Architektonische Stümpereien zweier Plagiatoren

Kritische Anmerkungen zu Auschwitz 1270 to the Present

Von Carlo Mattogno

Bereits im Jahr 1996 haben Robert Jan van Pelt und Deborah Dwork ein großes Buch des Titels Auschwitz 1270 to the Present veröffentlicht.[1] Der zweite Teil dieses Buches bezieht sich auf das Lager Auschwitz, weist allerdings nichts wirklich Neues auf, sondern wiederholt nur auf ausgedehnte Weise, was Robert Jan van Pelt bereits in einem Artikel des Titels »A Site in Search of a Mission« (Eine Stätte auf der Suche nach einer Mission) ausführte.[2]

Das Buch ist mit 24 unpaginierten Hochglanzabbildungen, darunter 20 Pläne, unter der Überschrift »Blueprints of Genocide« (Baupläne des Völkermords) großzügig illustriert, was als der einzige Verdienst dieses Buches angesehen werden kann.[3] Die Mängel dieses Buches sind hingegen umfangreich und schwerwiegend.


1. Die Methodik

Zunächst ist die von den Autoren angewandte Methodik unwissenschaftlich. Sie versuchen, eine induktiven Methode anzuwenden, anhand derer sie die unterstellten Intentionen mit den vorliegenden Dokumenten - Bauzeichnungen der Zentralbauleitung in Auschwitz - beweisen wollen:

»Jede Entscheidung, die Himmler in Bezug auf Auschwitz fällte, oder die Höß bezüglich des Lagers fällte, über das er herrschte, hatte physikalische Auswirkungen auf diese Stätte. Wenn Gefangene eingeliefert werden sollten, wurden Baracken benötigen; wenn die Habseligkeiten der Deportierten für das Reich einbehalten wurden, brauchte man Lagerhäuser. Wenn Menschenmassen umgebracht werden sollten, waren Einäscherungsöfen zum Verbrennen der Leichen unerläßlich. Die Dokumente des Archives der Zentralbauleitung zeigen die Spur zurück vom Bauwerk zur Entscheidung, zum Denken, zur Idee. Diese Dokumente werfen Licht auf die Möglichkeiten, die die Deutschen in Erwägung zogen, und die Optionen, die sie wählten, sowohl ihr Streben als auch das Ergebnis.«[4]

Diese Methode ist allerdings grundfalsch, da sie eben nicht auf schriftlichen Dokumenten beruht, sondern auf Zeugen.

Die Autoren legen ihre Unkenntnis von der Organisation und den Aufgabenbereichen der Zentralbauleitung von Auschwitz sowie von den technischen und verwaltungstechnischen Vorgängen zutage, die die Errichtung der verschiedenen Bauvorhaben, Bauwerke und Bauabschnitte regulierten.[5] Daher können aus ihrem Ansatz nur Fehler und Mißverständnisse resultieren. Zudem offenbaren die Autoren ein frappierendes Unwissen über den enormen Umfang an Dokumenten der Zentralbauleitung, die sich mit der Planung und dem Bau des Lagers beschäftigen. Die wenigen derartiger Dokumente, die in dem Buch angeführt werden, sind zudem falsch interpretiert. Es ist daher nicht überraschend, daß die Ergebnisse von van Pelts/Dworks Methodik irreführende Versuche ohne Bezug zur Realität sind. Zudem gehören die Autoren gerügt für ihre rücksichtslose Ausbeutung der Arbeiten von Jean-Claude Pressac, ohne ihn auch nur im geringsten als Quelle anzugeben, ganz so, als sei dies ihr eigenes Werk! In diesem ganzen Werk wird die Arbeit Pressacs nur ein einziges Mal erwähnt![6] Im Vergleich zu Pressacs letztem Buch[7], das gegenüber seinen vorhergehenden Arbeiten einen Rückschritt darstellt,[8] ist Auschwitz 1270 to the Present ein drastischer Rückschritt zu jener unsauberen Geschichtsschreibung, die Pressac selbst so harsch stigmatisiert hat als

»zum großen Teil auf Aussagen basierend, entsprechend momentaner Launen zusammengefügt, verstümmelt, um einer beliebigen Wahrheit zu dienen, und besprenkelt mit ein paar wenigen deutschen Dokumenten unterschiedlichem Wertes und ohne jeden Zusammenhang zueinander.«[9]

Und van Pelt/Dwork gestehen tatsächlich offenherzig:

»Unsere erste und größte Verpflichtung ist die den Überlebenden gegenüber, deren mündliche Geschichten die entscheidenden Informationsquellen waren.« (S. 379)

Diese Feststellung ist buchstäblich wahr: van Pelt/Dwork "beweisen" die Realität von Massenvernichtungen in Auschwitz, indem sie unter dauernder Zuhilfenahme des Kalendarium von Auschwitz ausschließlich auf Zeugen zurückgreifen, und geben so eine anspruchslose Zusammenfassung des bereits Bekannten in einer neuen geschichtlichen Aufmachung und mit vielen zusätzlichen Schnitzern. Im folgenden werde ich die haarsträubendsten Fehlgriffe von van Pelt/Dwork offenlegen, die klar die Inkompetenz enthüllen, den Mangel an kritischem Denken und die Unaufrichtigkeit seitens Robert Jan van Pelt und Deborah Dwork.

2. Planung, Finanzierung und Bau des Lagers

2.1. DER HÄFTLINGSBESTAND

Den Autoren zufolge war der Plan des KGL vom 7. Oktober 1941 für die Unterbringung von 97.000 Insassen ausgelegt.

»Dieser Plan wurde bei einem Treffen Mitte Oktober modifiziert und die zweite Version wurde die Grundlage für das 14-seitige Begleitdokument, das den Entwurf erklärte. Die wichtigste einzelne Änderung war eine Ausweitung der Lagerkapazität von 97.000 auf 125.000 Insassen. Eine Zeichnung, die einen Abschnitt der zu bauenden Standard-Baracke veranschaulicht, macht es ganz deutlich, daß diese Vergrößerung einfach dadurch erreicht wurde, daß mehr Insassen auf die gleiche Fläche hineingepfropft wurden. Die von Bischoff unterschriebene Originalzeichnung, strich "550" durch und ersetzte dies mit "744". Sonst war nichts geändert.«(S. 263)

Der Grund für diese Änderung, der von den Autoren angegeben wird, ist recht überraschend. Sie schreiben:

»Vielleicht war Bischoffs Entscheidung durch die Ankunft der ersten Kriegsgefangenen inspiriert. Wie so viele andere Deutschen sah er die ausgehungerten, kranken und abgemagerten Menschen als Untermenschen an, die sogar weniger Platz zum Leben brauchten, als er ihnen ursprünglich zugestanden hatte.« (S. 263)

Die Autoren bekräftigen sogar noch ausdrücklich:

»Der Plan veranschaulicht die Ideologie, die sich in Bischoffs Federstrich durch die Zahl 550 und Einfügen von 744 widerspiegelt. Die deutsche Gleichsetzung des Sowjet-Soldaten mit einem Untermenschen wurde in architektonische Begriffe umgesetzt.« (S. 265).

Aber in Wirklichkeit enthalten die beiden Pläne, auf die oben Bezug genommen wurde, keine Angabe bezüglich der Kapazität; und es gibt kein Dokument, aus dem sich ergibt, daß für das KGL eine ursprüngliche Kapazität von 97.000 berechnet war. Der Befehl, das KGL zu bauen, war von SS-Obergruppenführer Kammler ausgegeben, der zu dieser Zeit Chef des Amt II des Hauptamt Haushalt und Bauten war. Dieser Befehl wurde rückwirkend zum 1. November 1941 in Kraft gesetzt und stellt ausdrücklich fest:[10]

»Der Baubefehl für die Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers in Auschwitz zur Unterbringung von 125.000 Kriegsgefangenen wird hiermit erteilt.«

Die von den Autoren veröffentlichte Bestandsausweitung ist reine Phantasie. Im Gegensatz zu dem, was sie behaupten, zeigt der KGL-Plan vom 15. Oktober 1941 mindestens zwei erhebliche Unterschiede, die die Notwendigkeit eines neuen Entwurfs rechtfertigen: der Bereich »Unterkünfte für Wachtruppe«, der östlich des künftigen Bauabschnitts III eingefügt wurde, und die Streichung des »Kommandanturgebäudes«, das vorher am Eingang des Lagers plaziert war.[11] Es besteht kein Zweifel, daß eine geplante »Unterkunftsbaracke für ein Gefangenenlager« für eine Kapazität von 550 Personen vorgesehen war, und daß diese Zahl ausradiert und durch 744 ersetzt wurde. Über das Warum und Wann dieser Änderung ist jedoch nichts bekannt, jedenfalls aber hat dies keinen Bezug zur Gesamtkapazität des Lagers. Schließlich bleibt zu beweisen, woher die Autoren die Kapazitätsangabe von 97.000 Insassen bekamen. In ihrem Dossier »Blueprints of Genocide« schreiben die Autoren folgendes in Bezug auf den KGL-Plan vom 17. Oktober 1941:

»Links ist das Quarantäne-Lager für 17.000 Personen. Es wurde plangemäß gebaut und seit Ende 1942 als Frauenlager benutzt. Rechts, mit einem enormen Appell-Platz als Zentrum, ist das eigentliche Lager, das für 80.000 Personen berechnet war.«

Wie bereits ausgeführt sind diese Zahlen nicht auf dem Plan, und es ist klar, daß die Autoren sie erhielten, indem sie einfach die Zahlen der Unterkunftsbaracken multiplizierten und runde Zahlen als Gesamtsumme benutzten. Nämlich:

Die Englische Paperback-Ausgabe

(30 Baracken à 550) = 16.500, aufgerundet zu 17.000;

(144 Baracken à 550) = 79.200, aufgerundet zu 80.000

(17.000 + 80.000) = 97.000!!

2.2. DIE GESCHÄTZTEN ANFANGSKOSTEN DES KGL

Hinsichtlich der geschätzten Anfangskosten des KGL schreiben die Autoren, »das Gesamtbudget sollte 8,9 Millionen Mark betragen« (S. 264), und dann fügen sie hinzu:

»Das SS-Hauptamt reduzierte die Gesamtkosten von 8.9 Millionen Mark auf 7.7 Millionen, weil nicht der Standardbetrag für Arbeitskosten angesetzt wurde; die Gefangenen sollten das Lager selbst, kostenlos bauen.« (S. 265)

Nun, diese Feststellung von van Pelt/Dwork ist grob irreführend. Der »Kostenvoranschlag für den Vorentwurf über den Neubau des Kriegsgefangenenlagers der Waffen SS Auschwitz O./S«, erstellt am 30. Oktober 1941, sah Gesamtkosten von 8.900.000 RM vor,[12] die nach einer besonderen technischen Überprüfung durch das Rechtsamt[13] auf 8.553.700 RM herabgesetzt und um 10% »für Häftlingsarbeit«, vermindert wurde; aufgerundet war die Endsumme dann 7.700.000 RM.[14]

Dann schreiben Pelt/Dwork folgendermaßen:

»Bischoff kam am 1. Oktober in Auschwitz an. Innerhalb weniger Wochen hatte er ein Budget zusammengestellt: Er würde 13,6 Millionen Mark brauchen für die erste Phase des Projekts, und weitere 7 Millionen, um den Bau des ganzen Lagers zu vollenden. Es ist bemerkenswert, daß das Budget feststellte, daß "eine Lizenznummer von der chemischen Industrie durch IG-Farben vergeben werde", was bedeutet, daß das Lager erhebliche Zuweisungen aus den Hilfsmitteln erhalten würde, über die Krauch verfügte, der Generalbevollmächtigte für Sonderfragen der chemischen Erzeugung. Kammler billigte das Budget und gab eine Kopie an Krauch weiter, der über den Vorschlag bestürzt war. [...]

Als Reaktion auf die Unwilligkeit der IG-Farben, ein 20,6 Millionen-Projekt zu unterstützen, schlug Bischoff zwei Pläne vor. Der erste Plan mit einem Budget von 2,02 Millionen Mark wurde "Provisorische Ausweitung des Konzentrationslagers Auschwitz O/S [Oberschlesien]" genannt, das mit von der IG-Farben zu lieferndem Baumaterial errichtet werden sollte. Sein Hauptzweck war, dem Unternehmen gegenüber Verantwortungsbewußtsein zu zeigen. Der zweite Plan, "Bauprojekt Auschwitz", mit 20,6 Millionen Mark veranschlagt, war Bischoffs wirkliche Agenda.« (S. 214-218)

Hier machen van Pelt/Dwork einen riesigen Schnitzer:Gemäß Speers Instruktionen als Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft (Kurzform G.B.-Bau) erforderte die Verwirklichung eines Bauvorhabens als einleitenden verwaltungsmäßigen Akt seine Einstufung in die Prioritätenlisten der betroffenen Wehrkreisrangfolgenliste.Wenn es in diese Liste eingetragen wurde, erhielt das Bauvorhaben eine Identifikations-Nummer (G.B.-Bau Kennummer), die sozusagen seine administrative Geburtsurkunde darstellte, und mit der alle zum Bauen notwendigen Prozeduren begannen, angefangen mit der Zuweisung von Baumaterial. Für die chemischen Installationen war die Verfahrensweise die gleiche, war aber in diesem Fall vom Generalbevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Erzeugung Carl Krauch abhängig.Das Bauvorhaben des entstehenden Lagers von Monowitz gehörte zur Chemiefirma IG Farben und erhielt daher die Bau-Kennummer »O.Wo-E (Chem) Katt. 3009«. Auf sie bezieht sich der von van Pelt/Dwork erwähnte Begriff »Lizenznummer«. Laut Bischoffs Brief an das WVHA vom 17. März 1942 waren für das oben genannte Bauvorhaben 4.660.000 RM angesetzt, für das restliche Bauvorhaben waren laut Speer 19.594.300 RM bewilligt, die sich folgendermaßen aufteilten:

Es ist daher unsinnig zu behaupten, daß das Bauvorhaben gemäß Speer, »erhebliche Zuweisungen von den Krauch zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln erhalten« sollte, und daß IG-Farben diese finanzieren sollte.

Bei der Interpretation der zwei Pläne Bischoffs geben van Pelt/Dwork ein weiteres Zeugnis ihrer Unwissenheit: Tatsache ist, daß der Erläuterungsbericht zum provisorischen Ausbau des Konzentrationslagers Auschwitz O/S vom 15. Juli 1942 mit einer Schätzung von 2.026.000 RM nichts mit IG-Farben zu tun hat, sondern sich einfach auf die Arbeiten bezieht, die bezüglich des Lagers Auschwitz im ersten und zweiten Finanzjahr des Krieges ausgeführt wurden, wie es deutlich auf Seite 9 dieses Dokuments erklärt wird,[16] während der Erläuterungsbericht zum Bauvorhaben Konzentrationslager Auschwitz O/S, ebenfalls datiert 15. Juli 1942, sich auf die Arbeiten bezieht, die im dritten Finanzjahr des Krieges ausgeführt werden sollten, wie es auf Seite 15 dieses Dokuments ausgeführt wird.[17]

2.3. DIE LEGENDÄREN "BUNKER"

Van Pelt/Dwork versichern auch, daß angebliche Bunker zur Menschenvernichtung »physisch außerhalb von Birkenau gelegen waren«, aber »verwaltungsmäßig zum Hauptlager gehörten«. (S. 321)Aber warum ist dann keine Spur solcher Bunker in den Erläuterungsberichten - weder im Erläuterungsbericht zum prov. Ausbau des Konzentrationslagers Auschwitz O/S noch im Erläuterungsbericht zum Bauvorhaben Konzentrationslager Auschwitz O/S, zwei Dokumente, die mit 15. Juli 1942 datiert sind. Das ist ein Datum, das innerhalb des Zeitrahmens liegt, in dem die angeblichen Bunker zur Menschenvernichtung betrieben worden sein sollen. Van Pelt/Dwork ziehen diese Frage nicht einmal in Betracht.

3. phantastische Schlußfolgerungen

Die zwei folgenden Beispiele zeigen, wie sehr van Pelt/Dwork bei der Interpretation von Dokumenten wilde Phantasie anwenden:

Im Jahresbericht von 1941, der von Kammler in seiner Eigenschaft als Chef von Amt II-Bauten des Hauptamts Haushalt und Bauten geschrieben wurde, fanden van Pelt/Dwork den folgenden Satz (rückübersetzt aus dem Englischen[18]):

»Musterentwürfe sind erstellt worden für dauernde und provisorische Entlausungsinstallationen für die Waffen-SS, die Polizei und Konzentrationslager, und für provisorische und dauerhafte Krematorien, Einäscherungsstellen und Exekutionsplätze verschiedener Art« (S. 218)

Der deutsche Text liest sich so:[19]

»Für Entlausungsanstalten der Waffen-SS, Polizei und KL in fester und behelfsmäßiger Bauweise wurden Richtzeichnungen bearbeitet, desgleichen für die behelfsmäßigen und festen Krematorien, Verbrennungsstätten und Exekutionsanlagen verschiedener Art.«

Die zwei Autoren bringen dann dieses Dokument in den Zusammenhang der angeblichen Einberufung von Höss durch Himmler nach Berlin (S. 280) und kommen dann, indem sie die bekannte Passage aus Mein Kampf zitieren, in der Hitler verkündigt, daß, »wären zu Anfang des Krieges und während des Krieges zwölf oder fünfzehn Tausend dieser hebräischen Volksbetrüger unter Giftgas gehalten worden«,[20] (S. 281) zu dieser überraschenden Schlußfolgerung:

»Wir glauben, daß Himmlers Anweisung an Höss ein Ergebnis von Hitlers Anweisung an Himmler war. Hitler hatte klar gemacht, daß, wenn während dieses Krieges eine Revolution versucht würde, so wie es gegen Ende des letzten Krieges geschehen war, dann sollten die Teilnehmer und die Lagerinsassen in Vernichtungsanlagen in den Konzentrationslagern getötet werden.« (S. 282)

Unglaublich, von dem schlichten Ausdruck »Exekutionsanlagen« (außerdem fehlübersetzt als Exekutionsplätze) leiten die zwei Autoren einen Plan ab, alle Insassen des Konzentrationslagers zu töten!

Darüber hinaus schreiben van Pelt/Dwork:

»Eichmann rief Kammler an, um ihn zu fragen, wann die Krematorien fertig sein würden. Kammler, der nur durch Bischoff informiert war, der nur ungern zugab, daß der Bau um zwei Monate hinter dem Plan zurückstand, gab die derzeitige offizielle Prognose an: Krematorium II würde am 31. Januar in Betrieb sein, Krematorium IV am 28. Februar, und Krematorium III am 31. März.« (S. 329)

Eichmanns Telefonanruf ist durch kein Dokument bewiesen, und ist eine reine Erfindung der zwei Autoren, die, um die Täuschung zu vollenden, zu verstehen geben, »Kammler meldete« die oben genannten Datumsangaben an Eichmann - was eine weitere Erfindung ist. Das Dokument, auf das sich die zwei Autoren beziehen, ist der Brief von Bischoff an Kammler vom 18. September 1942,[21] aus dem nur eine wunderbare Phantasie die Erfindungen von van Pelt/Dwork ableiten könnte.

4. Der angebliche Himmler-Besuch in Auschwitz 1943

»Krematorium III wurde den Lagerbehörden am 24. Juni [1943] übergeben, nachdem Saloniki judenfrei geworden war. Das Lager hatte nun eine offizielle tägliche Verbrennungskapazität von 4.756 Leichen und, laut Vrba und dem Adjutanten von Höss, Franz Hössler, kam Himmler, um sein Werk anzusehen, das er geschmiedet hatte. Alle vier Krematorien in Birkenau waren fertiggestellt, aber das genaue Datum ist unbekannt. Höss selbst hat diesen Besuch nie erwähnt. Himmler kam in Auschwitz um acht Uhr an und man erwartete, daß er einer Vergasung nach dem Frühstück um neun beiwohnen würde, hat Vrba berichtet«

Weitere dreizehn Zeilen folgen, in denen die zwei Autoren die angebliche Vergasung beschreiben, indem sie hierfür die Angaben von Rudolf Vrba zugrunde legen (S. 332f).

Der Verweis auf Franz Hössler ist dem Kalendarium von Auschwitz von Danuta Czech entnommen (Anmerkung 64, S. 418). In diesem Werk schreibt D. Czech in einem einführenden Vermerk für das Jahr 1943:[22]

»Die Gründe für diese Dreiteilung teilt der Reichsführer SS Höss persönlich mit, höchstwahrscheinlich während seines dritten Besuchs in Auschwitz im Sommer 1943, den Höss wegen der für ihn unangenehmen Folgen nicht mehr erinnert bzw. in seiner Autobiographie nicht erwähnt. Wie Franz Hössler, in seiner Aussage während des Bergen-Belsen-Prozesses, mitteilt, hat Himmler während seines Besuchs im Sommer 1943 das Lager Birkenau besucht.«

Während des Belsen-Verfahrens erklärte der ehemalige SS-Obersturmführer Franz Hössler:[23]

»Während ich dort war, wurde der Ort von Obergruppenführer Glücks aus Berlin im Sommer 1943 inspiziert. [...]. Das Lager in Birkenau wurde auch von Himmler inspiziert, während ich dort war im Sommer, 1943, der das gleiche sagte - daß die Verhältnisse geändert würden - aber wieder wurde nichts getan.«

Irvings surreales Kreuzverhör

Von FRANCES KRAFT
Redaktionsmitglied

TORONTO - Das Urteil im kürzlich beendeten Londoner Prozeß, bei dem die amerikanische Historikerin Deborah Lipstadt gegen den Kläger David Irving, einen britischen Holocaust-Leugner, ausgespielt wurde, war ein "ziemlich bitterer Sieg", so ein 44-jähriger Professor für Architektur an der Universität Waterloo, der in diesem Verfahren als Sachverständiger aussagte.

Obwohl Lipstadt und ihr Verteidigungsteam den Sieg feierten, "hatten wir wirklich das Gefühl, mit einem absolut obszönen Thema befaßt gewesen zu sein", so Robert Jan van Pelt in einem Interview in seinem Haus letzte Woche nach seiner Rückkehr nach Kanada.

"Wenn man Jude ist - und ich bin ein Jude - so ist da etwas Beunruhigendens bei Jemandem, der deine eigene Geschichte und die Geschichte deines Volkes leugnet."

Als geborener Holländer einer jüdischen Mutter und eines nichtjüdischen Vaters, erhielt van Pelt den Namen eines Onkels, der in Auschwitz getötet worden war. Er ist Kulturhistoriker (kein Architekt) und zusammen mit Deborah Dwork Autor des 1996 erschienenen Buches Auschwitz. Von 1270 bis heute.

Er hat sogar ein noch gewichtigeres Buch über Auschwitz geschrieben - ein 772-seitiges Gutachten, zusammen mit zwei ergänzenden Gutachten - als Beweismittel für dieses Verfahren.
Auschwitz war in diesem Prozeß ein zentraler Streitpunkt geworden, so teilte van Pelt CJN mit.

"Irving war bereit, großangelegte Morde an der Ostfront zuzugestehen - diese könnten als Tötungen in der Hitze des Krieges erklärt werden - aber wenn man zu Vernichtungslagern wie Auschwitz kommt, so kann man das nicht als Teil und kleinen Posten der Gewalt einer normalen Kriegssituation erklären."

Während des Kreuzverhörs von van Pelt bestand Irving - der sich selbst vertrat - darauf, daß die Gaskammern in Auschwitz keine Löcher in den Decken hatten und daher nicht zur Tötung der Häftlinge verwendet werden konnten.

Van Pelt konterte dieses und ähnliche Argumente, indem er ausführte, daß die Beweise und Zeugenaussagen in den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg es zu einer "moralischen Gewißheit" werden ließen, daß die Gaskammern das Hauptinstrument des Mordes in Auschwitz zwischen Sommer 1942 und Herbst 1944 gewesen seien.

Sein Gutachten erklärt ausführlich den Unterschied zwischen "moralischen Gewißheit" und anderen Arten der Gewißheit. Moralische Gewißheit basiert auf der Qualität von Beweisen und ist die beste Gewißheit, die ein Historiker haben kann, sagte er. "Das ist ein sehr genauer technischer Begriff."

Als erster verhörter sachverständiger Zeuge wurde van Pelt von Irving fast vier Tage lang ins Kreuzverhör genommen.

Van Pelt wurde unerwarteterweise gezwungen, seine Religionszugehörigkeit offenzulegen, als der Richter ihn fälschlicherweise auf eine protestantische niederländische Bibel schwören lassen wollte. Tatsächlich verwendete van Pelt dazu dann ein deutsch-jüdisches Gebetsbuch, das seit den 30er Jahren im Besitz seiner Familie ist.

Er war nervös, gibt er zu. Obwohl Irving versuchte, seine Glaubwürdigkeit zu untergraben, indem er ihn als einen Nicht-Architekten bloßlegte, bemerkte van Pelt nach den ersten sechs Stunden daß "er mir wirklich nicht schaden würde."

Einer von Lipstadts Verteidigern, Richard Rampton, kam tatsächlich zum selben Schluß und zeichnete daher am 26. Januar (dem zweiten Tag von van Pelts Kreuzverhör) die Umrisse eines sinkenden Schiffes S.S. Irving neben einem siegreichen Schiff HMS Van Pelt, was er später van Pelt zeigt.

Die Erfahrung des Kreuzverhörs durch Irving sei wie ein Katz-und-Maus-Spiel gewesen, so van Pelt. Irvings "Fallen schienen meist gar keine Fallen zu sein... Man ist unglaublich gespannt... Es wird eine Art surrealer Situation."

Hochmut kommt vor dem Fall

Die Verläßlichkeit dieser Erklärung ergibt sich aus der Tatsache, daß Hössler Pohl fälschlich für Glücks hält. Tatsächlich besuchte SS-Brigadeführer Glücks Auschwitz im Winter 1943 und nicht im Sommer (genau am 7. Januar).[24] Im Sommer 1943 - am 17. September - war der Besuch von SS-Obergruppenführer Pohl.[25]

Die beiden Besuche Himmers in Auschwitz am 1. März 1941 und am 17/18. Juli 1942 werden zweifelsfrei durch Dokumente belegt. Der angebliche dritte Besuch ist im Gegensatz dazu so vage, daß wir nicht einmal den genauen Monat wissen! D. Czech erwähnt in der oben genannten Passage nur »Sommer 1943«, in den chronologischen Aufzeichnungen für 1943 wird jedoch ein Besuch von Himmler nicht angegeben. D. Czech hatte nicht gewußt, bei welchem Datum sie ihn einordnen sollte! Rudolf Höss schließlich ist diesbezüglich ganz kategorisch:[26]

»Die nächste Begegnung war im Sommer 1942, als Himmler zum zweiten und letzten Mal Auschwitz besuchte.«

Es ist daher klar, daß Himmlers Besuch in Auschwitz 1943 keine historische Grundlage hat, und das ist ein Beispiel für D. Czechs Oberflächlichkeit. Van Pelt/Dwork kommen vom Regen in die Traufe: sie akzeptieren nicht nur diese haltlose Geschichte und zeigen so einen Mangel an kritischem Denken, sondern sie versuchen gar noch, sie zu untermauern, indem sie eine deutlich irreführende Vorgehensweise anwenden:

Sie bezeichnen Vrba und Hössler zusammen als die zwei Zeugen, die miteinander übereinstimmen. In Wirklichkeit aber legt Hössler, wie wir gesehen haben, Himmlers angeblichen Besuch in Auschwitz in den Sommer 1943, während Vrba ihn in den Januar 1943 legt.

Vrba schreibt:[27]

»Heinrich Himmler besuchte das Lager Auschwitz wieder im Januar 1943.«

Und die angebliche Menschenvergasung, die Vrba auf den folgenden Seiten beschreibt - und die van Pelt/Dwork zitieren, als ob es sich um reguläre Vergasungen handelte - war die erste angebliche Menschenvergasung im Krematorium II, die man überhaupt nicht in den Sommer 1943 legen konnte. Van Pelt/Dwork sehen sich nicht in der Lage, diese widersprüchlichen Datumsangaben zu erwähnen, und ziehen es vor, ihre Leser für dumm zu verkaufen, indem sie sagen »Das genaue Datum ist unbekannt«!

5. Die Krematorien von Auschwitz-Birkenau

5.1. DIE LAGE DES KREMATORIUMS IM HAUPTLAGER

Van Pelt/Dwork veröffentlichen in ihrem Dokumenteneinschub, den sie »Blueprints of Genocide« nennen, zwei Pläne von Auschwitz. Diese sind »der erste Hauptplan für Auschwitz, Juni 1941« (Platte 6) und »der zweite Hauptplan für Auschwitz, Februar 1942« (Platte 7), und das ist ihr Kommentar:

»Eine genaue Prüfung des zu betrachtenden Hauptplans deckt eine merkwürdige Entscheidung im Plan auf: Die Architekten hatten als Standort für ein neues Krematorium eine abgelegene Ecke des Lagers gewählt, hinter dem Lagergefängnis mit seinem Exekutionshof im Zentrum, und verhältnismäßig nahe beim Krankenhaus. Wenn jeder, der im Lager starb, ein Insasse gewesen wäre, hätte diese Anordnung Sinn gemacht. Aber Auschwitz diente auch der Kattowitzer Gestapo als Exekutionsgelände und, dem Plan zufolge hätten die Verurteilten das ganze Lager durchqueren müssen. Jemand mißbilligten diese Anordnung: im nächsten Hauptplan ist das neue Krematorium rechts neben dem alten, vorteilhaft nahe beim hinteren Tor des Lagers. Dieser "Jemand" könnte Himmler gewesen sein.« (S. 280)

Dieser Kommentar ist deutlich irreführend, weil der erste Plan für das neue Krematorium (das künftige Krematorium II von Birkenau) auf den 24. Oktober 1941 zurückgeht,[28] während im Monat Juni die Idee eines neuen Krematoriums noch gar nicht aufgekommen war, also kann dieses Krematorium nicht im »ersten Hauptplan für Auschwitz« vom Juni 1941 erscheinen. Das graphische Symbol, das sie als Krematorium bezeichnen, erscheint als solches nur in ihrer detaillierten Beschreibung zum »ersten Hauptplan für Auschwitz« und erscheint auf den Seiten 212-213, während im originalen Plan (Platte 6) das diesbezügliche Symbol nicht entzifferbar ist. Wenn das ein Krematorium wäre, dann wäre es das alte Krematorium gewesen (das Krematorium des Stammlagers), das als solches seit Ende Juni 1940 existierte,[29] das aber im »ersten Hauptplan für Auschwitz« nicht erscheint. Das, was man also vernünftigerweise aus dem »ersten Hauptplan« folgern konnte, war, daß die SS plante, das Krematorium von seiner bestehenden derzeitigen Lage an der Peripherie in eine zentralere Lage umzuverlegen, so daß, wenn die Häftlinge es erreichen sollten, »die Verurteilten das ganze Lager hätten durchqueren müssen« - genau das Gegenteil von dem, was van Pelt/Dwork als Hypothese geben!

5.2. DIE »KRIMINELLEN« ÄNDERUNGEN DES KREMATORIUMS VON BIRKENAU

Diesbezüglich schreiben van Pelt/Dwork folgendes:

»Diese Verfahrensweise konnte bei Krematorium II und III wiederholt werden. Dejaco änderte den Plan des Kellergeschosses. Er zeichnete eine äußere Treppe ein, die vom Hof neben den Eisenbahnschienen in einen Kellereingang zum Krematorium hinunterführte. Hier waren ein Vorraum, ein neuer Entkleideraum, und die neue Gaskammer gelegen. Er strich die geplante Leichenrutsche, die bei den früheren Plänen der Hauptzugang zu dem im Keller befindlichen Leichenhaus war. Lebendige menschliche Wesen gehen die Treppen hinunter. Tote Körper läßt man durch eine Rutsche nach unten fallen. Die Opfer würden ihrem Tod entgegengehen.« (S.324)

Hier eigenen sich die Autoren ein Argument von Jean-Claude Pressac an, ohne ihn überhaupt zu nennen. Tatsächlich hat der französische Historiker erklärt, als er ausführte, daß die Leichen-Rutsche beim Bauleitungs-Plan 2003 vom 19. Dezember 1942 fehlt, daß[30]

»die Nordtreppe wurde der einzige mögliche Zugang zum Leichenkeller, was bedeutet, daß die Toten die Treppe gehend hinabsteigen müßten.«

Wie ich an anderer Stelle gezeigt habe,[31] geht es bei dem Plan einfach um ein Projekt, den Kellerzugang zur Straßenseite zu verlegen (»Verlegung des Kellerzugangs an die Strassenseite«)[32] und nicht um einen Vorschlag, die Rutsche zu entfernen, die tatsächlich in allen folgenden Plänen vorhanden ist:

Darüber hinaus wird die Rutsche als vorhanden erwähnt in den Verordnungen 200 und 204 der Zentralbauleitung an die Häftlingsschlosserei vom 18. März 1943 bezüglich Krematorium II.[37]

Wie kann man glauben, daß Robert Jan van Pelt, der »Professor für Architektur an der der Universität Waterloo, Kanada« ist, und der »eng mit Herrn Pressac zusammengearbeitet hat«,[38] dieser offensichtlichen Tatsachen nicht bewußt ist? Also stehen wir hier einem weiteren Fall von absichtlichem Verstoß wider Treu und Glauben gegenüber.

5.3. DIE KAPAZITÄT DER KREMATORIEN

Laut van Pelt/Dwork hat ein Doppelmuffelofen von Krematorium I (Stammlager)

»die Kapazität, siebzig Leichen in vierundzwanzig Stunden einzuäschern.« (S. 177)

Dann fügen sie dies hinzu:

»Eine Leiche wurde in jeder der sechs Muffeln (drei Doppelt-Muffel-Öfen) alle zwanzig Minuten verbrannt. 1940 wurden zwei Leichen in dem Doppel-Muffel-Ofen alle zwanzig Minuten eingeäschert; einige Monate später hatte sich die Rate verdoppelt durch die Hinzufügung des preisreduzierten zweiten Zwei-Muffel-Ofens. 1941 hatte Krematorium I seine maximale Kapazität von 18 Leichen pro Stunde erreicht.« (S. 180)

In Bezug auf die Krematorien IV und V

»sollte jedes eine geplante Einäscherungskapazität von 576 Leichen pro Tag haben.« (S. 321)

Van Pelt/Dwork akzeptieren blind die Zahl von »4.756 Leichen«,[39] die im Brief der Zentralbauleitung vom 28. Juni 1943 (S. 322) angegeben ist, als »offizielle tägliche Einäscherungskapazität«. Sie nehmen diese absurde Zahl so ernst, daß sie schreiben:

»Im Mai und Juni [1944] überstieg die Zahl der ermordeten Leute die offizielle Einäscherungskapazität von 132.000 Leichen pro Monat.«[40] (S. 342)

In Wirklichkeit betrug die Durchschnittsdauer einer Kremation in den koksbeheizten Topf-Öfen von Auschwitz-Birkenau nicht weniger als eine Stunde, wie ich im Kapitel VIII des zweiten Teils meines Werkes I forni crematori di Auschwitz (Die Krematoriumsöfen von Auschwitz) (Edizioni di Ar) zeige, das gerade veröffentlicht wird.[41]

Für eine Erörterung dieses obskuren Briefes mit Datum 28. Juni 1943, der eine technisch unmögliche Kremierungskapazität angibt, sei in Bezug auf die dort behauptete Dauer des Kremierungsprozesses (4 Leichen in einer Muffel in 60 Minuten oder eine Leiche in einer Muffel in 15 Minuten),[42] und bezüglich des angeblichen Koksverbrauchs (3,64 kg pro Leiche),[43] auf meinen Artikel im Anschluß an diesen Beitrag verwiesen.[44]

5.4. EINE BESTIMMT DUMME ENTSCHEIDUNG

Van Pelt/Dwork stellen fest, daß die Architekten und Ingenieure von Berlin

»zwei größere Krematorien bauten, um ein Lager mit 200.000 Gefangenen zu versorgen, und zwei kleinere Krematorien für die Gaskammern.« (S. 324)

und postulieren, daß die Krematorien II und III

»keine extra Einäscherungskapazität hatten, um die Leichen der in den Bunker Vergasten zu entsorgen.« (S. 321)

Da Auschwitz seine neue Rolle »als Bestimmungsort für Europas Juden« während Himmlers zweitem Besuch (16-17. Juli 1942) übernahm, (S. 320), und da die Krematorien IV und V mit ihrer angeblichen Tötungskapazität einen Monat später entworfen wurden,[45] hätten die Behörden in Berlin den Autoren zufolge 30 Muffeln mit einer angeblichen Kremierungskapazität von 2.880 Leichen per 24 Stunden für die natürliche Sterblichkeitsrate von 200.000 Häftlingen vorgesehen und 16 Muffeln mit einer angeblichen Einäscherungskapazität von (576 x 2 =) 1.152 Leichen pro 24 Stunden für die Vernichtung der Juden! Demnach hätten die Behörden eine natürliche Sterblichkeitsrate von (2.880 x 30 =) 86.400 Häftlingen pro Monat erwartet, und eine Vernichtungsrate von 1.152 x 30 = 34.560 Juden pro Monat!

6. Sonderbehandlung und Einäscherung

6.1. HYPNOSEWORT »SONDERBEHANDLUNG«

Bezüglich der elektrischen Einrichtungen für Krematorium II liest man im Aktenvermerk vom 29. Januar 1943:[46]

»Diese Inbetriebsetzung kann sich jedoch nur auf beschränkten Gebrauch der vorhandenen Maschinen erstrecken (wobei eine Verbrennung mit gleichzeitiger Sonderbehandlung möglich gemacht wird), da die zum Krematorium führende Zuleitung für dessen Leistungsverbrauch zu schwach ist.«

Was kann der Ausdruck »Verbrennung mit gleichzeitiger Sonderbehandlung« bedeuten? Van Pelt/Dwork antworten folgendermaßen:

»Als Bischoff und Dejaco den Keller-Plan der Krematorien II und III änderten, um eine Gaskammer einzufügen, hatten sie den veranschlagten Stromverbrauch des Gebäudes erhöht. Das Ventilationssystem sollte nun gleichzeitig das Zyklon B [sic] aus der Gaskammer extrahieren und die Flammen des Verbrennungsofens anfachen. Sie hatten mit AEG Verbindung aufgenommen, dem Vertragspartner für die elektrischen Systeme, aber wegen der Rationierungen war AEG nicht in der Lage gewesen, die Starkstormkabel und Schalter, die das System benötigte, zu bekommen. Als Folge davon mußte das Krematorium II mit einem vorläufigen elektrischen System versorgt werden; überhaupt nichts stand für Krematorium III zur Verfügung. Ferner warnte der AEG-Vertreter in Kattowitz, Ingenieur Tomitschek, das Auschwitzer Bauamt, daß die Kapazität des vorläufigen Systems Sonderbehandlung und Einäscherung nicht gleichzeitig zulassen würde.« (S. 330)

Mit anderen Worten: die Kapazität der elektrischen Leitung zum Krematorium war angeblich unzureichend für gleichzeitige Einäscherung und Menschenvergasung.

In Wirklichkeit stellt der Text genau das Gegenteil fest: auch ein beschränkter Gebrauch der »vorhandenen Maschinen« ließen eine »Verbrennung gleichzeitig mit Sonderbehandlung« zu.

Um die Bedeutung des vorher erwähnten Satzes zu verstehen, ist es notwendig, das Dokument in seinen historischen Kontext zu stellen.

Am 29. Januar 1943 inspizierte Topf-Ingenieur Kurt Prüfer die Baustellen der vier Krematorien in Birkenau und erstellte einen Prüfbericht in dem er das Folgende über Krematorium II schrieb:[47]

»Dieser Gebäudekomplex ist baulich bis auf kleinere Nebenarbeiten fertiggestellt (Decke des Leichenkellers 2 kann wegen Frost noch nicht ausgeschalt werden).

Die fünf Stück Dreimuffel Einäscherungsöfen sind fertig und werden z.Zt. trockengeheizt. Die Anlieferung der Be- und Entlüftungsanlage für die Leichenkeller verzögerte sich in Folge der Waggonsperre, so daß der Einbau voraussichtlich erst in 10 Tagen erfolgen kann. Somit ist die Inbetriebnahme des Krematoriums bestimmt am 15.2.43 möglich.«

Mit Bezug auf diesen Bericht spezifiziert der Aktenvermerk,

1. daß das von Prüfer für das Krematorium genannte Datum für die Inbetriebnahme (15. Februar 1943) nur mit einem »beschränkten Gebrauch der vorhandenen Maschinen« eingehalten werden könnte, und

2. daß dies auf jeden Fall eine »Verbrennung mit gleichzeitiger Sonderbehandlung« garantieren würde.

Was waren die vorhandenen Maschinen? Die Antwort auf diese Frage findet sich in zwei wichtigen Dokumenten. Im Aktenvermerk von Kirschneck vom 29. Januar 1943 liest man in Verbindung mit Krematorium II:[48]

»Die elektrischen Anschlüsse für die zum Ofen gehörenden Motore für die Druckluftgebläse werden z.Zt. verlegt. Die 3 großen Saugzuganlagen, an den Schornsteinen befindlich, sind eingebaut und betriebsfertig erstellt. Auch hier werden zur Zeit die elektrischen Anschlüsse für die Motoren verlegt. Der Leichenaufzug wird z.Zt. provisorisch eingebaut (als Plateauaufzug). Die Be- und Entlüftungsanlage für die Leichenkeller ist infolge der Waggonsperre, die vor einigen Tagen erst aufgehoben wurde, noch nicht eingetroffen, die Waggons rollen und es wird täglich mit dem Eintreffen dieser Materialen gerechnet. Der Einbau kann in ca. 10 Tagen erfolgen.«

Dieser Bericht wird voll bestätigt durch die Formulare, die Topfs Installateur Heinrich Messing im Januar 1943 ausgefüllt hat, und die die folgenden von ihm beim Krematorium II durchgeführten Arbeiten beschreiben:[49]

»04/05.01: Reise.

05/10.01: Montagen d. Saugzug-Anlagen in Krematorium. 1 11/17.01: Transport und Montage der 3 Saugzug-Anlagen im Krematorium I. [II]

18/24.01: Saugzug-Anlagen im Krematorium I. K.G.L. montiert. [Kr II]

25/31.01: Saugzug u. Be- u. Entlüftungsanlagen. 5 Stück Sekundargebläse für die 5 Dreimuffe1öfen montiert. Transport des Materials.

01/07.02 Sekundargebläse für die fünf Dreimuffelöfen montiert.«

Der provisorische Aufzug war noch nicht eingebaut; er war durch die Zentralbauleitung am 26. Januar 1943 von der Häftlingsschlosserei bestellt worden (Auftrag Nr. 2563/146), aber seine Herstellung endet am 13. März.[50]

Rekapitulieren wir also: die am 29. Januar 1943 »vorhandenen Maschinen« waren:

Geplante, aber noch nicht vorhandene Maschinen waren dagegen:

Jetzt können wir die zweite Frage beantworten: Wenn ein beschränkter Gebrauch der vorhandenen Maschinen mit Gebläse und Saugzuganlagen für die Öfen eine »Verbrennung mit gleichzeitiger Sonderbehandlung« garantierte, ist es klar, daß diese »Sonderbehandlung« keinerlei Beziehung zu einer angeblichen Tötungs-Gaskammer von Leichenkeller 1 haben konnte, die wegen der fehlenden Lüftungsmotoren noch nicht einsatzfähig waren. Der Begriff »Sonderbehandlung« kann hier vielmehr nur einen allgemein engen Bezug zu den vorhandenen Kremierungsinstallationen, und besonders zur der Einäscherung selbst haben. Er bezieht sich höchstwahrscheinlich auf eine Behandlung der Leichen, und nicht auf eine Behandlung lebender Personen.

Wenn wir den historischen Zusammenhang betrachten - ein Anwachsen der Typhus-Epidemie 1942, die so gefährlich war, daß sie den Chef der Amtsgruppe D des SS-WVHA, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Glücks dazu brachte, am 8. Februar 1943 die »vollständige Lagersperre« anzuordnen,[53] - dann konnte die Bedeutung des Begriffs »Sonderbehandlung« im Aktenvermerk vom 29. Januar 1943 nur eine Ausweitung seiner hygienisch-sanitären Bedeutung sein, die sich aus anderen Dokumenten ergibt.[54] Aus seuchenhygienischer Sicht hätten die vorhandenen Maschinen bei beschränktem Gebrauch eine einwandfreie Einäscherung garantiert.

Das wird durch ein Dokument bestätigt, das ein paar Wochen zurückliegt. Am 13. Januar 1943 schrieb Bischoff einen Brief an die Deutschen Ausrüstungswerke in Auschwitz mit dem Thema »Ausführung von Schreinereiarbeiten für den Bauvorhaben-Raum.« In diesem Dokument beklagt sich Bischoff über die Verzögerung beim Erhalt von Türen »für Krematorium I im KGL« und erklärt in Einzelheiten:[55]

»So sind vor allem die mit Auftragsschreiben vom 26.10.42 Bftgb. Nr. 17010/42Ky/Pa bestellten Türen für das Krematorium I im KGL, welches zur Durchführung der Sondermaßnahmen dringend benötigt wird.«

Der Ausdruck »Durchführung der Sondermaßnahmen« hatte keinerlei verbrecherische Bedeutung. Im Gegenteil, er bezeichnete den Bau seuchenhygienischer Einrichtungen, einschließlich des Häftlingslazaretts, die für den BIII-Sektor von Birkenau geplant waren. Wenn das Krematorium für die »Durchführung der Sondermaßnahmen« errichtet war, bedeutet das also, daß es ein Teil dieser Einrichtungen war, und seine seuchenhygienische Funktion war ausschließlich die Einäscherung von Leichen verstorbener Lager-Häftlinge.

6.2. FUNKTION DER LÜFTUNGSANLAGE

In der Erklärung, die van Pelt/Dwork geben und die ich zuvor zitiert habe, ist ein weiterer Punkt, der ihre außerordentliche historische Inkompetenz deutlich aufzeigt. Lesen wir nochmals den entsprechenden Abschnitt:

»Als Bischof und Dejaco den Keller-Plan der Krematorien II und III änderten, um eine Gaskammer einzufügen, hatten sie den veranschlagten Stromverbrauch des Gebäudes erhöht. Das Ventilationssystem sollte nun gleichzeitig das Zyklon B [sic] aus der Gaskammer extrahieren und die Flammen des Verbrennungsofens anfachen.«

In Wirklichkeit entspricht das tatsächlich im Krematorium II und III installierte Ventilationssystem völlig dem »Kostenanschlag über Be- und Entlüftungs-Anlagen« von Topf vom 4. November 1941, in der die Saugzugmotoren der Öfen nichts mit den Lüftungsmotoren der Keller zu tun haben.

Bereits in diesem frühen Dokument waren zudem für die Kellerlüftung zwei Gebläse vorgesehen, die mit einem 380-Volt Drehstrommotor und 2 PS Leistung arbeiteten, mit einer Leistung von 4.800 m3 Luft pro Stunde[56] für den »B-Raum« [=Belüfteter Raum], genau wie es in der Rechnung »über die Lieferung von Be- und Entlüftungsanlagen« für Krematorium II[57] und für Krematorium III[58] erscheint. Da diese Einplanung des Be- und Entlüftungssystems für den - angeblich in eine Gaskammer umgeänderten - Leichenkeller 1 bereits vor der Änderung erfolgt war (November 1941!), konnte diese Änderung nicht in irgend einer Weise eine Erhöhung des Stromverbrauchs bewirkt haben, so daß die Erklärung von van Pelt/Dwork eine unbegründete Mutmaßung darstellt.

6.3. AM KREMATORIUM II HERVORGERUFENE SCHÄDEN

Van Pelt/Dwork ziehen eine weitere unbegründete Schlußfolgerung aus dem Aktenvermerk vom 29. Januar 1943, wenn sie schreiben:

»Das Töten war leicht, aber als die Deutschen begannen, die Öfen mit voller Kapazität zu betreiben (offiziell 1.440 Leichen pro Tag, das sind 96 pro Muffel oder durchschnittlich 4 Leichen pro Muffel pro Stunde), mißachteten sie den Rat des AEG-Ingenieurs Tomitschek und das elektrische System fing Feuer. Sowohl das Saugzuggebläse, das die Flammen des Verbrennungsofens anfachte, als auch das Ventilationssystem zur Entfernung des Zyklon B aus der Gaskammer wurden beschädigt.« (S. 331)

Das erste Anzeichen eines Schadens am Krematorium II findet man im Aktenvermerk von Kirschneck vom 25. März 1942, in dem wir lesen:[59]

»Nachdem sich die drei Saugzuganlagen in keiner Weise bewährt haben, ja sogar nach der ersten Vollbenützung durch zu hohe Temperaturen Schaden litten, werden diese zu Lasten der Firma Topf u. Söhne ausgebaut und von dieser Firma zurückgenommen.«

Wie sich bei einer folgenden Inspektion zeigte, war der Schaden noch schwerer: die feuerfeste Auskleidung des Schornsteins war kollabiert oder beschädigt und ganze Gewölbeteile des Fuchses waren eingestürzt.[60]

Diese Schäden waren aber nicht durch das elektrische System verursacht, sondern durch die übermäßigen Temperaturen der Ofen-Abgase. Da die drei Saugzuganlagen nur dazu dienten, den Rauch zu ziehen, indem sie den Sog der Öfen erhöhten, ist klar, daß auch diese beschädigt wurden.

Andererseits erwähnt kein bekanntes Dokument einen Schaden an elektrischen Einrichtungen von Leichenkeller 1 (van Pelt: »das Ventilationssystem um das Zyklon B aus der Gaskammer zu entfernen«), noch den Druckluftanlagen. Diese Einrichtungen dienten nicht dazu, die Flammen des Verbrennungsofens anzufachen, sondern um Luft für die Verbrennung in die Muffeln zu führen. Ein unsachgemäßer oder übermäßiger Gebrauch dieser Anlagen hätte tatsächlich eine Abkühlung der Muffeln zur Folge gehabt.

Das ist ein weiteres Beispiel für die geschichtliche Inkompetenz von van Pelt/Dwork und ihrer Unfähigkeit, Dokumente richtig zu interpretieren. Andererseits - was sollte man von Verfassern erwarten, die allen Ernstes bekräftigen, daß die Zehntausende von Dokumenten der Zentralbauleitung von Auschwitz nur deshalb erhalten blieben, weil »die Deutschen vergaßen, sie zu vernichten«?[61]

Alles klärt sich, wenn man die Dokumente nur ordentlich durcharbeitet![62]

Abkürzungen:

APMO = Archivum Panstwowego Muzeum Oswiecim

TCIDK = Tsentr Chranenija Istoriko-dokumental'nich Kollektsii, Moskau


Anmerkungen

[1]W.W. Norton & Company, New York London 1996.
[2]Zusammen mit Jean-Claude Pressac, in: Yisrael Gutman, Michael Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana University Press, Bloomington und Indianapolis 1994, S. 93-156.
[3]Dieser Abbildungsteil, dem eine vierseitge Einleitung vorausgeht, folgte der Seite 320. In meinen Zitaten beziehe ich mich darauf als Blueprints, gefolgt von der theoretischen, von mir hinzugefügten Seitenzahl. Bei Bezügen zum Text selbst gebe ich nur die Seitenzahl an.
[4]Blueprints, S.1.
[5]Diesbezüglich vgl. meine Studie La "Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei Auschwitz", Edizioni di Ar, Padua 1998.
[6]Anders dagegen van Pelts vielfacher Bezug auf Pressac in seinem Gerichtsgutachten zum Verfahren Irving ./. Lipstadt, The Pelt Report, im Text S. 47f. (Opferzahl Auschwitz), 128 (Aussage Henryk Tauber), 200f. (Kriminelle Spuren), 238ff. (»Vergasungskeller«), 242 (»Blausäure-Rest Nachweisgerät«), 308 (Leuchter).
[7]Les crématoires d'Auschwitz. La machinerie du meurtre de masse, CNSR Editions, Paris 1993. Eine angemessene Zusammenfassung dieses Buches erschien im bereits erwähten Buch Anatomy of the Auschwitz Death Camp (Anm. 2) unter der Überschrift »The Machinery of Mass Murder at Auschwitz« (S. 183-245). Als Autoren werden »Jean-Claude Pressac with Robert-Jan van Pelt« genannte. Es ist mir allerdings nicht gelungen nachzuvollziehen, was daran der Beitrag Robert-Jan van Pelts ist. Van Pelt behauptet selbst, er habe daran einen Anteil von 25%, vgl. seine Aussage in seinem Gerichtsgutachten zum Verfahren Irving ./. Lipstadt, The Pelt Report, FN. 7, S. 11.
[8]Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, The Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989.
[9]Ebenda, S. 264.
[10]TCIDK, 502-1-233, S. 11.
[11]Im Plan vom 7. Oktober 1941 ist dieses Kommandanturgebäude bereits mit Bleistift durchgestrichen.
[12]TCIDK, 502-1-233, S. 29.
[13]Die Prüfungskommission des Wehrkreis VIII, die ein Organ des Gebietsbeauftragten für die Regelung der Bauwirtschaft im Wehrkreis VIII war.
[14]TCIDK, 502-1-233, S. 29. Der Kostenvoranschlag war am 26. November 1941 geprüft worden, wie aus der Fußnote der Seite ersehen werden kann. Die Zahlen wurden per Hand berichtigt.
[15]TCIDK, 502-1-319, S. 202-206.
[16]TCIDK, 502-1-223, S. 9.
[17]TCIDK, 502-1-220, S. 19.
[18]»Model designs have been drawn for permanent and provisional delousing installations for the Waffen SS, the police, and concentration camps, and for provisional and permanent crematoria, incinerating sites, and execution grounds of various kinds.«
[19]TCIDK, 502-1-13, S. 4.
[20]Dwork/van Pelt haben die Passage entstellt, indem sie den Vergleich mit dem Giftgaseinsatz an der Westfront während des Ersten Weltkrieges ausließen. Die Originalpassage in Mein Kampf lautet (6. Auflage, S. 772):
»Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Krieges einmal zwölf- oder fünfzehntausend dieser hebräischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten, wie Hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter aus allen Schichten und berufen es im Felde erdulden mußten, dann wäre das Millionenopfer der Front nicht vergeblich gewesen.« Hitler ist schließlich selbst ein Giftgas-Überlebender gewesen. Anm. d. Red.
[21]APMO, BW 30/27, S. 17. Fernschreiben von Bischoff mit Betreff »Fertigstellung der Krematorien«.
[22]Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1898, S. 374.
[23]Raymond Phillips (Hg.), Trial of Josef Kramer and Forty-Four Others (The Belsen Trial), William Hodge & Co., London/Edinburgh/Glasgow 1949, S. 714.
[24]D. Czech, aaO. Anm. 22), S. 380.
[25]TCIDK, 502-2-105, S. 60.
[26]Martin Broszat (Hg.), Kommandant in Auschwitz. Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höss, DTV Verlag, München 1981, S. 181.
[27]Rudolf Vrba, Alan Bestic, I Cannot Forgive, Sidgwick, Jackson, Anthony Gibbs and Phillips, 1963, S.15.
[28]Die zwei Pläne für das neue Krematorium, gezeichnet von W. Dejaco am 24. Oktober 1941, wurden von J.-C. Pressac veröffentlicht (Les crématoires d'Auschwitz. La machinerie du meurtre de masse, CNSR Editions, Paris 1995, document 9).
[29]Die Umbauarbeiten begannen in der Woche vom 28. Juni bis 4. Juli 1940, wie sich aus dem Tätigskeitsbericht von Schlachter vom 5 Juli 1940 ergibt. TCIDK, 502-1-214, S. 98.
[30].-C. Pressac, aaO. (Anm. 28), S. 64f.:
»l' escalier nord devient le seul accès possible aux morgues, ce qui implique que les morts devront descendre l'escalier en marchand.«
[31]»Auschwitz: Das Ende einer Legende«, in Herbert Verbeke Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, VHO, Berchem 1995, S. 132.
[32]D. Dwork, R.J. van Pelt, Auschwitz 1270 to the Present, Plate 17. Siehe auch J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 8), S. 302f.
[33]J.-C. Pressac, ebenda, S. 305.
[34]Ebenda, S. 307.
[35]Ebenda, S. 327.
[36]Ebenda, S. 328.
[37]The Trial of Höss, volume 11a, S. 88
[38]Yisrael Gutman, Michael Berenbaum (Hg.), aaO. (Anm. 2), S. .XIVf.
[39]Das Originaldokument spricht deutlich von »Personen« anstatt von »Leichen«. TCIDK, 502-1-314, S. 14a.
[40]Also 4.416 (die angenommene Kapazität der vier Krematorien in Birkenau) × 30 Tage = 132.480, gerundet 132.000.
[41]Vgl. die stark gekürzte und etwas veraltete deutsche Fassung: C. Mattogno, F. Deana, »Die Krematorien von Auschwitz und Birkenau«, in E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 281-320.
[42]Der Einäscherungsliste des Krematoriums von Westerbork zufolge war die durchschnittliche Einäscherungszeit für eine Leiche bei mit Koks beheizten Kori-Öfen ungefähr 50 Minuten.
[43]Laut den bewahrten Aufzeichnungen war der durchschnittliche Koks-Verbrauch für einen koksbeheizten Topf-Ofen mit zwei Muffeln in Gusen (einem Unterlager von Mauthausen) 30.6 kg Koks pro Leiche.
[44]Englisch: »The Auschwitz Central Construction Headquarters Letter Dated 28 June 1943: An Alternative Interpretation« (online: www.vho.org/GB/c/CM/lalett.html).
[45]»Krematorium IV (Platte 18) wurde, im Gegensatz zu Krematorium II, nach Himmlers zweitem Besuch in Auschwitz im Juli 1942 geplant. Birkenau war ein Ort für den Massenmord geworden« (Blueprints, S. 4).
[46]Zitiert nach David Irving, »Holocaust-Historiker graben ihr eigenes Grab«, in VffG, 1(4) (1997), S. 277.
[47]Prüfbericht des Ing. Prüfer vom 29 Januar 1943. APMO, BW 30/34, S. 101.
[48]Aktenvermerk von Kirschneck vom 29 Januar 1943. APMO, BW 30/34, S. 105.
[49]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 8), S. 370.
[50]Trial of Höss, Band 11a, S. 83.
[51]Schluß-Rechnung der Firma Topf an die ZBL bezüglich »BW 30 - Krematorium II«. TCIDK, 502-2-26, S. 230.
[52]Topf, Rechnung Nr. 171 vom 22. Februar 1943 bezüglich der Installation für die Ventilation des Krematorium II. TCIDK, 502-1-327, S. 25-25a. Ich habe bereits eine Fotokopie dieses Dokuments in meiner oben zitierten Studie »Auschwitz: Ende einer Legende«, aaO. (Anm. 31), S. 136-139, veröffentlicht.
[53]APMO, Standort-Befehl, D-AuI-1, S. 46.
[54]Ich werde diese Dokumente in meiner in Vorbereitung befindlichen Studie, »Sonderbehandlung ad Auschwitz. Genesi e significato« veröffentlichen.
[55]APMO, BW 30/34, S. 78.
[56]TCIDK, 502-1-327, S. 152.
[57]Rechnung von Topf Nr. 171 vom 22. Februar 1943. TCIDK, 502-1-327, S. 25.
[58]Rechnung von Topf Nr. 729 vom 27. März 1943. TCIDK, 502-1-327, S. 16.
[59]APMO, BW 30/25, S. 8.
[60]APMO, BW 30/34, S. 17.
[61]Blueprints, S. 1.
[62]Diesbezüglich siehe meine Beobachtungen, die regelmäßig auf Russ Granatas Website veröffentlicht werden (codoh.com/granata/)

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(1) (2000), S. 25-33.


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