WK II: Wessen Krieg war es denn nun eigentlich?

Von Prof. Emil Schlee

Die Zeit zwischen dem Beginn des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird immer öfter als das genannt, was sie war: Der dritte Dreißigjährige Krieg (1914-1945) zur Vernichtung des zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Supermacht aufstrebenden Deutschland. Diese Tatsache wird aber von der Mehrheit der Medien, Historiker und Politiker immer noch hinter dem Schleiern der andauernden Kriegspropaganda verborgen, denn das gesamte weltweite Machtgefüge der Nachkriegsordnung steht und fällt mit dieser Einsicht. Die historische Wahrheit aber verlangt nach einer Richtigstellung der Kriegsschuldfrage: Deutschland entfesselte keine Weltkriege!


Vom lokalen Konflikt zum Weltkrieg

Nach Bismarcks Abgang 1890
entscheidende außenpolitische Wende

Kriegserklärungen 1914-1918

Datum

Kriegserklärungen an

ÖSTERREICH-UNGARN

28.07.1914

Serbien

06.08.1914

Rußland

DEUTSCHES REICH

01.08.1914

Rußland

02.08.1914

Luxemburg

03.08.1914

Frankreich

04.08.1914

Belgien

09.03.1916

Portugal

28.08.1916

Rumänien

GROSSBRITANNIEN

04.08.1914

Deutsches Reich

12.08.1914

Österreich-Ungarn

05.11.1914

Osmanisches Reich

15.10.1915

Bulgarien

SERBIEN

06.08.1914

Deutsches Reich

07.11.1914

Osmanisches Reich

MONTENEGRO

07.08.1914

Österreich-Ungarn

11.08.1914

Deutsches Reich

FRANKREICH

11.08.1914

Österreich-Ungarn

06.11.1914

Osmanisches Reich

16.10.1915

Bulgarien

JAPAN

23.08.1914

Deutsches Reich

RUSSLAND

02.11.1914

Osmanisches Reich

20.10.1915

Bulgarien

ITALIEN

23.05.1915

Österreich-Ungarn

20.08.1915

Osmanisches Reich

19.10.1915

Bulgarien

20.08.1916

Deutsches Reich

BULGARIEN

14.10.1915

Serbien

01.09.1916

Rumänien

RUMÄNIEN

27.08.1916

Österreich-Ungarn

OSMANISCHES REICH

30.08.1916

Rumänien

GRIECHENLAND

25.11.1916

Deutsches Reich

USA

06.04.1917

Deutsches Reich

07.12.1917

Österreich-Ungarn

CHINA

14.08.1917

Deutsches Reich

14.08.1917

Österreich-Ungarn

 

1882

Geheimer Dreibundvertrag mit Militärbündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien für den Fall eines französischen Angriffs auf Italien oder das Deutsche Reich.

1887

Erneuerung des Dreibundvertrages (weitere Erneuerungen 1891,1902 und 1912)

1887

Geheimes Neutralitätsabkommen zwischen dem Deutschen Reich und Rußland (begrenzt auf drei Jahre) für den Kriegsfall; ausgeschlossen sind ein russischer Angriffskrieg gegen Osterreich-Ungarn und ein deutscher gegen Frankreich (sog. Rückversicherungsvertrag). In einem ganz geheimen Zusatzprotokoll wird das russische Interesse an dem Zugang zum Schwarzen Meer anerkannt.

1890

Rückversicherungsvertrag von Deutschland nicht erneuert. Entscheidende außenpolitische Wende.

1891

Abkommen zwischen Frankreich und Rußland über wechselseitige Verständigung bei drohender Kriegsgefahr.

1892

Französisch-russisches Militärbündnis: Sollte einer der Vertragspartner von einer Dreibundmacht unter Beteiligung Deutschlands angegriffen werden, so ist der andere zum Kampf gegen Deutschland mit allen Kräften verpflichtet.

1904

Französisch-britischer Kolonialvertrag: Beendigung aller Streitigkeiten In Übersee. Allgemein politisches Einvernehmen (entente cordiale).

1907

Britisch-russischer Vortrag über Persien, Beendigung der kolonialen Streitigkeiten.

1908

Bekräftigung der britischen und russischen Entente (unter Hinzuziehung Frankreichs, "Dreiverband").

1912

Französisch-russische Marinekonvention, Zusammenarbeiten der Seestreitkräfte Im Kriegsfall.

1912

Vereinbarung betreffs Übernahme des Schutzes der französischen Nordseeküste durch Großbritannien Im Kriegsfall.

Die Einkreisung abgeschlossen.

Der Zustand der Kriegsreife erreicht.

Die Automatik der Mobilmachungen 1914

25. Juli

15:00

Serbien befiehlt Mobilmachung.

 

21.00

Österreichs Teilmobilmachung gegen Serbien.

26. Juli

03:26

Rußland befiehlt Kriegsvorbereitungsperiode.

29. Juli

nachmittags

Großbritannien erklärt Zustand der drohenden Kriegsgefahr.

 

abends

Rußland befiehlt Teilmobilmachung gegen Österreich-Ungarn.

30. Juli

18:00

Rußland befiehlt Gesamtmobilmachung.

   

Frankreich befiehlt Mobilmachung des Grenzschutzes; Deutschland befiehlt „Sicherung" für die Flotte.

31. Juli

morgens

Österreich-Ungarn befiehlt Grenzschutz gegen Rußland.

 

12:23

Österreich-Ungarn befiehlt Gesamtmobilmachung

 

13:00

Deutschland befiehlt Grenzschutzaufstellung (drohende Kriegsgefahr).

 

19:00

Belgien befiehlt Mobilmachung.

1. August

16:30

Frankreich befiehlt Mobilmachung.

 

17.00

Deutschland befiehlt Mobilmachung.

 

18.00

Grenzüberschreitung russischer Kavallerie.

2. August

02:25

Großbritannien befielt Mobilmachung der Flotte (Probemobilmachung bereits seit Mitte Juli).

5. August

morgens

Großbritannien befiehlt Mobilmachung der Armee.

4. August

16.00

Beginn der Feindseligkeiten Im Westen.

1. Ist Deutschlands Kriegsschuld-Geschichtskulisse eine „Fata Morgana"?

Jedenfalls die so gut wie identischen Siegermächte beider Weltkriege gegen Deutschland im 20. Jahrhundert, die wohl nicht ohne Grund beide Weltkriege als einen »Dreißigjährigen Krieg« (Winston Churchill, Herbert Gladwyn, John Major, Alfred M. de Zayas, Charles de Gaulle) begriffen und kennzeichneten, Lord Gladwyn[1] sogar als »dritten Dreißigjährigen Krieg«, haben sich die Beantwortung der Titelfrage dieses Beitrages (sicherlich aus vorsorglicher Abwehr peinlicher Schuldfragen) bewußt leicht gemacht: sie diktierten ohne historische Fachbegründung und wider besseres Wissen den Unterlegenen einfach die Kriegsschuld zu! 1919 in Artikel 231 des Versailler „Friedensdiktates", der lautete:[2]

»Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, daß Deutschland und seine Verbündeten als Urheber aller Verluste und aller Schäden verantwortlich sind, welche die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Angehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben.«

Mit dieser Handhabung der Kriegsschuldfrage löschte man schon damals Moral, Vertrauen und Recht als Lebens- und Politikgrundlage zwischen den Völkern völlig aus. Und da es sich erklärtermaßen um einen »Dreißigjährigen Krieg« handelte, konnte der als deutschfeindlich bekannte französische Wissenschaftler Jacques Bainville 1920 in seinem Bestsellerbuch Les conséquences de la paix erklären:[3]

»Man kann sagen, daß der Friedensvertrag von Versailles den ewigen Krieg organisiert.«

1945 machten sich die Siegermächte nach ihrer 1943 in Casablanca beschlossenen Forderung nach »bedingungsloser Kapitulation« Deutschlands gar nicht erst die Mühe, in Friedensverhandlungen einzutreten, sondern ließen erst die Deutsche Wehrmacht kapitulieren, sie dann entwaffnen, dann konnte man auch stillos die Dönitz-Regierung verhaften und danach mit der „Berliner Erklärung" vom 5. Juni 1945 widerrechtlich die Macht in Deutschland übernehmen, dabei nicht vergessend einzufügen:[4]

»Die deutschen Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft sind vollständig geschlagen und haben bedingungslos kapituliert, und Deutschland, das für den Krieg verantwortlich ist, ist nicht mehr fähig, sich dem Willen der siegreichen Mächte zu widersetzen. Dadurch ist die bedingungslose Kapitulation Deutschlands erfolgt.«

An dieser Stelle kann lapidar festgestellt werden: Das Deutsche Reich hat 1945 nicht kapituliert. Dafür gibt es keinen dokumentarischen Beleg, sondern die Monheimer Protesterklärung gegen die völkerrechtlich unzulässige Form der alliierten Amtsübernahme, abgegeben vom gefangengesetzten letzten Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches Großadmiral Karl Dönitz, vom Juli 1945.[5]

Krieg

An 287 Kriegen von 1800 bis 1940 waren beteiligt:

Großbritannien

mit 80 Kriegen = 28 Prozent

Frankreich

mit 75 Kriegen = 26 Prozent

Spanien

mit 66 Kriegen = 23 Prozent

Rußland

mit 63 Kriegen = 22 Prozent

Österreich-Ungarn

mit 55 Kriegen = 19 Prozent

Türkei

mit 43 Kriegen = 15 Prozent

Polen

mit 32 Kriegen = 11 Prozent

Schweden

mit 26 Kriegen = 9 Prozent

Niederlande

mit 23 Kriegen = 8 Prozent

Deutschl. mit Preußen

mit 23 Kriegen = 8 Prozent

Dänemark

mit 20 Kriegen = 7 Prozent

Chincy Wrigth, A Study of War, Bd. 1, 1960, S. 221

Die den Deutschen im 20. Jahrhundert am Ende beider Weltkriege von den Siegermächten willkürlich zudiktierte Alleinkriegsschuld ist historisch ohne Beweiskraft, völkerrechtlich nicht vertretbar und daher politisch unhaltbar. Durch die Tatsache, daß mit der Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages zwischen dem Deutschen Reich und Rußland 1890 in kürzester Frist (1891) ein Sicherheitsabkommen und schon 1892 ein Militärbündnis zwischen Frankreich und Rußland zustandekam, das eine zwanzigjährige Vorbereitung (mit noch weiteren Bündnispartnern) des Ersten Weltkrieges und die Einkreisung Deutschlands einleitete, und es am Ende der Kampfhandlungen 1945 bis heute noch keinen völkerrechtlich relevanten Friedensvertrag mit Deutschland gibt, der bekanntlich nur mit dem immer noch handlungsunfähigen Deutschen Reich abgeschlossen werden könnte, nicht etwa durch einen »Zweiplus-Vier-Vertrag« (1991), könnte man theoretisch auch von einem noch andauernden Hunderjährigen Krieg (1891-1991) gegen Deutschland sprechen.

Zeitkritisch läßt sich hierzu aus dem „Schatzkästlein" mit dem Titel Teufelszeug von A bis Z von Carl-August Moser die Bemerkung zitieren:[6]

»Weil der Friedens-Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg der Anlaß für den zweiten war, wurde zur Vermeidung eines dritten überhaupt keiner geschlossen!«

Eintritt des Kriegszustands im 2. Weltkrieg

Alliierte Mächte

Deutschland

Italien

Japan

Abessinien

01.12.1942

01.12.1942

01.12.1942

Ägypten

26.02.1945

-

09.12.1941

Australien

03.09.1939

03.01.1942

08.12.1941

Belgien1)

10.05.1940

03.01.1942

10.12.1941

Bolivien

07.04.1943

07.04.1943

07.04.1943

Brasilien

22.08.1942

22.08.1942

06.06.1945

Bulgarien2)

08.09.1944

-

-

China (Guomindang)

09.12.1941

09.12.1941

07.07.19371)

Costa Rica

11.12.1941

11.12.1941

08.12.1941

Dänemark

09.04.1940

-

-

Dominikan. Republik

11.12.1941

-

09.12.1941

Finnland2)

03.03.1945

-

-

Frankreich1)

03.09.1939

10.06.1940

10.12.1941

Griechenland

06.04.1941

28.10.1940

03.06.1945

Großbritannien

03.09.1939

10.06.1940

08.12.1941

Guatemala

11.12.1941

11.12.1941

10.12.1941

Honduras

12.12.1941

12.12.1941

09.12.1941

Indien (Britisch)

03.09.1939

12.06.1940

10.12.1941

Irak2)

16.01.1943

16.01.1943

16.01.1943

Iran2)

09.09.1943

-

01.03.1945

Italien2)

13.10.1943

-

14.07.1945

Jugoslawien1)

06.04.1941

06.04.1941

03.01.19424)

Kanada

10.09.1939

11.06.1940

08.12.1941

Kuba

11.12.1941

11.12.1941

09.12.1941

Liberia

27.01.1944

-

27.01.1944

Luxemburg1)

10.05.1940

03.01.19424)

03.01.19424)

Mexiko

22.05.1942

22.05.1942

22.05.1942

Neuseeland

03.09.1939

11.06.1940

10.12.1941

Nicaragua

11.12.1941

11.12.1941

08.12.1941

Niederlande1)

10.05.1940

03.01.19424)

10.12.1941

Niederländ. Indien

-

-

08.12.1941

Norwegen1)

09.04.1940

03.01.19424)

03.01.19424)

Panama

10.12.1941

10.12.1941

09.12.1941

Peru

12.02.1945

-

12.02.1945

Polen1)

01.09.1939

03.01.19424)

03.01.19424)

Rumänien2)

26.08.1944

-

-

San Salvador

12.12.1941

03.01.19424)

09.12.1941

Sowjetunion

22.06.1941

22.06.1941

08.08.1945

Südafrikan. Union

06.09.1939

12.06.1940

10.12.1941

Syrien2)

26.02.1945

-

26.02.1945

Tschechoslowakei1)

15.03.1939

17.12.1941

17.12.1941

Ungarn2)

31.12.1944

-

-

USA

11.12.1941

11.12.1941

07.12.1941

Türkei

01.03.1945

-

01.03.1945

1) Exilregierungen der jeweiligen Staaten; 2) während des Krieges zu den Alliierten übergetretene Achsenmächte; 3) Beginn des chinesisch-japanischen Krieges; 4) gegen die Achsenmächte gerichtete 26-Mächte-Erklärung in Washington am 3.1.1942

In den Kriegsschuldfragen der Siegermächte gegenüber dem Deutschen Reich und Volk, ob in Versailles, Nürnberg oder anderswo, findet der geistreiche Satz von Marie von Ebner-Eschenbach »Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht« unaufhörliche Bestätigung.[7] Die Drachensaat von Versailles[8] und die Rachejustiz von Nürnberg[9] waren von Anbeginn an eine Herausforderung an die kultivierte und zivilisierte Menschheit zur Korrektur!

Wer in den Untergrund dieser Kriegsschuldproblematik „einfährt", dem wird bewußt, warum Hugo Wellems sein Quellenbuch Das Jahrhundert der Lüge[10] titelte und Winfried Martini in seinem Buchtitel den Umerzogenen deutlich machen wollte: Der Sieger schreibt die Geschichte.[11] Es sind nur „Eisbergspitzen", wenn der britische Lord Buckmaster (1915/16 Lordkanzler) über den Versailler Vertrag sagt:[12]

»Irgendeine Nation [...] auf der Grundlage bestimmter Bedingungen zur Waffenniederlegung zu veranlassen und dann, wenn sie wehrlos ist, ihr andere Bedingungen aufzuerlegen, ist ein Akt der Ehrlosigkeit, der niemals ausgetilgt werden kann.«

Ähnlich äußerte sich Anfang Oktober 1946 auf einer Universitätsveranstaltung in Ohio der angesehene Jurist und aufrechte republikanische Senator Robert T. Taft (1889-1953) über die juristischen Ungeheuerlichkeiten und Geschichtsklitterungen des Nürnberger Internationalen Militärtribunals, als gerade die Urteile vom 1. Oktober 1946 bekannt geworden waren:[13]

»Ich glaube, die Mehrheit der Amerikaner wird durch die eben in Deutschland zu Ende gehenden und in Japan nun beginnenden Kriegsprozesse stark beunruhigt. Sie verletzen das fundamentale Prinzip der amerikanischen Gesetzgebung, welches fordert, daß ein Individuum nicht nach einem Gesetz verurteilt werden kann, das erst nach Begehen der als strafbar bezeichneten Handlung in Kraft getreten ist. Der Prozeß der Besiegten durch die Sieger kann nicht unparteiisch sein, wie auch die Formen seiner Rechtsprechung getarnt sein mögen. Über diesen Urteilen schwebt der Rachegeist. [...] In diesen Prozessen haben wir die russische Auffassung dieser Art von Prozessen zur unserer gemacht. Wir laufen Gefahr, auf Jahre hinaus jeglichen Begriff von Gerechtigkeit in Europa in Mißkredit zu bringen.«.

Es ist schon so, wie US-Präsident Ronald Reagan am 5. Mai 1985 in Bitburg (Eifel) sagte:

»Den Deutschen ist ein Schuldgefühl aufgezwungen worden und zu Unrecht auferlegt.«

Eine Korrektur der Kriegsschuldfrage ist somit überfällig! Darum: „Vom Jahrhundert der Lüge" zum „Jahrhundert der Wahrheit"!

2. Selbstbezichtigungssucht der Deutschen!

Die Willkür ist so überzeugend bewiesen worden, mit der die Siegermächte beider Weltkriege Deutschland die Kriegsschuld zudiktierten, und zwar durch eine Fülle an Akten und Fakten, an Zeugen und Zeugnissen sowie einer kaum noch überschaubaren fachwissenschaftlichen Literaturanzahl aus aller Welt, daß man sich wundern muß, daß Spitzenvertreter bundesdeutscher Volksvertreter und Staatsdiener, erkennbar an ihrer unzutreffenden Argumentation, noch heute in dieser Kriegsschuldmärchenwelt der früheren Feindpropaganda zu leben scheinen. Allein die Kenntnisnahme des Inhalts der nebenstehend aufgelisteten 21 Buchtitel hätte es Bundeskanzler Gerhard Schröder ersparen können, sich auf der Konferenz für Sicherheitspolitik im Februar 1999 in München vor internationalen „Insider"-Teilnehmern durch die Feststellung, Deutschland habe die Verantwortung für beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts zu tragen, bloßzustellen.[14]

Ob der amerikanische Historiker H.E. Barnes in seiner gründlich recherchierten Buchveröffentlichung über The Genesis of the World War (New York 1929) feststellt:[15]

»Deutschland ist von allen kriegführenden Mächten die einzige gewesen, die am Ausbruch des Krieges [1914] überhaupt keine Schuld trägt«,

Hitlers, Churchills, Roosevelts oder Stalins Krieg?

  1. Kunert, Dirk: Hitlers kalter Krieg - Moskau, London, Washington, Berlin: Geheimdiplomatie, Krisen und Kriegshysterie 1938/39, Kiel 1989.
  2. Klüver, Max: War es Hitlers Krieg? Die „Irrtümer" der Geschichtsschreibung über Deutschlands Außenpolitik 1937-1939, Leoni 1984.
  3. Klüver, Max: Es war nicht Hitlers Krieg. Neues aus dem britischen Staatsarchiv, Essen 1993.
  4. Berber, Friedrich: Deutschland - England 1933-1939. Die Dokumente des deutschen Friedenswillens. Veröffentlichungen des Deutschen Instituts für Außenpolitische Forschung, Bd. VIII., 106 Dokumente, Essen 1940.
  5. Ribbentrop, Annelies von: Deutsch-Englische Geheimverbindungen. Britische Dokumente der Jahre 1938/1939 im Lichte der Kriegsschuldfrage, Wuppertal 1967.
  6. Gellermann, Günther W.: Geheime Wege zum Frieden mit England. Ausgewählte Initiativen zur Beendigung des Krieges 1940/43, Bonn 1995.
  7. Hesse, Fritz: Vorspiel zum Kriege. Englandberichte und Erlebnisse eines Tatzeugen 1935-45, Leoni 1979.
  8. Klüver, Max: Die Kriegstreiber. Englands Politik gegen Deutschland 1937-1939, Berg 1997.
  9. Nicoll, Peter H.: Englands Krieg gegen Deutschland. Die Ursachen, Methoden und Folgen des Zweiten Weltkrieges, Tübingen 1963.
  10. Irving, David, Churchill's War, Focal Point, London 1987
  11. Grohler, Olaf: Selbstmörderische Allianz. Deutsch-russische Militärbeziehungen 1920-1941, Berlin 1992.
  12. Becker, Fritz: Im Kampf um Europa. Stalins Schachzüge gg. Deutschland u. d. Westen. Graz-Stuttgart 1991.
  13. Thadden, Adolf von: Stalins Falle. Er wollte den Krieg, Rosenheim 1996.
  14. Topitsch, Ernst: Stalins Krieg. Die sowjetische Langzeitstrategie gegen den Westen als rationale Machtpolitik, Herford 1990.
  15. Hoffmann, Joachim: Stalins Vernichtungskrieg 1941- 1945, München 51999.
  16. Becker, Fritz: Stalins Blutspur durch Europa. Partner des Westens 1933-45, Kiel 1995.
  17. Kunert, Dirk: Ein Weltkrieg wird programmiert. Hitler, Roosevelt, Stalin: Die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges nach Primärquellen, Kiel 1984.
  18. Dall, Curtis B.: Amerikas Kriegspolitik. Roosevelt und seine Hintermänner, Tübingen 1972.
  19. Colby, Benjamin: Roosevelts scheinheiliger Krieg. Amerikas Betrug und Propaganda im Kampf gegen Deutschland, Leoni 1977.
  20. Bavendamm, Dirk: Roosevelts Krieg 1937-45 und das Rätsel von Pearl Harbor, München-Berlin 1993.
  21. Fish, Hamilton: Der zerbrochene Mythos. F. D. Roosevelts Kriegspolitik 1933-1945, Tübingen 1982.

ob auf einer Deutsch-Britischen Historikertagung 1955 in Bamberg über das Thema »Deutschland und England 1904-1914« es in einer gemeinsamen Erklärung heißt:[16]

»Die deutsche Politik zielte 1914 nicht auf die Entfesselung eines europäischen Krieges«,

ob der amerikanische Historiker S.B. Fay 1928 zu dem Ergebnis kommt:[17]

»Deutschland hat einen europäischen Krieg nicht angezettelt, es wollte ihn nicht. Die besten Geschichtsforscher in allen Ländern erkennen allgemein an, daß der Versailler Urteilsspruch von Deutschlands Schuld nicht länger haltbar oder verfechtbar sei«,

oder ob im November 1973 im offiziellen Organ des »Deutsch-Amerikanischen National-Kongresses« (Dachverband von 300 deutsch-amerikanischen Vereinigungen) mit dem Titel Deutschamerikaner (Chicago) Grundthesen des Buches von R.F. Keeling, Grausame Ernte - der teure Versuch, das deutsche Volk auszulöschen (Chicago 1947), vorgestellt werden, zu denen es einleitend heißt:[18]

»Ehrenhafte Historiker haben schon seit langem das Märchen abgelehnt, Deutschland sei allein oder urverantwortlich für den Weltkrieg I. Und sogar auch für den Ausbruch des Weltkrieges II müssen Deutschlands Gegner einen großen Teil der Verantwortung tragen.«

Es scheint Volksvertreter, Staatsdiener und auch Historiker in der Bundesrepublik Deutschland gar nicht zu interessieren, daß Winston Churchill im November 1939 der britischen Bevölkerung über den Rundfunk erklärte:[19]

»Dieser Krieg ist ein britischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands!«

Sie blieben auch dann stumm, als der deutsche Zeitgeschichtsforscher Emil Maier-Dorn aus Anlaß der Ostverträge Weihnachten 1970 jedem Abgeordneten des Deutschen Bundestages eine Zusammenstellung von rund 1000 Bekenntnissen von Politikern, Militärs und Historikern der Siegermächte über deren Willen zum Kriege und dann deren Genugtuung über die gelungene Ausweitung zum Weltkrieg zusandte und sie aufforderte, ihm Irrtum oder Fälschung nachzuweisen.[20]

Dieses, auch weltweit gesehen, völlig anormale Verhalten der politischen Verantwortungsträger des großen Deutschen Volkes nach dem Zweiten Weltkrieg veranlaßten 1964 den amerikanischen Historiker Prof. H.E. Barnes, der im Frühjahr 1964 Deutschland besuchte und sein Buch Die deutsche Kriegsschuldfrage in Tübingen herausbrachte, in selbigem erstaunt folgendes zum Ausdruck zu bringen:[21]

»Zu meiner Zeit suchten das deutsche Volk und seine Wissenschaftler nach den Tatsachen über die Kriegsursachen von 1914, die sie von der ausschließlichen Schuld am Ersten Weltkrieg befreiten, 1964 aber waren sie noch immer bewußt bestrebt, die Tatsachen zu unterdrücken, die geeignet waren, sie von der alleinigen Verantwortung für 1939 zu befreien. Die Situation von 1964 stellt zusammen mit dem deutschen Kriegsschuldbewußtsein einen Fall von geradezu unbegreiflicher Selbstbezichtigungssucht ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit dar.

Ich kenne jedenfalls kein anderes Beispiel in der Geschichte dafür, daß ein Volk diese wahnwitzige Sucht zeigt, die dunklen Schatten der Schuld auf sich zu nehmen an einem politischen Verbrechen, das es nicht beging, es sei denn jenes Verbrechen, sich selbst die Schuld am Zweiten Weltkrieg aufzubürden. In den Jahren 1926/27 unterstützten die deutsche Regierung und Öffentlichkeit aktiv und mit Begeisterung die Erforschung der Wahrheit über 1914; 1964 dagegen wurden diejenigen, die die Wahrheit über 1939 erforschten, verunglimpft und sogar der Verfolgung als politische Verbrecher ausgesetzt. Diese fundamentale Tatsache wurde natürlich von der deutschen Presse in keiner Weise erwähnt.«

Kriegskalender zwischen 1792 und 1945

Großbritannien

1803-1815

Frankreich

1807

Dänemark

1812-1814

Nordamerika

1839

Afghanistan

1840-1842

Opiumkrieg

1849-1850

Griechenland

1850

Afrika (Kaffern)

1854-1856

Krim-Krieg

1856-1858

China

1857-1858

Indien (Sepoys)

1860

China

1860

Neuseeland

1816-1862

Mexiko

1867

Abessinien

1878-1879

Afghanistan

1879

Afrika (Zulus)

1880-1881

Burenkrieg

1882

Ägypten

1884-1885

Sudan (Gordon †)

1885-1886

Birma

1893

Afrika (Matab.)

1895

Indien-Tschiral

1896-1899

Sudan (Mahdi)

1897

Indien (Afridi)

1899-1902

Buren-Krieg

1900

China (Boxer)

1904

Tibet

1914-1918

Erster Weltkrieg

1939-1945

Zweiter Weltkrieg

Frankreich

1798-1801

Türkei (Ägypten)

1805

Österreich

1806-1807

Preußen, Rußland

1807-1814

Spanien, Portugal

1809

Österreich

1812-1814

Rußland

1813-1814

Preußem Österreich, Großbritannien u.a.

1815

„Napoleon 100 Tage"

1823-1828

Spanien

1827-1840

Algerien

1844

Marokko

1851

Marokko

1854-1856

Krim-Krieg

1858-1862

Annam

1859

Osterreich

1860-1861

Syrien

1863

Mexiko

1867

Italien

1870-1871

Preußen

1881

Tunis

1882

Annann

1883-1885

China

1884-1885

Madagaskar

1895

Madagaskar

1900

China (Boxer)

1914-1918

Erster Weltkrieg

1939-1945

Zweiter Weltkrieg

Rußland

1794

Polen

1796

Persien

1799

Frankreich

1800

Großbritannien

1804-1813

Persien

1805-1807

Frankreich

1806-1812

Türkei

1806

Sachalin

1808-1809

Schweden

1812-1814

Frankreich

1813

Georgien

1820

Kosachstan

1826-1828

Persien

1828-1829

Türkei

1833

Konstantinopel

1839

Chiwa

1847

Kasachstan

1850

Kosch-Kurgan

1853

Ak-Metsched

1853

Kokand

1853-1856

Krinn-Krieg

1860-1866

Kokand

1865

Taschkent

1866-1868

Buchara

1868

Samarkand

1873-1875

Chiwa

1877-1878

Türkei

1880-1881

Gegen Turkmenen

1884-1885

Gegen Afghanen

1901

Mandschurei

1904-1905

Japan

1914-1917

Erster Weltkrieg

Sowjetunion

1917

Finnland

1918

Baltikum

1919

Weißrußland

1919

Ukraine

1920-1921

Polen

1920-1921

Kaukasus-Republiken

1921

Georgien

1939

Polen

1939-1940

Finnland

1941-1945

Deutschland

1945

Japan

H.E. Barnes würdigte in seinem Buch auch das grundlegende wissenschaftliche Forschungsergebnis von Prof. Dr. L. Hoggan mit der Feststellung:[22]

»Er hat für alle Zeit die Fiktion von der alleinigen Verantwortlichkeit Deutschlands für den Kriegsausbruch im Jahre 1939 zerstört. Diese Fiktion, auf die sich die Politik der Bonner Regierung stützt, wird im Bereich der Wissenschaft nie mehr erfolgreich zum Leben erweckt werden können, wie lange auch die westdeutsche Politik den Konsequenzen noch weiterhin ausweichen mag.«

Diese dem Stand seriöser Wissenschaftsergebnisse im In- und Ausland widersprechende Fiktion bundesdeutscher Politik, Deutschland habe die Verantwortung für beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts zu tragen, veranlaßte bereits 1963 den britischen Anwalt und Zeitgeschichtler F.J.P. Veale zu folgendem Erklärungsversuch:[23]

»Die Frage der Verantwortlichkeit für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist von einzigartiger Bedeutung. Sie ist kein akademisches Problem. Keine Frage der Wahrheitsfindung für irgendein Ereignis der Vergangenheit. Ihre Klärung muß ganz unvermeidlich den künftigen Gang der Geschichte stark beeinflussen. Die Kernpunkte waren viel zu wichtig und von zu weittragender Bedeutung, um sie der reinen Geschichtswissenschaft zur Entscheidung zu überlassen. Den Politikern war es klar, daß es die Zweckmäßigkeit erfordert, die ein Vierteljahrhundert lang hingenommene Auffassung unter allen Umständen aufrechtzuerhalten.«

3. Des „Rätsels" Lösung: Völkerrechtswidrige Umerziehung des Deutschen Volkes!

Wenn der amerikanische Historiker Prof. H.E. Barnes während seines Deutschlandbesuchs 1964 noch ein Kriegsschuldbewußtsein der Deutschen mit geradezu unbegreiflicher Selbstbezichtigungssucht ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit festzustellen vermag, das in der Behauptung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, Deutschland habe die Verantwortung für beide Weltkriege des 20. Jahrhunderts zu tragen, selbst 1999 noch belegt werden kann, dann muß das bei einem Volk, das weltweit als das der „Denker und Dichter" eingeschätzt wurde, tiefergreifende Gründe haben. In der Äußerung des britischen Anwalts und Zeitgeschichtlers F.J.P. Veale aus dem Jahre 1963 finden wir einen Hinweis hierfür in seiner Bemerkung, daß die Aufklärung der Kriegsschuldfrage, die für den künftigen Gang der Geschichte von einzigartiger Bedeutung sei, gar kein akademisches Problem und auch keine Frage der Wahrheitsfindung darstelle und demzufolge auch der reinen Geschichtswissenschaft nicht zur Entscheidung überlassen werden könne. Denn den Politikern sei klar geworden, daß es die Zweckmäßigkeit (welche, wofür?) erfordere, die ein Vierteljahrhundert lang hingenommene Auffassung (von wem diktiert?) »unter allen Umständen« weiterhin aufrechtzuerhalten! Dieses Bemühen spiegelt sich in der wissenschaftlich unhaltbaren, dem Zeitgeist voll angepaßten Bemerkung von Prof. Eschenburg im März 1960:[24]

»Bei der Frage nach der Schuld am Zweiten Weltkrieg, die wissenschaftlich eindeutig beantwortet ist, handelt es sich nicht etwa um eine fachhistorische Angelegenheit. Die Erkenntnis von der unbestrittenen und alleinigen Schuld Hitlers ist vielmehr eine Grundlage der Politik der Bundesrepublik.«

Immerhin konnte aber der deutsche Historiker Prof. B. v. Richthofen 1965 auf dem XII. Internationalen Historiker-Kongreß in Wien unter Beifall der großen Mehrheit der Teilnehmer erklären:[25]

»Die als falsche Verallgemeinerung in der Diskussion zu findende These, Deutschland trage die Alleinschuld am Zustandekommen des Zweiten Weltkrieges, ist wissenschaftlich längst endgültig widerlegt.«

Der große Widerspruch zwischen der als „politische Zweckmäßigkeit" deklarierten Kriegsschuldbehauptung und der seit Jahrzehnten international immer wieder wissenschaftlich bestätigten Widerlegung dieser Kriegsschuldbehauptungen findet seine Erklärung eindeutig in der langfristig vorgeplanten Umerziehung des gesamten deutschen Volkes in der Besatzungszeit zwischen 1945 und 1952! Die Voraussetzung dafür war die in keiner Landkriegsordnung vorgesehene »bedingungslose Kapitulation«. Das zeigt sich auch in den unterschiedlichen Geschichtsbildern der Kriegs- und Aufbaugeneration einerseits und der Nachfolgegeneration andererseits, die dank der „Gnade der späten Geburt" voll von dem „Fluch der Umerziehung" getroffenen wurde!

Der Chefredakteur der New York World, Walter Lippmann (1889-1974), erklärte die geplante Umerziehung wie folgt:[26]

»Als verloren könne ein Krieg nur dann gelten, wenn das eigene Territorium vom Feind besetzt ist, die führende Schicht des besiegten Volkes in Kriegsverbrecherprozessen abgeurteilt wird und die Besiegten einem Umerziehungsprogramm unterworfen werden. Ein naheliegendes Mittel dafür sei, die Darstellung der Geschichte aus der Sicht des Siegers in die Gehirne der Besiegten einzupflanzen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Übertragung der „moralischen" Kategorien der Kriegspropaganda des siegreichen Staates in das Bewußtsein der Besiegten. Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Eingang in die Geschichtsbücher der Besiegten gefunden hat und von der nachfolgenden Generation auch geglaubt wird, dann erst kann die Umerziehung als wirklich gelungen angesehen werden.«

Zu dieser Gehirnmanipulation und anderen Eingriffen war keine Besatzungsmacht legitimiert!

4. Denkanstöße für das 21. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert ging zu Ende. »Es hätte Deutschlands Jahrhundert sein können«, sagten der französische Soziologe Raymond Aron und der deutsch-amerikanische Historiker Fritz Stern einander im April 1979 in West-Berlin. Es wurde kein »deutsches«, sondern ein »amerikanisches« Jahrhundert. Für das aufstrebende Deutschland wurde es zum »Jahrhundert der Lüge« (H. Wellems). Neid und Haß erzwangen hinterhältig zwei unnötige Weltkriege. Die Sieger diktierten Deutschland die Kriegsschuld zu. Das waren die beiden Jahrhundertlügen. Die internationale Geschichtswissenschaft hat sie längst widerlegt. Warum wird die Wahrheit verschwiegen? Brechen wir auf in das Jahrhundert der Aufklärung und zur Wahrheit!

Wer im Stande der „Gnade der späten Geburt" lebt, ahnt meistens nicht, daß er zu den Opfern der „Umerziehung" zählt, Zu den Schwerpunkten der „Umerziehung" gehören auch die Entnationalisierung und Kriegsschuldgläubigkeit! Das Geschichtsbild des Siegers und die „moralischen" Kategorien der Kriegspropaganda sollten in die Gehirne der Besiegten eingepflanzt werden. Wenn in diesem Sinne die Geschichtsbücher neu geschrieben sind, Kinos, Theater, Kirchen, Gewerkschaften und alle Medien die Vermittlungsaufgaben wahrnehmen, die nachfolgende Generation daran glaubt, dann ist der Umerziehungsprozeß erfolgreich gewesen! Die Intensität der Vermittlungsabsichten der Greuelpropaganda wurde Prof. Friedrich Grimm im Mai 1945 in Landau von einem hohen Verantwortungsträger wie folgt erläutert:[27]

»Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, sie steigern, bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird [...] und bis die Deutschen selbst so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun!«

Prüfen Sie, ob Sie durcheinandergeraten sind, und erarbeiten Sie sich die Wahrheit!

Der Schriftsteller Heinz Mahncke reichte im November 1999 einen Antrag an den Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages ein, um eine von »ausgewählten Historikern und Wissenschaftlern zusammengesetzte Kommission« zu beauftragen, »zweifelhafte historische Nachkriegsbehauptungen« zu überprüfen. Der Antragsteller dachte u.a. an folgende Bereiche: (1.) Kriegsschuld- und Kriegsursachenforschung. (2.) Aufarbeitung aller Unmenschlichkeiten des letzten Krieges, darunter nicht zuletzt die dem Deutschen Volk widerfahrenen Grausamkeiten der Vertreibung, der Massenvergewaltigungen und des Gebietsraubes. (3.) Aufarbeitung der Schuldfragen des Terrorbombenkrieges gegen die deutsche Zivilbevölkerung. (4.) Untersuchung der Zwangsarbeiterfrage unter Einbeziehung auch der deutschen Zwangsarbeiter im Ausland. (5.) Der Gesamtkomplex der mit dem Antisemitismus zusammenhängenden Fragen.

Der Volkssouverän sollte im 21. Jahrhundert intensiver mit Volksvertretern und Staatsdienern zusammenarbeiten und sie zu mehr Information auffordern!

Denn nach Prof. H.H. von Arnim liegt »das Grundübel unserer Demokratie darin, daß sie keine ist!« Prüfen wir das!


Anmerkung

[1]Vgl.: Lord Gladwyn, H.: Plädoyer für Europa, Köln 1967, S. 29 u. 32.
[2]Vgl.: Martini, W.: Der Sieger schreibt die Geschichte, München 1991, S. 35; Lentin, A.: Die Drachensaat von Versailles. Die Schuld der „Friedensmacher", Leoni 1994. - Ebray, A.: Der unsaubere Frieden. Versailles - Der zweite Akt des Vernichtungskrieges gegen Deutschland im 20. Jahrhundert, Viöl 1996 (Erstausgabe: 1925).
[3]Bainville, J.: Les conséquences de la paix, Paris 1920, S. 57.
[4]Grabert, W.: Jalta-Potsdam und die Dokumente zur Zerstörung Europas, Tübingen 1985, S. 44 f.
[5]Ebenda, S. 54 f.
[6]Moser, C.-A: Teufelszeug von A bis Z. Wörter und Worte der Zeitkritik, Berg 31986, S. 159 (Stichwort: „Geschichtslücke").
[7]Zit. in: Peltzer, K.: Das treffende Zitat, Gedankengut aus drei Jahrtausenden und fünf Kontinenten. S. Aufl. Thun 1974, S. 551: aus Aphorismen, Berlin 1880.
[8]Lentin, A.: Die Drachensaat von Versailles, Leoni 1984.
[9]Saunders, H.A: Forum der Rache, Deutsche Generale vor alliierten Siegertribunalen 1945-1948, Leoni 1986.
[10]Wellems, H.: Das Jahrhundert der Lüge. Von der Reichsgründung bis Potsdam 1871-1945, 2. Aufl., Kiel 1999.
[11]Martini, W.: Der Sieger schreibt die Geschichte. Anmerkungen zur Zeitgeschichte, München 1991.
[12]Zit. in: Grenfell, R.: Bedingungsloser Haß? Die deutsche Kriegsschuld und Europas Zukunft, Tübingen 1954, S. 78 (Äußerung: 1922).
[13]Zit. in: Bardèche, M.: Nürnberg oder die Falschmünzer, Viöl 1992, S. 25 f.
[14]Vgl.: Stürmer, M.: Schröders lockere Lektion über eine Chefsache, In: Welt am Sonntag, 21.02.1999, S. 35.
[15]Zit. in: Maier-Dorn, E.: Alleinkriegsschuld. 1200 Antworten auf 400 Fragen. Großaitingen 1970, S. 118.
[16]Ebenda, in erwähntem Bericht: S. 11, Kap. IX.
[17]Zit. in: Lutz, H.: Verbrechervolk im Herzen Europas? Tübingen 1958, S. 26.
[18]Zit. in: Richthofen, B. v.: Kriegsschuld 1939-1941. Der Schuldanteil der anderen. Kiel 1981, S. 11f.
[19]Zit. in: Bernhardt, H.: Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte. 1000 aufschlußreiche Zitate als Jahrhundertzeugen, Preuß. Oldendorf 1988, S. 274.
[20]Zit. in ebenda, S, 357,
[21]Barnes. H.E.: Die deutsche Kriegsschuldfrage, Tübingen 1964, S. 124.
[22]Ebenda, S. 125.
[23]Veale, F.J.P.: Schuld und Sühne, München 1963. Zit. auch bei: Richthofen, B. v.: aaO. (Anm. 18), S, 31, 64.
[24]Eschenburg, Th.: Zur politischen Praxis in der Bundesrepublik. Kritische Betrachtungen 1957-1961, Bd. I, München 196 1, S. 162 ff.
[25]Richthofen, B. v.: aaO. (Anm. 18), S. 7 f.
[26]Zit. nach Diwald, H.: Geschichte der Deutschen, Propyläen-Verlag, Frankfurt, 1978, S. 98.
[27]F. W.: Politische Justiz, die Krankheit unserer Zeit, Scheur, Bonn 1953, S. 146ff.; ebenso in ders.: Mit offenem Visier, Druffel-Verlag, Leoni 1961, S. 248f.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(2) (2000), S. 179-185.


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