Unternehmen Barbarossa und Europas Überleben

Von Daniel Michaels

Ein halbes Jahrhundert lang, von 1949 bis 1999, war die von den Vereinigten Staaten organisierte und geführte NATO in Kampfbereitschaft, um jeden Versuch seitens der Sowjetunion, Westeuropa zu überrennen, zu vereiteln. Aber die UdSSR wurde nicht erst 1949 eine Bedrohung für Europa, als die Vereinigten Staaten sie endlich als solche erkannten und die NATO und andere antikommunistische Sicherheitspakte ins Leben riefen. Der Kommunismus war schon eine Bedrohung für Europa, lange bevor die NATO geschaffen wurde.


1941 war die Sowjetunion unter Stalins brutalen aber wirksamen und zweckdienlichen Führungsmethoden zur ersten Supermacht der Welt geworden und entwickelte entlang ihrer europäischen Grenze bedrohliche Streitkräfte. Seit der Revolution im Jahre 1918 hatte die Sowjetunion zunächst durch Unterwerfung und Aufstachelung zur Revolution und dann durch eine bedrohliche Streitmacht versucht, Europa für den Kommunismus zu erobern. Mitte 1941 war ihre Mobilisierung für einen gewaltigen Militärschlag schon fast vollständig durchgezogen.

Die Vereinigten Staaten, die sich im Juni 1941 offiziell noch nicht im Krieg befanden, leisteten dessen ungeachtet in stetig wachsender Größenordnung Militärhilfe an England und an die Sowjetunion. Darüber hinaus hatte Präsident Roosevelt die Atlantik-Flotte der USA bereits in Kriegszustand mit der Deutschen Kriegsmarine versetzt und Deutschlands Feinde, einschließlich Stalins Rußland, wurden mit Seetransporten und über den Weg von Lend-Lease- und anderen Vereinbarungen in jedmöglicher Weise laufend unterstützt. Im Fernen Osten errichtete Präsident Roosevelt, ganz abgesehen von provokativen diplomatischen Handlungen, Luftstützpunkte in China für Chenault's Flying Tigers, die von dort aus starteten, um die Hauptinsel Japan anzugreifen. Im Grunde genommen befanden sich die Vereinigten Staaten unter Verletzung der Neutralitätsgebote sogar schon vor Pearl Harbor mit Deutschland und Japan im Kriegszustand.[1]

1941 war die Situation für Europa in der Tat düster. Nur Deutschland, das über einen Bruchteil der Stärke der Sowjetunion verfügte, hatte eine gewisse Chance, der sowjetischen Bedrohung entgegenzutreten. Unverständlicherweise hatten England und Frankreich 1939 Deutschland den Krieg erklärt, vorgeblich im Namen Polens, obwohl ihre bewaffneten Streitkräfte nicht einmal in der Lage waren, irgendwie einzugreifen. Ein halbes Jahr lang hielten die deutschen Streitkräfte gegen die Briten und Franzosen im sog. "Sitzkrieg"[2] einen Waffenstillstand ein, wohl in der Hoffnung auf eine friedliche Lösung aller Probleme. Als jedoch offensichtlich wurde, daß die Franzosen und Briten überhaupt nicht an Verhandlungen interessiert waren, und angesichts dessen, daß die sowjetische Gefahr immer bedrohlicher wurde, schlugen die deutschen Streitkräfte schließlich zu und schalteten die Streitkräfte der westlichen Alliierten auf dem Kontinent in weniger als einem Monat aus.

Dies ist eine Postkarte, die ursprünglich in einem Karton mit Schokolade der Marke "Estrella" aus Kuba lag, gedruckt von der Compania Litografica de la Habana, datiert von 1943, und die ein sowjetisches Kriegsflugzeug vom Typ Iljuschin darstellt. Nachdem Stalins geplante Offensive durch den deutschen Präventivschlag vereitelt worden war, wurden viele dieser Fallschirmjäger in Wachdivisionen neu aufgestellt, die sich später als entscheidend für die Wende des Kriegsglücks der Deutschen erweisen sollten.

Während des Frankreich-Feldzugs hatten die Deutschen nur sechs Divisionen an der Ostfront, denen mehr als hundert sowjetische Divisionen gegenüberstanden. Hätten die Russen zu diesem Zeitpunkt ihren Angriff gestartet, dann wäre Europa verloren gewesen. Glücklicherweise wurden sogar die Russen von der Schnelligkeit des deutschen Sieges völlig überrascht.

Es wird heute allgemein anerkannt, daß die Deutschen niemals Krieg mit dem Westen wollten. Mit einer Geste des guten Willens gestatteten die Deutschen den Briten, ihre Männer von Dünkirchen abzuziehen (Mai-Juni 1940). Mit Worten und Taten ließ Hitler unmißverständlich erkennen, daß er nur im Osten freie Hand haben wollte, um mit der sowjetischen Bedrohung fertig zu werden. Er ging sogar so weit, Garantien anzubieten, um dazu beizutragen, das Britische Weltreich vor dem Untergang zu bewahren. Die Friedensmission von Rudolf Hess wurde zurückgewiesen, Hess für unzurechnungsfähig erklärt und später in britischem Gewahrsam in der Festung Spandau erwürgt. Nach dem Tode von Rudolf Hess wurde die Festung geschleift und dem Erdboden gleichgemacht.

Am 11. August 1939, d.h. vor dem Einmarsch deutscher Truppen in Polen, beschrieb Hitler gegenüber Jacob Burckhardt, dem Bevollmächtigten des Völkerbunds, die Lage, in die ihn die britisch-französische Garantien an Polen versetzt hatten, wie folgt:[3]

»Alles, was ich unternehme, richtet sich ausschließlich gegen Rußland. Wenn der Westen zu dumm und zu verblendet ist, um das zu begreifen, dann sehe ich mich leider gezwungen, eine Vereinbarung mit den Russen zu treffen, den Westen zu schlagen und mich dann, nach dessen Niederlage, mit all meinen Kräften gegen Rußland zu wenden. Ich brauche die Ukraine, so daß man uns nicht aushungern kann, wie es im letzten Kriege geschah.«

Andererseits erklärte das kommunistische Regime offen und immer wieder, daß eine Koexistenz zwischen Kommunismus und Kapitalismus auf lange Sicht unmöglich sei. Schärfer ausgedrückt, es war immer die Absicht des Bolschewismus, den Westen zu beerdigen.

Auf der Grundlage des Klassenhasses, wie Lenin ihn in Rußland etabliert hatte, hat der Kommunismus/Bolschewismus stets eine Politik des Expansionismus und der Ausrottung von "Klassenfeinden" verfolgt. 1922, wenige Jahre, nachdem die Bolschewiken in Rußland an die Macht gekommen waren, hatte Lenin höchstpersönlich erklärt, das der Krieg das beste Vehikel sei, um die Revolution in die kapitalistischen Länder zu tragen:

»Das Haupthindernis für unseren Fortschritt in den letzten vier Jahren ist die Tatsache, daß es westeuropäischen Kapitalisten gelungen ist, den Krieg zu beenden und dadurch die Revolution hinauszuschieben.«

Als nach Lenins Tod Stalin befahl, Pläne zur Errichtung des Palastes der Sowjets in Moskau zu entwerfen, in dem alle Nationen der Welt nach ihrer Bolschewisierung dereinst als sozialistische Republiken vertreten sein sollten, legte der Diktator einen feierlichen Eid ab und sagte:[4]

»Als er uns verließ, vermachte Genosse Lenin uns die Verantwortung dafür, die Union der [Sowjetischen] Sozialistischen Republiken zu stärken und auszudehnen. Wir schwören Dir, Genosse Lenin, daß wir dieses, Dein heiligstes Gebot, in ehrenvoller Weise erfüllen werden.«

Das berühmte "V-Zeichen" Churchills für "victory" (oder auf Lateinisch "victoria") stammt überhaupt nicht von dem britischen Führer. Es wurde nämlich schon zu Anfang des Krieges von europäischen Freiwilligen verwendet, um ihren erwarteten Sieg über den Bolschewismus zu symbolisieren. Hier liegt anscheinend ein Bericht aus den ersten Tagen der Vichy-Regierung vor, mit Datum vom 23. Mai 1942.

Stalin erkannte auch, daß die kapitalistischen Staaten niemals durch Wahlen einem kommunistischen Regime zustimmen würden. Es müßte ihnen halt aufgezwungen werden, meinte er. In einer Rede vor dem Politbüro am 19. August 1939, d.h. am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, führte Stalin im Einzelnen aus:[5]

»Die Erfahrung der letzten zwanzig Jahre hat gezeigt, daß zu Friedenszeiten die kommunistische Bewegung niemals stark genug ist, die Macht zu ergreifen. Die Diktatur einer solchen Partei wird erst als Folge eines großen Krieges möglich. Genossen! Es liegt im Interesse der UdSSR, daß zwischen dem Reich und dem kapitalistischen anglo-französischen Block Krieg ausbricht. Alles sollte daher getan werden, auf daß dieser Krieg sich so lange wie möglich dahinzieht, mit dem Ziel, beide Seiten zu schwächen.«

Es liegt klar auf der Hand, daß Stalin zum für die Sowjetunion günstigsten Zeitpunkt in den Krieg eintreten wollte, nachdem die Hauptkontrahenten sich gegenseitig erschöpft hatten.

Am 5. Mai 1941, einige Wochen bevor die Deutschen angriffen, verkündete Stalin in einer Rede vor Abschlußkandidaten der Frunse-Militärakademie:[6]

»Unser Kriegsplan ist fertig. [...] Wir können den Krieg mit Deutschland innerhalb der nächsten zwei Monate beginnen. [...] Jetzt, wo wir stark sind, müssen wir von Verteidigung auf Angriff übergehen. [...] Die Rote Armee ist eine moderne Armee. [...] Ich erhebe mein Glas auf das neue Zeitalter, das in der Entwicklung unseres sozialistischen Vaterlandes angebrochen ist. Lang lebe die aktive offensive Politik des Sowjetstaates!«

Hitler erläuterte seine Gründe für den Angriff auf Rußland in seiner Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten am 11. Dezember 1941:[7]

»Schon 1940 wurde es von Monat zu Monat immer klarer, daß die Pläne des Mannes im Kreml auf die Beherrschung und somit auf die Vernichtung ganz Europas abzielten. Ich habe der Nation vom Aufbau der sowjet-russischen Militärmacht im Osten berichtet, schon zu einer Zeit, als Deutschland nur über wenige Divisionen in den an Sowjetrußland angrenzenden Provinzen verfügte. Nur ein Blinder konnte übersehen, daß der Aufbau einer Militärmacht von einzigartigen, welthistorischen Dimensionen vonstatten ging. Und dies geschah nicht, um etwas zu schützen, das bedroht wurde, sondern vielmehr um das anzugreifen, was verteidigungsunfähig zu sein schien.«

Und daher griffen in den Morgenstunden des 22. Juni 1941 deutsche Streitkräfte, aufgeteilt in drei Armeegruppen, die Sowjetunion im Rahmen des Unternehmens Barbarossa mit 123 Divisionen, darunter 17 Panzerdivisionen und 35 Divisionen verbündeter Länder, mit 3.300 Panzern, 7.145 Artilleriegeschützen und 2.500 Kampfflugzeugen an. Den Deutschen gegenüber standen zwei Staffelverbände russischer Streitkräfte, der erste davon bestehend aus fünf Armeegruppen mit 170 Divisionen, 46 motorisierten Einheiten und 10.000 Panzern. Die zweite Staffel bestand aus weiteren 70 Divisionen und noch einmal 8.000 Panzern. Die Verbände zählten zusammen genommen rund 23.000 sowjetische Flugzeuge, von denen 3.700 modernster Bauart und zur Bodenunterstützung geeignet waren. Sowjetische Streitkräfte hatten 37.000 Artilleriegeschütze und insgesamt 148.000 Haubitzen und Granatwerfer. Die Rote Armee erfreute sich einer sechsfachen Übermacht über die Wehrmacht in bezug auf Panzer, Flugzeuge und Artillerie. Und dennoch beharren Apologeten für die Sowjetunion heute noch darauf, daß Stalin und die UdSSR nicht auf den Krieg vorbereitet gewesen seien.

Sogar noch mehr sowjetische Formationen bewegten sich am 13. Juni an die russische Westfront. Sie sollten Anfang Juli in Stellung sein.

Verbündet mit Deutschland waren Italien, Ungarn, Rumänien und Finnland. Verbündet mit der Sowjetunion waren das Vereinigte Königreich und die "freien" Franzosen, zusammen mit den vielen Ländern ihrer jeweiligen Kolonialreiche und, nach dem Angriff auf Pearl Harbor, die Vereinigten Staaten.

Was die innere Sicherheit betrifft, so beschäftigte Deutschland 1939 insgesamt 7.500 Leute in der Gestapo, die Sowjetunion hatte 366.000 NKWD-Beamte.

Obwohl es Deutschland und seinen Achsenverbündeten gelang, rund drei Millionen sowjetische Gefangene zu machen und 17.500 Panzer, 21.600 Artilleriegeschütze und 14.200 Flugzeug schon in den ersten vier Monaten des Krieges zu zerstören, brachte Barbarossa nicht den schnellen Sieg über die Sowjetunion, den Hitler brauchte. Und mit dem 7. Dezember standen die Vereinigten Staaten aktiv Seite an Seite mit England und der UdSSR im Kriege. Als klar wurde, daß die Deutschen in ihrem Blitzkrieg gegen die Sowjetunion keinen Erfolg hatten, boten Freiwillige aus ganz Europa ihre Dienste an in dem Kreuzzug gegen den Bolschewismus. Daher wurden nichtdeutsche Waffeneinheiten ins Leben gerufen, um Europa zu verteidigen. Norweger und Dänen bildeten schon bald das Frikorps Danmark und die Division Nordland (Kommandeur Christian Friedrich von Schallburg); die Franzosen stellten die Division Charlemagne auf; die Kroaten die Gebirgsdivision Handschar; die Galizier (Ukrainer) eine Grenadierdivision; die Letten zwei Grenadierdivisionen; die Esten eine Grenadierdivision; die Albaner die Division Skanderbeg; die Holländer die Panzergrenadierdivision Nederland; die Belgier (Wallonen und Flamen) die Divisionen Langemarck und Wallonien (Kommandeur Léon Degrelle).

Italiener außerhalb der regulären italienischen Armee bildeten eine italienische Grenadierdivision; Finnen außerhalb der finnischen Armee stellten ein Bataillon auf; Spanien entsandte die Blaue Division an die russische Front; außerhalb der Grenzen des Reiches lebende Volksdeutsche stellten mehrere Divisionen auf die Beine. Sogar indische Gefangene, unter der Führung von Sublias Chandra Bose, formierten sich zu einer Indischen Legion, in der Hoffnung, Indien von der britischen Unterdrückung befreien zu können.[8]

Eine französische Postkarte aus dem Zweiten Weltkrieg, die den "Marsch Europas gegen den Bolschewismus" darstellt. Man beachte die Flaggen zahlreicher europäischer Länder.

In gewisser Weise können diese internationalen Einheiten als Vorläufer der NATO angesehen werden, die erst 1949 organisiert wurde. Das Schicksal dieser frühen europäischen Freiwilligen und europäischen Verteidigungsmacht, deren Mission darin bestand, den boschewistischen Ansturm zum Stehen zu bringen, war in der Tat grimmig. Alle haben tapfer gekämpft, nicht unbedingt für Hitler, sondern für Europa und gegen den Bolschewismus. Reste einiger dieser Einheiten nahmen sogar am Endkampf um Berlin teil. Da die meisten von ihnen an der Ostfront standen, wurden viele Überlebende des Krieges zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verfrachtet.

Auch auf wirtschaftlicher Ebene gingen die Pläne der Nationalsozialisten für einen Gemeinsamen Europäischen Markt denen von Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alice de Gasperi in Rom im Jahre 1957 um etwa 15 Jahre voraus. 1943 genehmigte der Reichswirtschaftsminister und Präsident der Reichsbank Walther Funk der Berliner Wirtschaftsuniversität in Zusammenarbeit mit führenden Industriellen die Veröffentlichung des Werkes Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, in dem zur Integration europäischer wirtschaftlicher und industrieller Ressourcen aufgefordert wird. Der Plan setzte die freiwillige Beteiligung europäischer Industrien und Arbeiter voraus, versprach die Anhebung der Arbeitsnormen und der Bedingungen nichtdeutscher Industrien und Arbeiter auf den Stand, den der deutsche Arbeiter damals genoß.[9]

Das ganze Beweismaterial, darunter vor allem die Vorwärtsverlegung sowjetischer Truppen am Vorabend des Krieges; die Anzahl und Typen sowjetischer Panzer, Flugzeuge, Luftlandetruppen, Artilleriegeschütze (die samt und sonders die in Deutschland bekannten Zahlen weit überschritten und die, was die Panzer betrifft, in Wirklichkeit von besserer Bauart und mit Dieselmotoren betrieben wurden, z.B. die Typen T-34 und KV) belegen eindeutig die Angriffsbereitschaft der Sowjets und deren Absicht, zu einem günstigen Zeitpunkt eine gewaltige Offensive zu starten.

Russische Analytiker schätzen, daß die Deutschen ihren Präventivschlag zwei bis vier Wochen vor dem geplanten Ansturm der Sowjets durchführten.

Vor dem Nürnberger Militärgerichtshof sagten Reichsmarschall Herrmann Göring und Generaloberst Alfred Jodl aus, der deutsche Angriff im Juni 1941 sei ein reiner Präventivschlag gewesen.[10] Göring bezeugte:

»Die Simovic-Affäre[11] war der letzte und entscheidende Gesichtspunkt, der die letzten Gewissensbisse des Führers in bezug auf Rußlands Haltung zerstreute und ihn dazu veranlaßte, Präventivmaßnahmen in dieser Richtung unter allen Umständen zu ergreifen.«

Jodl sagte aus:

Hier sind deutsche Soldaten zu sehen, die sich im Dezember 1941 Stalins Truppen ergeben. Obwohl diese Männer im Kampf gehärtete Veteranen waren, hatten sie am eigenen Leibe die Auswirkung der größten natürlichen Verteidigung Rußlands gespürt: das strenge Winterwetter.

Hier steht in "reaktionärem" klassischen Kyrillisch geschrieben »Wer auch immer mit dem Schwert zu uns kommt, wird durch das Schwert umkommen. Darauf stand und steht Rußland«. Dieser Spruch stammt vom heiligen Alexander Newskij (1220-1263). Während des Zweiten Weltkrieges wurde Stalins Rußland kurzzeitig zum konservativsten Land Europas.

»Es war unbestreitbar ein reiner Präventivkrieg. Was wir später herausbekamen, war die Gewißheit gewaltiger Frontbewegungen seitens der Russen auf unsere Grenze zu. Ich möchte mir Einzelheiten ersparen, ich kann aber nur sagen, daß, obwohl uns hinsichtlich des Tages und der Stunde eine taktische Überraschung gelang, dies jedoch keine strategische Überraschung war. Rußland war voll und ganz auf den Krieg vorbereitet.«

Bevor diese hohen deutschen Generale durch den Strang hingerichtet wurden (was übrigens eine Mißachtung der Genfer Konventionen über die Behandlung von Kriegsgefangenen war), wurden sie zunächst darüber zu Rate gezogen, wie das, was von Europa übriggeblieben war, am besten zu verteidigen wäre.

Die Behandlung, die Oberst R. Gehlen, Leiter des deutschen Militärgeheimdienstes an der Ostfront, zuteil wurde, war völlig anders und bezeichnend für das fehlende Wissen der amerikanischen Regierung über sowjetische militärische Pläne und Fähigkeiten. Gehlen und viele weitere seiner ehemaligen Kollegen von deutschen Geheimdiensten, derer man habhaft werden konnte, wurden der CIA zugeteilt, wo ihre Erfahrung und ihr Fachwissen dringend benötigt wurde. Die deutschen Dienststellen befanden sich in Pullach.

Am 9. September 1943 hatte Gehlens Abteilung einen Bericht über den sowjetischen Aufmarsch in der Zeit unmittelbar vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten zusammengestellt. Hier einige Auszüge:[12]

»Daß die SU zu einem Offensiv-Krieg gegen das Deutsche Reich vorbereitet war, läßt sich aus dem Zeitpunkt des Aufbaus und der Zusammensetzung des Heeres sowie aus dem Aufmarsch erkennen. [...] In der Zusammensetzung des Heeres läßt der sehr starke Anteil an Pz.Div. den bewußten Aufbau eines Angriffsheeres erkennen. [...] von den 183 Schtz.Div. [standen] alleine 34 aus den entferntesten Gebieten der SU - Sibirien einschl. Fernost, Kaukasus und Innerasien - bereits im Juli 1941 an der deutschen Ostfront im Kampf [...] Diese beiden Schwerpunkte [des SU Aufmarsches um Lemberg und Bialystok] lassen deutlich die Absicht erkennen, durch Vorstoß in allgemeiner Richtung Litzmannstadt die in dem vorspringenden Teil des Generalgouvernements stehenden deutschen Kräfte einzukesseln und zu vernichten, und bei günstiger Entwicklung der Lage im Norden durch Vorstoß in Richtung Elbing Ostpreußen vom Reich abzutrennen.«

Jahrzehnte später bestätigten freie russische und amerikanische Militäranalytiker und Historiker, daß die Bewertungen der deutschen Militärs, die in Nürnberg zum Tode durch den Strang verurteilt wurden, richtig waren. Britische Analytiker stellen jetzt sogar in Frage, ob es klug war, daß England den Polen eine Garantie gab, die unmöglich eingehalten werden konnte und die unerbittlich zum Krieg führte. Eine friedliche Lösung der polnischen Frage hätte in die Wege geleitet werden können. Der Westen war ja schon dabei gewesen, die ungerechten und strafenden Bedingungen des Versailler Vertrags in diesem Punkte zu korrigieren und hätte damit fortfahren sollen.

Kriegshetzer in den Vereinigten Staaten nannten diesen Berichtigungsvorgang abwertend "Appeasement", was soviel wie "Beschwichtigung" heißt.

In seiner Trilogie (Der Eisbrecher, Der Tag M und Stalins verhinderter Erstschlag) über Vorspiel und Ausbruch des deutsch-russischen Krieges war Viktor Suworow einer der ersten Geschichtsforscher, der in überzeugender Weise Stalins Plan beschrieb, nicht nur Deutschland zu erobern, sondern auch das übrige Europa, sowie die peinlich genauen Kriegsvorbereitungen und die Mobilmachung, die in der Sowjetunion unter der Leitung des Generalstabschefs Marschall Boris Schaposchnikow durchgeführt wurden.[13] Es braucht nicht betont zu werden, daß Suworows These der von der Sowjetunion ausgebrüteten und von den Regierungen der Westalliierten übernommenen Weisheit geradezu ins Gesicht schlägt. Der Wortführer für die Opposition gegen die Gedankenschule von Suworow und anderer ist ein gewisser Gabriel Gorodetzky, Leiter des Cummings Institute der Universität von Tel Aviv. Obwohl er selbst in England ausgebildet wurde, sind seine Forschungsmitarbeiter größtenteils umgesiedelte sowjetische Juden.

Heute steht Suworow mit seiner Auffassung der Hauptursache für die beinahe katastrophalen Niederlagen, welche die Rote Armee in den Anfangsmonaten des Rußlandfeldzugs erlitten hat, jedoch nicht mehr allein auf weiter Flur. Viele sowjetische und westliche Militäranalytiker stimmen ihm zu, ebenso einige junge russische revisionistische Historiker.

An erster Stelle unter den europäischen Militäranalytikern, die Suworows These sogar noch weiter ausbauen, stehen der deutsche Historiker Dr. Joachim Hoffmann, dessen Werk Stalins Vernichtungskrieg schon in der siebten Auflage erschienen ist,[6] der deutsche Forscher Fritz Becker, der das Buch Im Kampf für Europa: Stalins Schritte gegen Deutschland und den Westen,[14] schrieb, und der Österreicher Dr. Ernst Topitsch, dessen Hauptwerk zu diesem Thema den Titel Stalins Krieg trägt.[15]

Ein weiterer deutscher Historiker und Slawist, Wolfgang Strauss, hat 1998 ein Buch des Titels Unternehmen Barbarossa und der russische Historikerstreit herausgebracht, in dem er die Erkenntnisse junger russischer Historiker der Revisionistischen Schule der Geschichtsforscher beschreibt, die Stalins Kriegsschuld bewerten.[16]

Insbesondere hebt Strauss die revisionistischen Werke junger Russen hervor: I. Buschujewa, V. Doroschenko, I. Pawlowa und anderer, die in zwei vor kurzem erschienenen Büchern veröffentlicht wurden: Plante Stalin einen Angriffskrieg gegen Hitler?[17] und 1. September 1939 - 9. Mai 1945. Aus Anlaß des 50. Jahrestages der Vernichtung des faschistischen Deutschland im Kontext mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges,[18] aus dem nachstehende Zitate entnommen sind.

Doroschenko stellt fest:

»[...E]s lag in Stalins ureigenem Interesse, den Krieg zu entfachen, einmal mit dem allgemeinen Ziel der Machteroberung in Europa, zum anderen mit einem unmittelbaren Gewinn, der sich aus der Vernichtung Polens und der Eroberung Galiziens ergab. Das wichtigste Motiv Stalins war aber der Krieg selbst [...], der Sturz der europäischen Ordnung und der sich daraus ergebenden Möglichkeit, unter solchen Bedingungen seine Diktatur zu etablieren.«

Buschujewa schreibt:

»Die ganze Tiefe der Tragödie, die unsere fünf Millionen starke Armee im Juni 1941 ereilte, muß ausgelotet werden. Das Böse, welches die Machthaber der Sowjetunion für Andere ausgeheckt hatten, traf urplötzlich, durch undurchsichtiges Schicksal, unser eigenes Land.«

Diese sowjetischen Soldaten treten in den Gebirgsausläufern des Kaukasus zum Gegenangriff an. Diese Aufnahme wurde um den August 1942 herum gemacht, während der zweiten deutschen Großoffensive. Man beachte die primitiven Waffen. Das Maxim-Gewehr (oben) und das Kolbengewehr (Mitte) deuten darauf hin, daß viele Sowjetsoldaten immer noch Waffen aus dem Ersten Weltkrieg benutzten.

In den Vereinigten Staaten stimmt Russell H.S. Stolfi, Professor an der Naval Postgraduate School in Montery, Kalifornien, der wesentlichen Behauptung Suworows offenbar zu. Er schreibt:[19]

»Hitler scheint Stalin knapp zuvorgekommen zu sein. Kürzlich veröffentlichtes Beweismaterial und besonders einleuchtende Argumente belegen, daß Stalin Anfang Juni 1941 eine massive Verlegung sowjetischer Streitkräfte an die westliche Grenze in die Wege leitete. Die Beweise untermauern die Ansicht, daß Stalin die im Westen konzentrierten Kräfte so schnell wie möglich, möglicherweise Mitte Juli 1941, für ein sowjetisches Barbarossa verwenden wollte. Aussagen von Gefangenen unterstützen ebenso die Ansicht, daß Stalin Deutschland 1941 angreifen wollte. Der außergewöhnliche Aufmarsch der sowjetischen Streitkräfte an der westlichen Grenze erklärt sich am besten als Offensiveinsatz für einen Angriff ohne Totalmobilisierung durch dort zu diesem Zweck massierte, äußerst starke Kräfte.«

R.C. Raack an der California State University hat die Frage eingehend studiert und scheint - unter Vorbehalt - die Gültigkeit der wesentlichen Behauptung Suworows zu akzeptieren:[20]

»[Suworows] allgemeines Schema für einen Vorstoß der Roten Armee nach Westen ist inzwischen zu gut als historische Tatsache fundiert, um irgendwelche Zweifel anzumelden, ohne zuerst die dahinter steckenden Zeugenaussagen zu entkräften.«

Jedoch schon Jahre vor der Veröffentlichung der Werke Suworows und anderer Analytiker war Generalmajor Piotr Grigorjenko, ein mit hohen Auszeichnungen versehener sowjetischer Kriegsveteran, der Mitte der 60er Jahre an der Frunse-Militärakademie dozierte, ein ausgesprochen revisionistischer Kritiker der amtlichen sowjetischen Darstellung der Anfangsstadien des Krieges.

1967 versuchte Grigorjenko seine Argumente zur Unterstützung der These, daß sowjetische Streitkräfte 1941 für einen Überraschungsangriff auf Deutschland bereitgestellt wurden, zu veröffentlichen. Grigorjenko argumentierte so: [21]

»Mehr als die Hälfte der Sowjetarmeen in den westlichen Sondermilitärbezirken befanden sich unmittelbar vor dem 22. Juni 1941 im Gebiet von Bialistok und westlich davon, das heißt in einem Raum, der tief in das polnisch Territorium unter deutscher Besetzung hineinragte. Grigorjenko: "Solche Verteilung wäre nur dann begründet, wenn diese Truppen für eine Überraschungsoffensive bestimmt wären. Beim gegnerischen Angriff waren diese Truppen schon bald umfaßt.«

Für seine unwillkommene Analyse wurde Grigorjenko in eine sowjetische Irrenanstalt eingewiesen.

Zwei Bände mit amtlichen sowjetischen Dokumenten, die sich auf die Lage unmittelbar vor dem Kriege beziehen, sind jetzt von der neuen russischen Regierung unter dem Titel: 1941god. Dokumenty veröffentlicht worden.[22] Eine Zusammenfassung der beide Bände wurde von Lew Besymensky herausgebracht. Wenn dieser umfangreiche Regierungsbericht auch kein Dokument dahingehend enthält, daß sich Stalin selbst auf eine Offensive vorbereitete, so geht aus dem Bericht dennoch eindeutig hervor, daß Stalin und das sowjetische Oberkommando schon lange vor dem eigentlichen Angriff bestens über Hitlers Barbarossapläne unterrichtet waren. Bezymensky schrieb:[23]

Dieses absurde Propagandaplakat meint: »Soldaten der Roten Armee, rettet uns!« Das russische Volk war naiv und tendierte dazu, der kommunistischen Propaganda zu glauben. Als Ergebnis dessen kämpfte es zeitweise verbissen gegen seine Befreier.

»Diese Dokumente aus sowjetischen Archiven lassen erkennen, daß die Marschälle Timoschenko und Schaposchnikow, Mitglieder des Volkskommissariats für Verteidigung und des Generalstabs der Roten Armee, am 18. September 1940 in der Tat schon eine Direktive "Über die Entwicklung der Streitkräfte der Roten Armee im Falle eines Krieges gegen Finnland" an Stalin und Molotow gerichtet hatten.«

Der Ribbentrop-Molotow-Pakt wurde im August 1939 unterzeichnet, um den Interessen beider Seiten zu dienen. Erstens gab er den Deutschen freie Hand, die ethnischen Säuberungen in Danzig und Westpreußen gewaltsam zu beenden, nachdem der Westen eine friedliche Lösung rundweg abgelehnt hatte. Zweitens räumte er Stalin mehr Zeit ein für dessen Kriegsvorbereitungen, während es Deutschland nach den Kriegserklärungen der Briten und Franzosen mit dem Westen zu tun hatte. Stalin und seine Marschälle entwarfen selbst Pläne für einen Militärschlag gegen Deutschland mit dem Titel »Betrachtungen zum Plan für den strategischen Einsatz der bewaffneten Streitkräfte der Sowjetunion«, erstellt im August 1940 und angenommen im Mai 1941.

Der zeitliche Ablauf der Ereignisse bis zur Unterzeichnung des Paktes einschließlich seiner geheimen Zusatzprotokolle ist auch von den ehemaligen Offizieren der Roten Armee General Oleg Sarin und Oberst Lew Dworetsky aufgezeichnet worden:[24]

»Mehr und mehr Geschichtsforscher neigen zu der Ansicht, daß die Hauptursache des Konflikts die leninistisch-stalinistische Politik der Weltrevolution unter den roten Bannern des Bolschewismus war. [...] Unsere eigenhändige Nachforschung in den Archiven des Sowjetstaates und vor allen Dingen die Durchforstung der klassifizierten Papiere des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei bestätigt die getroffene Schlußfolgerung. [...] Der bolschewistische Diktator hatte eben andere Pläne für die Zukunft, verbunden mit der Herrschaft über Europa mit Hilfe der Kriegsmaschine Hitlers, um dann später Deutschland als Rivale bei der völligen Hegemonie über den Kontinent auszuschalten.«

Nachdem der Pakt abgeschlossen war, besetzten im September 1939 sowjetische Streitkräfte das östliche Polen bis zu einer Demarkationslinie, die eigens dafür eingerichtet worden war, um deutsche und russische Streitkräfte voneinander zu trennen. Im Winter 1939-40 fielen die Bolschewiken in Finnland ein und besetzten nach Überwindung des tapferen Widerstands der Finnen strategische Teile des Landes. Im Juni 1940 wurden die Rumänen von den Bolschewiken gezwungen, Bessarabien und die nördliche Bukowina an die Sowjetunion abzutreten. Am 3. August 1940 besetzte der Sowjetstaat Litauen und wandelte das Land in eine "Sowjetrepublik" um. Am 5.-7. August wurden Lettland und Estland besetzt und ebenfalls zu "Sowjetrepubliken" erklärt. In enger Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst setzten die Bolschewiken in Jugoslawien einen Putsch in Szene, wodurch die dortige deutschfreundliche Regierung durch ein prorussisches Regime ersetzt wurde.

Ehemalige hochrangige sowjetische Offiziere haben jetzt die deutsche Einschätzung der militärischen Lage im Juni 1941 voll bestätigt. In einem Aufsatz in der Prawda im Jahre 1991, als die Gefahr der Einlieferung in eine Irrenanstalt vorüber war, konnte Oberst B. Petrow offen zugeben:[25]

»Unrealistische Pläne offensiver Natur wurden vor dem Kriege entworfen als Folge einer Überschätzung unserer eigenen [sowjetischen] Fähigkeiten und eine Unterschätzung des Feindes. Entsprechend dieser Pläne begannen wir damit, Kräfte an der westlichen Grenze zu gruppieren. [...] aber der Feind kam uns zuvor. [...]

Durch seine entscheidende Zusammenballung von Streitkräften und Kriegsmaterial schaffte er [der Feind] kompakte Gruppierungen, die dem Standort Bialystok und der nördlichen Kante der vorgeschobenen Stellung bei Lemberg schwere Schläge zufügte, in denen eine sehr große Anzahl sowjetischer Truppen der beiden Grenzbezirke konzentriert waren. Irrtümer in der strategischen Planung und Aufstellung unserer bewaffneten Streitkräfte hatten auf den Beginn des Krieges eine tödliche Auswirkung.«

Im Jahre 1998 schrieb Major V.A. Semidetko, leitender wissenschaftlicher Forscher am Institut für Militärgeschichte der UdSSR, folgendes nieder, womit er die Analyse von Oberst Gehlen hinsichtlich der Aufstellung, des Einsatzes und Zusammensetzung sowjetischer Streitkräfte bestätigte:[26]

Sowjetische Soldaten marschieren während der Parade zum Tag der Revolution im November 1941 unter dem wachsamen Auge des Genossen Josef Stalin (hier nicht zu sehen) am Grabmal Lenins vorbei. Stalin hatte sich urplötzlich auf "Nationalismus" umgestellt, nachdem er erkannt hatte, daß der Zweite Weltkrieg doch nicht so gut lief. Seine nationalistischen öffentlichen Parolen standen jedoch im Widerspruch zu dem stark marxistischen ideologischen Gehabe dieser Parade.

»Meine Analyse des Verteidigungsplans für die westliche Staatsgrenze zeigt, daß die Hauptstreitkräfte des Militärgebiets in der vorgeschobenen Stellung bei Bialystok konzentriert waren. Neunzehn der 26 Divisionen der ersten Staffel wurden dorthin verlegt, darunter alle gepanzerten und motorisierten Verbände.

Die äußerst starke X. Armee war im Mittelpunkt der Einsatzkräfte stationiert. Sie war im Vergleich zu der III. und IV. Armee nach vorne geschoben worden. Als Folge davon waren die Flanken dieses Truppenverbands schwach, und der Feind versäumte nicht, die sich für ihn aus dieser Schwäche ergebenden Vorteile zu nutzen.

Insgesamt gesehen war die Zusammenstellung der Streitkräfte im westlichen Spezial-Militärgebiet viel besser für eine Offensive als zur Verteidigung geeignet.«

Zu argumentieren, Stalin habe Hitler nicht zugetraut anzugreifen, würde bedeuten, daß die Marschälle Timoschenko und Schaposchnikow, Führungskräfte des Volkskommissariats für Verteidigung bzw. des Generalstabs der Roten Armee, ebenso naiv waren. Zu argumentieren, daß die Rote Armee nicht auf den Krieg vorbereitet war, würde es unmöglich machen, das Vorhandensein von Millionen Soldaten und zahllosen Tausenden von Panzern und Flugzeugen in den Grenzbezirken im Juni 1941 plausibel zu erklären. Es wäre doch viel logischer anzunehmen, daß Stalin und die Führungskräfte der Roten Armee nicht damit rechneten, daß Hitler ausgerechnet zu dem Zeitpunkt angreifen würde, als er es dann tatsächlich tat, d.h. bevor sie ihren eigenen Einmarsch nach Europa in Szene setzen konnten.

Um nach dem unerwartet schnellen Sieg Deutschlands in Frankreich mehr Zeit zu gewinnen, setzte die sowjetische Führung treuen Glaubens ihren Versand von Rohgütern gemäß dem Nichtangriffspakt fort, in der Hoffnung, damit den Ansturm der Deutschen hinauszuschieben.[27]

Somit weisen sämtliche objektiven Beweise darauf hin, daß Stalin und seine Marschälle keineswegs einem deutschen Angriff so blind gegenüberstanden, wie einige vermuten, sondern daß sie ganz einfach von Hitler überrumpelt wurden, dessen Streitkräfte erfolgreich mitten in den gewaltigen, aber noch unvollständigen Aufmarsch der Roten Armee hineingestoßen waren. Die Kombination guter deutscher Nachrichtendienste, Hitlers Entscheidung, anzugreifen, und die effektive Ausführung des Angriffs trugen ganz einfach den Sieg über den sowjetischen Nachrichtendienst und Stalins methodischen aber zu langsamen Truppenaufbau davon. Indem er sich zu sehr auf strenge Logik verließ und dabei Hitlers verzweifelte Lage außer acht ließ, hatte Stalin sich schlicht und ergreifend verrechnet.

Hitler ließ sich auf dieses letztendlich tödliches Spiel ein, ungeachtet der Tatsache, daß der Krieg mit England noch nicht einmal beendet war und obwohl die deutschen Streitkräfte zahlen- und materialmäßig gerade deswegen in der Minderheit waren, weil er instinktiv hoffte, Stalin würde überhaupt nicht mit einem deutschen Angriff rechnen, und daß er deswegen eine ausgezeichnete Chance hatte, erfolgreich zu sein.

Er erkannte zweifellos auch, daß eine weitere Verzögerung die Erfolgschancen verringern würde. Der Zeitfaktor war von wesentlicher Bedeutung, da nur ein kühnes, unerwartetes Spiel wie Barbarossa möglicherweise den Sieg bringen könnte, bevor die kombinierte Macht der UdSSR, Englands und ihrer zahlreichen Hilfskräfte und Satelliten in Erscheinung treten konnten. Die Allianz zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion war schon in Kraft gewesen, bevor der Krieg begann.

Angesichts dieser unvorteilhaften Gegebenheiten ließ sich Hitler, wohlwissend, daß die westlichen Alliierten auf Rußlands Mannschaftsstärke zählten, um das Blatt zu wenden, auf dieses schicksalhaft Spiel ein und setzte alles daran, die UdSSR mit einem kurzen, drei bis vier Monate währenden Blitzkrieg aus dem Krieg herauszunehmen. Ohne Rußland hätten weder England noch die Vereinigten Staaten in den europäischen Kontinent einmarschieren können oder wollen. Als es ihm bis Dezember 1941 noch nicht gelungen war, die Sache durchzuziehen, war der Krieg praktisch endgültig verloren.

Die Hartnäckigkeit, ja sogar der Fanatismus des politischen und militärischen Widerstands der Deutschen gegenüber der einfallenden und marodierenden sowjetischen Soldateska bis zur letzten Stunde des Kampfes ist aus Hitlers letztem Aufruf an die deutschen Streitkräfte an der Ostfront am 15. April 1945 zu erkennen:[28]

»Soldaten an der Ostfront! Ein letztes Mal bereitet unser jüdisch-bolschewistischer Todfeind seine Massen zu einem Angriff vor. Er will Deutschland zerstören und unser Volk vernichten. Ihr Soldaten an der Ostfront kennt bereits schon selbst das Schicksal, das deutsche Frauen, Mädchen und Kinder erwartet. Während alte Männer und Kinder ermordet werden, werden unsere Frauen und Mädchen zu Kasernenhuren für die Rote Armee. Wer überlebt, wird nach Sibirien verfrachtet.

Wir behalten die Vorbereitungen des Feindes für diesen Angriff im Auge, und seit Januar ist alles Mögliche getan worden, um eine starke Abwehrfront aufzubauen. Der Feind wird von unserer Artillerie begrüßt werden. Zahllose neue Einheiten haben unsere Infanterie verstärkt. Noteinheiten, neue Stellungen und der Volkssturm haben unsere Front versteift. Diesmal wird der Bolschewik wieder einmal das Schicksal Asiens erleiden. Er muß und wird sich an der Schwelle der Hauptstadt des Deutschen Reiches verbluten. Jeder, der in diesem Augenblick in unserer Geschichte seine Pflicht nicht erfüllt, ist ein Feind unseres Volkes. Jedes Regiment und jede Division, die es wagen sollte, ihre Stellung zu verlassen, verrät unsere Frauen und Kinder, die dem Bombenterror auf unsere Städte widerstanden haben. Haltet vor allem nach irgendwelchen verräterischen Offizieren oder Soldaten Ausschau, die nur um ihr eigenes wertloses Leben - vielleicht im Sold der Russen und sogar in deutscher Uniform - es wagen sollten, gegen uns zu kämpfen. Falls Euch irgendein Unbekannter den Befehl erteilt, Euch abzusetzen oder den Rückzug anzutreten, nehmt ihn sofort fest und, falls notwendig, tötet ihn ungeachtet des Ranges oder Dienstgrades, den er bekleiden mag. Wenn in den kommenden Tagen und Wochen jeder Soldat an der Ostfront seine Pflicht tut, dann wird Asiens letzter Ansturm zerschlagen, ebenso wie am Ende der Angriff unserer Feinde im Westen scheitern wird. Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch und Europa wird niemals russisch.

Entwickelt den fanatischen Geist, daß Ihr nicht nur den abstrakten Begriff eines Vaterlandes, sondern vielmehr Eure eigenen Frauen, Eure eigenen Kinder und damit unsere Zukunft verteidigt.

Meine Ostfrontsoldaten! Das ganze deutsche Volk verläßt sich auf Euch in diesen kritischen Stunden, und ihre einzige Hoffnung ist, daß Eure Entschlossenheit, Euer Fanatismus, Eure Waffen und Kampftüchtigkeit diese bolschewistische Flut in ein bolschewistisches Blutbad verwandeln.

Dieser Augenblick in der Geschichte, wo es das Schicksal gewollt hat, den größten Kriegsverbrecher aller Zeiten von der Erde verschwinden zu lassen [Bezug auf Roosevelts Tod], wird den Wendepunkt des Krieges kennzeichnen.

Adolf Hitler«

Die Treue und der Professionalismus der Deutschen Wehrmacht ergeben sich aus dem letzten Bericht der Wehrmacht, die sich schließlich am 9. Mai 1945 ergab:

Ein deutscher Soldatenfriedhof in Litauen. Zwischen Juni und September 1944 verloren die Deutschen etwa eine Millionen Mann im Kampf gegen die Sowjets.

»Aus dem Hauptquartier des Großadmiral Dönitz berichtet das Oberkommando der Wehrmacht, daß deutsche Divisionen die Weichselmündung und den westlichen Teil der Frischen Nehrung erbittert verteidigen. Die 7. Infanteriedivision tat sich besonders hervor. Für dieses beispielhafte Verhalten wurde ihrem Kommandeur, General von Saucken, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillianten zum Ritterkreuz verliehen.

Die Hauptstreitmacht unserer Armeegruppe in Kurland, die unter dem Kommando von General Hilpert monatelang zahlenmäßig weit überlegenen sowjetischen Panzer- und Infanterieformationen gegenüberstand und die in sechs großen Schlachten ihre Stellung hielt, hat sich unsterblichen Ruhm erworben. Unsere Streitkräfte haben jede vorzeitige Kapitulation verweigert. Unsere Flugzeuge evakuieren weiterhin die Verwundeten und Familienoberhäupter nach Westen. Offiziere und Stabsangehörige blieben bei ihren Soldaten. Auf der Grundlage vereinbarter Bedingungen hören alle Feindseligkeiten und Truppenbewegungen zu Mitternacht auf.

Die Verteidiger von Breslau, die zwei Monate lang sowjetischen Angriffen heldenhaft widerstanden haben, haben sich soeben den überwältigenden Feindkräften ergeben. [...]

Weit vom Vaterland entfernt haben die Verteidiger von Stützpunkten am Atlantik, die Soldaten in Norwegen und die Garnison am ägäischen Meer die Ehre des deutschen Soldaten durch soldatische Disziplin und gehorsame Ausführung von Befehlen aufrecht erhalten.

Die Waffen schweigen nun seit Mitternacht an allen Fronten. Auf Befehl des Großadmirals Dönitz hat die Wehrmacht nun eine Schlacht beendet, die hoffnungslos geworden ist. Und somit ist ein Kampf, der sechs Jahre lang heldenhaft gefochten wurde, zu Ende gegangen. Er brachte uns große Siege, aber ebenso schwere Verluste. Am Ende hat sich die Deutsche Wehrmacht überlegenen Feindkräften ergeben.

Seinem Eid getreu hat der deutsche Soldat sein Äußerstes für sein Vaterland getan. Die Heimatfront hat unsere Streitkräfte bis zum Ende mit allen möglichen Anstrengungen und großen Opfern zur Seite gestanden. Dieser einmaligen Demonstration von Treue und Loyalität seitens der Soldaten an der Front und der Heimatfront wird eines Tages die gebührende Anerkennung in den Annalen der Geschichte zuteil werden. Die Errungenschaften und Opfer deutscher Streitkräfte zu Lande, in der Luft und auf See wird auch unseren Feinden nicht entgangen sein. Jeder Soldat kann daher stolz seine Waffen niederlegen und tapfer und entschlossen in diesen äußerst schwierigen Tagen unserer Geschichte die unbedingt notwendige Arbeit leisten, so daß unser Volk überleben kann.

In dieser Stunde gedenkt die Wehrmacht den vielen Kameraden, die vor dem Feind gefallen sind. Die Toten verlangen von uns Lebenden unbedingte Zuneigung, Disziplin und Ordnung beim Stillen der zahlreichen Wunden, aus denen unser Vaterland blutet.«

Eines der seltenen Tribute, der Hitlers fehlgeschlagenem Spiel zuteil wurde, zollte ihm der bemerkenswerte Viktor Suworow, der in seinem jüngsten Buch schrieb:[29]

"Am 22. Juni 1941 versetzte Hitler sich selbst einen selbstmörderischen Schlag, aber gleichzeitig dem Bolschewismus einen tödlichen Schlag. Ungeachtet dessen, wie sich die Dinge später entwickelten, Stalin wäre niemals mehr in de Lage gewesen, die Welt für den Sozialismus zu erobern.«

Am Schluß des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1945 traten England und die Vereinigten Staaten Ost- und Mitteleuropa an die Sowjetunion ab und überließen ein verteidigungslos darniederliegendes westliches Rumpfeuropa seinem Schicksal. Nach den Bedingungen von Potsdam und Jalta wurde Ostdeutschland Polen einverleibt, 15 Millionen Deutsche von Haus und Hof vertrieben, wovon etwa 3 Millionen elendig umkamen, und Mitteleuropa wurde von den Russen besetzt. Millionen deutscher Kriegsgefangener und Zivilpersonen wurden nach Belieben der Alliierten sozusagen als Reparationen zur Zwangsarbeit herangezogen.

Mehr Deutsche starben durch die Hand der siegreichen Alliierten nach ihrer Kapitulation als während des eigentlichen Krieges. In den westlichen Besatzungszonen wurde die deutsche Industrie demontiert, die Bevölkerung auf Hungerrationen gesetzt, Industriepatente beschlagnahmt und Wissenschaftler in die Vereinigten Saaten und nach England verbracht. In der Sowjetzone fanden Massenhinrichtungen statt, Frauen wurden vergewaltigt, die Industrie demontiert und die Zone gründlich bolschewisiert.

Die Sowjetunion setzte ihre Politik des Expansionismus und der Beseitigung der Klassenfeinde bis weit in die Nachkriegszeit hinein fort. Die kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien waren groß, gut organisiert und wurden von der Sowjetunion bzw. der Komintern 1947 unterstützt. Die UdSSR setzten 1948 den tschechoslowakischen Putsch in Szene. 1948 wurde die Berliner Blockade eingerichtet. China fiel 1948 unter kommunistische Herrschaft.

Um 1949 herum hatten England und die Vereinigten Staaten endlich erkannt, daß der Bolschewismus kurz davor stand, die Weltherrschaft zu erringen, und daß er für das westliche Abendland eine tödliche Bedrohung darstellte. Sogar Churchill hörte man in einem seiner nüchternen Augenblicke murmeln:

»Ich befürchte, wir haben das falsche Schwein geschlachtet.«

Und somit vollzogen die Vereinigten Staaten und England, die sich reichlich spät der monströsen Gefahr durch die Sowjetunion bewußt wurden, ein diplomatisches Wendemanöver von Orwellschen Ausmaßen. Die Sowjetunion war nun der Feind, und Restdeutschland wurde aufgefordert, seine Wirtschaft wieder aufzubauen und unter amerikanischem Kommando eine Armee ins Leben zu rufen, um die weitere Ausbreitung des Bolschewismus zu verhindern.

Europa und die Welt können dankbar dafür sein, daß die Vereinigten Saaten letztendlich die richtige Entscheidung trafen und die Last der Eindämmung der sowjetischen Aggression auf ihre Schultern nahmen. Die Tatsache bleibt jedoch bestehen, daß Deutschland, ein unmittelbarer Nachbar von Sowjetrußland, diese Entscheidung schon viel früher treffen mußte - 1941. Deutschland tat dies auch und mußte als Folge davon furchtbar leiden. Es gelang ihm jedoch, den wütenden Bär schwer zu verwunden und zumindest halb Europa zu retten.

Angesichts der Umstände, die nach dem Zweiten Weltkrieg vorherrschten, als die Sowjetunion damit drohte, das zu verschlingen, was von Europa übriggeblieben war, unternahmen die Vereinigten Staaten unter der Führung von Präsident Truman das einzig Richtige, indem sie mit der Gründung der NATO und dem Abschluß anderer regionaler antikommunistischer Verträge im Fernen Osten und anderswo ein Bollwerk gegen eine weitere bolschewistische Expansion aufbaute. Das Kräfteverhältnis zwischen der freien Welt und der Sowjetunion machte es möglich, die Sowjetunion in Schach zu halten, ohne daß es notwendig wurde, sie direkt anzugreifen.

Unter den Umständen, die in der Vorkriegszeit vorherrschten, als die Sowjetunion ganz Europa mit überwältigender Macht bedrohte, tat Deutschland unter der Führung von Adolf Hitler das einzig Richtige, wenn Deutschland und Europa überleben wollten. Es führte einen Präventivschlag gegen die UdSSR in der Hoffnung, diese in einem dreimonatigen Blitzkrieg zerschlagen zu können. Das verzweifelte Spiel schlug fehl, aber genug von Europa und genug von Deutschland überlebten, um ein neues, lebendiges Vereintes Europa zu schaffen, während die ehemalige Supermacht UdSSR sich aufgelöst hat.

Hätte Hitler zu einem späteren Zeitpunkt angreifen wollen, und wäre Stalin somit in der Lage gewesen, seine Invasion wie geplant durchzuführen, dann wäre ganz Europa verloren gewesen. Und die Westmächte wären an dieser Katastrophe mitschuldig gewesen.

Als Autor in dem angesehenen britischen Journal The Contemporary Review, kurz nach dem Kriege, kannte George Glasgow die Richtigkeit der Handlungsweise Hitlers an:[30]

»Es war in Wirklichkeit eine der Seltsamkeiten des vermasselten Krieges von 1939-45, daß es Hitler war, der das russische Spiel klar durchschaute und deshalb Rußland früh, nicht zu spät, in den Krieg hineinbrachte. Aber damit machte er Rußland zum "Alliierten" der Westmächte, die sich nicht die Zeit dazu nahmen, irgend etwas zu durchschauen, nur Hitler tat dies. In Fairneß zu Hitlers Andenken muß daran erinnert werden, daß er Rudolf Hess auf dem Luftwege nach Großbritannien entsandte, um dort eine Warnung auszusprechen, die nicht beachtet wurde.«

Daniel W. Michaels war über vierzig Jahre lang Übersetzer von russischen und deutschen Texten für das US-Verteidigungsministerium und für private Unternehmer. Mr. Michaels arbeitete von 1972 bis 1993 als Sprachenspezialist im Nachrichtenzentrum der US-Kriegsmarine. Er ist der Verfasser verschiedener wissenschaftlicher Berichte und Bibliographien in Geo- und Astrophysik und hat verschiedene Artikel und Buchbesprechungen geschrieben, die u.a. in geographischen und historischen Zeitschriften veröffentlicht wurden. In New York City geboren, lebt er heute in Washington. D.C.


Anmerkungen

Mit freundlicher Genehmigung von The Barnes Review, entnommen der Ausgabe 6(6) (2000), S. 17-25 (130 Third St., SE, Washington, D.C., 20003, USA), übersetzt von Hans Rudolf von der Heide.

[1]Anthony C. Sutton, National Suicide, Arlington House, 1973; Patrick Abbazia, Mr. Roosevelt's Navy: The Private War of the US-Atlantic Fleet, 1939-1942, Naval Institute Press, Annapolis, 1975; Don McLean, »Tigers of a Different Stripe«, Soldier of Fortune, Januar 1989, S. 67-91. Präsident Roosevelts Berater für den Fernen Osten waren Lauchlin Currie und Harry Dexter White, beide sowjetische Agenten. Die Russen hofften, die japanischen Streitkräfte von Sibirien abzulenken, so daß sie ihre sibirischen Streitkräfte an die deutsche Front verlegen konnten.
[2]In Frankreich drôle de guerre (Witzkrieg), in England Phony War (Scheinkrieg) genannt.
[3]Roy Denman, Missed Chances: Britain and Europe in the Twentieth Century, Indigo, London, 1996, S. 65. Diese Passage wird auch in Pat Buchanans Buch A Republic, Not an Empire zitiert.
[4]Viktor Suworow, Stalins verhinderter Erstschlag, Pour le Mérite, Selente 2000
[5]Adolf von Thadden, Stalins Falle: Er wollte Krieg, Kultur und Zeitgeschichte/Archiv der Zeit, Rosenheim
[6]Joachim Hoffmann, Stalins Vernichtungskrieg 1941-1945, Herbig, München, 1999, 7. Auflage 2001, 368-70 (russischer Text ganz zitiert).
[7]The Journal of Historical Review, 8(4), 1988-89.
[8]Ranjan Borra, »Subhas Chandra Bose, The Indian National Army, and The War of India's Liberation«, The Journal of Historical Review, 3(4) (1982), S. 407-439 (vho.org/GB/Journals/JHR/3/4/Borra407-439.html); Karl Otto Braun, »My experiences with Subhas Chandra Bose«, The Barnes Review, 6(2) (2000), S. 59-63.
[9]Fritz Stenzel, »Nur freiwillige Rekrutierung«, Nation & Europa, Juni 2000, S. 32-38. Funk wurde in Nürnberg zu lebenslänglicher Haft verurteilt.
[10]Internationaler Militärgerichtshof, "Blaue Serie", Nürnberg, Bd. 9, S. 333f., Bd. 15, S. 394f.
[11]27. März 1941, Putsch in Jugoslawien gegen die damals bestehende deutschfreundliche jugoslawische Regierung und zugunsten einer sowjetfreundlichen Regierung, gesteuert von britischen und sowjetischen Geheimdiensten.
[12]Hoffmann, aaO. (Anm.), S. 371-73.
[13]V. Suworow, Der Eisbrecher. Hitler in Stalins Kalkül, Klett-Cotta, Stuttgart 1989; ders., Der Tag M, ebenda 1995; ders., aaO. (Anm. 4)
[14]Fritz Becker, Im Kampf um Europa: Stalins Schachzüge gegen Deutschland und den Westen. Leopold Stocker Verlag, Graz-Stuttgart, 1993
[15]Ernst Topitsch, Stalins Krieg: Die sowjetische Langzeitstrategie gegen den Westen als rationale Machtpolitik, Busse Seewald, Herford 1985, 1990.
[16]Wolfgang Strauss, Unternehmen Barbarossa und der russische Historikerstreit, Herbig, München 1998.
[17]Grigori Bordiugow und Wladimir Neweschin, »Gotowil li Stalin Nastupatelnuju Wojny Gitlera?« AIRO, XXX, Moskau 1995.
[18]I. Pawlowa und V. Doroschenko, 1. Sentjabrja 1939 - 9. Mai 1945: Pjatidesjatiletije Rasgroma Faschistkoj Germanii w Kontekste Natschala Wtoroj Mirowoj Wojny, Novosibirsk Memorial, 1995.
[19]Russell H. S. Stolfi, Hitler's Panzers East: World War II Reinterpreted, University of Oklahoma Press, 1991.
[20]R.C. Raack, »Stalin's Role in the Coming of World War II«, World Affairs, 158(4) (1996).
[21]Wolfgang Strauss, aaO. (Anm. 16), S. 161f.
[22]A.N. Jakowlew (Hg.), 1941 god. Dokumenty (Das Jahr 1941. Dokumente), veröffentlicht in zwei Bänden in der Serie Rossija XX Wek [Rußland im 20. Jahrhundert], 1998.
[23]Komsomolskaja Prawda, 18.6.1998, S. 3.
[24]Oleg Sarin, Lev Dvoretsky, Alien Wars: The Soviet Union's Aggressions Against the World, Presidio Press, Novato California, 1996, S. 39f.
[25]Prawda, 8.6.1991.
[26]Woenno-istoritscheskij schurnal, Nr. 4, 1998, S. 22-31.
[27]Nach Besymensky, aaO. (Anm. 22) wurde der Begriff »perechitrit« (ausgetrickst) von Stalin häufig benutzt. Auch Chruschtschow schrieb in seinen Erinnerungen, der Oberste Befehlshaber der Sowjetunion habe dieses Verb oft verwendet.
[28]Walther Hubatsch, Hitlers Weisungen für die Kriegführung, Deutscher Taschenbuchverlag, 1965, S. 357f.; Rückübersetzung.
[29]Viktor Suworow, Otschischtschenije: Satschem Stalin obesglawil svoju armiju? (Die Säuberung: Warum enthauptete Stalin seine Armee?) AST, Moskau 1998.
[30]George Glasgow, The Contemporary Review, Nr. 985, Januar 1948, S. 55-62.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 270-279.


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