Biographie Hellmut Diwald

Universitätsprofessor Dr. phil. habil. Hellmut Diwald wurde am 13. August 1929 in Schattau (Südmähren/Sudetenland) geboren und verstarb am 26. Mai 1993 in Würzburg. Er wuchs in Prag und Nürnberg auf. Nach dem Besuch der Real- und Oberschule absolvierte er ein Studium der Ingenieurwissenschaften und schloß es 1950 mit dem Ingenieurexamen im Bereich Maschinenbau ab. Es folgte ein Studium der Geschichte (Religions- und Geistesgeschichte, Literaturgeschichte und Neuere Profangeschichte) und Philosophie an den Universitäten in Erlangen und Hamburg. In seinem Zweitstudium promovierte er 1953 in Erlangen, also mit 24 Jahren, mit einer Dissertation zum Thema Untersuchungen zum Geschichtsrealismus im 19. Jahrhundert bei dem großen jüdischen Religionsphilosophen und Preußenkenner Hans-Joachim Schoeps.

Seine Habilitation erfolgte mit 29 Jahren im Jahre 1958. Hellmut Diwald war Gründungsmitglied der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt (ZFI; Leiter Dr. Alfred Schickel) und der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste, Mitglied der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) und des Witikobundes, der Deutschen Akademie für Bildung und Kultur, der Generalversammlung des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschlands (CJD) und des Goethe-Instituts.

Er erhielt 1979 den Kulturpreis für Wissenschaft der Sudetendeutschen Landsmannschaft, 1980 den Südmährischen Kulturpreis und ebenfalls 1980 die Johannes-Mathesius-Medaille, 1987 die Kant-Plakette der Deutschen Akademie für Bildung und Kultur, 1990 den Goldenen Ehrenring ›Der deutschen Literatur‹ des Deutschen Kulturwerkes europäischen Geistes, 1992 den Schillerpreis des Deutschen Volkes, gestiftet vom Deutschen Kulturwerk Europäischen Geistes.

Hellmut Diwald, der bekannteste Historiker Deutschlands, verfaßte zahlreiche Geschichtswerke, darunter viele Bestseller, Schriften und Aufsätze. Er hielt zahlreiche öffentliche Vorträge. »Denn der aus dem südmährischen Schattau stammende Ingenieurssohn war ein brillanter Schreiber wie begnadeter Redner, dem fast jeder Satz zum druckreifen Diktum glückte.« (Dr. Alfred Schickel) Diwald verfaßte Kommentare und Drehbücher und war ständiger Mitarbeiter in Rundfunk und Fernsehen. Als vielfacher Erfolgsautor war er Millionen von Fernsehzuschauern, etwa durch die Fernsehserie Dokumente Deutschen Daseins von Wolfgang Venohr in Zusammenarbeit mit Sebastian Haffner, in der Bundesrepublik und Österreich bekannt.

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