Die Shoah: Fiktives Abbild und bloßer Glaube?

Le Monde, die linkische Tageszeitung

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Die Fotoausstellung »Mémoire des camps« (Erinnerung an die Lager), die zur Zeit in Paris im Palast des 17. Jahrhunderts, der auch als Hôtel de Sully bekannt ist, gezeigt wird, sorgt für eine gewisse Aufregung in gewissen jüdischen Kreisen. Diese Ausstellung, bei der sorgsam darauf geachtet wurde, daß einige zu plumpe Fälschungen entfernt wurden, macht in unserem materialistischen Zeitalter des Bildes, der Fotografie und des Fernsehens auf frappierende Weise das Fehlen jeglicher Fotos und jeglicher materieller Gegenstände deutlich, die beweisen könnten, daß die Juden während des Krieges zwischen 1939 und 1945 »Opfer einer industriell geplanten Vernichtung« waren. Diese zitierten fünf Wörter stammen von Jacques Mandelbaum, einem Redaktionsmitglied der Tageszeitung Le Monde. In einem Artikel des Titels »La Shoah et ces images qui nous manquent« (Die Shoah und jene Bilder, die uns fehlen, 25. Januar 2001, S.17) verhehlt er nicht seine Irritation.

Er schreibt, daß »keine [echten] Bilder erhältlich sind, die das Verbrechen beschreiben«. Mit Bezug auf Auschwitz spricht er von sowjetischen »Propagandabildern«, und fügt hinzu:

»Einige dieser [sowjetischen Propaganda-] Bilder wurden dennoch später als echtes Archivmaterial benutzt. Somit sind alle bekannten Bilder zu diesem Verbrechen wenn schon nicht falsch, so zumindest unangebracht. Einschließlich und womöglich insbesondere jene Bilder mit Leichenbergen, die in den Konzentrationslagern entdeckt wurden, deren spektakulärer Schrecken immer noch weit entfernt ist von der Realität.«

Er erinnert seine Leser, daß es gerade wegen dieser Nichtexistenz echter Bilder »möglich war, fiktive Bilder herzustellen«, und er meint, die Fiktion »ist dabei, die Überhand zu gewinnen«. Die Organisatoren dieser Ausstellung gehen sogar so weit, mit zu versichern, dieses oder jenes Foto sei aus dem Innern einer Gaskammer in Auschwitz aufgenommen worden, wie bereits Jean-Claude Pressac behauptet hat. Der Journalist fragt allerdings skeptisch: »aus einer Gaskammer heraus, oder von einem anderen Gebäude aus?«

Trotz der von Revisionisten hiergegen vorgebrachten Einwände haben einige Autoren gewagt zu behaupten, daß die Gebäude, in denen sich Menschengaskammern befanden, in jenen Luftbildern ausgemacht werden könnten, die 1944 von alliierten Piloten hoch über dem Auschwitz-Komplex geschossen worden waren. J. Mandelbaum bemerkt hingegen, daß er in diesen Fotos all jene »Dinge erkennen kann, die es in Auschwitz gab, mit Ausnahme des Vorhandenseins der Gaskammern«. Er kommt dann auf das »unerträgliche Fehlen [echter] Bilder der Vernichtung« zurück und erwähnt einen Streit zwischen exterminationistischen Autoren, »denen das fast völlige Fehlen von Fotos bezüglich der Vernichtung buchstäblich keine Ruhe läßt«. Wie nebenbei greift er »die Ungeschicklichkeit der Organisatoren« dieser Ausstellung an.

Zusammenfassend wird also die Shoah, von deren historischem Charakter er natürlich ausgeht, zur Zeit einerseits zu fiktiven Abbildern reduziert (er sagt »überwiegend unangebrachte Bilder«) und andererseits zu einem Glauben, der sich seinerseits nur auf fiktive Abbilder stützt.

Er schlußfolgert:

»Wenn zu sehen bedeutet, daß man glaubt, wie kann dann fortan noch zugegeben werden, daß es bezüglich der Shoah genau das [echte] Bild ist, das fehlt?«

Diese letzte deutliche Frage, wie auch all die anderen hier zitierten wuchtigen Anmerkungen, wurde freilich der diffusen Masse dieses Artikels mit einiger Mühsal abgerungen. Der Journalist benutzte eine Vielfalt von Sprachverrenkungen und schrieb in einem Jeschiwa-artigen Französisch. Er versuchte systematisch, den holocaustischen Einsatz zu retten und womöglich sogar für sich und für seine Zeitung einen Fluchtweg offen zu halten. Denn wenn der Tag kommt, an dem die Shoah versenkt werden muß, dann wird Le Monde mit Stolz auf diesen Beitrag von J. Mandelbaum und auf wenige andere gleichermaßen unaufrichtige Artikel verweisen.

Vor mehr als zwanzig Jahren bliesen Pierre Vidal-Naquet und seine Glaubensbrüder angesichts des revisionistischen Aufschwungs zum Rückzug, indem sie einige der plumperen Lügen ihrer eigenen Propaganda über Bord warfen. Mit den Jahren haben sie es sich zur Gewohnheit gemacht, diese irreführenden Erfindungen den Kommunisten, den Russen, oder den Polen in die Schuhe zu schieben. In dem hier betrachteten Artikel ist offensichtlich, daß der Journalist von Le Monde die Falschmünze von Auschwitz den Sowjets zuschiebt.

© R. Faurisson, 25. Januar 2001


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(1) (2001), S. 77f.


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