Die Implementierung einer neuen Weltreligion

Das Stockholmer Internationale Forum zum Holocaust, 26.-28. Januar 2000

Von Robert H. Countess, Ph.D.

Ich hielt mich gerade in Kopenhagen auf, als ich von dieser Konferenz hörte, worauf hin ich am 25. Januar per Auto nach Stockholm fuhr und am nächsten Tag eine Akkreditierung als Pressevertreter erhielt. Meine Akkreditierung erfolgte als Vertreter der öffentlichen Radiostation WLRH von Huntsville, Alabama, wo ich in den Jahren 1985-1987 eine Radio-Talkshow namens Marktplatz der Ideen moderierte.

Die Sicherheitsmaßnahmen in Stockholm waren massiv, mit Polizeipräsenz in mehreren Häuserblocks um das Konferenzzentrum in der Stadtmitte, dem Bürgerhaus (Folkets Hus), ja sogar mit Hubschrauberüberwachung. Alle Presseleute wurden durch zwei Zelte geschleust, wo sie durch Detektoren gehen und sich einer Leibesvisitation unterziehen mußten. Einige Häuserblocks gen Osten befindet sich die Große Synagoge von Stockholm, wo eines der Treffen abgehalten wurde, eine Erinnerungszeremonie, zu der nur hohe Würdenträger und wenige Medienvertreter per Einladung zugelassen wurden.

Am Mittwoch, dem 26.1., begann um 14:30 die Eröffnungsfeierlichkeit mit dem königlich-schwedischen Gefolge, angeführt von König Carl Gustaf XVI und Königin Silvia von Schweden, dem Premierminister Goran Persson, dem Ehrenvorsitzenden Elie Wiesel, dem ersten wissenschaftlichen Berater Professor Yehuda Bauer, gefolgt von anderen Staatsführern oder deren Stellvertretern.

Der poetische Rahmen dieser feierlichen Eröffnung bildete folgendes Gedicht:

Alles ist in diesem Wind
Das Vergessene
Und das Erinnerte
Ein Wind, den wir Gedächtnis nennen
Horch
Er weht durch die Gärten
Der Zeit

Der prominenteste anwesende Staatsmann war der Premierminister Israels, Ehud Barak, der seine Rede mit einem jüdischen Gebet auf Hebräisch begann. Der womöglich zweitprominenteste anwesende Staatslenker war Vaclav Pavel, Präsident der Tschechei.

Premierminister Persson begann seine Rede, indem er dazu aufrief, die in dem Gedicht angesprochene Stille zu durchbrechen und den Zeugnissen der Überlebenden zuzuhören und von ihnen zu lernen. Er berichtete anschließend von der von ihm 1997 initiierten Levande Historia Projekt (Lebende Geschichte). Er erzählte sodann die Geschichte zweier einfacher Steine. In den ersten polierten kleinen Stein aus dem US Holocaust-Gedächtnis-Museum wurde das Wort „Erinnere" eingraviert. Der zweite war ein rauer, unmarkierter Stein, angeblich ausgelesen entlang der Eisenbahnlinie nahe der polnischen Stadt Izbica.

Wenn dieser Stein sprechen könnte, so suggerierte Persson seinen Zuhörern, so:

»würde er über das einen Steinwurf entfernte Durchgangslager berichten, eine umschlossene Nichtigkeit, ein Warteraum des Todes für die, deren letztes Ziel Sobibor oder Belzec war. Er würde die Geschichte von Izbica erzählen und wie neun Zehntel seiner Insassen nur deshalb umgebracht wurden, weil sie Juden waren.« (S. 2)

Dann philosophierte er, daß, zumal Steine nicht sprechen könnten, wir aber dennoch versuchen müßten, zuzuhören, was sie uns über die Holocaust-Vergangenheit zu berichten versuchen - aber nur, wenn wir uns darauf einlassen.

Es war offensichtlich, daß Premierminister Persson die Zuhörer und die ganze zuschauende Welt darauf vorbereiten wollte, dieser Konferenz Aufmerksamkeit zu schenken, wie sie Erinnerungen wachruft und eine Welt zu erziehen trachtet, die fundamental antisemitisch ist und sich nicht um die Juden und ihre Vergangenheit kümmert, sondern lediglich um die eigenen materiellen Güter und Genüsse. Und natürlich warnte er vor den antidemokratischen Mächten - den Neo-Nazis und »den Holocaust-Leugnern, die ihre Lügen verbreiten.« Er schloß seine Ansprache mit der Formulierung »Die Mission, die wir heute teilen [...]«

Jeder bedachte Zuhörer konnte während der ganzen Konferenz die religiöse Betonung dieser »Mission« (=Kreuzzug) wahrnehmen sowie die mangelhafte Betonung rigoroser wissenschaftlicher Geschichtsschreibung. Die einzige Ausnahme davon war allerdings Prof. Michael Marrus von der Universität Toronto. Zu ihm später mehr.

Die während der Konferenz aufgeführte Musik war atonal oder anti-tonal und abstrakt - fast schon wie Paul Klee in der Malerei - aber sie unterstrich das surreale Thema eines religiös-ekstatischen Erlebnisses enorm. Jene Sprecher, die sich auf die Erforschung des jüdischen Holocaust konzentrierten, taten dies immer im Kontext des religiösen Dogmas der geheiligten Sechs Millionen Märtyrer - das heißt, daß Forschungen vorangetrieben werden dürfen, allerdings nur, wo sie das, was als wahr geglaubt wird, weiter hervorheben und stützen.

Dem hinzu füge man Elie Wiesel. In gedämpftem Tonfall und mit ruhiger Würde, die sein Verhalten prägen, wenn er spricht, verkündete er, daß die schwedische Regierung in den Jahren 1939-1945 versagt habe, ihre Juden zu retten, und daß deshalb nun das schwedische Volk Genugtuung leisten müsse (womit finanzielle Reparationen und Denkmäler gemeint sind). Während der Nazi-Zeit, so meinte er, hätten wir erstmalig in der Geschichte den Völkermord des Verstandes erlebt. Und:

»Zwar waren nicht alle Opfer Juden, aber alle Juden waren Opfer. [...] Kein menschliches Wesen könne gegenüber dem Holocaust gleichgültig sein. Wir müssen von tiefem Mitgefühl für das unglaubliche Leiden der Opfer bewegt sein.« (Und wer es nicht ist, ist eben kein menschliches Wesen, so möchte man hinzufügen.)

Er frug, warum die Alliierten die jüdischen Untergrundorganisationen nicht unterstützt hätten, so wie sie nicht-jüdische Gruppen unterstützten. Warum bombardierten die Alliierten nicht die Zuggleise? »ich weiß es nicht«, fügte er hinzu. (Premierminister Persson nickte des öfteren, seine Zustimmung kundtuend.)

Seinen religiösen Skeptizismus offenbarend bemerkte Wiesel:

»Als Gläubige müssen wir unseren Glauben an den Schöpfer und an die Schöpfung überprüfen. Wo hat die Gesellschaft versagt?« (An dieser Stelle blendete die Kamera Prof. Y. Bauer ein, der neben seiner Frau saß.)

Wiesel fügte dann etwas hinzu, das nicht in der Niederschrift seiner Rede steht:

»Eure Majestät, Premierminister Persson, ich schlage vor, daß Sie in Erwägung ziehen, eine Konferenz wie diese jedes Jahr abzuhalten.« (Applaus von allen Seiten.)

Anschließen bestieg Premierminister Persson das Podium und verkündete seine enthusiastische Unterstützung für eine jährliche Konferenz. Und wieder folgte ein stürmischer Applaus.

Prof. Yehuda Bauer von der hebräischen Universität begann anschließend seine Schimpfrede gegen die Nazis, die Deutschen, die Alliierten und alle Christen. So sagte er zum Beispiel:

»Sechs Millionen Juden wurden von getauften Heiden umgebracht«

Natürlich dachte ich mir: wurden seit 1917 20 Millionen und mehr russische Christen von beschnittenen Heiden ermordet?

»Ich entstamme dem Volk, daß der Welt die zehn Gebote gegeben hat« (Und wieder dachte es in mir: War das nicht Jehowah?)

Bauer merkte an, daß es in den 90er Jahren eine erstaunliche Entwicklung gegeben habe: Das US-Holocaust-Gedächtnis-Museum und akademische Lehrstühle. (Ich dachte dabei an den Dorot Lehrstuhl der Emory Universität, wo Deborah Lipstadt sitzt.)

Er lamentierte aber darüber, daß einige Journalisten den Holocaust mit dem vergleichen hätten, was Saddam Hussein im Irak tat oder was im Kosovo oder in Waco (Texas) geschehen sei. Diese Art Vergleiche sind es, die die Deutschen Verharmlosung des Holocaust nennen, und es ist natürlich verwerflich so etwas zu tun, denn der Holocaust ist einzigartig. Schon der Versuch, irgendein Unheil mit dem zu vergleichen, was dem jüdischen Volk widerfahren sei, sei angsteinflößend, meinte er, da die Nazis geplant hätten, alle Mitglieder dieser einen Rasse auf der ganzen Welt auszurotten - »jeden einzelnen Juden auf der Welt.« Bauers Rede glich ein wenig einer Vorlesung, allerdings mit der Leidenschaft eines Predigers. Am Ende drängte er darauf, daß die Menschen niemals Zuschauer sein dürften, sondern daß sie teilnehmen müßten an der Erinnerungsarbeit und der Erziehung. (Ich entschloß mich daher, meine Passivität aufzugeben und mich noch mehr zu engagieren, indem ich den Holocaust-Besessenen wie Bauer und Konsorten noch mutiger begegnen werde.)

Ich habe zwar Bauer nicht getroffen, dafür aber Elie Wiesel, ich schüttelte seine Hand und sagte ihm, daß ich froh sei, ihn zu treffen und ihn sprechen zu hören - was ehrlich gemeint war, zumal es meiner Meinung nach immer besser ist, einen Verrückten persönlich zu hören als ihn lediglich im Fernsehen zu sehen oder seinen Fieberwahn in einem Buch zu lesen. Wiesel, Bauer, Persson, der König und die Königin: Sie alle haben mich dazu inspiriert, den schrecklichen Lügen über den jüdischen Holocaust mutig zu begegnen; ihrer herablassenden Behandlung aller Nichtjuden überall; ihren nicht enden wollenden finanziellen Forderungen und jetzt sogar nach den Kulturgütern der Welt; ihrer Forderung nach „Huldigung der Juden" (wie es Wiesel jüngst verkündet hat, was wohl voraussetzt, daß die Juden ein unverkennbares Symbol tragen, so daß wir Nichtjuden diejenigen erkennen können, denen wir huldigen müssen - sagen wir zum Beispiel einen gelben Stern?); ihrer unglaubliche Heuchelei, von jedem zu fordern, die angeblichen jüdischen Verluste wiedergutzumachen, während sie zeitgleich das Land der Palästinenser stehlen und diese Menschen in Konzentrationslagern foltern; ihrer unendlichen Schmutzkampagne gegen das deutsche Volk; ihren fortwährenden Bemühungen, die deutschen, französischen, britischen, amerikanischen, neuseeländischen, kanadischen... Medien und akademischen Institutionen zu dominieren, so daß ihre eigenen engstirnigen ethnozentrischen Interessen einseitig gefördert werden; ihrer Beschimpfung aller Nichtjuden als „Antisemiten", die dieses Verhalten als jüdisches Eigeninteresse bezeichnen.

Eine zusätzliche Überlegung zu Bauers Aufforderung, die Menschen sollten keine Zuschauer bleiben, ist, daß es vor allem die Holocaust-Revisionisten sind, die sich weigern, bloße Zuschauer zu sein. Sie sind es, die mit großer Energie die anti-wissenschaftlichen und somit anti-intellektuellen Behauptungen der Wiesels, Lipstadts, Bauers usw. untersuchen. Selbst unter Androhung von Verfolgung trachten sie danach, ihre sorgfältig erarbeiteten Ergebnisse über die angeblichen Gaskammern in Auschwitz zu veröffentlichen. Ganz offenbar sind wir Bauers Nicht-Zuschauer!

Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder hielt seine Rede auf deutsch und bezog sich auf eine Million in Auschwitz Ermordete, zumeist Juden. Später wurde mir mitgeteilt, daß er während der Zeremonie in der Großen Synagoge die Haare einiger Anwesenden zum Sträuben brachte, als er eine positive Bemerkung über einen deutschen SS-Mann gemacht haben soll.

Ehud Barak, Israels Premierminister, war der am höchsten geehrte Staatsführer. Wenn er und sein Stab mit seiner Limousine vor dem Folkets Hus vorfuhr, wurden die gesamte Umgebung geräumt, so daß er sicher eintreten konnte.

Die Zulassung zur Konferenz bedurfte eines Tricks, aber Bob Countess kennt sie alle...

Der Präsident Polens teilte uns mit, daß Auschwitz-Birkenau »der größte Friedhof der Welt« sei. Am darauffolgenden Tag, so belehrte er uns, sei das Lager von der Roten Armee befreit worden. (Die Kameras blendeten Frankreichs Premierminister Lionel Jospin ein). Und ich frug mich, wann wohl Polen der Sponsor eine Konferenz wie diese in Warschau abhalten und Reparationen und die Rückgabe von Eigentum ankündigen wird.

Die Rede des Präsidenten der Tschechei, Vaclav Havel, war kurz, süß und selbstverständlich leer. Dann folgte der Gesang eines israelischen Chors auf Hebräisch in einem unheimlichen atonalen Stil - aber sehr passend zu diesem Anlaß mit seinem begräbnisartigen Punk-Rock-Jungle-Beat.

Nach dieser Sitzung sprach ich mit Prof. Franklin Littell, einem Methodistengeistlichen. Littell wird auf der Rückseite von Arthur Butz' Buch der Jahrhundertbetrug wie folgt zitiert (englische Ausgabe von 1985):

»Man kann nicht über die Wahrheit des Holocaust diskutieren. Das ist eine Verzerrung der Redefreiheit. Die Vereinigten Staaten sollten Westdeutschland als Vorbild nehmen, wo derartige öffentliche Äußerungen verboten sind.« (Erstveröffentlicht in The Jerusalem Post, 19.-25.10.1980.)

Ich war daher nicht überrascht zu hören, daß er von den ersten dargebrachten Reden sehr angetan war, und zwar derart, daß er mir vorkam, als hätte er gerade an einem methodistischen Wiedererweckungstreffen des alten Stils teilgenommen, das sich auf die „Holo-Religion" bezog.

Der in der Pause dargebotene Kaffee und das Gebäck waren großzügig und wohlschmeckend, dank der Großzügigkeit der schwedischen Steuerzahler. (Ob die wohl demokratisch um Erlaubnis gebeten wurden?)

Am nächsten Tag begann die Plenarsitzung um 9:00. Die lettische Delegierte betrauerte »den Verlust der Juden durch die Nazis«. (Keine Rede freilich von den jüdischen und kommunistischen Greueln gegen unschuldige Letten und deutsche Soldaten!) Ihr wichtigster Begriff war die »Verpflichtung« dem Holocaust gegenüber. Sie war der beste Stellvertreter für die Art und Weise, wie mit dem Holocaust umgegangen wird: Es werden keine Inhalte diskutiert, sondern lediglich die Form. Es wird nicht Inhaltsgeschichte geschrieben, sondern Formgeschichte. Schlagworte sollen das Verhalten der Menschen prägen und steuern, wie etwa »Völkermord«, »Einzigartigkeit«, »Erinnerung«, »Niemals Vergessen«, »Nie wieder«, »Erziehung«, »Leugner« usw.

Der Präsident Bulgariens, Peter Stoyanov, stellte fest:

»Der Holocaust muß auf breiter Ebene diskutiert und erforscht werden.«

Später wurde Bulgarien von einem jüdischen Sprecher gelobt, da es das einzige Land gewesen sei, das seine Juden beschützt habe. (Folglich wird Bulgarien wohl keine Reparationen zahlen müssen, ein Verlust, den die Juden wohl verschmerzen können, da Bulgarien ohnehin pleite ist.)

Um 10:03 sprach der einzige Schwarze Sprecher, Prof. Hubert G. Locke, Dekan des College of Public Affairs an der Universität Washington, ein christlicher Geistlicher und Autor des 1994 veröffentlichten Artikels »Der Streit um den schwarzen Antisemitismus: Die Ansichten eines schwarzen Protestanten«. Auch er beschwor eine Reihe hohler Schlagwörter, wobei sein bester Satz war:

»Ich kann hier dem, was andere gesagt haben, nur eine Fußnote hinzufügen.«

Der Philosoph Alfred North Whitehead schrieb, daß die Philosophie aus einer Serie von Fußnoten zu Plato besteht, und so war die Stockholmer Konferenz wohl nur eine Serie von Fußnoten zu den Nürnberger Tribunalen, die bereits die gesamte Formgeschichte des „Holocaust" schrieben mit all den bekannten Klischees: 1) Hitler befahl die Vernichtung, 2) in Gaskammern usw.; 3) die geheiligten Sechs Millionen.

Das Stockholmer Forum bot freilich keinerlei wissenschaftliche Analyse irgendeiner der obigen Dogmen-Dreifaltigkeit. Die Erinnerung überwältigt Clio, die griechische Muse der Geschichte, wobei Elie Wiesel quasi die Muse des Holocaust ist.

Um 12:10 nahm ich an der Arbeitsgruppe Zwei teil, geleitet von Serge Klarsfeld und unterstützt von Anita Shapira, Franciszek Piper und James E. Young. Letzterer hatte von 1985-1988 den Dorot-Lehrstuhl für jüdische Studien an der Universität von Kalifornien in Los Angeles inne, einem Lehrstuhl, der dem von Deborah Lipstadt an der Emory Universität gleicht. (Ich frage mich, wie viele Lehrstühle Herr Dorot gestiftet hat...). Piper verwies auf Präsident Charles de Gaulles Eintrag im Gästebuch von Auschwitz anläßlich seines Besuches im Jahr 1966, wo er ausführte, wie schrecklich es habe gewesen sein müssen.

Als anno 1997 30% von 8.000 befragten Schülern angaben, sie zweifelten am Holocaust, versprach Schwedens Premierminister Persson eine „Lehroffensive". 1998 dann wurde das Buch Erzählt es euren Kindern veröffentlicht und allen Familien zur Weitergabe an ihre Kinder zur Verfügung gestellt, wobei etwa 60% aller Familien von diesem Angebot Gebrauch machten. (Vgl. VffG 1(3) (1997), S. 216)

Der Arbeitskreis Drei fand zeitgleich statt und widmete sich der Erforschung des Holocaust und wurde von Michael R. Marrus geleitet. Er war für mich der mit Abstand interessanteste Arbeitskreis. Marrus verkündete, der Zweck dieses Arbeitskreises sei die öffentliche Anwendung des Holocaust. Es gebe eine große Uneinigkeit darüber, wie der Holocaust insbesondere in der Erziehung angewendet werden sollte. Dann verkündete er, er müsse dem Ratschlag seines vormaligen Professors folgen, »es richtig zu machen«. Es müsse daher eine rigorose Verpflichtung gegenüber der Wahrheit geben. (Ich notierte mir, daß ein Mann wie dieser eigentlich willens sein müßte, zu einer IHR-Konferenz zu kommen und den Revisionisten zu helfen, »es richtig zu machen«. Ich habe ihm auch schon geschrieben und versucht, einen solchen Dialog zuwege zu bringen. Allerdings hat er bis zum August 2000 noch nicht geantwortet.)

Marrus hat zweifellos recht, daß man die Überlebenden respektieren und ihnen zuhören müsse, daß aber »die Erinnerung kein Ersatz für wissenschaftliche Analyse sei, da die Erinnerung zwar wunderbar, aber zugleich auch fehlerhaft und über die Jahre veränderlich sei«, wobei er ein Zitat Primo Levis anführte. Es stellte auch die rhetorische Frage, ob man nicht schon genug wisse, worauf er antwortete: nein. Wir müßten darauf bestehen, weiter Kenntnisse zu sammeln, und er fügt hinzu, die Objektivität verlange, daß man die Beweise unvoreingenommen betrachten müsse. Die Holocaust-Erziehung müsse professionalisiert werden.

Eine weiter von ihm gestellte Frage war: Warum Holocaust-Forschung statt Erforschung aller Völkermorde? Antwort:

»Er ist meiner Ansicht nach anders als alle anderen. Beispiellos. Im Zweiten Weltkrieg überschritten die Deutschen eine neue Schwelle des Bösen.«

Und was ist mit den vielen Uneinigkeiten der Wissenschaftler bezüglich wichtiger Themen? Antwort:

»Die Holocaust-Geschichte ist wie Geschichte in Bezug auf alles andere. Sie muß ständig revidiert werden.« (Ich notierte mir, daß Marrus nun wirklich verpflichtet ist, zu einer IHR-Konferenz zu kommen, um seinen Fall als Wahrheitssucher darzulegen, vereinnahmt vom Umschreiben, von Objektivität usw.)

Nach diesem Arbeitskreis sprach ich längere Zeit mit Olof Engvall vom schwedischen Nachrichtenkanal SVT25 über den Charakter dieses Forums. Ich führte aus, der größte Fehler sei, daß die andere Seite gar nicht repräsentiert sei und daß wie üblich die Gefahr einer Überbetonung jüdischen Leidens bestehe und eine Ausblendung des Leidens Anderer während des Zweiten Weltkrieges. Ich frug, wann es wohl ein Forum in Warschau zur Hervorhebung des Leidens der Polen geben werde, und wann eines in Minsk für die Weißrussen, usw. Er bat mich sodann um ein Interview, und um 14:30 führte er mit mir ein 5-7 Minuten langes Gespräch, das dann tatsächlich mit schwedischen Untertiteln versehen von diesem Nachrichtenkanal ausgestrahlt wurde. Er sandte mir später eine Kopie dieses ausgestrahlten Interviews, aus dem allerdings eine der besten Passagen herausgeschnitten worden waren, so zum Beispiel, daß das Forum Mark Weber und Germar Rudolf und einige andere hätte einladen sollen, um auch Gegenargumente und -beweise zu hören. Aber ich muß sagen, daß er das Interview fair und sehr höflich geführt hat.

Etwas später sprach ich mit der liebenswürdigen und graziösen Renee Firestone, jetzt wohnhaft in Beverly Hills, die in jenem Teil der Tschechoslowakei geboren wurde, der später von Ungarn annektiert wurde. Im April 1944 wurde sie im Alter von 20 und ihre 13-jährige Schwester nach Auschwitz deportiert. Mit ihrer Schwester unterhielt sie sich eine Zeit lang »durch einen Zaun«, der einen Teil des Frauenlagers von einem anderen abgrenzte. Sie blieb in Auschwitz bis zum Dezember 1944, als sie gen Westen deportiert und im Mai 1945 von den Sowjets befreit wurde. Ihre Schwester hat sie nie wieder gesehen. Renee teilte mir mit, Dr. Münch habe ihr Mitte der 90er Jahre persönlich gesagt, daß er sich an ihre Schwester erinnere und daß sie „vergast" worden sei. (Es ist schon erstaunlich, dachte ich, daß sich der senile Dr. Münch an eine einzelne 13-Jährige erinnern konnte unter den Millionen, die dort vergast worden sein sollen! Vgl. das Interview mit Dr. Münch in VffG 1(3) (1997), S. 139-190.)

Gegen 16:00 nahm ich an dem Arbeitskreis Nr. 6 »Zeugnis und Erziehung«, mit Michael Berenbaum als Vorsitzendem und Kitty Hart, Renee Firestone, Ben Helfgot und Malka Tor als „Zeugen" teil. Wir 16 Teilnehmer saßen alle in einem Kreis, und meiner Meinung nach war dies der Höhepunkt dieses Forums. Rabbi Berenbaum erklärte, er habe während seiner Reisen festgestellt, daß es in den heutigen modernen, relativistischen Gesellschaften keine absoluten Werte mehr gebe, daß aber die Jugend händeringend nach solchen Werten suche. Diese absoluten Werte könnten sie nun im Holocaust finden, der als das absolut Böse angesehen werden könne und daher einen nicht mehr relativen, sondern vielmehr absoluten transzendenten Wert böte, an dem sich jeder orientieren könne.

Ich erinnerte mich, daß Rabbi Berenbaum früher an meiner eigenen Alma Mater, der Georgetown Universität, im Fachbereich Religion tätig war. Er ist daher sicher in der Lage, derart transzendent-religiöse Bewertungen abzugeben, im Gegensatz zu geschichtlich-wissenschaftlichen Äußerungen. Ich denke, daß Rabbi Berenbaum recht hat, wenn man es aus dem Blickwinkel der neuen säkularen Religion des Judentums betrachtet, in der der Holocaust eine zentrale Rolle bei der Identitätssuche der Juden spielt. Von diesem Standpunkt aus gesehen müssen freilich alle historisch-wissenschaftlichen Untersuchungen über das, was auch immer zwischen 1939-1945 passiert ist, hintenanstehen und jener universell-religiösen Anwendung Vortritt gewähren, worin der „Holocaust" identisch ist mit Judaismus. Holocaust-Leugnung ist daher dasselbe wie Gott-Leugnung, und wir alle wissen, wie unangemessen es ist, die Gottheit einer anderen Religion zu leugnen und damit diese Religion zu verunglimpfen - es sei denn, freilich, es handelt sich um das Christentum.

Dieser Arbeitskreis konzentrierte sich also auf die „Zeugnisse" mit besonderen Beiträgen durch diejenigen, die regelmäßig Schulen besuchen. Ich frug:

»Wird hier „Zeugnis" in einem juristischen oder in einem religiösen Sinne verstanden? Oder gibt es noch einen dritten Sinn?«

Berenbaums Antwortet war weitschweifend und vage, aber er bestand darauf, daß man beim Lesen des Dokuments eines Überlebenden kritisch sein müsse, und das man kritisch zuhören müsse. Und er fügte hinzu, daß selbst dann, wenn ein Überlebender lüge, dieses Lügen lehrreich sei. Ich frug in nach konkreten Beispielen lehrreicher Lügen, aber in seiner Antwort wich er meiner Frage aus.

Ich schloß daher, daß der wahre Schlüssel zur Bewertung von Zeugnissen der Überlebenden darin liege, daß es einfach keinen Platz gibt für widersprechende Ausführungen von Ingenieuren, Physikern, Chemikern und dergleichen, also denjenigen, deren wissenschaftlich-gutachterliches Zeugnis Zweifel an der Beweiskraft jener erwecken könnte, die das Reich des absolut Bösen überlebten. Dies ist wahrlich ein Teufelskreis: Die Wahrheit ist wichtig, aber sogar die Lügen der Lügner sind wichtiger als geschichtswissenschaftliche Wahrheiten, weil Rabbi Berenbaum und seine Gesinnungsgenossen im einzig gültigen inneren Kreis der Deuter als einzige in der Lage sind, uns mitzuteilen, was wahr ist.

An diesem Abend telefonierte ich mit Robert Faurisson, und dieser schlug vor, daß ich Ahmed Rami um eine Fax-Kopie seines Flugblattes bäte, in dem er das Forum analysiert. Ich tat dies, Rami faxte es mir geradewegs in die Konferenzbüros, wo Stuart Eizenstats Leute gerade ein Treffen abhielten. Ich machte Kopien dieses Faxes und verteilte es im Forum. Technologie ist wunderbar! Eizenstat war als Stellvertretender Finanzminister der USA anwesend. Seine Rede war unglaublich verrückt und bedarf der näheren Analyse.

Am 26. Januar fand vor dem schwedischen Parlamentsgebäude eine Demonstration statt von Leuten, die sich selbst „Antifaschisten" nennen. Für sie sind insbesondere jene Faschisten, die das Holocaust-Dogma kritisieren. Allerdings stellt dies die Tatsachen auf den Kopf, wenn man bedenkt, was diese Menschen unter „Faschismus" verstehen, nämlich intolerante Personen, die der freien Meinungsäußerung feindlich gegenüberstehen und die bereit sind, jede intelligente Opposition zu ihrer Meinung niederzuschreien und zu knüppeln, und diese Beschreibung trifft eben 100%ig auf sie selbst zu. Dementsprechend müßte man sagen: die Faschistin Deborah Lipstadt, der Faschist Elie Wiesel, das faschistische Simon Wiesenthal Zentrum usw.

Am gleichen Tag sprach ich mit der Vertreterin einer großen europäischen Nation, zunächst nur über Platitüden, wie etwa unserem gemeinsamen Hobby (Peugeots). Ich erwähnte sodann, daß dieses Forum schrecklich einseitig sei und daß das deutsche Volk während des Zweiten Weltkrieges selbst schrecklich gelitten habe, insbesondere durch die alliierten Terrorbombardements und durch die Greuel der Roten Armee, und daß im Vergleich dazu die Juden zahlenmäßig tatsächlich weniger gelitten hätten. Sie frug mich, was ich über die Drohung Israels gegenüber Österreich denke, seinen Botschafter aus Wien abzuziehen, sollte Jörg Haider an der Regierung beteiligt werden. Ich antwortete, daß die Israelis kein Recht hätten, sich in die inneren Angelegenheiten Österreichs einzumischen, und daß es für Österreich sogar von Vorteil wäre, wenn Israel seine Botschaft in Wien schlösse. Immer dann, wenn sich die USA in die inneren Angelegenheiten Israels einmischen, belehren uns unsere Medien, uns da rauszuhalten - und recht so, denn die USA mischen sich wirklich in alles ein. Ich teilte ihr mit, daß es wunderbar wäre, wenn wir den Tag noch erleben könnten, an dem die deutschen Kinder ihre eigene Geschichte frei und offen diskutieren könnten - die guten wie die schlechten Seiten - ohne mit Strafen bedroht zu werden. Sie sagte, daß die Enkel der Eltern, die heute leben, vielleicht so frei sein könnten.

Im italienischen Pressebüro frug ich, ob man den Namen Carlo Mattogno kenne, und die Antwort war nein.

Im Folkets Hus sprach ich kurz mit einem kleinen Mann namens Abraham Frischer, der mir seinen schwedischen Paß zeigte, in dem als Geburtsort Auschwitz eingetragen war. Seine Eltern seien 1943 nach Auschwitz deportiert worden, sagte er. (Soviel zur deutschen Effizienz bei der physischen Ausrottung!)

Anschließend hatte ich eine längere Unterhaltung mit der Delegation aus Mazedonien, insbesondere Ljubimir Gajdov, Journalist und Philosoph. Er ist für das mazedonische Fernsehen tätig. Ich sprach mit ihm ausdrücklich über das „Shoah-Business" und die Probleme hinsichtlich der angeblichen Gaskammern, unter Hinweis auf das Rudolf Gutachten, und erwähnte, wie schön es doch wäre, in das Heimatland Alexanders des Großen zu reisen und Vorlesungen über den Holocaust an der Universität von Skopje zu halten, was er unterstützenswert fand. An seiner Seite befanden sich auch der Metropolit von Strumica, Bischof Naum sowie Dr. Samuel Sadikarios, der mit dem „Mazedonischen Holocaust Denkmal Projekt" befaßt ist. (Sogar das winzige Mazedonien hat also sein eigenes Holocaust-Projekt!)

Das Land Schleswig-Holstein zog als erstes mit den Schweden gleich und publizierte das dort erschienenen Buch im Jahr 2000 in deutscher Sprache. Alle Schüler der 9. Klasse in Schleswig-Holstein bekommen es ausgehändigt, die Lehrer dazu eine didaktische Handreichung. Die einzigen „Beweise" für einen Massenmord darin sind die üblichen Bilder unbekannter Herkunft, Gemälde von David Olère und ein Massengrab von Typhusopfern in Bergen-Belsen - ohne jede Erklärung. Massensuggestion ist alles! Bei diesem Projekt handelt es sich daher um die grausamste Form der Volksverhetzung, auf die Herzen und Köpfe einer ganzen Generation von Kindern zielend, die sich dagegen nicht wehren können.

Um 13:15 sprach ich mit Ludmila Boschko von der russischen Nachrichtenagentur Novosti. Ich frug sie, warum die russischen Journalisten nicht den Pensionär und vormaligen NKVD-Offizier Petr Soprunenko in Moskau interviewen würden, der den Mord an Tausenden polnischer Offiziere und Intellektueller in Katyn und Smolensk anno 1940 angeordnet habe. Warum werde so viel Aufhebens um die Juden gemacht, das Leiden der Russen, Polen und Deutschen aber ignoriert? Sie fragte nach Details, die ich ihr gab. Ich sagte ihr, daß die einseitige Aufmerksamkeit für die Juden und der Ausschluß anderer, die weit mehr gelitten hätten, sehr gefährlich sei.

In der zweiten Etage des Folkets Hus befanden sich Verkaufsstände und Ausstellungsstücke, sogar eine Ausstellung der Zeugen Jehovas (Ich frug mich, wann wohl die Zeugen Jehowas in der Lage sein werden, von Deutschland Reparationen zu fordern.)

Am französischen Verkaufsstand frug ich, ob sie auch Bücher von Prof. Faurisson hätten, und es brauchte eine Weile, bis die Dame am Verkaufsstand meinen Humor verstanden hatte. Angeboten wurde allerdings eine Exemplar des „dicken" Buches von Jean-Claude Pressac, das ich wenig später für einen dänischen Kollegen für dessen dänisches Institut für Geschichtsforschung erwarb.

Wenn Schweden dem Druck nachgibt, ein derartiges Forum jedes Jahr zu machen, frage ich mich, ob zum Beispiel Dänemark lange hintenanstehen kann. Immerhin geht ja das Wort um, daß die Dänen mit den Deutschen kollaborierten, und das kann man schließlich nur durch Denkmäler, Museen, Konferenzen sowie Reparationszahlungen wiedergutmachen sowie durch endloses Forschen nach vormaligen jüdischen Eigentum, Edelmetallen, Versicherungspolicen, Kunst- und allen sonstigen wie auch immer gearteten Wertgegenständen.

Der Holocaust als der neue, universale, absolute und transzendente Wertestandard? Selbstverständlich nicht. Der Holocaust hat die Juden nicht daran gehindert, Palästinenser in Tausenden zu ermorden, den Libanon zu überfallen und Beirut ins Steinzeitalter zurückzubomben, jüdische Konzentrationslager in der Wüste Negev zu errichten, palästinensisches Land und Gut zu rauben, ihre Häuser massenweise zu sprengen sowie ungezählte Personen überall in der Welt durch vom Mossad unterstützte Mordkommandos zu ermorden. Trotz ihrer pompösen, selbstgerechten Rechtfertigungsergüsse hat das „Nie wieder" auserwählte Volk die schlimmste Anhäufung krimineller Aktivitäten, die es überhaupt je gegeben hat.

Kann der Holocaust also als Basis dienen, um universelle Werte zu definieren? Es ist wohl eher so, daß der Holocaust den Juden dazu dient, alle universellen Werte einzuheimsen, die einst den verhaßten Nichtjuden gehörten.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(2) (2000), S. 194-198.


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