Das Schwimmbad im Stammlager Auschwitz

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Der deutsch-australische Revisionist Fredrick Töben hat uns heute die Tatsache zur Kenntnis gebracht, daß sich neben dem Schwimmbad im Stammlager Auschwitz seit jüngstem ein Schild befindet, auf dem ein Hinweis in Polnisch, Englisch und Hebräisch steht, mit dem man dem Besucher glauben machen will, dieses Schwimmbad sei tatsächlich ein Feuerlöschteich gewesen. Der Text lautet übersetzt (vgl. Abbildung):

»Feuerlöschreservoir, wahrscheinlich Anfang 1944 in Form eines Schwimmbades gebaut.«

Text des Schildes der Museumsverwaltung vor dem Schwimmbad im Konzentrationslager Auschwitz.
Einmal Lügner, immer Lügner
...

Dr. Töben frug, wann genau dieses Schild errichtet wurde. Ich selbst habe keine Ahnung, aber die Inschrift ist genauso irreführend wie eine Reihe anderer Behauptungen oder Erklärungen des Auschwitz-Museums. Es ist unverständlich, warum die Deutschen im Konzentrationslager Auschwitz anstatt eines einfachen Löschreservoirs eines in der Art eines Schwimmbades hätten anlagen sollen... komplett mit Startblöcken und einem Sprungbrett!

Dieses Schwimmbad war ein Schwimmbad. Und es war für die Insassen des Konzentrationslagers gedacht. Der ehemalige Häftling Marc Klein erwähnt es zweimal in seinen Erinnerungen über das Lager. In einem Artikel des Titels »Auschwitz I Stammlager« schrieb er:[1]

»An Sonn- und Feiertagen, wenn die meisten Kommandos Freizeit hatten, waren die Arbeitsstunden anders. Der Antrittsappell war gegen Mittag; am Abend erholte man sich oder widmete sich einer Auswahl sportlicher oder kultureller Betätigung. Fußball-, Basketball- und Wasserballspiele (im Freibad, das innerhalb des Lagers von Häftlingen gebaut worden war) zogen die Zuschauermassen an. Es sei angemerkt, daß nur die sehr fitten und wohlernährten, die von harter Arbeit ausgenommen waren, sich solchen Spiele hingeben konnten, die den lebhaftesten Applaus der Masse der anderen Häftlinge auf sich zogen.« (Hervorhebung hier hinzugefügt)

In seinem Büchlein Observations et réflexions sur les camps de concentration nazis schrieb er weiter:[2]

»Auschwitz I bestand aus 28 aus Stein errichteten Blocks, die in drei parallel verlaufenden Reihen angelegt waren, durch die befestigte Straßen führten. Eine dritte Straße führte um dieses Quadrat herum und war von Birken umgeben, die Birkenallee, die als Spazierweg für die Häftlinge gedacht und mit Bänken ausgestattet war; hier gab es auch ein Freibad

Marc Klein, Professor an der medizinischen Fakultät in Straßburg, legte Wert darauf zu erwähnen, daß seine erste Aussage »Robert Weil, Lehrer für Naturwissenschaften am Gymnasium von Saargemünd zur Gegenlesung und Prüfung« vorgelegt wurde, der im gleichen Lager interniert gewesen war (S. 455).

Während des ersten Zündel-Verfahrens 1985 in Toronto trug ich über Marc Kleins Erinnerung vor, aber der wirkliche Spezialist auf dem Gebiet des Schwimmbades des Stammlagers Auschwitz war zu jener Zeit kein anderer als der schwedische Revisionist Ditlieb Felderer. Wenn ich mich recht erinnere, veröffentlichte die kanadische Presse sogar einen Artikel mit einer Schlagzeile über seine Aussage über das Schwimmbad. In seinen Schriften kommt Felderer immer wieder auf diesen Sachverhalt zu sprechen, wie auch auf andere recht konkreten und genauen Themen, die für die Vertreter der exterminationistischen Argumente genauso beunruhigend sind.

Schwimmbad im Stammlager Auschwitz im Frühjahr 2001, aufgenommen von Dr. Robert H. Countess. Ein Löschteich mit drei Startblöcken und einem Drei-Meter-Sprungbrett ist ziemlich ungewöhnlich! Links und rechts vom Schwimmbad befinden sich nach Aussage von Dr. Countess zudem weit sichtbar rote Wasserhydranten, was das Anlegen von Löschteichen unsinnig macht. Man bemerke, daß das Schwimmbad noch 55 Jahre nach seiner Errichtung das Wasser hält, ohne daß es auch nur im geringsten gewartet worden wäre!

Natürlich konnte das Wasser des Schwimmbades von der Feuerwehr im Notfall zum Löschen benutzt werden. In seinem Büchlein schreibt Marc Klein, »im Lager gab es Feuerwehrleute mit sehr moderner Ausrüstung« (S. 9). Unter jenen Dingen, die er bei seiner Ankunft dort im Juni 1944 nicht erwartet hatte, »in einem Lager, dessen schlechter Ruf dank der alliierten Rundfunksendungen der ganzen Welt bekannt war«, wie man anmerken mag, befand sich »ein Krankenhaus mit Spezialistenabteilungen zusammen mit den modernsten Krankenhaus-Praxen« für die Häftlinge (S. 4), »ein großräumiges und gut ausgerüstetes Waschhaus zusammen mit Gemeinschafts-WCs, die nach den modernen Hygieneprinzipien gebaut worden waren« (S. 10), »die Kurzwellenentlausungsanlage, die gerade errichtet worden war« (S. 14), »die mechanische Bäckerei« (S. 15), der Rechtsbeistand für Häftlinge (S. 16f.), das Vorhandensein einer »Diätküche« für einige der Kranken mit »besonderen Suppen und sogar besonderem Brot« (S. 26), »eine Bücherei, in der eine reiche Nachschlagliteratur, klassische Bücher und Periodika gefunden werden konnten« (S. 27), die tägliche Vorbeifahrt, knapp am Lager vorbei, des »Schnellzuges Krakau-Berlin« (S. 29), ein Kino, ein Kabarett, ein Orchester (S. 31), usw. Marc Klein berichtet auch über die schrecklichen Aspekte des Lagerlebens und über all die Gerüchte, einschließlich der »schrecklichen Geschichten« über Vergasungen, die er bis nach Kriegsende wohl nicht so richtig geglaubt hatte, und dann auch nur Dank der Zeugenaussagen in den »verschiedenen Kriegsverbrecherprozessen« (S. 7).

Ein anderer Häftling des Konzentrationslagers Auschwitz, und Jude wie M. Klein und R. Weil, schrieb 1997 einen kurzen Zeugenbericht des Titels »Une Piscine à Auschwitz« (Ein Schwimmbad in Auschwitz).[3] Er berichtet darin, er habe im Juli 1944 ein Dutzend Mitgefangene beim Bau des besagten Schwimmbades gesehen, das, wie er berichtet »ein Sprungbrett und eine Einstiegsleiter« hatte, wozu er noch hätte hinzufügen können: "zusammen mit drei Startblöcken für Wettschwimmer." Er schrieb, gegen Ende dieses Monats »hat ein Regisseur einige Häftlinge dort beim Schwimmen gefilmt.« Wie zu erwarten, hat er seinen Bericht mit den üblichen Platitüden der Brutalitäten der SS-Männer und der Kapos angereichert, und in der Errichtung sowohl des Schwimmbades als auch des Filmes erkannte er nichts anderes als eine Propagandaaktion. Sein Bericht endet mit zwei interessanten Anmerkungen. Zunächst, daß 1997 keiner der Führer des Auschwitz-Museums über das Schwimmbad "Bescheid" wußte (das sich aber dennoch direkt vor den Augen dieser Führer befand und von dem ein Foto den Artikel begleitet. Dem Untertitel entnehmen wir, daß dieses Bild des mit Wasser gefüllten Schwimmbades im gleichen Jahr aufgenommen wurde). Sodann bemerkt der Autor, er würde gerne wissen, wo sich eigentlich heute der damals aufgenommene Film befindet. Seine Frage ist ähnlich denen, die von einigen Revisionisten gestellt werden: Kann sich der Film vielleicht im »Hauptquartier des Internationalen Roten Kreuzes« befinden? Damit meinte der Autor bestimmt den Internationalen Suchdienst (International Tracing Service, ITS) in Arolsen-Waldeck, der unter der Direktion des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes operiert (ICRC), dessen Hauptquartier sich in Genf befindet. Seit 1978 hat dieser Suchdienst Revisionisten von seinen Archiven ausgesperrt, die für ihre außerordentliche Reichhaltigkeit an Quellen bekannt sind. Das Staatliche Museum in Auschwitz selbst besitzt sehr wahrscheinlich eine Dokumentation bezüglich der verschiedenen Aspekte der Errichtung dieses Schwimmbades, z.B. die Projektierung, Planung, Finanzierung, Anforderung und Lieferung von Baumaterialien, Bereitstellung von Arbeitskräften, sowie Inspizierungen.

© 27.7.2001


Anmerkungen

[1]De l'Université aux camps de concentration : Témoignages strasbourgeois, les Belles-lettres, Paris 1947, S. 453.
[2]Beobachtungen und Überlegungen über die nazistischen Konzentrationslager. Dies ist ein 32-seitiges Büchlein, das 1948 in Caen gedruckt wurde, hier zitiert die Seite 10. Sein Text ist ein Wiederabdruck eines Artikels von Klein in den Etudes germaniques, Nr. 3, 1946, S. 244-275.
[3]R. Esrail, Häftlingsregistriernummer 173295, »Une piscine à Auschwitz«, in Après Auschwitz (Bulletin de l'Amicale des déportés d'Auschwitz), Nr. 264, Oktober 1997, S. 10.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 254f.


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