Claude Lanzmann - ein Lügner!

Zum Shoah-Interview mit dem angeblichen Treblinka-SS-Mann Franz Suchomel

Von Jean-Francois Beaulieu

SS-Unterscharführer Franz Suchomel ist ein wichtiger Zeuge, der die Geschichte von Massenvergasungen bezeugen soll, in seinem Fall für das angebliche Vernichtungslager Treblinka, in dem er tätig war. Claude Lanzmann, ein französisch-jüdischer Filmemacher, gelang es, 1977 von der israelischen Regierung 850.000 $ Subventionen zu erlangen, um eine Holocaust-„Dokumentation" zu produzieren, deren Ziel hauptsächlich war, in einer Zeit Skeptiker zu überzeugen, als die Revisionisten anfingen, für manche Leute ein Problem zu werden. Zusätzliche Geldmittel wurden später von der französischen Regierung und privaten Quellen zur Verfügung gestellt. Der Film wurde erst 1985, 8 Jahre später, fertiggestellt:

Shoah ist schrecklich lang (91/2 Stunden), was seinen teilweisen Erfolg erklären kann. Eines der Schlüssel-Zeugnisse, die heute verwendet werden, ist das von Franz Suchomel, einem ehemaligen SS-Wachmann, geboren 1903, der ein Jahrzehnt zuvor bereits ein paar Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Aufgrund seines Gesundheitszustandes ist es wahrscheinlich, daß Suchomel irgend wann Anfang der 80er Jahre starb.

In seiner Zeugenaussage bestätigt Suchomel mehr oder weniger die üblichen wilden Zeugendarstellungen, die schon von anderer Seite bekannt und hinlänglich kritisiert bzw. als Lügen, Übertreibungen, Verirrungen und oder Hirngespinnste beschrieben worden sind.[1]

Es ist allgemein bekannt, daß über Treblinka während der angegebenen Vorgänge viele Greuelgeschichten zirkulierten, und daß sowohl der polnische wie auch der jüdische Widerstand aktiv solche Behauptungen verbreiteten. Wir wissen auch von dem Autor Yuri Suhl,[2] daß es in »beinahe jedem Ghetto und jedem Lager« jüdische Widerstandszellen gab, und daß »Tausende jüdischer Kämpfer sich in den polnischen Wäldern versteckten, um den Deutschen zu schaden«, indem sie Munitionstransporte, deutsche Soldaten usw. angriffen.[3] Heute werfen einige jüdische Organisationen den Polen vor, daß sie es im Krieg versäumt hätten, Treblinka anzugreifen, aber selbst die jüdischen Partisanen hielten es nicht für notwendig. Treblinkas schwache Besatzung anzugreifen oder das Eisenbahnsystem, das dorthin führte, zu sprengen.

Weder der polnische Widerstand noch der jüdische Widerstand versuchten, von den angeblich riesigen Mengen Leichen, die in diesen Monaten aus den Gaskammern herausgezogen oder im Freien verbrannt worden seien, Fotos zu machen. Es wird behauptet, daß der innere Zaun mit Ästen abgeschirmt war, um zu verbergen, was innen vor sich ging, aber Treblinka war teilweise von Bäumen umgeben. Es war also möglich, auf einen davon mit einer Zoom-Linse zu steigen. Der Widerstand wußte, daß eine Fotografie von den Massengräbern oder den Scheiterhaufen mit erkennbaren Einzelheiten wie dem Stacheldrahtzaun, den Gebäuden und SS-Wachen ringsum unbezahlbar war, wenn er seine Anschuldigungen untermauern wollte. Er hatte ein Jahr, um das zu bewerkstelligen. Selbst das Album von Kurt Franz ist in diesem Fall nutzlos.

Angeblich ein Massengrab in Treblinka mit einigen zig Leichen: Der einzige forensische „Beweis" für den Mord an 800.000 Menschen![4]

Es wird behauptet, daß die Kommunisten auf einer großen Fläche sieben Meter hohe Berge von menschlicher Asche und Knochen entdeckten, als sie das Lager erreichten, aber sie hielten es nicht für angebracht, neutrale Repräsentanten vom Roten Kreuz einzuladen, um ihre Anschuldigung zu stützen, wie es die Nationalsozialisten bei Katyn taten. Einige vereinzelte menschliche Überreste wurden in der Tat gefunden und fotografiert, aber das ist nicht erstaunlich angesichts der Juden, die auf dem Transport starben.

Nun zurück zum Film Shoah. Dort wird ein Mann in seiner Wohnung interviewt, sei er jetzt Suchomel oder nicht. Eine Abbildung von Treblinka ist wenige Meter entfernt bereitgestellt und er nimmt oft einen Zeigestock, um während seiner Beschreibung eine Stelle zu zeigen. Das Interview wird so geführt, daß man Suchomel als netten, menschlichen Kerl ansehen könnte, der einen Alptraum erlebte, den er niemals wollte.

Lanzmann erklärte in der New York Times am 20. Oktober 1985 (S. H17), wie es ihm gelang, Suchomel angeblich unbemerkt zu filmen, hatte er ihm doch fälschlich versprochen, seinen Namen nicht zu nennen: Seine Assistentin trug eine Tasche, in der eine Kamera versteckt war. Ein kleines Loch ermöglichte es der Kamera, diese Folgen einzufangen. Gelegentlich sehen wir einen Kleinbus vor einem Gebäude, in dem die Techniker auf ihrem Monitor die Bilder anschauen, die normalerweise in Echtzeit übertragen werden. Man muß sich in die Rolle der Assistentin versetzen, die angeblich die Kamera in ihrer Tasche versteckt hatte. Für sie war es natürlich notwendig, sorgfältig zu sein, weil so ein Interview eine einmalige Gelegenheit ist. Sie mußte sich sehr sorgfältig bewegen, damit der Mann keinen Verdacht schöpft. Von einer Kamera, die in einer Tasche versteckt ist, erwartet man zudem verwackelte und bisweilen unscharfe Bilder, die nicht immer das zeigen, was wichtig ist, da es nahezu unmöglich ist, mit einer solchen Kamera richtig zu zielen. Setzt man die Kamera aber ab, so kann zwar mit etwas Geschick ein gutes Bild entstehen, das aber im wesentlichen unflexibel ist, also mehr oder minder immer die gleiche Einstellung zeigt.[5]

Und in der Tat: Die Bildqualität der Szenen mit Suchomel ist äußerst dürftig. Man kann grob ein Gesicht erkennen, trotz der verschwommenen Erscheinung, aber eine eindeutige Identifizierung dieser Person, die Suchomel sein soll, ist bereits sehr fragwürdig. Im Gegensatz dazu ist Schallings Figur recht deutlich, als er unter ähnlichen Bedingungen später im Film interviewt wurde. (Schalling ist ein weiterer ehemaliger Nationalsozialist, den Lanzmann sich geholt hat, obwohl von ihm nicht angenommen wird, daß er in die Massenvergasung von Treblinka verwickelt war[6])

Merkwürdigkeiten

Suchomels Schilderung hat insbesondere zwei Stellen, die sie als äußerst verdächtig erscheinen lassen:

1. In einer Szene berichtet er im Widerspruch zu allen anderen Zeugen, daß die Deutschen in Treblinka selbst die Leichen wegräumen mußten:[7]

»Keiner wollte das [die verrottenden Leichenberge] aufräumen. Die Juden ließen sich lieber erschießen. [...] Wirth ging selbst mit ein paar Deutschen dahin, umschlang die toten Leiber mit einem Gurt und zog sie. [...] sie selbst halfen beim Aufräumen. Lanzmann: Welche Deutschen taten das? Suchomel: Einige unserer Wachen wurde dazu herangezogen. Lanzmann: Die Deutschen selbst? Suchomel: Sie mußten. Lanzmann: Aber die hatten doch das Kommando! Suchomel: Sie kommandierten, und sie wurden kommandiert. Lanzmann: Ich denke, die Juden taten das. Suchomel: in diesem Fall mußten die Deutschen Hand anlegen.«

2. Und natürlich auch bei Suchomel merken diejenigen, die zu den qualmenden, stinkenden Gruben geführt werden, wo andauernd herumgeballert wird, erst dann etwas, wenn sie am Abgrund stehen, und auch bei Suchomel brennen die Leichen in den Verbrennungsgräben so gut wie von selbst:[8]

»Suchomel: [...] Sie sahen nichts, solange sie nicht am Ende angelangt waren. Dann erst würden sie die Toten in der Grube sehen. Sie mußten sich ausziehen, sich auf den Rand setzen, und wurden mit einem Genickschuß getötet. Sie fielen in die Grube. Da war immer ein Feuer in der Grube. Mit Abfall, Papier und Benzin brennen Menschen sehr gut.«

Am Anfang des Interviews bittet Suchomel, seinen Namen nicht preiszugeben. Der Zuschauer nimmt also an, daß Suchomel meint, sein Gespräch würde nicht aufgenommen. Doch der dann folgende Wortwechsel ist bereits sehr seltsam:[9]

»Lanzmann: Sind wir fertig?

Suchomel: Ja. Wir können anfangen.«

Wenn Lanzmann den Eindruck erwecken wollte, sein Gespräch mit Suchomel würde nicht aufgenommen, was sollte dann eine solche Frage am Beginn des Gespräches? Fertig für was? Formlose Gespräche haben keinen offiziellen Start! Da ich davon ausgehe, daß viele den Film nicht gesehen haben, werde ich nachfolgend etwas genauer versuchen zu beschreiben, was sich während des Interviews zuträgt. Suchomels Interview findet auf der zweiten Kassette der Shoah-Serie statt, und es ist empfehlenswert, die Szene selbst anzusehen, da Worte weniger aussagekräftig sind als Bilder.

Während eines wichtigen Teil des Interviews ist die Kamera auf der gleichen Höhe wie Lanzmanns Schulter. Wir sehen das, wenn Lanzmann seine Hand mit einer Zigarette sehr nahe an der Linse hochhält. Trotzdem wackelt das Bild während des Interviews kein bißchen, wie man es erwarten sollte, wenn die Kamera in einer Tasche getragen wird. Manchmal haben wir aber sogar eine Nahaufnahme, und der gefilmte Mann (Suchomel?) schaut direkt in die Kamera und fixiert sie während einer langen Sequenz, während der er spricht. Warum fixiert er eine belanglose Tasche?

Mehrmals nimmt der Mann, der gefilmt wird, seinen Stock, um eine Stelle auf der Karte zu beschreiben. In diesem Augenblick haben wir eine Nahaufnahme der Karte, wie aus 30 oder 40 Zentimeter Entfernung, und wenn die Kamera zum Gesicht des Mannes zurückschwenkt, wissen wir, daß dies nicht einer späteren Vergrößerung zuzuschreiben war. Aber vorher, wenn sich das Ende des Stockes auf und ab oder in der Diagonalen bewegt, um Einzelheiten auf der Karte zu zeigen, folgt die Kamera der Bewegung sorgfältig im Nahaufnahmemodus, um den Zeigestock ins Bild zu bekommen. Vertikal, horizontal, diagonal. Das geschieht bei der zweiten Szene etwa 12 Minuten nach Beginn des Interviews und diese Episode dauert etwa 12 oder 13 Sekunden. Der Bewegung des Stockes aus dieser Entfernung zu folgen, um ein kleines Detail aufzuschnappen, ist offensichtlich nutzlos und mehr als riskant und verräterisch für jemanden, der seine Kamera in einer Tasche zu verstecken sucht. Aber eine solche Szene kommt mehrmals während des Interviews, jedes Mal benutzt Suchomel seinen Stock, die Kamera kommt ganz nahe an die Karte, folgt der Bewegung des Stockes, sogar diagonal. Dann dreht sie zurück zu seinem Gesicht, wenn er zu seinem Stuhl zurückgeht. Aber der Kopf fehlt ein oder zwei Sekunden lang - etwas zu hoch, zu weit nach links, aus einer Entfernung von wenigen Metern. Aber sofort dreht die Kamera ein bißchen, um ganz richtig das meiste seines Gesichts für den Rest des Interviews aufzufangen, mehrmals. Ich stelle mir vor, daß manche Leute ein drittes Auge haben.

Ich war perplex, als ich das erste Mal Suchomels Interview sah, und dann spielte ich die gleichen Szenen noch etwa zwei Dutzend mal ab, diesmal mit einer Tasche neben mir. Jedes Mal versuchte ich mir vorzustellen, wie ich die Tasche bewegen sollte, ohne Suchomels Verdacht zu erwecken, und wie der Mann vor mir blind genug sein konnte, um nicht zu entdecken, daß etwas sehr Seltsames geschah. Nach etwa 20 oder 25 Versuchen gab ich auf.

Claude Lanzmann scheint unredlich zu sein. Entweder bezüglich seiner Behauptung, der gefilmte Mann sei ohne dessen Wissen aus einer versteckten Kamera in der Tasche seiner Assistentin gefilmt worden, oder bezüglich seiner Behauptung, bei dem gefilmten Mann habe es sich um Suchomel gehandelt - oder mit beidem.


Anmerkungen

Die Überschrift dieses Artikels wurde von der Redaktion gewählt.

[1]Vgl. dazu M. WeberA. Allen, JHR 12(2) (1992) S. 133-158 (online: vho.org/GB/Journals/JHR/12/2/WeberAllen133-158.html); Friedrich Paul Berg, »Die Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos«, in Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 321-345; Arnulf Neumaier, »Der Treblinka-Holocaust«, ebenda, S: 347-374.
[2]Yuri Suhl, The story of the Jewish resistance in Nazi Europe, Anthology on Armed Jewish Resistance (1939-1945), Band 4, 1984, Seite 73ff.
[3]Ebenda, S. Seite 75, und Band 2, S. 48 und 609.
[4]Aus Yitzhak Arad (Hg.), The Pictorial History of the Holocaust, Macmillan, New York 1990, S. 299, http://www.fmv.ulg.ac.be/schmitz/Holocaust/trebln01.html.
[5]Mit heutiger Technologie könnte man sicher alles mögliche fernsteuern, aber Anfang der 1980er Jahre waren Kameras und Fernsteuerungen groß, schwer und nicht an jeder Ecke zu haben!
[6]Schalling bezeugte die Verwendung sogenannter Gaswagen in der Nähe des Lagers Chelmo.
[7]Dies wurde entnommen dem Buch Claude Lanzmann, Shoah: An Oral History of the Holocaust, Pantheon Books, New York 1985 S. 56f.
[8]Ebenda, S. 63.
[9]Ebenda, S. 52.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(2) (2000), S. 168f.


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