Errata

VffG 4/98, Titelbild: Die Bildunterschrift dieses Bildes wurde unverändert von dem Originalbeitrag von Prof. Kopanski übernommen. Die Redaktion ist sich mit vielen unserer Leser einig, daß die dortige These von der Ausweitung des Kommissarbefehls auf die russische Bevölkerung, die die Niederlage im Osten eingeleitet hat, sachlich nicht haltbar ist. Wir hätten diesen Text als Meinung des Autors kennzeichnen müssen und wohl besser nicht als Titelbildunterschrift verwendet. Wir bitten diesbezüglich um Nachsicht und geloben Besserung.

VffG 4/98, S. 250f., 292: Der Begriff »Typhus« muß ersetzt werden durch den Begriff »Fleckfieber«. Spätestens die Forschungen von Ricketts und Prowazeki haben vor und während des Ersten Weltkrieges bewiesen, daß »Typhus« und »Fleckfieber« zwei jeweils völlig verschiedene Krankheiten sind, auch wenn die Symptome ähnlich sind, was bisweilen zur Verwechslung der Krankheiten führte. Während des Zweiten Weltkrieges war besonders den Deutschen der Unterschied bekannt. In den deutschen KLs trat vor allem das Fleckfieber auf, seltener der Typhus.

Die Sache wird noch komplizierter dadurch, daß im Deutschen für das Fleckfieber auch der Begriff »Flecktyphus« lange Zeit gebraucht wurde (vgl. den Beitrag von Hans Lamker in VffG 4/98). Diese Bezeichnung wird aber wegen der Verwechslungsgefahr von der Medizin abgelehnt und wurde auch in der gesamten Literatur zur Zeit des Zweiten Weltkrieges nicht mehr verwendet.

VffG 4/98, S. 304: Die im Schaukasten gezeigten Zahlen geben nur die sogenannten »Prtopagandadelikte« wieder wie etwa das Tragen »verfassungswidriger« Kennzeichen. Nicht erfaßt sind darin schwerere Delikte wie Volksverhetzung, Aufstachelung zum Haß, Beleidigung und Verunglimpfung (§§130f., 185, 189 StPO). Alles zusammengenommen kam es laut Bundeskriminalamt im Jahr 1996 zu 7.585 (statt der angebenenen 5.635) und im Jahr 1997 zu 10.257 (statt der angegebenen 7.888) Strafverfahren (Quelle: Innere Sicherheit, Informationen des Bundesinnenministeriums, Nr. 3/1998, S. 7).

VffG 4/98, S. 307f.: Die neuen Einträge in unserer Liste eingezogene Bücher hat in zwei Fällen zu Unmutsäußerungen betroffener Autoren geführt, da in dem Schweizer Strafverfahren gegen Jürgen Graf und Gerhard Förster die beiden Bücher Erdachte Gespräche (Erich Glagau) und Verdammter Antisemitismus nicht explizit verboten worden seien. Dies stimmt insofern, als es in der Schweiz keine expliziten Bücherverbote gibt, sondern nur eine Bestrafung derjenigen, die unerwünschte Bücher verbreiten, was hier der Fall war. Aufgrund der großen Schwierigkeiten, die uns sowohl von Seiten der Verfolger als auch von Seiten der Verfolgten beim Zusammenstellen unserer Zensurliste gemacht werden, haben wir uns daher entschlossen, keine solche Liste mehr in VffG zu publizieren.

VffG 4/98, S. 328, rechte Spalte: Entgegen der Meldung »Massive Zensureingriffe in der Schweiz« ist die Internet-Seite von Recht+Freiheit (http://www.ruf-ch.org) von der Schweizer Kriminalpolizei bisher nicht als »zensurpflichtig« eingestuft worden. Zudem handelt es sich bei dieser Website nicht um eine »revisionistische«, sondern um eine freiheitlich-oppositionelle Seite. Richtig dagegen sind die Darstellungen in den Beiträgen Tycho Brahe (S. 298) und Anton Mägerle (S. 300).


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(1) (1999), S. 114.
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