Die Ardennenschlacht – ein kleiner persönlicher Ausschnitt

Von Charlton Moncrief

Gegen Ende Dezember 1944 war klar, daß die Ardennenschlacht für die Deutschen verloren war. Die Amerikaner begannen wieder mit massiven Vorstößen. Ihr Haß auf alles Deutsche wurde nun nicht mehr nur durch die jahrelange Greuelpropaganda genährt, sondern auch durch die in den Vorwochen erlittenen Verluste, wobei die Erschießung flüchtender gefangener US-Soldaten durch Jochen Peipers Einheit nahe Malmédy für besonderes Aufsehen sorgte. Dieser Haß entlud sich dementsprechend in der massenhaften Erschießung deutscher Gefangener, die zwar schon mit der Landung der Westalliierten in der Normandie begann, nach dem "Massaker" von Malmédy aber wohl ihren Höhepunkt erreichte. Der Autor dieses Berichtes gibt uns einen Einblick in einen winzigen Abschnitt dieses Geschehens.


Unsere Teilnahme an der Ardennenschlacht begann am 29. Dezember 1944 in der Nähe der Stadt Neufchateau, Belgien. Unsere Kolonne von Panzern und Halbkettenfahrzeugen stellte das Kampfkommando B der 11. US-Panzerdivision der dritten Armee unter George Patton Jr. dar und war nach Norden gerollt, wohin und wozu wußten wir nicht.

Ich erinnere mich, daß der Tag kalt und windig war. Eine Schneeschicht bedeckte den Boden und war hier und dort weggeweht. Wir hatten viele Nachschub-Laster auf der Straße in Richtung auf das Hinterland getroffen. Mir waren besonders die Krankenwagen aufgefallen, denen wir begegneten. Ich sah ihre roten Lichter blinken, was bedeutete, daß sie Verwundete wegbrachten. Für mich war noch bedeutsamer, daß da vorne der Kampf war. Schließlich kamen wir an der Artillerie vorbei mit ihren zum Himmel gerichteten Kanonenrohren. Die Kanonen keuchten und fauchten immer wieder, stießen ihr Feuer aus und beruhigten sich dann wieder. Daraus ersah ich, daß wir nahe den deutschen Linien waren. Zuerst kamen wir an "großen Jungs" und "langen Toms" vorbei, 240 mm und 155 mm Haubitzen, und dann näher an der Front den Standardgeschützen mit 105 mm, die die Front sicherten.

Spät am Nachmittag bog meine Kompanie B vom 21. Panzer-Infanterie-Bataillon nach links von der Straße ab. Auf einem Hügel war ein idealer Platz fürs Biwak. Das erste, was ich bemerkte, war das Wrack eines Flugzeugs und zwei leblose Formen auf dem Schnee, die wie Leichen aussahen. Die Vorstellung einer Leiche war für einen 19-jährigen Jungen aus Shippensburg, (Pennsylvenia) etwa Neues. Ich war gespannt und neugierig, einen Blick auf sie zu werfen. Als ich die erste Leiche im Schnee ansah, wußte ich, daß ich nicht geschaut haben sollte. Es war die Leiche eines deutschen Kampffliegers. Sein Gesicht war erstarrt und hatte den schrecklichen Blick in weite Ferne. Er war hier 36 Stunden oder mehr gelegen und steif gefroren. Seine Finger waren weiß und hart. Seine Beine waren gebrochen und unter ihm zusammengekrümmt. GIs hatten die Leiche bereits geplündert. Jemand hatte schon seine schaffellgefütterten Fliegerstiefel weggenommen und er lag nur mit Socken an den Füßen da. Die Taschen an seiner Uniform waren nach außen gestülpt und mich erschreckte der Stumpf seines Mittelfingers. Ein GI hatte ihn abgeschnitten, um den Ring zu bekommen, den er trug.

Das war genug. Ich hatte mehr gesehen als ich wollte. Ich ging mit einem widerlichen dumpfen Gefühl im Magen weg. Es war Essenszeit, aber ich spürte kein Verlangen nach Essen.

Das war meine erste Begegnung mit dem Tod. Sie hinterließ einen starken Eindruck in meiner jungen Seele. Die ganze Zeit während dieser schlaflosen Nacht sah ich das Gesicht dieses Fliegers vor mir. In den folgenden Tagen war ich viele Male dem Tod nahe. Ich sah viele meiner Freunde sterben, und die Merkwürdigkeit der Erscheinung Tod beeindruckte mich immer weniger.

Übersichtskarte der Ardennenschlacht vom Dezember 1944.

Die Kompanie ergriff ringsum Sicherungsmaßnahmen, wie es uns schon zum Instinkt geworden war, und machte sich zum Lagern für die Nacht bereit. Wir stellten unsere Maschinengewehr-Wachposten auf und gruben schmale Gräben für den Fall von Luft- oder Artillerie-Angriffen. Andere hatten vor uns an diesem Abhang Schützenlöcher und Schützengräben gegraben, wir mußten also nur wenige Löcher graben. Zum Glück gab es einen Strohhaufen in unserem Gebiet, um den wir unsere Betten machten. Ich zog etwas Stroh aus dem Haufen und bereitete mir mein Lager darauf. Ich nahm noch mehr Stroh und legte es über mich. Die Nacht war klar, und der Mond erleuchtete den Schnee. Während ich als Wachtposten an der Reihe war, schoß ein deutsches Aufklärungsflugzeug über unserer Stellung herunter. Als es zum zweiten Mal herunterkam, schossen einige aus unseren Einheiten Leuchtspurgeschosse aus den Maschinengewehren in die Richtung, aus der das Geräusch kam, aber ohne Ergebnis. Während der Nacht behielt die Artillerie ihr beunruhigendes Feuer auf die feindlichen Stellungen bei. Sie feuerte auf das feindliche Hinterland, und die Granaten-Feuerstöße erleuchteten den Himmel. Während der Nacht wurde stoßweise gefeuert, aber gegen Morgen nahm der Rhythmus zu.

Früh am Morgen kam mein Zugführer, Leutnant Stringfellow, von einem Treffen mit dem Kompanieführer, Hauptmann Fabrick, zurück und brachte Informationen über den Angriff, den wir am nächsten Tag durchführen sollten. Ich lag wach in meinem Schlafsack und hörte, wie er dem Zugführer und den Gruppenführern die Einzelheiten des Angriffs mitteilte. Eine Anweisung des Leutnants konnte ich nicht vergessen: "Es wird feindliches Artilleriefeuer geben, und das nicht zu knapp. Die Deutschen lassen ihr Feuer immer vorrücken, haltet also die Männer in Bewegung."

Um 4:30 Uhr rollte ich meinen Schlafsack zusammen und ging zum Essenswagen. Nach einem eiligen Frühstück kam ich zurück zu meinem Halbkettenfahrzeug und machte alles für den Angriff bereit. Unsere Kompanie sollte der "Baker"-Kompanie des 22. Panzer-Bataillons folgen. Die Panzer sollten um 6 Uhr das Gebiet durchqueren. Aus unbekannten Gründen kamen die Panzer zu früh. Hauptmann Fabrick signalisierte unserem Zug loszugehen, hinter den Panzern her die Straße hinunter. Wir warfen hastig unsere Ausrüstung auf das Halbkettenfahrzeug und zogen los, die Straße hinunter. Es gab eine Verzögerung, nachdem der letzte Panzer vorbeigefahren war, und so verlor unser Zug die Verbindung mit der Kolonne. An der ersten Kreuzung fragte Leutnant Stringfellow den Bataillons-Kommandeur, Oberst James R. K. Hoffman, der dort stand, welche Richtung die Panzer eingeschlagen hatten. Der Oberst wies die falsche Straße entlang, – unser Halbkettenfahrzeug führte nun einen selbständigen Angriff an.

Ich bemerkte im Vorbeimarsch ein paar Panzer, die hinter Steingebäuden herausragten und ich merkte bald, daß dies unsere Vorposten waren. Das nächste, was ich merkte, war, daß wir uns im Niemandsland befanden und auf einmal der Teufel los war. Die Krauts machten sich selbst zum Angriff auf, und ihre Artillerie bereitete ihn vor. Als der Leutnant merkte, daß wir auf der falschen Straße waren, brachte er unsere kleine Kolonne zum Halten. Es begann gerade, hell zu werden, diese fahle Dämmerung. Die deutschen Granaten explodierten nicht weit entfernt und man konnte das Heulen der Schrapnells in der Luft hören. Die Ruine eines Bauernhauses schwelte neben unserem Fahrzeug. Im Fahrzeug zu sitzen und die Granaten aufschlagen zu hören, flößte mir großen Schrecken ein. Ich wußte, daß jederzeit eine unser Fahrzeug treffen oder in den Bäume darüber explodieren konnte. Das war meine erste Erfahrung mit dem Gedanken, daß ich getötet oder schrecklich verwundet werden könnte. Obwohl ich Angst hatte, versuchte ich, ein paar Witze zu machen, aber die Jungs waren nicht in der Stimmung dazu.

Wir saßen alle dicht zusammengedrängt im Halbkettenfahrzeug und versuchten, uns so klein wie möglich zumachen, und unsere Köpfe unterhalb der 8 mm Panzerplatte zu halten, die die Seite des Fahrzeugs bildete.

In der Zwischenzeit war Leutnant Stringfellow zur letzten Kreuzung zurückgegangen und hatte entdeckt, daß wir dort nach links hätten abbiegen sollen. Er kam zu unserem Fahrzeug zurück und ließ unsere Kolonne wenden und zurückgehen. Sobald wir zurückfuhren, fühlte ich mich besser. So lange wir uns bewegten oder etwas taten, hatte ich keine Zeit, Angst zu haben, aber wenn wir anhielten, fühlte ich mich hilflos.

Ein deutscher Panzergrenadier während der Ardennenschlacht

Der Frontabschnitt, den wir passierten, wurde von einer anderen Division gehalten. Sie waren sehr besorgt und betroffen, als sie sahen, daß sich unsere Fahrzeuge zurückzogen, und einige von ihnen bestiegen ihre Fahrzeuge und begannen den Rückzug. Ich sah, wie sich eine Reihe von Infanteriemännern mit den Insignien Pennsylvanias, dem roten Schlüsselstein, über die Eisenbahnschienen zurückzogen. Ich erfuhr später, daß unsere eigene 28. Division seit Beginn des Angriffs versucht hatte, die Deutschen zurückzuhalten. Gruppen dieser Infanteristen kämpften unten an der Straße neben unserem Fahrzeug. Sie sahen müde und erschöpft aus, als ob ihnen alles gleichgültig wäre. Sie hatten ihre Gewehre über der Schulter hängen und ihre Gesichter trugen dunkle Bartstoppeln.

Der Anblick dieser sich zurückziehenden Männer erfüllte mich mit Furcht. Ich erwartete, daß die deutsche Infanterie über diese Gleise käme. Der Kampf kam näher und ich wollte nicht unvorbereitet sein. Ich lud mein Gewehr durch und kniete auf dem Sitz, bereit, auf jeden Deutschen zu schießen, der über die von den Eisenbahnschienen gebildete Anhebung kommen würde.

Als wir die Kreuzung erreichten, herrschte eine allgemeine Verwirrung. Fahrzeuge versuchten, in alle Richtungen gleichzeitig zu kommen. Mehrere Offiziere versuchten, den Verkehr zu dirigieren und aus dem Chaos wieder Ordnung herzustellen. Die Angespanntheit wurde durch den Krach von Granaten verstärkt, die in den Bäumen auf beiden Seiten der Straße einschlugen. Wir fuhren einen Hügel hinauf und stießen auf unsere Panzer, die sich auf dem Kamm des Bergrückens in Gefechtsformation aufgestellt hatten. Mein Fahrzeug hielt auf der Spitze des Hügels und fuhr dann 20 Meter weiter. Ich hörte eine Explosion hinter uns und sah, daß eine Mörsergranate das zweite Truppenfahrzeug hinter uns getroffen hatte, als es unsere vorige Position übernahm. Das Fahrzeug war unbrauchbar und drei Männer waren verwundet. Das waren, soweit ich damals wußte, unsere ersten Verluste. Man trug die Verwundeten zu einem Graben, den die Deutschen gerade geräumt hatten, als wir über den Hügel kamen. Ich erfuhr später, daß mehrere Granaten die Kreuzung getroffen hatten, nachdem wir durchgekommen waren. Eine Granate schlug direkt im dritten Halbkettenfahrzeug des Zuges ein, tötete drei Männer und verwundete mehrere andere.

Meine Aufgabe im Zug war, Melder für Leutnant Stringfellow zu sein. Ich folgte ihm überall hin, wie ein Hund seinem Herrn folgt. Als wir auf dem Kamm des Hügels anhielten, ließ er die Fahrzeuge und Männer sich verteilen. Sinn der Sache war zu verhindern, daß eine Granate mehr als einen oder zwei Männer verletzen konnte.

Hier erhielt ich meine erste Lektion in deutscher Tarnung. In der Ecke eines Heuschobers hatten die Deutschen sorgfältig ein Maschinengewehr versteckt. Sie hatten ein Eck des Schobers ausgegraben und durch Strohbüschel im Zaun ersetzt. Man konnte bis zum Gewehr hingehen, ohne es zu sehen. Ich war so eifrig, dem Leutnant zu folgen, daß ich es nicht bemerkte, als wir gingen, aber er zeigte es mir, als wir vorbeigingen. Die Deutschen, die diese Stellung innegehabt hatten, hatte sie erst vor ein paar Minuten verlassen. Sie hatten das Maschinengewehr, Munition, Gewehre und persönliche Ausrüstungsgegenstände herumliegen lassen. Ich erinnere mich, daß wir sehr auf Fallen achteten, wie wir es im Unterricht hierüber gelernt hatten. Leonard Dricks nahm ein langes Stück Zaundraht und hakte es bei dem Gewehr ein. Er ging zehn Meter zurück und zog. Zu meiner großen Verwunderung war keine Falle eingebaut, trotz aller gegenteiligen Unterweisungen.

Wir warteten auf dem Hügel kurze Zeit, bis Hauptmann Fabrick kam. Er hatte den anderen Teil der Kompanie übernommen, der nicht bei uns war, und war zu der kleinen Stadt Jodenville hinuntergegangen. Er kam übers ganze Gesicht lachend herauf und erzählte uns von dem netten kleinen Gefecht, daß sie dort unten in der Stadt gehabt hatten.

Bald darauf kam der Bataillonskommandeur und es gab eine Besprechung der Offiziere. Es wurde bestimmt, daß wir querfeldein angreifen sollten. Unser Ziel war ein Wald auf einem Hügel in der Ferne. Die Panzer waren an der Spitze des Angriffs. Ich erinnere mich, wie die leichten Panzer über den Schnee breschten, ruckweise anfuhren, und sich mühten und Schneewolken aufwirbelten. Die Panzer griffen in Gefechtslinie an und unsere Halbkettenfahrzeuge folgten in aufgelokkerter Formation in einer Entfernung von 100 Meter. Ich erinnere mich, wie wir den Hügel hinunterfegten, und unten in der Ebene mehrere unserer Sherman-Panzer brennen sahen.

Unsere Panzer konnten nicht mit den Tigerpanzern der Deutschen mit ihren 88er Kanonen und ihrer niederen Silhouette mithalten. Die Panzer, die wir anführten, waren schon auf dem Kamm des Abhangs gegenüber dem Wald, der die feindlichen Gewehre verbarg. Das Gefecht war im Gange. Unsere Panzer feuerten und erhielten Gegenfeuer. Wir schlossen neben unsere Panzer auf und stiegen aus. Wir bildeten quer über den Hügel eine Infanterie-Schützenlinie. Es war schnell zu erkennen, daß unsere Panzer geschlagen werden würden. An der ganzen Front entlang begannen Panzer zu brennen. Die deutsche PAK und 88er-Geschütze waren gut vergraben und getarnt. Wir hatten versäumt, zur Eröffnung ein Artilleriefeuer auf die feindlichen Stellungen loszulassen, und unsere Artillerie begann erst jetzt, ein paar Granaten in dem Wald niedergehen zu lassen. Als wir im Schnee lagen, gab Leutnant Stringfellow den Befehl, das Bajonett aufzusetzen. Ich glaube, jeder im Zug hatte etwas von jenem hysterischen Angstgefühl, das einen ergreifen kann. Der Feind muß nahe sein – wozu sonst der Befehl, das Bajonett aufzusetzen? Ich rechnete damit, eine Welle deutscher Infanterie über die leichte Anhebung vor uns angreifen zu sehen. Die ganze Zeit über schlugen ein paar Granaten bei uns ein. Ein Stück eines Schrapnells traf das Halbkettenfahrzeug.

Zu dieser Zeit war den Rekruten der Angriffsplan nicht bekannt. Wir wußten nicht, was wir tun sollten. Ich hatte nur eine unklare Vorstellung, daß das feindliche Feuer aus dem Wald vor uns kam. Ich sah einige unserer Grananten im Wald etwa 500 Meter vor uns einschlagen. Ich werfe unseren Offizieren noch heute vor, daß sie uns nicht über die Lage informierten.

Deutsche Soldaten plündern die Leichen amerikanischer Soldaten während ihres Vorstoßes durch die Ardennen: Aufgrund ständigen Nachschubmangels waren neue Stiefel bei den Deutschen sehr begehrt.

Ich erfuhr später, daß wir den Wald angreifen sollten, mit den Panzern als Unterstützung. Leutnant Stringfellow muß entschieden haben, daß wir zu weit von unserem Ziel entfernt waren, um einen offenen Angriff zu machen, daher gab er Befehl, aufzusitzen. Dieser Befehl bedurfte keiner großen Überredung. Wir strömten alle in die Fahrzeuge. Es schien, als ob darin wegen der ganzen Ausrüstung im Fahrzeug nicht genug Platz wäre. Mehrere Jungs setzten sich in der Eile auf den Schoß derjenigen, die einen Sitzplatz gefunden hatten. Wir befürchteten, daß in jedem Augenblick eine dieser deutschen Panzerabwehrgranaten, die die Panzer knackten, unser Fahrzeug treffen könnte.

Es wurde jetzt deutlich, daß sich einige unserer Panzer zurückzogen und versuchten, hinter dem Kamm des Hügels Schutz zu suchen und sich vor dem mörderischen Feuer zu verstecken. Unser Leutnant brüllte zum Panzerkommandanten herüber, der unserem Fahrzeug am nächsten war, und frug, warum die Panzer sich zurückzögen. Der Major schien es nicht zu wissen. Leutnant Stringfellow gab nun einen gegenlautenden Befehl, abzusitzen und sich zurückzuziehen. Dann begann eine irrsinnige Kletterpartie ins Tal hinab, von wo wir eben gekommen waren. Die Fahrer brachten die Fahrzeuge so schnell sie konnten zum Wenden. Wir versuchten, eine provisorische Linie an einem Zaun entlang zu bilden, aber als die Fahrzeuge vorbeikamen, saßen wir auf und kehrten in die Stadt Jodenville zurück, von wo wir eben gekommen waren.

In Jodenville wurden die Halbkettenfahrzeuge auf einem Feld hinter der Stadt verteilt und die Männer suchten sich jede brauchbare Deckung. Das war das Ende unseres Einsatzes am ersten Tag. Aus meiner Sicht war der Angriff ein Fehlschlag, abgesehen von der Einnahme der Stadt. Der Fehlschlag rührte von unerfahrenen Offizieren und ungeübten Truppen. Nach unseren Erfahrungen später in Belgien hätten wir es besser machen können. Und das taten wir in den folgenden Monaten.

Nach unserem Rückzug von dem Hügel gingen der Leutnant und ich in die Stadt, um Verbindung zu anderen Offizieren zu bekommen und zu erfahren, wie es gelaufen war. Die Deutschen begannen, die Stadt und unsere Fahrzeuge mit Mörser- und Artillerie-Geschossen einzudecken. Wir wichen in einen Keller aus und ließen die Musik draußen spielen.

Sobald die Artillerie ein bißchen nachgelassen hatte, schickte mich der Leutnant dorthin, wo die Fahrzeuge geparkt waren, um die Männer in die Stadt zu bringen, wo sie in den Gebäuden Deckung finden konnten. Als ich zu den Jungs hinaus kam, fand ich sie hinter Hecken zusammengedrängt und in Gräben hingestreckt. Sie sahen zu Tode erschreckt aus und dachten, es sei verrückt von mir, im offenen Gelände herumzulaufen. Mehrere der Jungs waren auf dem Feld verwundet und ein paar getötet worden. Zwei Jungs verloren die Nerven und erlitten eine Frontneurose. Einer war von meiner Gruppe.

Diese Nacht war die erste vieler elenden Nächte, die noch kommen sollten. Meine Kompanie sollte einen Sektor der Stadt verteidigen, und wir gruben Schützenlöcher und stellten Maschinengewehre an der äußeren Begrenzung auf. Es war eine Hurennacht, wie wir zu sagen pflegten. Es war kalt mit Schneeregen und Schneesturm. Der Boden war gefroren und widersetzte sich unseren Bemühungen, uns einzugraben. Meiner Gruppe gelang es schließlich, mehrere Löcher zu scharren, und wir stellten unsere 50 mm Geschütze am Fahrzeug auf. In dieser Nacht wurde nicht viel geschlafen. Jeder Mann hielt etwa vier Stunden Wachdienst in den Schützenlöchern, und versuchte dann zu schlafen. Der gesamte Zug war in ein kleines Haus eingepfercht. Wir schliefen auf dem Boden und jedesmal, wenn jemand zur Tür kam, wurde auf mich getreten. Ich erinnere mich, als ich auf Wache war, wie Joe Moran an mir vorbeikam und die Straße entlang ging, die aus der Stadt führte. Ich sagte ihm, daß er auf die feindlichen Linien zuging. Er muß betrunken gewesen sein. Am nächsten Tag war er nicht da, als der Angriff begann. Wir fanden den kampflustigen Iren später; er hatte sich in einer Dachstube versteckt.

Am nächsten Tag, dem 31. Dezember, sollten wir unseren Angriff fortsetzen. Die Wachen wurden eingeholt, und wir stiegen in unsere Halbkettenfahrzeuge und waren abmarschbereit. Ich erinnere mich, daß ich micht nicht entscheiden konnte, ob ich meinen Mantel anziehen sollte oder nicht. Ich zog ihn mehrere Male an und aus. Er war sehr schwer und unpraktisch beim Gehen oder Laufen, aber er gab guten Schutz, wenn ich mich in den Schnee legte. Ich beschloß schließlich, ihn anzuziehen, und später in dieser Nacht war ich darüber sehr froh.

An diesem Morgen gab es eine Verzögerung beim Angriff. Dieses Mal bombardierte unsere Artillerie die feindliche Stellung. Ich kam hoch auf den Hügel, um einigen der Panzerleute einen Besuch zu machen, während wir auf den Angriff warteten. Mehrere von ihnen standen hinter ihren Panzern zusammen, schmolzen Schnee und versuchten, Kaffee zu machen. Sie erzählten mir, daß sie am Vortag 14 Panzer verloren hatten und eine Reihe Jungs verwundet wurden. Der Kompanieführer und ein anderer Junge waren gefallen. Mehrere Panzer feuerten zu dieser Zeit. Sie hatten Bewegungen auf dem Hügel vor uns ausgemacht und übten nun ihre Treffsicherheit.

Eine deutsche Panzerbesatzung bei einer Orientierungspause während des Vorstoßes in die Ardennen.

Um 12 Uhr gab der Bataillonskommandeur das Zeichen, den Angriff zu beginnen. Wir stiegen auf und fuhren los, mit den Panzern voraus. Wir rasten die gleiche Talsohle herunter, durch die wir uns am Vortag zurückgezogen hatten. Diesmal spuckten alle unsere Maschinengewehre Feuer. Es war ein tröstlicher Klang, diese Gewehre schnattern zu hören. Leutnant Stringfellow mit dem 50er Geschütz auf unserem Fahrzeug feuerte ein paar Runden und hatte dann Ladehemmung. Unsere Angriffsspitze aus Panzern und Halbkettenfahrzeugen jagte das Tal hinunter auf die nächste Stadt zu, bis mehrere Fahrzeuge stecken blieben und unter feindliches Feuer gerieten. Da stiegen wir aus den Fahrzeugen aus und nahmen in einem Engpaß an der Straße Deckung.

Howard Andersons Fahrzeug war von einer Granate getroffen worden und unbrauchbar, aber zum Glück hatten alle Männer es verlassen. Die Kompanie bildete eine Schützenlinie entlang der Straße und nahm hinter einer Böschung Deckung. Wie gewöhnlich hatte ich keine Ahnung, was wir angriffen, oder wo der Feind sein sollte. Ich hörte Maschinengewehrfeuer von rückwärts über unsere Köpfe fegen, aber es stellte sich heraus, daß es von unseren eigenen Panzern kam. Hier hatte Kelly Maynard einen glücklichen Treffer mit seiner Bazooka. Er feuerte auf das Dachfenster eines Hauses nahe der Straße. Es war ein wunderbarer Treffer, und ein Kraut kam aus dem anderen Dachfenster geflogen. Er kam nicht weit, bis er von Kaliber 4-50 MGs von einer Fliegerabwehrbatterie niedergemäht wurde.

Der Plan sah vor, daß wir den Hügel vor uns angreifen sollten. Das Bataillon kam aus der Straße heraus, wie man es bei der Grundausbildung lernt, mit Sprüngen, Deckungsnahme und Anstürmen – alles genau wie im Lehrbuch. Wir griffen über die freie Fläche und den Hügel hoch an, bis wir Befehl bekamen, anzuhalten. Jetzt entschieden die Offiziere, daß wir den falschen Hügel angegriffen hatten! Die Deutschen waren gar nicht dort oben. Jemand hatte einen Fehler gemacht. Mir wurde später erzählt, daß der Panzer-Befehlshaber unseren Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Hooman, anbrüllte und ihn fragte, ob er überhaupt fähig sei, seine Leute zu führen. Seine Antwort war "Ich schätze nicht".

Später erfuhr ich, daß unser Bataillonskommandeur die Panzerluke auf seine Schulter fallen ließ und verwundet war und ersetzt wurde. Das bereinigte die Lage. Oberst Hoffmans Nachfolger war Major Tansay, ein wagemutiger West-Point-Offizier. Ich erinnere mich, wie er mit seiner 45er herumlief, in seiner hohen Stimme Befehle schrie und dort umherlief, wo das Gefecht am heißesten war.

Da wir mit unserem Angriff auf den falschen Hügel unbesonnen gehandelt hatten, führte Major Tansay und Hauptmann Fabrick unsere Kompanie entlang einer Eisenbahnschiene um den Hügel herum. Wir gingen mehrere hundert Meter lang in einer Kolonne von 215 Mann an den Schienen entlang abwärts, und dann übers Feld hoch über den Hügel. Ich bemerkte mehrere erledigte amerikanische Panzer auf dem Hügel, aber sonst nichts. Obwohl ich es nicht wußte, hielten wir auf die Stadt Chenogne in Belgien zu, was vermutlich unser ursprüngliches Ziel war. Diese Stadt sollte Zeuge der blutigsten Kämpfe unseres Feldzugs in Belgien werden.

Unsere Kompanie kam in aufgelockerter Formation über den Hügel, voran der erste Zug. Ich erinnere mich, daß wir durch Schneeverwehungen gewatet und durch mehrere Stacheldrahtzäune gekrochen sind. Als ich über den Gipfel dieses offenen Hügels kam, hatte ich keine Vorstellung von der Falle, in die wir gingen. Mehrmals explodierten Granaten in den Kiefern etwa 150 m zu meiner Linken, und Schrapnells trafen den Schnee um mich herum. Ich konnte zu dieser Zeit nicht ausmachen, ob das nahe Unterstützung unserer Artillerie oder der Feind war. Ich schätze, es waren die Deutschen, denn sie entdeckten jede Bewegung, die wir machten.

Plötzlich erschrak ich. Wieder bekam ich diese plötzliche Übelkeit im Magen. Vor mir waren zwei 2-Mann-Schützenlöcher. Ich konnte die Umrisse amerikanischer Jungs, GIs, ausmachen, die in sitzender Haltung zusammengefallen waren – tot. Der Schnee war über ihre Leichen geweht, und ich konnte ihre Züge kaum erkennen. Da wußte ich, daß hier etwas faul war. Jemand rief, daß hier vor wenigen Tagen die 9. Panzerdivision verjagt worden war.

Als wir weitergingen, rief Hauptmann Fabrick, daß jemand ein paar Schüsse in einen Heuschober weiter vorne abfeuern sollte. Er glaubte, daß jemand da drin sein könnte. Jemand schoß ein paarmal und das erwies sich als großes Glück. Die Deutschen glaubten, wir hätten sie entdeckt und feuerten los mit ihren Maschinengewehren. Den Klang dieses Gewehrs werde ich nie mehr vergessen. Das deutsche Maschinengewehr hat eine viel höhere Feuerrate als unsere Gewehre, und daher sind sie leicht zu unterscheiden. Der Klang des Gewehrs kam über den Schnee als Echo zurück und alles in mir schien still zu stehen. Wir waren sechs in der ersten Reihe, als wir den Kamm des Hügels überschritten, und wir konnten die Stadt Chenogne 300 m vor uns sehen. Wir gingen alle instinktiv in den Schnee in Deckung. Ich schaute mich nach einem Loch um, aber es gab keines.

Die erste Gewehrsalve hatte zwei Männer getötet und drei verwundet, ich allein hatte Glück gehabt. Als ich den Kopf hob, um mich umzusehen, sah ich Jungs links von mir im Schnee zappeln und sich winden. Ich wußte, daß sie getroffen worden waren und wollte zu ihnen kommen, aber ich konnte nicht. Ich wußte ungefähr, wer sie waren, obwohl ich ihre Gesichter nicht sehen konnte. Feldwebel Peterson von Oregon war tot. Kidney, aus Toledo, Ohio, war tot, und Bill Bassert und Charlie Hocker von Philadelphia waren schwer verwundet.

Johnny Kale, der nahe bei mir lag, begann voller Schmerz zu wimmern. Er rief mir zu, daß er getroffen worden sei. Ich kroch auf dem Bauch durch den Schnee zu ihm hin und stellte fest, daß ihn die Kugel im Beines getroffen hatte, aber die Wunde blutete nicht sehr. Es sah nach einem sauberen Durchschuß aus. Ich nahm seine Carlisle-Binde von seinem Gürtel und verband sein Bein. Ich gab ihm seine Wundtablette, aber das Wasser, mit denen sie eingenommen werden sollten, war in seiner Feldflasche gefroren. Ich sagte ihm, er solle Schnee mit den Tabletten essen. Ich erinnerte mich an meine Grundausbildung, nahm den Ladestreifen Munition von seinem Gürtel ab und wies ihn an, nach hinten zu kriechen. Sobald Kale weg war, wurde meine Aufmerksamkeit wieder auf das deutsche Maschinengewehr gerichtet. Es verbreitete immer noch Tod über den Schnee. Ich wußte, daß ich irgendwo in ein Loch kommen mußte, oder dieses Gewehr würde mich kriegen. Ich entdeckte ein Loch etwa 20 m weiter unten am Hügel und rannte darauf los. Es war mit Schnee gefüllt, aber ich plumpste hinein.

Meine Deckung war nur ein niederer Spaltengraben. Jedesmal, wenn das Maschinengewehr einen Feuerstoß abgab, versuchte ich, meinen Hintern mehr in das Loch zu bekommen, oder ein Bein hereinzuziehen. In dieser Zeit empfand ich das tiefste Gefühl von Einsamkeit und Verlassenheit, das ich je erlebt habe. Ich schaute zurück und sah niemanden vom Zug hinter mir. Die wenigen Jungs rechts von mir waren entweder getötet oder lagen mit dem Gesicht nach unten ganz still. Links von mir und vor mir waren nur Deutsche. Ein paar Meter zu meiner rechten lag ein toter Deutscher. Er muß ein paar Tage zuvor getötet worden sein, denn er war ganz steif gefroren.

Mir ging der Gedanke durch den Kopf, daß sich die Kompanie vielleicht zurückziehen und mich hier zurücklassen würde. Ich dachte bei mir: "Schön, Moncrief, es sieht aus, als ob das Ende nahe ist." Meine Moral war auf dem absoluten Tiefpunkt.

Ich hatte eine Waffe in der Hand, und war entschlossen, sie zu gebrauchen, was auch immer geschehen möge. Ich sah in dem Haus vor mir etwas vor sich gehen, Krauts rannten herum, und deshalb schoß ich mit meinem Gewehr los. Als ich Kale Erste Hilfe geleistet hatte, hatte ich mein Gewehr hinter mir hergezogen und Schnee und Dreck in den Lauf bekommen. Ich feuerte einen Schuß ab, dann klemmte mein Gewehr. Ich hatte Probleme, den Abzug zurückzuziehen, aber ich konnte mein M1-Gewehr immer noch manuell bedienen. Ich bezweifle, daß ich irgend etwas traf, aber es war ein gutes Gefühl, zu schießen und etwas zu tun.

Mein einsames kleines Schlachtfeld erwachte schnell zum Leben. Ich hörte Maschinengewehrfeuer von hinten kommen, das war ein wunderbarer Klang. Ich sah, wie diese wunderschönen roten Leuchtspurgeschosse aus unseren Geschützen im Bogen über den Schnee in die Stellungen der Deutschen gingen. Ich hörte unsere Panzer hinten kommen, und ich wußte, daß ich nicht mehr allein war. Was für ein wunderbares Gefühl gab mir der Anblick unserer Panzer!

Ich glaubte, aufspringen und ganz allein die feindliche Stellung angreifen zu müssen. Ich war so erregt, daß ich keine Angst mehr hatte. Hinter mir hörte ich Stimmen, Rufe und Befehle. Ich sah Kameraden meines Zuges von den Buschgrenzen zu den Schneeverwehungen springen. Als sie bei mir ankamen, ging ich mit ihnen weiter. Ich eilte zu einem verlassenen deutschen Panzer 70 Meter vor mir und nahm dahinter Deckung.

Vorstoßende deutsche Soldaten zu Beginn der Ardennenschlacht.

Bei dem Panzer schloß sich mir bald der kleine Holquist an, der sein Maschinengewehr aufstellte und für die Arbeit bereit machte. Als nächste stießen Bob Fordyce (Pennsylvania State Fresh, Erie) und Paul Gentile zu uns. Sie brachten Munition für das Maschinengewehr mit. Die Unteroffiziere schlossen sich uns bald an. Als nächstes spielte uns Holquist eine Melodie auf seinem Maschinengewehr. Er hielt die Deutschen in Trab, die sich um das Haus etwa 50 m vor uns eingegraben hatten. Ich entschied, daß dies der Augenblick war, um mein Gewehr auseinanderzunehmen und den Schnee herauszubekommen.

Als die Kompanie genügend Kräfte in der Nähe der Deutschen um das Haus zusammengezogen hatte, griffen wir sie an. Als wir das Haus erreichten, kam ein Deutscher mit erhobenen Händen heraus. Roy Stout von Missouri (Mo.) erschoß ihn. Zwei weitere Deutsche kamen aus einem anderen Unterstand, und Uffz. Hartzel aus Philadelphia erschoß sie mit seiner 45er Pistole. Sie befolgten unseren Befehl, keine Gefangenen zu machen. Meine Kompanie hatte die deutschen Stellungen an Rand des kleinen Dorfes überrannt und wir begannen, durch das Dorf vorzustoßen. Es war eine allgemeine Verwirrung mit Rufen und Werfen von Granaten. Unsere Panzer kreuzten und walzten herum. Ich mußte aufpassen, um nicht von einem Panzer niedergewalzt zu werden oder in das Mündungsfeuer ihrer 75er Kanonen zu geraten.

Wir kamen nicht weit nach Chenogne hinein. Es war 5 Uhr abends, und es wurde beschlossen, für die Nacht eine Verteidigungslinie zu bilden, die durch die Randgebiete des Dorfes laufen sollte. Meine Kompanie B grub eine Linie auf der rechten Seite der Straße, die in die Stadt führte, und Kompanie C auf der linken Seite der Straße. Jetzt hatten wir Zeit, unsere Nasen zu zählen und zu sehen, wer da war, und Zeit, um unsere Munition und Versorgungsrationen zu überprüfen. Mein bester Kamerad, Mc Carty von Nebraska, wurde aus unserem Zug vermißt. Niemand schien zu wissen, was mit ihm geschehen war. Später erfuhr ich, daß er vom Splitter einer Mörsergranate in die Schulter getroffen worden war.

James Cust aus New York City und ich begannen, zusammen unsere Schützenlöcher zu graben. Es war Schnee auf dem Boden und er war 15 cm tief gefroren. Wir hatten nur wenig Schanzwerkzeug zum Graben und der gefrorene Boden widersetzte sich unseren Bemühungen, aber wir hackten fieberhaft in den Boden. Es war uns befohlen worden, einen Gegenangriff zu erwarten, sobald man seine Stellung eingenommen hat. Cust und ich hatten ein Loch gegraben, das tief genug war, um darin sitzen zu können, wenn die Deutschen einen Gegenangriff machten. Der begann mit einem heftigen Artillerie-Sperrfeuer. Cust und ich hatten 45 Minuten gehabt, um das Loch zu graben, aber es rette unser Leben. Bob Fordyce (Pennsylvania, der zweite, der sich mir an dem Nachmittag bei dem Panzer angeschlossen hatte) wurde in seinem Loch hinter uns getötet. Er bekam das Loch nicht rechtzeitig fertig, daß es ihn genügend schützen konnte.

Als sich das Sperrfeuer fortsetzte, saßen Cust und ich in unserem Loch und schauten uns an. Wir waren zwei furchtsame, kalte, erschöpfte Jungs. Jedesmal, wenn eine Granate einschlug, schlossen wir die Augen und schreckten zusammen. Granaten explodierten rings um unser Loch und warfen Dreck auf. Wie lange konnte dieser Beschuß dauern? Würde die nächste Granate uns treffen? Was würde nach dem Beschuß kommen? Nun, auf das Bombardement folgte Maschinengewehrfeuer der Krauts. Ich erwartete einen Infanterie-Angriff, aber unsere Panzer und Artillerie kamen zu unserer Rettung. Die Artillerie warf Granaten vor unsere Stellung und die Panzer auf dem Hügel hinter uns benutzten ihre Maschinengewehre. Das schreckte die Krauts vor jedem Angriff auf uns ab.

Bald war es um Mitternacht, Sylvesterabend 1944/45. Ich verbrachte ihn in einem Schützenloch, kalt, zitternd, elend, und fragte mich, ob ich überleben würde – mit einem Dreckhaufen vor mir, und drei Handgranaten als Sicherheitsmaßnahme.

Ich dachte, Cust und ich hätten uns für die Nacht niedergelassen, aber bald kam der Gruppenführer und teilte uns mit, daß unsere Löcher zu weit von der Verteidigungslinie weg waren, und daß wir uns zurückziehen und neue graben sollten. Fluchend und Verwünschungen ausstoßend begannen wir, ein neues Loch zu graben. Während der ganzen Zeit, als wir das neue Loch gruben, waren wir einem möglichen Artillerie-Sperrfeuer ausgesetzt. Wieder mußten wir mit unseren Spielzeugspaten den gefrorenen Boden hacken und zerkleinern. Ich war so kalt und erschöpft, daß ich mich hinsetzte und zwischen meinen Beinen grub.

Die Häuser an der Straße zu meiner Linken brannten lichterloh. Das gab der Szene einen schauerlichen Anstrich. Die Flammen zuckten und flackerten und beleuchteten den Schauplatz und erleuchteten unsere kleine Welt. Ich hatte meinen Blick auf ein brennendes Haus weiter hinten an der Straße gerichtet, als ich zwei Figuren im Licht des Feuers sah. Sie gingen auf die Dunkelheit zu. Zuerst dachte ich, es seien GIs, aber dann änderte ich meine Ansicht. Ich eröffnete mit meinem Gewehr das Feuer auf sie. Ich hörte etwas stöhnen und rufen, und dann "Kamerad! Kamerad!". Zwei Männer stapften aus der Dunkelheit auf mich zu und hielten die Hände zur Kapitulation hoch. Sie waren meine ersten Gefangenen.

Ich übergab die zwei Gefangenen Joe Minnaugh von Harrisburg, der deutsch sprechen konnte. Später erfuhr ich, daß diese zwei Männer hinter einen Heuschober gebracht und erschossen worden waren. Der Befehl war gewesen: "Nehmt keine Gefangenen bei diesem Vorstoß".

Das Feuer in den brennenden Gebäuden sah für mich einladend aus, der ich in meinem Schützenloch fror. Ich beschloß, zum Feuer hinüberzugehen und mich ein bißchen aufzuwärmen. Die starke Wärme des Feuers fühlte sich gut an und ich war dabei, mein kleines Lagerfeuer zu genießen, als ich zufällig auf den verkohlten Gegenstand bei meinen Füßen sah. Zuerst dachte ich, es sei ein verbrannter Klotz, aber bei genauerem Hinsehen merkte ich, daß es die verkohlte Leiche eines Deutschen war. Ich fing an, über die Möglichkeit nachzudenken, daß mich ein paar Krauts überraschen könnten, während ich hier vom Feuer beleuchtet stand. Dieser Gedanke und der verkohlte Gefährte führten dazu, daß ich beschloß, zu meinem kalten Schützenloch zurückzukehren.

Die Parole ging um, daß unsere Halbkettenfahrzeuge auf dem Hügel hinter uns waren, und daß wir, einer nach dem anderen, los konnten, um Essen und unsere Mäntel zu holen. Cust blieb in unserem Loch, und ich ging hoch zum "Troß". Aus irgend einem Grund war ich sehr durstig. Als ich im Halbkettenfahrzeug herumstöberte, fand ich eine Dose Kondensmilch, und ich dachte, daß ich die gerne trinken würde. Ich durchbohrte sie mit meinem Messer und trank die Milch. Es war eine bittere Arznei, aber ich trank sie. Die "C"-Rationen waren in der Dose hart gefroren, aber irgendwie konnte ich den Eintopf mit meinem Messer loskriegen. Ich war hungrig.

Etwa gegen Mitternacht kam der Befehl von oben, daß wir unsere Stellung in der Stadt räumen und uns auf den Hügel zurückziehen sollten. Ich hörte Gerüchte, die Gründe hierfür seien, daß die Deutschen Verstärkungen und Panzer zum Angriff in die Stadt brachten. Ich glaubte damals diesen Gerüchten, aber heute weiß ich, daß die Offiziere etwas anderes vorhatten.

Mein Zug sammelte sich beim gleichen Heuschober auf dem Hügel, wo am Nachmittag zuvor die Schießerei begonnen hatte. Wir sollten eine neue Verteidigungslinie auf dem Bergrücken aufziehen.

Zum dritten Mal in dieser Nacht sollten Cust und ich ein Loch aus dem gefrorenen Boden kratzen. Einigen Kerls wurde von der 9. Panzerdivision Schützenlöcher gegraben, bevor sie sich zurückzog, aber wir mußten unser Loch selbst graben.

Cust war so erschöpft, daß er nicht graben konnte. Er legte sich in den Schnee und sagte mir, daß es ihm egal sei, ob er sterbe oder nicht. Er konnte nicht graben. Mir ging es genauso, aber ich begann, ein bißchen im Boden herumzustochern und so zu tun, als ob ich mit Begeisterung bei der Arbeit wäre. Als ich etwas losgegraben hatte, überredete ich Jim, es wegzuschaufeln und weckte so sein Interesse für das Vorhaben.

Der nächste Tag war der Neujahrstag 1945. Daheim in den Staaten war es ein Feiertag. Meine Mutter pflegte ein großes Festessen abzuhalten. Daran dachte ich, als ich im fahlen Licht der Dämmerung zu unserem Halbkettenfahrzeug hinübertrottete. Ich war auf eine weitere Dose "C"-Ration aus.

Als es am Neujahrsmorgen hell wurde, war ich erstaunt über die Ansammlung von Fahrzeugen am Abhang hinter unserer Stellung. Da standen Halbkettenfahrzeuge und Panzer, Panzerzerstörer, Jeeps und Krankenwagen. Auf die kleine Stadt Chenogne sollte ein weiterer Angriff erfolgen. Die Panzer-Besatzungen waren dabei, ihre Panzer aufzuwärmen, um sie für den großen Vorstoß vorzubereiten.

Während der Ardennenschlacht setzten die Deutschen Soldaten in erbeuteten US-Uniformen ein, um hinter den US-Linien Verwirrung zu stiften. Diese Soldaten wurden später dem Kriegsrecht folgend erschossen, wie hier im Bilde.

Es vergingen mehrere Stunden des Morgens, während die Vorbereitungen für den Angriff getroffen wurden. Eine Artillerie-Vorbereitung war im Gange. Die Panzer reihten sich quer über den Hügel an der Startlinie auf. Auch unser Infanterie-Bataillon war in einer Gefechtslinie hinter den Panzern auseinandergezogen. Der zweite und dritte Zug unserer Kompanie waren auf der Linie, und mein Zug war direkt hinter ihnen. Wir hatten am Vortag die meisten Verluste erlitten und wurden deshalb jetzt als Unterstützung eingesetzt. Ich hatte an diesem Morgen viel zu tun. James Cust hatte vorgeschlagen, daß er und ich beim Angriff zusammenhalten und uns umeinander kümmern sollten, was mir ein guter Gedanke zu sein schien. Leutnant Stringfellow hatte mir auch gesagt, daß ich mich an ihn ranhängen sollte, da er fast völlig erschöpft war. Er gab mir sein Walkie-Talkie zum Tragen und Abhören.

Der Angriff begann, und die Krauts waren bereit. Sobald unsere Jungs über den Rücken des Hügels auf die Stadt zu losgingen, erwachten die deutschen Maschinengewehre zum Leben. Mörser eröffneten das Feuer auf unsere Panzer. Mehr Artillerieunterstützung wurde angefordert. Mehr Panzer und Sturmgeschütze wurden auf den Kamm geschafft, um zu versuchen, diese Maschinengewehre auszuschalten. Leutnant Dupont vom 2. Zug ging auf dem Kamm herum und versuchte, die feindlichen Maschinengewehre auszumachen, als er von dem Gewehr, nach dem er suchte, in die Schulter getroffen wurde. Er kroch vom Kamm zurück und lag im Schnee. Leutnant Stringfellow rief ihm zu, sich nicht zu bewegen und ruhig zu bleiben. Er forderte einen Krankenjeep an und der Leutnant und ich gingen hoch, um Dupont auf das Fahrzeug laden zu helfen.

Die Sanitäter hatten an diesem Morgen alle Hände voll zu tun. Über den ganzen Hügel ertönten die Rufe "Sanitäter!" "Sanitäter" "Bringt eine Trage!"

Die Deutschen waren mit ihrem Mörserfeuer äußerst präzise. Es schien, als ob sie ihre Granaten direkt in die Türme unserer Panzer fallen lassen konnten. Mehrere verwundete Panzerleute lagen in einem Granattrichter und warteten auf medizinische Versorgung. Der Leutnant ließ mich einen Jeep suchen, um sie wegzuschaffen. Ich konnte keinen Sanitätsjeep finden, deshalb gab ich einem Kompanie-Fahrzeug den Auftrag. Wir luden die Verwundeten auf und fuhren los zum Bataillons-Verbandsplatz im Hinterland. Zum Glück kannte der Fahrer den Weg zurück nach Jodenville. Es war eine holprige Fahrt über den Schnee und den gefrorenen Boden, aber es sollte schnell gehen. Wir luden unsere Ladung Verwundeter ab und machten uns dann wieder auf, zurück an die Front.

Zuerst verlief der Angriff schlecht. Der Feind hatte uns auf dem Bergrücken festgenagelt. Allmählich half uns unser überlegenes Feuer, durchzubrechen, und wir gingen los den Hügel hinunter in die Stadt. Mein Zug sollte weiter hinten nachziehen, aber in der Verwirrung wurden wir unter den Rest der Kompanie gemischt. Wir kämpften völlig durcheinander in einem Haufen.

Ich erinnere mich besonders an Uffz. Warfield, der die Straße hinunterlief und aus der Hüfte mit einem leichten Maschinengewehr feuerte. Er sah aus wie der Held in einem Hollywood-Film. Der Munitionsgürtel war über seine Schulter geschlagen, und er spuckte wie die Hölle auf alles, was er sah.

Alles lief gut, bis ein Maschinengewehrfeuer aus einer unbekannten Stellung losging. Es klang wie eines unserer eigenen Gewehre, aber es setzte unsere Jungs die ganze Straße entlang außer Gefecht. Es sah aus, als ob das Feuer aus einem großen Steinhaus etwa 30 Meter vor uns kam, aber wir sahen kein Anzeichen einer Bewegung oder feindlichen Aktion.

Ich hockte in einem Graben neben der Straße, als eine Kugel durch meinen linken Daumen schlug und in den oberen Handschutz meines Gewehrs fuhr. Der Stoß des Geschosses riß mir das Gewehr aus der Hand und warf mich herum. Ich lag im Graben und wunderte mich, was geschehen war. Mein nächster Gedanke war, mir mein Gewehr wiederzubeschaffen. Ich kroch so weit, daß ich es zu fassen bekam, und zog es am Riemen zu mir her, dann machte ich eiligst, daß ich wegkam.

Auf der anderen Straßenseite war Beach aus Los Angeles von der gleichen Feuergarbe in beide Beine getroffen worden. Ich rannte über die Straße zu ihm hin, aber mehrere andere Jungs halfen ihm bereits. Sie wiesen mich an, am Eck zu sichern, da wir nicht wußten, von wo das Feuer kam.

Als ich dazu Zeit hatte, betrachtete ich meinen Daumen und mein Gewehr. Die Kugel war durch die Seite meines Daumens geschlagen, aber er blutete nicht ernstlich. Der hölzerne Handschutz an meinem Gewehr war zertrümmert, und die Kugel hatte den Lauf getroffen und war dann abgeprallt. Zum Glück funktionierte es noch.

Während ich dort sicherte, bemerkte ich, daß sich eine amerikanische Artillerie-Einheit mir näherte. Die Zugmaschine hatte die olivgrüne Tarnfarbe und den weißen Stern unseres Heeres. Die Deutschen hatten sie bei ihrem Entlastungsdurchbruch eingenommen und benutzten sie zum Schleppen der Artillerie.

Der Ausgangspunkt des feindlichen Feuers, das unseren Vorstoß aufhielt, wurde schließlich in einem großen Steinhaus vor uns ausgemacht. Panzerfeuer wurde aus weniger als 30 Meter Entfernung auf das Haus gerichtet und klaffende Löcher in die Wände geschossen.

Der Zugführer befahl dann mehreren von uns, mit Handgranaten vorzugehen und das Gebäude mit Handgranaten zu bestücken. James Cust und ich gingen vor und duckten uns bei der Hauswand. Jim machte den ersten Versuch, eine Handgranate durch ein oberes Fenster des Hauses hochzuwerfen. In seiner Hast verfehlte Jim das Fenster und die Handgranate fiel wieder auf den Boden. Jim warf sich selbst auf den Boden neben dem Gebäude, und sie explodierte 3 m neben ihm. Die Stoßrichtung der Granatensplitter ging nach oben, und wie durch ein Wunder wurde Jims Leben noch ein paar Minuten geschont. Das war das letzte Mal, daß ich Jim lebend sah.

Da Jim keinen Erfolg gehabt hatte, zog ich den Stift aus meiner Handgranate und ging vor. Ich zielte auf das Fenster des Obergeschosses, und wie Jim war ich zu aufgeregt, um das Fenster zu treffen. Die Granate fiel auf den Boden und ich sprang in einen offenen Eingang, um nicht getroffen zu werden, als sie explodierte. Ich nahm noch eine Granate und unternahm einen weiteren Versuch, das Fenster zu treffen. Wieder traf ich nicht, und wieder sprang ich in den Eingang, um nicht getroffen zu werden. Ich war noch gänzlich kampfunerfahren, sonst hätte ich niemals versucht, ein Obergeschoß mit Handgranaten anzugehen. Wie ich später erfuhr, hätte ich die Granate zum Kellerfenster hineinwerfen sollen, dann hätte ich mehr Erfolg gehabt. Die Deutschen versteckten sich immer im Keller, da er besseren Schutz vor Granaten bot.

Feldwebel Ferguson befahl mir, von dem Gebäude zurückzukommen, damit die Panzer das Haus nochmals beschießen konnten. Wir lagen hinter einer Hecke an der Seite des Hauses, als ich die Jungs links von mir von dem Haus zurückrennen sah. Mein Kamerad Cust war einer von denen, der überhaupt keine Chance hatte, wegzukommen. Er warf die Arme hoch und fiel dann um. Eine Kugel hatte ihn in den Kopf getroffen. Leutnant Jones, der am Graben bei der Straße stand, bekam von der gleichen Feuergarbe eine Kugel in die Brust und starb fast sofort.

In der Verwirrung und Aufregung des Gefechts wußte ich nicht, daß Jim getötet worden war, und ich wußte nicht einmal, daß dieses tödliche Feuer aus dem Kellerfenster des Hauses kam, wo ich lag. Etwas später fragte ich den Feldwebel, wo Custer sei. Er sagte, die Krauts hätten ihn gekriegt und er läge drüben bei der Hecke. Ich konnte nicht glauben, daß Jim so etwas passiert sein könnte, daher eilte ich hinüber zu dem Körper, der bei der Hecke lag. Da war Jim, aber der Junge, der dort im Schnee lag, hatte wenig Ähnlichkeit mit dem Jim, den ich so gut kannte. Sein Gesicht hatte diesen schrecklichen Blick eines gewaltsamen Todes. Er zeigte das Grinsen eines Chinese, aber das war nie typisch für Jim gewesen. Der Jim, den ich so gut kannte, war von mir gegangen, und ich kehrte dem leblos im Schnee liegenden Jungen den Rücken.

Jetzt brannte das Haus. Ein Panzerführer unten an der Straße rief, daß jemand versuchte, aus dem Keller zu entkommen. Wir standen alle mit unseren Gewehren bereit. Wir waren zornig und wild darauf zu töten, den Tod so vieler Jungs zu rächen, die diese Kreaturen verwundet oder getötet hatten.

Befehl von ganz oben für die US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg: »Es werden keine Gefangene gemacht!« Ein ermordeter deutscher Soldat.

Die Besatzung des Hauses wurde durch den Rauch hinausgetrieben. Das erste, was sich in der Kellertür zeigte, war eine deutsche Rot-Kreuz-Fahne. Sie baten um Gnade, aber in unseren Herzen gab es kein Erbarmen. Wir riefen den Krauts zu, herauszukommen. Der erste Mann, der durch den Rauch herauskam, war ein deutscher Sanitäter. Er wankte ein paar Schritte, und eine Reihe Gewehre knallten. Er fiel in den Schnee, kroch ein paar Fuß weit und fiel wieder hin. Er lag still.

Aus diesem Keller kamen schreckliche Rufe und Schreie. Die Leute wurden durch den Rauch drinnen erstickt, und draußen erwartete sie der Tod aus unseren Gewehren.

Noch ein Kraut tastete seinen Weg durch die Tür, machte ein paar Schritte, und begegnete einem Kugelhagel. Noch mehrere Deutsche eilten durch die Tür und fielen draußen in den Schnee. Ein Ring von Leichen bildete sich um den Eingang.

Bald merkten wir, daß Zivilisten im Keller eingesperrt waren, denn wir konnten Frauen schreien hören. Wir stellten das Feuer ein, als Frauen und Kinder aus dem rauchenden Keller herauseilten. Sie waren von den Deutschen gefangen gehalten worden, damit sie nicht deren Stellung verraten konnten. Diese Leute stürmten umher wie wildgewordene Tiere. Sie umarmten sich auch und küßten sich, weil sie so froh waren, aus dieser brennenden Hölle entkommen zu sein, und weil sie froh waren, daß wir sie nicht wie die Deutschen erschossen. Ich erinnere mich, daß ein junges Mädchen eine große offene Schnittwunde direkt unterm Knie hatte. Wir überredeten sie, sich auf die Straße zu legen, während ein Sanitäter ihr Bein verband. Die Zivilisten trauten uns noch immer nicht. Sie waren von der Aufregung und den Granaten erschreckt. Die Frauen packten schnell ihre Kinder auf die Arme und rannten auf den Wald zu. Wir versuchten, sie aufzuhalten, weil der Wald nicht vor unserer Artillerie sicher war, aber sie beachteten unsere Warnungen nicht.

Als dieser Stützpunkt des Widerstands überwunden war, gingen wir weiter die Hauptstraße der Stadt hinunter. Ich schaute aufmerksam nach allen Fenstern, ob sich etwas bewegte. Aus einem weißen Steinhaus auf einem Hügel links von der Straße erschien ein Mann mit einer weißen Fahne. Ich schrie ihm zu und winkte, daß er herkommen solle. Er kam zur Straße herunter, von einem Dutzend anderer gefolgt. Sie stellten sich auf der Straße in Reihe, und mehrere Jungs durchsuchten sie nach Waffen und Beute. Das waren deutsche Supermänner, die mit dem Auftrag betraut gewesen waren, von Rundstedts Korridor nach Antwerpen offenzuhalten. Viele von ihnen waren jugendliche, arrogante Jungs von 16, 17 Jahren, Hitler-Jugend. Einige von ihnen trugen Uniformteile von uns, die sie unseren Jungs von der 9. Panzerdivision, die sie getötet oder gefangengenommen hatten, abgenommen hatten – nehme ich an.

Jetzt hatten wir die Stadt gesäubert. Die meisten Gebäude waren entweder zerstört worden oder brannten durch unseren Artillerie- und Panzerbeschuß. Es gab immer noch ein paar Deutsche, die sich in der Stadt und den Wäldern versteckten. Das wurde deutlich durch das Heckenschützen-Feuer, das ab und zu immer wieder auftrat. Das Hauptgefecht war vorbei, und wir saßen am Straßenrand und versuchten, uns von der Erschöpfung unseres morgendlichen Gefechts zu erholen.

Einige der Jungs ließen einige Gefangene sich aufstellen. Ich wußte, daß sie sie erschießen würden, und das war mir verhaßt. Ich versteckte mich hinter einem unserer Panzer, damit mich niemand sehen und bitten konnte, bei der Abschlachterei zu helfen. Zum Glück entschied einer der Kameraden, sie nicht offen zu erschießen, wo Deutsche, die sich in den Wäldern versteckt hielten, Zeugen dieser Greueltaten werden konnten. Sie ließen die Gefangenen zurück den Hügel hoch marschieren, um sie mit dem Rest der Gefangenen zu ermorden, die wir an diesem Morgen gemacht hatten.

Unsere Panzer bewegten sich jetzt die Straße hoch, um eine Verteidigungsstellung außerhalb der Stadt einzunehmen. Unsere Aufgabe in der Stadt war erledigt, wir hatten die Stadt von feindlichem Widerstand befreit. Als nächstes sollte sich meine Kompanie neu formieren und reorganisieren.

Die Jungs sammelten sich neben der Straße und aßen, was sie an Rationen bei sich hatten, und redeten über die Unternehmung des Morgens. Unsere Reihen waren gelichtet. Viele unserer Kameraden lagen hinten auf dem Hügel vor der Stadt.

Ich fing gerade an, mich wohl und entspannt zu fühlen, als ein paar deutsche Granaten herüberpfiffen und die Straße entlang einschlugen. Ein paar unserer Jungs gingen gerade auf der Straße und wurden getroffen. Es gab wieder den Ruf nach dem Sanitäter.

Nach einer Stunde Rast bekamen wir Befehl, durch die Stadt zurückzugehen und uns unseren Fahrzeugen auf der anderen Seite der Stadt anzuschließen. Wir bildeten so etwas wie eine Kolonne und trotteten zurück.

Als wir den Hügel hoch aus der Stadt gingen, sah ich, daß einige unserer Jungs deutsche Gefangene auf den Feldern beiderseits der Straße Aufstellung nehmen ließen. Es müssen 25 oder 30 Jungs in jeder Gruppe gewesen sein. Maschinengewehre wurden aufgestellt. Diese Jungs sollten mit dem Maschinengewehr niedergemacht und ermordet werden. Wir waren dabei, die gleichen Verbrechen zu begehen, derer wir jetzt die Japaner und die Deutschen beschuldigten. Damals kam mir die schreckliche Bedeutung dessen, was vor sich ging, nicht zu Bewußtsein. Nach dem Töten und dem Durcheinander an diesem Morgen beunruhigt mich der Gedanke, noch einige Krauts zu töten, nicht sonderlich. Ich wollte nicht an der Tötung mitwirken. Meine Hauptsorge war, daß die im Gehölz versteckten Deutschen dies Massaker sehen könnten und uns die gleiche Behandlung widerfahren könnte, wenn wir gefangengenommen würden. Ich kehrte dem Schauplatz den Rücken und ging den Hügel hoch.

Zurück beim Halbkettenfahrzeug gruben wir einige gefrorene C-Rationen aus und versuchten, sie am Auspuff aufzutauen. Das Wasser in der Feldflasche war teilweise gefroren, aber es gelang mir, ein bißchen zum Trinken herauszubekommen.

In der Zeit, die mir blieb, versuchte ich, meine Ausrüstung wieder in Ordnung zu bringen. Ich nahm mein Gewehr auseinander und reinigte und ölte es, so gut ich konnte. Ich bekam mehr Munition und Handgranaten zum Ersatz der verbrauchten.

Es war jetzt drei Uhr nachmittags. Obwohl wir müde und erschöpft waren, kam der Befehl, den Angriff fortzuführen. Wir sollten weiter vorstoßen. Unser Ziel war die Schnellstraße Bastogne-Neufchateau, derer wir uns bemächtigen sollten. Das Signal zum Aufsitzen und Vorbereiten zum Ausrücken wurde gegeben.

Vier Männer von meinem Zug fehlten.

Als ich die Straße hinunter in die Stadt zurückging, schaute ich auf die Felder, wo die deutschen Jungs erschossen worden waren. Dunkle leblose Gestalten lagen im Schnee.

Als wir die Stadt auf der anderen Seite räumten, verließen unsere Fahrzeuge die Straße und fuhren durch den Schnee über das Land. Wir stießen vor und blieben, so weit wir konnten, in unseren Fahrzeugen, dann stiegen wir ab und gingen zu Fuß weiter. Unsere vorgeschobene Linie war in einer Lichtung zwischen zwei Streifen Kiefernwald. Wir bildeten Kolonnen zu je fünf und waren ständig in Alarmbereitschaft, ob es Zeichen feindlicher Aktivitäten gab. Es war nun fast fünf Uhr, und die Dunkelheit senkte sich schnell herein. Ich hatte keine Ahnung, wohin wir gingen oder was geschehen sollte. Es ging einfach darum, dem Vordermann nachzugehen und zu hoffen, daß jemand wußte, was Sache war. Von Zeit zu Zeit, wenn Artillerie-Granaten in der Nähe niedergingen, legten wir uns in den Schnee. Niemand wurde getroffen.

Wir trotteten an diesem Abend weiter durch den Schnee, bis wir es nicht mehr für ratsam hielten, weiterzugehen. Wir erhielten den Befehl, uns einzugraben. Meinem Zug wurde ein Sicherungsbereich zugewiesen. Es war jetzt dunkel und unser Standort war merkwürdig und verwirrend. Wir waren auf einem kahlen Abhang, mit Gehölz oder Bäumen 20 Meter vor uns. Ich grub mit zwei anderen Jungs ein Loch. Einer war Ranquist, und der andere wurde "Snuffy" genannt. Snuffy war schwerhörig und nicht allzu verläßlich.

Wir bekamen unser Schanzwerkzeug und begannen, so schnell zu graben wie nur möglich. Wir kratzen den Schnee weg und durchbrachen die Kruste des gefrorenen Bodens. Das Graben war leicht – zu leicht. Als wir anderthalb Fuß tief gegraben hatten, waren wir im Schlamm, und schnell lief das Wasser zusammen. Das war äußerst entmutigend. Wir waren weniger als zwei Fuß tief gekommen, und auf Wasser gestoßen. Die Nacht würde kalt werden, und ich wußte, daß wir in einem mit Wasser gefüllten Loch nicht lange aushalten konnten. Wir beschlossen, in der Nähe auf etwas höherem Boden ein neues Loch anzufangen. Diesmal gruben wir ein weites Loch, und gingen nicht sehr tief. Wir arbeiteten abwechseln und hatten bald ein Loch, das fast drei Fuß tief war. Das mußte genügen. Wir wagten nicht, tiefer zu gehen. Zwei von uns hatten gearbeitet, während der dritte lauschte. Wir wollten nicht überrascht werden.

Als das Loch fertig war, wagten wir es, zum Ende des Gehölzes hinunterzugehen und Kiefernzweige zu schneiden. Diese sollten uns vor der Feuchtigkeit am Boden schützen. Wir meldeten es den Jungs zur Rechten und Linken, wenn wir zum Gehölz gingen.

Während wir gruben, erklang ein schauriger Laut aus dem Gehölz. Es klang nach einem Mann, der um Hilfe rief. Der Schrei war langgezogen und von furchterregendem Klang, den ich noch mehrere Nächte danach hörte. Keiner hatte den Mut, dorthin zu gehen und nachzusehen. Es hätte ein Trick der Deutschen oder ein verwundeter Deutscher sein können.

Da wir zu dritt waren, beschlossen wir, daß jeder eine Stunde Wache schieben und dann den nächsten Mann wecken sollte. Von Schlaf war aber keine Rede. Mir war zu kalt, zu ängstlich und zu elend, um schlafen zu können. Ich döste für ein paar Minuten und wachte dann jeweils mit einem Schlag wieder auf. Ich strengte meine Augen und Ohren an, um die Dunkelheit rings um unsere Stellung zu durchdringen.

Meine Füße bereiteten mir ganz unerträgliche Beschwerden. Meine Schuhe waren naß geworden, als ich durch den Schnee gestampft war, und jetzt begannen sie, zu gefrieren.

Einige Male während der Nacht wurden unsere Halbkettenfahrzeuge zu uns hochgebracht. Die Jungs verließen abwechselnd ihre Löcher und gingen zurück zu den Fahrzeugen, um sich aufzuwärmen. Die Fahrer ließen den Motor laufen, um ein bißchen Wärme zu erzeugen.

Kurz vor der Morgendämmerung donnerten mehrere Überraschungssalven in unsere Fahrzeuggruppe. Diejenigen, die standen, wurden vom Schnee getroffen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Die Deutschen müssen den Lärm unseres Motors gehört oder ein Licht von den Kochern gesehen haben. Sie waren diesbezüglich sehr empfindlich. Dieser Schrecken war genug. Es gab Befehl, die Fahrzeuge wieder in die rückwärtigen Linien zurückzunehmen. Weil sie so schnell weggefahren waren, hatte ich meine Handschuhe an der Seite der Kette liegen lassen, wo ich mit dem Auspuffrohr meine Hände gewärmt hatte. Es war eine schlimme Sache, ohne Handschuhe dem Frostwetter ausgesetzt zu sein. Ich raste herum, um mir noch ein Paar zu beschaffen, aber ohne Erfolg. Schließlich erhielt ich vom ersten Feldwebel ein altes Paar, das Löcher hatte. Das war aber besser als nichts.

Kurz nach dem Morgengrauen erhielten wir die überraschende Mitteilung, daß wir uns zurückziehen sollten. Den Gerüchten zufolge waren wir nicht stark genug, um unsere Stellung zu halten. Ich glaubte es, aber es war mir zuwider, Boden aufzugeben, den wir mit soviel Mühen eingenommen hatten. Wir sammelten unsere Zusatz-Munition und -Ausrüstung rund um unsere Löcher zusammen und legten es dort auf einen Haufen, wo es die Fahrzeuge bequem aufnehmen konnten. Die Jungs schnatterten und waren über die plötzliche Wendung der Ereignisse erregt. Und dann kam, im typischen "beschissenen" Armee-Stil ein weiterer Befehl, daß wir unsere Stellung halten sollten. Wir kehrten verdrossen zu unseren Löchern zurück. Irgendwie beim Wechsel der Ausrüstung sicherte ich mir ein überzähliges Maschinengewehr. Es gab keinen Fuß dafür, aber ich nahm es zu meinem Loch und stellte es auf. Das Gewehr war gefroren, aber ich tat mein bestes, um es funktionstüchtig zu machen.

Ich hatte Mühe gehabt, mich wach zu halten, als das Gefecht plötzlich losging. Garben von Granaten mit weißem Phosphorrauch fielen in die Gehölze 200 Meter links von unserer Front. Meine müden Augen sahen Figuren durch den Rauch schleichen, und ich feuerte mit dem Gewehr danach. Ich glaubte, daß der Rauch einen Überraschungsangriff der Deutschen tarnen sollte. Meine Nerven gingen mit mir durch. Es war alles Einbildung – außer den Rauchbomben. Wir konnten den Lärm von Panzermotoren über dem Bergrücken vor uns hören. Ich sah mehrere Fahrzeuge, die sich durch die Bäume bewegten. Meine gequälten Nerven glaubten an einen Panzerangriff – und keiner unserer Panzer war hier.

Ich war sehr erleichtert, als ich erfuhr, daß sie von einer anderen Einheit stammten, die an unserer rechten Flanke angriff. Das Gefecht erstarb und ich entspannte mich und versuchte, ein bißchen zu schlafen. Wir hatten durchgehalten und warteten nun auf den Befehl, anzugreifen oder uns zurückzuziehen. So verging der Morgen und dann der Nachmittag.

Gegen 4 Uhr erhielten wir Befehl, zum Dorf Monty vorzurücken, etwa 1000 Meter von unserer jetzigen Stellung. Damit, so erfuhr ich später, sollte die Kontrolle über die Hauptstraße zwischen Bastogne und Marche erlangt werden.

Wir verließen unsere Schützengräben und vereinigten uns auf dem Bergrücken mit den uns unterstützenden Panzern. Es gab keine Anzeichen feindlicher Aktivitäten. Es war zu ruhig.

Paul Gentile und ich wärmten uns hinter einem Panzer auf, als Mörsergranaten einschlugen. Wir fielen in den Schnee. Paul rief, daß er getroffen sei. Ich kroch hinüber, um ihm zu helfen, und als ich ihn umdrehte, entdeckte ich Blut aus einer klaffenden Wunde an der Brust laufen. Ich versuchte, es mit meiner behandschuhten Faust zu stoppen, aber ich merkte, daß das nicht reichte. Ich fand in einem Granattrichter in der Nähe einen Sanitätsjeep und überredete die Sanitäter, zu Paul mitzukommen. Wir legten ihn auf die Motorhaube und ich kroch zu Paul hinauf, damit er nicht herabfiel. Der Jeep raste und hüpfte über den gefrorenen Boden. Alles, was ich tun konnte, war festhalten.

An der grauen Farbe von Pauls Gesicht konnte ich sehen, daß es mit Paul vorbei war. Aber ich konnte nicht aufgeben.

Nachdem ich Pauls leblose Gestalt bei der Bataillons-Verbandsstelle niedergelegt hatte, begann ich, dorthin zurückzugehen, wo ich die Kompanie verlassen hatte. Vor Aufregung über Paul hatte ich mein Gewehr verloren. Ich versuchte, ein Gewehr von den Fahrern der Fahrzeuge, an denen ich vorbeikam, auszuleihen, aber sie hatten keines übrig. Als ich bei der Stelle ankam, wo wir Paul auf den Jeep geladen hatten, fand ich mein Gewehr. Ich hatte es gegen den Jeep gelehnt. Als der Fahrer wendete, wurde mein Gewehr zertrümmert. Zum Glück fand ich einen Karabiner im Schnee liegen – er gehörte vielleicht Paul.

Jetzt war die Dunkelheit eingebrochen und die Kompanie (was von ihr übrig war) kämpfte sich zum Dorf durch. Viele der Gebäude brannten, und ich konnte gegen die orangen Flammen die Umrisse vorrückender Männer sehen. Ich fand meinen Zug und reihte mich ein, als er in einer Linie am Rand des Dorfes vorrückte. Wir wateten durch einen Bach, wodurch unsere Füße pitschnaß wurden. Das würde die Zahl erfrorener Füße in der folgenden kalten Nacht erhöhen.

Haus für Haus wurde durchsucht, aber keine Deutschen wurden gefunden. Unsere Granatwerfer hatten sie wahrscheinlich vertrieben.

Da mein Zug keinen Wachdienst haben sollte, ließen wir uns für die Nacht in einem Haus nieder. Das war unsere erste Unterkunft seit vier Tagen. Die Halbkettenfahrzeuge wurden hergebracht, und wir packten unsere Klamotten aus.

Leutnant Stringfellow rief nach seinem Schlafsack, den ich für ihn in den Keller hinunter trug. Ich blieb im Erdgeschoß. Coleman-Öfen wurden angezündet, und wir wärmten dann unsere C-Rationen auf.

Als ich mich gerade auf dem Fußboden zum Ausruhen niedergelassen hatte, begannen die Deutschen, die Stadt mit Granaten zu beschießen. Die Wände des Raumes zitterten und bebten. Ich erwartete jeden Augenblick einen direkten Einschlag in das Haus. Ein Bild von Christus beim letzten Abendmahl tanzte an der Wand.

Jochen Peiper während des Ardennen-Feldzuges bei einer Lagebesprechung. Seine Einheit machte während ihres Vorstoßes bei Malmédy viele amerikanische Gefangene. Eine größere Gruppe davon wurde erschossen. Wie sich später herausstellte, weil sie offenbar in einem Moment der Verwirrung zu fliehen versuchte. Peiper und seine Kameraden wurden wegen dieses Vorfalls wegen angeblicher Kriegsverbrechen angeklagt, fürchterlich gefoltert und anschließend nach einem Schauprozeß zum Tode verurteilt. Peiper wurde später begnadigt und entlassen. Die fortwährenden Greuellügen über diesen Vorfall schürten den Haß gegen ihn. Ende der 70er Jahre kam er schließlich bei einem Brandanschlag auf sein Haus in Frankreich um.

Plötzlich hörte ich draußen den Ruf "Gegenangriff". Ein Schauer fuhr mir über den Rücken. Ich fürchtete, in diesem Haus umzingelt zu werden. Ich ergriff meinen Karabiner und raste nach draußen.

Dort war größte Verwirrung. Schwarze Gestalten rannten hier und dort. Schneetreiben erfüllte die Luft. Ich fand unsere Panzer in Gefechtslinie am Rand der Stadt und beschloß, daß dies der beste Aufenthaltsort sei. Auf die Stadt hagelten Granaten. Ich kniete im Schnee beim Panzer und starrte in die Schwärze und hielt Ausschau nach Zeichen einer angreifenden Infanterie. Unsere Artillerie und Panzer hatten das Feuer eröffnet, und es war wirklich ein großes Fest (wie der 4. Juli). Wie gewöhnlich fror ich und hatte Angst – aber keine Deutschen tauchten auf – nur Ungewißheit.

Ein Panzermann schrie vom Turm, daß er einen Bordschützen benötigte. Ihr Schütze war heute verwundet worden. Obwohl ich nie in einem Panzer gewesen war, dachte ich mir, das sei besser, als im Schnee zu hocken. Es war eine knifflige Sache, mich selbst mit Mantel, Feldflasche, Schanzwerkzeug, Patronengurt und Karabiner in das Dunkel dieses runden Loches hinunterzulassen, aber ich quetschte mich hinein. Das Innere eines Panzers war eine seltsame neue Welt für mich, aber ich fand das Kaliber 30-Maschinengewehr und den Beobachtungsschlitz. Alles, was ich sehen konnte, war das Aufblitzen explodierender Granaten, die von unserer Artillerie gefeuert wurden. Es gab vor lauter Munitionskisten kaum Platz für meine Füße. Jetzt begannen meine nassen Füße, einzufrieren. Ich versuchte, aufzustampfen, aber das hielt die Kälte nicht auf. Ich saß im Dunkeln, fröstelte und wartete.

Plötzlich gab es eine betäubende Explosion, die den Panzer erschütterte. Der Panzerkommandant schrie "Wir sind getroffen" und alle beeilten sich, den Panzer zu verlassen, bevor er Feuer fing. Das war für mich eine neue Erfahrung. Ich quetschte langsam wieder meine Feldflasche, Mantel, Karabiner und alles durch das Loch. Zum Glück war nur das hintere Ende das Panzers angesengt und das Getriebe weggeblasen.

Die Panzerleute meldeten den Schaden ihrem Kommandanten, der sie anwies, den Panzer aus der Linie zu ziehen, falls er bewegt werden konnte. Da sich der Granantenbeschuß und die Aufregung gelegt hatten, und sich kein Feind gezeigt hatte, kehrte ich zum Haus zurück.

Dort im Haus lagen die Reste des Zuges entweder auf dem Boden oder rührten auf den Coleman-Kochern Suppe und Kakao. Ich trat über die eingewickelten Gestalten auf dem Boden und legte mich nieder, aber nicht zum Schlafen. Die Angst vor einer Überraschung und gelegentliche Granaten machten alles andere als ein bißchen Dösen unmöglich.

3. Januar 1945

Der nächste Morgen war grau, es fiel Schneeregen. Ochsen gingen hilflos im Garten hinter dem Haus umher, manche mit tiefen Wunden im Fell. Einem Pferd hing der Dünndarm heraus. Viele waren tot. Das war ein erbarmungswürdiger Anblick.

Der erste Feldwebel Blackburn gab die Parole aus, daß wir abgelöst würden. Ich konnte nicht glauben, daß das wahr sein sollte. Ich stellte mir vor, daß man im Krieg immer weiter ging, bis niemand mehr da war. Die Kompanie hatte weniger als ihre halbe Stärke. Wir waren jetzt zu erschöpft und vom Frost angegriffen, um noch irgend einen wirkungsvollen Angriff durchführen zu können.

Der Zug sammelte sich und trottete zu den wartenden Halbkettenfahrzeugen. Vor unserem Weggang sah ich, daß Männer mit den Zeichen der 17. Luftlande-Division angekommen waren. Sie lungerten herum und warteten. Ich dachte bei mir: "Jungs, wenn ihr wüßtet, was euch bevorsteht. Besser ihr als ich."

In meinem Fahrzeug gab es außer mir nur noch zwei Männer. Die Klamotten waren in hoffnungslosem Durcheinander auf dem Boden. Wir plumpsten nur hinein, zu müde und zu elend, um uns darum zu kümmern, aber innerlich froh, wegzukommen, und die Spannung war weg. Regen und Schneeregen fiel, und die Plane oben auf dem Fahrzeug war heruntergelassen – wie es immer gewesen war, seitdem wir in die Gefechtszonen gekommen waren. Ich sank in einen tiefen, tiefen Schlaf, den ersten richtigen Schlaf seit fünf Tagen.

Ich erinnere mich an überhaupt nichts, bis wir an diesem Abend in Chêne, Belgien ankamen. Das sollte unser Erholungsgebiet sein.

Wir betteten uns für die Nacht in einen Heuschober. Zwei sehr nette belgische Mädchen brachten uns Kaffee. Er war heiß und schmeckte gut. Als ich mich in meinen Schlafsack schmiegte, schien der Krieg ganz weit weg. Ich würde mich darum am nächsten Morgen sorgen.

Wir blieben 9 Tage lang für eine Instandsetzungspause in Chêne, Belgien. Und was für eine Pause war das für uns! Wir hatten Gelegenheit, gutes heißes Essen zu bekommen, und die so sehr benötigte Ruhe. Es wurde uns neue Kleidung und Ausrüstung ausgegeben.

Es ist bemerkenswert, daß damals 159 einfache Soldaten und vier Offiziere einsatzbereit waren. Aufgrund dieses Verlustes an Männern wurde der zweite Zug aufgelöst und die Männer dem ersten und dritten Zug zugeteilt.

Am 12. Januar erhielten wir den Befehl, uns marschbereit zu machen. Wir rückten an diesem Abend aus und verbrachten den Großteil der Nacht auf der Straße. Es war früh am Morgen, als wir die Stadt Villeroux in Belgien erreichten. Das Wetter war wieder frostig und kalt. Wir litten unter kalten Händen und Füßen. Die Männer stampften auf der Straße auf und ab und versuchten, sich warm zu halten. Wir machten Feuer und drängten uns darum zusammen. Der Schnee hatte eine Höhe von zwei Fuß oder mehr erreicht. Die Verbindung von Tiefschnee mit unseren schwerfälligen Gummistiefeln machte das Gehen sehr schwer und ermüdend.

An diesem Tag, dem 13. Januar, wurde die Kompanie B dem Sonderkommando Blackjack zugewiesen. Wir zogen durch die uns jetzt bekannte Stadt Bastogne und gruben uns nordöstlich der Stadt ein. Am Morgen des 14. Januars, als wir uns zum Angriff vorbereiteten, waren nun bei der Kompanie drei Offiziere und 142 einfache Soldaten einsatzbereit. Unsere Aufgabe war, dem Sonderkommando Shamrock (Kleeblatt) Feuerschutz zu geben, aber es endete damit, daß wir die Stadt Cobru angriffen. Mit den Fahrzeugen kamen wir zu Wäldern, die die Stadt übersahen, und nach einem Artillerie- und Panzer-Sperrfeuer griffen wir auf unseren Fahrzeugen an. Die Stadt war von Krauts gut verteidigt. Sie hatten sich in Stellungen rund um die Stadt eingegraben und benutzten auch die Häuser für die Verteidigung. Die von uns entwickelte Feuerkraft und die Panzer waren jedoch zu viel für ihre geschwächte Moral, und viele von ihnen ergaben sich, als wir in den Nahkampfbereich kamen.

Diese Stadt zu säubern war eine schwierige Aufgabe, da jedes Haus von der Dachstube bis zum Keller durchsucht werden mußte. Die erschreckten und verwundeten Zivilisten erhöhten die Wirrnis unserer Aufgabe. Die Zahl unserer gefallenen und getöteten Männer war hoch, denn wir erhielten Mörser- und Panzerfeuer vom nächsten Hügel. Heckenschützen-Feuer zwang uns, uns mit großer Vorsicht zu bewegen. Zwei Männer wurden getötet, bevor wir diese Lektion lernten. Wir stellten Wachen in der Stadt auf und ließen uns nieder, um auch das durchzustehen. Während der Nacht gab es wiederholte Gerüchte über Bewegungen feindlicher Fahrzeuge.

Am folgenden Tag, dem 15. Januar, vereinten wir uns wieder mit dem Bataillon und wurden Teil des Sonderkommandos Shamrock. Wir rückten zu Fuß durch tiefen Schnee vor und griffen querfeldein an, unterstützt von Panzern und Panzerzerstörern. Unser erstes Ziel waren die Wälder östlich von Noville und südliche der Schnellstraße bei St. Vith. Als wir diese Stellung erreicht hatten, trafen wir auf wenig Widerstand aus den Wäldern.

Dann rückten wir zu unserm zweiten Ziel vor, nämlich den Wäldern nördlich der Straße nach St. Vith. Als wir dieses Ziel erreichten, gerieten wir in schweres Feuer. Panzerbrechende 88er hüpfte über den gefrorenen Schnee.

In dieser Nacht bildeten wir unsere Sicherung und gruben uns wie üblich ein. Die Halbkettenfahrzeuge kamen während der Nacht und brachten uns C-Rations-Dosen und Decken. Am Morgen befanden wir wieder auf dem Angriff und die B-Kompanie war auf die Panzer des 41. Panzer-Bataillons aufgestiegen. Wie ein Jockey auf den Panzern über diese gefrorenen Hügel Belgiens zu reiten, war eine neue Erfahrung für uns.

Die Maschinen tauchten und hüpften durch die Schneeverwehungen, und es bedurfte eines festen Griffes, um oben zu bleiben. Als die Panzer hielten, begannen ihre Kanonen zu feuern. Der Mündungsknall war schrecklich und rüttelte und schüttelte den ganzen Panzer. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß diese Panzer auf den Spitzen der Hügel mit ihren Silhouetten ein ausgezeichnetes Ziel für die 88er Geschütze abgaben. Der Gedanke an einen direkten Treffer hielt uns etwas in Atem.

Unser Angriff führte uns über die Schnellstraße Bastogne-Houffalize. Wir kamen westlich der Stadt Wicourt vorbei und erreichten unser Endziel, nämlich die Wälder auf der Hochebene südlich von Houffalize. Wir griffen diese Wälder in Gefechtslinie an und ballerten aus jedem Gewehr und Karabiner. Unsere Feuerstärke war zu viel für die Deutschen. Entweder sie flohen oder ergaben sich. Eine Flak vereitelte beinahe den Angriff. Die Deutschen versuchten, den Lauf niederzuhalten, um direktes Feuer gegen uns zu richten, aber das schlug fehl. Die Leuchtspurgeschosse flogen wunderbar über unsere Köpfe hinweg und unser Angriff war ein Erfolg.

Wir säuberten die Wälder von Deutschen und hielten stand. Der Feind floh über das Feld in Richtung auf Houffalize. Ein Geschützgespann machte einen verzweifelten Versuch, zu entkommen. Ein einzelner Deutscher versuchte, eine Leine darauf festzumachen, aber er war eine leichte Beute für unsere Gewehre und fiel tot in den Schnee. Dann feuerte ein Maschinengewehr auf das fliehende Gespann, es explodierte, als ob es von einer 155er Granate getroffen worden wäre. Die drei Deutschen, die die Mannschaft des Geschützes bildeten, wurden in die Luft geworfen und das Gespann brach in Flammen aus.

Wir bildeten eine Verteidigungsstellung um die Wälder und machten uns für die Nacht zurecht. Unsere Fahrzeuge brachten uns Essen und Decken und die dringend benötigte Munition.

An diesem Abend zog Hauptmann Elmore Fabrick mit einer Patrouille aus, um einige Bauernhäuser vor uns zu untersuchen. Als sie zurückkamen, hatten sie 50 deutsche Gefangene bei sich, die in den Gebäuden Zuflucht gesucht hatten. Die Säuberung dieser Wälder beendete die Ardennenschlacht in Belgien. An diesem Abend stellten Einheiten der 41. Kavallerie-Schwadron Verbindung mit der ersten Armee her, die von Norden herunterkam. Wir wurden am Morgen des 17. Januars durch ein Sperrfeuer einer deutschen Raketenbatterie geweckt. Das kostete uns mehrere Männer. An diesem Nachmittag wurden wir von Teilen der 17. Luftlande-Division abgelöst, und zogen uns mit einem Marsch auf der Straße nach Champs in Belgien zurück. 123 einfache Soldaten und unser Kompanieführer Hauptmann Fabrick waren einsatzbereit.

Der Erfolg des Einsatzes unserer Kompanie in diesen kritischen Tagen in Belgien muß in weitem Umfang Hauptmann Elmore Fabrick zugeschrieben werden. Seine Furchtlosigkeit und sein hoher Kampfgeist ließen uns trotz feindlichem Feuer und demoralisierenden Verhältnissen vorwärtsgehen. In diesem letzten Gefecht war die Kompanie von der Größe her eher ein Zug, mit Hauptmann Fabrick als ihr Führer.

Die Kompanie kam am 17. Januar in einem erschöpften Zustand in Champs an. Unsere Unterkünfte waren Scheunen und vernichtete Häuser. Alles, was wir wollten, war einfach irgendein Platz, an dem man schlafen konnte und Schutz vor Kälte fand – mehr bekamen wir auch nicht.

Es war für uns wie der Himmel, daß wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unseren Geist erholen konnten. Wir blieben hier vom 17. bis zum 20. Januar. Das war nur ein kurzer Zeitraum, aber es gab uns Gelegenheit, unsere Gewehre zu säubern und unsere Ausrüstung auf Vordermann zu bringen, und auch ein paar Briefe an unsere Lieben zu Hause zu schreiben. Es war schwer zu schreiben und zu sagen, alles sie gut und die Familie bräuchte sich nicht zu sorgen, aber irgendwie tat man es und wendete sich dann anderen Pflichten zu. 80 Männer wurden der Kompanie als Ersatz zugewiesen.

Am 20. Januar waren wir wieder auf der Straße und bewegten uns auf ein bewaldetes Gebiet südwestlich von Foy zu, wo das Sonderkommando Rocket gebildet wurde. Wir hatten Glück und fanden in dieser Nacht einige deutsche Gräben und schliefen darin. Am nächsten Tag rückten wir zu einem Sammelplatz in der Nähe von Noville, Belgien. Dieses Gebiet war erst in der letzten Woche vom Feind gesäubert worden. Es gelang den Jungs, etwas Holz zu finden, so daß wir den Tag um ein Feuer gedrängt verbringen konnten. Wir blieben hier diese Nacht und rückten am nächsten Tag zu der Stadt Bourcy vor. Unsere damalige Aufgabe war, die 17. Luftlande-Division zu unterstützen, die den Feind nach Osten verfolgte. Unsere Kavallerie machte erfolglose Versuche, den Feind zu treffen.

Bourcy war genau wie so viele andere belgische Städte, die als Schlachtfeld für die amerikanischen und deutschen Streitkräfte dienten. Wenig Häuser waren übrig geblieben, keines hatte mehr Fensterscheiben. Kühe und Schweine rannten in den Straßen, außerdem waren da die unglückseligen Kadaver toten Viehs. Die wenigen, kriegsmüden Zivilisten, die in ihren Häusern ausharrten, wohnten im Keller oder wo immer sie Schutz finden konnten. Wie üblich lebten wir in Scheunen oder an irgendeiner Stelle, die ein bißchen Schutz vor dem Wetter bot. Wir spannten Segeltuch über die Fenster, so daß wir ein bißchen Licht hatten, aber die Kälte draußen halten konnten.

Bevor wir uns zur Ruhe niederlassen konnten, mußten wir die Trümmer wegräumen. Die Küche war in einer alten Schule untergebracht. Wir blieben zwei Tage in Bourca, vom 22. bis zum 24. Januar. Endlich wurden uns Schuhe und dicke Wollsocken ausgegeben. Besser spät als nie, aber es wäre viel besser gewesen, wenn wir das einen Monat früher hätten bekommen können. Am 24. Januar ging es nach Massul, Belgien. Diese Stadt war nicht vom Krieg betroffen worden, wir konnten deshalb bessere Unterkünfte bekommen. Die meisten Gruppen und Züge fanden Häuser, in denen sie wohnen konnten. Die Leute waren sehr freundlich zu uns, was dazu beitrug, unseren Aufenthalt angenehmer zu machen.

Eine wohlgehütete Erinnerung an unsere Zeit in Massul war die Gelegenheit, eine Dusche zu nehmen. Wir fuhren mit Lastern nach Neufchateau, Belgien, wo die Quartiermeisterei transportable Duschen aufgestellt hatte. Das war die erste Gelegenheit zum Duschen, seit wir England zwei Monate zuvor verlassen hatten.

Während wir in Massul waren, erhielten wir weitere 60 Mann Ersatz. Das brachte unsere Kompaniestärke auf 247 einfache Soldaten und 5 Offiziere. Wir waren jetzt bereit, unserer nächsten Bestimmung entgegenzugehen.

Schlußbemerkungen

Die Informationen in diesem Bericht entstammen persönlichen Briefen, die ich an meinen Vater, Charles P. schrieb. Er war im Ersten Weltkrieg Hauptmann der Infanterie gewesen.

Die Namen von Städten und Zielen mögen ungenau sein. Damals hatte ich keine Kenntnis unserer Ziele. Uns wurde nur gesagt, wir sollten zur nächsten Stadt oder Hügel vorrücken.

Die Ermordung deutscher Gefangener ist sehr bedauerlich. Bevor der Angriff losging, versammelte Oberst Yale, der Kommandeur des Kampfkommandos B (zu dem die 11. Panzerdivision gehörte) die Männer und hielt ihnen eine schwungvolle Rede. Das eine, woran ich mich erinnere, ist, daß er sagte: »Macht keine Gefangenen.« Damals sagte mir das nichts. Glücklicherweise dauerte dieser Wahnsinn nur ein paar Tage. Ich erfuhr später von der Ermordung amerikanischer Gefangener durch die Deutschen bei Malmedy in Belgien. Ich nehme an, daß das die Tragödie eröffnete.

Ich hatte Glück und konnte für den Rest des Krieges bei meiner Einheit bleiben. Mein Fahrzeug, der "BAT" verzeichnete über 1500 Kampfmeilen. Ich beendete den Krieg Anfang Mai in einem Konzentrationslager bei Linz in Österreich. Das Konzentrationslager Mauthausen war eine schlimme Mahnung, warum wir nach Europa gekommen waren. Ich war stolz darauf, auch einen kleinen Beitrag zur letzten Vernichtung des Dritten Reiches geleistet zu haben.

Ich kehrte im Februar 1946 in die Vereinigten Staaten zurück und nahm wieder meine Studien am Pennsylvania State College auf. Ich machte im Juni 1951 an der Universität von Pennsylvania in Philadelphia mein Abschlußexamen in Tiermedizin. Ich bin seit 44 Jahren Tierarzt hier in Shippensburg, PA. Nachdem ich meine Praxis verkauft habe, arbeite ich jetzt halbtags für den neuen Arzt.

Im August 1946 erfüllte ich das Versprechen, das ich James Cust am Sylvesterabend 1944 gegeben hatte. Ich besuchte seine Familie in New York City. Es war schmerzhaft für sie, aber sie würdigten meinen Besuch.

Bildquellen:


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 279-292.


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