Robert Jan Van Pelt auf den Zahn gefühlt

Aus dem Gerichtsprotokoll

Zwischen 1989 und 1995 wurde der französische Apotheker Jean-Claude Pressac als „Geheimwaffe" der Exterminationisten gegen die revisionistischen Thesen aufgeführt.[1] Mit der Veröffentlichung einer englischen Kurzfassung von Pressacs letztem Werk in einem englischen Sammelband änderte sich dies aber merklich. Pressac wurde nicht erlaubt, sein Werk selbst zusammenzufassen. Vielmehr wurde er unter die „Oberaufsicht" eines in Kanada lehrenden Professors für Architektur gestellt: Prof. Dr. Robert Jan van Pelt.[2] Seither gilt dieser als der Fachmann in Sachen „Vernichtungstechnologie" für Auschwitz. Basis für diesen Ruf ist sein gemeinsam mit Deborah Dwork verfaßtes Buch Auschwitz 1270 to the Present sowie viele weitere ähnliche Veröffentlichungen.[3] In der Verleumdungsklage von David Irving gegen Deborah Lipstadt spielte Prof. van Pelt als „sachverständiger" Zeuge der Verteidigung eine Schlüsselrolle. Nachfolgend geben wir zunächst jene Passage des Kreuzverhörs wieder, in dem Herr Irving (I) klärt, inwiefern Prof. van Pelt (P) überhaupt als sachverständig angesehen werden kann. Anschließend werden einige Aspekt von Prof. van Pelts Werken bzw. Aussagen vor Gericht von verschiedenen Autoren untersucht.


I: Professor van Pelt, sind Sie zur Zeit niederländischer oder kanadischer Staatsbürger?

P: Ich bin niederländischer Staatsbürger.

Prof. van Pelt, Kulturhistoriker, Möchtegern-Architekt und bekennender Jude, erweist sich beim näheren Hinschauen als Stümper

I: Darf ich Sie zuerst, verzeihen Sie meine Grobheit, in unserem Land willkommen heißen und Ihnen sagen, welch große Freude mir die Lektüre Ihres Buches über Auschwitz aufgrund seines Wertes bereit hat. Es ist eines der wenigen Bücher, die ich von Anfang bis Ende gelesen habe, und es ist ein Buch, daß ich kaum beiseite legen konnte. Ich weiß nicht, welchen Anteil Sie an diesem Buch haben und welchen Ihre Partnerin Deborah Dwork hat. [...] Sie haben an der Universität Leiden studiert, ist das richtig?

P: Ja, das stimmt.

I: Und Sie sind jetzt Professor für Architekturgeschichte an der Universität von Waterloo in Toronto?

P: Nein. Die Umstände meiner Berufung sind ein bißchen verwirrend.
Ich bin im Fachbereich Architektur und somit bin ich offiziell Professor für Architektur. Der Professorentitel hängt davon ab, in welchem Fachbereich man tätig ist. Ich unterrichte allerdings in Bereich Kulturgeschichte, so daß ich mich selbst normalerweise Professor für Kulturgeschichte nenne, um im allgemeinen Umgang Verwirrungen zu vermeiden, weil, mit meinem Hintergrund, meiner Doktorarbeit und meinem Lehrauftrag, ich lehre Kulturgeschichte an der Architektenschule. Als man mich allerdings anwies, wie ich meinen Lebenslauf für dieses Verfahren anzufertigen hätte, sagte man mir, ich solle bezüglich dessen, was ich sei, im juristischen Sinne äußerst präzise sein, und deshalb gab ich an, ich sei Professor für Architektur.

MR JUSTICE GRAY [Richter]: Sie sind also in Wirklichkeit ein Kulturhistoriker?

P: Ich bin in Wirklichkeit ein Kulturhistoriker.

I: Das ist ein Punkt von einiger Bedeutung, Herr Richter. Wir müssen genau wissen, welches Ihre Qualifikationen zur Erstellung Ihres Gutachten für dieses Gericht sind. Ich meine dies nicht im geringsten in herabsetzender Weise, zumal ich, wie gesagt, Ihr Buch und ihr Gutachten mit äußerstem Interesse gelesen habe. Wir müssen aber trotzdem wissen, was nun eigentlich Ihr Fachgebiet ist. In Großbritannien haben wir freilich das Royal Institute of British Architects. Ist Ihnen bekannt, daß es in England illegal ist, sich selbst einen Architekten zu nennen, wenn Sie nicht beim RIBA registriert sind?

P: Das ist in den meisten Ländern so, ja, ich weiß das.

I: Das äquivalent dazu in Holland ist der Bond van Nederlandse Architecten, ist das richtig? Verzeihen Sie mir meine Aussprache.

P: Ja, Bond van Nederlandse Architecten.

I: Was grob genommen dem RIBA entspricht?

P: Ja.

I: Ist es richtig, daß Sie nicht beim Bond van Nederlandse Architecten registriert sind?

P: Ich hatte nie einen Grund dazu, da ich nie an einer Architekturschule studiert habe.

I: Sie können also nicht auf legale Weise vorgeben, ein Architekt zu sein, wenn ich es so ausdrücken kann?

P: Nein, ich könnte dafür strafrechtlich belangt werden.

I: Sie könnten dafür strafrechtlich belangt werden?

P: Ja.

I: So ähnlich, wie Herr Leuchter in Massachusetts belangt wurde, weil er vorgab, ein Ingenieur zu sein? [Anm. d. Red.: Herr Leuchter gewann diesen Prozeß.]

Ein befangener Gutachter

Prof. Robert Jan van Pelt,
die Holocaust-Religion
und das Irrenhaus

Aussagen van Pelts in Errol Morris' Dokumentarfilm
Mr Death (mit Zeitangabe [min:sec:frame])

[00:44:30] »Auschwitz ist wie das Heiligste vom Heiligen. Ich habe mich jahrelang vorbereitet, um dorthin zu gehen. Und es ist ein Sakrileg, wenn ein Narr [Leuchter] daherkommt, völlig unvorbereitet! Jemand, der das Heiligste vom Heiligen betritt und sich einen feuchten Kehricht darum kümmert.«

[01:00:00] »Krematorium II ist das berüchtigtste von Auschwitz. In den 210 Quadratmetern dieses Raumes haben mehr Menschen ihr Leben verloren als an irgendeiner anderen Stelle auf diesem Planeten. Fünfhunderttausend Menschen wurden umgebracht. Wenn man eine Karte des menschlichen Leides zeichnen würde, wenn man eine Geographie der Grausamkeiten schaffen würde, so wäre dies das absolute Zentrum.«

[01:23:30] »Wenn gezeigt würde, daß die Holocaust Revisionisten recht haben, dann würden wir unser Gespür für den Zweiten Weltkrieg verlieren, wir würden unser Gespür dafür verlieren, was Demokratie ist. Der Zweite Weltkrieg war ein moralischer Krieg, es war ein Krieg zwischen Gut und Böse. Und wenn wir den Kern dieses Krieges, der tatsächlich Auschwitz ist, aus diesem Bild entfernen, dann wird uns alles andere unverständlich. Dann enden wir alle im Irrenhaus.«

Für Prof. van Pelt geht es also nicht, wie es jedem Wissenschaftler höchstes Ziel sein sollte, um die Wahrheit, sondern um den Schutz eines Heiligtums, um den Schutz seines Weltbildes, seiner historischen und politischen Überzeugungen und um seine und seinesgleichen geistige Gesundheit. Der Gutachter ist daher wegen kaum zu überbietender Befangenheit abzulehnen.

P: Ja.

I: Sie können womöglich die Tragweite dieser speziellen Frage erkennen. Mit anderen Worten, Ihr Gutachten als Architekt gleicht dem Gutachten von Herrn Leuchter als Ingenieur?

P: Ich weiß wirklich nicht. Ich lehre an der Architekturschule seit 1984. Ich habe Designkurse geleitet. Insbesondere an kleinen Architekturschulen muß man annehmen, was immer auf einen zukommt. Ich war Mitglied in Architekturausschüssen und Tagungen, zumeist auf einer Art wöchentlicher oder zweiwöchentlicher Basis. Ich habe...

I: Sie haben niemals Architektur gelernt? Sie haben niemals Architektur an einer Universität studiert? Sie haben niemals einen Abschluß in Architektur erworben?

P: Ich habe keinen Abschluß darin, aber ich war mit praktischer Architektur konfrontiert, und abgesehen davon habe ich für verschiedene Architekten gearbeitet, einer davon, Sir Dennis Leston, hier in England, als er die Synagoge in Jerusalem entworfen hat. Ich habe mit Jack Diamond in Toronto zusammengearbeitet. Ich war also sehr oft in Architekturbüros und anderen Stätten.

I: Und sie beraten selbstverständlich zur Zeit die heutige Auschwitz-Verwaltung bezüglich der Rekonstruktion des Lagers, wenn ich es so sagen darf?

P: Ich habe sie beraten, ja.

I: Sie tun das nicht mehr. Nun gut. Wenn ich also einen Pseudohistoriker bin, dann sind Sie ein Pseudoarchitekt, wenn ich es so ausdrücken darf?

P: Ja, abgesehen davon, daß ich weder je behauptet habe, ein Architekt zu sein, noch ein Pseudoarchitekt.

I: Abgesehen davon, daß Sie ein Professor für Architektur sind, daß Sie sich selbst Architekturprofessor nennen, und daß Sie bei den Leuten den Eindruck aufkommen lassen, Sie seinen ein Experte für Architektur, und Sie haben dennoch nie Architektur studiert, Sie haben nie einen Abschluß erworben und sie sind nicht als solcher registriert?

P: Ich muß sagen, daß ich womöglich bevorzugen würde, Professor für Kulturgeschichte genannt zu werden, aber es ist eine Tatsache, daß mich die Universität auf den Lehrstuhl eines Professor für Architektur berufen hat. Deshalb...

I: Aber Sie begutachten hier nicht die Kultur von Auschwitz. Sie begutachten hier die Architektur von Auschwitz.

P: Ich werden, so hoffe ich, über die Geschichte von Auschwitz Zeugnis ablegen, und architektonische Dokumente sind eine sehr wichtige historische Quelle. Ich denke, daß wir beide darin übereinstimmen. Ich meine, als ein Historiker können Sie über verschiedene Beweisarten reden, und die architektonischen Dokumente sind eine Art von Beweisen.

I: Ich habe diese Fragen nicht im geringsten im herabzusetzenden Sinne gestellt, aber ich meine, es ist wichtig, die Aufmerksamkeit des Herrn Richters auf die Tatsache zu richten, daß Ihre Qualifikationen als Architekt tatsächlich nicht größer oder kleiner sind als die meinigen?

P: Ich stimme darin überein, daß meine formellen Qualifikationen genau die gleichen sind wie die Ihren.

I: Wenn Sie sich also Lichtschalter oder architektonische Zeichnungen oder Blaupausen ansehen, wie Sie sie nennen, dann sind Sie dazu nicht besser qualifiziert als ich es bin?

P: Nein, aber ich würde sagen, Herr Richter, daß ich dies während der letzten 15 Jahre gemacht habe, so daß es da eine gewisse praktische Erfahrung gibt, würde ich sagen, was womöglich von Bedeutung sein wird.[4]

Anmerkungen

[1]Vgl. dazu die Darstellung von Manfred Köhler, »Pressac und die deutsche Öffentlichkeit«, in: H. Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995, S. 19-30 (online: vho.org/D/anf/KoehlerR.html
[2]Jean-Claude Pressac, R.J. van Pelt, »The Machinery of Mass Murder at Auschwitz«, in: Yisrael Gutman, Michael Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana University Press, Bloomington und Indianapolis 1994, S. 93-156;
[3]Robert Jan van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz, 1270 to the Present, W.W. Norton & Company, New York London 1996; dt.: Auschwitz : 1270 bis heute, Pendo, Zürich 1998; nachfolgend jene Publikationen, die van Pelt in seinem Gutachten The Pelt Report angeführt hat: R.J. van Pelt, »A Site in Search of a Mission«, Y. Gutman, M. Berenbaum (Hg.), aaO. (Anm. 2), 93-156l; ders., »Auschwitz: From Architect's Promise to Inmate's Perdition«, Modernism/ Modernity, 1 (1993), S. 80-120; ders., »After the Walls Have Fallen Down«, Queen's Quarterly, 96 (1989), S. 641-660; ders., D. Dwork, »Reclaiming Auschwitz«, in: Geoffrey Hartmann (Hg.), Shapes of Memory, Blackwell, London 1993, S. 200-234; dies, »German Persecution and Dutch Accommodation: The Evolution of the Dutch National Consciousness of the Judeocide«, in: David Wyman (Hg.), The World Reacts to the Holocaust, The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1996, S. 45-77; diess., »The Politics of A Strategy for Auschwitz-Birkenau«, Cardozo Law Review, 20 (1998), S. 687-693; dies., »Jews, Poles Must Cooperate On Auschwitz«, Washington Jewish Week, Bd. 35, Nr. 4, 28.1.1999, S. 17; diess., »Paus moet ingrijpen«, NIW, Bd. 133, 11.9.1998, S. 9; dies., »Gevecht om de toekomst van Auschwitz«, NIW, Bd. 133, 11.9. 1998, S. 8f.; dies., »Poles, Jews differ on future of death camps«, Washington Jewish Week, Bd., 34, Nr. 31, 30.7.1998, S. 16 - 19; dies., »Shred the Auschwitz Agreement«, Forward, Bd. 102, Nr. 31, 17.7.1998, S. 7; dies., Donald McKay, Val Rynnimeri, Derrick Revington, »A Strategy for Auschwitz-Birkenau«, Cardozo Law Review, 20 (1998), S. 695-730; Gerald Fleming, R.J. van Pelt, »Auschwitz: The Blueprints of Genocide«, BBC Horizon, WGBH Boston Nova, BBC 2 Sendung von Isabelle Rosin und Mike Rossiter, 9.5.1994; PBS Ausstrahlung im Februar 1995; ebenso gezeigt in Israel und Australien. 1995 in Lyon als »Bester Dokumentarfilm« ausgezeichnet und 1996 in New York als »Bestes Geschichtsprogramm« nominiert; zur Kritik siehe Robert Faurisson in Fredrick Töben, »Ein KGB-Novellist: Gerald Fleming«, VffG 1(2) (1997), S. 87-91 (online: vho.org/VffG/1997/2/Toben2.html), sowie den Beitrag von Carlo Mattogno in diesem Heft.
[4]Queen's Bench Division, Royal Courts of Justice, Strand, London, David John Cawdell Irving ./. (1) Penguin Books Limited, (2) Deborah E. Lipstadt, Ref. 1996 I. No. 113, 25.1.2000, S. 37-42.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(1) (2000), S. 23f.


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