Eine Neubewertung Churchills - Teil 1

Von Prof. Dr. Ralph Raico

Churchill als Ikone

Wenn sich in Kürze die gelehrten Häupter zum Papst über die große Frage aufwerfen "Wer war der Mann des Jahrhunderts", werden sie zweifellos sehr bald Einigkeit erlangen. Die Antwort wird unvermeidlich lauten: Winston Churchill. In der Tat ließ uns Prof. Harry Jaffa bereits wissen, daß Churchill nicht nur der Mann des 20. Jahrhunderts war, sondern der Mann vieler Jahrhunderte.[1]

In gewisser Weise paßt Churchill als Mann des Jahrhunderts. Es war das Jahrhundert des Staates, des Aufkommens und unmäßigen Wachstums des Wohlfahrtsstaates, wie auch des kriegführenden Staates, und Churchill war vom Anfang bis zum Ende ein Mann des Staates, des Wohlfahrtsstaates wie auch des Kriegsstaates.

Der Krieg war natürlich sein ganzes Leben lang seine Leidenschaft, und, wie ein bewundernder Historiker schrieb:[2]

»Neben seinen anderen Verdiensten zählt Churchill zu den Begründern des Wohlfahrtsstaates.«

Zwar hatte Churchill niemals ein Prinzip, das er nicht zu guter Letzt verriet,[3] was aber nicht heißt, daß seine Handlungen nicht von Neigungen und systematischen Vorurteilen bestimmt wurden. Er hatte solche Neigungen, nämlich die Beschränkungen der Staatsmacht abzubauen.

Um Churchill überhaupt verstehen zu können, müssen wir uns über die Heldendarstellungen hinwegsetzen, die mehr als ein halbes Jahrhundert lang propagiert wurden. Das herkömmliche Bild von Churchill, vor allem über seine Rolle im Zweiten Weltkrieg, war in erster Linie sein eigenes Werk, durch die verzerrten Geschichten, die er, sobald der Krieg vorbei war, verfaßte und in Druck gab.[4] In den letzten Jahrzehnten wurde die Churchill-Legende von einem internationalen Establishment übernommen, für das sie die perfekte Ikone und eine unerschöpfliche Quelle hochtrabenden Geschwätzes wurde. Churchill wurde mit den Worten Christopher Hitchens' ein »Totem« des amerikanischen Establishments, nicht nur der Sprößlinge des New Deals, sondern auch des neokonservativen Apparats, von Politikern wie Newt Gingrich und Dan Quayle, "Verbandsrittern" und anderer Stammgästen der Regierungen Reagans oder Bushs, über Herausgeber und Autoren des Wall Street Journal, und einer Legion "konservativer" Leitartikler, angeführt von William Safire und William Buckley. Churchill war, wie Hitchens schreibt, »die menschliche Brücke, über die der Übergang erfolgte« von einem nicht-interventionistischen zu einem globalistischen Amerika.[5] Es ist nicht unmöglich, daß im nächsten Jahrhundert sein Bulldoggen-Gesicht das Logo der Neuen Weltordnung schmückt.

Es soll freimütig zugeben werden, daß Churchill seine Rolle 1940 vorzüglich spielte. Der Militärhistoriker Generalmajor J.F.C. Fuller, ein scharfer Kritiker von Churchills Politik während der Kriegszeit, schrieb:[6]

»Churchill war ein Mann aus heldenhaftem Guß, ein Berserker, der immer bereit war, einen verlorenen Haufen zum Sturm anzuführen, oder eine Bresche zu schlagen, und er war am besten, wenn es am schlimmsten stand. Seine blendende Rhetorik, seine Kampflust, und seine Beharrlichkeit, den Feind zu vernichten, sprach die menschlichen Instinkte an, und machten ihn zu einem hervorragenden Führer.«

Die Geschichte übertraf sich selbst, als sie Churchill die Rolle als Gegner im Duell mit Hitler übertrug. Es macht überhaupt nichts, daß er in seiner berühmtesten Rede »Wir werden gegen sie kämpfen, an den Stränden, auf den Feldern und in den Straßen« ein Plagiat von Clemenceau aus der Zeit der Ludendorff-Offensive aufnahm, und daß eine deutsche Invasion keine sehr reale Gefahr war, oder, daß es zunächst vielleicht gar keinen Grund für das Duell gab. 1940 spielte Churchill seine Rolle ein paar Monate lang großartig und unvergeßlich.[7]

Opportunismus und Rhetorik

Aber vor 1940 war das am häufigsten mit Churchill verbundene Wort "Opportunist".[8] Er hatte zweimal seine Parteizugehörigkeit von konservativ zu liberal und dann wieder zurück gewechselt. Seine Hinwendung zu den Liberalen erfolgte angeblich wegen des Freihandels. Aber 1930 verriet er auch den Freihandel mit der Einführung von Zoll sogar für Nahrungsmittel und erklärte, daß er den "Cobdenismus" für immer über Bord geworfen habe.[9] Als Präsident des Handelsamtes war er vor dem 1. Weltkrieg gegen Rüstungssteigerungen. Nachdem er 1911 Erster Lord der Admiralität wurde, drängte er auf größere und größere Bewilligungen, und verbreitete wilde Gerüchte über die wachsende Stärke der deutschen Marine, genau wie in den 30er Jahren bezüglich des Aufbaus der deutschen Luftwaffe.[10] Er griff vor und nach dem Ersten Weltkrieg den Sozialismus an, dagegen förderte er während des Krieges den Kriegssozialismus und forderte die Verstaatlichung der Eisenbahn und erklärte in einer Rede:[11]

Churchill als Kind

Churchill als Jugendlicher[12]

»Unsere ganze Nation muß organisiert werden, muß, wenn Sie so wollen, sozialisiert werden.«

Churchills Opportunismus hielt bis zum Ende an. Bei der Wahl 1945 schnappte er Hayeks Road to Serfdom (Straße zur Leibeigenschaft) auf und versuchte, die Labour-Partei als totalitär auszugeben, obwohl es doch Churchill selbst gewesen war, der 1943 die Beveridge-Pläne für den Nachkriegs-Wohlfahrtsstaat und die Wirtschaftsführung nach Keynes' Prinzipien akzeptiert hatte. Während seiner ganzen Karriere war seine einzige Richtlinie, an die Macht zu kommen, und dort zu verbleiben.

Es gab zwei Prinzipien, die Churchill lange Zeit hindurch am Herzen lagen. Das eine war der Antikommunismus: er war ein früher und glühender Gegner des Bolschewismus. Über Jahre hinweg verurteilte er zu recht die »verdammten Affen« und »niederträchtigen Mörder Moskaus«. Seine anfangs tiefe Bewunderung für Benito Mussolini wurzelte in der scharfsinnigen Würdigung dessen, was Mussolini bewerkstelligt hatte (so dachte er jedenfalls). In einem Italien, das auf der Kippe vor einer Leninistischen Revolution stand, hatte Il Duce die eine Formel entdeckt, die der Leninistischen Anziehung entgegenwirken konnte: Hypernationalismus mit einem sozialen Element. Churchill pries »den siegreichen Kampf des Faschismus gegen die tierischen Gelüste und Leidenschaften des Leninismus« und behauptete, daß dies »das notwendige Gegengift gegen das kommunistische Gift sei[13]

Aber dann kam die Zeit, als Churchill seinen Frieden mit dem Kommunismus machte. 1941 gewährte er Stalin bedingungslose Unterstützung, hieß ihn als Verbündeten willkommen, umarmte ihn als Freund. Churchill benutzte genau wie Roosevelt den Kosenamen »Onkel Joe«, und sogar noch bei der Potsdamer Konferenz verkündete er wiederholt über Stalin: »Ich mag diesen Mann[14] Er unterdrückte die Beweise, daß die polnischen Offiziere in Katyn von den Sowjets ermordet worden waren und bemerkte:[15]

»Es bringt nichts, um die drei Jahre alten Gräber von Smolensk herumzuschleichen.«

Besessen von der Idee, nicht nur Hitler zu besiegen, sondern Deutschland zu vernichten, ließ Churchill die Gefahr durch eine sowjetische Überflutung Europas außer acht, bis es bereits viel zu spät war. Den Gipfel seiner Narretei erreichte Churchill bei der Konferenz von Teheran im November 1943, als er Stalin ein Kreuzzugsschwert schenkte.[16] Wer sich damit befassen will, das Wort "Obszönität" zu definieren, kann über diese Episode philosophieren.

Und schließlich gab es noch etwas, das sich als die bleibende Liebe seines Lebens erwies: das britische Weltreich. Wenn sich Churchill überhaupt für etwas einsetzte, dann war es dieses Reich. Berühmt ist sein Ausspruch, daß er nicht Premierminister geworden sei, um den Vorsitz bei seiner Liquidation zu führen. Aber natürlich tat er genau das: er verscherbelte das britischen Reich und alles andere für einen totalen Sieg über Deutschland.

Churchill war außer für seinen Opportunismus auch für seine bemerkenswerten rhetorischen Fähigkeiten bekannt. Dieses Talent half ihm, Macht über Menschen auszuüben, aber es wies auch einen verhängnisvollen Fehler auf. Sein ganzes Leben hindurch haben viele, die Churchill aus der Nähe beobachtet haben, diesen besonderen Zug bemerkt. 1917 beschrieb ihn Lord Esher so:[17]

»Er behandelt große Themen mit rhythmischer Sprache, und wird schnell der Sklave seiner eigenen Sätze. Er macht sich selber vor, daß er eine weite Perspektive habe, während sich sein Geist auf einen verhältnismäßig engen Aspekt der Frage beschränkt.«

Während des Zweiten Weltkrieges sagte Robert Menzies, der damalige Premierminister von Australien, über Churchill:[18]

»Sein wirklicher Tyrann ist die glitzernde Phrase, die seinem Verstand so gefällt, daß unbequeme Tatsachen weichen müssen.«

Ein anderer Kollege schrieb:[19]

»Er ist [...] Sklave der Worte, die sich sein Geist über Ideen formt [...] Und er kann sich selbst von praktisch jeder Wahrheit überzeugen, wenn es ihr erst erlaubt wird, ihren wilden Lauf durch seine rhetorische Maschinerie anzutreten.«

Aber obwohl Winston keine Prinzipien hatte, gab es eine Konstante in seinem Leben: die Kriegsliebe. Sie begann früh. Als Kind hatte er eine riesige Sammlung Spielzeugsoldaten, 1500 Stück, und er spielte mit ihnen noch viele Jahre hindurch, während der sich die meisten Jungs schon anderen Dingen zuwenden. Sie waren »rein britisch«, erzählt er uns, und er lieferte sich Schlachten mit seinem Bruder Jack, dem es »nur erlaubt war, farbige Truppen zu haben, und sie durften keine Artillerie haben.«[20] Er besuchte statt Universitäten die Militärakademie Sandhurst, und »von dem Augenblick an, als Churchill Sandhurst verließ... tat er sein Äußerstes, um in ein Gefecht zu kommen, wo immer ein Krieg stattfand.«[21] Sein ganzes Leben hindurch war er allem Anschein nach nur durch Krieg wirklich und aufs äußerste erregt. Er liebte den Krieg wie nur wenige moderne Menschen,[22] er liebte sogar »das Geballer«, wie er es nannte, und er war unter Beschuß sehr tapfer.

1925 schrieb Churchill:[23]

»Die Geschichte des Menschengeschlechts ist Krieg.«

Das ist jedoch unwahr, möglicherweise verhängnisvoll unwahr. Churchill fehlte jeder Begriff von den Grundsätzen der Sozialphilosophie des klassischen Liberalismus. Vor allem verstand er nie, daß, wie Ludwig von Mises erklärte, die wirkliche Geschichte des Menschengeschlechts die Ausweitung der sozialen Zusammenarbeit und die Arbeitsteilung ist. Frieden, und nicht Krieg, ist der Vater aller Dinge.[24] Für Churchill boten die Jahre ohne Krieg nichts als »die langweilige Aussicht auf Frieden und Banalitäten.« Wie wir sehen werden, war das ein Mann, der sich mehr Kriege wünschte, als es tatsächlich gab.

Als Churchill nach Indien versetzt wurde und gierig zu lesen anfing, um die verlorene Zeit einzuholen, wurde er tief vom Darwinismus beeindruckt. Er verlor, was auch immer er an religiösen Überzeugungen durch seine Lektüre von Gibbon gehabt haben mochte; aus irgend einem Grund war er besonders gegen die katholische Kirche, wie auch gegen christliche Missionen, und gab das auch zum Ausdruck. Er wurde, mit seinen eigenen Worten, »von Kopf bis Fuß ein Materialist«, und unterstützte leidenschaftlich die Weltanschauung, daß das menschliche Leben ein Kampf um die Existenz ist, mit dem Überleben des Geeignetsten als Ergebnis.[25] Diese Lebens- und Geschichtsphilosophie brachte Churchill in seinem einzigen Roman Savrola zum Ausdruck.[26] Daß Churchill Rassist war, versteht sich von selbst, aber sein Rassismus ging tiefer als der vieler seiner Zeitgenossen.[27] Es ist merkwürdig, wie Churchills Weltanschauung mit seiner stark darwinistischen Perspektive, seiner Würdigung des Krieges als dem zentralen Ereignis der menschlichen Geschichte und seinem Rassismus, wie auch seiner Fixierung auf "große Führer", der seines Antagonisten, Hitler, glich.

Wenn Churchill nicht tatsächlich in einem Krieg eingesetzt war, berichtete er darüber. Er machte sich früh einen Namen als Kriegskorrespondent, bei Kitcheners Sudan-Feldzug und im Burenkrieg. Im Dezember 1900 wurde im Waldorf-Astoria ein Festessen zu Ehren eines jungen Journalisten gegeben, der kürzlich aus Süd-Afrika von seinen vielpublizierten Abenteuern zurückgekommen war. Mark Twain, der ihn einführte, hatte Churchill anscheinend bereits verstanden. Twain wies in seiner kurzen satirischen Rede vielsagend darauf hin, daß Churchill mit seinem englischen Vater und seiner amerikanischen Mutter der perfekte Vertreter des anglo-amerikanischen Jargons war.[28]

Churchill und der "Neo-Liberalismus"

1900 begann Churchill die Laufbahn, für die er offenbar bestimmt war. Seine Abstammung als Enkel eines Herzogs und Sohn eines berühmten konservativen Politikers brachten ihn als Konservativen ins Unterhaus. Zuerst schien er sich nur durch seinen ruhelosen Ehrgeiz auszuzeichnen, der selbst für Parlamentarier bemerkenswert war. Aber 1904 wechselte er zu den Liberalen über, angeblich wegen seiner Einstellung zum Freihandel. Aber Robert Rhodes James, einer von Churchills Bewunderern, schrieb:

»Es wurde damals, vermutlich zu recht, geglaubt, daß, wenn Arthur Balfour ihm 1902 ein Amt übertragen hätte, dann hätte Churchill kein so brennendes Interesse am Freihandel entwickelt und sich nicht den Liberalen angeschlossen.«

Clive Ponting bemerkt:

»Wie er schon gegenüber Rosebery zugegeben hatte, suchte er nach einer Ausrede, um eine Partei zu verlassen, die seine Talente nicht würdigen wollte«

Bei den Liberalen kam ein Protektionist nicht an.[29]

Von den Gezeiten launischer Meinungen hin- und hergeworfen,[30] machthungrig und ohne eigene Prinzipien wurde Churchill schnell ein Anhänger des Neoliberalismus, einer modernisierten Version der "Tory-Demokratie" seines Vaters. Der "neue" Liberalismus unterschied sich vom "alten" nur in der Kleinigkeit, daß unaufhörliche staatliche Aktivitäten durch laissez-faire ersetzt wurden.

Obwohl es seine konservativen Verehrer überhaupt nicht gemerkt haben - für sie ist es immer noch 1940 -, war Churchill einer der Hauptarchitekten des Wohlfahrtsstaates in England. Der moderne Wohlfahrtsstaat, der Nachfolger des Wohlfahrtsstaates des Absolutismus des 18. Jahrhunderts, begann in Deutschland unter Bismarck in den Jahren nach 1880.[31] In England kam der gesetzgeberische Wendepunkt, als Asquith 1908 als Premierminister die Nachfolge von Campbell-Bannerman antrat. Sein umgebildetes Kabinett umfaßte auch David Lloyd George für das Schatzamt und Churchill für das Handelsamt. Natürlich war Churchill »die Bedeutung der Sozialpolitik bei einer Wahl klar«, schreibt ein ihm freundlich gesinnter Historiker und will damit sagen, daß Churchill es verstand, damit Wählerstimmen zu gewinnen.[32] Er schrieb einem Freund:[33]

»Keine derzeit absehbare Gesetzgebung interessiert die Demokratie. Alle Gedanken richten sich mehr und mehr auf soziale und wirtschaftliche Themen. Diese Revolution ist unaufhaltbar. Sie werden das bestehende System, wie Reichtum erworben, geteilt und eingesetzt wird, nicht dulden. [...] Sie werden fest bleiben gegen die Geldmacht, den Erben aller anderen überwundenen Mächte und Tyranneien und ihre offensichtlichen Ungerechtigkeiten. Und dieser theoretische Widerwille wird sich letztlich gegen jede Partei richten, die mit der Aufrechterhaltung des Status quo verbunden wird. [...] Mindestlöhne und Mindestanforderungen an die Arbeitsbedingungen, wirksame Versicherungen gegen Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter - das sind die Fragen, und zwar die einzigen Fragen, mit denen die Parteien in Zukunft leben müssen. Wehe dem Liberalismus, wenn er sich ihrer nicht annimmt.«

Churchill »hatte bereits seine Umkehr zu einer kollektivistischen Sozialpolitik verkündet«, bevor er zum Wirtschaftsministerium kam.[34] Sein Dauerthema wurde »der gerechte Vorrang« öffentlicher Interessen vor privaten. Er übernahm die modischen Klischees seiner Zeit über den sozialen Umbau und versicherte:

»die Wissenschaft, sowohl die Naturwissenschaft wie die Sozialwissenschaft, lehnen sich gleichermaßen gegen die Unorganisiertheit auf, die uns aus so vielen Aspekten des modernen Lebens anstarrt. [...] die Nation fordert die Anwendung drastischer Korrektur- und Heilungsprozesse.«

Der Staat sollte Kanäle und Eisenbahnen erwerben, bestimmte nationale Industrien entwickeln, eine in weitem Umfang verbesserte Erziehung bieten, den 8-Stunden-Arbeitstag einführen, progressive Steuern erheben, und dem ganzen Land einen Mindestlebensstandard garantieren. Es ist kein Wunder, daß Beatrice Webb bemerkte, Churchill habe »endgültig sein Schicksal mit dem konstruktiven Staatsunternehmen verbunden[35]

In einem Artikel vom 8.2.1920 im Illustrated Sunday Herald beschreibt Winston Spencer Churchill den Bolschewismus als jüdisches Übel. (Zum Vergrößern anklicken)

Im Anschluß an einen Deutschland-Besuch wurden sowohl Lloyd George wie auch Churchill zum Bismarckschen Modell der Sozialversicherungen bekehrt.[36] Wie Churchill seinen Wählern sagte:[37]

»Mein Herz war voller Bewunderung für das beharrliche Genie, das diese sozialen Bollwerke den vielen Siegen der deutschen Menschenart hinzugefügt hatte.«

Er begann, - seinen eigenen Worten zufolge - »unserem ganzen industriellen System ein großes Stück Bismarcktum zu unterlegen.«[38] 1908 verkündete Churchill in einer Rede in Dundee:[39]

»Ich bin auf der Seite derer, die meinen, daß in den Staat und in die Stadtverwaltungen ein stärkeres kollektives Denken eingebracht werden sollte. Ich würde es gerne sehen, daß der Staat neue Funktionen übernimmt.«

Der Individualismus müsse jedoch geachtet werden:

»Niemand kann nur Kollektivist oder nur Individualist sein. Man muß sowohl ein Individualist wie auch ein Kollektivist sein. Die Natur des Menschen ist von zweifacher Art. Das Organisationsschema der menschlichen Gesellschaft ist zweifacher Art.«

Das ist übrigens ein gutes Beispiel für den politischen Philosophen Churchill. Besser wird es nie.

Aber wenngleich der "kollektiven Organisation" wie auch dem "individuellen Anreiz" Rechnung getragen werden muß, so war sich Churchill sicher, was die Oberhand erlangt hatte:

»Die Zivilisation neigt immer mehr dazu, die kollektiven Funktionen der Gesellschaft zu vermehren. Die laufend zunehmende Komplexität der Zivilisation schafft uns neue Dienste, die vom Staat übernommen werden müssen, und schafft uns eine Ausweitung der bestehenden Dienstleistungen. [...] Es läuft alles darauf hinaus, [...] daß künftig jeder Gewinn aufgefangen wird, der sich aus der zu erwartenden Erhöhung des Grundstückswertes ergibt. Es wird einen immer weiteren Bereich für kommunale Unternehmungen geben.«

Der Trend zur Ausweitung des Staates stieß auf Churchills ungeteilte Zustimmung. Er fügte hinzu:[40]

»Ich gehe noch weiter. Es wäre mir recht, wenn sich der Staat auf verschiedene neue und abenteuerliche Experimente einlassen würde. [...] Ich bedaure sehr, daß wir nicht die Eisenbahnen dieses Landes in die Hand bekommen haben. Vielleicht geht es uns mit den Kanälen besser.«

Dieser Enkel eines Herzogs und Verherrlicher seines Vorfahren, des erzkorrupten Marlborough, schämte sich nicht, an den Neid der Unterklasse zu appellieren. Churchill behauptete:

»die Sache der liberalen Partei ist die Sache der ausgeschlossenen Millionen«, während er die Konservativen angriff als[41]

»die Partei der Reichen gegen die Armen, die der Oberklassen und der von ihnen Abhängigen gegen die Massen, die Partei der Erfolgreichen, der Reichen, der Glücklichen und der Starken, gegen die draußen gelassenen und ausgeschlossenen Millionen der Schwachen und Armen.«

Churchill wurde der perfekte vorwärtsstürmende politische Unternehmer, der darauf brannte, einen Bereich des sozialen Lebens nach dem anderen zu politisieren. Er schalt die Konservativen, weil ihnen sogar »ein einziger Vorschlag für soziale Reformen oder Wiederaufbau« fehle, und brüstete sich, daß er und seine Parteifreunde beabsichtigten, einen »breitangelegten, umfassenden Entwurf für eine ineinandergreifende soziale Organisierung« vorschlagen werde, der »in eine große Reihe von Gesetzesentwürfen und Verwaltungsakte eingebettet« würde.[42]

Zu dieser Zeit kam Churchill unter den Einfluß von Beatrice und Sidney Webb, die Führer der Fabianischen-Gesellschaft. Bei einer ihrer berühmten strategischen Abendgesellschaften stellte Beatrice Webb Churchill einem jungen Schützling, William - später Lord - Beveridge vor. Churchill brachte Beveridge ins Handelsamt als seinen Berater für soziale Fragen, und setzte so ihn und seine glänzende Laufbahn in Gang.[43]

Churchill drängte nicht nur auf eine Vielzahl sozialer Versicherungssysteme, er schuf auch das System des landesweiten Arbeitsaustausches: er wies Premierminister Asquit auf die Notwendigkeit hin, den britischen Arbeitsmarkt mit »einer Art Netzwerk staatlicher Eingriffe und Vorschriften nach deutschem Vorbild« zu versehen.[44] Aber Churchill hatte weit ehrgeizigere Ziele für das Handelsamt. Er schlug einen Plan vor, wobei:[45]

»Das Handelsamt als "Nachrichten-Abteilung" der Regierung arbeiten und Handel und Beschäftigung in den Regionen voraussagen sollte, so daß die Regierung den Gebieten Verträge zuteilen könnte, die am meisten Anspruch darauf hatten. [...] An der Spitze sollte ein Komitee nationaler Organisationen sein, bei dem der Kanzler des Schatzamtes den Vorsitz haben sollte, um die Wirtschaft zu kontrollieren.«

Schließlich wurde Churchill ein Verfechter der Gewerkschaften, da ihm klar war, welches Wählerpotential die organisierte Arbeiterschaft darstellte. Er war z.B. ein führender Unterstützer des Trades-Disputes-Gesetzes von 1906.[46] Dieses Gesetz kehrte die Taff-Vale-Entscheidung und andere Gerichtsentscheidungen um, die die Gewerkschaften für Schäden und Unbill haftbar machten, die in ihrem Auftrag durch ihre Vertreter hervorgerufen worden waren. Das Gesetz empörte den großen liberalen Rechtshistoriker und Theoretiker der Rechtsstaatlichkeit, A.V. Dicey, der vorbrachte, daß es[47]

»eine Gewerkschaft von der zivilrechtlichen Haftung befreie, selbst wenn sie oder ihre Beauftragten das gröbste Unrecht begingen, und kurz und bündig jeder Gewerkschaft ein Privileg und einen Schutz zubillige, die sonst keine andere Person oder Körperschaft - sei sie registriert oder nicht eingetragen - im Vereinigten Königreich genoß, [...] Es macht die Gewerkschaft zu einer privilegierten Körperschaft, die vom gewöhnlichen Recht des Landes ausgenommen ist. Nie zuvor ist eine derart privilegierte Organisation durch ein englisches Parlament absichtlich geschaffen worden.«

Es ist ironisch, daß die unermeßliche Macht der englischen Gewerkschaften, Margaret Thatchers rotes Tuch, mit der begeisterten Hilfe ihres großen Helden, Winston Churchill, ins Leben gerufen worden ist.

Der Erste Weltkrieg

1911 wurde Churchill Erster Lord der Admiralität, und jetzt war er richtig in seinem Element. Natürlich verbündete er sich schnell mit der Kriegspartei und entfachte in den folgenden Krisen die Flammen des Krieges. Als die letzte Krise im Sommer 1914 kam, war Churchill das einzige Kabinettsmitglied, das den Krieg von Anfang an mit der ganzen ihm innewohnenden Energie unterstützt hatte. Asquith, sein eigener Premierminister, schrieb über ihn:[48]

»Winston sehr kriegerisch, fordert sofortige Mobilisierung. [...] Winston, der seine ganze Kriegsbemalung an hat, sehnt sich nach einer Seeschlacht in den frühen Morgenstunden, die in der Versenkung der Goeben resultieren soll. Die ganze Sache erfüllt mich mit Traurigkeit.«

Am Nachmittag des 28. Juli, drei Tage vor der deutschen Invasion Belgiens, mobilisierte er die britische Heimatflotte, zur damaligen Zeit weltweit die größte Ansammlung von Seestreitkräften. Sidney Fay schrieb, daß Churchill befahl:[49]

»Die Flotte sollte während der Nacht mit hoher Geschwindigkeit und ohne Lichter von Portland durch die Straße von Dover zu ihrer Gefechtsbase bei Scapa Flow ausrücken. Da er fürchtete, daß dieser Befehl, wenn er dem Kabinett vorgelegt würde, als provokative Handlung angesehen würde, die die Friedenchancen beeinträchtigen könnte, hatte Churchill nur Asquith informiert, der sofort seine Zustimmung gab.«

Als der Krieg mit Deutschland ausbrach, war es kein Wunder, daß Churchill im Gegensatz zu den anderen Führern der Kriegspartei aus vollem Gesicht lachte, von »glühender Leidenschaft« erfüllt.[50]

Vom Beginn der Feindseligkeiten an förderte Churchill als Marineminister die Errichtung der Hungerblockade gegen Deutschland. Das war vielleicht die effektivste Waffe, die je von einer Seite in diesem ganzen Konflikt angewandt wurde. Das einzige Problem war, daß sie gemäß jeder Interpretation des internationalen Rechts - mit Ausnahme der britischen - illegal war. Die Blockade wurde nicht durch Einschließung durchgeführt, sondern durch Auslegen von Minen, und viele der Waren, die als Schmuggelware bezeichnet wurden, z.B. Nahrung für Zivilisten, sind nie zuvor so eingestuft worden.[51] Aber internationales Recht und die Konventionen, mit denen Menschen versucht haben, die Schrecken des Krieges zu begrenzen, bedeuteten für Churchill während seiner ganzen Karriere nichts. Ein deutscher Historiker hat trocken kommentiert, Churchill war immer bereit, die Regeln zu brechen, wenn es ums bloße Überleben seines Landes ging, und »für ihn war das sehr oft der Fall.«[52]

Die Hungerblockade hatte einige recht unerfreuliche Folgen. Etwa 750.000 deutsche Zivilisten erlagen dem Hunger und durch Unterernährung verursachten Krankheiten. Die Wirkung auf die Überlebenden war auf ihre Weise vielleicht ebenso schrecklich. Ein Historiker der Blockade schlußfolgerte:[53]

»Aus der zum Opfer gemachten Jugend [des 1. Weltkrieges] sollten die radikalsten Anhänger des Nationalsozialismus werden.«

Außerdem lieferten schließlich die Konflikte, die sich aus der britischen Blockade ergaben, den Vorwand für Wilsons Entscheidung, 1917 in den Krieg einzutreten.

Es ist noch ungeklärt, ob Churchill womöglich die Versenkung der Lusitania am 7. Mai 1915 arrangierte.[54] Eine Woche vor dem Unglück schrieb er an Walter Runciman, den Präsident des Handelsministeriums, daß es »äußerst wichtig war, neutrale Schiffe an unsere Küsten anzulocken, in der Hoffnung, vor allem die Vereinigten Staaten in Konflikt mit Deutschland zu bringen.«[55] Viele hochrangigen Personen in England und Amerika glaubten, daß die deutsche Versenkung der Lusitania den Kriegseintritt der Vereinigten Staaten bewirken würde.

Die neueste Untersuchung zu diesem Thema wurde durch Patrick Beesly durchgeführt, dessen Room 40 die Geschichte des britischen Marinegeheimdienstes im 1. Weltkrieg wiedergibt. Beeslys sorgfältiger Bericht ist um so überzeugender, als er seiner eigenen Meinung zuwiderläuft. Er führt aus, daß der britischen Admiralität bekannt war, daß ein deutscher U-Boot-Kapitän andere U-Boot-Kapitäne auf See über die Fahrt der Lusitania informiert hatte, und daß sich das U-Boot, daß in den Tagen zuvor für die Versenkung zweier Schiffe verantwortlich war, in der Nähe von Queenstown, vor der Südküste Irlands, aufhielt, wo die Lusitania ihren Weg nehmen sollte. Es ist keinerlei Aufzeichnung über irgendeine extra Warnung an die Lusitania überliefert. Keine Zerstörer-Eskorte wurde dem Schiff zur Begleitung in den Hafen mitgegeben, noch waren rasch verfügbare Zerstörer angewiesen worden, Jagd auf das U-Boot zu machen. Tatsächlich »wurden keine wirksamen Schritte unternommen, um die Lusitania zu schützen.« Beesly schlußfolgert:[56]

»Sofern nicht neue Informationen ans Licht kommen, bin ich bis dahin widerstrebend zu der Folgerung gezwungen, daß es eine Verschwörung gab, die Lusitania absichtlich zu riskieren, in der Hoffnung, daß selbst ein fehlgeschlagener Angriff auf das Schiff die Vereinigten Staaten zum Kriegseintritt bringen würde. Eine solche Verschwörung konnte nicht durchgeführt werden ohne Winston Churchills ausdrückliche Erlaubnis und Billigung.«

Auf jeden Fall ist es sicher, daß Churchills Politik die Versenkung des Schiffes sehr wahrscheinlich machte. Die Lusitania war ein Passagier-Linienschiff, das mit Kriegsmaterial beladen war, Churchill hatte den Kapitänen der Handelsschiffe - einschließlich Linienschiffe - Anweisung gegeben, deutsche U-Boote zu rammen, wenn sie ihnen begegneten, und den Deutschen war das bekannt. Und wie Churchill in seinen Memoiren über den 1. Weltkrieg betonte, war es ein wesentlicher Teil der Kriegführung, neutrale Länder in Feindseligkeiten mit dem Feind zu verwickeln:[57]

»Es gibt im Krieg vielerlei Manöver, von denen nur manche auf dem Schlachtfeld stattfinden. [...] Der Kunstgriff, der einen Verbündeten ins Feld bringt, ist ebenso dienlich, wie ein Sieg in einer großen Schlacht.«

Inmitten des blutigen Konflikts war Churchill die personifizierte Kraft, ihm entsprang ein Geistesblitz nach dem anderen. Manchmal hatte er einen guten Riecher, - er war im Ersten Weltkrieg der Hauptbefürworter der Panzer - manchmal nicht so sehr, wie bei Gallipoli. Die allgemeine Bekanntheit dieses Unglücks, das seinen Namen für Jahre befleckte, führte dazu, daß er 1915 vorübergehend aus dem Kabinett entlassen wurde.[58] Seine Reaktion war typisch: Einem Besucher sagte er, indem er auf die Karten an der Wand zeigte:[59]

»Dafür lebe ich. [...] Ja, ich bin am Ende in Bezug auf alles, was mir wichtig ist: Kriegführen und die Deutschen besiegen.«

Zwischen den Kriegen

Während der nächsten paar Jahre pendelte Churchill von einem Ministerposten zum anderen. Über Churchill als Kriegsminister kann man sagen, was der revisionistische Historiker Charles Tansill über Henry Stimson als Kriegsminister äußerte: Niemand hat jemals diesen Titel mehr verdient. Churchill befürwortete einen Kreuzzug, um den Bolschewismus in Rußland zu zerschmettern. Als Staatssekretär für die Kolonien war er bereit, England wegen des Čakkale-Vorfalls[60] in einen Krieg mit der Türkei zu verwickeln, aber der britische Gesandte in der Türkei gab Churchills Ultimatum nicht weiter, und schließlich überwogen die kühleren Köpfe.[61]

1924 schloß sich Churchill wieder den Konservativen an und wurde Kanzler des Schatzamtes. Sein Vater war im gleichen Amt dafür bekannt, daß er über die Dezimalen erstaunt war: was war mit »diesen verdammten Kommas?« Winstons berühmteste Tat war, England zum Goldstandard zurückzubringen, und zwar zu der unrealistischen Vorkriegs-Parität, was den Export schwer schädigte und den guten Namen des Goldes ruinierte, wie von Murray N. Rothbard ausgeführt worden ist.[62] Heute hätte kaum jemand Einwendungen gegen die Beurteilung A.J.P. Taylors:[63]

»Churchill verstand die wirtschaftlichen Argumente so oder so nicht. Für ihn war wieder einmal die Verherrlichung der britischen Größe ausschlaggebend. Das Pfund würde noch einmal "dem Dollar ins Gesicht sehen", die Tage von Königin Viktoria wären wieder hergestellt.«

Bis dahin war Churchill 30 Jahre lang in der Politik tätig gewesen, ohne viel vorweisen zu können, außer einem gewissem Bekanntheitsgrad. Sein Anspruch auf Ruhm beruht, der modernen Legende zufolge, auf seiner harten Linie gegenüber Hitler in den 30er Jahren. Es ist aber wichtig zu verstehen, daß Churchill auch gegen die Weimarer Republik eine harte Linie vertreten hatte. Er wies, schon bevor Hitler zur Macht kam, alle Forderungen nach alliierter Abrüstung zurück.[64] Wie alle alliierten Führer lebte Churchill in einer andauernden Phantasie: daß Deutschland sich für immer dem unterwerfen würde, was es als die Fesseln von Versailles ansah. Letztendlich wurden England und Frankreich gezwungen, Hitler das zuzugestehen, was sie einem demokratischen Deutschland verweigert hatten. Außerdem hatten die Leute guten Grund, nicht auf Churchill hören zu wollen, als er von der bevorstehenden deutschen Bedrohung wetterte. Er hatte zu oft schon versucht, zur Hysterie aufzupeitschen: für einen Kreuzzug gegen das bolschewistische Rußland, während des Generalstreiks von 1926, wegen der tödlichen Gefahr eines unabhängigen Indiens, bei der Abdankungs-Krise. Warum also sollte man seinem jüngsten Wahn Aufmerksamkeit schenken?[65]

Churchill war praktisch von Anfang an ein strammer Zionist gewesen, der meinte, daß der Zionismus die europäischen Juden von der Sozialrevolution abbringen und zu einer Partnerschaft mit dem europäischen Imperialismus in der arabischen Welt bewegen würde.[66] Jetzt, 1936 vertiefte er die Verbindungen mit der informell als The Focus bekannten Londoner Interessengruppe, deren Ziel es war, der britischen Öffentlichkeit die Augen zu öffnen für die eine, große Gefahr: NS-Deutschland:[67]

»Die Hauptmasse ihrer Geldmittel kamen von reichen britischen Juden wie Sir Robert Mond (Direktor mehrerer chemischer Fabriken) und Sir Robert Waley-Cohn, dem Geschäftsführer von Shell, letzterer steuerte £50.000 bei.«

Der Focus sollte nützlich sein, um Churchills Netz an Kontakten auszuweiten und auf seinen Eintritt ins Kabinett zu drängen.

Obwohl er ein Abgeordneter der Konservativen war, begann Churchill, die konservativen Regierungen von Baldwin und dann von Chamberlain wegen ihrer angeblichen Blindheit für die NS-Bedrohung zu schelten. Er übertrieb enorm das Ausmaß der deutschen Wiederaufrüstung, die an sich schon beträchtlich war, und verdrehte ihren Zweck, indem er darauf herumritt, daß die Deutschen schwere Bomber herstellten. Das war nie eine deutsche Priorität, und Churchills Lügen sollten vorspiegeln, es gäbe einen deutschen Plan, England anzugreifen, was nie Hitlers Absicht war. Zu dieser Zeit förderte Churchill eifrig die Große Allianz,[68]die England, Frankreich, Rußland, Polen und die Tschechoslowakei umfassen sollte. Da die Polen, nachdem sie 1920 beinahe von der Roten Armee erobert worden waren, jegliche Koalition mit der Sowjetunion zurückwiesen, und weil der einzige sowjetische Zugang zu Deutschland durch Polen ging, war Churchills Plan wertlos.

Wenn man bedenkt, daß sein Trommeln wegen der deutschen Gefahr ein Pfeiler seines späteren Ruhmes wurde, so ist es eine Ironie, daß dies eine weitere Einstellung war, der Churchill nicht treu blieb. Im Herbst 1937 erklärte er:[69]

»Vor drei oder vier Jahren war ich ein lauter Unkenrufer. [...] Trotz des Risikos, das Prophezeiungen an sich haben, erkläre ich meine Überzeugung, daß ein größerer Krieg nicht bevorsteht, und ich glaube immer noch, daß es eine gute Chance gibt, daß zu unseren Lebzeiten kein größerer Krieg stattfindet. [...] Ich will nicht vorgeben, daß ich, wenn ich zwischen Kommunismus und Nazismus wählen müßte, den Kommunismus wählen würde.«

Trotz all des Geredes über Churchills "Weitsichtigkeit", weil er während der 30er Jahre gegen die "Appeasement-Politiker" war, so war die Politik der Regierung Chamberlain, so schnell wie möglich aufzurüsten, während die Chancen für Frieden mit Deutschland geprüft wurden, letztlich realistischer als die Churchills.

Die verbreitete Legende ist so weit von der historischen Wahrheit entfernt, daß selbst ein leidenschaftlicher Churchill-Sympathisant, Gordon Craig, sich genötigt sieht zu schreiben:[70]

»Die Zeit ist längst vorbei, wo es möglich war, die langanhaltende Diskussion über die englische Außenpolitik der 30er Jahre als Kampf Churchills, dem lichten Engel, gegen das Zaudern verständnisloser und schwacher Männer an hohen Stellen zu sehen. Es ist heute einigermaßen bekannt, daß Churchill oft schlecht informiert war, seine Behauptungen über die deutsche Stärke übertrieben, seine Rezepte nicht praktizierbar waren, und daß seine Hervorhebung der Luftwaffe fehl am Platze war.«

Mehr noch, ein britischer Historiker hat kürzlich festgestellt:[71]

»Es sollte festgehalten werden, daß sich Churchill in den 30er Jahren weder der Beschwichtigung Italiens noch Japans widersetzte.«

Es lohnt sich auch, sich zu erinnern, daß es britische Regierungen vor Churchill waren, die das Material lieferten, mit dem es Churchill möglich war, die Schlacht über England zu gewinnen. Clive Ponting führte aus:[72]

»Die Regierungen Baldwin und Chamberlain hatten sichergestellt, daß England das erste Land der Welt war, das ein voll integriertes System der Luftverteidigung eingesetzt hatte, welches mit Radar-Aufspürung einfliegender Flugzeuge und Bodenkontrolle von Kampfflugzeugen arbeitete. Churchills Beitrag bestand darin, das Radar zu verspotten, als er in den 30er Jahren in der Opposition war.«

(Fortsetzung folgt)


Anmerkungen

Ralph Raico ist Professor für Geschichte am Buffalo State College und ehemaliger Absolvent des Ludwig von Mises Institute. Dieser Beitrag ist dem ehrenden Gedenken an Henry Regnery gewidmet, der freilich für diesen Beitrag nicht verantwortlich ist. Entnommen wurde er dem Buch von John V. Denson (Hg.), The Costs of War: America's Pyrrhic Victories, 2. Auflage, Transaction Publishers, New Brunswick/London 1999, S. 321-360, hier S. 321-330.

[1]Harry V. Jaffa, »In Defense of Churchill«, Modern Age, 34(3) (1992), S. 281, vgl. auch Henry Kissinger, »With Faint Praise«, New York Times Book Review, 16.7.1995, S. 7, der soweit ging, Churchill »den urtypischen Helden« zu nennen.
[2]Paul Addison, »Churchill and Social Reform«, in Robert Blake, William Roger Louis (Hg.), Churchill, Norton, New York 1993, S. 57.
[3]Ein Churchill sympathisch gegenüberstehender Historiker, Paul Addison, Churchill on the Home Front 1900-1955, Pimlico, London 1993, S. 438, hat diesen gleichen Punkte wie folgt ausgedrückt: »Da [Churchill] niemals zuließ, von einem festgelegten Programm oder einer Ideologie behindert zu werden, entstanden seine Ideen, indem er sich der jeweiligen Zeit anpaßte.« Churchill selbst gestand 1898 seltsamerweise: »Mich kümmern weniger die Prinzipien, die ich verkünde, als der Eindruck, den meine Worte machen, sowie den Ruf, den sie hervorrufen.« Clive Ponting, Churchill, Sinclair-Stevenson, London 1994, S. 32.
[4]Bezüglich einiger von Churchills Verzerrungen vgl. Tuvia Ben-Moshe, Churchill: Strategy and History, Lynne Rienner, Boulder, CO, 1992, S. 329-333; Dietrich Aigner, »Winston Churchill (1874-1965)«, in Rolf K. Hocevar u.a. (Hg.), Politiker des 20. Jahrhunderts, Bd. 1: Die Epoche der Weltkriege, Beck, München 1970, S. 318, sagt, daß Churchill in seinen Arbeiten über den Zweiten Weltkrieg »das Fundament einer Legende legte, bei der es sich um nichts anderes handelt als um ein schlichtes Zerrbild des historischen Wahrheit. [...] Aber die Churchill-Fassung des Zweiten Weltkriegs und seiner Vorgeschichte bleibt unerschüttert, die Macht seiner Redegewandtheit reicht über sein Grab hinaus.« [rückübersetzt] Aigner ist, nebenbei bemerkt, ein informierter, gelehrter Kritiker Churchills und beileibe kein "Rechtsradikaler".
[5]Christopher Hitchens, Blodd, Class, and Nostalgia: Anglo-American Ironies, Farrar, Strauss, and Giroux, New York 1990, S. 186.
[6]J.F.C. Fuller, The Conduct of War 1789-1961, Eyre and Spottiswoode, London 1961, S. 253.
[7]Für einen skeptischen Bericht über Churchill in diesen Zeitabschnitt vgl. Clive Ponting, 1940: Myth and Reality, Ivan R. Dee, Chicago 1991)
[8]Vgl. A.J.P. Taylor, »The Statesman« in ders. u.a., Churchill Revised: A Critical Assessment, Dial Press, New York 1969, S. 26.
[9]Henry Pelling, Winston Churchill, Dutton, New York 1974, S. 347f., 355; Paul Addison, aaO. (Anm. 3), S. 296-299.
[10]Taylor, aaO. (Anm. 8), S. 31; Robert Rhodes James, »Churchill the Politician«, ebenda, S. 115.
[11]Emrys Hughes, Winston Churchill: British Bulldog, Exposition, New York 1955, S. 104.
[12]Entnommen http://www.winstonchurchill.org/youth.htm
[13]»Churchill Extols Fascismo for Italy«, New York Times, 21.1.1927. Churchill hatte sogar für Hitler bewundernde Worte übrig. Noch 1937 schrieb er: »man kann Hitlers System nicht mögen und dennoch seine patriotischen Errungenschaften bewundern. Wenn unser Land besiegt würde, so hoffe ich, daß wir einen derart unbeugsamen Fürsprecher finden, der unseren Mut wiederherstellt und uns zurückführt an unseren Platz unter den Nationen.« R.R. James, aaO. (Anm. 10), S. 118. Über die Bedingungen der faschistischen Machtübernahme in Italien vgl. Ralph Raico, »Mises on Fascism and Democracy«, Journal of Libertarian Studies 12(1) (1996), S. 1-27.
[14]Robin Edmonds, »Churchill and Stalin«, in R. Blake, W. R. Louis (Hg.), aaO. (Anm. 2), S. 326.
[15]Norman Rose, Churchill: The Unruly Giant, Free Press, New York 1994, S. 378
[16]J.F.C. Fuller, The Second World War 1939-1945: A Strategical and Tactical History, Eyre, and Spottiswoode, London 1954, S. 218.
[17]R.R. James, aaO. (Anm. 10), S. 79. Das gleiche Zitat von Esher wird auch von Basil Lidell Hart gebracht und gutgeheißen: »The Military Strategist«, in A.J.P. Taylor u.a., aaO. (Anm. 8), S. 221.
[18]David Irving, Churchill's War, Bd. 1, The Struggle for Power, Veritas, Bullsbrook, Western Australia, 1987, S. 517.
[19]Charles Masterman, nach R. R. James, aaO. (Anm. 10), S. 71.
[20]B.L. Hart, aaO. (Anm. 17), S. 173f.
[21]Ebenda, S. 174
[22]Churchill teilte Asquiths Tochter 1915 mit: »Ich weiß, daß dieser Krieg jeden Tag das Leben von Tausenden zerschmettert und erschüttert, und dennoch, ich kann mir nicht helfen, ich liebe jede Sekunde davon.« Michael Howard, »Churchill and the First World War«, in R. Blake, W. R. Louis (Hg.), aaO. (Anm. 2), S. 129.
[23]Maurice Ashley, Churchill as Historian, Scribner's, New York 1968, S, 228.
[24]Ludwig von Mises, Liberalism: A Socio-Economic Exposition, übersetzt von Ralph Raico, Sheed Andrews and McMeel, Kansas City 1985, S. 23-27.
[25]C. Ponting, aaO. (Anm. 3), S. 23; Dietrich Aigner, Churchill: Ruhm und Legende, Musterschmidt, Göttingen 1975, S. 31.
[26]Ebenda, S. 40-44.
[27]Andrew Roberts, Eminent Churchillians, Simon and Schuster, New York 1994, S. 211-215. Roberts meint, angesichts seines Rassismus sei es ironisch, daß »es unter allen Premierministern Churchill war, der zuließ, daß Großbritannien anfing, sich in eine multirassische Gesellschaft zu verwandeln« durch die Einwanderung aus dem Commonwealth während seiner Verwaltung des letzten "Indischen Sommers" 1951-1955.
[28]Jim Zwick (Hg.), Mark Twain's Weapons of Satire: Anti-Imperialist Writings on the Philippine-American War, Syracuse University Press, Syracuse, NY, 1992, S. 9-11.
[29]R. R. James, »Churchill the Parliamentarian, Orator, and Statesman«, in R. Blake, W. R. Louis (Hg.), aaO. (Anm. 2), S. 510; C. Ponting, aaO. (Anm. 3), S. 49.
[30]Zu jener Zeit sprach sich Churchill sogar für staatlich erzwungene Alkoholabstinenz aus, was ein amüsantes Stück Heuchelei eines Mannes ist, dessen lebenslange Trunksucht legendär ist.
[31]Zur Geschichte des monarchischen wie modernen deutschen Wohlfahrtsstattes vgl. Gerd Habermann, Der Wohlfahrtsstaat: Geschichte eines Irrweges, Propyläen, Berlin 1994.
[32]P. Addison, aaO. (Anm. 2), S. 60.
[33]P. Addison, aaO. (Anm. 3), S. 59.
[34]Ebenda, S. 51
[35]W. H. Greenleaf, The British Political Tradition, Bd. 2, The Ideological Heritage, Methuen, London 1983, S. 151-154.
[36]E. P. Hennock, British Social Reform and German Precendents: The Case of Social Insurance 1880-1914, Claredon, Oxford 1987, S. 168f.
[37]Gordon A. Craig, »Churchill and Germany«, in R. Blake, W. R. Louis (Hg.), aaO. (Anm. 2), S. 24.
[38]E. P. Hennock, »The Origin of British National Insurance and the German Precedent 1880-1914« in W.J. Mommsen and Wolfgang Mock (Hg.), The Emergence of the Welfare State in Britain and Germany, Croom Helm, London 1981, S. 88.
[39]R. R. James (Hg.), Winston Churchill, Complete Speeches 1897-1963, Bd. 1, 1897-1908, Chelsea House, New York 1974, S. 1029f., 1032.
[40]Winston Churchill, Liberalism and the Social Problem, Hodder and Stoughton, London 1909, S. 80f.
[41]Ebenda, S. 78, 226.
[42]Ebenda, S. 227
[43]E. P. Hennock, aaO. (Anm. 36), S. 157-160
[44]Ebenda, S. 161.
[45]C. Ponting, aaO. (Anm. 3), S. 83
[46]Vgl. zum Beispiel W. Churchill, aaO. (Anm. 40), S. 74f.
[47]A. V. Dicey, Lectures on the Relation Between Law and Public Opinion in England during the Nineteenth Century, 2. Auflage, Macmillan, London 1914, Reprint 1963, S. xlvf.
[48]Herbert Henry Asquith, Memories and Reflections 1952-1927, Bd. 2, Cassell, London 1928, S. 7, 21.
[49]Sidney Fey, Origins of the World War, 2. rev. Auflage, Free Press, New York, 1930/1960, S. 495.
[50]Lady Violet Asquith. nach B.L. Hart, aaO. (Anm. 17), S. 182.
[51]C. Paul Vincent, The Politics of Hunger: The Allied Blockade of Germany, 1915-1919, Ohio University Press, Athens 1985; vgl. auch Ralph Raico, »The Politics of Hunger: A Review«, Review of Austrian Economics, 3 (1988), S. 253-259.
[52]D. Aigner, aaO. (Anm. 4), S. 63f.
[53]C.P. Vincent, aaO. (Anm. 51), S. 162; vgl. auch Peter Loewenberg, »The Psychohistorical Origins of the Nazi Youth Cohort«, American Historical Review 76(5) (1971), S. 1457-1502.
[54]Vgl. Colin Simpson, The Lusitania, Penguin, London 1972/1983, der die These von Churchills Schuld vertritt, sowie Thomas A. Bailey und Paul B. Ryan, The Lusitania Disaster: An Episode in Modern Warfare and Diplomacy, Free Press, New York 1975, der versucht, ihn von Schuld freizusprechen. Vgl auch David Stafford, Churchill and the Secret Service, Overlook Press, Woodstock, NY, 1998; C. Hitchens, aaO. (Anm. 5), S. 189f.
[55]Patrick Beesly, Room 40: British Naval Intelligence 1914-1918, Harcourt, Brace, Jovanovich, San Diego 1982, S. 90.
[56]Ebenda, S. 122. Hervorhebung im Original.
[57]Winston Churchill, The World Crisis, Scribner's, New York 1931, S. 300.
[58]Zum Dardanellenfeldzug vgl. A.J.P. Taylor, aaO. (Anm. 8), S. 21f.: »Sobald Churchill diese Idee aufgegriffen hatte, übertrieb er sowohl die Leichtigkeit, mit der sie durchgeführt werden könne, als auch die Vorteile, die sie bringe. Es gab keine Untersuchung bezüglich der zur Verfügung stehenden Mittel. Churchill nahm lediglich an, das Kriegsschiffe ohne weitere Unterstützung diese Straße bezwingen könnten. Als dies fehlschlug, nahm er an, Gallipoli stehe eine mächtige Armee zur Verfügung und ging davon aus, daß diese unwohnliche Halbinsel kein wesentliches militärisches Hindernis darstelle. Zudem nahm er an, daß der Fall von Konstantinopel Deutschland tödlich treffen würde. All diese Annahmen waren falsch.«
[59]E. Hughes, aaO. (Anm. 11), S. 78
[60]Türkischer Ort am Ausgang der Dardanellen.
[61]R. R. James, aaO. (Anm. 10), S. 93.
[62]Murray N. Rothbard, America's Great Depression, Van Nostrand, Princeton, NJ, 1963, S. 131-137.
[63]A.J.P. Taylor, aaO. (Anm. 8), S. 27.
[64]D. Aigner, aaO. (Anm. 4), S. 100-103. Im Zusammenhang mit der Genfer Abrüstungskonferenz von 1931-32 drückte Churchill später die gleichen antideutschen Gefühle aus: Deutschland würde wieder aufsteigen. Aigner meint, dies entstamme Churchills Philosophie des Sozialdarwinismus.
[65]Goronwy Rees, »Churchill in der Revision«, Der Monat, 207 (1965), S. 12.
[66]Z.B. in Churchills Beitrag von Februar 1921, »Zionism vs. Bolshivism«, vgl. D. Aigner, aaO. (Anm. 4), S. 79. Vgl. auch Oskar K. Rabinowicz, Winston Churchill on Jewish Problems: A Half Century Survey, veröffentlicht von der britischen Sektion des World Jewish Congress, Lincolns-Praeger, London 1956; sowie N.A. Rose, The Gentile Zionists: A Study in Anglo-Zionist Diplomacy, 1929-1939, Cass, London 1973. Anfangs teilte Churchill die damals unter rechten vorherrschende Ansicht des Bolschewismus' als "jüdischem" Phänomen: er bezeichnet die roten Führer als »diese semitischen Verschwörer« und »jüdischen Kommissare«. N. Rose, aaO. (Anm. 15), S. 180.
[67]John Charmley, Chamberlain and the Lost Peace, Hodder and Stoughton, London 1989, S. 55. vgl. auch D. Irving, aaO. (Anm. 18), S. 54-56, 67f., 82f. Der volle Name der Gruppe war Focus for the Defence of Freedom and Peace (Brennpunkt für die Verteidigung von Freiheit und Frieden). Zu deren Geschichte siehe Eugen Spier, Focus. A Footnote to the History of the Thierties, Oswald Wolf, London 1963. Im März 1937, nach einem Mittagessen mit Churchill, kam Spier zu der Schlußfolgerung, daß »das Schicksal ihn als Zerstörer des Hitlerismus auserwählt habe.« (Ebenda, S. 112) Im Oktober 1937 reiste ein Repräsentant von Focus, H. Wickham Steed, durch Kanada und die USA. Unter jenen, die »bereit waren, die Linie von Focus zu unterstützen«, befanden sich ihm zufolge Roosevelt, Cordell Hull und Arthur Sulzberger, der Eigentümer der New York Times. In New York sprach Steed vor dem Council on Foreign Relations. Unter denen, die Steed traf, befanden sich die Finanziers Bernard Baruch und Felix Warburg (ebenda, S. 124f.). Bezüglich des Focus und anderer Faktoren, die die britische öffentliche Meinung in bezug auf Deutschland beeinflußten, siehe D. Aigner, Das Ringen um England. Das deutsch-britische Verhältnis. Die öffentliche Meinung 1933-1939, Tragödie zweier Völker, Bechtle, München/Esslingen 1969.
[68]D. Aigner, aaO. (Anm. 4), S. 105f.; siehe auch D. Irving, aaO. (Anm. 18), S. 38-40, 44f., 78f.
[69]B.L. Hart, aaO. (Anm. 17), S. 204.
[70]G.A. Craig, aaO. (Anm. 37), S. 35.
[71]Donald Cameron Watt, »Churchill and Appeasement«, in R. Blake, W. R. Louis (Hg.), aaO. (Anm. 2), S. 214.
[72]C. Ponting, aaO. (Anm. 3), S. 464.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(2) (2001), S. 188-195.


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