Details zum KL Auschwitz

RB = Reichsbahntransporte, Belegung

Die Feststellung, mit wieviel Personen ein Güterwagen zu einem Transport mit Häftlingen wirklich belegt wurde, wird immer wichtiger. Dazu muß man wissen, daß eine große Anzahl von Schätzungen diverser Exterminationisten auf diesen Werten aufbaut. Eine willkommene Möglichkeit, aufgebauschte Zahlen zu verbreiten und zu nutzen.

Es häufen sich im Jahr 1944 Angaben, nach denen Güterwagen mit 100 Personen belegt worden sein sollen. Dies gilt vor allem bei Transporten aus Ungarn. Ein Güterwagen (1939) hatte eine Bodenfläche von 21,7 m2. Bei 100 Personen im Waggon wäre die Belegung demnach: 100 - 21,7 = 4,61 Personen / m2. Wir halten eine solch dichte Besatzung – insbesondere auf dieser bergigen Nebenstrecke von Ungarn nach Auschwitz – für unwahrscheinlich. Bergstrecken sind kurvenreich, das hat zur Folge, daß die Reibungswiderstände der Achsen in Kurven natürlich dementsprechend höher sind. Das wiederum führt, abgesehen von geringeren Geschwindigkeiten der Züge auf solchen Strecken, vereinfacht gesagt, zu einer Steigerung der notwendigen Zugkraft der Lokomotiven oder zu einer Verringerung der möglichen Anhängelast. G. Holming[1] vertritt diese Standpunkte ausführlich in dieser Zeitschrift.

Nachdem auch der Historiker Prof. Dr. G. Jagschitz in seinem Gutachten (siehe dort) Kritik an den Praktiken der Danuta Czech im Kalendarium äußerte, ist der Mißbrauch solcher Angaben festgestellt. Wir suchen aus diesem Grunde Fälle von Transporten, bei denen definitive Beweise für die Belegungszahlen von Transporten vorliegen.

Wir fanden Beweise dafür, daß bei einem Transport aus Frankreich die Belegung mit ca. 54 Personen pro Waggon erfolgte. Im Abbildungsteil des 1. Bandes der Sterbebücher von Auschwitz[2], Seiten 146 und 147, sind zwei entsprechende Dokumente abgelichtet. Es sind Kostenbelege des »Mitteleuropäisches Reisebüro G.m.b.H.« in Paris. Sie betreffen den »Judensonderzug Nr. 76 im DA 901 ab Bobigny am 10.2.44 nach Auschwitz«. Die Rechnung betrifft den Anteil der Fahrtstrecke innerhalb Frankreichs von 336 km für »1500 Personen« in »28 Wagen«. Die Belegung errechnet sich: 1500:28 = 53,57 Personen pro Waggon. Das entspräche 2,47 Personen pro m².

Wir bitten unsere Leser um Mithilfe. Wir benötigen weitere Angaben, ähnlich den obigen, nach denen korrekte Berechnungen möglich sind. Wesentlich ist dazu eine genaue, prüfbare Quellenangabe, wenn möglich unter Beifügung von Fotokopien an die Redaktion unserer Zeitschrift.

  1. Göran Holming, »Wieviel Gefangene wurden nach Auschwitz gebracht?«, VffG 1(4) (1997), S: 255-258.
  2. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hg.), Sterbebücher von Auschwitz, 3 Bd., hier Band 1: Berichte, K. G. Saur, München 1995

GA = Gutachten Jagschitz, Transporte

Wir berichteten bereits mehrfach in dieser Rubrik von überraschend ehrlichen Feststellungen des Prof. Dr. G. Jagschitz in seinem GA. Ähnlich wie J. C. Pressac in seinen Büchern, will er möglicherweise durch berechtigte Kritik an anderen Exterminationisten den Eindruck erwecken, daß er ein ehrlicher Historiker sei. Das ist jedoch ein Schein der trügt.

Er befaßt sich auf den Seiten 417 / 419 seines GA[1] auch mit den Transporten von Häftlingen nach Auschwitz:

»Es gibt ein Dokument, das ich gestern schon als vielfach kopiert angesprochen habe, nämlich aus der Reichsbahndirektion Minsk eine Liste für die Transporte im Jänner und Februar 1943 mit Grobangaben 2.000 Personen. Danuta Czech, die ein sonst recht verdienstvolles Kalendarium geschrieben hat, hat nun folgendes gemacht:

[Dieses Dokument ist, wie auch alle anderen, dem Protokoll des GA nicht beigefügt. Ferner hat Jagschitz - wie auch bei allen anderen erwähnten Dokumenten - keine Quellenangabe angefügt. Seine Nachweise sind somit nicht nachprüfbar. Eo ipso ist jedoch der Sinn eines Gutachtens, daß es für alle Verfahrensbeteiligten verständlich und nachvollziehbar sein muß. Es verwundert, daß ausgerechnet Jagschitz, der anderen Autoren mangelnde Quellenkritik anlastet, selbst nicht einmal Quellen fachgerecht nennt, auf die er sein GA stützt.]

Sie hat die Zahl der an diesem Tag vergebenen Nummern genommen, hat sie auf die 2.000 angelegt und hat festgestellt so und soviele hundert Personen Frauen und so und soviele hundert oder Dutzende Personen Männer sind registriert worden und der Rest ist vergast worden.

Das ist so [? unleserlich d.V.] eine Unzulässigkeit, denn 1. ist die Angabe von 2.000 eine große ungefähre Angabe der Reichsbahn, daß ungefähr in dieser Menge der Transport bereitgestellt werden muß, aber nur die Absendezahl wäre die konkrete gewesen, wieviele Personen wirklich gefahren sind. Das könnten weniger als 2.000 aber auch mehr gewesen sein.

Also es ist hier nur möglich diesen Vergleich von den tatsächlich abgesendeten Personen und der Zahl der im Lager aufgenommenen herzustellen, wenn man die exakte Zahl hat. Man kann sagen es stimmt ungefähr und es ist aus den gesamten Dokumenten und aus aller Literatur erkennbar, daß die grobe Zahl von 2.000 stimmt pro Transport, pro großen Transporten, es gibt allerdings auch kleinere. Also man kann als ungefähre Richtlinie von den 2.000 wohl ausgehen, aber es ist unzulässig exakt die Differenz zwischen 2.000 und den eingetragenen als getötet anzunehmen. [Hervorhebung d. V.]

Im Klartext hat also Jagschitz festgestellt, daß D. Czech in ihrem 1.057-seitigem Buch[2] unkorrekt gearbeitet hat. Nur wer sich, wie wir, mehrfach durch dieses Elaborat durchgearbeitet hat, kann den Wert der obigen Aussage richtig ermessen. Wieviel Unwahrheiten (oder Lügen?) hier verbreitet sind, könnte nur durch einen unbestechlichen Wissenschaftler festgestellt werden, der jedem Wort der D. Czech und den zugehörigen Quellen, die zum größten Teil fehlen oder unzureichend angegeben sind, nachgeht. Unsere Lebenszeit wird dazu wohl nicht mehr reichen. Um so notwendiger ist es, daß wir unsere Forschungen wenigstens noch so weit aufbereiten, daß spätere Generationen darauf aufbauen können. Hier stehen wir Wissensträger der Zeit in der Pflicht!

Die Zahl 2.000 für Transporte ist sicher die am häufigsten gebrauchte Zahl im Buch, aber leider meist ohne Beweise. Man wundert sich jetzt nur nicht mehr darüber. Das ist einer der vielen Belege für die unwahren Behauptungen, die aufgestellt wurden, um die z. T. märchenhaften Zahlen zu begründen. Man fragt sich bei dem Werk ohnehin laufend, was überhaupt stimmen kann! Wir kommen zwangsläufig immer wieder darauf zurück.

Jagschitz erklärt dann, daß es nach dem Antransport »oft Wochen gedauert hat, bis diese Häftlinge tätowiert wurden und ihre Nummern bekommen haben« und fährt dann fort:

»Es besteht kein Zweifel, daß es eine Diskrepanz zwischen Menschen, die nach Auschwitz transportiert wurden und über das System der Rampenselektion, [Eine Formulierung, die nach seinen Ausführungen im GA Seite 480 »In der Zeit« nicht verwendet wurde!] ich komme noch dazu, aussortiert [Das war der Begriff in der Zeit!] wurden, und einer wesentlich kleineren Zahl in das Lager Aufgenommenen, aber man kann nicht so tun als würde mit dem vorhandenen Zahlenmaterial eine exakte Zahl feststellbar sein [Hervorhebung d. V.]

Erkennbar bezichtigt er D. Czech dieser genannten Verfahrensweisen. Der Zwang aber, seinerzeit überall aufzubauschen, lag darin, daß man sich gezwungen sah – und das ist das Problem der vergangenen über 50 Jahre –, die behaupteten 4 Millionen Opfer in Auschwitz glaubhaft zu machen. Heute stehen unsere Gegner vor dem umgekehrten Problem. Wir werden darüber berichten.

Es gibt darüber hinaus noch ein zweites Dokument,[3] das wir in den Bauunterlagen des BW 32 (Zentralsauna) fanden. Die Zentralbauleitung, der das WVHA eine Umplanung des Gebäudes abverlangte weil die Planung zu groß erschien, – obschon das Gebäude bereits begonnen war – wehrte diese mit der Begründung ab:

»Die großen An- und Auskleideräume sind unbedingt erforderlich, da die Zugänge aus einem ganzen Transport (ca. 2000), welche meist nachts ankommen, bis zum anderen Morgen in einem Raum eingesperrt werden müssen.«

Ein Dokument, das uns Transportzahlen über 2.000 Personen mit Vorsicht betrachten läßt. Es ist aber auch ein Hinweis, der die »Aussortierung« an der Rampe in Zweifel zieht.

  1. Landesgericht für Strafsachen Wien, Geschäftszahl 26 b Vr- 14184/86
  2. D. Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945, Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg 1989
  3. ZAM 502-1-336-106/107, vom 4.6.43

GA = Gutachten Jagschitz, Statistik

Am 4. Mai 1992, Blatt nach 53, gibt Prof. Dr. G. Jagschitz an: »Mir ist nur eine statistische Untersuchung aus dem Jahr 1939 bekannt, [ .. ]«

Eine Zahl gibt Jagschitz jedoch nicht an. Da wir annehmen, daß die im Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1941/42, Seite 27, enthaltene Angabe über Juden in Deutschland unsere Leser interessiert, fügen wir sie an: (Mitte 1939 ohne Memelland) 330.539 Juden. Die Zahl entspricht 0,42 v. H. der Wohnbevölkerung.

Zeuge = "Märchenerzähler", hier Szlama Dragon

Ob der Zeuge Dragon ein Lügner war, weiß nur er selbst, daher wählten wir vorstehende Formulierung. Im Artikel »Keine Dokumente, trotzdem gefälscht« wurden Aussagen von Zeitzeugen zu recht als Ersatz für Sachbeweise abgelehnt. Dafür soll hier nun eine nachträgliche Begründung geliefert werden. Zunächst einmal ist ganz klar, daß der Sachbeweis erheblich höherwertiger ist als ein Zeugenbeweis. Zum anderen aber sind objektive Zeugenaussagen von Betroffenen äußerst selten, in Sachen "Holocaust" sogar eine extreme Rarität wie z. B. die von Paul Rassinier. Im speziellen Fall jedoch sind gerade die veröffentlichten Zeugenaussagen zum größten Teil von einer kaum zu beschreibenden Unwahrhaftigkeit. Uns fehlt einerseits die Zeit, andererseits der Platz in dieser Zeitschrift, um diese Tatsache so abzuhandeln, wie es notwendig wäre. Wir haben uns daher entschlossen, wenigstens einige solcher Aussagen aufzugreifen um zu zeigen, daß unsere Einschätzung begründet ist.

Als erstes Beispiel greifen wir das "Protokoll" einer Vernehmung des oben genannten S. Dragon heraus, vernommen durch den uns als Fälscher aufgefallenen Richter Jan Sehn. Der Text ist im Buch[1] des F. Piper auf den Seiten 203 bis 225 abgedruckt. Schon die 50 Anmerkungen des Autors selbst zum Inhalt sprechen Bände. Wir wählen daher die eklatantesten Unwahrheiten aus, weil es im Rahmen dieser Rubrik nicht möglich ist, auf alle Falschaussagen etc. einzugehen.

  1. Der Zeuge spricht von einem kleinen Haus [Bunker 1] und erwähnt neben diesem 4 Gruben von 30 m Länge, 7 m Breite und 3 m Tiefe, in denen Leichen verbrannt wurden. In VffG 1998, 2 Jahrgang, Heft 1, wurde nachgewiesen, daß in solchen Gruben das Grundwasser steht und somit eine Verbrennung nicht möglich war, es sei denn unter Wasser. Weder diese Gruben noch die Bunker 1 und 2 sind auf amerikanischen Luftbildern vorhanden.
  2. Dragon beschreibt weiter, wie in diesen Gruben die Verbrennung vorbereitet wurde:
    »Auf den Grund wurden zuerst dicke Holzstücke gelegt, dann über Kreuz immer kleinere, und schließlich trockene Zweige.«
    Jeder Lebenserfahrene, Soldat oder Pfadfinder weiß, daß dieser Weg falsch ist. Der umgekehrte Aufbau ist richtig. Deutsche Juristen glauben aber solchen Unsinn.
  3. Nun folgt eine Beschreibung des Gebäudes. An dieser Stelle ist jedoch zuerstzufesthalten, daß es weder für die Existenz des Gebäudes noch für die beschriebenen Vorgänge auch nur den Schimmer eines Beweises gibt. Das Haus (8,34 m × 17,07 m = 142,36 m2) soll nach einer beigefügten Skizze unverständlicherweise in 4 Räume aufgeteilt gewesen sein. In den 4 Räumen konnten 1.200, 700, 400 und 200 bis 250 Personen untergebracht werden. Insgesamt also 2.500 bis 2.750 Personen. Die Grundfläche der gesamten Räume betrug zusammen »etwa 105 m2«. Das ergibt 23,81 bzw. 26,19 Personen auf den m2. Daß dieses Ergebnis außer jeder Realität ist, muß wohl nicht bewiesen werden. Das seit Jahrzehnten bekannteste Fachbuch der Architekten, der "Neufert", gibt 6 Personen auf den m2 als Maximum an. (Das Exemplar, nach dem auch die Zentralbauleitung schon plante, liegt auch im Archiv in Moskau.)
  4. Bunker 1, dessen Existenz ebenfalls wie oben erwähnt, ohne jeden Beweis ist, nahm bei 90 m2 Grundfläche angeblich »weniger als zweitausend ausgezogene Menschen« auf. Ergebnis: Eine Nettofläche von etwa 80 m2 ergibt dann ähnliche Werte wie oben berechnet.
  5. »Die Leichen der Vergasten fanden wir nach der Öffnung der Kammer zumeist in liegender Position vor.« Unseren Lesern diesen Satz zu erläutern, käme einer Beleidigung gleich. Nur die »deutsche Intelligenz« oder das, was sich dafür hält – wie zum Beispiel Politiker – glaubt solchen Unsinn! Wie dumm oder abgrundtief feige müssen solche Subjekte sein!
  6. Ähnliche Verhältnisse beschreibt Dragon dann beim Krematorium IV, nämlich 3.050 Personen auf 237 m2, somit 12,87 Personen/m2. Warum hier nur ungefähr die halbe Personenzahl pro m2 Platz hatte, sagt der Zeuge nicht aus. Über die weiteren Unrichtigkeiten hier zu berichten, führt zu weit. Wichtig bleibt, daß nach wie vor auch diese Gaskammern unbewiesen sind.
  7. Neben Krematorium V berichtet Dragon nun über 5 Verbrennungsgruben von je 25 m Länge, 6 m Breite und 3 m Tiefe. Auch hier steht das Grundwasser wie bei 1. zu hoch: »so daß eine Isolierung gegen Grundwasser, welches ca. 20 cm unter Terrain steht, notwendig ist.«[2] In der genannten Arbeit wurde jedoch darüber hinaus nachgewiesen, daß die behaupteten Gruben etc. hier zwischen Zaun und Gebäude keinen Platz hatten.
  8. Bleibt zu vermelden, daß dieser unglaubwürdige Zeuge zu behaupten wagte: »Ich berechne die Zahl der in den beiden Bunkern und in den vier Krematorien Vergasten auf über 4 Millionen.« Wie er dies berechnete, ersparte er uns zu hinterlassen.

Wir meinen, daß die angeführten Beispiele ausreichend sind zu belegen, daß hier ein Scharlatan ausgesagt hat.

  1. Franciszek Piper, Die Zahl der Opfer von Auschwitz, Verlag staatliches Museum in Auschwitz, 1993
  2. ZAM 502-1-336-106/107, vom 4.6.43

HS = Häftlingsselbstverwaltung, Kapos

In vielen Büchern, vor allem solchen, die kurz nach Kriegsende geschrieben wurden, ist uns immer wieder aufgefallen, daß Häftlinge voller Haß und Zorn über Mithäftlinge, die Mitglieder der Häftlingsselbstverwaltung, schrieben. So z. B. Kraus und Kulka:[1]

»Die Häftlingsfunktionäre, die Blockältesten, Blockschreiber und Kapos, waren die unbeschränkten Herren über Leben und Tod der Häftlinge. So geschah zum Beispiel auf Block 20 im Stammlager B II d am 19. Mai 1942 das Folgende:

Der Blockälteste Stefan Wierbicza aus Oberschlesien wandte sich nach dem Abendappell an seine Mithäftlinge mit der Aufforderung, es mögen sich jene melden, die entlassen werden wollten. Vierzehn Neulinge, slowakische Juden, traten vor.

Darauf wies der Blockälteste seinen Schreiber an, ihnen weiße Formulare auszustellen: Totenscheine. Die vierzehn Häftlinge mußten sich ausziehen, worauf sie vom Blockältesten und seinen Untergebenen totgeschlagen wurden. Dann erklärte Wierbicza den bestürzten Zuschauern, daß es jedem so ergehen werde, der nach Hause wollte.

Wierbicza tötete nach seiner bewährten Berufsverbrechermethode: mit drei Stockhieben. Der erste Hieb war auf den gebeugten Rücken gezielt; nach diesem Schlag richtete sich der Häftling auf. Der Mörder nützte nun dessen aufgerichtete Haltung und schlug das Opfer mit dem Stock über die Brust, auf die Stelle, wo sich das Herz befindet. Der Häftling kreuzte vor Schmerz die Arme über der Brust und krümmte sich zusammen. Daraufhin folgte der letzte Stockhieb in den Nacken, wobei dem Unglücklichen in der Regel das Genick gebrochen wurde. Berüchtigte Meister im Totschlagen waren die "Grünen" Häftlingsfunktionäre, die deutschen Berufsverbrecher Albert Hammerle, Alfred Kuhn, Alex Neumann und Zimmer.«

Wir standen und stehen fassungslos vor solchen Berichten, die allerdings heute nicht mehr verbreitet werden.

Nun fanden wir im Bildteil des Band 1 der Sterbebücher von Auschwitz[2], ein Dokument, das beweist, daß die Kapos offenbar freiwillig mit den Wachmannschaften gemeinsame Sache machten, denn anders ist der Vorgang nicht denkbar. Abgebildet ist eine Seite des Buches Führer vom Dienst. Unter dem Datum: 9/10.1.1943 liest man:

»Vorkommnisse:

Um 12 Uhr Mittag wurde beim Fehlen eines Häftlings die Bereitschaft, 150 SS Männer und 200 Kapos zur Suchaktion eingesetzt. Diese Suche wurde bei Einbruch der Dunkelheit erfolglos abgebrochen. Die verstärkte Postenkette blieb auch nachts über stehen.

Um 24 Uhr wurde beim Turm 26 der entsprungene Häftling (75749) von den beiden SS Rttf. Beulshausen und […] und ins Lager gebracht. Die Postenkette wurde darauf eingezogen. « [Hervorhebungen d. V]

Dieser Vorgang macht einiges verständlich und ist vielleicht auch die Erklärung dafür, daß so viele Kapos und ähnliche u. a. im Frankfurter Auschwitz Prozeß willig alles aussagten, was man von ihnen erwartete. Als mahnendes Beispiel saß ja einer der ihren mit auf der Anklagebank und wurde auch verurteilt. Gab man ihnen die Möglichkeit, sich die "Freiheit" durch Lügen zu erkaufen?

  1. O. Kraus und E. Kulka,. Die Todesfabrik, 2. Aufl. Kongress - Verlag, Berlin 1958
  2. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau (Hg.), Sterbebücher von Auschwitz, 3Bd., hier Band 1: Berichte, K. G. Saur, München 1995, S. 49

Sel = Selektion

Wir verweisen erneut darauf, daß es diesen Begriff nach dem Gutachten des Prof. Dr. G. Jagschitz in der Zeit nicht gegeben hat! Nach dem Buch Das KL Auschwitz in den Nürnberger Prozessen[1] durfte im Nebenlager Monowitz »[…] der Aufenthalt auf der Krankenstation die Dauer von 14 Tage nicht überschreiten«. Eine Kleinigkeit im ganzen Geschehen, aber dennoch haben wir uns angewöhnt, selbst solche Behauptungen zu prüfen, weil viele behauptete Einzelheiten zwar von geringer Bedeutung sind, wenn sie sich jedoch als falsch herausstellen, tragen auch sie zu einem falschen Gesamtbild bei. Ergebnis: Wir fanden eine Seite des Krankenbuches von Monowitz abgebildet,[2] auf der Zugänge vom 24. und 25.7.43 unter den Nr. 10454 bis 10486 eingetragen sind. Von diesen 33 Fällen sind 26 in der angegebenen Zeit entlassen worden, 3 wurden nach Auschwitz überstellt und 4 blieben über die angegebene Zeit im Häftlingskrankenblock (EKB). Den längsten Aufenthalt hatte ein Häftling vom 25.7.43 bis zum 9.10.43 also fast 11 Wochen. Offenbar ein Häftling, der dem Werk wichtig war.

Einmal mehr wird deutlich, wie wenig die apodiktischen Behauptungen mit der Wirklichkeit in Auschwitz übereinstimmen. Es wird aber auch verständlich, warum das Archiv in Auschwitz seine Akten zurückhält. Die Angst, sich mit den eigenen Akten selbst zu widerlegen, muß sehr groß sein.

  1. Andrzej Pankowicz, Das KL Auschwitz in den Nürnberger Prozessen (1945-1949), Hefte von Auschwitz 18, Verlag staatliches Museum Auschwitz, 1990, S. 316.
  2. Anton Makowski, Organisation, Entwicklung und Tätigkeit des Häftlingskrankenbaus in Monowitz (KL Auschwitz III), Hefte von Auschwitz 15, Verlag staatliches Museum Auschwitz, 1975

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(3) (1999), S. 332-335.


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