Erstellt von Roland Bohlinger und Johannes P. Ney
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Roland Bohlinger
Aus gegebenem Anlaß
Hetze und Verleumdung sind im politischen Kampf ein häufig angewandtes Mittel. Ihre Bedeutung als politisches Kampfmittel wäre allerdings bei weitem nicht so groß, gäben die meisten Menschen darauf die richtige Antwort : nämlich, indem sie mit Verachtung jedem Angriff begegnen, wo der Angreifer jemanden herabsetzt oder gar verleumdet, ohne dem Angegriffenen gleichzeitig Gelegenheit zur Erwiderung zu geben.
Solange diese Art der Antwort nicht als ein Gebot politischer Sauberkeit gilt und zur herrschenden Sitte erhoben ist, so lange wird es auch nicht gelingen, die Herrschaft der Unanständigen zu brechen. Und genau so lange wird es auch immer wieder erforderlich sein, auf Herabsetzungen und Verleumdungen zu erwidern, so sehr das dem Betroffenen auch zuwider sein mag. Wer falsch und negativ dargestellt wird, kann zwar mit Nichtachtung darüber hinwegsehen, aber er muß trotzdem immer wieder eingreifen, um politischen Schaden abzuwenden.
Wer die von mir verfaßten Veröffentlichungen liest, müßte ohne jede Schwierigkeit erkennen, wofür ich mich einsetze, nämlich für einen wirklich freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat, für die Erhaltung und Verständigung aller Völker und für eine allgemeine kulturelle Höherentwicklung. Ebenso müßte er ohne Schwierigkeit erkennen, daß ich mich gegen jede Art von Imperialismus, Priesterherrschaft und Krieg wende und, daß ich das nicht selektiv betreibe, sondern grundsätzlich, ohne jede Ausnahme. Das unterscheidet mich von meinen Gegnern. Diese verurteilen z.B. Herrenrassenwahn und nationalsozialistische Gewaltherrschaft, aber Vergleichbares auf der eigenen Seite finden sie durchaus in Ordnung, z.B. den Auserwähltheitswahn, wie er von bestimmten jüdischen Kreisen vertreten wird, oder die zahlreichen Gewaltherrschaften unter kommunistischer, christlicher, islamischer oder demokratischer Fahne.
Aber gerade diese Ausnahmslosigkeit ist es, die meinen Gegnern mißfällt. Ich schlage mich auf keine ihrer Seiten – und das erkennen sie zurecht als Bedrohung. Kürzlich meinte ein Fernsehmoderator, die (von mir herausgegebene Zeitschrift) NATION könnte gefährlich werden, da dort eine Linie vertreten werde, gegen die schwer zu argumentieren sei.
Nun, wenn die üblichen Mittel "demokratischer Erziehung" nichts fruchten, wird das wahre Gesicht gezeigt. So gab es neben einigen anderen Freundlichkeiten in diesem Jahr bereits fünf Brandanschläge gegen mein Verlags- und Wohnanwesen. In allen Brandfällen konnte der Schaden in Grenzen gehalten werden, weil die Brände immer kurz nach dem Entstehen bemerkt wurden. Es verbrannten jedoch mehrere Autos und beim letzten Brand wurde ein Teil des Dachstuhls zerstört. Polizeischutz wird mir trotzdem verweigert. Diesen bekommen Asylbewerberheime. Auch wenn dort über-
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wiegend Kriminelle sitzen (siehe meine Studie zum Thema Kriminalität unter Asylbewerbern und den Aufsatz "Überfremdung und Kriminalität" in NATION 4-5/1993.)
Im Übrigen nochmals zur Klarstellung für alle, besonders für jene mit der Vorliebe für Schubladen und Totschlagworte :
Die Politischen Grundprinzipien der NATION sind von mir verfaßt. Sie stellen einerseits ein Bekenntnis dar, andererseits sind sie als Mahnung an den Leser und an die Autoren der NATION gedacht. Und sie sind ganz bewußt an den Anfang jeder Ausgabe der NATION gestellt, seit ich Herausgeber dieser Zeitschrift bin. An sich sollte das ausreichend Klarheit schaffen. Wir leben jedoch in einer Zeit geistiger und ethischer Verwirrung, wo es den meisten Menschen schwerfällt, bei bestimmten Reizthemen klar zu denken, und noch schwerer, sich klar zu bekennen.
Daher halte ich es für angebracht, hier zusätzlich drei Dokumente auszugsweise wiederzugeben. Das erste Dokument ist ein Brief von mir an die Schriftleitung der Allgemeinen jüdischen Wochenzeitung vom 28.4.1978. Dieser Brief wurde anschließend von mir veröffentlicht. Es heißt darin u.a. :
"Nun, wer die geschichtswissenschaftliche Entwicklung genauer kennt, weiß, daß sie bestimmten Kreisen zunehmend unangenehm wird. Man ließ sich von Mitgliedern der Jewish Agency 1942 auf ein Pferd setzen, das schon vor 1933 ausgesucht und aufgezäumt worden war, ritt es dann ganz gerne, vielfach auch im guten Glauben – und nun, wo der Glaube schwindet und ungeheurer Schaden durch restlose Enthüllung der Wahrheit droht, da weiß man nicht, wie man von dem Pferd herunterkommen soll, ohne sich die Knochen zu brechen. Totschweigen, Verbote oder selbst ein 'Dritter Durchgang' werden da nicht helfen.
Offenbar haben zu wenige unter Ihnen bemerkt, daß sich bereits erfüllt hat, was im 'Jakob-Segen' ausgesprochen wird, daß sich deshalb nun der 'Esau-Segen' auszuwirken beginnt ! Der Verfasser jener alttestamentarischen Symbolgeschichte von 'Jakob' und 'Esau' war weise, er wußte, wenn 'Jakob' nach seinem endgültigen Sieg über 'Esau' die Grenze überschreitet und mit allen Mitteln den 'Esau' an der Selbstbefreiung – 'um auch Herr zu sein' – hindert, dann richtet er sich gegen 'Gott'. In Wirklichkeit gibt es zwar nicht den Gott der Thora, aber es gibt den 'Gott der Geschichte' : nämlich die innere Gesetzlichkeit der Geschichte, die mit den Naturgesetzen und den Seelengesetzen des Menschen zusammenhängt. Wer gegen diese Gesetzlichkeit handelt, den trifft sie. 'Jakob' befindet sich bereits mitten in diesem Vorgang :
Nahum Goldmann wiederholte auf dem 29. Zionistischen Kongreß in Jerusalem seine anscheinend 'paradoxale und brutale These, das Überleben des [jüdischen] Volkes sei heute mehr gefährdet, als in den schlimmsten Zeiten des Nazi-Regimes. Statistisch errechnet werde die Zahl der bewußten amerikanischen Juden in wenigen Jahren auf 4-5 Millionen zusammenschrumpfen' ('Jüdische Rundschau', 2.3.1978, S. 1). Nach Berichten in Ihrer Zeitung ist die wirkliche Lage aber noch viel schlimmer. Der jüdischen Gemeinschaft im deutschsprachigen Raum gelingt es nicht einmal eine eigene Jugendzeitschrift zu erstellen, sie muß eine amerikanische ins Deutsche übersetzen. Auf einer Jugendtagung in Würzburg waren nur 15 Jugendliche erschienen, kaum zehn waren als wirklich aktiv anzusehen. In den unter den Nichtjuden tätigen Hilfsorganisationen des Jahwismus sieht es kaum besser aus. Ich befürchte jedoch, daß Sie nicht begreifen, warum und wie gründlich die Gesetzlichkeit der Ge-
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schichte allmählich wirkt. Ich befürchte, daß Sie glauben, die alten Wege weiter beschreiten zu können. Das wäre tödlich, tödlich für Ihr Volk und für viele andere Völker. Allerdings nicht deshalb, weil 'Esau' mit Gewalt antworten würde ! Das wird nicht geschehen. Vielmehr wird das Ende herbeigeführt durch die falsche Grundhaltung dem Leben und der menschlichen Seele gegenüber, die Moses weitgehend von den ägyptischen und anderen Priestern übernahm und die sich dann in vielerlei Ableitungen, sei es im Christentum, Islam, Spinozismus, Marxismus, Freudismus und anderswo fortentwickelte und heute die ganze Menschheit bedroht.
Jedes Volk auf unserer Erde ist ein Ausdruck des göttlichen Willens zur Vielfalt und zugleich auch eine sehr wichtige Voraussetzung zur Entwicklung von Kultur und zur Erfüllung des menschlichen Lebenssinnes. Ebenso ist jedes Volk und jede Gruppe in einem Volk wie auch jeder einzelne Mensch befähigt, sich von falschen Verhaltensweisen zu lösen. Aber aller Wandel zum Besseren beginnt mit dem Erkennen wesentlicher Zusammenhänge, wesentlicher Wahrheit. Springen Sie vom falschen Pferd und dienen Sie uneingeschränkt der kritischen Auseinandersetzung im Dienste der Wahrheitsfindung und Wahrheitsverbreitung ! Damit dienen sie der Menschheit am besten und gewinnen Ihre Jugend zurück."
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1980 veröffentlichte ich das Buch von Eustace Mullins Die Bankierverschwörung, zu dem ich dann noch einige Ergänzungen im Anhang hinzufügte. Darunter war auch ein Text, den ich mit Walther Soyka zusammen verfaßt hatte. Das Buch erlebte eine Auflage von 30.000 Stück. Der Text, den ich gleich zitieren werde, wurde noch einmal 1981 im Vorwort zur Reprintausgabe des Buches von Friedrich Wichtl und Robert Schneider : Weltfreimaurerei – Weltrevolution – Weltrepublik abgedruckt. Zuvor hatte ich in diesem Vorwort noch folgendes geschrieben :
"Schneider führt ... auf S. 87/88 ganz richtig aus, daß 'völkische Anschauungen ... keineswegs zu einer Überhebung der einen Rasse gegenüber einer anderen', sondern zum 'Gegenteil', zur Bejahung einer Gleichberechtigung und Ablehnung jeder 'Vergottung' der eigenen Rasse führen. Der Verfasser lehnte also das im Dritten Reich vielfach auftretende 'Herrenrassendenken' ab, trotzdem blieb er aber in dieser Angelegenheit an der Oberfläche. Mathilde Ludendorff, die in dem vorliegenden Buch auch einmal zitiert wird, hat in ihrem philosophischen Werk eingehend nachgewiesen, daß einerseits die seelische Unterschiedlichkeit der einzelnen Rassen eine Tatsache und schöpfungsgewollte Vielfalt der Arten mit der teilweise daraus folgenden Vielfalt der Kulturen und Gesittungen darstellt, daß aber diese Unterschiedlichkeit andererseits nicht dazu führt, daß der einzelne Angehörige einer Rasse seiner Entscheidungsfreiheit auf moralischem Gebiet enthoben ist und daher auch nicht von vorneherein durch seine Rasse moralisch höher oder tiefer steht als der Angehörige einer anderen Rasse. Schneiders oberflächliche Sichtweise auf diesem Gebiet und die Tatsache, daß die auf dem Jahwehglauben aufbauende Kirche fast nur innerhalb des jüdischen Volkes und lediglich ihre Derivate – vor allem das Christentum, der Islam und die Freimaurerei – auch und besonders außerhalb des jüdischen Volkes verbreitet sind, führte dazu, daß der Verfasser nicht immer genügend differenzierte zwischen den Juden allgemein (als Angehörige eines Volkes oder einer Rasse) und jenen Juden, die als Beteiligte an einer bestimmten theokratisch-imperialistischen Bewegung aufgetreten sind, zu der im Grunde auch die Derivate und damit auch Angehörige nichtjüdischer Völker gehören. In dieser Hinsicht sind wir heute durch die Ereignisse im Dritten Reich besonders und zurecht sensibilisiert ...
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Vor etwa einem Jahr brachte ich das Buch von Eustace Mullins Die Bankierverschwörung heraus. Der Zusammenhang zwischen der 'Bankierverschwörung' und der 'Plutoniumverschwörung', dem 'Jahwismus', der 'Freimaurerei' und ähnlicher Gruppen ist vielen Sachkennern bekannt. Im Anhang zu dem genannten Buch wurden Ausführungen von Walther Soyka abgedruckt, an deren Zustandekommen ich beteiligt war. Es waren Worte sowohl an die 'herrschenden' Kreise als auch an die 'beherrschten', eingedenk der Erkenntnis, daß die ersteren überwiegend durch religiöse bis okkulte Vorstellungen geistig gebunden sind und daß diese geistige Bindung bei allen Bemühungen um Befreiung beachtet und teilweise auch als Mittel eingesetzt werden muß, ohne daß es zu einer Verächtlichmachung oder zu anderen Unrechtshandlungen kommt."
Und nun folgt der erwähnte, schon in dem Buch Die Bankierverschwörung zitierte Text :
"Das Brockhaus-Taschenbuch 75 Christliche Prophetie und Nuklearenergie von Bernhard Gilberth ist seit 1962 schon oft nachgedruckt worden. Vor fast 19 Jahren schrieb Philberth u.a. :
'Daß wir die nächsten Monate in Frieden überdauern, ist sehr wahrscheinlich, daß wir die nächsten Jahrzehnte in Frieden überdauern, ist sehr unwahrscheinlich : vorausgesetzt, daß keine religiöse Umkehr die geistige Situation wandelt.'
Als Nichtchrist habe ich am 7.12.1980 an Bundeskanzler Helmut Schmidt geschrieben. Ich wies ihn auf das 'Gesetz über Sabbathjahr und Erlaßjahr' hin, das seit der Zerstörung des Tempels Salomos (70 n. d. Zw.) nicht mehr angewendet wird. Das im 3. Buch Moses, Kapitel 25 als Erlaßjahr, Halljahr oder Jobeljahr beschriebene Umverteilen von angehäuften Vermögenswerten in jedem 50. Kalenderjahr macht mit der Einsicht ernst, daß der Planet Erde endliche Größe hat. Anders die Zins- und Zinseszinswirtschaft, die von der Vorstellung eines unendlich aufblähbaren Erdballes ausgeht.
Bei der Absendung meines Briefes an Schmidt wußte ich noch nichts von der Aktion des Bad Harzburger Taschenbibelbundes, von der am 4.12.1980 die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtete :
'Alle Abgeordneten des neuen Bundestages haben vom Taschenbibelbund in Bad Harzburg eine Schrift mit den Kernaussagen der Bibel zugesandt bekommen. Wie der Informationsdienst der evangelischen Allianz berichtet, hat der Taschenbibelbund in einem Begleitschreiben den Abgeordneten 'Kraft, Weisheit und den erforderlichen Mut zur rechten Entscheidung gewünscht.''
Ich hoffe, daß Helmut Schmidt und die Bundestagsabgeordneten in diesen 'Kernaussagen' auch 3. Mos. 25, Vers 10, 13, 14, 17, 25, 28, 35, 36, 47, 48 und 54 finden, ebenso wie 1. Mos. 33, wo die Versöhnung Esaus mit Jakob geschildert wird. Auch ich hoffe auf Kraft, Weisheit und Mut bei den anstehenden, vor allem innerseelischen Entscheidungen, die wohl im Sinne von Philberth als 'religiöse Umkehr' bezeichnet werden können.
Für mich ist es aus seelengesetzlichen Gründen undenkbar, daß es eine einheitlich planende und handelnde Hochfinanz gibt. Obwohl die nach außen wirkenden Ereignisse zunächst eine solche 'Einheit' vermuten lassen, habe ich beim Lesen der beiden Bände von Bernhard M. Baruch's Lebenserinnerungen (Gute 88 Jahre (1958) und Die Jahre des Dienens (1961), beide im Kindler Verlag, München) Äußerungen gefunden, die mich lebhaft an eine be-
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stimmte jüdische Legende erinnert haben. Sie kommt in verschiedenen Lesarten vor, über die Gershom Scholem in seinem Buch Judaica (Suhrkamp Verlag 1968, S. 223) schreibt :
'Nach manchen dieser Legenden ist einer der 36 Verborgenen der Messias. Wäre das Zeitalter dessen würdig, würde er als solcher offenbar werden.' ('Die 36 verborgenen Gerechten in der jüdischen Tradition')
Im selben Buch schreibt Scholem 'Zum Verständnis der messianischen Idee im Judentum' (S. 72) :
'Die Ankunft des Messias selber ist an unmögliche, jedenfalls höchst paradoxe Bedingungen gebunden, niemals wohl melancholischer und menschlich-vertrackter als in dem, einen Gedanken des Sohar zuspitzenden Wort, der Messias werde nicht eher kommen, als bis die Tränen Esaus versiegt sein werden. Unter allen Bedingungen der Erlösung wahrlich die überraschendste und zugleich unmöglichste ! Denn die Tränen Esaus sind die, die er nach Genesis 27 :38 [1. Mos. 27, Vers 38] vergoß, als er von Jakob um den Segen Isaaks betrogen wurde.'
Ich gehe davon aus, daß wir geistig-metaphysisch das 'Joch Jakobs' bereits abgeschüttelt haben. Das schreibt u.a. auch Seefahrtoberlehrer Kapitän Harm Menkens in einem Brief, den er am 9.12.1980 an alle Bonner Bundestagsabgeordneten schickte und in dem es heißt :
'Als ich Herrn Rabbiner Berger (Bremen) am 11.5.1979 besuchte, betonte dieser, daß die Juden als auserwähltes Volk auch 'besondere Pflichten' hätten. Den gleichen 'besonderen Pflichten' unterliegen aber auch diejenigen Nachkommen Esaus, die das Joch Jakobs – ohne diesem zu fluchen – entsprechend dem Esau erteilten Segen (1. Mose 27, 40) vom Halse gerissen haben und auch Herr sind.
Dieses war aber erst möglich, nachdem der Jakobssegen (1. Moses 27, 28-29) mit dem Eintritt des messianischen Zeitalters am 14.5.1948 voll erfüllt war. Aus der hohen Verantwortung heraus, daß sich der Unterzeichnende zu den Nachkommen Esaus rechnen darf, bitte ich Sie, den Inhalt dieses Briefes und der beigefügten Anlagen sorgfältig zu lesen und zu prüfen !
Zunächst darf ich Ihnen die Broschüre Atomkrieg 1979/1980 überreichen. Diese Schrift hatte ich bereits den Abgeordneten des vorherigen Bundestags im Mai 1979 aus aktuellem Anlaß unter dem Titel "Atomkrieg im Mai ?" zugestellt. Da sich die von mir aufgezeigten Gefahren in den vergangenen Monaten zu politischen Tatsachen entwickelt haben und in zunehmendem Maße zu eskalieren drohen, erlaube ich mir – auch wegen der zwischenzeitlich erfolgten Mandatsänderungen –, Ihnen diese Druckschrift nochmals zuzusenden. Als Ergänzung zu meinen Ausführungen füge ich noch ein Flugblatt 'Aufruf an alle Bürger Europas : Wehrt Euch !' von Prof. Dr. Karl Bechert bei.
Gleichfalls überreiche ich einen offenen Brief von Walther Soyka (Absolv. rer. pol.) an den Herrn Bundeskanzler vom 7.12.1980 mit den Aufsätzen 'Jüdischer Glaube gestaltet Realpolitik' und 'Noch einmal der Esau-Segen' von Mathilde Ludendorff sowie die Druckschrift 'Atomtod droht uns allen ! – Gibt es einen Weg zur Rettung ? – Ja ...' (1957) des Bundes für Gotterkenntnis (Ludendorff) e. V. in der Anlage. Diese Unterlagen enthalten Ausführungen zur Frage des Jakob- und Esau-Segens. Insbesondere werden Vorschläge gemacht, wie man die ideologischen Gegensätze zwischen Ost und West mittels der Religionsphilosophie Dr. Mathilde Ludendorffs abbauen kann. Dann käme auch die 'Zeit für eine Beschränkung der Atomrüstungen mit dem Ziel ihrer gänzlichen Beseitigung'. Bedeutsam scheinen mir auch die Ausführungen über das Halljahr (3. Mose 25) zu sein; statt eines Wirtschaftskrieges müßte das Jahr 1981 fünfzig Jahre nach der Wirtschaftskrise von 1931 gemäß Mose 25, 10
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als Halljahr (Jobeljahr, Erlaßjahr) ausgerufen werden, in dem jeglicher wieder zu seiner Habe und zu seiner Sippe kommen sollte.'
In seinem Buch Gesinnung und Tat (Verlag Huber, Frauenfeld und Stuttgart 1969, S. 102) zitiert Lothar Rothschild aus dem jüdischen Midrasch :
'Will aber jemand ein Gerechter sein, so kann er es, selbst wenn er ein Heide ist.'
Offenbar ist es daher unschädlich, daß B. M. Baruch über sich in seinem Buch Gute 88 Jahre schreibt :
'Obwohl ich an keinem bestimmten Glauben hänge, achte ich alle Religionen, und ich weiß, daß ein wahrhaft religiöser Mensch aus seinem Glauben Glückseligkeit bezieht.'
Mir wurde schon vor mehr als 20 Jahren in Wien vom ehemaligen Knesset-Abgeordneten Eliezar Livneh, der aus altem Rabbinergeschlecht stammt, gesagt, daß mit dem Eintritt ins messianische Zeitalter 'das alte Gesetz' seine Wirksamkeit für die Gläubigen verliert. Ohne Verrat an ihrem Volk zu begehen, könne daher er, ebenso wie Baruch und auch Bruno Kreisky von sich sagen, daß sie nicht mehr dem mosaischen Glauben anhängen. Allerdings ist dies keineswegs schon eine allgemein anerkannte Haltung oder religiöse 'Umkehr', wie z.B. ein als 'Bericht aus Jerusalem' bezeichneter Aufsatz zeigt, der u.a. Worte des Thora-Weisen Schabatai Schiloh im Terra Sankta Gebäude zu Jerusalem wiedergibt. Der Bericht erschien im August 1980 in der Monatsschrift Nachrichten aus Israel (Herausgeber : Verein für Bibelstudium in Israel Beth-Shalom, CH-8330 Pfäffikon ZH). Dort wird über Schiloh unter der Überschrift berichtet 'Der Messias kommt' :
'Mit einer Fülle von Bibelstellen wies er nach, daß das Kommen des Messias in der Zeit von frühestens 1978 bis spätestens 1981 geschehen sein muß ... Immer wieder betonte er : 'Ich zeige ihnen nicht eine Sache, die man glauben muß, sondern die sie offen sehen können.' Dabei nahm er seinen Stift und begann zu rechnen :
1517 begann in Jerusalem die Herrschaft der Osmanen, die nach acht Jubeljahren, das sind 400 Jahre, enden sollte, was auch durch die Briten 1917 geschah. Dem sollte ein weiteres Jubeljahr (50) Niemandszeit folgen und danach sollte Jerusalem wieder dem Volk Israel zufallen, siehe 1967. Alle diese Berechnungen finden ihre Wurzel im Buch Daniel und im kabbalistischen Werk Sohar aus dem 13. Jahrhundert. Sohar sagt, daß sechseinhalb Jahre nach der Heimholung Jerusalems (1967) Gog und Magog (1973) beginnt. Der nächste Krieg wird dann schon der 'push-button' Krieg der Supermächte gegen Israel sein. Durch ein weltweites Holocaust, beginnend in Nah-Ost, werden zwei Drittel der Menschheit vernichtet.'
Daß solche apokalyptischen Voraussagen in Erfüllung gehen können, steht fest. Sie müssen es aber nicht. Gemäß der oben erwähnten Legende, die mir beim Lesen von Baruch's Lebenserinnerungen einfiel, ruht das Schicksal der Welt auf 36 unbekannten oder verborgenen Gerechten. Wenn auch nur ein einziger von ihnen ausfällt, geht die Welt unter, weil ihr das Fundament fehlt.
Gersholm Scholem beendet seinen Bericht über diese Legende :
'Der verborgene Gerechte, wenn er irgend etwas ist, ist eben dein und mein Nachbar, dessen wahre Natur uns ewig unergründlich bleibt und über den kein moralisches Urteil abzugeben uns diese Vorstellung ermahnen will. Es ist eine von einer etwas anarchischen Moral getragene, aber eben deswegen um so eindrucksvollere Warnung. Der Mitmensch mag der verborgene Gerechte sein.' (S. 225)
Im Jahr 1960 schrieb Bernhard M. Baruch im Buch Die Jahre des Dienens :
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'Nach fünfzehn Jahren ist die Deutschlandfrage noch immer das Hauptproblem des Friedens. Aber die Geschehnisse der letzten Jahre haben die meisten von uns dazu gebracht, unsere Ansichten über Deutschlands Behandlung zu überprüfen. In meiner Kindheit gab es ein Sprichwort, daß 'nur ein Maultier und ein Meilenstein niemals ihren Sinn änderten'. Ich habe nie zu jener Kategorie gehören wollen und habe daher hinsichtlich der Deutschlandpolitik meine Ansicht geändert.'
Baruch schrieb dies, nachdem 1952 Mathilde Ludendorff öffentlich auf die zentrale Bedeutung nicht nur des 'Jakobsegens' sondern auch des 'Esausegens' (1. Mos. 27 :40) für alle Thora- und Bibelgläubigen hingewiesen hatte, da dort als gottgewollt das 'Abreißen des Jochs Jakobs' d.h. die allgemeine Völkerbefreiung und die damit einhergehende Versöhnung zwischen 'Jakob und Esau' verkündet wird. Ich finde, daß Baruchs Sinneswandel in den fünfziger Jahren den Beginn einer grundlegenden Weichenstellung innerhalb von Kreisen der Hochfinanz anzeigt, welche die Beschreitung eines Weges ermöglicht, der die 'Tränen Esaus' versiegen läßt, da er beiden Seiten Gerechtigkeit, Freiheit und schließlich die Versöhnung bringt. Die Neuauflage der Bankierverschwörung hat gerade diesen Kreisen zu signalisieren, daß Esau aufgestanden ist, um der menschlichen Entwicklung den 'apokalyptischen Stachel' zu nehmen. Die Hand Esaus zu ergreifen, ist jetzt die Aufgabe Jakobs. Vielleicht ist ein Hinweis hilfreich, den ich in der Abhandlung von Gersholm Scholem 'Zur Neuauflage des 'Stern der Erlösung' fand (Judaica, S. 232) :
'Freilich, in der so faszinierenden wie problematischen Lehre von der Vorwegnähme der Erlösung im jüdischen Leben hat Rosenzweig entschlossen und feindselig Stellung gegen die offene Tür im sonst so geordneten Haus des Judentums genommen : gegen die Katastrophentheorie der messianischen Apokalyptik, die man wohl als den Punkt bezeichnen darf, an dem sich heute noch theokratische und bürgerliche Lebenshaltung unversöhnlich gegenüberstehen. Die tiefe Tendenz, dem Organismus des Judentums den apokalyptischen Stachel zu nehmen, mit der Rosenzweig der letzte und sicher einer der stärksten Exponenten einer sehr alten und sehr mächtigen, in vielen Gestalten kristallisierten Bewegung im Judentum ist, bedingt bei ihm wohl auch den seltsam kirchlichen Aspekt, unter dem hier manchmal unversehens das Judentum erscheint. Die Apokalyptik, die als ein ohne Zweifel anarchisches Element für Lüftung im Haus des Judentums gesorgt hat, die Erkenntnis von der Katastrophalität aller historischen Ordnung in einer unerlösten Welt, hat hier in einem tief um Ordnung besorgten Denken eine Metamorphose durchgemacht, in der die zerstörende Macht der Erlösung nur mehr als Unruhe in das Uhrwerk des Lebens im Licht der Offenbarung eingebaut erscheint. Denn daß der Erlösung nicht nur eine befreiende, sondern auch eine zerstörende Gewalt innewohnt – eine Wahrheit, der allzuviele Theologen des Judentums sehr ungern sich eröffnen und der auszuweichen eine ganze Literatur sich plagt – konnte freilich einem Denker vom Range Rosenzweigs niemals verborgen bleiben : so suchte er sie wenigstens in einer höheren Ordnung der Wahrheit aufzuheben. Wenn der Blitz der Erlösung das Weltall des Judentums steuert, so ist hier das Leben des Juden der Blitzableiter, der seine zerstörende Gewalt zu brechen bestimmt ist.' (Erstmals im Frankfurter Israelitischen Gemeindeblatt, Sept. 1931, S. 15-18 zur Neuauflage des Stern der Erlösung von Franz Rosenzweig zehn Jahre nach dessen erstem Erscheinen von Gershom Scholem veröffentlicht.)
Franz Rosenzweig, der sich 1921 dem Dienst an der Wahrheit als einem Dienst für eine höhere Ordnung zugewandt hatte, trug auf Seiten Jakobs erheblich zur Wandlung der geistigen Situation bei, die der Gründung der Internationalen Bankenallianz 1913 in Paris zugrunde gelegen war. Baruch kennzeichnete diese Situation so :
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'Solange ein Mensch glaubt, er könne einen Mitmenschen überlisten und ausspielen, wird immer der Zeitpunkt eintreten, da er das versuchen wird.' (Gute 88 Jahre, S. 307)
Im Gegensatz zum hier beschriebenen Listdenken, das auch die 'Bankierverschwörung' kennzeichnet, sagt Baruch in Die Jahre des Dienens :
'Ich habe stets den Standpunkt vertreten, daß jeder Mensch das Recht hat, eine falsche Meinung zu haben, aber kein Mensch darf Tatsachen falsch darstellen.' (S. 512)"
Hier endet das Zitat aus dem Buch Die Bankierverschwörung.
Aller politischen Tugend Anfang ist die richtige Darstellung von Tatsachen. Ohne die Kenntnis von Tatsachen ist Erkenntnis und ohne Erkenntnis ist weder Erlösung noch Rechtsfindung noch Freiheit möglich. Sowohl Wichtl als auch Schneider haben sich redlich bemüht, Tatsachen darzustellen. Jede geschichtliche Forschung ... ist jedoch nicht von Irrtümern und Fehlinterpretationen freizuhalten. Soll Geschichtsforschung ihre wichtigste Aufgabe erfüllen, nämlich Lehrmeisterin für die Gestaltung der Zukunft zu sein, dann ist von entscheidender Bedeutung nicht der Irrtum in nebensächlichen Dingen, sondern die Erkenntnis von Grundwahrheiten, insbesondere die Erkenntnis von wesentlichen Entwicklungsrichtungen und Ursachen."
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Und schließlich sei eine Stelle aus meinem Brief an Herrn Ignatz Bubis zitiert, den ich in der NATION 3/93 veröffentlicht habe. Darin heißt es u.a. :
"Prophezeit und Gesetz Ihrer Religion ist, daß am Schluß Esau 'das Joch' seines Bruders Jakob 'vom Halse reißen und auch Herr sein' wird (1. Mos. 27/40). Haben Sie also vergessen, daß es heißt : die Nachkommen Jakobs und Esaus, also die Juden, die ihnen affiliierten Nichtjuden (z.B. Christen oder Freimaurer) und die übrigen Nichtjuden sollen und werden einträchtig und gleichberechtigt, mithin selbstbestimmt und friedlich nebeneinander leben ? Wie können Sie da nur den Mord an gewalttätigen Rechtsradikalen (was bestenfalls als eine Art Notwehr im alttestamentarischen Sinn verständlich wäre, wirklich rechtens wäre nur ein Vorgehen nach dem geltenden Gesetz), sondern Mord an den führenden gewaltverneinenden Trägern und Erfüllern des 'Esau-Segens' planen ? Wie können Sie nicht nur die zur Versöhnung ausgestreckte Hand zurückweisen, sondern den Besitzer dieser Hand vernichten wollen ? Wie mir mitgeteilt wurde, soll u.a. auch ich auf der Tötungsliste stehen.*) Wie töricht ! Haben Sie vergessen, daß das Ziel der Geschichte, das in der zentralen Prophezeihung Ihrer Religion zum Ausdruck kommt, in der Überwindung des Imperialismus besteht, und zwar durch Versöhnung der Völker und ihre Heilung durch Selbstbewahrung, Selbstbestimmung und freie kulturelle Entfaltung im Rahmen einer allgemeinen Rechts- und Friedensordnung, die getragen ist von der Überzeugung, daß die Schöpfung und das Dasein jedes Menschen und jedes Volkes heilig ist ? Und haben Sie vergessen, daß dieses Ziel nicht verwirklicht werden kann ohne die helfende Hand Esaus, d.h. der 'Wissenden' unter 'Esau', also den Trägern des 'Esau-Segens', die mit den 'Wissenden' unter 'Jakob' die 'Erlösung' bewirken müssen ? Sah nicht Jahweh für einen so schweren Verstoß gegen das Gesetz die Vernichtung Ja-
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kobs vor ? Die Träger des 'Esau-Segens' wollen diese Vernichtung nicht. Im Gegenteil, sie sind die 'schützende Hand 'Gottes' gegen die Vernichtung' ! Für sie sind alle Völker, auch das Volk Jakobs, 'Ideen Gottes'. Sie wollen die friedliche Erhaltung, Selbstbestimmung, Freiheit und kulturelle Höherentwicklung ausnahmslos aller Völker, auch und gerade, wenn sie, wie der Verfasser, nicht Anhänger Ihrer Religion sind. Also meine Herren Rabbiner, ergreifen Sie die ausgestreckte Hand, bevor es zu spät ist ! Das Zeitalter Jakobs geht zu Ende, so oder so. Nach Ihrem Glauben ist dies das von Jahweh bestimmte Gesetz. Nach meiner Überzeugung, und der meiner Freunde, ist das die Folge der geltenden Seelen- und Naturgesetze und bestimmter moralischer bzw. religiöser Grundentscheidungen in den Völkern. Das bricht sich in zunehmendem Maße überall in der Welt Bahn.
Und noch etwas : Viele unter Ihnen sind zwar der Auffassung, daß sie im alten Stil weiterarbeiten können. Man trägt sich in Ihren Kreisen sogar mit dem Gedanken, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der USA noch mehr als bisher auf die EG und hier insbesondere auf Deutschland zu setzen. Es bleibt auch kaum etwas anders übrig ! Man diskutiert sogar, Deutschland zur vorherrschenden Macht in der Welt zu machen – natürlich unter Ihrer Leitung. Auch in diesem Punkt, so paradox das zu sein scheint, bleibt Ihnen kaum etwas anderes übrig – falls Sie im alten Stil fortfahren wollen. Das ist auch der Grund für die gegenwärtige Richtung Ihrer Politik : Der totalen Domestikation der Deutschen einschließlich vehementer Förderung ihrer rassischen Überfremdung. Diese Zielsetzung kann man inzwischen sogar in der 'New York Times' und der 'Washington Post', die sich beide im Besitz Ihrer Leute befinden, nachlesen. Wie unvorsichtig ! Und abermals : wie töricht ! Der Gang der Geschichte läuft in eine andere Richtung, nicht zuletzt gerade dank Ihrer törichten Politik !
Daher nochmals : es gilt jetzt, das Zeitalter Jakobs und Esaus herbeizuführen, das Zeitalter der Versöhnung und Befriedung ! Eine Alternative hierzu gibt es nicht."
Ich denke, daß hiermit das Wesentliche ausgesagt und dokumentiert ist. Wer mich künftig in Kenntnis dieser Ausführungen noch in die antisemitische Schublade steckt, richtet sich selbst.
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Für diese elektronische Auflage wurden die folgenden Korrekturen vorgenommen :
S. 6 : (Verweis) Macht ohne Moral.9 — 6
S. 26 : Sitzungprotokoll — Sitzungsprotokoll
S. 29 : (Verweis) Macht ohne Moral.3 — 6
S. 33 : (Verweis) Berlin BBT 1700."29 — 29a
S. 40 : Kriegsgegern — Kriegsgegnern
S. 42 : amerinische — amerikanische
S. 43 : angegestellt — angestellt
S. 45 : Prolem — Problem
S. 55 : Linenführung — Linienführung
S. 67 : Minsterialdirektor — Ministerialdirektor
S. 68 : Reichslanzlei — Reichskanzlei
S. 89 : Einladungschreiben — Einladungsschreiben
S. 160 : Menscheit — Menschheit
S. 162 : Phrophezeit — Prophezeit
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