Mal nachgedacht

Von Dipl.-Ing. Werner Rademacher

Es steht unzweifelhaft fest, daß das NS-Regime Verbrechen unsäglichen Ausmaßes begangen hat. Daran zu zweifeln ist unanständig.

Da verlangen immer wieder die sogenannten "Revisionisten" Sachbeweise für die Verbrechen, insbesondere verbeißen sie sich in die Leugnung der Massenvergasungen von Juden in den KZs.

Es sind aber diese Verbrechen der NS-Zeit durch eine Unzahl von Zeugen so notorisch, daß sie als offenkundig zu gelten haben.

Zwar sagt schon Wittgenstein (Satz 441 »Über Gewißheit«):

»Es muß gezeigt werden, daß der Zeuge in der Lage war zu wissen«

Aber infolge der Ergebnisse der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse bedarf es keiner Sachbeweise mehr.

Es geht in erster Linie um den systematischen Völkermord, insbesondere an den Juden, durch die sogenannten Massenvergasungen, sei es in Gaskammern mit Zyklon B (einem Blausäure-haltigen Entwesungsmittel) oder Dieselauspuffgasen und in zweiter Linie um die Gaswagen, wo ebenfalls mit Auspuffgasen getötet worden ist.

Die Deutschen hatten sehr gut funktionierende Gaskammern, Bauart und Funktionsweise sind sehr genau in der Fachliteratur beschrieben (Breymesser/Puntigam, Blausäuregaskammern zur Fleckfieberabwehr). Vorwärmeinrichtungen, Umlaufeinrichtungen usw. sorgten dort für eine rationelle Behandlung etwa von Uniformen. Da hätte man anstelle die Uniformen auf fahrbaren Kleiderständern zur Entwesung einzubringen auch ohne weiteres die präsumtiven Opfer auf fahrbaren Plattformen in der Kammer rasch und zuverlässig "vergasen" (richtig: ersticken und vergiften) können.

Das taten aber die deutschen Verbrecher nicht!

Unverständlicherweise trieben sie die Opfer in kalte Kellerräume, in denen das von oben eingeschüttete (und extrem teure) Zyklon B nicht "vergasen" (Siedepunkt ca. 27°C), sondern bloß langsam verdunsten konnte.

Ein verlauster Zug fährt in die Eisenbahnbegasungsanlage Budapest ein. (Entnommen G. Peters, »Eine moderne Eisenbahn-Entwesungsanlage«, Anzeiger für Schädlingskunde, 14(8) (1938) S. 98f.

Anmerkung: Jeder Hausfrau ist der zeitliche Unterschied zwischen Verdampfen (Wasser kocht und verschwindet sehr schnell aus dem Kochtopf) und Verdunsten (nachgießen bei Hydrokultur) klar!

Darüber hinaus mußten die innerlich und äußerlich mit Blausäure kontaminierten Leichen der Vergasten mühsam aus dem Keller geschleppt werden! Bei Benutzung der oberirdischen Gaskammern hätte man die Leichen auf den fahrbaren Plattformen bloß aus der Kammer zu den Krematorien ohne besondere Mühe schaffen können.

Man muß auch wissen, daß es z.B. in Budapest eine Eisenbahnentwesungsanlage (Gaskammer für Personenwaggons) gegeben hat, in der man die Waggons nicht nur leer, sondern auch vollbesetzt hätte "vergasen" können. Und da transportierten die Deutschen Hunderttausende zur Vergasung nach Auschwitz, und das bei drückendem Mangel an rollendem Material? Zu dieser Zeit wurden in Österreich Lokomotiven und Waggons schon zuhauf von alliierten Tieffliegern zerschossen.

Bei der Tötung durch Dieselauspuffgase in den oberirdischen Gaskammern, wie sie etwa Gerstein beschreibt, und in denen die Tötung gestoppte 32 Minuten dauerte, ging man offensichtlich auch sehr umständlich vor.

Abgesehen davon, daß bei Dieselauspuffgasen wegen des hohen Sauerstoffgehaltes lediglich der NO2 (Stickstoffdioxid)-Gehalt (schädliche Folge: Lungenödem nach 24 Stunden) und der Rußgehalt (schädliche Folge: Lungenkrebs nach Jahren) überhaupt gefährlich war, war der Gehalt an CO (giftiges Kohlenmonoxid) und NO (giftiges Stickstoffoxid) vernachlässigbar gering und in 32 Minuten Einwirkungszeit jedenfalls nicht tödlich.

Das durch Zeugenbeweis notorische Tötungsmittel war also nur bedingt tauglich, die Tötung mit Dieselauspuffgasen muß anders stattgefunden haben, da ist in der Tat noch etwas aufzuarbeiten.

Durch die "Offenkundigkeit" ist dies aber nicht möglich, da mit empfindlichen Strafen bedroht. Von den Revisionisten regelmäßig zur Entlastung beantragte oder vorgelegte "Sachbeweise" werden mit dem Hinweis auf die "Offenkundigkeit" infolge vielfacher Zeugenbeweise abgelehnt.

Anmerkung: Die Offenkundigkeit und Notorität (gegenteilige Sachargumente werden als "pseudowissenschaftlich" erst gar nicht sachlich behandelt) hindern uns somit, die Schatten der Vergangenheit zu beseitigen, also die Vergangenheit endlich aufzuarbeiten und nach dieser Aufarbeitung auch zu "bewältigen".

Die Deutschen hatten aber ein absolut tödliches Mittel zu Zehntausenden, ja zu Hunderttausenden: den Holzgasgenerator!

Querschnitt durch einen Holzgasgenerator der Fa. Kromag. Derartige Generatoren gab es im Zweiten Weltkrieg zu Hunderttausenden in Deutschland. Sie brauchten nur Holz und Wasser als Betriebsstoff, und produzierten ein schnell tödliches Giftgas. Billiger und einfacher war der Gastod im Deutschland der Jahre 1941-1945 nicht zu haben!

Wie man dem Fachbuch Die Gasversorgung (Tafel 47: Gaszusammensetzung bei der Verkohlung von Holz, Seite 96) leicht entnehmen kann, ist aus einigen Säcken überall leicht beschaffbarer Holzscheite (3,5 kg Holz ersetzen 1 kg Benzin!) ein Gascocktail von 20-30% CO und 34-66% CO2 »in bedeutenden Gasmengen« im Temperaturbereich von 280-500°C zu gewinnen. Beim Inhalieren dieses Cocktails tritt nach 15 Sekunden Bewußtlosigkeit und nach 5 Minuten der Gehirntod ein!

Wer soll da Gaskammern benutzen, die das teure und gelegentlich nicht beschaffbare Zyklon B benötigten, das zudem bei bloß kurzzeitig dauernden Menschenvergasungen wegen der nötigen "Überdosierung" von 90% (weil in den ersten Minuten nur 10% des Giftes abdampfen) zu aufwendig ist und gefahrenträchtig entsorgt werden mußte?

Und zur Produktion der Dieselauspuffgase wurden nach den notorischen Zeugenangaben Panzermotore verwendet. Russische, da es keine deutschen Panzer mit Dieselmotoren gab. Wie war denn das mit der Ersatzteilbeschaffung, vor allem beim Rückzug der deutschen Armeen?

Auch bei der Verwendung der Gaswagen drängt sich die Frage auf, warum denn die Deutschen erst mühsam Dieselauspuffgase in die geschlossenen Aufbauten eingeleitet haben, wenn sie doch viel einfacher und wirksamer gleich das Generatorgas hätten einleiten können?

Die Handhabung des mit dem hochgiftigen CO befrachteten Generatorgases war so gefährlich, daß die Fahrer der deutschen Generatorwagen einen speziellen "Gasführerschein" erwerben mußten und eine Gefahrenzulage von 2 Reichspfennig pro gefahrenem Kilometer erhielten

Und dann noch etwas: Jedes Jahr liest man von Unfällen mit Gärgas in den österreichischen Weinkellern und von den tödlichen Unfällen in ungelüfteten Silos in der Landwirtschaft, dort entsteht auch CO2 in Mengen.

Werbezeichen des Dritten Reiches zur Förderung der Giftgasgeneratortechnologie.

Warum haben die Deutschen denn Giftgase (auch gefährlich für die Henker!) verwendet, wenn es viel rascher geht, die Leute mit dem ungiftigen CO2 zu ersticken?

Da man nun an den Angaben der gewiß honorigen Zeugen nicht zweifeln kann, die ja sehr häufig auch Flammen aus Krematoriumskaminen haben schlagen sehen, bleibt nur ein Schluß:

Die Deutschen waren Verbrecher, aber überaus dumme Verbrecher.

Sie haben für ihre "Tötungsmaschinerie" wohl die Instrumente verwendet, die bei kritischer Betrachtung von Aufwand und Wirkung am schlechtesten geeignet waren.

Kein Wunder, daß sie den Krieg verloren haben!

Ein Volk, das so dumme Henker hat, hat offenbar auch gleich dumme Waffenschmiede.

Literaturhinweise

Zum Problem der Zeugenaussagen: Manfred Köhler, »Der Wert von Aussagen und Geständnissen zum Holocaust«, und Robert Faurisson »Die Zeugen der Gaskammern von Auschwitz«, in: Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 61-98, 99-110 (www.vho.org/D/gzz/4.html bzw. 5.html); Jürgen Graf, Auschwitz: Tätergeständnisse und Augenzeugen des Holocaust, Neue Visionen Verlag, Würenlos 1994 (www.vho.org/D/atuadh).

Zum Problem der Zyklon B-Vergasungen: G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten, 2. Auflage, Castle Hill Publishers, Hastings 2001 (www.vho.org/D/rga2)

Zum Problem der Diesel-Vergasungen: Conrad Grieb, »Holocaust: Dieselmotorabgase töten langsam«, VffG 1/97, S. 134-137. (www.vho.org/VffG/1997/3/Grieb3.html); Friedrich P. Berg »Diesel-Gaskammern: Mythos im Mythos«, in: Ernst Gauss (Hg.), aaO., S. 321-354 (www.vho.org/D/gzz/14.html)


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 323-325.


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