Cesare Cremonini-Preis 1999

»Notizbuch Johannes Gross, Neueste Folge, Zweiundzwanzigstes Stück

Deutschland ist das Land, in dem mehr Preise als Verdienste vorkommen. Dennoch fehlt einer, am besten zu benennen nach dem Philosophen Cesare Cremonini (1550-1631). Cremonini ist in der Philosophiegeschichte kein Stern erster Ordnung als origineller Denker und Beweger, aber ein respektabler Mann vom Fach, dem für die Rezeption des Aristoteles auf Grund der arabischen Tradition ein hohes Verdienst zukommt. Der Cremonini-Preis sollte bedeutenden Männern und Frauen aus Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften zuerkannt werden, die, glaubens- und überzeugungsstark, an Lehrmeinungen und Erkenntnissätzen entgegen neuer Einsicht festzuhalten vermögen und notfalls die Augen vor aller Empirie schließen. Cremonini hatte zu jenen wackeren Zeitgenossen des Galileo Galilei gehört, die es ablehnten, der Einladung des umstrittenen Forschers zu folgen, durch sein Teleskop zu schauen; sie befürchteten, daß ihre richtige Erd- und Weltsicht durch den Blick ins All erschüttert werden könnte.«

Aus: Frankfurter Allgemeine Magazin, 18. Woche, 7. Mai 1993, Heft 688, Seite 10


Wie in VffG Nr. 1/97 angekündigt, möchte VHO jährlich einen Preis für eine zeitgeschichtlich dogmatische Persönlichkeit des Öffentlichen Lebens verleihen. Ende 1997 wurde daher ein Preiskomitee gebildet, das Kandidatenvorschläge gemäß den rechts aufgeführten Bedingungen in deutsch, englisch oder französisch entgegennimmt.

Ich, Robert H. Countess, Ph.D., bin der Vorsitzende des Cesare Cremonini Preiskomitees. Als Preis für den Gewinner des Cesare Cremonini Preises wurde eine Urkunde sowie ein Freiabonnement von VffG für ein Jahr festgesetzt.

Aus Mangel an Vorschlägen wurde der Preisverleih für 1998 ausgesetzt. Um so mehr rufen wir unsere Leser dazu auf, uns im nächsten Jahr reichlich Vorschläge zukommen zu lassen.

Ich werde persönlich in das Land des Preisgewinners zu einem Öffentlichen Abendessen mit diesem in dessen Wohnort anreisen, wobei ihm der Preis übergeben wird. Wir hoffen, daß der Gewinner daran teilnehmen wird, obgleich wir annehmen, daß es unwahrscheinlich ist, daß er den Mut dazu hat. In diesem Fall werden wir den Preis am nächsten Tag persönlich in seinem Büro oder seiner Wohnung übergeben.

Zudem wird eine Plakette mit folgender Gravur hergestellt:

Herrn/Frau xxx, der/dem Gewinner/in des ersten Cesare Cremonini-Preises durch die Stiftung Vrij Historisch Onderzoek als Auszeichnung für in Wort oder Schrift geäußerte außergewöhnliche Ignoranz und Feigheit auf dem Gebiet der Zeitgeschichte.

Robert H. Countess, Ph.D. – Dipl.-Chem. Germar Rudolf

Die Voraussetzungen für eine Kandidatur sind:

Vorschläge bitte mit den evtl. nötigen Unterlagen einsenden an: Robert H. Countess, 28755 Sagewood Circle, Toney, Alabama 35773, USA


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(4) (1998), S. 247.
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