»Holocaust i nyt lys« - einige Hintergrundinformationen und Fakten

Von der Gruppe Free Historians, Dänemark

Die Debatte in den dänischen Medien begann, als Dr. Christian Lindtner vom Redakteur der Kopenhagener Tageszeitung Berlingske Tidende (Sektion »Eksistens«), Nils Gunder Hansen, zur Abfassung des Artikels eingeladen wurde. Lindtner hatte bereits früher häufig zur Rubrik »Eksistens« in den Bereichen Religion, Geschichte und Philosophie beigetragen, z.B. ein Essay mit dem Titel »Die Drei Religionen Abrahams« am 18. Januar 1997.

Der angefragte Artikel erschien dann am 24. Januar 1998, und angesichts der erkennbar kontroversen Natur dieses Beitrages schrieb Nils G. Hansen auf Seite 1 der gleichen Ausgabe:

»Selbstverständlich ist es die verdammte Pflicht der Wissenschaft, sich dieser Konfrontation [von Fakten und Mythen] zu stellen. Aber dies kann nur unter der Voraussetzung geschehen, daß sich die Wissenschaft strikter Selbstdisziplin unterzieht, die in einer offenen Debatte und bei jeder Kritik vorherrschen muß. Ansonsten können die alten Mythen leicht durch neue ersetzt werden. Aus dem gleichen Grunde ist Goldhagens „Wir-sehen-uns-vor-Gericht"-Verhaltensweise eine totale Katastrophe.«

Auf Lindtners Artikel erfolgten viele Reaktionen, positive wie negative. Dan Tschernia meinte zum Beispiel, daß es auf die Anzahl der Opfer gar nicht ankomme, und daß es schlimm sei, daß sich Lindtner auf jüdische Gelehrte beziehe (30.1.1998). Ein weiterer Leser, Otto Sommer, meinte, es komme sehr wohl auf die Zahl der Opfer an und es sei nichts dagegen einzuwenden, jüdische Autoritäten zu zitieren (31.1.1998). Die zwei professionellen Historiker Therkel Stræde (31.1.1998) und Stig Hornshøj-Møller (7.2.1998) äußerten sich negativ, auch wenn sie keine Fehler in Lindtners Beitrag feststellen konnten.[1] Sie boten jede Menge Spekulationen über den Zeitpunkt, die Bedeutung, den Umfang usw. des Holocaust an, ohne sich dabei auf Dokumente zu beziehen.

Der Welt bestes Lexikon - mit dänischen Augen gesehen

»Der Welt bestes Lexikon - mit dänischen Augen gesehen«. (Berlingske Tidende, 26. April 1998) Die Eintragungen zum Thema Holocaust halten einer Überprüfung allerdings nicht stand.[2]

Dr. Christian Lindtners Antwort darauf erschien am 23.2.1998 unter dem Titel »Lügen der Enzyklopädie«. Darin bezog er sich hauptsächlich auf technische und faktische, d.h. nicht-spekulative Informationen aus dem Beitrag von Carlo Mattogno und Franco Deana »Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau« aus dem Sammelband Grundlagen zur Zeitgeschichte (Grabert, Tübingen 1994, S. 281-320). Stræde, der für den schlecht recherchierten Auschwitz-Beitrag in der großen Dänischen Enzyklopädie verantwortlich ist (die sich selbst als die »beste Enzyklopädie der Welt« bezeichnet »- mit dänischen Augen gesehen«, vgl. Berlingske Tidende, 26.4.1998) antwortete am 29.2.1998, daß in Treblinka in 13 Gaskammern 800.000 Menschen vergast worden seien, 2-3.000 täglich. Dies wiederum brachte Stræde in Konflikt mit Herbert Pundiks »Holocaust«-Beitrag in der großen Enzyklopädie (Bd. 8, S. 570), demzufolge es in Treblinka 12 Gaskammern gab, die täglich 10.000 „verarbeiten" konnten. Am 14. März schrieb der Religionshistoriker Lasse Brandstrup in Berlingske Tidende, Auschwitz sei »das Schwarze Loch im mentalen Universum unserer Zeit.« Er widersprach zudem dem Papst, der Auschwitz das Golgata unseres Jahrhunderts genannt hatte. Am 16. März berichtete Berlingske Tidende über einen Beitrag der britischen Tageszeitung The Observer vom 15. März, demzufolge es jüdische Rachepläne zur Ermordung von sechs Millionen Deutschen nach Kriegsende gegeben habe. Der gleiche Bericht über die geplante jüdische Rache an sechs Millionen Deutschen wurde auch vom schwedischen Journalisten Göran Rosenberg in seinem Buch Det förlorade landet - en personlig historie genannt (Albert Bonniers Förlag, Stockholm 1996). Der Berlingske Tidende-Journalist Jan Hedegaard informierte die Leser am 1. März, daß man 300-400 Kilogramm trockenes Holz sowie vier Stunden Zeit benötige, um eine einzige menschliche Leiche zu kremieren (in Malabar Hill, Indien). Dies könnte man als einen Kommentar zur Treblinka-Debatte ansehen. Die US-amerikanische Anti-Defamation League hat zudem in einem Bericht aus dem Jahr 1982 festgehalten, die Zahl der Opfer von Treblinka betrage zwei Millionen. Diesbezüglich müssen die Zahlen der dänischen Historiker als »revisionistisch« bezeichnet werden.

Ursprünglich wurde die 6.000.000-Zahl, die heute täglich in den Medien verwendet wird, in einem völlig anderen Zusammenhang benutzt (Juden als Opfer).

Der Oberrabbi Bent Melchior äußerte sich Öffentlich dahingehend, es seien 12.000.000 ermordet worden, daß auch die dänischen Juden nach Auschwitz geschickt werden sollten, und daß wir alle von Adam und Eva abstammten. Er war allerdings gegen eine freie Debatte, auch wenn alle Historiker darin übereinstimmen, daß Melchiors Ansichten erstaunlich und kontrovers sind. Bent Melchior ist der Öffentlichkeit als Vorsitzender des europäischen Zweiges der einflußreichen jüdischen Loge B'nai B'rith bekannt sowie als Beitragender zum »Antisemitism World Report«, der vom Institute for Jewish Affairs veröffentlicht wird (11 Hertford Street, London W1Y 7DX, Großbritannien). In der Zeitung Ekstra Bladet führte Bent Melchior am 19. April 1998 aus, daß Gott laut dem Zweiten Buch Mose, Kapitel 32, seine Worte einmal bedauert habe. In ähnlicher Weise solle sich die Katholische Kirche Öffentlich für ihre Verantwortung für ihren Judenhaß entschuldigen. Nach Bent Melchior hatte Papst Pius XII. bereits im Jahr 1942 Kenntnisse »über das wahre Ausmaß der Verbrechen«. Ist es nicht wundervoll, fragt er, daß Gott Reue fühlen und zeigen kann? Dies zeige die Menschlichkeit Gottes. Der Holocaust sei das »größte Massaker der Weltgeschichte«.

Christian Lindtner hatte ausgeführt, die dänische Betrachtungsweise des Holocaust sei oft zu sehr von kommunistischer Propaganda und den vulgären Erzeugnissen von Hollywoods Unterhaltungsindustrie beeinflußt worden. Wiederholt hatte Lindtner die Absurdität der Holocaust-Leugnung betont. Eine ähnliche Ansicht wurde in dem Beitrag »Holocaust, Holokult, Hollywood« vertreten, der am 9. Mai 1998 in der dänischen Zeitung Politiken erschien. Darin argumentierte der junge Historiker Peter Ravn, das die etablierten Holocaust-Gelehrten die Herausforderung durch die Holocaust-Leugner aufgreifen müßten:

»Lügen können weder durch Verleumdungen noch durch eine Disneyfizierung oder durch mystische Todes-Pornographie widerlegt werden.« (wie sie Peter Ravn zuvor bei einem Bildungsurlaub in Israel erlebt hatte.)

›Skandal‹ in Dänemark durch das deutsche Nationaljournal

Rauschen im dänischen Blätterwald. Auslöser für das »Rasen der Juden« (Jyllands-Posten, 25.3.98) war eine Sensationsmeldung, die das deutsche National Journal im Internet über den Artikel von Christian Lindtner publizierte. (http://www.nationaljournal.org)

All dies veranlaßte den Sprecher von »Mosaisk Troessamfund«, der Organisation dänischer Juden mosaischen Bekenntnisses, zu einer Reaktion. Lindtners Artikel wurde mit allgemeinen und abstrakten Begriffen von Großrabbi Bent Melchior als »widerlich« abgelehnt, und der Vorsitzenden von Mosaisk Troessamfund, Bent Silber, beschwerte sich in einem Brief bei der Chefredakteurin von Berlingske Tidende, Anne Jensen.[3] Sie entschuldigte sich zögerlich und schob die Schuld einmal der Zeitung zu und dann wieder der mangelnden Wissenschaftlichkeit von Christian Lindtner. Am 26. März 1998 schrieb der Leser Kaj Vilhelmsen, MA, in Berlingske Tidende:

»Die Chefredakteurin von Berlingske Tidende, Anne E. Jensen, führte in TV/2 Lorry am 23. März aus, daß der Beitrag von Herrn Lindtner über die jüdische Situation im Zweiten Weltkrieg irrtümlich gebracht worden sei, und es scheint, daß der Grund für ihre Stellungnahme ein Protest von Mosaisk Troessamfund war. Vielleicht glaubt Anne E. Jensen, den Juden damit einen Gefallen zu erweisen, aber damit liegt sie falsch. Wenn man versucht, die Redefreiheit der Dänen auf eine jüdische Initiative hin zu beschränken, wird dies nur Feindseligkeiten gegenüber den Juden erzeugen. Anne E. Jensen nannte Lindtners Artikel zudem „unwissenschaftlich", aber sein Beitrag basierte auf historischen Fakten, gestützt von wissenschaftlicher Literatur.«

In einem an die Zeitung Jyllands-Posten gerichteten Schreiben führte Christian Lindtner am 25. März 1998 aus:

»Die Verwendung meines Artikels liegt jenseits meiner Kontrollmöglichkeiten. Es handelt sich dabei aber selbstverständlich nicht um „Holocaust-Leugnung". Er hat mit der Korrektur alter Zahlen zu tun und mit Definitionen und Beschreibungen. Die Reaktion [der zwei Sprecher] des Mosaiske Troessamfund ist völlig ungerechtfertigt und hat religiöse Untertöne. Sie ist ein Anschlag auf die Forschungs- und Wissenschaftsfreiheit.«

Die Zeitung Jyllands-Posten hatte am 19. März ohne Kommentar Avraham Burg, den Präsidenten der Israel Jewish Agency, zitiert:

»Ich habe das Gefühl, daß es während des Krieges keinen einzigen Goldbarren in Europa gab, der nicht zumindest einen Goldzahn enthielt, der aus dem Mund eines jüdischen Opfers gezogen worden war.«

Christian Lindtners Hauptgrund, warum er sich auf dieses Kapitel der Geschichte eingelassen hat, ist, daß er fand, die dänischen Historiker würden nicht genügend zwischen Mythen und Fakten unterscheiden. Sie vergessen die Quellenkritik und sind daher unwissenschaftlich. Sie nennen sich selbst Historiker, erzählen tatsächlich aber nur Geschichten. Christian Lindtner zitiert in diesem Zusammenhang häufig den dänischen Historiker Hans Gram (1685-1748):

»Glaube keiner Quelle nur auf ihr Wort hin, sondern übe die schärfste Kritik!«

Und auch Cicero:

»Ne quid falsi dicere audeat historicus, ne quid veri non audeat« (Frei übersetzt: Ein Historiker soll nichts Unwahres sagen und das Wahre nicht verschweigen.)

Und gleichfalls den Griechen Hecataeus:

»Was ich hier schreibe, ist der Bericht, den ich für wahr halte. Zumal die Geschichten, die die Griechen erzählen, zahlreich und meiner Meinung nach lächerlich sind«

In einem Artikel zitierte Lindtner Ludvig Holberg (1684-1754):

»Man sollte nicht nach den Gründen und Ursachen eines Phänomens fragen, bevor man dessen Existenz sichergestellt hat!«

Mit anderen Worten, die „falschen Historiker" sind die Zielscheibe seiner Kritik. Sie brechen ihre eigenen Regeln.

Die Debatte sprang anschließend auf eine andere Zeitung über, dem Kristeligt Dagblad (Christliches Tageblatt). Mit Bezug auf Deborah Lipstadt und Jean-Claude Pressac meinte Geoffrey Cain am 14. April, daß einige von Christian Lindtner geäußerten Ansichten teilweise falsch seien, wobei er sich nicht nur auf den Artikel in Berlingske Tidende bezog, sondern auch auf den Beitrag »Esau haßt Jakob« vom 4. September 1997 in Kristeligt Dagblad. Überraschenderweise zitierte Cain aus einem von Jürgen Graf am 21. November 1997 vor der Dänischen Gesellschaft für freie Geschichtsforschung in Kopenhagen auf dänisch gehaltenen Vortrag:

»Zukünftige Generationen werden das Ausmaß menschlicher Dummheit und Feigheit nicht nachvollziehen können, das sich in der „Holocaust"-Legende manifestiert hat, eine Legende, die fast die ganze Welt 50 Jahre lang kritiklos hingenommen hat. Sie werden nicht verstehen können, daß unsere Intellektuellen und Historiker diese Geschichte akzeptiert haben, die historisch wie technisch unfaßbar dumm ist. Kilometerweise wurden Texte über die „Holocaust"-Legende verfaßt, ohne daß auch nur ein offizieller Historiker auf den Gedanken gekommen wäre, die Stätten, die „Gaskammern" und die Krematorien einer wissenschaftlichen und chemischen Analyse zu unterziehen. Fast die ganze Welt glaubt, daß Millionen von Juden auf teuflische Weise in chemischen Schlachthäusern umgebracht wurden, ohne Spuren zu hinterlassen: Es gibt weder Asche, Knochen noch Zähne; keine einzige Gaskammer wurde gefunden, die den Zeugenbeschreibungen entsprechend hätte funktionieren können; es gibt keine Dokumente - NICHTS!«

Wiederum gab es positive und negative Reaktionen. Die Philologin und Religionshistorikerin Klara Preben-Hansen schrieb am 18. April:

»Der Revisionismus fordert die offene Debatte«

Sie kritisierte Cain für seine gegen Christian Lindtner vorgebrachten perfiden und unwissenschaftlichen Argumente. Sie findet den Revisionismus interessant und besteht wie Nils G. Hansen auf der Notwendigkeit einer offenen Debatte. Es gab aber auch andere Teilnehmer in dieser Auseinandersetzung. Ein Historiker bestand darauf, das der Begriff »Revisionismus« nicht für die hier in Frage stehende Art von Wissenschaft mißbraucht werden solle.

In der Wochenzeitung Weekendavisen vom 17-23. April führte der Historiker Allan A. Lund aus:

»Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß Goldhagens Erfolg von den Medien geschaffen wurde - von Anfang an.«

Anschließend wiederholte er lediglich, was Ch. Lindtner dazu bereits ausgeführt hatte und darüber in der internationalen Presse erschienen war, wie etwa der Bericht von The Independent vom 8.4.1998 über »die Angriffe auf die intellektuelle Integrität von Daniel Goldhagen« usw.

Im April berichteten die Medien, daß Dänemark nunmehr ins Rampenlicht des in Los Angeles ansässigen jüdischen Simon-Wiesenthal-Zentrums geraten sei. Rabbi Abraham Cooper warnte z.B. vor der Internet-Seite von Mogens Glistrup, wo unter anderen ausgeführt wird:

»Der jüdische Holocaust während des Zweiten Weltkrieges hat nicht stattgefunden und die Gaskammern sind reine jüdische Propaganda.« (Jyllands-Posten, 12. & 14. April 1998.)

Gegenüber Jyllands-Posten erklärte Ole Kreiberg, der ebenfalls vom Simon-Wiesenthal-Zentrum wegen seiner Internetz-Seite angegriffen wurde:

»Die Presse wird von jüdischen Interessen kontrolliert. Sie kontrollieren die Zeitungen und dadurch auch, was politisch korrekt ist. Das Internet ist eine Bedrohung für das Weltbild der Presse. [...] Die Juden benutzen die These vom Holocaust, um den Leuten den Mund zu stopfen. [...] Sechs Millionen vergaste Juden sind Unsinn. Ich glaube nicht daran, daß Juden in Gaskammern ermordet wurden.« (12.4.1998)

Nicht direkt, aber vielleicht indirekt mit dieser Debatte verbunden ist ein Bericht, der in der März/April-Ausgabe 1998 der Biblical Archaeological Review erschien (S. 56). Darin wird darüber berichtet, daß auf dem kürzlich durchgeführten Treffen biblischer Archäologen in San Francisco der Kopenhagener Theologe T. Thomsen vom Harvard Professor Lawrence E. Stager mit der Begründung angegriffen wurde, mit seiner kritischen Kopenhagener Haltung gegenüber der historischen Realität gewisser alttestamentarischer Berichte sei er mit jenen vergleichbar, »die leugnen würden, daß während des Holocaust Gaskammern benutzt wurden.« Dieser Vergleich von biblischer Kritik und Holocaust-Kritik ist hochinteressant. Vielleicht liegt dies daran, daß man spürt, daß beide Bereiche zum großen Teil auf bloßen Offenbarungen basieren.

Tatsächlich sind die oben zitierten Ausführungen von Rabbi Cooper unwahr. Es gibt keinen Beleg dafür, daß jemals ein Däne in einem Öffentlichen Medium den Holocaust kategorisch und auf platte Weise geleugnet hätte. Zahlen, Daten, Orte, Definitionen usw. wurden natürlich immer wieder revidiert. Diese Revision alter Ansichten ist in Dänemark - noch - absolut legal. (Es gab 1994 den Versuch, die »Holocaust-Leugnung« zu verbieten.[4])

Am 18. April brachte Berlingske Tidende ein Interview mit dem Auschwitz-Überlebenden Olly Ritterband (oder auch Olly Czitron), dessen Vater »in der Gaskammer von Dachau starb.« Man fragt sich, warum Berlingske Tidende derartige Berichte bringt, zumal die meisten Historiker heutzutage wissen, daß es in Dachau keine Gaskammern gab.

Neue Krematoriumsöfen in KL Dachau

Die neuen Krematoriumsöfen im KL Dachau (nach Kristeligt Dagblad, 18.4.98): Krematoriumsöfen gibt es auch heute Hunderte in Deutschland. Was soll mit solchen Aufnahmen suggeriert werden?

Gleichfalls im April berichteten die Medien über einen »Streit hinter den Kulissen« (des Mosaisk Troessamfund, vgl. Weekendavisen, 17.-23. April). Der damalige Vorsitzende, Bent Silber, würde gedrängt zurückzutreten, und Bent Melchior wurde vorgeworfen, er sei zu konservativ. Niemals zuvor, so wurde berichtet, habe es einen derartigen Streit unter den dänischen Juden gegeben. Einige Mitglieder nannten Bent Melchior »stark, aber gerecht«, andere nannten ihn »grausam und tyrannisch«.

Erstaunlich offen und kritisch über den Einfluß der Juden in den USA präsentierte sich am 30. April 1998 ein Artikel in Jyllands-Posten mit dem Titel »Der vertrauensvolle Verbündete Israels«. Darin wird der US-Jude Mark Bruzonsky wie folgt zitiert:

»Die Pro-Israel-Lobby (AIPAC) in Washington kontrolliert de facto die Nahostpolitik der USA. Das ist offensichtlich, auch wenn dies niemand Öffentlich zugeben wird.«

Schließlich lud die Fakultät für Geschichte an der Universität von Kopenhagen Professor Eberhard Jäckel ein, am 29. Mai 1998 eine Öffentliche Vorlesung des Titels »Der Mord an den europäischen Juden und die Geschichte« abzuhalten. Jäckels Hauptthese ist, daß der Mord an den Juden nicht bloß »einmalig«, sondern zudem »einzigartig« ist. Er kritisierte die Verwendung des Begriffes Holocaust, der seiner (falschen) Meinung nach erstmals 1959 benutzt wurde. Er hielt es für sehr unwahrscheinlich, daß der ehemalige Kommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, nach dem Kriege gefoltert worden ist. Jedenfalls meinte er, daß Höß' Geständnis in vollem Umfang durch die Dokumente der Zentralbauleitung in Auschwitz bestätigt worden seien (was gleichfalls falsch ist). Einige der Zuhörer hatten den Eindruck, daß dort ein Theologe oder ein Metaphysiker predigte, aber kein Wissenschaftler oder Historiker. Kritische Fragen an ihn wurden verurteilt, eine gar als »herzlos« bezeichnet. Ein Zuhörer meinte, der deutsche Gast habe manchmal eine verdammende Tonart besessen, die ihn sehr an Roland Freisler erinnerte. Prof. Jäckel stellte eine kuriose Einseitigkeit und Ignoranz gegenüber der jüngeren deutschen Geschichtsforschung zur Schau. Zudem beanspruchte er für sich, als erster gewisse Ansichten geäußert zu haben, die nachweislich bereits Gelehrte vor ihm geäußert hatten, insbesondere bezüglich der »Einzigartigkeit« des Völkermordes.

Nach dieser Vorlesung führte das Parlamentsmitglied Peter Duetoft im dänischen Parlament (Folketing) aus, es sei die Pflicht des dänischen Staates, die Öffentlichkeit über den Holocaust zu informieren.

»Dänemark muß ein Zentrum gründen, das das Wissen über die Nazi-Vernichtung von 6.000.000 Juden während des Zweiten Weltkrieges verkünden kann.« (Jyllands-Posten, 28.6.1998)

Stig Hornshøj-Møller wurde mit der Äußerung zitiert, die Vorlesung von Prof. Jäckel habe »eine schockierende Ignoranz« gegenüber dem Holocaust verdeutlicht. Vielleicht würden ähnlich wie in Schweden 75% der dänischen Studenten denken, der Holocaust habe gar nicht stattgefunden, oder sie würden zumindest nicht wirklich wissen, worum es sich handelt. Der schwedische Premierminister Göran Persson habe soeben ein Buch über den Holocaust veröffentlicht (...om detta må ni berätta... frei erhältlich von der Regierungskanzlei, Levande Historia, S-10333 Stockholm, Telefon: 0046-200-118090, Fax: +200-118091). Dänemark solle es genauso machen. Der dänische Premierminister Poul Nyrup Rasmussen habe daraufhin, wenn auch nur vage, sein Interesse daran bekundet. Er würde lieber über den Zweiten Weltkrieg im allgemeinen informieren.

Zusammenfassung

In Dänemark ist die Lage immer noch sehr mit der zur Zeit des römischen Herrschers Trajan zu vergleichen, unter dem, Tacitus zufolge, man denken und sagen konnte, was man wollte. Vom Standpunkt der Dänen im allgemeinen aus betrachtet erscheint es wesentlich, daß sich diese Prinzipien der Gedanken- und Redefreiheit auch im übrigen Europa durchsetzen, wo sie, wie wir wissen, häufig verletzt werden.

Im Jerusalemer Yad Vashem Zentrum für Erziehung warnte Saphira Rapoport vor einer »Disneyfizierung des Holocaust«, wie Ravn (oben) betont hat. Sie beide haben recht. Das für Dänemark vorgeschlagene Zentrum kann einen nützlichen Öffentlichen Dienst anbieten, vorausgesetzt freilich, das es von kritischen Historikern geleitet wird und nicht von einseitigen Geschichten-Erzählern.

Allerdings scheint Dänemark zur Zeit derartige kritische Historiker nicht zu haben. Immer noch regiert der »Geist der 68er« sowohl in den Universitäten als auch in den Massenmedien. Allerdings werden kritische Stimmen zunehmend von den jüngeren Geschichtsstudenten angehört sowie von kritischen Personen aus allen Schichten der Gesellschaft. Die Tradition der Redefreiheit ist in Dänemark sehr stark ausgebildet - wahrscheinlich in gewissem Umfang auch unter der Mehrheit der assimilierten Juden.

Einige Politiker haben erklärt, sie seien Willens, ihre Ansichten über die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges zu ändern, aber nur, wenn dies zuvor von den Historikern vorexerziert wird. Das ist verständlich. Und aus diesem Grund verdient der Redakteur von Berlingske Tidende, Nils G. Hansen, unseren Dank für die Eröffnung der Debatte in den Medien und dafür, daß er darauf bestand, daß es die verdammte Pflicht der Historiker ist, zwischen Mythen und Fakten zu unterscheiden.


Anmerkungen

[1]Stræde gestand ein, daß es jenseits der von Lindtner angeführten Fälle keine dokumentarischen Beweise für Morde im Lager Auschwitz-Birkenau gebe, daß man an diese aber trotzdem glauben müsse. Warum man das müsse, und welchen Zeugen wir glauben sollen, wenn sie sich widersprechen, erklärte Stræde nicht. Hornshøj-Møller meinte, er habe das Gefühl, das Hitler Himmler den Holocaust bereits am 20. Juni 1940 befohlen habe. Hitler selbst habe, so Hornshøj-Møller, unter einem starken Minderwertigkeitskomplex gelitten. Um diesen zu überwinden, habe er sich schließlich entschlossen, die Juden umzubringen, auch wenn er sie nicht persönlich haßte. Um das deutsche Volk darauf vorzubereiten, habe er den Film Der ewige Jude produzieren lassen. Um den Widerspruch zu erklären, daß Hitler/Himmler einerseits die Juden umbrachten, andererseits aber planten, sie nach dem Kriege nach Madagaskar abzuschieben, meint er, dies sei nur geschehen, um ihre schrecklichen Verbrechen vor einander zu verbergen. Mit anderen Worten: Hitler und Himmler haben nicht nur sich selbst, sondern sich zudem auch gegenseitig zu täuschen versucht. Man wunder sich u.a., wie sie anderen schreckliche Befehle erteilen konnten, wenn sie es noch nicht einmal wagten, diese vor einander einzugestehen. Der Titel von Hornshøj-Møllers Artikel heißt ironischerweise »Neue Mythen zum Holocaust«. Neulich erwies sich Hornshøj-Møller als ein eifriger Unterstützer für ein neues dänisches Holocaust Zentrum. Seiner Auffassung nach kann eine freie Geschichtsforschung für die Demokratie gefährlich sein. Er meint, es sei viel besser, gute Geschichten zu erzählen.
[2]In einer Rezension in Jylland Posten wurde darüber geklagt, diese Enzyklopädie sei merkwürdig »freundlich gegenüber dem Kommunismus«. Es enthält kaum Bezüge zu den wohldokumentierten Massenmorden der Kommunisten, obwohl dieses Thema, insbesondere seit der Veröffentlichung von S. Courtois Buch Das Schwarzbuch des Kommunismus, allgemein bekannt ist. Prof. Bent Jensen war so ziehmlich der einzige dänische Gelehrte, der das entsprechende Wissen besitzt und den Mut aufbrachte, dieses bei den 68ern unbeliebte Thema anzusprechen (vgl. VffG 2/97, S. 111f.)
[3]A. Jensen wörtlich:
»Lindters Artikel hätte nicht in dieser Form gebracht werden sollen [...] Ich bin nicht für die Einschränkung der Redefreiheit, wie man es in anderen Ländern sieht, etwa u.a. in Deutschland. Das Problem mit Lindtners Essay war, daß es ohne Gegenargumente und ohne jeden redaktionellen Kommentar veröffentlicht wurde.«
Tatsächlich gab es einen derartigen Kommentar durch Nils G. Hansen. Einige Monate später wurde Anne E. Jensen von ihrem Posten entfernt und durch einen neuen Chefredakteur ersetzte, der für seine linken Ansichten und Aktivitäten bekannt ist. Am 12. September 1989 schließlich hat die Sektion »Eksistens« in Berlingske Tidende aufgehört zu bestehen.
[4]Im Jahr 1994 gabe es einige internationale Stimmen, die sich in die dänische Debatte einmischten, z.B. Jean Kahn, damals Vorsitzender des European Jewish Congress, Samspil, Nr. 7, November 1994:
»In Dänemark ist es legal, die Verfolgung der Juden und die Existenz der Gaskammern während des Zweiten Weltkrieges zu leugnen. Dies ist für uns Juden absolut inakzeptabel. Auch hier muß eine Harmonisierung [mit deutschen und franzöischen Gesetzen etc.] stattfinden« Am 11. Oktober 1994 äußerte Ignatz Bubis in Extra, es sei nun auch für die Dänen die Zeit gekommen, jene zu bestrafen, die die »Auschwitzlüge« verbreiten, wie es Deutschland und andere Länder bereits tun. Schon im März 1994 hatte es in Kopenhagen eine offizielle Anhörung zu diesem Thema gegeben. Dort führt Dr. Dina Porat, zu Gast von der Universität Tel Aviv, bezüglich der wissenschaftlichen Beweise für den Holocaust aus:
»Wenn keine Zeugen mehr übrig sind, bleiben uns nur noch die Filme und die Museen, um die These, Auschwitz sei eine Lüge, zu widerlegen.«
Im ganzen scheint der dänische Gesetzgeber von dem Gewicht derartiger Argumente nicht voll überzeugt worden zu sein. Noch im März 1996 kritisierte Serge Cwajgenbaum, Generalsekretär der Pariser Zentrums zur Erforschung des bzw. zum Kampf gegen Rassissmus und Antisemitismus, daß die Dänen noch immer kein Gesetz gegen die Verbreitung »rassistischer Propaganda« verabschiedet haben.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(4) (1998), S. 293-298.
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