Die Revisionisten sind schwer zu widerlegen

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Unter der Leitung von Francoise Cibiel haben neun Hauptverfasser, darunter Elie Barnavi - der gegenwärtige Botschafter Israels in Frankreich - und der Historiker Jean Loignon ein Journal de la France et des Francais. Chronique politique, culturelle et religieuse de Clovis á 2000 (Tagebuch Frankreichs und der Franzosen. Politische, kulturelle und religiöse Chronik von Chlodwig bis zum Jahre 2000)[1] veröffentlicht. In einem im Nouvel Observateur erschienenen Artikel enthüllt Anne Crignon, daß die Wahl der in das Werk aufgenommenen Namen unter diesen zehn Personen bisweilen Zwistigkeiten, handgreifliche Auseinandersetzungen und mehr oder weniger "komplexe" Debatten ausgelöst hat. Sie schreibt dazu:[2]

»Andere Debatten waren komplexer. Faurisson beispielsweise. Sollte der Revisionismus einer Erwähnung für würdig befunden werden? Francoise Cibiel war dagegen, Loignon dafür. Der Historiker hat sich schließlich durchgesetzt: Faurisson ist drin (S. 116).«

In der Tat kommt der Name Faurisson, zusammen mit den Namen Paul Rassinier, Maurice Bardèche, Henri Roques, Pierre Guillaume und Roger Garaudy, auf den Seiten 2341f des Buches vor,[3] und gibt den Anstoß zu Ausführungen über das, was mit dem barbarischen, häßlichen und unangemessenen Neologismus »Negationismus« bezeichnet wird. Über die »kleine Gruppe von Individuen«, die sich auf dem Felde des »Negationismus« hervorgetan haben, heißt es:

»Da sie die Lüge in extremem Grad beherrschen, sind sie mit logischen Argumenten schwer zu widerlegen.«

Diese Anschuldigung ist zum Gemeinplatz geworden.[4] Ein weiteres Mal heißt es bezüglich der Revisionisten, sie seien mit logischen Argumenten schwer zu widerlegen. Doch zum Glück für die Gegenseite können die Revisionisten mit Argumenten, welche mit Logik nichts zu tun haben, leicht widerlegt werden, beispielsweise mit dem Argument des Angriffs auf der persönlichen Ebene, mit dem Argument des Knüppels, oder auch mit Argumenten aus dem Arsenal der Propaganda-Dampfwalze, den Beschwörungsformeln des Rabbiners, weinerlichen Betroffenheitsritualen und dem Kauderwelsch Elie Wiesels; hilft dies alles nicht mehr weiter, so greift man eben zur rohen Gewalt eigens erlassener Sondergesetze, dank denen diesen verabscheuungswürdigen Revisionisten die Aberkennung von Diplomen und akademischen Titeln, Berufsverbote, der finanzielle Ruin und Gefängnisstrafen zuteil werden und die manche von ihnen in den Selbstmord treiben.

Wer die Neugier aufbringt, in dem eingangs erwähnten Werk zum Vergleich die Namen Marthe Hanau, Oustric, Stavisky und Joanovici nachzuschlagen, vier Personen, die dank ihrer virtuosen Beherrschung der Lüge und des Betrugs Frankreich zwischen 1930 und 1940 enormen finanziellen Schaden zugefügt haben, wird keinerlei Hinweis darauf finden, daß man innerhalb dieser »kleinen Gruppe von Individuen« »die Lüge in extremem Grad« beherrscht hat. Diese »kleine Gruppe« bleibt von jeder Kritik verschont.

Läßt sich dies vielleicht damit erklären, daß diese vier Schwindler mit Francoise Cibiel und Elie Barnavi die Zugehörigkeit zu den Kindern Israels gemein hatten? Von Marthe Hanau, die als simple »Geschäftsfrau« dargestellt wird, und von Oustric wird uns nicht mitgeteilt, daß sie Juden waren; bei Stavitsky läßt man diskret durchblicken, daß er »einer naturalisierten jüdischen Familie« entsprossen war; was den berühmten Joanovici (alias Joinovici oder Monsieur Joseph) anbelangt, so findet man im Journal de la France et des Francais keine Spur der Existenz dieses Bessarabiers, der ein Wunder auf dem Gebiet des Verbrechens, des Betrugs und des Doppelspiels zur Zeit der jüdischen Kollaboration, der Umtriebe des Bodensatzes innerhalb der Resistance und der aufkommenden Vierten Republik war.

Es ist ungemein vielsagend, daß für das Verlagshaus Gallimard und die patentierten Intellektuellen jene Revisionisten, die sich nicht damit zufrieden geben, »die Lüge in extremem Grad zu beherrschen«, offenbar schlimmer sind als Betrüger und hochkarätige Kriminelle.

Wenn sich die Revisionisten vor Augen halten, woher diese Anschuldigungen kommen, erliegen sie womöglich der Schwäche, sich geschmeichelt zu fühlen und darin ein zusätzliches Motiv zur Weiterführung ihrer Aufgabe zu finden.

© 21. Juni 2001


Anmerkungen

[1]Quarto Gallimard, Februar 2001.
[2]Nouvel Observateur, 21.-27. Juni 2001.
[3]Man müßte auch auf S. 2343 hinweisen, wo man unter dem Datum des 21. Februar 1979 liest:
»Mobilisierung der Historikergemeinschaft (Fernand Braudel, Pierre Vidal-Naquet, Pierre Chaunu, Philippe Aries, Leon Poliakov) gegen die Negationisten: "Es darf keine Debatte über die Existenz der Gaskammern geben, und die Negationisten sind keine Historiker."«
[4]Um nur ein Beispiel zu erwähnen: In einem unter der Obhut von Jacques Julliard und Michel Winock herausgegebenen Werk erhebt Florent Brayard diese Anklage unter der Rubrik »Negationismus« (Dictionnaire des intellectuels français, Les personnes, les lieux, les moments (Enzyklopädie der französischen Intellektuellen. Personen, Orte, Augenblicke), Seuil, 1996, S. 829f.).

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 253.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis