Das Rätsel der weißen "Mumien" von Ürümchi

Von Dr. Alexander Jacob

Archäologen und Historiker gehen üblicherweise davon aus, daß die Kultur Chinas, die etwa 1700 v. Chr. (± ein Jahrhundert) begann, sich fast ganz isoliert vom Rest der Welt entwickelt hat. In den letzten Jahren sind jedoch erstaunliche Anhaltspunkte dafür ans Licht gekommen, daß es sogar schon vorher in Ost-Turkestan (wo Rotchina in jüngster Zeit seine Nuklearwaffen getestet hat) Menschen gab, die der europiden Rasse angehörten, genauer gesagt der nordischen Rasse. Und es sieht so aus, als hätten diese Europäer einen entscheidenden Einfluß auf die kulturelle Entwicklung Chinas gehabt, indem s ie ihr Wissen über Architektur, Radbau, Metallurgie und andere Sachgebiete nach China trugen. Die Sammlung wissenschaftlicher Abhandlungen, die von Prof. Victor Mair in The Bronze Age and Early Iron Age Peoples of Eastern Central Asia herausgegeben wurde,[1] wirft ein Licht auf die geheimnisvolle Abstammung der Mumien des Tarim-Beckens, - vor allem unter archäologischen und sprachlichen Aspekten. So sensationell wie diese Entdeckung ist, so bemerkenswert ist das völlige Schweigen der Anthropologen, von denen man angesichts dieser außergewöhnlichen Funde auf ihrem Fachgebiet doch eine Flut von Artikel erwarten sollte: Darstellungen sämtlicher Einzelheiten in Wort und Bild, DNS-Analysen über die Herkunft dieser Europiden und Diskussionsbeiträge, die das alles - gerne kontrovers - erörtern. Aber anscheinend bringt es keine Meriten, über die Überlegenheit archaischer europider Kulturen zu berichten. Hier zeigt sich, wie es um die Freiheit der Wissenschaft bestellt ist.


Eine der sensationellsten anthropologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts war die Auffindung von 4000 Jahre alten menschlichen Überresten bei Ürümchi im zentralasiatischen Tarim-Becken. Die Funde werden meist als Mumien bezeichnet, obgleich das nicht ganz richtig ist. Die Körper aus dem Tarim-Becken wurden nicht auf die gleiche Weise wie im Alten Ägypten mumifiziert, sondern sie sind einfach durch die extreme Trockenheit des Klimas und den Salzgehalt des Bodens konserviert worden - ganz ähnlich wie die ebenfalls fehlbezeichneten "Eismumien" der Inkas oder dem sibirischen "mumifizierten Eismädchen" von Pasyryk[2].

Die Mumien, wie wir sie hier auch nennen wollen, wurden in Sinkiang[3] gefunden, das auch als Uigurische Autonome Region bekannt ist und nördlich von Tibet und südwestlich der Mongolei liegt, in einem Gebiet, das seit dem 19. Jahrhundert von China beansprucht wird.

Mumifizierte Leiche aus Ürümchi: Die sogenannte "Wupu-Frau", eine etwa 3200 Jahre alte blonde Frau.

Mumifizierte Leiche aus Ürümchi: Der sogenannte "Mann von Tschertschen", ein nordischer, 183 cm großer Mann mit braunem Haaren, eingehüllt in ein intensiv rotes Tuch. Das rote Band um seinen Schädel im obigen Bild ist original und wurde wahrscheinlich bei den Beerdigungsfeierlichkeiten angelegt, um ein Aufklappen des Kiefers zu verhindern.

Diese archäologischen Funde beweisen, daß es in einem heute zu China gehörenden Gebiet sehr früh Indoeuropäer gab, die möglicherweise den verschiedenen anderen Völkern dieser Region, einschließlich den Chinesen selbst, den Gebrauch des Streitwagens, die Metallurgie sowie Webtechniken übermittelt haben. Es könnte sogar sein, daß sie die chinesische Kultur in Gang gesetzt haben.

Es ist bekannt, daß die Chinesen eine Reihe von Worten, die mit Rädern und Streitwagen zu tun haben, aus indoeuropäischen Quellen entlehnt haben. Die Archäologie sagt uns, daß die Kunst, Speichen-Räder herzustellen - und damit Streitwagen, die leicht genug sind, um von Pferden gezogen werden zu können - im 3. und frühen 2. Jahrtausend v. Chr. am westlichen Ende Asiens in der Gegend des südlichen Urals entwickelt wurde.

Das zweibändige Sammelwerk The Bronze Age and Early Iron Age Peoples of Eastern Central Asia[1] wirft ein Licht auf die geheimnisvolle Abstammung der Mumien des Tarim-Beckens und knüpft an ein früher von Prof. Mair herausgegebenes Sammelwerk an, das ebenfalls die europiden Mumien und ihre möglichen Verbindungen zu den Tocharern zum Thema hat, die, archäologischen Funden folgend, etwa 1000 Jahre später in der gleichen Gegend lebten (siehe den zweiten Beitrag zum Thema weiter unten). Mairs erstes Sammelwerk[4] enthält einige wertvolle Studien von J.P. Mallory, D.Q. Adams und D. Ringe über die archäologischen und sprachlichen Verflechtungen der europiden Völker mit dem östlichen Zentralasien und den Tocharern, sowie einen faszinierenden Artikel von James Opie über die möglichen Verbindungen zwischen den Tocharern und den Guti und Tukri-Stämmen im heutigen Iran.[5]

Proto-Indoeuropäer und Proto-Tocharer

Der erste Teil des zweibändigen Werkes beginnt mit einer archäologischen Rekonstruktion der proto-indoeuropäischen und proto-tocharischen Stämme. Dabei ist Elena Kuzimas Artikel über die kulturellen Beziehungen des Tarim-Beckens zu den Viehzüchtern der asiatischen Steppe in der Bronzezeit bemerkenswert. Das früheste Erscheinen der Indoeuropäer in Zentralasien wird von Kuzmina auf die Jamnaja-Kultur (3500-3200 v.d.Ztr.) in den Steppen Südrußlands datiert, die im 3. Jahrtausend v.d.Ztr. das Gebiet zwischen Donau und dem Ural einnahmen. (S. 71)

Von der Jamnaja-Kultur leitet sich die Afanasjewo-Kultur ab, »die sowohl den Altai und das Jenissei-Becken, wie auch Tuwa und die westliche Mongolei umfaßte und in die zweite Hälfte des 3. und den Anfang des 2. Jahrtausend. v.d.Ztr. datiert wird.«

Kuzmina nimmt an, daß die Proto-Tocharer mit der »ostwärts gerichteten Wanderung der Jamnaja-Stämme im 3. Jahrt. v.d.Ztr. in Verbindung stehen« (ebenda), was bedeuten könnte, daß »die Tocharer früher als die Iraner in Ostturkestan auftauchten und Kontakt mit den Finnugriern hatten.« (S. 72)

"Die Schönheit von Loulan", eine 4000 Jahre alte europide Frau.

Kopf einer Kinder-Mumie, die in ein Tuch gewickelt ist. Die Stoffe der Mumien-Leute ähneln erstaunlich den Tartanen Schottlands. Zusammen mit den anderen Anhaltspunkten deutet dies auf einen gemeinsamen Ursprung dieser vorgeschichtlichen Bevölkerung von chinesisch Turkestan und der Kelten.

Europide Frau, eingehüllt in kunstvoll gewebte Kleider. Obwohl uns von den "Mumien" selbst keine Schriften überliefert sind und wir nicht einmal wissen, wie sie sich selber nannten, ist es recht wahrscheinlich, daß sie die Vorfahren der Tocharer waren, die etwa 1000 Jahre später in der gleichen Gegend lebten, und von denen man weiß, daß sie eine Sprache hatten, die der ursprünglichen Sprache in Irland, Schottland und Wales sehr ähnlich war.

"Mumie" eines Kindes in einer Filzhülle aus blauer Wolle mit roten Zipfeln, von einem Grab in Tschertschen im Tarim-Becken, etwa 1000 v. Chr. Bläuliche Steine, die die Augen bedecken, könnten darauf hindeuten, daß der Säugling blaue Augen hatte. Es ist bemerkenswert, daß die Haut immer noch weiß ist, und die Haare sind anscheinend rötlich. Die Leiche ist in ein rotbraunes Tuch gehüllt, das mit einer rot-blauen Kordel zusammengebunden ist.

Analog dazu präsentiert David W. Anthony eine Rekonstruktion, wie sich das Reiten auf Pferden und der Transport auf Wagen in Zentralasien ausgebreitet hat. Das Reiten auf dem Rücken von Pferden ist an der weltlichen Grenze der eurasischen Steppe durch die Fundstelle von Dereivka am Dnjepr in der Ukraine in der Kupferzeit belegt. Dieser Fundort gehört zur Kultur von Sredni Stog, 4500-3500 v.d.Ztr. Die ersten Fahrzeuge mit Rädern erscheinen westlich des Kaspischen Meeres in der Jamnaja Kultur 3500-2500 v.d.Ztr., denn ein langsamer Wagen mit Vollscheibenrädern (kein Streitwagen) wurde bei Bal'ki am unteren Dnjepr gefunden und auf 2900 v.d.Ztr. datiert (S. 103)

Asko Parpola geht von der Erfindung des ochsengezogenen Wagens bzw. des Wagen mit Vollscheibenrädern 3500 v.d.Ztr. im Nahen Osten aus, von wo er sich innerhalb von ein paar Jahrhunderten über den Kaukasus sehr weit nach Eurasien hinein verbreitet haben soll (S. 118).

Auch Asko Parpola betont, daß vom frühen Proto-Indoeuropäisch »nur der proto-arische (d.h. indische und iranische) Ableger ein Wort für "Streitwagen" hat« (S. 122). Die Andronowo-Kultur und die verwandte Balkengräber-Kultur (die bei Parpola mit den iranischen Ariern in Verbindung gebracht werden) brachten den durch Pferde bestimmten Lebensstil nach China, was sich durch die zahlreichen sprachlichen Anleihen des Chinesischen bei Pferdenamen und mythologischen Reitermotiven zeigt.

Die Karte zeigt das Gebiet des Tarim-Beckens, mit einigen der Fundstellen im heute chinesischen Turkestan, wo die sogenannten Mumien gefunden wurden. Der Pfeil veranschaulicht die kulturelle Übertragung indoeuropäischer Technologie an ein steinzeitliches China, das zu dieser frühen Zeit recht primitiv war; Reitausrüstung, Streitwagen und damit verbundene Fertigkeiten werden hier durch ein Steinrelief aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. veranschaulicht, das einen bärtigen weißen Knecht zeigt, der das Streitpferd des zweiten T'ang-Kaisers führt, der 326-349 regierte. Eine weitere vom "Mumien"-Volk nach China übermittelte Technologie war die Metallverarbeitung, die hier durch ein bronzenes vasenförmigen Gefäß mit konischem Fußgestell und drei pilzförmigen Vorsprüngen (Ausbuchtungen) an jedem der beiden Handgriffe vor Augen geführt wird. Es stammt aus dem Gebiet der Dsungarei von Sinkiang zur späten Han-Zeit (25-220 n.Chr.)

Alexander Lubotskys Artikel über altchinesische Lehnwörter aus dem Tocharischen zeigt, daß ein Großteil der chinesischen Begriffe, die mit Streitwagen und Befestigungen, einschließlich Städtebau, zu tun haben, von einer indoeuropäischen Sprache abgeleitet sind, die der Autor als tocharisch identifiziert, obwohl die Streitwagen selbst, wie oben erwähnt, eine typische Erfindung der indoarischen Andronowo-Kultur sind und zunächst an deren iranischen Nachbarn weitergegeben wurden. Der tocharische Ursprung der chinesischen Begriffe muß also auf die von Adams dargelegten Kontakte der Tocharer mit den ostiranischen Stämmen zurückgehen.

Es ist nicht gesichert, daß die Mumien-Leute Streitwagen benutzten, aber angesichts der vorliegenden Tatsachen erscheint dies wahrscheinlich, wie auch, daß sie dieses Wissen dem chinesischen Schan-Stamm vermittelten. Zweifellos entstammt ein beträchtlicher Anteil des altchinesischen Wortschatzes dem Indogermanischen - nicht nur in bezug auf die Kunst der Streitwagen, sondern auch auf dem Gebiet der Architektur, der Götterverehrung, der Heilkunde und in anderen Bereichen.

Die Ausgrabungen der Mumien-Gräber brachten ein paar bronzene Schmuckstücke zutage, sowie Spuren von Metallwerkzeugen zur Holzbearbeitung. Die Fundstelle im Tarim-Becken wird aufgrund der Annahme, daß die Bronzezeit im Nahen Osten gegen 3000 v. Chr. begann, auf 2000 v. Chr. datiert. Die gegenwärtige archäologische Fundlage deutet darauf hin, daß die Bronzezeit im "eigentlichen China" nicht vor etwa 1500 v. Chr. in Gang kam. Wenn der Gebrauch von Bronze bereits Jahrhunderte vorher im benachbarten Tarim-Gebiet begann, wirft dies Zweifel auf die Lehrmeinung, derzufolge sich die chinesische Kultur völlig abgesondert von den weiter im Westen auf allen Bereichen entstandenen Neuerungen entwickelt habe und daß die Chinesen so grundlegende Techniken wie Metallbearbeitung und Schrift ganz unabhängig erfunden haben sollen.

C. Scott Littleton vermutet, daß eine der skythischen Spätwirkungen auf die mongolischen Bevölkerungen die japanischen Samurai und ihre altkoreanischen Gegenstücke hervorgebracht haben könnte, als orientalische Version der indoiranischen Kriegerkaste (der »kshatriya«). Tatsächlich ähnelt der Brauch, zwei verschieden lange Schwerter mit sich zu führen, der entsprechenden Gepflogenheit der Skythen und anderer nordöstlicher iranischer Krieger. Schließlich befürwortet Littleton eine mögliche Verbindung zwischen den Wusun - einem nachskythischer Stamm gegen Ende des 1. Jahrtausends v. Chr., der in chinesischen Aufzeichnungen als blau/grünäugig und rothaarig beschrieben wird - und den Yuezhi, die Tocharer waren. Er meint, daß es enge Kontakte zwischen den beiden sprachlich verschiedenen Gruppen gegeben haben könnte.

Juha Janhunens Artikel konzentriert sich auf die linguistischen Beweise für das Pferd in Ostasien. Er vertritt die Auffassung, daß das Pferd schon in neolithischer Zeit bei den Proto-Indoeuropäern zwischen dem südlichen Ural im Westen und dem westlichen Altai im Osten nachgewiesen ist, was nahelegt, daß »tatsächlich die Proto-Indoeuropäer als erstes das Pferd domestizierten, wenn man auch nicht ausschließen kann, daß das Tier zu gleicher Zeit auch den sprachlichen Vorfahren der Ugrier, Jenisseier und Turk-Völkern bekannt war.«

Die ursprüngliche Heimat der Mongolen war jedoch nicht in Zentralasien gelegen, sondern eher in der nordöstlichen Peripherie, vielleicht im westlichen Teil der südlichen Mandschurei. »Es ist daher möglich, daß die Mongolen die Grundbegriffe der Pferdehaltung von nichtmongolischen Völkern erhielten, die während einer frühen vorgeschichtlichen Epoche in der mongolischen Steppe wohnten.« (S. 425) Dies sind jedoch schwer zu verifizierende Spekulationen.

Leider hatten die Mumien wenig Grabbeigaben aus Metall oder Töpferwaren. Es gibt jedoch eine Fülle von Textilien aus den Gräbern, und die mit der Kleidung verbundenen Worte können manche Geschichte erzählen. Die englischen Worte für "weben" (to weave) und "nähen" (to sew) sind sehr alten Ursprungs und entstammen einer proto-indogermanischen Sprache. Andere Worte wie Filz ("felt") wurden dann von anderen Quellen entlehnt. Bei dem Mumien-Volk scheint es ähnlich zu sein. Ihre Stoffe sind hinreichend gut erhalten (speziell die der bei Hami oder Kumul gefundenen Mumien), daß man eine verblüffende Ähnlichkeit mit Stoffen gleichen Alters aus Mitteleuropa erkennen kann, die von den Vorfahren der Kelten gewoben worden sind - also auch von Indoeuropäern - die aber am anderen Ende Eurasiens lebten.

Diesen zentralasiatischen Stamm der Frühzeit, dessen Name unbekannt ist, umgeben immer noch viele Geheimnisse. Die Wissenschaftler konnten noch nicht genau abklären, ob diese "Mumien-Leute" Proto-Skythen, Proto-Kelten oder beides waren.

Die frühesten im Tarim-Becken gefundenen Mumien können auf etwa 2000 v.Chr. datiert werden, d.h. sowohl vor dem frühesten Königreich der Mitannier in Westasien (ca. -1600 v. Chr.) und dem ersten Aufblühen der arischen-Kultur in Indien (ca. 1500 v. Chr.). Es gibt keinen Aufschluß über die sprachliche oder religiöse Zugehörigkeit der Mumien. Die indoeuropäische tocharische Sprache ist in diesem Gebiet erst viel später (im 3. -8. Jahrh. n. Chr.) belegt, so daß die Mumien nur hypothetisch als Ahnen der Tocharer eingeordnet werden können. (s. Artikel über die Tocharer)

Eine mindestens 3500 Jahre alte mumifizierte europide Leiche aus der Gegend um Ürümchi.

Colarusso meint, daß die europide (nordische) Physiognomie der Mumien, ihre Reitkleidung und "Sonnensymbol-Tätowierungen" beweisen, daß die Mumien eine Frühform des iranischen - tocharischen - Zweiges des Indoeuropäischen sprachen, und in den ältesten Fällen womöglich gar proto-indoeuropäisch oder eine späte, leicht veränderte Form eines indoeuropäischen Dialekts. Auf jeden Fall muß irgendwann während der langen Wanderroute oder in Westchina selbst eine nicht-indoeuropäische Beimischung erfolgt sein (S. 442).

Tocharisch ist eine Kentum-Sprache[6], im Gegensatz zur indoiranischen Sprache, die der Satem-Gruppe angehört. Die Bild-Darstellungen der historischen Tocharer zeigen jedoch indoiranische Bezüge, während die tocharischen Texte selbst Beziehungen zur buddhistischen Religion aufweisen, die vielleicht über die Tocharer an ihre chinesischen Nachbarn vermittelt wurde.

Leider sind die von Mair herausgegebenen Bände für den durchschnittlichen Laien zu fachwissenschaftlich, ihm würde die Lektüre von Elizabeth Barbers Mummies of Ürümchi mehr bringen.[7] Eine der Fragestellungen, die E. Barber untersucht, ist, ob die heute in der hier behandelten Region lebenden Uiguren trotz der heutigen Sprachunterschiede Nachkommen der Tocharer sein könnten (die Uiguren sprechen eine Turk-Sprache, die Tocharer hatten natürlich eine indoeuropäische Sprache).


Dr. Alexander Jacob ist Historiker und hat neun Bücher über Naturphilosophie und Politische Philosophie veröffentlicht. Er war als Forscher an mehreren Fakultäten der Universität Toronto zu Gast, einschließlich der Philosophischen Fakultät, der Fakultät für Politikwissenschaften und der Fakultät für Religionsstudien. Er ist in Toronto zu Hause.


Anmerkungen

Mit freundlicher Genehmigung entnommen The Barnes Review, 6(4) (2000), S. 5-7 (130 Third St., SE, Washington, D.C., 20003, USA) - übersetzt und bearbeitet von Patricia Willms. Zusätzlich zu den in der Barnes Review wiedergegebenen Bildern wurden einige Abbildungen dem Internet entnommen: http://www.discovery.com/stories/history/desertmummies/desertmummies.html.

[1]Victor H. Mair (Hg.), The Bronze Age and Early Iron Age Peoples of Eastern Central Asia, 2 Bd., 899 S., Institute for the Study of Man, 1133 13th St. NW, Washington, D.C. 20005, 1998.
[2]Skythische Begräbnisstätte aus dem 5./3. Jahrh. v.d.Ztr. im Altai
[3]Auch Xingjiang geschrieben, Anm. des Übers.
[4]Journal of Indo-European Studies, 23 (Herbst/Winter 1995).
[5]Dieses Volk wurde in alten griechischen Aufzeichnungen Getae genannt.
[6]Die manchmal als "westliche" und "östliche" bezeichneten Gruppen der arischen Sprachfamilie unterscheiden sich ganz grob durch die Aussprache des "c"-Lautes in Worten wie "centum"/"satem" (aus dem Awestischen, ausgesprochen "schatem" = "hundert"), das im Westen als "k"-Laut und im Osten als "s"-Laut ausgesprochen wird. Die meisten Sprachforscher unterteilen die Sprachfamilie nicht mehr automatisch in diese zwei Gruppen, teilweise, weil sie die Implikation vermeiden möchten, daß die Indoeuropäer eine frühe Teilung in zwei Zweige durchliefen, obwohl die Begriffe noch benutzt werden. Außerdem ist dieses Merkmal nur eines von mehreren Mustern, das die Grenzen der etwa 11 verschiedenen indoeuropäischen Unterfamilien überschneidet.
[7]Elizabeth W Barber, The Mummies of Uriimchi, WW Norton & Co., New York 1999; vgl. auch Ivar Lissnar, The Silent Past, G.P. Putnam's Sons, New York, 1962.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 317-321.


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