Der Junge vom Warschauer Ghetto

Im Jahr 1943 räumten und zerstörten die Deutschen Besatzungstruppen das Warschauer Ghetto nach einem dortigen bewaffneten Aufstand.

Der deutsche Polizeikommandant Jürgen Stroop überreichte anschließend dem Chef der Deutschen Polizei und Reichsführer SS, Heinrich Himmler, ein Album mit 49 Fotografien über diese brutale Operation. Dieses Album wurde von den Alliierten bei Kriegsende gefunden und während des Nürnberger Tribunals als Beweismittel eingeführt. Das komplette Album wurde im März 1998 zusammen mit dem dazugehörigen 76-seitigen deutschen Bericht von Jamie McCarthy im Internet veröffentlicht, wofür ihm Dank gebührt. Das berühmteste Foto aus dieser Sammlung ist das nebenstehend abgebildete (Nizkor).

»Mit Gewalt aus Bunkern hervorgeholt«

Fragen

1. Was geschah mit dem deutschen Soldaten auf diesem Bild, der ein Gewehr in der Hand hat? Wer war er? Man nimmt an, daß er vor etwa 20 Jahren als Bewohner der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland identifiziert und anschließend hingerichtet worden sei.

2. Wer ist der ängstliche kleine Junge mit erhobenen Händen? Man geht davon aus, daß er den Krieg überlebte.

Eine Antwort darauf lautet: Am 28. Mai 1982 zitierte die New York Times Dr. Tsvi C. Nussbaum, einen in Rockland County im Staate New York lebenden Arzt, der behauptet, er sei dieser sieben Jahre alte Junge gewesen. Er erinnerte sich daran, es habe damals hartnäckige Gerüchte gegeben, daß die "Nazis" geplant hätten, die Juden gegen Auslandsdeutsche einzutauschen. Nussbaum und andere Warschauer Juden seien daher aus ihren Verstecken herausgekommen und hätten sich den Deutschen ergeben. Tatsächlich seien ihre Namen, so führte er aus, auf einer "Palästina-Liste" festgehalten worden und er sei anschließend ins Lager Bergen-Belsen nach Deutschland verbracht worden, wo er 1945 von britischen Truppen befreit worden sei. Er verbrachte dann die nächsten acht Jahre in Israel und emigrierte 1953 nach New York, wo er es bis zum Arzt brachte. »Ich erinnere mich, daß da ein Soldat vor mir war«, sagte er der Zeitung, indem er sich an die auf dem Bild festgehaltene Szene erinnert, »und er befahl mir, die Hände hochzunehmen.« Durch den Eingriff seines Onkel wurde ihm erlaubt, zu seiner Familie zurückzukehren.

Tsvi Nussbaum 1982

Die Entdeckung, daß der Junge nicht hingerichtet worden war, wie allgemein geglaubt wurde, verursachte einige Entrüstung und Konsternierung bei Holocaust-Gelehrten, die überzeugt waren, so die New York Times, daß »daß die symbolische Kraft dieses Bildes geschwächt würde, wenn der darauf gezeigte Junge überlebt haben sollte.« Diese Historiker hatten dieses Bild seit langem als »eine Art heiliges Dokument« betrachtet, fügte das Blatt hinzu. So verkündete beispielsweise Dr. Lucjan Dobroszycki vom bekannten Yivo Institut für jüdisch-europäische Geschichte (New York), dieses Bild vom »dramatischsten Kapitel des Holocaust« verlange »einen höheren Grad an Verantwortungsbewußtsein seitens der Historiker als jedes andere.« »Es ist zu heilig«, fügte er hinzu, »um die Leute damit machen zu lassen, was sie wollen.« Nussbaum war schockiert über diese unerwartete Reaktion angesichts seines Überlebens:

»Ich war mir nie bewußt, daß jemand das ganze Gewicht von sechs Millionen Juden auf dieses Foto legt. Für mich ist das ein Ereignis, an dem ich beteiligt war – und damit hat es sich.«

3. Kann irgend jemand weitere Informationen über die in dem Bild zu sehenden Personen mitteilen?

Bitte richten Sie Ihre Schreiben an die Redaktion oder per Email direkt an David Irving ([email protected]). Die Antworten werden auf meiner Website veröffentlicht. (Bitte geben Sie an, falls Sie Anonymität wünschen.)

David Irving


Zwecks weiterer Informationen zum Warschauer Ghetto-Aufstand vgl. The Journal of Hstorical Review, 14(2) (1994), S. 2-8.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(3) (1999), S. 336f.


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