Polen gegen das kommunistische Rußland vereint zu stehen. Nach Beseitigung anderer Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrages forderte er deshalb 1938/39 von Polen nur die Rückkehr Danzigs zum Reich und eine kreuzungsfreie, dem Deutschen Reich unterstehende Autobahn nach Ostpreußen, das unnatürlich abgetrennt war.

Polen alleine hätte sich diesen vernünftigen und maßvollen Vorschlägen nicht widersetzt. Aber Londoner und New Yorker Kreise betätigten sich als Scharfmacher. Graf Szembek, Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Polens, notierte am 12.1.1939 in seinem Tagebuch: „An diesem Feldzug (gegen Deutschland) beteiligen sich

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die verschiedensten jüdischen Intellektuellen, z.B. Baruch, Lehman, der Gouverneur des Staates New York, Felix Frankfurter, der neu ernannte Richter im Obersten Gerichtshof, Morgenthau, der Staatssekretär, und andere, die dem Präsidenten Roosevelt in persönlicher Freundschaft verbunden sind.“ Und am 18.2.1939 vermerkt Szembek über ein Gespräch mit dem spanischen Ex-König Alfons in Rom: „Der König beurteilt die internationale Lage mit Pessimismus. Die Internationalen treiben zum Kriege.“ (Szembek: „Journal“, S.457 u. 421). Und vom polnischen Botschafter in Washington, Graf Potocki, hörte Szembek am 6.7.1939: „Im Westen gibt es allerlei Elemente, die offen zum Krieg treiben: Juden, Großkapitalisten, Rüstungsfabrikanten. Alle stehen heute vor einer glänzenden Konjunktur, denn sie haben einen Ort gefunden, den man in Brand stecken kann – Danzig –, und eine Nation, die bereit ist zu kämpfen – Polen.“ Der polnische Marschall und Freimaurer Rydz Smigly sagte mit Rücksicht auf diese Rückendeckung im August 1939: „Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte.“

Angesichts dieser Wahrheiten gibt es für uns keine Veranlassung, im Büßerhemd uns den Polen zu nahen. Ostdeutschland war früher ein Agrarüberschußgebiet; obwohl heute dort weniger Menschen leben als vor dem Kriege, können sie sich nicht einmal selbst ernähren. Es ist nicht unsere Aufgabe, durch Kredite die bankrotte polnische Staatswirtschaft zu stützen. Es ist nicht unsere Aufgabe, den Polen Rückendeckung gegenüber den Sowjets zu geben.

ES IST EINZIG UND ALLEIN UNSERE AUFGABE, DAS DEUTSCHE REICH IN DEN JAHRHUNDERTELANG VORHANDENEN VOLKSGRENZEN WIEDER HERZUSTELLEN!

Das sollten wir bei der gegenwärtigen Diskussion um den Papst und Polen nicht vergessen.

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Polnisches Kampflied von 1848

Brüder, Sensen in die Hände!
Auf zum Kampfe laßt uns eilen!
Polens Knechtschaft hat ein Ende.
Länger wollen wir nicht weilen.
Sammelt Scharen um Euch alle.
Unser Feind der Deutsche falle!
Plündert! raubet! senget!
Laßt die Feinde qualvoll sterben!
Wer die deutschen Hunde hänget,
wird sich Gottes Lohn erwerben.
Ich, der Probst, verspreche Euch
fest das Himmelreich.
Jede Sünd’ wird Euch vergeben,
selbst der wohlbedachte Mord,
den der Polen freies Leben
unterstützt von Ort zu Ort!
Aber Fluch dem Bösewicht,
der vor uns für Deutschland spricht.
Polen soll und muß besteh’n!
Papst und Gott verspricht es mir.
Rußland, Preußen muß vergeh’n.
Heil dem polnischen Panier!
Darum jauchzet froh darein
„Polska zvie“ groß und klein!

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Nr. 23

Es ist eine Lüge, daß der israelische Ministerpräsident Menachem Begin berechtigt wäre, die Deutschen kollektiv als schuldig für Verbrechen hinzustellen.

Es ist die Wahrheit, daß Begin Mörder, Terrorist und Bandenchef war, bevor er in Israel Ministerpräsident wurde. Er befehligte die Irgun-Bande, die für zahlreiche Terrorakte in Palästina verantwortlich war. Dazu gehörten die Sprengung des King David Hotels, bei der über 100 Menschen getötet wurden, und die Ausrottung aller Bewohner des arabischen Dorfes Deir Yassin, wobei über 250 Männer, Frauen und Kinder ermordet wurden. Der österreichische Bundeskanzler und Jude Kreisky sagte zurecht: „Vergessen wir schließlich nicht, daß Begin selber und sein Außenminister sich zahlreicher Terrorakte bedient haben. – Für mich sind Frauen und Kinder als Opfer ebenso bemitleidenswert wie der kleine englische Soldat, der im ‚King David‘ in die Luft gesprengt wurde – oder der Graf Bernadotte, der der größte Wohltäter der Juden gewesen ist – denn er hat die Juden zu Tausenden mit seinen weißen Autobussen aus den Konzentrationslagern herausgeholt – und der dann ermordet wurde, wir wissen heute doch auch durch wen.“

Ein erwiesener Verbrecher, der sich seiner Taten sogar heute noch rühmt, hat also die Stirn, alle Deutschen als „kollektiv schuldig an der Ermordung von 6 Millionen Juden“ hinzustellen, auch diejenigen, die 1945 noch gar nicht geboren waren! Er überschlägt sich in Beschimpfungen der Deutschen, behauptet, daß das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden nie normal sein werde, daß wir weiter büßen müßten. Schließlich greift er direkt Bundeskanzler Schmidt an; er sei bei der Einheit gewesen, die den Ort angegriffen hätte, in dem Verwandte von Begin den Tod gefunden hätten. Abgesehen davon, daß das nicht stimmt, bedient er sich dabei einer Sprache und Beschimpfungen, die an sich einen einhelligen Protest hätten hervorrufen müssen. Wir sind kein Freund von Schmidt; aber was Begin da getrieben hat, geht zu weit. Die hiesige Presse versucht die Haßtiraden von Begin mit dem israelischen Wahlkampf zu erklären und zu verharmlosen, doch das ist

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falsch. Begin haßt die Deutschen aus tiefstem Herzen, und er hat nur jetzt sein wahres Inneres offenbart. Derselbe Mann, der so gut schauspielerte, daß ihm der Friedensnobelpreis verliehen wurde, hat mitten im Frieden im Irak einen zivilen Atomkraftwerksbau bombardieren lassen, wobei u.a. ein französischer Techniker getötet wurde.

Dieser Mann hat kein Recht, uns Kollektivschuld vorzuwerfen!

Das ist die Frucht einer Haltung, die mit der bereits 1945 aufgestellten These der evangelischen Kirche in Deutschland begann, daß das deutsche Volk insgesamt „kollektiv schuldig am Massenmord“ sei. Ob bei dieser eilfertigen Sack- und Asche-Haltung mitgespielt haben mag, daß man stolze Menschen nur dann zur Kirche bekehren kann, wenn man ihnen ihre „Sünde“ so richtig vorhält, so daß sie „Vergebung“ von den Amtsträgern der Kirche erwarten, mithin wieder in die Kirche eintreten (und entsprechend Steuern zahlen)? Der nächste war Bundespräsident Theodor Heuß, der von der „Kollektivscham Deutschlands“ sprach und die „Verfolgung der Juden als Beschmutzung der deutschen Geschichte“ bezeichnete. Mag bei diesen anläßlich eines Israel-Besuches 1960 gesprochenen Worten mitgespielt haben, daß Heuß nicht seine eigene Vergangenheit vorgehalten haben wollte, da er schließlich auch zu den Reichstagsabgeordneten gehörte, die Adolf Hitler mit dem Ermächtigungsgesetz unumschränkte Vollmachten gaben? Oder hoffte er, so durch Bußfertigkeit die „Weltöffentlichkeit“ gnädig gegenüber Deutschland zu stimmen? Der frühere Großrabbiner Dr. Goldstein meinte dazu: „Man fand in der ersten Zeit nach der deutschen Kapitulation das ekle Wort von der Kollektivschuld. Als es nicht mehr haltbar schien, kam das nicht weniger ekle Wort von der ‚Kollektivscham‘ auf. Beide Worte empfinde ich als unmoralisch, als unsittlich. Ich bin der letzte, der Schuld hinwegdiskutiert, aber es ist immer nur individuelle Schuld. Die Schuld weniger hundert oder tausend Verbrecher. Jene aber zur Verantwortung zu ziehen, die an diesen Verbrechen keinen Anteil haben, vielleicht damals noch gar nicht geboren waren, das ist in meinen Augen Heuchelei, ja Schlimmeres ...“ Rabbiner Goldstein wurde von Juden für diese Worte zusammengeschlagen. Josef Ginsburg, der unter dem Namen J.G. Burg verschiedene Bücher mit dem Ziel

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der Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen geschrieben hat, wurde von der jüdischen Gemeinde in München ausgeschlossen, und es wurde gegen ihn Anzeige wegen Volksverhetzung an Juden erstattet, um ihn zum Schweigen zu bringen. Laut Aussage von Dr. Nahum Goldmann hat Deutschland über 60 Milliarden Mark an Juden nur an Individualentschädigung gezahlt. Dazu kommen die direkten Zahlungen an Israel (1980 bereits über 3.450 Millionen Mark), und an jüdische Organisationen in der ganzen Welt. Rabbiner Dr. Goldstein hat darauf hingewiesen, daß es einmalig in der Weltgeschichte ist, daß ein Land freiwillig Wiedergutmachung zahlt. Wenn man erhofft hatte, dadurch die meinungsbildenden Kräfte in der Welt, die im jüdischen Eigentum befindlichen Zeitungen, z.B. die tonangebenden „New York Times“ und „Washington Post“, die drei maßgeblichen großen amerikanischen Fernsehanstalten oder die jüdischen Filmproduzenten Hollywoods zu einer positiven Einstellung zu Deutschland zu bewegen, so muß heute festgestellt werden, daß alles umsonst war. Die Kollektivbezichtigungen, die wir selbst uns gegeben haben, haben zur 1977 gedrehten „Holocaust“-Fernsehserie geführt, in der schon bei den Namen (gute jüdische Familie Weiß, böse deutsche Familie Schwarz) deutlich wird, daß die Deutschen insgesamt Verbrecher, Psychopathen und unnormal sind.

Wer sich selbst erniedrigt, wird nicht erhöht, sondern zertreten!

Wir haben es nicht nötig, uns von Begin beschimpfen zu lassen. Laßt uns mit den Selbstbesudelungen aufhören! Das deutsche Volk hat eine tausendjährige Geschichte, in der es Großtaten vollbracht hat. Ohne die deutschen Komponisten wäre das Musikleben der Welt armselig. Ohne die deutschen Baumeister hätte es keine Domen und Kathedralen gegeben. Ohne die deutschen Erfinder gäbe es keine Autos und keine Fahrt zum Mond, keine Buchdruckkunst und kein Telefon, keinen Rundfunk und kein Fernsehen. Wir haben es nicht nötig, vor irgendjemandem in der Welt im Staub zu liegen, besonders nicht vor denen, die heute die deutschen Erfindungen benutzen, um damit alles Deutsche in den Dreck zu ziehen.

Laßt uns endlich mehr Würde und Selbstbewußtsein zeigen; anders werden wir zum Schuhputzer der Welt.

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Nr. 24

Es ist eine Lüge, daß unsere Vorfahren kulturlose Barbaren gewesen seien, die die Kultur erst aus dem Orient hätten beigebracht bekommen müssen.

Es ist die Wahrheit, daß die ersten Kulturzeugnisse, die wir kennen, von Menschen unserer Art geschaffen worden sind: die Höhlenzeichnungen in Frankreich und Spanien vor 40.000 bis 20.000 Jahren. Damals herrschte dort mit Rücksicht auf die Eiszeit ein Klima, das demjenigen Nordeuropas von heute gleicht. Mit dem Abschmelzen des Eises wanderten die Rentierjäger nach Norden und besiedelten Norddeutschland, Dänemark und Südschweden. Dort entstand der „nordische Kulturkreis“ mit herrlichen bronzezeitlichen Arbeiten aus Kupfer und Gold. Wir kannten bis vor einigen Jahrzehnten nur diese großartigen Erzeugnisse einer untergegangenen Kultur, wußten aber nichts über das gesellschaftliche Leben der Menschen damals. Heute wissen wir mehr – dank Jürgen Spanuth Er hat nachgewiesen, daß der von Platon überlieferte Bericht des sagenhaften Atlantis nicht Dichtung ist, sondern tatsächliche Überlieferung schildert. Und er hat weiter nachgewiesen, daß dieses Atlantis nicht etwa im Mittelmeer – wo es manche Schriftsteller auch heute noch suchen – gelegen haben kann. Der Bericht schildert ausdrücklich, daß Atlantis „außerhalb der Säulen des Herkules“ – also Gibraltar – gelegen hat. Auch bei den Azoren oder sonst im Atlantik kann es nicht gelegen haben, da nach dem Atlantisbericht dort, wo das Königsland untergegangen ist, ein niedriger Wasserspiegel liegen soll – bei den Atlantikinseln fällt das Wasser aber tief ab.

Gerhard Gadow, ein junger Historiker, der sich durch die schonungslose Entlarvung des Däniken-Schwindels („Erinnerungen an die Wirklichkeit“) einen Namen als unvoreingenommener Kritiker gemacht hat, hat alle Atlantis-Hypothesen überprüft und ist zum Ergebnis gekommen, daß diejenige von Spanuth die überzeugendste ist. Er verlegt Atlantis in das Gebiet um Helgoland – eine Gegend, die vor 3.500 Jahren noch fruchtbares Weideland sah. Um 1200 v.d.Ztr. explodierte der Vulkan Santorin, was einen vernichtenden Aschenregen und ein entsetzliches Seebeben nicht nur im Mittelmeer, sondern auch in der Nordsee bewirkte. Atlantis ging

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unter, und die Überlebenden der Katastrophe gingen auf Wanderschaft. Schon einige Jahrzehnte vorher waren Vorhuten wegen einer langdauernden Trockenheit abgewandert. Die germanischen Griffzungenschwerter, die wir zunächst nur in unserem Raum finden, finden sich später im ganzen Mittelmeerbereich. Zuerst wandern sie zwischen Elbe und Oder, dann donauabwärts. Ein Teil kommt nach Italien und setzt auf Sardinien über; dort tauchen im 13. Jahrhundert v.d.Ztr. Bronzefiguren auf, die Krieger mit Hörnerhelmen darstellen. Auf dem italienischen Festland finden wir Darstellungen von Booten mit typischen Schwanenköpfen an Bug und Heck. Sie setzen dann nach Libyen über. Bei den Libyern dürfte es sich um Verwandte von ihnen gehandelt haben, denn die Großsteingräber, die nach den neueren archäologischen Untersuchungen zuerst in Westeuropa aufgerichtet wurden, finden sich auch dort, ebenso wie auf den kanarischen Inseln, wo die Spanier bei deren Wiederentdeckung im 16. Jahrhundert blonde und blauäugige Menschen vorfanden. Die Libyer waren aber von einer großen Trockenheit, die auch im Atlantisgebiet vor der Überflutung Schaden angerichtet hatte, bedroht. Sie konnten die wandernden Scharen nicht aufnehmen, weswegen ein gemeinsamer Angriff zur Landgewinnung (das Vieh wurde mitgeführt) gegen Ägypten geführt wurde. Im Jahre 1227 v.d.Ztr. kommt es zur Schlacht, die die Libyer und Seevölker verlieren.

Der andere Zweig zog durch Ungarn und Bulgarien auf Griechenland. Die Minoer erkennen die Gefahr – in Mykene werden die Burgen erweitert, die „Zyklopenmauer“ in Athen wird in aller Hast errichtet. Auf Kreta wird eine Landstreitmacht aufgestellt, weil die Flotte der Seevölker es durchaus mit der kretischen aufnehmen konnte.

Der große Aschenregen samt Flutwelle hat dann nicht nur die kretische und minoische Kultur untergehen lassen, sondern auch gewaltige Verluste unter den aus dem Norden kommenden Seevölkern verursacht. Die Wanderung kommt ins Stocken. Da durch die Überflutung großer Teile der heutigen Nordsee der Lebensraum enger geworden ist, drängen aber Scharen nach. Griechenland wird durchzogen, Kreta besetzt, und wieder gegen Ägypten gezogen, das mit dem Nil fruchtbare, bewässerte Landstriche in seinen

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Grenzen hatte. 1195 v.d.Ztr. kommt es zur Entscheidungsschlacht. Von Westen greifen die mit den Seevölkern verbündeten Libyer an, im Norden liefert eine große Seevölker-Flotte den Ägyptern die erste bekannte Seeschlacht der Geschichte (und wird bei Flaute durch Pfeilschützen auf Entfernung niedergekämpft), von Osten nähert sich die Hauptmasse der Seevölker. Ramses III. hat alle Reserven mobilisiert, Negersoldaten aus dem Sudan und Söldner aus Sardinien. Er gewinnt alle Schlachten, kann die Macht der Seevölker aber nicht gänzlich brechen. Sie setzen sich in Palästina fest, das nach ihrem Hauptstamm, den Philistern, genannt wird. Die Bibel kennt das östliche Mittelmeer als „Philistermeer.“ Sie wissen, Eisen zu verhütten, und schlagen so auch die Israeliten. Erst König David macht ihrer Vorherrschaft ein Ende, obwohl die Kämpfe auch später noch weitergehen. Ein Teil wandert zurück, besiedelt Griechenland und errichtet dort eine weitere Hochkultur. Als diese in der Rassenmischung versunken ist, werden durch Menschen unserer Art die Stätten der alten Hochkultur wieder ausgegraben – wegen der gleichen Rasse fühlten sich unsere Archäologen den Zeugnissen des Altertums verbunden.

„Ex Oriente lux“ – das wollte uns eine Propaganda glauben machen, die uns den Stolz auf die Vorfahren, ihre Leistungen und ihre Kultur nehmen wollte. Großsteingräber, Sonnentempel wie Stonehenge, Heiligtümer wie die Externsteine, Kleinodien von großem Wert, bronzezeitliche Luren, die so fein gearbeitet sind, daß wir mit aller unserer Technik heute nicht in der Lage wären, diese Musikinstrumente nachzubauen – wir brauchen uns unserer Vorfahren nicht zu schämen. Unsere Feinde wissen – jede Gehirnwäsche beginnt damit, daß man den anderen als untüchtig und minderwertig darstellt, sich selbst als überlegen.

Stellen wir also richtig, wenn unsere Vorfahren als „kulturlose Barbaren“, die „nur Met saufen“ konnten, bezeichnet werden. Met trinken konnten sie auch – aber nicht nur das. Dänen und Schweden wissen da oftmals sehr viel mehr über ihre Ahnen als wir – holen wir dieses Wissen nach!

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Nr. 25

Es ist eine Lüge, daß die vor 40 Jahren erfolgte Kriegserklärung des Deutschen Reiches gegenüber den USA aus einer wahnsinnigen ideologischen Idee entsprungen sei, die Welt zu erobern.

Es ist die Wahrheit, daß diese Kriegserklärung vom 11. Dezember 1941 lediglich eines ausdrückte: daß Deutschland künftig die amerikanischen Angriffe gegenüber deutschen U-Booten nicht mehr tatenlos erdulden würde, sondern nunmehr zurückzuschlagen bereit war. Vorangegangen war ein systematisches Hereintreiben der USA in den Krieg durch Roosevelt und die hinter ihm stehenden „Morgenthau-Boys“, wie sie sich selbst nannten, sowie die „graue Eminenz“ Louis Howe. Das amerikanische Volk wollte keinen Krieg. Bei den Meinungsumfragen ergaben sich bis Dezember 1941 immer stabile 85%, die gegen eine Einmischung in den europäischen Konflikt waren. Nur 9.000 Freiwillige meldeten sich für den Militärdienst – trotz einer entsprechenden Kampagne in den Zeitungen wie „New York Times“ und „Washington Post.“ Namhafte Persönlichkeiten wie der demokratische Senator Wheele und der Flieger Charles Lindbergh standen an der Spitze der Friedensbewegung.

Roosevelt konnte die Präsidentschaftswahl vom November 1940 nur gewinnen, weil er mit einem ausgesprochenen Friedensprogramm angetreten war, wonach die USA sich am Krieg nur beteiligen würden, wenn sie angegriffen würden. Am 30. Oktober schwor er hoch und heilig: „Eure Jungens werden in keinen fremden Krieg geschickt werden!“

Und was war die Wahrheit? Roosevelt schloß schon vor Kriegsbeginn am 23.6.1939 mit der englischen Regierung ein geheimes Abkommen über Lieferung von Rüstungsgütern. Am 10. August 1939 wurde ein Ausschuß für Kriegsmittel geschaffen. England wurde von den USA unter Druck gesetzt, am 3. September 1939 Deutschland den Krieg zu erklären. Der USA-Verteidigungssekretär Forrestal notierte in seinem Tagebuch, daß „weder die Franzosen noch die Briten Polen zum Kriegsanlaß genommen hätten, wenn nicht das ständige Ansticheln von Washington gewesen wäre.“

Bereits am 22. September 1939 erklärten die USA im Widerspruch zu jeglichem See- und Völkerrecht eine Zone von 300-1.000 See-

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meilen (später 2.000 Seemeilen) zu einer sogenannten „Neutralitätszone“, in der deutsche U-Boote und Überwasserstreitkräfte keine britischen Schiffe angreifen dürften, und deswegen die britischen Geleitzüge von amerikanischen Zerstörern geschützt wurden.

Am 3.11.1939 ließ Roosevelt – wobei er die Kapitalistenkreise der Wall Street voll auf seiner Seite hatte – das Waffenlieferungsverbot (wonach an kriegsführende Staaten keine Waffen geliefert werden dürften), aufheben. Zur selben Zeit wurden deutsche Frachtschiffe in Übersee, die in die Heimat durchbrechen wollten, von amerikanischen Kreuzern „beschattet“, die britische Kriegsschiffe heranfunkten, die dann die Versenkung übernahmen. Am 19. März 1940 verkaufte Roosevelt die besten US-Flugzeuge an England und Frankreich, und am 3. September 1940 tauschte er 50 amerikanische Zerstörer gegen ein paar Inseln. Die amerikanische Zeitung „St. Louis Dispatch“ erklärte am 3.9.1940 hierzu zurecht, daß Roosevelt damit „eine Kriegshandlung“ begangen habe. Am 16.9. 1940 erreichte Roosevelt die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Am 12. Dezember 1940 begannen geheime britisch-amerikanische Generalstabsbesprechungen, die bis Ende März 1941 gingen und zur Aufstellung zweier Kriegspläne führten: einen gegen Deutschland, den anderen gegen Japan (das den USA die ostasiatischen Absatzmärkte streitig machte). Admiral Stark schrieb anschließend an seine Flottenkommandeure:

„Die Frage unseres Kriegseintritts scheint jetzt eine Frage des Wann, und nicht des Ob, zu sein.“ Am 29.12.1940 hielt Roosevelt seine berühmte Kaminrede, in der er sagte, daß Hitler nach einem Sieg über England die „vorgehaltene Pistole“ gegen die USA richten würde. Dadurch sollten die Amerikaner reif gemacht werden für weitere Neutralitätsbrüche.

Am 9. März 1941 wurde das Leih- und Pachtprogramm im Kongreß durchgepeitscht, das ein beispielloses Material Versorgungsprogramm zunächst für England, dann – schon ab Juli 1941 – auch für die UdSSR bedeutete. Wenn man den amerikanischen Bürgern das Leih- und Pachtprogramm noch als „Sicherung der Demokratie“ verkauft hatte, um England zu helfen, entlarvte die Unterstützung von Stalins Terrorregime die wahren Absichten von Roosevelt.

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Insgesamt lieferten die USA für über 50 Milliarden Dollar (damals über 200 Milliarden Reichsmark) Material an die anderen kriegsführenden Mächte. Von Neufundland aus begannen US-Militärflugzeuge über dem Nordatlantik zu patrouillieren, um deutsche Unterseeboote aufzuspüren. Zur besseren Überwachung wurden im April 1941 Grönland und im Juli Island durch amerikanische Truppen besetzt und die Flotte angewiesen, die Verbindungswege mit Gewalt offenzuhalten. Am 25. August 1941 erging an die US-Atlantikflotte der Geheimbefehl, „feindliche Seestreitkräfte“ anzugreifen und zu versenken. Am 1.9.1941 verkündete Roosevelt auch öffentlich in einer Ansprache am Tage der Arbeit: „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um Hitler und seine Wehrmacht zu vernichten.“ Es mußte natürlich zu Zwischenfällen kommen: ein amerikanischer Zerstörer belegte ein deutsches U-Boot mit Wasserstoffbomben, das sich durch einen Torpedoschuß zu wehren suchte. Roosevelt gab einen entstellenden Bericht darüber am 11.9.1941 über den Rundfunk und sagte: „Die Zeit ist nun gekommen, da wir alle die kalte, unerbittliche Notwendigkeit erkennen müssen, diesen unmenschlichen, hemmungslosen Abenteurern der Welteroberung, die eine dauernde Weltherrschaft zu errichten suchen, zu sagen: Ihr geht darauf aus, unsere Kinder und Kindeskinder Eurer Schreckensherrschaft und Sklaverei zu unterwerfen. Ihr habt jetzt unsere eigene Sicherheit angegriffen. Bis hierher und nicht weiter!“ Diese geheuchelte Entrüstung war umso verwerflicher, weil die Briten den deutschen Marinefunkschlüssel besaßen und den gesamten Funkverkehr abhören und übersetzen konnten. Sie und ihre amerikanischen Vertrauten kannten also die Weisung, die die Seekriegsleitung am 21. Juni 1941 an die U-Boote gefunkt hatte: „Führer hat Vermeidung jeden Zwischenfalles mit USA für die nächsten Wochen befohlen. In allen denkbaren Fällen in diesem Sinne handeln. Darüber hinaus bis auf weiteres Angriffe auf Kriegsschiffe innerhalb und außerhalb Blockadegebietes nur auf Kreuzer, Schlachtschiffe, und Flugzeugträger und nur, wenn diese einwandfrei als feindlich erkannt. Abgeblendet fahren gilt bei Kriegsschiffen nicht als Beweis feindlichen Charakters.“

Gemäß diesem Befehl durften die deutschen U-Boote ihre gefährlichsten Gegner, die Zerstörer, Fregatten und Korvetten, also

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auch die englischen, nicht mehr angreifen. Sie durften sich nicht einmal verteidigen. Erst durch einen späteren zusätzlichen Befehl wurde den deutschen U-Booten die Abwehr eines in Gange befindlichen Angriffes, so lange dieser dauerte, zum Zwecke der Selbstverteidigung erlaubt. Am 15. September 1941 gab der amerikanische Marineminister Knox der USA-Flotte den Befehl „alle Handelszerstörer der Achsenmächte, gleichviel ob sie als Überwasser- oder Unterwasserpiraten auftreten, mit allen verfügbaren Mitteln aufzubringen oder zu zerstören.“ Nach diesem „Schießbefehl“ des amerikanischen Präsidenten befanden sich die Vereinigten Staaten ab 15. September 1941 im Kriege mit Deutschland – den sie nur aufgrund mangelnder Zustimmung im Kongreß nicht erklärten. US-Admiral Hart schrieb zurecht am 7.11.1941 an US-Admiral Stark: „Die Flotte befindet sich im Atlantik bereits im Krieg – ob das Land es weiß oder nicht, wir sind im Kriege.“

Nicht einmal das Militärtribunal in Nürnberg mochte angesichts dieser klaren Haltung zur Feststellung gelangen, daß Deutschland gegen die USA einen Angriffskrieg geführt hätte, was Großadmiral Karl Dönitz mit dem Satz ergänzte: „Der Angreifer im letzten Krieg zwischen den USA und Deutschland war eben eindeutig Amerika.“

Da sich Adolf Hitler nicht provozieren ließ, wurde Japan durch Roosevelt in die Enge gedrückt. Durch Embargos, Beschlagnahme von Vermögen und Abschneiden von Rohstoffen sollte Japan zum Kriege getrieben werden. Die Japaner erfüllten eine Forderung nach der anderen, woraufhin die Amerikaner immer neue stellten. Als schließlich auch die letzte erfüllt war, verlangte Roosevelt noch, daß die Japaner sich öffentlich vor der ganzen Welt entschuldigen sollten. Da dies gegen die Ehre war, und Japan sein Gesicht verloren hätte, wußte Roosevelt, daß Japan dies nicht hinnehmen könnte. Durch Entschlüsselung des japanischen Funkschlüssels kannte die Regierung sogar positiv den darauf erfolgten Plan der Japaner, die amerikanische Flotte überraschend anzugreifen. Sie warnte den Flottenstützpunkt Pearl Harbour aber nicht, damit die Japaner nicht doch von ihrem Angriff abließen. Um den ersehnten Krieg gegen Deutschland zu haben, opferte Roosevelt einen erheblichen Teil der Pazifik-Flotte und tausende

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von Soldaten, wobei als Nebenwirkung kam: Die in Pearl Harbour versenkten Schlachtschiffe mußten ja neu gebaut werden, was den Rüstungsfabrikanten hinter der Roosevelt-Regierung nicht unwillkommen war. Das war die Hintertür zum Kriege (mit Deutschland), wie es der amerikanische Admiral Theobald aufgedeckt hat.

Obwohl sich Deutschland praktisch schon mit den USA im Kriegszustand befand, erreichte Adolf Hitler noch das Menschenmögliche. Da der Drei-Mächte-Pakt mit Japan nur ein Verteidigungsbündnis war, war Deutschland nicht verpflichtet, im Gefolge der Japaner den USA den Krieg zu erklären. Als Gegenleistung für Deutschlands am 11. Dezember erfolgte Kriegserklärung handelte er mit den Japanern aus, daß diese keinen Sonderfrieden mit den USA schloßen. Da die Japaner bis zuletzt kompromißbereit waren, war dies für Deutschland sehr wichtig. Die USA hatten bereits erhebliche Hilfsgüter an die Sowjetunion geliefert; Adolf Hitler hoffte, daß diese Hilfslieferungen solange eingestellt oder zumindest verringert würden, wie die USA sich mit Japan im Krieg befanden. Da am 6. Dezember 1941 die sowjetischen Truppen in Stärke von 100 ausgerüsteten (sibirischen) Divisionen zum Angriff bei Moskau angetreten waren, wodurch das deutsche Heer in eine große Krise geriet, war ersichtlich, daß gegen die Sowjetunion kein Blitzkrieg mehr zu führen sein könnte. Um so wichtiger war es, daß die USA einen Großteil ihrer Kräfte im Pazifik banden.

Daß dies – nicht etwa Größenwahnsinn – hinter der deutschen Kriegserklärung vom 11. Dezember 1941 an die USA stand, hat im übrigen erst kürzlich der Stuttgarter Historiker Eberhard Jaeckel herausgefunden. Nach 40 Jahren – immer wieder neue Erkenntnisse. Doch das soll jetzt anders werden. Ein neues Gesetz wird vorbereitet, wodurch eine Leugnung oder Verharmlosung von „nazistischen Verbrechen“ unter Strafe gestellt werden soll. Die von den Alliierten lizenzierten Nachkriegspolitiker sehen die Basis ihres Handelns bedroht – deswegen soll, bevor sich abweichende Meinungen durchsetzen, durch den Richter Kritik abgewürgt werden.

Wehren wir uns gegen dieses Maulkorbgesetz! Schreiben wir an die Bundestagsabgeordneten, daß in diesem Punkt einmal mehr die Meinungsfreiheit geknebelt werden soll! Lassen wir uns unser Recht auf freie Meinungsäußerung nicht kampflos nehmen!

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Nr. 26

Es ist eine Lüge, daß in Kriegszeiten immer die Wahrheit von den Kriegführenden gesagt wird.

Es ist die Wahrheit, daß sehr oft von allen Seiten die Unwahrheit gesagt wurde. Schon Bismarck sagte, daß nirgends so viel gelogen werde wie vor einer Liebesaffäre, während eines Krieges und nach einer Jagd. Früher beschränkte sich die Falschdarstellung darauf, daß eigene Erfolge übertrieben, eigene Niederlagen verharmlost wurden. Diese Art der Lügerei im Kriege war bis 1870/71 noch verbreitet. Im 1. Weltkrieg kam dann eine andere Art von Lügen auf: dem Gegner wurden Verbrechen angedichtet. Wer seinen Feind zum Verbrecher stempelt, erwirbt sich dadurch die Vollmacht zu allen Verbrechen gegen ihn. Diese Propaganda wurde nicht von Deutschland ausgeübt; die deutsche Regierung fühlte sich im Recht, sah den Krieg als einen aufgezwungenen an, hatte keine Eroberungsgelüste und brauchte deshalb die eigenen Truppen nicht durch Lügen zum Kämpfen anzuspornen. Die Alliierten aber mußten lügen, weil den Belgiern, Holländern und auch vielen Franzosen nicht einleuchten wollte, warum soviel Blut zur Wiedereroberung von Elsaß-Lothringen vergossen werden sollte. Die australische „Stead Review“ schrieb 1919: „Die erste Pflicht feindlicher Regierungen ist, einen bitteren Haß in ihren Völkern gegen die, mit denen sie Krieg führen werden, zu erzeugen ... Sogar in Ländern mit allgemeiner Wehrpflicht war diese Haßpropaganda notwendig. In solchen, die sich auf freiwillige Armeen zu verlassen hatten, war sie unentbehrlich.“ Besonders Lord Northcliffe in England und die Franzosen waren dabei erfolgreich. Ein französischer Chefredakteur hat nach dem Kriege in seinem Buch: „Hinter den Kulissen des französischen Journalismus“ ausgeführt: „Wenn man die Lüge in ein wissenschaftliches System bringt, sie recht dick aufträgt und mit dem Aufwand großer Arbeitskraft und ausreichender Geldmittel in die ganze Welt hinausposaunt als lautere Wahrheit, so kann man ganze Völker auf längere Zeit beschwindeln und sie für Belange, die ihnen unendlich fern liegen, zur Schlachtbank treiben. Das sahen wir während des letzten Krieges zur Genüge und werden es auch in kommenden Kriegen

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sehen, an denen es eine gütige Vorsehung nicht fehlen lassen wird, um das Übervölkerungsproblem auf ihre, allerdings reichlich dilettantische Weise zu lösen. Bei uns in Frankreich hat man sofort sehr richtig erkannt, daß es keinesfalls genügt, die Massen zum Krieg zu begeistern und, um sich selbst von aller Schuld am Krieg reinzuwaschen, den Gegner als den von aller Welt in Acht und Bann gelegten Störenfried und schlimmsten Feind der Menschheit hinzustellen. Wir haben Lord Northcliffes Vorgehen gar nicht erst abgewartet. Sofort erfaßten wir den ungeheuren Wert, die öffentliche Meinung der Welt für uns zu gewinnen und zu begeistern. Bereits drei Tage nach dem Kriegsausbruch brachte Minister Viviani ein Gesetz ein, das noch am gleichen Tag in der Kammer und im Senat angenommen wurde, die als erste Rate zur Einleitung einer großzügigen, allumfassenden Propaganda die Kleinigkeit von 25 Millionen Goldfranken bewilligten. Das ‚Maison de la Presse‘ wurde in der Rue François Nr. 3 errichtet – ein Riesengebäude. In den Kellerräumen befanden sich die Druckmaschinen, in 200 Arbeitsräumen die Werkstätten. Vom Kellergeschoß bis zum letzten Stockwerk war das Haus verkörperte Konzentration der Propaganda. Oben unter dem Glasdach hauste die foto-chemigrafische Abteilung. Ihre Hauptarbeit bestand darin, von Holzfiguren mit abgeschnittenen Händen, herausgerissenen Zungen, ausgestochenen Augen, zertrümmerten Schädeln und bloßgelegten Gehirnen Lichtbildaufnahmen und Druckstöcke anzufertigen. Die so gewonnenen Bilder wurden als untrügliche Dokumente, sozusagen als Augenzeugen deutscher Greueltaten, in alle Welt gesandt, wo sie die von ihnen erwartete Wirkung ausübten. Im gleichen Raum wurden auch die Aufnahmen von zerschossenen belgischen und französischen Kirchen, geschändeten Gräbern und Denkmälern und grauenhaften Ruinen hergestellt. Die Kulissen zu diesen Aufnahmen wurden von den ersten Dekorationsmalern der Pariser Oper hergestellt.“

Einige Beispiele der Fälschungen: Fotos von deutschen Offizieren, die Reittrophäen gewonnen hatten und diese stolz zeigten, wurden mit einem Text versehen, daß die Offiziere Beutegut aus belgischen Häusern und heilige Messe-Geräte aus Kirchen zur Schau stellten. Dokumentarische Bilder von Pogromen, die die Russen

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1905 an Juden verübt hatten, wurden mit der Unterschrift versehen, so hätten die Deutschen in Polen gehaust. Leichen der Soldaten würden von den Deutschen in Fabriken in Kesseln gesotten, um daraus Stearin und raffiniertes Öl zu gewinnen; die Reste würden zu Schweinefutter verarbeitet. (Dementsprechende Bilder trugen maßgeblich zum Eintritt Indiens und Chinas in den Kampf gegen Deutschland bei, da diese beiden Länder den Ahnenkult pflegten und deshalb die Schändung der Toten als Ungeheuerlichkeit empfanden). Es wurde sogar ein gefälschtes Tagebuch, das einem toten deutschen Soldaten in die Tasche geschoben worden war, und in dem er die schreckliche Arbeit in den Leichenfabriken schilderte, als „Beweis“ verwertet. Ferner wurden Augenzeugenberichte wiedergegeben, unter Schilderung von Namen und Ort, wo die Deutschen alliierten Frauen, vornehmlich Krankenschwestern, die Brüste abgeschnitten hätten, und den belgischen Kindern die Hände abhackten, damit sie später keine Soldaten werden könnten. Diese Meldungen erschienen nicht in kleinen Provinzzeitungen, sondern in Zeitungen von dem Ansehen der „Times“, und wurden deshalb selbstverständlich geglaubt, zumal Bilder diese Dinge illustrierten. Urheber der Lüge von den abgehackten Kinderhänden war im übrigen der französische Finanzminister Dr. Klotz, der sich in seinem Buch „Vom Krieg zum Frieden“ dazu bekannte.

Ferner wurden die Deutschen beschuldigt, französische Soldaten an Scheunentoren mit Bajonetten zu kreuzigen. Es wurde eine weltweite Haßpsychose erzeugt.

Weitblickende Männer aus den neutralen Staaten sahen dies mit Sorge. Björnsterne Björnson richtete einen offenen Brief an Georges Clemenceau, in dem er den „unerschöpflichen Unrat an Verleumdungen, der sich über das deutsche Volk ergießt“, und die „Phantasie, die ihre Nahrung aus den Pariser Kloaken zieht“, anprangert. Sven Hedin schrieb: „Die Welt hat noch nie solche Hekatomben von Lügenberichten gesehen wie in diesem Kriege. Deutschland ist der Gegenstand der Verleumdung und eines systematischen Lügengewebes.“

Nach dem 1. Weltkrieg, als die Waffen schwiegen, fanden sich aufrechte Männer bei den früheren Gegnern, die die Lügen als

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solche entlarvten. Zu nennen ist hier besonders der Engländer Ponsonby mit seinem Buch „Die Lüge im Kriege“ und der italienische Ministerpräsident Nitti.

Aber wer glaubt angesichts dieses Vorspiels im Ernst, im 2. Weltkrieg hätten die Alliierten es anders gemacht ? Die deutsche Wehrmacht und ihre Soldaten waren ja noch besser als die des 1. Weltkrieges, und deswegen mußte natürlich noch mehr gelogen werden als im 1. Weltkrieg, um eine Chance zu haben. Sefton Delmer hat dies ja selbst zugegeben.

Wer alles das, was an Fotos, Filmen, „Augenzeugenberichten“ und „Dokumenten“ uns serviert wird, für bare Münze nimmt, verdient nichts anderes, als daß er belogen und betrogen und ausgeplündert wird. Die Deutschen sind in ihrer Geschichte immer ein diszipliniertes, gehorsames Volk gewesen. Gehorsamkeit gegenüber Lügen untergräbt den Lebensmut, tötet jede nationale Regung, läßt die Wiedervereinigung Deutschlands bestenfalls als gleichgültig, schlechtenfalls als gefährlich für den Weltfrieden erscheinen – deshalb ist es auch so wichtig, die Lügen als Lügen zu bezeichnen. Und wenn der Staat die Kritik unter Strafe stellen sollte – wir leben ja angeblich in dem freiesten Staat, den wir je hatten -, dann kann man uns wenigstens nicht den Zweifel verbieten und das verächtliche Lächeln, wenn die Rede auf bestimmte Dinge kommt. Ihr täuscht Euch, die Ihr hier Macht habt: Giordano Bruno mußte auf den Scheiterhaufen und Galilei wurde zum Widerruf gezwungen, aber heute glaubt keiner mehr, daß die Erde eine Scheibe ist und die Sonne sich um die Erde dreht. Ihr könnt die Lügen vielleicht noch eine Weile konservieren, weil Ihr mit „rattenhafter Wut“ (Böll) das verteidigt, was die Grundlage Eurer eigenen Herrschaft ist – aber durch Eure Verbote weckt Ihr erst das Interesse. Lügen braucht man nicht zu verbieten – die entlarven sich nach einer Weile selbst. Wenn Ihr also jetzt Verbote aufstellt, dann wird die Jugend argwöhnen, daß da wohl was dran sein muß, wenn ein Maulkorb verordnet wird. Und sie argwöhnt zurecht.

Laßt uns den Herrschenden und Meinungsmachern kein Wort mehr glauben !

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Nr. 27

Es ist eine Lüge, daß Deutsche im letzten Krieg aus KZ-Insassen Seife gemacht hätten.

Es ist die Wahrheit, daß nichts dergleichen vorgekommen ist. Der sowjetische Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, Oberjustizrat Smirnow, behauptete am 19. Februar 1946, daß im Anatomischen Institut in Danzig aus jüdischen Leichen von Professor Spanner Fett gewonnen worden sei. Diesen Befehl hätten die Vorgesetzten von Spanner, Reichert und Borkmann, erteilt. Reichserziehungsminister Rust, der Reichsgesundheitsführer Dr. Conti sowie der Gauleiter von Danzig Forster und viele Professoren anderer medizinischer Institute hätten die Fettgewinnung besichtigt. Als Beweis legte der Chefankläger die Aussage eines Laboranten namens Siegmund Masur unter der Nummer USSR-197 dem Gericht vor, ferner – laut Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 22.2.1946 – zwei Töpfe mit derartiger Seife, angeblich aus Menschenfett.

Diese Behauptung erregte ungeheuer Aufsehen, und die Nachricht ging um die Welt. Sie wird noch nach wie vor verbreitet.

Prof. Dr. Rudolf Spanner wurde gehetzt und gejagt, und da man in Nürnberg seiner nicht habhaft werden konnte, ermittelte die deutsche Staatsanwaltschaft weiter. Über diese Ermittlungen wurde berichtet – nicht aber über das Ergebnis der Ermittlungen gegen ihn. Erst auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft Flensburg mit Schreiben vom 25.1.1968 unter dem Aktenzeichen 2a Js 475/68 S mit, daß das gegen Professor Spanner geführte Verfahren eingestellt worden sei, „nachdem die Ermittlungen ergeben hatten, daß seinerzeit Seife aus Menschenleichen im Anatomischen Institut der Medizinischen Akademie in Danzig nicht hergestellt worden ist.“ Doch polnische Reiseführer zeigen in Danzig-Stutthof noch heute das Gebäude, wo Seife aus Judenfett hergestellt worden sei.

Es hätte doch Aufgabe der deutschen Behörden sein müssen, die Seifenlüge groß zu entlarven, da sie überall in der Welt dazu dient, die Gesinnungslosigkeit der Deutschen zu zeigen! Zumal es sich bei der „Verseifungslüge“ ja nur um eine Abart der bereits im I. Weltkrieg vorgebrachten Lüge handelte, daß die Deutschen aus gefallenen Soldaten Seife herstellten, und diese Lüge

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schon damals verheerend in der Welt gewirkt hatte. Doch nichts geschah, und daß es sich um eine Seifenlüge handelt, ist praktisch nicht bekannt.

Die Folge: Diejenigen, die von einer „Verseifungslüge“ sprachen, wurden staatsanwaltschaftlich verfolgt. Erst nach dreijährigem Ermittlungsverfahren und zwischenzeitlicher Beurlaubung wurde der Studienrat Dr. Endrigkeit von der Anklage freigesprochen, sich gegen das Gesetz zum Schutze des Andenkens Verstorbener vergangen zu haben, weil er im Chemieunterricht auf Fragen von Schülern nachgewiesen hatte, daß aus Leichen keine Seife hergestellt werden könnte. Die ganzen Diffamierungen und der Pressewirbel führten allerdings dazu, daß Dr. Endrigkeit nach Ende des Verfahrens gesundheitlich so mitgenommen war, daß er nicht mehr dienstfähig war. Beim Schulrat a.D. Paul Kurzweg wurde das Verfahren schneller eingestellt, da er das Aktenzeichen des Verfahrens gegen Prof. Spanner angeben konnte.

Doch dies sind nicht die einzigen Lügen, die auf diesem Gebiet in Nürnberg verbreitet wurden, und nicht nur durch die Sowjets.

Es ist eine Lüge, daß der Lagerkommandant von Buchenwald Karl Koch Häftlinge als Schrumpfköpfe präpariert hätte.

Es ist die Wahrheit, daß in dem Verfahren gegen Ilse Koch, seine Witwe (ihr Mann war wegen Verfehlungen bereits im Dritten Reich durch ein SS-Gericht zum Tode verurteilt und hingerichtet worden) die amerikanische Anklagevertretung als Beweismittel einen Schrumpfkopf präsentierte, der angeblich während des Krieges im KL. Buchenwald für die Sammlung der Kochs präpariert worden sei. Die Verteidigung ermittelte im ‚Automatischen Arrest‘ einen Völkerkundler, der den Schrumpfkopf begutachten sollte. Er meinte, nach seiner Auffassung müsse das Stück im oberen Teil der präparierten Luftröhre eine sechsstellige Nummer haben, denn es dürfte aus einem Völkerkundemuseum stammen. Seine Vermutung wurde bestätigt, und nach einem „klärenden Gespräch“ zwischen Verteidigung und Anklagevertretung wurde der „Beweis“ zurückgezogen.

Und wie steht es mit den Lampenschirmen der Kochs sowie ihren Fotoalben aus Menschenhaut? Kurzfristig beim Prozeß gezeigte

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Lampenschirme, die angeblich aus Menschenhaut stammen sollten, konnten hinsichtlich ihrer Herkunft nicht eingeordnet werden. Die Fotoalben der Familie Koch wurden von einigen noch heute lebenden Zeugen, die beim Nürnberger Gericht als Übersetzer und Stenographen arbeiteten, als billigste Kaufhausware ohne eine Spur von Menschenhaut erkannt. Im übrigen hatte der ehemalige SS-Richter Morgen im Jahre 1944 in einer Blitzaktion die Wohnung der Kochs sorgfältig durchsucht, wobei selbstverständlich keine Gegenstände wie Schrumpfköpfe, Lampenschirme aus Menschenhaut oder sonstwie Gegenstände, die aus menschlichen Teilen gefertigt worden wären, gefunden wurden.

Auch diese Lüge wurde und wird durch keinen „Offiziellen“ in der Bundesrepublik aufgedeckt. Durch dieses Schweigen glauben viele vermutlich selbst an diese Lügen. Und sie machen ein beschämtes Gesicht, wenn in Leserbriefen oder bei offiziellen Treffen Deutschen solche Verbrechen angelastet werden.

Und die denkende Jugend fragt sich: Warum werden durch die Ankläger im Nürnberger Prozeß solche Lügen erfunden und am Leben erhalten, wenn die Vergangenheit so verbrecherisch war? Was sollen diese Lügen bezwecken? Warum tritt die Regierung diesen Lügen nicht entgegen? Warum gibt es keinen Sachverständigenrat, wie es die sozialdemokratische Regierung nach dem I. Weltkrieg gemacht hat, um die im Versailler Diktat festgeschriebene Kriegsschuldlüge zu widerlegen? Warum beschäftigt sich das Institut für Zeitgeschichte nur mit angeblichen oder tatsächlichen Greueltaten und negativen Dingen? Warum werden in diesem aus Steuermitteln finanzierten Institut Bücher unterdrückt, die die Vergangenheit objektiv darstellen, wie beispielsweise die Arbeit eines Oberstaatsanwaltes a.D., der zum Ergebnis kam, daß die deutsche Kriegsgerichtsbarkeit korrekt im II. Weltkrieg geurteilt hat, und von „Verbrechern in schwarzer Robe“ insoweit keinerlei Rede sein kann?

Fragen – die Antwort müssen wir selbst uns geben.

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Nr. 28

Es ist eine Lüge, daß durch die Ostverträge „der Frieden sicherer“ gemacht worden sei.

Die nunmehr 10 Jahre zurückliegenden Ostverträge geben Veranlassung, das damals Versprochene mit der Entwicklung zu vergleichen. Die Verträge wurden gefeiert, als ob nunmehr der ewige Frieden auf Erden angebrochen sei. Der deutsche Außenminister bezeichnete den Tag der Unterzeichnung als den „glücklichsten Tag seines Lebens.“ Es schien vielen Bundesbürgern, als sei den Sowjets der revolutionäre Elan ausgegangen, als würden sie sich ganz brav in Zukunft verhalten.

Doch nichts dergleichen ist eingetreten. In den vergangenen 10 Jahren haben sie Sowjets eine beispiellose Kriegsmarine aufgebaut, die stärker ist als die amerikanische. Sie haben neue Panzer und Jagd- sowie Bombenflugzeuge entwickelt. Sie haben neue Divisionen an ihre Westgrenze gebracht, ihre Einheiten in der „DDR“, Polen und der Tschechoslowakei nicht nur personell, sondern auch in der Ausstattung mit Waffen erheblich verstärkt. Sie haben so viele Mittelstreckenraketen, die auf Westeuropa gerichtet worden sind, in Stellung gebracht, daß auch ihre atomare Überlegenheit auf diesem Gebiet gegeben ist, so daß von atomarer „Nachrüstung“ im Westen gesprochen wird, weil man sich hat überrunden lassen. Die Sowjets mißachten die Souveränität neutraler Staaten wie Schweden, wo sich laufend russische U-Boote in den Hoheitsgewässern aufhalten. Die Industriespionage gegen westdeutsche Firmen ist verstärkt worden. In Afghanistan wurde einmarschiert und mit chemischen Waffen ganze Dörfer ausgerottet. Der schwarze Guerilla-Kampf gegen Südafrika und Südwestafrika wurde mit Waffen und Geld sowie in Angola durch die von Moskau dirigierten kubanischen Soldaten geschürt, um die kriegswichtigen Rohstoffe des südlichen Afrika in die Hände zu bekommen, so befindet sich beispielsweise die größte Uranmine der Welt in Südwestafrika, ferner riesige Kupfer- und Nickel vorkommen. Wenn die Sowjets die Kontrolle über Südafrika erringen könnten, würden sie mit ihrem eigenen Gold 90% der Goldförderung kontrollieren und könnten damit den Goldpreis nach Belieben festsetzen. Ferner würden die

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Ölzufuhren weitgehend abgeschnitten werden können, da die großen Tanker um das Kap der guten Hoffnung fahren müssen, weil sie nicht durch den Suezkanal passen.

Trotz dieser ganzen Umstände hat dies die westlichen Wirtschaftskreise nicht zum Nachdenken gebracht: Es wird weiterhin an den Ostblock verkauft. Nicht gegen bar – sondern auf Pump. Mittlerweile ist der Ostblock mit 80 Milliarden Dollar im Westen verschuldet, also mit 200 Milliarden DM! Und die Verschuldung geht fröhlich weiter: Auch das „Milliardengeschäft“ mit der Erdgasleitung wird ja nicht so abgewickelt, daß die Russen jetzt die erhaltenen Leistungen (Röhren, Pumpen, usw.) bezahlen; sie haben erklärt, sie wollten dies künftig mit Erdgaslieferungen machen – ob sie dies angesichts ihrer bewiesenen „Vertragstreue“ einhalten werden, ist aber fraglich. Im übrigen können sie die Preise später diktieren. Und wer garantiert uns, daß im Krisenfall nicht einfach das Erdgas abgedreht wird, und zur Versorgung kriegswichtiger Industrien ins Donezbecken umgeleitet wird? Dann würden bei uns die Heizungen ausgehen -erfreuliche Zukunftsaussichten. Die Kritik von Reagan am Erdgasgeschäft ist völlig berechtigt, und wenn hier von Kommentatoren entgegengehalten wird: „Aber ihr Amerikaner verkauft doch den Russen Weizen!“, ist dies ungerechtfertigt. Die Russen müssen den Weizen bar bezahlen, so daß ihnen wichtige Devisen fehlen, mit denen sie sonst auf dem Weltmarkt Rüstungsgüter einkaufen oder Terroristen unterstützen würden. Und Weizen ist keine kriegswichtige Lieferung; er wird aufgegessen. Die Erdgasleitungen aber verbessern die rüstungswirtschaftliche Infrastruktur. Und wenn schließlich gesagt wird, zur Erhaltung von Arbeitsplätzen sei das Geschäft wichtig, stimmt dies auch nicht. Nur 4% unseres Außenhandels wird mit dem Ostblock abgewickelt, und mit dem Stahl, den wir den Russen in Form von Röhren liefern, könnten wir hier Kanonen für die Bundeswehr bauen – das würde auch Arbeitsplätze erhalten, und wäre sinnvoller als die Aufrüstung des Feindes. Man fühlt sich an den Spruch Lenins über die Kapitalisten erinnert: „Sie werden uns noch den Strick liefern, an dem wir sie aufhängen werden.“

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Manche Beobachter argwöhnen schon, daß der Ostblock sich bis auf 100 Milliarden Dollar verschulden will, um dann zu erklären, daß eine Rückzahlung der Schulden – leider – mit Rücksicht auf die schlechte wirtschaftliche Lage nicht möglich sei. Die Folge wäre der Zusammenbruch des gesamten westlichen Banksystems, eine nachfolgende Wirtschaftskatastrophe wie nach dem „schwarzen Freitag“ 1929, und der beste Nährboden für Aufruhr und Revolution in allen westlichen Ländern.

Daß der Frieden sicherer werden würde, ist also eine unverschämte Lüge gewesen, und bezeichnenderweise spricht auch in der SPD heute keiner mehr davon, daß durch die Ostverträge der Frieden sicherer geworden sei. Es konnte auch gar nicht anders sein: die Respektierung der gegenwärtigen Grenzen im Osten, das praktische Abschreiben von 1/4 Deutschlands (juristisch gehört Ostdeutschland immerhin auch heute noch uns), mußte von den Kommunisten als Schwächezeichen ausgelegt werden, als Beispiel für den Verfall das Kapitalismus. Deswegen ist der Verfall des Einflusses, den die Bundesrepublik weltweit in den letzten 10 Jahren erlebt hat, nur konsequent: Wer seine Rechte nicht wahrt, hat keine. Bismarck hat für das Preußen von 1850 festgestellt: „Der Grundirrtum der damaligen preußischen Politik war der, daß man glaubte, Erfolge, die nur durch Kampf oder Bereitschaft dazu gewonnen werden konnten, würden durch publizistische, parlamentarische und diplomatische Heucheleien“ sich erreichen lassen. „Man nannte das später ‚moralische‘ Eroberungen: es war die Hoffnung, daß andere für uns tun würden, was wir selbst nicht wagten.“ Diese schwächliche Politik hat uns in die schwierigste Lage seit Bestehen der Bundesrepublik gebracht.

Und da ist hier auch ein warnendes Wort gegenüber dem auch in nationalen Kreisen modisch aufgeflackerten Antiamerikanismus zu sagen: Die Amerikaner sind vielen von uns wegen mancher Umstände, nicht zuletzt deswegen, weil sie für Kulturverfall hier und den Verlust zweier Weltkriege durch uns erheblich mitverantwortlich sind, nicht sympathisch. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß „die Amerikaner“ 1941 mit einer 90%igen Mehrheit gegen einen Krieg gegen Deutschland waren – die herrschende Clique hat sie da hineingetrieben. Dies wird bei der Kritik an „den“

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Amerikanern oftmals nicht gesehen. In Amerika ist aber das Nationalgefühl unter Reagan stark erwacht; gerade unter den Nationalisten gibt es zunehmend mehr Stimmen, die sagen: laßt die meckernden Europäer doch allein ihre Verteidigung machen. Die Nationalen, die lautstark gegen Russen und Amerikaner polemisieren, sollten sich einmal das Beispiel der Polen 1939 ansehen: auch die meinten großspurig, die damaligen Großmächte Deutschland und Rußland gleichermaßen vor das Schienbein treten zu können. Die Quittung wurde ihnen in 14 Tagen präsentiert. Wir sind heute in keiner stärkeren Rüstungslage gegenüber der Sowjetunion, wie die Polen 1939. Unfreundlichkeit und Genörgel kann man sich leisten, wenn man stark ist. Die Bundesrepublik hat diese Stärke nicht, und 3 Tage, nachdem der letzte amerikanische Soldat seine Kaserne in der Bundesrepublik verlassen hat, legt sich der erste russische Soldat auf die leergewordene Pritsche. Voraussetzung für eine eigenständige, blockfreie Politik ist unsere eigene Stärke, im Zusammenhalt als Volk, in der Wirtschaft, bei der militärischen Rüstung.

Sorgen wir dafür, daß wir so stark wie möglich werden – dann können wir so schalten und walten, wie wir es wollen!

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Nr. 29

Es ist eine Lüge, daß Adolf Hitler mit der Eroberung Stalingrads den deutschen Truppen ein unerreichbares Ziel gesetzt hätte, infolge seiner Fehlentscheidungen eine Einschließung ermöglichte und den Ausbruch der 6. Armee verbot, für den Untergang der Armee die Verantwortung trägt und diesen Untergang nur deswegen nicht verhinderte, weil er aus Prestigegründen Stalingrad nicht wieder aufgeben wollte, und schließlich die Leiden der deutschen Soldaten vergrößerte, weil er sie nicht früher kapitulieren ließ.

Es ist die Wahrheit, daß alles dieses ein Lügengewebe ist, gewoben von ehemaligen Generälen, „Zeitgeschichtlern“, „Vergangenheitsbewältigern“ und ähnlichen Subjekten. Demgegenüber bricht sich jetzt langsam die Wahrheit Bahn. Der erste – noch nicht beachtet – war Friedrich Lenz mit seinem Buch: „Stalingrad – der ‚verlorene‘ Sieg“ (1956). Er wies schon nach, daß Heusinger Gespräche erfand, Zeitzier log, von Manstein in „Verlorene Siege“ die Unwahrheit sagte. Dann zeigte der Bundeswehr-Oberstleutnant Hans-Heinrich Wilhelm, daß Gehlen Hitler vollständig falsch über die sowjetischen Absichten unterrichtet hatte. David Irving berücksichtigte in „Hitler und seine Feldherren“ das Buch von Lenz zwar nicht, weist aber nach, daß die veröffentlichte Fassung des Kriegstagebuches des OKW in puncto Stalingrad nach dem Krieg gefälscht worden ist (z.B. S. 445), und Manfred Kehrig widerlegte mit seinem Stalingrad-Buch weitere Legenden. Daraus ergibt sich unter Umkehr aller bisheriger Thesen, daß nicht die deutsche Generalität, sondern Adolf Hitler vor den in Stalingrad lauernden Gefahren gewarnt hat. Doch wie kam es erst zu der Gefahr?

1. Die deutsche Operation wurde in den Süden der Ostfront gelegt, weil durch die Eroberung der kaukasischen Ölfelder einerseits für Deutschland das knapp werdende Öl zur Kriegsführung benötigt wurde, andererseits durch Entziehung dieses Öls der Feind bewegungsunfähig gemacht werden sollte. Stalingrad war also nicht Hauptstoßrichtung, und Generaloberst v. Kleist bestätigte dem englischen Militärhistoriker Liddel Hart: „Die Eroberung von Stalingrad war der Hauptaufgabe untergeordnet. Die Stadt hatte nur Bedeutung als der geeignete Platz, an dem wir in der

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Enge zwischen Don und Wolga einen Angriff gegen unsere Flanke durch russische Kräfte aus dem Osten aufhalten konnten.“ Hinzu kam, daß durch eine Eroberung Stalingrads der Schiffsverkehr auf der Wolga unterbrochen werden konnte. Bis Ende 1942 hatten die Russen 25.000 Panzer produziert, wobei ein erheblicher Anteil durch das Stalingrader Traktorenwerk gebaut worden war. Neben einer Geschützfabrik waren noch weitere 1.500 kriegswichtige Fabriken in der Stadt. Daß Adolf Hitler deswegen, weil diese Stadt Stalins Namen trug, ihre Eroberung befohlen hätte, ist also die erste Lüge.

Und selbst wenn dies eine Rolle mitgespielt hätte: Es wäre propagandistisch gegenüber zum Überlaufen neigenden Russen sicherlich nicht unwichtig gewesen, wenn Stalin nicht einmal mehr in der Lage war, die nach ihm benannte Stadt mit seinen Truppen zu verteidigen. Daß die Gefahr für das Öl und die propagandistische Niederlage für den Kommunismus durch die Sowjets seinerzeit klar erkannt wurde, hat Lenz durch Beibringung entsprechender Zitate schon nachgewiesen.

2. Angesichts der langen Flanken und einer bekanntgewordenen Karte aus dem russischen Bürgerkrieg sah Hitler die Gefahr eines Flankenvorstoßes voraus. Das Kriegstagebuch des OKW berichtet unter dem 16. August 1942: „Der Führer ist in Sorge, daß Stalin den russischen ‚Standard-Angriff‘ von 1920 wiederholen könnte, nämlich einen Angriff über den Don etwa bei und oberhalb Serofimowitsch in der Stoßrichtung auf Rostow, wie ihn die Bolschewiken im Jahre 1920 gegen die weißrussische Armee des Generals Wrangel unternommen und mit größtem Erfolg durchgeführt haben. Er fürchtet, daß die an diesem Don-Abschnitt sichernde italienische 8. Armee einem solchen Angriff nicht standhalten würde, und dringt daher von neuem darauf, daß die 22. Panzer-Division schleunigst zur Auffrischung hinter die italienische 8. Armee gelegt wird “ Schon am 12. August hatte er gewünscht, daß bei der Heeresgruppe B „sofort“ deutsche schwere Artillerie und Panzerabwehr sowie ein Generalkommando mit zwei Divisionen hinter den ungarischen Sicherungsabschnitt am Don gelegt würden. Doch es passiert nichts, da Adolf Hitler mit seiner Ansicht fast allein stand. Am 22. August befiehlt ausweislich des KTB „der Führer

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von neuem“, daß die 22. Pz.-Division hinter der italienischen Front einzusetzen sei, am 27.8.1942 heißt es: „Der Führer sieht die entscheidende Gefahr bei der italienischen 8. Armee, der nunmehr zwei deutsche Divisionen zugeführt werden sollen“, am 9. September fordert Hitler, daß die Don-Front so stark wie möglich ausgebaut und vermint werden soll, doch am 16. September ist immer noch nichts passiert: nunmehr zum dritten Male befiehlt Hitler, daß die 22. Panzer-Division (und zusätzlich die 113. Infanterie-Division) hinter den italienischen Abschnitt verlegt werden. Seine Befürchtungen werden nicht ernst genommen, seine Befehle ignoriert. Die 22. Panzer-Div. wurde aber schließlich verlegt, nicht aber die 113. Infanterie-Division. Auch auf Hitlers erneut vorgetragene Befürchtung am 16. Oktober hinsichtlich eines russischen Großangriffs dort am Don und die Forderung, daß allen verbündeten Armeen Luftwaffenfelddivisionen als „Korsettstangen“ eingesetzt werden sollen, wurde nichts veranlaßt. Am 19. November brachen die Russen bei der 3. rumänischen Armee durch; den Panzern der 22. Panzerdivision versperrten fliehende Rumänen-Panzer den Weg; zudem wurde die Division schlecht geführt. Am 20. November durchstießen die Russen im Süden von Stalingrad bei drei rumänischen Divisionen, die fast ohne Kampf ihre Waffen liegenließen und flüchteten, die Front. Am 16. Dezember geschah wiederum das, was Hitler befürchtet hatte: die Russen griffen die Italiener bei der Don-Front an.

Als Graf Ciano am 18.12.1942 zu einem Besuch in der Wolfsschanze erschien, wurde einem Mitglied seiner Delegation auf die Frage, ob die italienische 8. Armee schwere Verluste erlitten hätte, eisig geantwortet: „Überhaupt keine. Sie hat überhaupt nicht aufgehört zu laufen.“ Doch während die beiden Durchbrüche bei den Rumänen zum Stalingrader Kessel führten, gelang es den deutschen Truppen hinter der italienischen Front, den russischen Angriff zum Stehen zu bringen; bis zum 27. Dezember wurde sogar in Gegenangriffen das russische 14. Panzer-Korps eingeschlossen und vernichtet.

Hitler hatte sich nicht durch Gehlen überzeugen lassen, der immer wieder davon sprach, alle Meldungen deuteten auf einen Angriff bei der Heeresgruppe Mitte. Kehrig schreibt hinsichtlich der Don-

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Front: „Gehlens Abteilung und der ganze Generalstab waren emsig bemüht, Hitler zu demonstrieren, wie unbegründet seine Befürchtungen waren.“ Gegen eine nicht ernst genommene Gefahr tut man natürlich nicht genug. Festzuhalten bleibt: Die Lüge, Hitler habe die Stalingradkämpfer leichtfertig in die Falle geraten lassen, ist widerlegt. Es wurden nur seine Befehle zur Stützung der Front nicht befolgt.

3. Am 21. November war die 6. Armee eingeschlossen. Hätte sie sofort ausbrechen sollen? Ihr Oberbefehlshaber Paulus erbat am 24. November die Ausbruchgenehmigung, die ihm durch Hitler nicht erteilt wurde. Aber Paulus hatte bereits am 22.11.42 gemeldet: „Betriebsstoff bald aufgebraucht.“

Schwere Waffen und Fahrzeuge hätten also zurückgelassen werden müssen, die sicheren und Schutz bietenden Häuserruinen hätten verlassen und einem Feindangriff auf offener Steppe ohne schwere Waffen begegnet werden müssen. Hitler wollte nicht Trümmer retten, sondern eine operationsfähige Armee. Hinzu kam, daß v. Richthofen sich am 16. November in sein Privattagebuch notiert hatte, daß „Führer und Kämpfer bei Stalingrad so unlustig sind, daß nur durch Einführung eines neuen Geistes etwas erreicht werden kann.“ Er schlug dem OKH vor, „die an sich bewährten Führer für einige Zeit zu beurlauben und durch ganz andere vertreten zu lassen.“ Dieser Eindruck war richtig. Die 6. Armee hatte sich unter Generalfeldmarschall v. Reichenau von Sieg zu Sieg gekämpft, und Hitler hatte ihm gesagt, mit seiner Armee könne er den Himmel stürmen. Doch v. Reichenau war viel zu früh gestorben, und sein Stabschef Paulus wurde sein Nachfolger. Dieser aber war gegenüber dem ungestümen Reichenau übergroß gewissenhaft, was ihn nur schwer entscheidende Entschlüsse fassen ließ – so der Historiker Görlitz. Göring erklärte am 15.2.43 gegenüber General Keller: „Paulus ist zu weich, hat keine Festung aus diesem Stalingrad gemacht.“ Und deshalb wurde Paulus Meinung über die Lage nach v. Richthofens Einschätzung der Generalität der 6. Armee nicht ganz für voll genommen – zurecht. Paulus meldete am 22.11. 1942 über Funk, daß seine Vorräte an Treibstoff, Munition und Verpflegung in Kürze erschöpft sein würden; das Brennmaterial reiche noch für 6 Tage. Tatsächlich hielt sich

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die Armee dann noch über 2 Monate. Kennzeichnend für Paulus war, daß er die Kapitulationsforderung der Sowjets vom 8. Januar 1943 nicht sofort ablehnte, sondern erst im Führerhauptquartier anfragte, wie er sich verhalten solle.

Gegenüber dieser pessimistischen Sicht, die zunächst überhaupt nicht gerechtfertigt war, setzte Hitler darauf, kurzfristig die 6. Armee aus der Luft zu versorgen, bis sie von außen befreit werden würde. Am 21.11.1942 hatte die 6. Armee dies laut v. Richthofens Privattagebuch selbst noch für möglich gehalten. „Die 6. Armee sieht ihre takt. Lage nicht ungünstig an, wenn sie täglich 300 cbm Betriebsstoff und 30 to Panzermunition bekommt. Verpflegung soll für einen Monat ausreichen.“ Entgegen v. Mansteins Behauptung, er sei von Anfang an für den Ausbruch gewesen und habe nie Gegenteiliges Paulus mitgeteilt, ließ er am 24.11.1942 an Paulus funken: „Wir werden alles tun, Sie herauszuhauen.“ Und am 29.11.1942 vermerkt das Lagebesprechungs-Protokoll: „Beurteilung der Lage durch Gfm. von Manstein, kommt zum gleichen Ergebnis wie Führer.“ (Auch dies ist ein Satz, der in der veröffentlichten Fassung nach 1945 durch Greiner weggelassen wurde). Zu diesem Optimismus ist zu sagen, daß im vorangegangenen Winter monatelang hunderttausend Mann im Kessel von Demjansk aus der Luft versorgt worden waren, bis sie durch eine Entsatzarmee befreit werden konnten. Auch für v. Manstein wurden neue Divisionen herangeführt, die den Entsatzangriff führen sollten. Warum sollte bis dahin die Luftversorgung im Kessel von Stalingrad nicht möglich sein? Wie Irving schreibt, hielten auch andere Offiziere in der Luftwaffe neben Göring dies nicht für eine unlösbare Aufgabe.

4. Diese Befreiung von außen wäre fast geglückt! Hitler ließ v. Manstein hierzu völlig freie Hand. Die 6. Panzer-Division wurde herangeführt. Sie war die wohl kampfkräftigste Division des deutschen Heeres mit 160 Panzern, 42 Sturmgeschützen und 20 schweren Panzerspähwagen. Sie war hervorragend von Ostfrontkämpfern im verbundenen Kampf, Nachtgefecht, usw. ausgebildet worden. Sie traf am 5.12. mit Eisenbahntransport bei Kotelnikow ein, trat aus dem Ausladen heraus an und vernichtete an diesem Tag sofort 2 sowjetische Divisionen mit 56 Panzern. Statt diesen Sieg auszunutzen und entlang der Bahnlinie nach Stalingrad weiterzumar-

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schieren, nützte v. Manstein nicht die freie Hand, die durch den Sieg gewonnen war, sondern ließ die Division bis zum 12. Dezember warten, bis die 23. Panzer-Division heran war. Angesichts des vorherigen Erfolges hätte auf diese zusätzlichen 30 Panzer aber auch verzichtet werden können – es war ja ein Wettlauf mit der Zeit! Die 6. Panzer-Division trennte noch 120 km vom Kessel. Schon in den ersten 24 Stunden wurden 47 km dieser Strecke durch die 6. Pz.-Division zurückgelegt, der Ort Werchne-Kumsk in einem kühnen Nachtgefecht genommen. Um diesen Ort gab es dann allerdings mehrere Tage lang Kämpfe; er konnte endgültig erst am 19.12. nach Hinzuführung der 17. Panzer-Division genommen werden. Das Verbeißen in diesen festungsmäßig gesicherten Ort bei einer Kampfführung, für die der Division die Grenadiere fehlten, war ein Fehler, da dadurch viel Blut und Material verloren ging. Das LVII. Panzer-Korps wollte an diesem Ort deshalb auch vorbeistoßen, aber von Manstein forderte den Angriff hier in Abweichung von dem direkten und kürzesten Weg nach Stalingrad. Doch auch diese Verzögerungen hemmten den Sturmlauf nicht: Am 23.12. stand die zur Entsatzarmee Hoth gehörende 6. Panzer-Division 48 km vor dem Kessel. Sie sollte am 24. Dezember befehlsgemäß 33 km zurücklegen, wobei sie hoffte, sich noch an diesem Tage mit der eingeschlossenen Besatzung, die einige km entgegenkommen könnte, zu vereinigen. Doch Manstein hob diesen Befehl am 23. durch einen weiteren auf, der die Herauslösung der 6. Panzer-Division aus diesem Abschnitt und die Verlegung um 160 km hinter die Durchbruchstelle bei der italienischen Armee vorsah. Ein Schrei des Entsetzens ging durch die ganze Stoßgruppe – sie fühlten, daß sie es schaffen würden, und sahen, daß hiermit die letzte Chance für die Stalingrad-Kämpfer aufgegeben wurde. Es waren vor ihnen nur noch wenige Russenpanzer und die durch die vorherigen Angriffe zermürbte russische Infanterie. Ferner zeigte sich, daß der Durchbruch bei den Italienern auch ohne die Herauslösung der 6. Panzer-Division abgeriegelt werden konnte. Mit der Verlegung der 6. Panzer-Division schrieb v. Manstein nicht nur die Stalingrad-Kämpfer ab, sondern brachte auch die Entsatzverbände in höchste Gefahr: Die Folge der Wegnahme war, daß die Entsatzarmee Hoth, um ihren weitaus stärk-

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sten Verband geschwächt, in wenigen Tagen zusammenbrach und bis zum 31. Dezember um 150 km nach Simowniki zurückgeworfen wurde. Generaloberst Mauss, der Kommandeur der 6. Panzer-Division, bekannte später, daß er sich wochenlang Gewissensbisse gemacht habe, weil er Mansteins Befehl zur Verlegung überhaupt befolgte, statt entgegen dem Befehl nach Stalingrad durchzubrechen und sich mit der 6. Armee zu vereinigen.

5. v. Manstein hatte anscheinend die Hoffnung auf Entsatz bereits am 21.12.1942 aufgegeben. An diesem Tage meldete er ins Führerhauptquartier, daß die Entsatzoffensive nicht imstande sei, Hilfe näher an Stalingrad heranzuführen; am 20.12.42 war gemeldet worden, daß die 6. Armee selbst nur höchstens 30 km zurücklegen könne. Im Kriegstagebuch des OKW heißt es dann wörtlich: „Der Führer hat den Gedanken, Stalingrad aufzugeben, fallen lassen; die 6. Armee kann in Anbetracht ihres gegenwärtigen Zustands bei einem Durchbruch höchstens 30 km vorwärtskommen, daher darf sie nicht vorzeitig ausbrechen.“ Daraus ist klar ersichtlich daß Hitler 1. durchaus den Durchbruch auch unter Aufgabe von Stalingrad wollte; 2. davon nicht aus Prestigegründen, sondern wegen der mangelhaften Beweglichkeit der 6. Armee absah, und 3. bei veränderten Verhältnissen durchaus den Ausbruch billigte („nicht vorzeitig“). Selbst Paulus bezeichnete „Donnerschlag“, den Ausbruch der ganzen Armee, angesichts der Entkräftung und Unbeweglichkeit seiner Truppen laut Irving (S. 455) als „Katastrophenlösung.“

Möglich war aber nach wie vor die gegenseitige Verbindungsaufnahme, um dem Kessel neue Kräfte und Versorgung zuzuführen. Entgegen Mansteins Auffassung meisterte die Entsatzarmee die durch Gegenangriffe entstandene Lage ohne Hinzuführung neuer Kräfte, gewann weiter Raum, und stand am 23.12.1942 zur Fortsetzung des Angriffs bereit. Die Entsatzarmee stand nur noch 10 km von Jerik Krepinski entfernt, dem Ort, wo sich die Vereinigung mit der 6. Armee nach dem von der Heeresgruppe am 1.12.42 herausgegebenen Befehl „Wintergewitter“ vollziehen sollte und hätte vollziehen können, wenn v. Manstein den Durchbruchsbefehl gegeben hätte. Aber dieser Durchbruchsbefehl kam nicht, obwohl die 6. Armee auf ihn wartete. v. Manstein will zwar am 19.12.42

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einen Befehl abgesetzt haben, der aber bei der 6. Armee nie eingetroffen ist und dessen Empfang sich v. Manstein nicht bestätigen ließ. Im übrigen steht in diesem Befehl nur, daß die 6. Armee „baldmöglichst“ zum Angriff „Wintergewitter“ (dem Durchbruch und Herstellung der Landbrücke mit der Entsatzarmee) antreten sollte. Die 6. Armee solle Angriffstag und Zeit melden.

Selbst wenn die 6. Armee den Befehl bekommen hätte – sie hatte abgeschnitten im Kessel keinen Überblick über die Lage, wußte nicht, wie die Dinge bei der Entsatzarmee standen, und konnte deshalb überhaupt nicht selbständig entscheiden, wann zum Durch bruchsangriff angetreten werden sollte.

Wenn v. Manstein an diesem Tag den Durchbruch befohlen hätte, und sich dementsprechend die Verbände im Kessel gruppiert hätten, wofür mit 5 Tagen gerechnet wurde, hätte am 24.12. zum Durchbruch angetreten werden können, und die Vereinigung mit der gleichzeitig vordringenden Entsatzarmee Hoth wäre erfolgt! Am 19.12.42 hatte die 6. Armee die höchste tägliche Luftversorgung mit 290 to Nachschubgut, meist Benzin.

6. Die Verantwortung an der Tragödie Stalingrad trifft also vornehmlich v. Manstein. Nicht umsonst behauptet er an zwei Stellen seines Buches, Adolf Hitler habe ihm gegenüber im Gespräch die Verantwortung für Stalingrad übernommen – was aufgrund anderer nachgewiesener Falschmeldungen v. Mansteins in diesem Zusammenhang unzutreffend sein dürfte. So behauptet er wahrheitswidrig, die 6. Armee habe seinem Befehl nicht unterstanden, bestimmte benötigte Verbände um Entsatz auch nicht. v. Manstein war auch der erste, der – ohne dies gegenüber Hitler zuzugeben – die 6. Armee abgeschrieben hat. So mußte die rechte Hand des Oberquartiermeisters der 6. Armee, der zu Manstein ausgeflogen wurde, Günter Toepke, am 31.12.42 erfahren, daß das Versorgungsgut der 6. Armee außerhalb des Kessels zur Versorgung des Frontabschnittes am Tschir verwendet wurde, daß v. Manstein ihm am 11.1.43 den Einflug nach Stalingrad mit der Begründung verbot: „Sie haben hier zu viel Einblick bekommen“, daß v. Manstein von Paulus angeforderte kampfkräftige Bataillone nicht in den Kessel schickte, daß Funksprüche in den Kessel gingen, die die wahre Lage völlig verschleierten und einen Entsetzungsversuch vortäu-

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schten, der gar nicht vorbereitet wurde. Der Fernseh-Kommentator zur Deutschen Wochenschau vom 14.1.1943 behauptete, Hitler habe zu diesem Zeitpunkt die 6. Armee längst abgeschrieben gehabt. Eine weitere Lüge – denn während v. Manstein sie längst aufgegeben hatte, unternahm Hitler durch Sondervollmachten an Milch am 15.1.1943 noch einen verzweifelten Versuch, durch Steigerung der Luftversorgung – die auch erfolgte – die 6. Armee zu stärken.

7. Warum verhielt sich v. Manstein so? Dies mag einmal in seiner Persönlichkeit begründet sein. Er wollte und konnte operieren mit friedensmäßig ausgerüsteten Verbänden; für ihn zählte nur die Zahl. Dinge, wie den Heldenmut der Kämpfer der 6. Panzer-Division, die die ehrenvolle Aufgabe vor sich sahen, die Kameraden einer ganzen Armee zu befreien, oder die Kräfteverdoppelung, die der Ausbruchsangriff bei den Eingeschlossenen bewirken konnte, setzte er nicht in Rechnung. So hielt er ein weiteres Vorkommen am 20.12.42 nicht mehr für möglich, obwohl es dann anschließend doch erfolgte. Entlarvend dafür ist sein Zitat über den „entscheidenden Faktor, der Hitlers Führung bestimmte: Die Überschätzung der Macht des Willens. Seines Willens, der sich nur bis zum jüngsten Grenadier in die Gläubigkeit umzusetzen hätte, um die Richtigkeit seiner Befehle sicherzustellen.“ Gegenüber dieser Kleingläubigkeit hat Fichte bekannt: „Nicht die Gewalt der Armee, noch die Tüchtigkeit der Waffen, sondern die Kraft des Gemüts ist es, welche Siege erkämpft.“ Zu diesem Charakterzug kamen Führungsfehler, insbesondere der Abzug der 6. Panzer-Division, der Zerstreuung der Reserven (welchen Fehler auch Generalmajor Fuller in „Der zweite Weltkrieg 1939-1945“, S. 299 erkannte), dem Nichteinsatz der Gruppe Hollidt zu Ablenkungs- oder Scheinangriffen. v. Richthofen notierte in sein Tagebuch am 8.1.1943: „Manstein meines Erachtens völlig fertig, zittert am ganzen Körper, sieht uralt aus.“ Hatte er eingesehen, daß seine Fehler zur Vernichtung der 6. Armee führten? Oder steckt vielleicht noch mehr dahinter? Dies eröffnet einen Blick auf das düsterste Kapitel der deutschen Heeresgeschichte. Die Widerständler v. Tresckow und v. Schlabrendorff haben behauptet, v. Manstein habe ihnen eine Zusammenarbeit nach der Einnahme von Sewastopol zugesagt. v. Manstein gibt zwar zu, daß ihn „ein enges Vertrauens-, ich

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möchte beinahe sagen Freundschaftsverhältnis“ zu v. Tresckow verbunden habe, behauptete aber, er habe Fühlungsversuche der Widerständler im Kriege nicht erkannt und habe auch keine Zusage gemacht, sich an der Beseitigung Hitlers zu beteiligen. Die Verschwörer des 20. Juli haben sich aber generell sehr offen gegenüber ihren Kameraden ausgedrückt, da sie wußten, daß aufgrund des Ehrenkodex und der dort herrschenden konservativen, nicht nationalsozialistischen Einstellung heraus offene Gespräche nicht gemeldet werden würden. Die Aussage Mansteins ist also nicht glaubhaft, und an anderer Stelle sagt er selbst, Hitler habe keine Treue verdient. Bei seiner Posener Rede vor Gauleitern nach dem 20. Juli äußerte Himmler schärfste Kritik an v. Manstein, der höchstausgebildete Spezialisten der Leibstandarte, Instandsetzungsdienste, Waffenwarte, Panzerbesatzungen zu Infanterie-Bataillonen zusammenfaßte und sie solange nicht herauszog, bis nicht das letzte Bataillon aus den technischen Diensten, aus den Panzerleuten gefallen gewesen sei, weshalb es auch zu den überdurchschnittlich hohen Verlusten gekommen sei, und sprach davon, „daß bei manchem Böswilligen nur die Absicht bestand, diese unangenehme Truppe zu schlachten und aus dem Weg zu räumen für eine etwaige zukünftige Entwicklung.“ Und Dr. Goebbels hält in seinem Tagebuch am 3.11.1943 fest, daß von v. Manstein seit Wochen ein Fernschreiben nach dem anderen komme, er müsse zurück, und zwischen jeder Zeile zu lesen stünde: „Ich will zurück: Denn das ist nicht mein Krieg, sondern dein Krieg. Da siehst du mal, wie weit du mit deinem viel gerühmten Feldherrngenie kommst. Und statt wie wir alle jeden Meter verlorenen Bodens zu beklagen, lachen sie sich ins Fäustchen. Da siehst du mal, was an deiner Feldherrnkunst dran ist, du lächerlicher Gefreiter.- Sie haben es ihm nie verziehen, daß er, der Gefreite, sie, die Generale, in den Schatten stellte, daß er fast ganz Europa in einer Kette unvergleichlich kühner und erfolgreicher Operationen eroberte. Denn die revolutionären Ideen, die eben diese einmaligen Erfolge unserer Wehrmacht ermöglichten, die Motorisierung, die taktische Zusammenarbeit zwischen Heer und Luftwaffe, die Taktik des blitzschnellen Panzervorstoßes, die eine nach dem vorigen Weltkrieg nicht mehr für möglich gehaltene Umwälzung der Kriegfüh-

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rung bewirkten, sie sind das unbestrittene Eigentum des Führers. ... Unsere Generalität will Niederlagen. Ich sage nicht die Niederlage, denn für so verblendet halte ich sie nun doch nicht. Sie müßten wissen, daß mit uns auch sie an die Galgen kommen, die die Sieger nach einer Niederlage in Deutschland aufrichten werden. Aber sie wollen das Feldherrentalent des Führers widerlegen und hoffen, sich durch seine Mißerfolge selbst wieder zu Bedeutung und Macht zu bringen.“

Dr. Goebbels hatte intuitiv die Wahrheit erkannt – nur daß bei einigen Generälen auch die totale Niederlage gewollt war. v. Schlabrendorff, einer der Verschwörer, schreibt in seinem Buch „Offiziere gegen Hitler“ die entlarvenden Sätze: „Diesen Erfolg Hitler unter allen Umständen und mit allen Mitteln zu verhindern, auch auf Kosten einer schweren Niederlage des Dritten Reiches, war unsere dringlichste Aufgabe.“ General Fellgiebel von den Nachrichtentruppen gehörte zu ihnen, und die Sowjets erfuhren – oftmals noch vor den Frontbefehlshabern – die geheimsten Befehle für Angriff und Verteidigung. Generaloberst Halder, der Chef des Generalstabes des Heeres, hatte nach Gisevius erkannt, daß jeder Staatsstreich eine neue Festigung „des braunen Systems“ bewirken würde, wofür nicht zuletzt die Soldaten bürgten, denn sie bejubelten ihn als ihren Heros. Nur im Falle eines weithin sichtbaren Rückschlages dürfte man damit rechnen, daß sich die Wehrmacht zu einer beherzten Säuberungsaktion mitreißen lasse. Wenn ein solcher nicht eintrat, mußte er eben organisiert werden. Auch sein Vorgänger, der Widerständler Beck, äußerte sich nach der Kesselschlacht von Kalatsch dahingehend, daß die „Siege nur kriegsverlängernd wirkten.“ Gisevius sagte in Nürnberg aus, daß ihm Beck 1943 auf seine Frage, ob und für welche Zeit man den Putsch beabsichtigte, erklärt habe, daß ein solcher nicht mehr notwendig sei, denn man verfüge jetzt über genügend Vertrauensleute in Kommandostellen der Ostfront, daß man den Krieg bis zum Zusammenbruch des Regimes regulieren könne: Diese Vertrauensleute arrangierten z.B. Rückzüge ihrer Einheiten, ohne jeweils die Nachbareinheiten zu benachrichtigen, so daß die Sowjets in die so entstandenen Lücken einbrechen und die Front nach beiden Seiten aufrollen könnten. Diese Nachbareinheiten seien also auch zum Rückzug gezwungen oder würden in Gefangenschaft ge-

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raten. Ferner wurde Nachschub fehlgeleitet.

Alle diese Umstände sind auch bei der Stalingrad-Tragödie nachweisbar. So war auf dem beabsichtigten Weg nach Stalingrad durch dessen Kenntnis von den Sowjets ein beispielloses Festungskampffeld zwischen Wolga und Don entstanden, dessen Überwindung hohe Verluste kostete. Der Widerständler Generalquartiermeister Wagner, der schon im Winter 1941/42 für die Nichtbelieferung der Truppe mit Winterkleidung verantwortlich war, sorgte dafür, daß aller verfügbare Betriebsstoff an die Heeresgruppe List ging, damit sich die Armee Paulus nur langsam bewegen konnte, und später keine Reserven hatte. Und in Stalingrad selbst inszenierte der Widerständler v. Seydlitz das Becksche Rückzugskonzept. Ohne von den Russen angegriffen zu sein, nahm er ohne Unterrichtung seines Vorgesetzten und ohne Unterrichtung der Nachbareinheiten den linken Flügel seines Korps zurück, wobei er vorher noch angeblich „überflüssiges“ Gerät, Material, usw. vernichten ließ. Dadurch mußte auch die benachbarte 94. Infanterie-Division ihre befestigten festen Stellungen räumen. Im freien Steppengelände ohne jede Deckung wurden die zurückgehenden Grenadiere durch die die günstige Gelegenheit ausnutzenden Russen pausenlos angegriffen und erlitten hohe Verluste, wie Toepke berichtet. Seydlitz hatte schon vorher zu denen gehört, die beständig Sand in das Getriebe der Wehrmacht streuten. Beispielsweise hatte er schon vorher den besonders befähigten Truppenführer General Lieb, der sich im Tscherkassy-Kessel das Eichenlaub durch seine umsichtige Führung verdiente, auf dem Posten eines Stadtkommandanten von Frankfurt auf Eis gelegt. Nach seiner Gefangennahme wurde er Vorsitzender des von den Sowjets aufgezogenen „Bundes deutscher Offiziere“ und forderte in Kenntnis der Tatsache, daß in den sowjetischen Gefangenenlagern die deutschen Soldaten in Massen zugrundegingen, in Flugblättern zur Desertion auf.

Und Seydlitz war nicht der einzige hohe Offizier, der im Kampf um Stalingrad als Widerständler eine verhängnisvolle Rolle spielte. Die Verschwörer hatten die Neigung, nicht auf ihrer Linie liegende Offiziere aus ihrem Umkreis zu entfernen. Demzufolge zeichnet der gewiß unverdächtige Graf Einsiedel, der später selbst zum „Nationalkomitee freies Deutschland“ gehörte, in seinem

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„Tagebuch der Versuchung“ folgenden Einzug der gefangen genommenen Generäle in das Gefangenenlager: „Dort bietet sich mir ein Anblick, der gespenstisch und grotesk zugleich ist – die Generale beim Einzug in ihre Quartiere. Blitzende Monokel und Orden, Pelzmäntel und Spazierstöcke, leuchtend rote Generalsaufschläge und wunderbare, mit Leder abgesetzte Filzstiefel, energische Gesten, weitausholende Handbewegungen, strahlendes Lachen. Und nur selten in diesem bunten und eleganten Bild ein grauer Fleck: die gebeugte Gestalt eines der alten Lagerinsassen in zerlumpten russischen Wattejacken oder zerfetzten deutschen Uniformen, anstelle des Schuhwerks Lappen mit Bindfäden um die Füße gewickelt – das ausgemergelte, leblose Gesicht ständig zum Boden gesenkt.“ Die 6. Armee ist vernichtet, ihre Untergebenen sind elendig zugrundegegangen oder gehen noch zugrunde – und dann „strahlendes Lachen.“ Wer angesichts dieser Situation strahlend lacht, der hat diese Situation gewollt. v. Seydlitz war sicherlich nicht der einzige Verschwörer im Kessel.

Und auch außerhalb saßen sie und wirkten an der Niederlage mit, wenngleich deshalb, weil sie wie Pech und Schwefel zusammenhielten – so der frühere Chef des Personalamtes –, längst nicht alle Namen bekannt sind. Immerhin gehört Oberst Schulze-Buettger, der nach dem 20. Juli 1944 hingerichtet wurde, und Oberleutnant Stahlberg, beides Stabsoffiziere in Mansteins Heeresgruppe Don, sicher zu den Verschwörern, ebenso wie der nach dem 20. Juli 1944 hingerichtete Oberst Finkh. Finkh war Oberquartiermeister der Heeresgruppe Don, also für den gesamten Nachschub zuständig. Funksprüche von Toepke, der von Paulus aus dem Kessel ausgeflogen worden war, um ihn über die Lage zu unterrichten, fälschte Finkh, angeblich, um die Leute im Kessel zu „schonen.“ Auf die Frage Toepkes, warum der Ausbruch nicht zwischen dem 18. und 20. Dezember 1942 befohlen worden sei, zeigte sich Finkh als Gegner; die Vernichtung hätte ja auch noch in der Steppe erfolgen können. Zu einer Zeit, wo ständige Führung dringend erforderlich gewesen wäre, nämlich Anfang Januar 1943, verlegte der Stab der Heeresgruppe 100 km nach rückwärts. Toepke konnte beobachten, daß, obwohl jede Tonne Fahrzeugraum benötigt wurde, die Oberquartiermeisterabteilung von Finkh allein 500 to Fahrkolonnenraum belegte: Es wurden zahlreiche Möbeleinrichtungen mit

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Sesseln, Vitrinen, usw. für beinahe jeden Schreiber mitgenommen („Stalingrad, wie es wirklich war“, S.109). Gisevius berichtete unter Eid, daß die Widerständler Oberstleutnant Graf von der Schulenburg und General v. Tresckow ins Hauptquartier Manstein gefahren seien, es sei von den Widerständlern „Fühlung zu den Feldmarschällen im Osten“ – also auch v. Manstein – aufgenommen worden. Vielleicht beweist die Nervenverfassung, in der v. Richthofen Manstein am 8.1.43 vorfand, nicht die Erkenntnis eigener Führungsschwäche, sondern das Wissen, um eines Putsches willen eine ganze Armee bewußt zu opfern.

Und darum ging es den Verschwörern. Stalingrad sollte der „große Rückschlag“ werden, ohne den nach Halder jeder Staatsstreich zum Scheitern verurteilt war. Gisevius sagte unter Eid in Nürnberg aus, daß nach der Umklammerung der 6. Armee am 19. November 1942 ein Hochbetrieb im Kreis um Beck begann. Gisevius wurde aus der Schweiz zurückgerufen, und es wurde fieberhaft alles geplant, „um nunmehr wenigstens zu diesem Zeitpunkt einen Militärputsch zu organisieren“, „wo eben die Armee Paulus restlos besiegt kapitulieren mußte.“ Da es den Verschwörern nicht gelungen war, „die ‚siegreichen‘ Generale zu einem Putsch zu bewegen, versuchten wir, sie nunmehr wenigstens zum Putsch zu bewegen.“ Beck nahm mit den Feldmarschällen Kontakt auf, Fellgiebel legte eine Sondertelefonleitung aus dem Hauptquartier zum General Olbricht in das OKW, mit Feldmarschall v. Witzleben wurde eine feste Verabredung für die Auslösung eines Putsches im Westen getroffen, ferner mit dem Militärgouverneur von Belgien, Generaloberst von Falkenhausen, bestimmte Panzertruppen wurden um Berlin zusammengezogen. Gisevius führt alles dieses aus und sagt dann zurecht, daß „dieses Mal wirklich sehr viel vorbereitet war.“ Allerdings kamen die Dinge anders, indem – so Gisevius – „Feldmarschall Paulus kapitulierte, statt uns das Stichwort zu geben, daß abredegemäß dann Kluge auftreten sollte, um vom Osten den Putsch auszulösen.“ Die Widerständler hatten erwartet, daß Paulus vor seiner Kapitulation einen Aufruf an das deutsche Volk und an die Ostfront erlassen würde, in dem die Strategie Hitlers gebrandmarkt würde, und mit dieser Rückendeckung wollte man losschlagen. 300.000 Mann opfern, um einen Mann auszuschalten!

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Ein Mann, der als Gefreiter ihnen, den Generälen, die es ja schließlich gelernt hatten, vorgemacht hatte, wie moderne Schlachten zu schlagen seien. Und daß v. Manstein eingeweiht war, läßt sich nicht nur aus seinen taktischen Fehlern – wie dargestellt – schließen, nicht nur aus Gisevius Andeutungen, sondern auch aus seinem späteren Verhalten. Manstein wollte Hitler nach Stalingrad den Verzicht auf den Oberbefehl nahelegen – also genau das, wozu auch Kluge ihn mit seiner nach der Kapitulation von Paulus beabsichtigten Erklärung, er werde keine Befehle mehr von Hitler entgegennehmen, zwingen wollte. Immerhin schlug Manstein Hitler dann noch vor, wenigstens einen „Oberbefehlshaber Ost“ zu ernennen – wofür v. Manstein sich selbst als geeignet ansah. Hitler lehnte ab. Aber wenn es zum Leidwesen der Verschwörer auch nicht zum Putsch gekommen war – sie nutzten Stalingrad jetzt, um Zwietracht und Zweifel an Hitlers Führung im Offizierskorps zu säen. Göring sagte zu Goebbels laut dessen Eintragung im Tagebuch vom 2. März 1943: „Die Generalität setzt jetzt alles daran,, diese Vertrauenskrise auf den Führer abzuwälzen. Sie nimmt jetzt Rache für den Winter des vorigen Jahres, wo sie durch die Maßnahmen des Führers so ins Unrecht gesetzt wurde.“

8. Als zu sehen war, daß die 6. Armee nicht mehr entsetzt werden konnte, warum hat Hitler da die Kapitulation verboten? Aus Prestigegründen, sagt die Lügenpropaganda, und weil sie erst so spät kapitulieren konnten, gerieten die deutschen Soldaten nur geschwächt in Gefangenschaft und starben an Erschöpfung.

Nun, als am 22.1.43 der Feind zum zweitenmal Paulus zur Kapitulation aufforderte, wofür auch Manstein eintrat, verbot Hitler dies, wobei er erwiderte, daß die Russen sich an keine vereinbarten Bedingungen halten würden – als Gefangene würden die Soldaten nicht mehr lange leben, aber jeder Tag, an dem sie den Kampf fortsetzten, würde dazu beitragen, andere Frontabschnitte zu festigen.

Und beides war richtig. Bis Stalingrad hatte die deutsche Armee im Ostfeldzug 86.000 Mann als Vermißte verloren. Ein Teil von diesen war sicherlich gefallen, aber der größere Teil war in Gefangenschaft geraten. Bei der Rückeroberung mancher Gebiete hatten die Soldaten sehen können, was die Russen mit den Gefan-

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genen gemacht hatten: sie waren regelrecht abgeschlachtet worden« Selbst vor den Verwundeten in den Lazaretten hatten sie nicht halt gemacht. Als hoher britischer Besuch im Winter 1941/42 in Moskau war, wurden einige kriegsgefangene Deutsche vorgeführt; anschließend wurden sie an der Kremlmauer erschossen. Keiner der deutschen Soldaten, die bis Stalingrad in Gefangenschaft gerieten, hat den Krieg überlebt.

Und wie war es mit den Stalingrad-Kämpfern? Es heißt allgemein, daß 91.000 deutsche Soldaten in Gefangenschaft geraten seien. Diese Zahl ist falsch; es wurde unkritisch die sowjetische Angabe dazu übernommen. Die Sowjets haben anscheinend die von ihnen schon in den ersten Tagen umgebrachten nicht mitgezählt. Irving nennt 108.000 Gefangene, Lenz sagt, daß mindestens 125.000 in Gefangenschaft gerieten. In der Sendung „Europa unter dem Hakenkreuz“ hieß es in der Sendung über Stalingrad, daß 160.000 deutsche Soldaten dort gefallen seien – von 300.000, die im Kessel waren.

Von diesen weit über 100.000 Gefangenen überlebten 6.500. Die Gefangenen wurden, soweit sie nicht gleich erschossen wurden, durch den Schnee getrieben. Einige kamen am Hauptverbandsplatz der 295. Infanterie-Division vorbei, wo den Verwundeten mit Kolben die Schädel eingeschlagen worden waren. 120 Kilometer wurden die Gefangenen in fünf Tagen durch den Schnee getrieben; sie mußten neben einer Eisenbahnstrecke laufen, wo Leerzüge von Stalingrad wegfuhren, in denen man die Gefangenen ohne Schwierigkeiten hätte mitfahren lassen können. Nur einmal in den fünf Tagen bekamen die Gefangenen eine Handvoll Hirse. Wer liegenblieb, wurde erschossen. Die übriggebliebenen Mannschaften verschwanden in Vernichtungslagern. Nur die etwa 5.000 gefangenen Offiziere wurden besser behandelt, weil Stalin mit ihnen zur Wehrkraftzersetzung das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ aufbauen wollte (wobei er bei den weitaus meisten allerdings auf keine Gegenliebe stieß). Von den 6.500 Überlebenden waren deshalb 2.300 Offiziere.

Hitler hatte also das Schicksal der Gefangenen – was aufgrund der gemachten Erfahrungen nicht schwierig war – richtig voraus-

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gesehen. Solange die Armee nicht kapitulierte, erfüllte sie aber einen wichtigen Zweck: Sie band sowjetische Divisionen, die sonst den 700.000 Mann der Kaukasus-Heeresgruppe – wenn sie frei geworden wären – den Rückzug hätten abschneiden können. Noch am 22.1.1943 gab es erfolgreiche Gegenangriffe bei Woroponowo durch Einheiten der 6. Armee. Die Zahlen darüber, wieviele Kräfte gebunden wurden, schwanken; von mindestens 15 Divisionen (bei Moos) über 70 russische Divisionen und Brigaden (Irving, S.457) bis 107 sowjetische Verbände und 13 Heerespanzer-Regimenter (Gehlen). Übereinstimmung aber besteht darüber, daß ohne das Aushalten der 6. Armee die Soldaten der Kaukasus-Heeresgruppe dasselbe Schicksal wie die Stalingrad-Kämpfer erlitten hätten. Selbst Manstein gibt heute zu, daß das Ausharren richtig war, zur Bindung von Kräften. Die Soldaten der 6. Armee kämpften wie die 300 Spartaner unter ihrem König Leonidas beim Thermopylenpaß. Wie Leonidas Spartaner wußten sie, daß sie verloren waren, wie Leonidas Spartaner wußten sie aber auch, daß ihr Kampf den Vormarsch des Feindes verzögerte und damit für andere die Rettung bedeutete. Und der Verrat einiger Generäle darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß der deutsche Soldat und viele Offiziere ihrem Fahneneid getreu blieben.

Der Kommandeur der 371. Infanteriedivision, Generalmajor Stempel, erschoß sich am 26.1.1943. Der Kommandeur der 71. Infanteriedivision, Generalmajor von Hartmann, fiel am gleichen Tage, nachdem er, offen auf einem Bahndamm stehend, freihändig auf die angreifenden Russen geschossen hatte.

Die Männer der 6. Armee werden in der Geschichte für alle Zeiten bewundert und verehrt werden als die Vorposten Europas in seiner Sicherung gegen die Steppe. Ihre Helden fielen für alles, was uns lieb und teuer ist. Man wird unter den Menschen und Völkern nie mehr von Aufopferung unter den übermächtigsten Bedingungen und schweigendem Heroismus sprechen können, ohne dabei an die 6. deutsche Armee zu denken, die den Sturm aus Asien aufzuhalten suchte, wenigstens so lange, bis ihre Kameraden sich in neuen Bereitstellungen festgesetzt hatten. Als de Gaulle bei einem Staatsbesuch über die Schlachtfelder von Stalingrad geführt wurde, murmelte er: „Ein großes Volk.“ Und noch bevor ein Lächeln auf den sich geschmeichelt fühlenden Gesichtern seiner

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russischen Begleitung aufleuchtete, setzte er fort: „ – die Deutschen!“

Ziehen wir aber aus Stalingrad die Lehre, daß sich der täuscht, der meint, durch Paktieren mit dem Feind und Verrat eigene Interessen durchsetzen zu können!


Letzter Wehrmachtsbericht

9. Mai 1945

„Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Auf Befehl des Großadmirals hat die Wehrmacht den aussichtslos gewordenen Kampf eingestellt. Damit ist das fast sechsjährige heldenhafte Ringen zu Ende. Es hat uns große Siege, aber auch schwere Niederlagen gebracht. Die deutsche Wehrmacht ist am Ende einer gewaltigen Übermacht ehrenvoll erlegen.

Der deutsche Soldat hat, getreu seinem Eid, im höchsten Einsatz für sein Volk für immer Unvergeßliches geleistet. Die Heimat hat ihn bis zuletzt mit allen Kräften unterschwersten Opfern unterstützt.

Die einmalige Leistung von Front und Heimat wird in einem späteren gerechten Urteil der Geschichte ihre endgültige Würdigung finden. Den Leistungen und Opfern der deutschen Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft wird auch der Gegner die Achtung nicht versagen. Jeder Soldat kann deshalb die Waffe aufrecht und stolz aus der Hand legen und in den schwersten Stunden unserer Geschichte tapfer und zuversichtlich an die Arbeit gehen für das ewige Leben unseres Volkes.

Die Wehrmacht gedenkt in dieser schweren Stunde ihrer vor dem Feind gebliebenen Kameraden.

Die Toten verpflichten zu bedingungsloser Treue, zu Gehorsam und Disziplin gegenüber dem aus zahllosen Wunden blutenden Vaterland.“

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Nr. 30

Es ist eine Lüge, daß die Alliierten im zweiten Weltkrieg die Wahrheit verbreitet hätten.

Es ist die Wahrheit, daß sie in Wort, Bild und Schrift eine beispiellose Lügenkampagne aufgebaut haben. Sefton Delmer, Chefpropagandist der Engländer, schrieb rückschauend über seine Vorstellungen 1941: „Wer in dem damaligen Stadium des Krieges die Deutschen zu hitlerfeindlichen Gedanken und Handlungen veranlassen wollte, mußte sich des Mittels der Irreführung bedienen.“ Und dies tat er zur Genüge. Delmer über seine Taktik: „Ich war äußerst beeindruckt von der Art, wie Goebbels und seine Propagandaleute jeder Rangstufe es fertigbrachten, das deutsche Volk zu immer größeren Anstrengungen und Opfern anzuspornen. Wenn wir diese Leute in den Augen der deutschen Öffentlichkeit als eine korrupte, privilegierte Schicht hinstellen konnten, die von dem gemeinen Mann alles verlangte, selbst jedoch kein Opfer brachte, konnten wir vielleicht einen tödlichen Schlag gegen eine der Lebensadern der deutschen Kampfmoral führen. Und das war noch nicht alles. Wir lieferten dem Durchschnittsdeutschen damit eine glänzende Ausrede, um selbst im Pflichteifer nachzulassen. ‚Warum soll ich das auf mich nehmen‘, konnte er jetzt zu sich selber sagen, ‚wenn diese Nazischweine sich so aus der Affäre ziehen können?‘.“ Dementsprechend wurde gefälscht. Eine Nachricht über einen Empfang beim Gauleiter Grohé, den hinsichtlich Zeit, Ort und Teilnehmern der Propagandaausschuß mitgeteilt erhielt, wurde so gebracht – nur mit dem erfundenen Zusatz, daß es dort einen riesigen Kuchen in Form des Kölner Domes gegeben hätte. Es waren nämlich gerade die Zuckerrationen gekürzt worden, und da mußte solche Meldung besonders den kleinen Mann verbittern! Gezielt nach Delmers Devise: „‚Vor allem Genauigkeit‘! predigte ich meinen Leuten immer wieder. ‚Wir dürfen nie zufällig oder aus Schlamperei lügen, sondern immer nur bewußt und überlegt‘.“ Aber nicht nur Eßorgien wurden erfunden, auch Sexorgien. „Um die entsprechenden Fetischismen und Perversionen zusammenzubekommen, mußte ich eine regelrechte Suchaktion in den Werken der großen Autoritäten auf dem Gebiet der sexuellen Verirrungen, Dr. Magnus Hirschfeld, veranstalteten“ – bekennt Delmer. „Wir über-

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schütteten sie mit einer Brühe von Schmähungen und Verleumdungen, ebenso stinkend wie die, mit der sie selbst die Juden überschüttet hatten.“ Doch mit der persönlichen Verunglimpfung hörten die Leute um den „Soldatensender Calais“ nicht auf. Es wurde verbreitet, daß die Deutschen den eigenen Verwundeten „Todesspritzen“ verabfolgten, und diese anschließend der Wertgegenstände beraubt würden. Gleichzeitig taten Delmers Leute selbst alles, um die Verwundeten nicht genesen zu lassen, indem man Hemmungen bei Schwerverwundeten aufbaute, sich Bluttransfusionen geben zu lassen. „Es ist Ihnen vermutlich bekannt, Korporal, daß diese Schweine den Hauptteil ihrer Blutkonserven von russischen und polnischen Gefangenen bezogen haben.“ Dann folgte im Sender der Hinweis, daß die Blutkonserven von z.T. geschlechtskranken Spendern stammten. Der Soldatensender: „Unser wackerer Militärarzt machte diesen widerlichen Parteihengsten Meldung und verlangte die sofortige Vernichtung der Vorräte. Und was glauben Sie, hatten diese Menschen die Unverschämtheit zu antworten? ‚Geschlechtskrankheiten‘ erklärten sie, ‚sind durch Bluttransfusionen nicht übertragbar‘.“

Neben der Verunsicherung der Verwundeten noch eine zweite geplante Wirkung: Entzweiung zwischen Partei und Wehrmacht. „Ich tat mein Bestes“, bekennt Delmer, „um auf diesem Wege auch das älteste Ziel unserer psychologischen Kriegführung zu fördern:

Deutsche gegen Deutsche aufzuhetzen ... Die Wehrmacht ist gegen die Partei, die Wehrmacht ist gegen die SS, die Wehrmacht ist gegen die Gestapo ... Diese Legende wurde zu unserem Fundament, zur geistigen Grundlage fast aller unserer ‚schwarzen‘ Unternehmungen.“

Nichts durfte gut sein an den „Nazibonzen.“ Als Dr. Goebbels bekanntgab, daß in Fabrikkantinen zusätzlich „Bombenschokolade“ nach Fliegerangriffen ausgegeben wird, „fügten wir die einleuchtende und absolut wahrheitsgemäß klingende Erklärung hinzu, diese ‚Bombenschokolade‘ enthalte Zusätze von Drogen, wie Pervitin, um die durch Angriffe erschöpften Arbeiter zu erhöhten Leistungen aufzuputschen.“

Nicht einmal die Ehre gefallener Gegner zählte für Delmer und seine Spießgesellen. Oberst Mölders, einer der bekanntesten Jagdflieger der Luftwaffe, war 1941 versehentlich von der deutschen

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Flak in der Nähe von Breslau abgeschossen worden. „Es war fast mit Sicherheit ein unglücklicher Zufall gewesen“, gibt selbst Delmer zu. Aber „wir ließen es selbstverständlich nicht bei dieser Version ... Als nächstes veranlaßte ich die Abfassung eines angeblich von Mölders geschriebenen Briefes, in dem dieser sich über die ihn und seine Kameraden bewegenden Zweifel ausließ, ob man für den Atheisten Hitler kämpfen dürfe. Als Adressaten für den angeblich von Mölders geschriebenen Brief wählten wir den katholischen Domprobst von Stettin. Und der Brief war rebellisch. Rebellisch gegen die Partei, deren Vertreter Mölders nicht als die ‚Nazis‘, sondern als ‚die Gottlosen‘ bezeichnete. Aus dem Brief ging hervor, daß Mölders wußte, daß die ‚Gottlosen‘ hinter ihm her waren und seine Tage gezählt sein könnten.“ Delmer frohlockte darüber, daß binnen kürzester Frist der „Mölders-Brief“ als Flugblatt in ganz Deutschland bekannt war: „Unerschrockene Priester verlasen ihn von den Kanzeln. Der greise Feldmarschall von Mackensen, der entsetzt war von der antichristlichen Einstellung des nationalsozialistischen Regimes, hatte ihn vervielfältigen lassen und an seine Freunde verschickt.“ Mölders – „von den Nazis ermordet, wie jeder glaubte.“

Nun – wer jemanden lügnerisch bezichtigt, die eigenen Landsleute aus ideologischen Gründen zu ermorden, dem fällt die Behauptung natürlich nicht schwer, daß Nichtdeutsche aus ideologischen Gründen ermordet würden. Als Otto John beim Soldatensender Calais anfing, eröffnete Delmer ihm, man werde dort gegen Deutschland „jeden, auch den schmutzigsten Trick“ anwenden, der sich nur denken lasse: „Jeder Griff ist erlaubt. Je übler, desto besser. Lügen, Betrug, alles.“ Ob er unter solchen Voraussetzungen mitmachen wolle? John wollte: „Alles, was Sie von mir verlangen, was es auch sein mag, betrachte ich als Fortsetzung des Kampfes, den meine Freunde und ich bisher gegen Hitler geführt haben.“ Und solche Einstellung berechtigte zu großen Karrieren in der Bundesrepublik: John wurde oberster Verfassungsschützer, bis er nach Ostberlin überlief. Soldatensender-Mitarbeiter von und zu Guttenberg wurde CDU-Abgeordneter, Soldatensender Mitarbeiter Waldemar von Knöringen SPD-Landesvorsitzender. Und ihr Chef Sefton Delmer selbst? Er wurde von Außenminister Eden 1945 zum „Controller“ der Propaganda und Umerziehung des britischen Außenamtes für Deutschland gemacht; ihm oblag es, „daß die

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Deutschen und Österreicher in den britisch besetzten Zonen mit den richtigen Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Rundfunksendungen, Theaterstücken, usw. beliefert wurden.“ Wir haben seitdem die „richtigen“ Zeitungen, Bücher, Rundfunksendungen und Theaterstücke. Wer damals die Lizenz bekam, konnte 7 Jahre lang sein Monopol ausbauen – und die Lizenz bekamen die, die einem Sefton Delmer mit seinen moralischen Grundsätzen nicht ins Gesicht spuckten, sondern seine Weisungen beflissentlich befolgten. Wer glaubt, daß Delmer alle seine Lügen und Tricks – bis hin zum Druck rückdatierter und gefälschter Zeitschriften, um eine Entwicklung richtig vorausgesagt zu haben – ausgeplaudert hat? Wer glaubt, daß die, die damals mit ihm gelogen haben, nun heute zugeben, daß sie gelogen haben? Sie müssen doch – schon aus Gründen der „Selbstachtung“ – die damaligen Lügen immer wieder aufwärmen, damit das deutsche Volk ihnen nicht vorwirft, damals gelogen zu haben, und ihnen jegliches Vertrauen entzieht.

Für Delmer und seine Spießgesellen war der Frieden kein Wert. Rudolf Heß lockten sie durch gefälschte Briefe von Lord Hamilton, der der deutsch-britischen Gesellschaft vor dem Kriege angehört hatte, über den Kanal. Die aus deutscher Friedenssehnsucht geborene Verständigungsaktion von Heß war für die britische Führung nur „eine einmalige Gelegenheit im psychologischen Krieg“ Deutschland läge so danieder, daß der Stellvertreter Hitlers rüberkommen müsse. Doch nicht nur Heß täuschten sie, sondern auch die ihnen ideologisch verbundenen Widerständler. Delmer legt dar, „daß die Verschwörer unsere Sendungen tatsächlich gehört und genau in dem von mir erhofften Sinn ausgelegt hatten. Es tut mir leid, daß die Generale an Hitlers Fleischerhaken ihr Leben einbüßen mußten. Aber ich konnte nicht behaupten, daß ich irgendwelche Reuegefühle verspürte, weil ich falsche Hoffnungen in ihnen erweckt hatte.“ Die Hoffnungen nämlich auf einen Verständigungsfrieden, wenn nur Hitler weg wäre.

Statt auf Delmer hätten die Widerständler auf Churchill hören sollen, der gesagt hatte: „Dieser Krieg ist Englands Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.“

Wer Delmer diente und von ihm Lizenzen bekam, ist für uns kein Vorbild. Sie führten den Krieg im Frieden weiter.

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Für uns gilt: Diesen Herren glauben wir kein Wort – wir kennen ihre Lügen! Und wir werden weiterarbeiten, bis ihre Lügen dem letzten Deutschen offenbar geworden sind!

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Nr. 31

Es ist eine Lüge, daß die Juden in der Sowjetunion unterdrückt würden. Diese Lüge wird in den Zeitungen eines Mannes, dem ein erheblicher Teil von den deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften gehört, immer wieder vorgebracht.

Es ist die Wahrheit, daß nur in Einzelfällen Juden unterdrückt werden, und dies nicht wegen ihrer Rasse oder Religion, sondern weil sie sich gegen den Staat gestellt haben, und deshalb wie andere Staatsfeinde auch behandelt werden. Daß es keine systematische Judenverfolgung in der Sowjetunion gibt, ist aus der ganzen Geschichte dieses Staates begründet. Grundlage ist der Marxismus, und Karl Marx stammte von Rabbiner Mardochai ab. Der Anarchist Bakunin hat verschiedene antijüdische Äußerungen von Marx damit abgetan, daß er meinte, der Kommunismus von Marx wolle eine mächtige staatliche Zentralisation, und wo es eine solche gebe, müsse unvermeidbar eine zentrale Staatsbank bestehen, und wo eine solche Bank bestehe, würden Juden ein Mittel zum Bestehenden finden. Allgemein bekannt ist, daß Lenin vom New Yorker Bankhaus Kuhn, Loeb & Co. 16 Millionen Dollar zur Durchführung der Revolution erhielt. Weniger bekannt ist, daß Juden – wie anläßlich der in New York beim Sturz des Zaren durchgeführten Feiern verkündet wurde – den Sturz des Zaren mit ihrem Geld vorbereitet hatten, indem unter den russischen Gefangenen in Japan nach dem russisch-japanischen Krieg von 1904/05 Propaganda getrieben wurde. Weitere Gönner der russischen Marxisten waren Felix Warburg, Otto Kahn, Jakob und Mortimer Schiff, Guggenheim.

Nach dem Sturz des Zaren wurden sofort 140 antijüdische Gesetze – bereits von der sozialistischen Kerenski-Regierung – abgeschafft, und zwar noch nicht einmal einen Monat nach Ausbruch der Revolution. Kerenski bot 4 Juden (L. Bramson, M. Winawer, F. Dan und M. Liberow) Ministerposten an, was diese mit der Begründung ablehnten, sie wollten nur als Fachleute arbeiten. Als Lenin die Macht ergriff, begnügte er sich nicht damit, die Gleichberechtigung der Juden durch die sowjetische Verfassung und Gesetzgebung zu gewährleisten. Er machte darüber hinaus alle Anstrengungen, den

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Antisemitismus im russischen Volk auszurotten. Er hielt 1918 eine Rede mit dem Titel: „Die Pogromhetze gegen die Juden“, die als Schallplatte an allen Frontabschnitten der Roten Armee verbreitet wurde. Darin heißt es u.a.: „Nicht die Juden sind die Feinde der Werktätigen ... Schmach und Schande dem, der Feindschaft gegen die Juden, der Haß gegen andere Nationen sät.“ Zahlreiche seiner Mitkämpfer waren Juden; N.H. Webster erwähnt, daß in einer veröffentlichten Liste von 165 Führern der Bolschewisten 23 russische, 2 georgische, 4 armenische, 1 deutscher und 128 jüdische Namen trugen. (N.H. Webster: The surrender of an Empire, 1931, S. 77). Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß eine Reihe von Juden russische Namen angelegt hatten, beispielsweise Trotzki (alias Bronstein), Kamenew (alias Rosenfeld), Sinowjew (alias Apfelbaum), Radek (alias Sobelsohn), Litwinow (Finkelstein), Lagesky (Krachmann), Bogdanoff (Silberstein), Wolardarsky (Cohen), Piatnitzky (Lewin), Zweditsch (Fonstein), Maclakowsky (Rosenbaum), Lopinsky (Löwenstein), Wobrow (Nathanson), Rjasanow (Goldenberg) u.a. Bedeutende Juden waren ferner Jacob Swerdlow, G. Sokolnikow, M.S. Uritzki, J. Larin, A.A. Joffe, A. Losowski, Karski und Marchlewski. Im Rat der Volkskommissare, der Regierung, waren vor Stalins Säuberung von 22 Mitgliedern 17 Juden. Ähnlich waren die Verteilungen bei den verschiedenen Kommissariaten. Nach statistischen Angaben vom 1. Oktober 1929 waren im Staatsapparat der Ukraine 18,7%, in Weißrußland 61,8% der Staatsbediensteten Juden, bei einem Anteil der Juden in der Ukraine an der Gesamtbevölkerung von 5,4% in Weißrußland bei 8,2%.

Stalins Säuberungen fielen auch Juden zum Opfer – es wäre aber verfehlt, hierin einen Antisemitismus bei Stalin entdecken zu wollen. Seinen jüdischen Außenminister löste er erst 1939 ab, als er mit dem Deutschen Reich zu einem Abkommen kommen wollte. Wie das kürzlich erschienene Buch „Die Auflösung“ nachweist, hat Stalin, der die deutschen Angriffspläne 1941 kannte, bereits eine Woche vor dem deutschen Angriff mehr als eine Million Juden nach Sibirien evakuiert. Zwar gingen dort einige hunderttausend zugrunde; dies war aber nicht der Hintergrund des Planes, sondern es war die Absicht, die Juden, die meist in Staatsstellungen oder in qualifizierten Berufen beschäftigt waren, dem deutschen Zugriff

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zu entziehen. Das jüdische kulturelle und religiöse Leben wurde nicht unterdrückt. Allein während des ersten Fünfjahresplanes hat sich laut Singer die Zahl der jüdischen Elementar- und Mittelschulen in der UdSSR um mehr als 30% vergrößert, und ihre Schülerzahl ist um etwa 40% gestiegen. In Zentralrußland (RSFSR) waren beispielsweise 1926-27 11,5% der Hochschulstudenten Juden, in der Ukraine 28,8% und in Weißruthenien 29,5%. Die Juden konnten eigene Lesehallen, Bibliotheken, Klubs, Museen, usw. gründen. Das jüdische Kunstleben wurde gefördert. Die 80. Wiederkehr des Geburtstages von Scholem AIejchem wurde 1939 in der Sowjetunion mit enormem Aufwand begangen; wie die „Prawda“ vom 25.4.1939 anläßlich dieser Gedenktage schrieb, wurden seine Werke in acht Sprachen mit einer Auflage von 2 Millionen Exemplaren übersetzt. Zahlreiche jüdische Bühnen existierten. Ferner wurde, um den Juden wie anderen Minderheiten in der Sowjetunion auch ein eigenes Gebiet zu geben, das Jüdische Autonome Gebiet Birobidshan gebildet. Dieses fruchtbare Gebiet, das größer als Belgien ist, wurde von den Sowjets und auch dortigen Juden als eine Alternative zu einem Judenstaat in Palästina angesehen, und entsprechend auch außerhalb der Sowjetunion für dieses 1928 gegründete autonome Gebiet Werbung unter Juden betrieben.

Daß Stalins Säuberungen nach 1936 nicht antisemitische Hintergründe hatten, ist auch daraus ersichtlich, daß auch im Kriege noch in der politischen Führung drei Juden waren: Lasar Moissejewitsch Kaganowitsch war stellvertretender Vorsitzender des Rates der Volkskommissare, Mitglied des Politbüros und Leiter von drei Volkskommissariaten. Lew Zacharowitsch Mechlis war Volkskommissar für die Staatskontrolle und Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare; er war außerdem Armeekommandeur I. Ranges. Nikolaj Michailowitsch Schwernik war Vorsitzender des Nationalitätenrates und Kandidat für das Politbüro. Auch in der Roten Armee bekleideten Juden zahlreiche hohe Stellungen; im russisch-finnischen Krieg wurden beispielsweise 365 jüdische Angehörige der Roten Armee ausgezeichnet und 1 Jude der dort eingesetzten Truppen zum Generaloberst, 20 weitere Juden zu Generalen befördert, obwohl gegen Finnland nur einige Divisionen kämpften. Zahlreiche politische Kommissare, die das Rückgrat der

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ideologischen Schulung und des Widerstandes in der Armee bildeten, waren Juden. Auch im Pressewesen ist ersichtlich, daß von Antisemitismus keine Rede sein konnte; laut „Prawda“ vom 8.12. 1939 war der Leiter der amtlichen Nachrichtenagentur TASS I. S. Chawinson. Ilja Ehrenburg war für die Propaganda während des Krieges zuständig und verantwortlich für die zahlreichen Haß-, Mord- und Vergewaltigungsaufrufe. 200.000 jüdische Partisanen fielen laut sowjetrussischen Quellen im Kampf gegen die Wehrmacht. Die Juden der Sowjetunion stellten sich bei Kriegsausbruch sofort voll hinter die Führung. Schon Ende August 1941 fand ein Judenkongreß mit 104 Delegierten in Moskau statt, wo u.a. der Dichter Markisch, die Schriftsteller Marschak, Bergelson und Ehrenburg, der Schauspieler Michoels und der Filmregisseur Eisenstein auftraten. Vor Eröffnung des Kongresses sprach der Charkower Rabbiner den Segen über die Delegierten. Nach den Reden versammelten sich die Teilnehmer in einer der größten Moskauer Synagogen zum Gottesdienst. In den Reden wurde insbesondere an die Juden Amerikas appelliert, die Sowjetunion zu unterstützen. So sagte der Dichter Michoels: „Brüder, Juden der Vereinigten Staaten und ganz Amerikas! Ich bin überzeugt, daß Ihr unter den ersten sein werdet, die zur schnelleren Verwirklichung der amerikanischen Hilfe beitragen werden.“ Tatsächlich erfolgten die amerikanischen Hilfslieferungen unverzüglich, obwohl die USA zu dem Zeitpunkt offiziell noch neutral waren. Der Dichter Markisch appellierte ebenfalls an die Juden der Welt: „Ihr seid berufen, in allen Teilen der Welt, hier mit der Flinte, dort mit dem todbringenden Wort auf den Lippen in diesem heiligen Krieg gegen den Faschismus Soldaten zu sein! Tut alles, was irgend in Eurer Macht steht, um den Feind des jüdischen Volkes verbluten zu lassen!“ Auch der Schriftsteller Bergelson richtete einen Aufruf an das Weltjudentum: „Alle Juden müssen, gleich, wo sie sich befinden und welcher politischen Weltanschauung sie auch sein mögen, sich ohne jede Verzögerung für den heiligen Kampf gegen den Faschismus stellen und nicht allein ihre Stimme, sondern auch ihren starken Arm erheben, um dem Feind einen tödlichen Schlag zu versetzen. Euer Platz ist überall in den Armeen der Koalition. Euer Platz ist in den Partisanen-Abteilungen.“ Der

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Filmregisseur Eisenstein meinte: „Auf der Erdoberfläche darf es keinen einzigen Juden geben, der nicht den Schwur leistete, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und Kräften an diesem heiligen Kampf teilzunehmen.“ Der Kongreß wurde durch den sowjetischen Rundfunk übertragen. Die abschließende Resolution wurde in Jiddisch, Russisch und Englisch abgefaßt und enthielt folgenden Aufruf: „Jüdische Brüder in der ganzen Welt! Die Stimme des vergossenen Blutes verlangt nicht Gebet noch Fasten, sondern Rache. Keine Totenkerzen, sondern Feuer, in dem die Henker der Menschheit vernichtet werden sollen. Nicht Tränen, sondern Haß und Widerstand gegen die Ungeheuer und Menschenfresser! Nicht mit Worten, sondern mit Taten. Jetzt oder nie!“

Wenn Stalins Politik antisemitisch gewesen wäre, wären diese Aufrufe sicherlich nicht erfolgt. Der Dichter Markisch betonte auf dem Kongreß: „Im Lande der Sowjets haben die Juden nach tausendjährigem Umherirren und Verfolgungen ein Heim und eine Heimat gefunden, die ihnen eine Mutter ist und ihre zahllosen in der Vergangenheit empfangenen Wunden geheilt hat. Hier im Sowjetverband ist das jüdische Volk gleichberechtigt unter Gleichberechtigten. Hier erklang erneut seine Muttersprache, hier blühte erneut seine Kultur auf. In nicht ganz 25 Jahren hat das jüdische Volk dank der väterlichen Fürsorge unseres Sowjetstaates eine umfangreiche Literatur, seine Kunst, sein Theater geschaffen, dessen Bühne zu den besten des Landes gehören ...“ Und auch nach dem kriege hat es keine systematische Judenverfolgung in der Sowjetunion gegeben. Bekannt ist, daß im sowjetischen Geheimdienst KGB zahlreiche Juden in führenden Stellungen vertreten waren. Der jetzige sowjetische Partei- und Regierungschef Andropow, früher Chef des KGB, hat als Mutter die Jüdin Ehrenstein, russifiziert Ehrnow. Da für die Zugehörigkeit zum Judentum die Herkunft der Mutter entscheidend ist, gilt er deshalb nach jüdischer Auffassung als Jude, obwohl sein Vater Armenier war.

Aber wie steht es mit der sowjetischen Haltung gegen Israel? Beweist diese nicht Antisemitismus? Dazu ist zunächst zu sagen, daß die Sowjets gerade nur soviel Waffen an die Araber liefern, daß diese Israel nicht wirklich gefährlich werden können; wenn die Sowjets die Araber im selben Verhältnis aufrüsten würden, wie

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die USA dies mit Israel gemacht hat, könnten die Juden dort sich keine Woche militärisch halten. Im übrigen ist die antizionistische Einstellung der Sowjets kein Beweis für Antisemitismus. Antizionismus und Antisemitismus werden oftmals miteinander verwechselt; die Zionisten haben ein Interesse daran, daß jeder Antizionist als Antisemit angesehen wird. Die sowjetischen Juden sind aber schon immer mehrheitlich starke entschiedene Antizionisten gewesen. Sie hielten nichts von Herzls Judenstaat in Palästina, bezeichneten hebräisch als eine tote Sprache, und sahen die Zukunft der Juden in der Sowjetunion viel besser gewährleistet als in Palästina. Die mit Abstand größte und einflußreichste Vertretung der Juden in Rußland war der 1897 gegründete „Bund.“ Der jüdische Schriftsteller Zvi Rudy betont: „Der „Bund“ hatte in Rußland eine eigene jiddische Presse und Literatur entwickelt und trat offen dafür ein, daß den Juden in Rußland nationale und kulturelle Autonomie gewährt werden solle – allerdings auf rein jiddischer Basis. Sein Haß gegen die hebräische Sprache und deren Förderung und Verbreitung war grenzenlos. Die „Bund“-Partei führte einen erbitterten Kampf gegen den Zionismus und widersetzte sich nachdrücklich jedem Territorialismus ...“ Es gibt also Juden, die die Existenz des Staates Israel weder für notwendig noch für wünschenswert halten, sondern der Auffassung sind, daß die Juden am besten in den Ländern leben, wo sie sich derzeit befinden, und die von Israel geführten Kriege, insbesondere der Libanon-Krieg, dem Weltjudentum insgesamt eher geschadet haben. Die antizionistische Einstellung der sowjetischen Führung liegt also in der Tradition des jüdischen „Bundes.“

Daß die Sowjets keinen Antisemitismus als Leitbild verfechten, zeigt auch die Haltung gegenüber Auswanderungswilligen. Ukrainer, Esten, Letten, Litauer, usw. dürfen überhaupt nicht auswandern. Von den ca. zwei Millionen Deutschen lassen – nach vielen Schikanen und oftmals jahrelangen Wartezeiten – die Sowjets nur einen Teil derjenigen heraus, die Verwandte in Westdeutschland haben. Die Juden sind die einzige Volksgruppe, wo unabhängig von Familienzusammenführung Sowjetbürger die UdSSR verlassen dürfen, mittlerweile über 100.000.

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Nach der Volkszählung 1926 gab es in der UdSSR 2,672 Millionen Juden. Mischehen und Geburtenrückgang sind auch an den Juden nicht spurlos vorübergegangen; 1959 bekannten sich noch 2,278 Millionen Juden zum Judentum. Ethnographen jüdischer Abstammung schätzen die Gesamtzahl der Juden in der Sowjetunion laut Rudy auf ungefähr 3 Millionen. Die Zahl der sich zum Judentum noch bekennenden Juden ist also etwa so hoch wie diejenige der Volksdeutschen in der UdSSR. Gleichwohl wird in unserer Presse viel häufiger auf jüdische Schicksale in der Sowjetunion als auf deutsche hingewiesen. Es zeigt sich einmal mehr, daß die Deutschen sich viel eher für fremde Interessen einsetzen als für Belange ihres eigenen Volkes. Weisen wir darauf hin, daß Auswanderungswillige deutscher Abstammung drangsaliert, verfolgt, verurteilt und in Arbeitslager gesteckt werden, daß nur ein Bruchteil der Auswanderungswilligen tatsächlich herauskommt, daß die Schicksale dieser Menschen in unserer Presse längst nicht die Beachtung erhalten, die sie verdienen. Wir jedenfalls wollen, wenn von Verfolgungen von Minderheiten in der Sowjetunion die Rede ist, zunächst von den Menschen unseres Volkes sprechen, und uns hiervon nicht durch noch so viel Gerede eines „sowjetischen Antisemitismus“ ablenken lassen!

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Nr. 32

Es ist eine Lüge, daß das Deutsche Volk eine Kollektivschuld wegen angeblicher oder tatsächlicher Kriegsverbrechen hätte.

Es ist die Wahrheit, daß der Gipfelpunkt alttestamentarischen Hasses die Kollektivbeschuldigung des deutschen Volkes ist. Kein anderer als der Emigrant Hans Habe alias Bekessy schrieb: „Keine Schuld scheint mir heute abscheulicher als die Kollektivbeschuldigung des deutschen Volkes.“ Dies schreibt derselbe Hans Habe, der folgendes bekannte:

„In der menschlichen Politik pflegt die Schuldfrage immer als ein taktisches Mittel benützt zu werden, um sich gegen den wirklichen oder gewollt Schuldigen eine gewisse Ellbogenfreiheit zu sichern. Eine Kollektivschuld – Anklage öffnet die Türe zur vervielfachten Vergeltung durch die Kläger und stellt sich vor deren angenehm beruhigtes Gewissen ... Das amerikanische Volk ist unendlich naiv und sehr ungebildet. Es hätte Jahre gebraucht, ihm den Unterschied zwischen dem deutschen Volk und den Nazi begreiflich zu machen. Das wäre zu umständlich und zu schwierig gewesen. Wir mußten uns daher entschließen, unsere Propaganda nicht nur gegen die Nazi, sondern gegen das ganze deutsche Volk zu richten, sonst hätten wir das amerikanische Volk niemals zum Krieg gegen Deutschland bereit und  gefügig gemacht. Wir konnten es uns nicht leisten, bei unserer Propaganda einen Unterschied zwischen den Nazi und dem deutschen Volk zu machen. Wir mußten das ganze deutsche Volk als schuldig hinstellen.“

Diesen Sinn der Kollektivschuldthese hat auch Robert d’Hartcourt zugegeben, der sagte: „Die Alliierten brauchen die deutsche Schuld. Die deutsche Schuld ist die moralische Bastion der Alliierten.“ Dies ist auch erklärlich. Im Deutschen Reich gab es keine pazifistische Ideologie: ein Krieg wurde als zu führen angesehen, wenn er den deutschen Interessen nützte. Anders bei den westlichen „Demokratien.“ Für sie galt als offizielle Richtschnur, sich aus jedem Krieg herauszuhalten. Weil dort der Krieg geächtet war, mußte das eigene Treiben zum Krieg gerechtfertigt werden. Dies ging nur, wenn der Gegner als Feind verteufelt wurde. Er durfte

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nicht mehr als Mensch gesehen werden, er mußte als „Nazibestie“ hingestellt werden. Die Folgen dieser Haßpropaganda: Abschlachten von Kriegsgefangenen in großer Zahl, Massenmord an Frauen und Kindern in den Bombennächten von Lübeck bis Dresden. Die deutsche Führung hatte sich selbst nie als pazifistisch bezeichnet, und brauchte deshalb nicht das Erzeugen von Haßpsychosen. Die Demokratien des Westens haben also viel zur Brutalisierung des Krieges beigetragen.

Und wie steht es heute mit der Kollektivschuld? Es gibt durchaus auch unter den Juden Menschen, die das für sie Gefährliche eines solchen Begriffes sehen. Denn wenn die Deutschen für Judenverfolgungen kollektiv verantwortlich gemacht werden können, könnten „die Juden“ auch für die Ermordung von Jesus verantwortlich gemacht werden. Der Oberrabbiner Dr. Marcus Melchior hat deshalb gesagt, genauso wenig, wie das jüdische Volk kollektiv schuldig sei für die Untat jener jüdischen Menge, die von Pilatus den Kreuzigungstod Christi forderte, könnte das deutsche Volk schuldig gesprochen werden. Und der im Auftrage des israelischen Rundfunks in der BRD tätige Journalist Dan Avny meinte bei einer Podiumsdiskussion in Hamburg, deutsche Jugendliche sollten bei Besuchen in Israel nicht unnötigerweise ein schlechtes Gewissen zur Schau tragen. „Wenn jugendliche deutsche Besucher in Israel von Bord gehen, dann sehen sie aus, als ob sie die Schuld von 2.000 Jahren auf ihren Schultern trügen.“

Daß sich junge Deutsche nicht nur in Israel, sondern generell im Ausland so benehmen, wo dies keinerlei Verständnis findet, betonte der amerikanische Rechtsanwalt S. F. Pinter aus St. Louis, der über junge USA-Besucher aus Deutschland schrieb:

„Wie in der BRD üblich, waren auch meine jungen Gesprächspartner zu jedem „Schuldbekenntnis“ eifrig und geradezu freudig bereit und offensichtlich überzeugt, über die Mißstände in den deutschen KZ weit besser Bescheid zu wissen, als ich, der ich als Jurist und amerikanischer Gerichtsoffizier die Zustände in Dachau und anderen Lagern viele Monate lang gründlich untersucht hatte. Die Propa-

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ganda hat sie offenbar derart verwirrt, daß sie nun kritiklos alles glauben, was über die sogenannten Kriegsverbrechen gesagt und geschrieben wird. Sie haben – wie so viele andere Deutsche – ganz vergessen, daß die Prozesse in Nürnberg nach dem Zweiten Weltkrieg jeder rechtlichen Grundlage entbehrten ... Was die angebliche Kollektivschuld selber anbelangt, von der nach dem Kriege so viel gesprochen wurde, und mit der auch zum großen Teil die Behandlung des deutschen Volkes durch die Siegermächte gerechtfertigt werden sollte, so sitzt der Schuh auf dem verkehrten Fuß. Wenn es eine Kollektivschuld gibt, so ist sie nur bei den Siegermächten zu finden. In Yalta und Potsdam wurde die Ausweisung von 14.000.000 Deutsche aus ihrer angestammten Heimat verabredet. Diese Volksvertreibung steht in unserer Zeit einzig da als eine der größten Brutalitäten der Weltgeschichte ... Millionen deutscher Menschen wurden zum Freiwild gemacht und den unbeschreiblichen Greueltaten der Russen, Polen und Tschechen ausgesetzt ...“

Während das Ausland sich zurückhält, wird der Greuelpropaganda-Slogan von der deutschen Kollektivschuld vornehmlich von deutschen Wissenschaftlern, Politikern und Kirchenmännern verbreitet. Dies wird auch von ausländischen Beobachtern gesehen; so schreibt Balfour in seinem Buch „Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland“: „Es besteht kaum ein Zweifel, daß die Legende von der deutschen Kollektivschuld weitgehend von den Deutschen selbst verbreitet wurde.“

Soweit die Kirchenmänner die Kollektivschuld-These verbreiten, ist dies noch verständlich. Diese These ist ja nur eine Abart der Erbsünde-Legende, daß alle Menschen sündig geboren sind. Und wie die Erbsünde-Legende soll sie dasselbe bewirken: die Gläubigen demütig machen, sie aus dem Gefühl der Verworfenheit in den Schoß der Kirche führen, auf daß die Kirche – und ihre Fürsten – blühen und gedeihen. Ohne Zerknirschung keine Kollekte. – Die Politiker hingegen wären nach ihrem Eid verpflichtet, Schaden vom deutschen Volk zu wenden und seinen Nutzen zu mehren, und dazu würde die Zurückweisung von Kollektivschuld-Thesen und

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die rückhaltlose Aufklärung über die Vergangenheit gehören. Stattdessen sollen die bestehenden Gesetze noch verschärft werden: Das, was das Institut für Zeitgeschichte in München, das lediglich als Anti-NS-Propagandainstitut gewertet werden kann, als „richtig“ feststellt, hat von allen Bundesdeutschen so geglaubt zu werden, und wer es wagt, daran Zweifel zu üben, soll wegen „Verharmlosung“ der Vergangenheit unter Strafe gestellt werden. Wohlgemerkt: Nicht die, die Schuld von Deutschen übertreiben und zulasten Deutschlands lügen, werden in diesem Staat bestraft, sondern die, die den deutschen Namen entlasten wollen. Eine „würdige“ Ergänzung von § 130 StGB, wonach kein Deutscher hier Ausländer verächtlich machen darf, wohingegen dies den Ausländern gegenüber Deutschen erlaubt ist. Ein solches Gesetz wäre der Schlußpunkt unter eine lange Entwicklung, die zur Selbstaufgabe dieses Staates führt. Denn was bewirkt die Kollektivschuldthese? Die deutsche Jugend identifiziert sich nicht mit ihrem Volk, „denn wenn ich national dächte, müßte ich mich wegen der im deutschen Namen begangenen Verbrechen schämen“ – wie eine Schülerin in einem Aufsatz schrieb. Da Jugend aber idealistisch ist, sich für etwas einsetzen will, engagiert sie sich bei den „Antifaschisten“, denen, die vorgeben, das beste Rezept zu haben, um die bösen Greuel der Vergangenheit nie wiederkehren zu lassen. Das sind die Kommunisten. Und so erzieht dieser Staat seine Jugend zu fanatischen Gegnern dieses Staates – und gräbt sich damit sein eigenes Grab. Man begeistert sich nicht für die deutsche Einheit, sondern geht für Argentinien auf die Straße. Von Kiel bis München – deutsche Studenten, die auf ihre „freie Meinung“ so stolz sind, verbreiten in puncto Vergangenheit völlig unkritisch dieselbe übereinstimmende Klischeevorstellung über „die deutsche Schuld.“ Wenn Ausländer wie Barnes, Hoggan, Taylor, Irving, Rassinier, Faurisson oder Butz etwas anderes als das von frühauf in der Schule Einprogrammierte sagen, stoßen sie auf geschlossenen Widerstand und ressentimentgeladene Abwehr. Sie wissen es besser als die ausländischen Wissenschaftler – und „solange bleibt dieses Volk gefährdet für weitere Bestialitäten, solange nicht die gesellschaftlichen Zustände geschaffen sind – also Überwindung der bür-

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gerlichen Klassengesellschaft –, die einen Hitler erst möglich gemacht“ haben. Konsequent gedacht, wenn alles das stimmen würde, was über die Vergangenheit zusammengelogen wird. Und deshalb sollte es wichtigste Aufgabe der Politiker dieser Republik sein, die Wahrheit über die Vergangenheit nicht unter Strafe zu stellen, sondern zu fördern. Nicht Schulaufsätze darüber schreiben zu lassen – und Preisausschreiben vom Bundespräsidenten –, was denn alles schlimm von 1933 – 1945 gewesen sei, sondern was ihren Eltern und Großeltern damals gefallen habe. Denn vom Himmel gefallen können die überwältigenden Wahlsiege Hitlers ja nicht sein.

Die Kollektivschuld-These hat noch eine weitere Folge: Wenn man so leicht in Schuld verstrickt werden kann, ist es besser, sich aus allem, was mit Volk und Vaterland zu tun hat, herauszuhalten. Aus Vorsicht ebenso wie aus Moralität kann und darf man sich nicht mehr mit dem eigenen Volk und Vaterland identifizieren, Vaterlandsliebe und Volkstreue gibt es nicht mehr.

Und für ein „Verbrechervolk“ ist natürlich niemand bereit, sein Leben in die Schanze zu schlagen. Wie sehr das Gerede von Kollektivschuld und Kollektivscham der deutschen Jugend schon das Rückgrat gebrochen hat, sie seelisch verdirbt und zu gesinnungslosen Heloten macht, zeigt die Klage eines Bundeswehr-Offiziers: „Was wir dringend brauchen, ist eine stillschweigende Beendigung des Kollektivschamgeplärrs, mit dem wir aus der Bundeswehr nicht einmal eine Heilsarmee machen können.“

Das Prinzip der Kollektivschuld, des Betonens von angeblich negativen Seiten der Vergangenheit vergiftet jede Gemeinschaft und läßt sie bis ins Mark verfaulen. Es gibt kein Volk der Erde, das so wenig Identität zu sich selbst hat, so wenig stolz auf sich selbst ist wie das deutsche Volk. Keinem Niederländer würde einfallen, dauernd den Massenmord an den deutschen Zivilisten auf dem Dampfer „van Imhoff“ hochzuspielen. Kaum ein Amerikaner gedenkt der Kriegspolitik von Wilson und Roosevelt, der Bombardierung von Dresden und Hiroshima. Für die Engländer sind die Vernichtungs-KZ gegenüber Buren oder Indern kein Thema. Die Haltung der deutschen Jugend dazu ist pathologisch – und pathologische Völker

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haben in der Geschichte nie überlebt.

Vergessen wir deshalb eines nicht: Steh’ zu Deinem Volke, was auch immer daraus werde, verteidige seinen Namen, wie unbeliebt Du Dich damit auch immer machst – denn anders hat Dein Volk, haben damit Deine Kinder und Enkel keine Zukunft mehr. Beuge Dein Haupt nicht, sei stolz gegenüber Deinen Feinden, blicke ihnen in die Augen, damit Du ihren Schlag parieren kannst, und Dir nicht das Haupt abgeschlagen wird.

Sei mutig und wehrhaft, sei kritisch bei dem, was man Dir erzählt, vertraue auf Deine eingeborene Art. Dann wird unser Volk auch wieder eine Zukunft haben!

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Nr. 33

Es ist eine Lüge, daß die Amerikaner ein Interesse an der Bevormundung und Abhängigmachung Deutschlands hätten.

Es ist die Wahrheit, daß zahlreiche Amerikaner keinerlei negativen Gefühle gegenüber Deutschland haben. Dies haben die Feiern, die kürzlich anläßlich des 300ten Jahrestages der ersten Ankunft von Deutschen in Amerika begangen wurden, deutlich gezeigt. Hierbei wurde veröffentlicht, daß die Deutschen entgegen vielen Annahmen das Volk sind, das die meisten Einwanderer nach den USA gestellt hat, mehr als die Engländer. Und es wurde gesagt, daß ca. 28% der Amerikaner deutscher Abstammung seien.

Es ist leider richtig, daß diese vielen Millionen längst nicht das Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit beseelt, wie es die Italiener, Polen, Iren oder Juden in den USA kennzeichnet. Es ist den Deutschamerikanern nicht gelungen, die USA in den beiden großen Kriegen dieses Jahrhunderts vom Kriegseintritt gegen Deutschland abzuhalten. Es darf aber nicht verschwiegen werden, daß 1941 90% der Amerikaner gegen einen Kriegseintritt der USA waren, und Roosevelt nur deshalb gewählt wurde, weil er dies versprochen hat. Sicherlich wird in den amerikanischen Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen oftmals nur über das Deutschland von 1933-1945 berichtet, und dies in einer verlogenen, haßerzeugenden Form gegen alles Deutsche. Kennzeichnend für die dort zum Ausdruck kommende Gesinnung ist ein Leserbrief von Abraham Hirschfeld (New York), der im „Stern“ Nr. 38/1961 veröffentlicht wurde: „Die Deutschen darf der Besuch von Johnson in Berlin nicht täuschen: Es wird kein Tropfen amerikanischen Blutes vergossen werden, um irgendeinen Deutschen irgendwo zu retten. Die Herzen von Amerikanern erfüllt es vielmehr mit Freude, daß Deutsche hinter Stacheldraht leiden. Wir sind den Russen zutiefst dankbar, daß sie ein Stacheldrahtghetto für Deutsche geschaffen haben. Man braucht jetzt nur noch Auschwitz und die Krematorien (für die Deutschen) wieder in Betrieb zu nehmen.“ Nach einer Vortragsreise vor dem Amtsantritt Reagans durch die USA schrieb Hubertus Prinz zu Löwenstein: „Immer wieder erlebt man es in

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den USA, daß Deutschland, der wichtigste Bundesgenosse der USA, behandelt wird, als sei es der eigentliche Feind, die Sowjetunion dagegen, als handle es sich um einen mißverstandenen Freund.“ Der einflußreiche Buchautor C. Ruark („Die schwarze Haut“) wärmte in „United Features Syndicat“ die alten Lügen von Lampenschirmen aus Judenhaut, Fett aus Leichen von Buchenwald und Belsen auf und meinte dazu: „Es war dumm von uns, anzunehmen, man könne aus einem Deutschen mit Liebe etwas anderes machen, als eben einen Deutschen, so wie es ihn uns Erich von Stroheim eindrucksvoll vorspielte. ... Offensichtlich kann man durch noch so große Freundlichkeit einen Hunnen nicht zur Seidenbörse machen. Es ist nun einmal so: Nur wenn er winselt und um Gnade fleht, ist er nett und zahm. Sobald die Falten in seinem Wanst wieder aufgefüllt sind, muß man wieder einmal feststellen, daß sich wenig geändert hat an den fetten Männern, die ihre Nacken ausrasieren und brüllen: ‚Heil‘.“ Ungeschrieben steht hinter vielen Filmen und Artikeln der Satz von Louis Nizer: „Was sollen wir mit Millionen von Mördern tun? Unsere Strafgesetze versagen, wenn es sich bei der Verbrecherbande um eine ganze Nation handelt.“

Dies ist das eine Amerika. Das andere besteht in den vielen Patrioten, die ehrlich eine Ausbreitung des Kommunismus verhindern wollen, die sich ihren verwandtschaftlichen Banden zu den Deutschen und dem germanischen Stamm insgesamt verpflichtet fühlen, die es als ihre Auffassung ansehen, Wahrheit und Gerechtigkeit siegen zu lassen. Es gab den amerikanischen Offizier Pearl, der SS-Soldaten bestialisch foltern ließ, um den Malmedy-Prozeß mit Todesurteilen enden zu lassen, und es gab den amerikanischen Oberst Everett, der sich unter großem persönlichen Einsatz für die Angeklagten einsetzte, als Peiper und seine Männer verurteilt wurden, seine Uniform aus Protest auszog, weil er sie nicht mehr tragen wollte, und sein Vermögen opferte, um sich in den USA für eine Begnadigung der Verurteilten einzusetzen, was ihm auch gelang. Freda Utley schrieb das sich für Gerechtigkeit einsetzende Buch „Kostspielige Rache“, Prof. Harry Elmar Barnes kämpfte gegen die Kriegsschuldlüge, Prof. Hoggan erzielte mit seinem Buch „Der erzwungene Krieg“ den Durchbruch in der Diskussion um die

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Kriegsschuldfrage; das Buch wurde zeitweilig ein Bestseller in deutschen Bücherstuben. Amerikanische nationale Zeitschriften wie „Instauration“, „National Vanguard“, „Thunderbolt“ oder „Spotlight“ bekämpfen die Diffamierung der Deutschen durch Widerlegung von Greuellügen, weisen auf den Schuldanteil der Alliierten beim Ausbruch des 2. Weltkrieges hin, bekennen ihre Scham für ein Verbrechen wie die Bombardierung Dresdens und Ermordung von 250.000 Deutschen dort, und tun alles, um den deutschen Namen in Amerika hochzuhalten; sie sind sehr viel bessere Botschafter für unser Volk als die Konsulate, Goetheinstitute oder die deutsche Botschaft in Washington.

Und dieses Amerika sollte nicht vergessen werden, wenn hier bei der Frage der Raketenstationierung über „die Amerikaner“ Ausführungen gemacht werden. Mir sagte ein einfacher Südstaatler, der mich beim Trampen durch „Dixie“ mitnahm, zur Frage seines und anderer Südstaatler Deutschenbild: „Hollywood lügt in seinen Filmen über uns Südstaatler und den Sezessionskrieg. Wir glauben dem Fernsehen deshalb kein Wort darüber, was sie über Euch Deutsche zusammenlügen.“

Die Lügenkampagne gegen uns Deutsche in den USA soll die Amerikaner gegen uns Deutsche aufbringen. Die gegenwärtig wieder gegen die USA hier gestartete Kampagne soll uns Deutsche gegen die Amerikaner aufbringen, soll uns an die Seite der Russen treiben. Wenn dies geschähe, hätten wir auch den Rückhalt bei den nationalen Amerikanern verloren, und das Feld wäre für die Deutschenhasser in den USA frei zur „Endlösung der Deutschenfrage.“ Die Propaganda hier gegen „die“ Amerikaner dient demselben Zweck wie die Propaganda in den USA gegen „die“ Deutschen: sie soll den Graben zwischen uns vertiefen, soll einem erneuten Krieg der USA gegen uns den Boden bereiten. Einstein war sehr unglücklich darüber, daß die Atombombe so spät fertig wurde, und statt gegen die Deutschen, gegen die sie eingesetzt werden sollte, gegen die Japaner eingesetzt würde. Bei einem nächsten Krieg der USA gegen ein kommunistisches Gesamtdeutschland wäre diese Sorge für die Deutschenhasser nicht gegeben.

Wir sollten deshalb den Reportern in den USA, die hier begierig

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jede antiamerikanische Äußerung aufgreifen, um sie den Amerikanern als Beweis für Antiamerikanismus hier zu präsentieren, keinen weiteren Stoff für ihre Agitation liefern. Sonst verspielten wir die Freundschaft der letzten Amerikaner. „‚Viel Feind‘, viel ‚Ehr‘“ stimmt zwar; viele Feinde bedeuten oft aber auch frühen Tod. Aus geopolitischen und ideologischen Gründen ist uns die Feindschaft der Sowjets gewiß. Auch im Westen gibt es Feinde Deutschlands genug. Schaffen wir uns nicht unnötig neue Feinde!

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Nr. 34

Es ist eine Lüge, daß Adolf Hitler Blomberg und Fritsch entlassen hat, um selbst den Oberbefehl der Wehrmacht zu übernehmen.

Es ist die Wahrheit, daß Adolf Hitler den General v. Blomberg sehr geschätzt hat. Dieser war einer der wenigen hohen Offiziere, die schon vor 1933 dem Nationalsozialismus positiv gegenübergestanden hatten. Dementsprechend waren Adolf Hitler und Hermann Göring Trauzeugen, als der verwitwete Generalfeldmarschall Werner v. Blomberg am 12. Januar 1938 Fräulein Erna Gruhn heiratete. Bald nach dieser Eheschließung entstanden in Berlin sensationelle Gerüchte, die sich mit der Vergangenheit der jungen Frau des Reichswehrministers befaßten. Ein Polizeibeamter zog die Akte Gruhn: Die Mutter besaß einen Massagesalon, die Gattin des Kriegsministers war als junges Mädchen zeitweilig durch die Sittenpolizei überwacht gewesen und einschlägig vorbestraft.

Die Unterlagen gelangten über den Berliner Polizeipräsidenten an Hermann Göring, der den entsetzten Hitler informierte. Einerseits schätzte dieser den Feldmarschall, andererseits war er tief verletzt darüber, als Trauzeuge in eine so peinliche Affäre hineingezogen worden zu sein. „Wenn so etwas bei einem deutschen Feldmarschall vorkommen kann“, sprach er erschüttert, „ist ja alles auf der Welt möglich.“

Auch das Offizierskorps ließ v. Blomberg sofort fallen, als die Sache ruchbar wurde, wobei dessen nationalsozialistische Sympathien eine Rolle spielten. v. Blomberg ging nicht den ihm angebotenen Ausweg, die Ehe für ungültig erklären zu lassen, da er nicht bereit war, sich von seiner Frau zu trennen. Er wurde daraufhin verabschiedet, erhielt sein volles Gehalt auf Lebenszeit, und auf dringenden Rat Hitlers ging er auf eine Weltreise, deren Kosten die Staatskasse übernahm.

In der letzten großen Aussprache zwischen den beiden am 26. Januar 1938 sprach Hitler die Nachfolge im Amt des Reichswehrministers an. Blomberg schlug zuerst General v. Brauchitsch vor, doch Hitler lehnte ab. Dann nannte Blomberg Göring, aber Hitler meinte,

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dazu sei dieser ungeeignet. Daraufhin riet Blomberg Hitler eindringlich, er solle doch selbst das Reichswehrministerium übernehmen.

Der sodann befragte General Keitel nannte zuerst Göring, sodann den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Werner Freiherr v. Fritsch. Hitler erklärte daraufhin, es lägen Beschuldigungen gegen v. Fritsch vor, daß dieser homosexuell sei. Im Hinblick auf die notwendige Nachfolgeregelung müsse auch diese Sache geklärt werden.

v. Fritsch war überzeugter Junggeselle. Ein notorischer Homosexueller hatte bei der Polizei ausgesagt, daß er 1934 Fritsch mit einem Strichjungen namens Weingartner im Güterbahnhof beobachtet hatte. Dort hätte er genug gesehen, um Fritsch erpressen zu können. Fritsch sei sehr scharf geworden, hätte einen Ausweis aus der Tasche gezogen, sich als General der Artillerie v. Fritsch zu erkennen gegeben und erklärt, er wünsche in Ruhe gelassen zu werden. Doch als Schmidt nicht locker gelassen habe, habe v. Fritsch ihm am nächsten Tag im Wartesaal des Berliner Bahnhofes 1500 RM übergeben. Bei der Gegenüberstellung mit v. Fritsch blieb Schmidt bei seinen Behauptungen.

v. Fritsch bot Adolf Hitler sein Ehrenwort als Offizier an, daß er Schmidt nicht kenne und an der Sache kein Wort wahr sei. Doch aufgrund des vorherigen Verhaltens von Blomberg reichte Adolf Hitler dieses Ehrenwort nicht; er hielt nunmehr alles im Offizierskorps für möglich. Hitler verfügte, daß Justizminister Dr. Gürtner den Fall untersuchen sollte. v. Fritsch wurde als Oberbefehlshaber des Heeres verabschiedet. Den Oberbefehl übernahm Adolf Hitler selbst.

Vermutlich hatte Schmidt gelogen. Doch ein Verdachtsmoment blieb. Damit war die Möglichkeit der Erpreßbarkeit gegeben. Und damit wäre er ein Sicherheitsrisiko gewesen.

Hier ist die Parallele zu General Kießling gegeben. Es gab einerseits Zeugen, die ihn in der Homosexuellenszene gesehen haben wollten. Er war passionierter Junggeselle. Andererseits gab er sein

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Ehrenwort als Offizier, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Und trotzdem wurde er verabschiedet. Anschließend rauschte der Blätterwald; wochenlang beschäftigte die „Affäre Kießling“ die Republik und führte zu einer erheblichen Beunruhigung. Es wurde ein Doppelgänger ausfindig gemacht und nachgewiesen, daß Kießling in jenen Kölner Lokalen nicht gewesen sei. Und doch blieben einige Fragen offen: Warum Kießling nicht eher ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt hatte, nämlich gleich nachdem er von den Vorwürfen hörte; warum er gesagt hat – nach der Unterredung mit Wörner –, er werde nie wieder etwas zugeben. Zweifel blieben, und sein Amt hat General Kießling bis zu seiner Verabschiedung am 31. März 1984 nicht mehr angetreten.

Wichtig ist dabei nur eines: Selbst heute, wo der § 175 abgeändert worden ist und deshalb für Erpressungen, anders als früher, wo Homosexualität noch strafbar war, längst nicht so viel Raum gegeben ist, werden Homosexuelle durch die Staatsführung als Sicherheitsrisiko eingestuft und mit Rücksicht darauf als nicht tragbar für zentrale Führungsaufgaben angesehen. An der grundsätzlichen Berechtigung Wörners, einen homosexuellen General vorzeitig zu entlassen, wurde nicht gezweifelt; es ging nur um die Frage, ob die Verdachtsmomente ausreichen. Die Staatsführung hat dabei aber nicht so sehr individuelle Gerechtigkeit im Auge zu haben, sondern das Wohl des Ganzen. Und dies bedeutet, daß bei verbleibenden Zweifeln mit Rücksicht auf die erheblichen Sicherheitsinteressen ein Verbleiben im Amt nicht in Frage kommt.

Wer Wörners Verhalten gutheißt, kann nicht Adolf Hitler verurteilen. Daß jedenfalls Homosexualität als Grund für eine Entlassung nicht ausreichend gewesen wäre, ist durch das Bonner Kabinett widerlegt. Und daß Hitler selbst den Oberbefehl übernahm, war auch nichts sensationelles. Dies ist auch bei vielen Demokratien, z.B. den USA, der Fall.

Es fragt sich nur, wie die Affären besser gelöst wurden: im Dritten Reich, wo keinerlei Pressekampagne „für“ oder „wider“ erfolgte, sondern Stillschweigen bewahrt wurde, und lediglich die Verabschiedung bekanntgegeben wurde, oder hier bei uns, wo fast monatelang die Angelegenheit breitgetreten wurde, womit dem An-

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sehen der Bundesrepublik im Ausland erheblicher Schaden zugefügt wurde.

Widersprechen wir jedenfalls der Lüge, Adolf Hitler hätte wegen Nichtigkeiten zwei führende Generäle Anfang 1938 entlassen, um selbst den Oberbefehl anzutreten!

Gemeinschaft Deutschbewußter Menschen

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Für diese elektronische Auflage wurden die folgenden Korrekturen vorgenommen :

S. 80 : Kathastrophe — Katastrophe
S. 84 : patroullieren — patrouillieren
S. 86 : lizensierten — lizenzierten
S. 88 : keinsfalls — keinesfalls
S. 96 : symphatisch — sympathisch
S. 100 : zusätzlich die 113. Infantrie-Division — Infanterie
S. 127 : bekennden — bekennenden
S. 128 : und und — und
S. 129 : Pilatius — Pilatus
S. 135 : verwandschaftlichen — verwandtschaftlichen


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