Die US-Nazijäger vom OSI und der Holocaust-Mythos

Von Andrew Allen

Die US-Nazijäger

Eine wichtige Stütze des Holocaust-Mythos ist der weitverbreitete Glaube, daß nationalsozialistische Verbrechen nach dem Zweiten Weltkrieg während verschiedener Gerichtsverfahren nachgewiesen wurden. Sogar noch 50 Jahre nach dem Krieg versuchen verschiedene Regierungen, diesen Mythos durch die Strafverfolgung angeblicher Kriegsverbrecher zu stützen. Die Fälle John Demjanjuk in Israel und Imre Finta in Kanada sind nur zwei Beispiele dafür. In den Vereinigten Staaten wurde für die "Nazi-Jagd" sogar eine permanente Einrichtung innerhalb der US-Justizministeriums geschaffen, das Büro für Sonderermittlungen – Office of Special Investigations (OSI). Es wurde am 4. September 1979 von Präsident Jimmy Carter gegründet, als Reaktion auf ein am 30. Oktober des Vorjahres vom Kongreß verabschiedeten Gesetz. Dieses Gesetz mit der Nummer 95-549 hat den Zweck, sogenannte "Nazi-Kriegsverbrecher" aufzuspüren und ihnen die Staatsbürgerschaft zu entziehen. In den ersten zehn Jahren des Bestehens des OSI wurde 35 US-Bürgern die Staatsbürgerschaft entzogen, woraufhin sie anschließend in ihre verschiedenen Herkunftsländer deportiert wurden. Das Büro hat ein Jahresetat von über 4 Millionen US-Dollar. Zur Zeit ist Neal Sher Vorsitzender des Büros.

Die Aktivitäten des OSI werden von den Mitgliedern des Aufsichtsrats, den Gerichten und von Kongreßmitgliedern zunehmend in Frage gestellt. Dieser Beitrag befaßt sich mit einem vom OSI verfolgten Fall, und zwar dem von Martin Bartesch. 1987 eröffnete das OSI ein Verfahren gegen den in Chicago ansässigen Martin Bartesch, um ihm die Staatsbürgerschaft abzuerkennen und ihn zu deportieren. In seinen Schriftsätzen wie auch in den Presseerklärungen beschuldigte das OSI Martin Bartesch, ein "Nazi-Kriegsverbrecher" zu sein, der persönlich Zehntausende von Häftlingen im Konzentrationslager Mauthausen ermordet habe. Er wurde beschuldigt, seine Einreise in die USA durch Betrug erschlichen zu haben, da er seine Aktivitäten für die SS verschwiegen habe.

Man sollte sich vergegenwärtigen, daß den vom OSI Beschuldigten nur vorgeworfen wird, bei der Einreise in die USA formale Vergehen begangen zu haben, indem sie gewisse Informationen zurückhielten. Das OSI sowie die Medien bezeichnen ihre Verfolgungsopfer aber dennoch regelmäßig als "Kriegsverbrecher". Ihnen wird tatsächlich keinerlei Verbrechen vorgeworfen. Das OSI klagt diese Leute nur wegen zivilrechtlicher Vergehen gegen die Einwanderungsbestimmungen an. Eine Niederlage in dem sich daraus entwickelnden Rechtsstreit wird von den Gerichten lediglich als Verurteilung in einer Zivilsache behandelt, nicht aber als Strafsache. Es mag unlogisch erscheinen, daß der Entzug der Staatsbürgerschaft, die Trennung von der Familie, der Verlust aller Sozialversicherungszahlungen sowie die Deportation nicht als "Bestrafung" aufgefaßt wird, ein Knöllchen über $100 aber sehr wohl. Dies ist aber dennoch die Rechtsauffassung des OSI, und die US-Gerichte haben sich dem leider angeschlossen.

Der Unterschied zwischen Zivil- und Strafverfahren ist sehr wichtig. Er bedeutet, daß ein vom OSI Angeklagter nicht jene Rechte zugestanden bekommt, die beispielsweise jedem Mörder zustehen. So hat der Angeklagte kein Recht auf einen Pflichtverteidiger, kein Recht auf ein Geschworenengericht, kein Aussageverweigerungsrecht und kann schon bei weitaus mangelhafterer Beweislage, als sie in einem Strafverfahren notwendig ist, für schuldig befunden werden. Angesichts dieser schwerwiegenden Nachteile und der drohenden hohen Gerichtskosten einigte sich Martin Bartesch außergerichtlich mit dem OSI. Diese Einigung bestand darin, daß er zurück in sein Geburtsland Österreich gehen würde, seine Sozialversicherungsbeiträge behalten könnte, und, was am wichtigsten ist, daß das OSI seine Frau nicht auch verfolgen würde.

Damit wäre dieser Fall abgeschlossen gewesen, wenn Martin Barteschs Kinder nicht so entschlossen gewesen wären, den Ruf ihres Vaters wieder herzustellen. 1988 wurde ich von Martins Sohn Heinz gebeten, bei den Behörden Akteneinsicht bezüglich seines Vaters zu erhalten. Die Einsichtsnahme zielte darauf ab, herauszufinden, was das OSI über Martin Bartesch vorliegen hatte. Als das OSI diese Akteneinsichtsgesuch ignorierte, verklagte ich es.

Das US-Gesetz über die Informationsfreiheit (Freedom of Information Act 5 U.S.C., FIOA) war 1966 vom Kongreß beschlossen worden und wurde 1974 erheblich verändert. Das Gesetz stellt einen wichtigen liberalen Triumph dar, denn mit ihm wurde erstmalig gesetzlich das Recht festgeschrieben, daß jede Person Zugang zu den Akten der US-Bundesbehörden bekommen kann, die sich auf ihn beziehen. Das FOIA schreibt vor, daß die US-Bundesbehörde entweder die über die anfragende Person geführten Akten freigibt oder eine vollständige Liste der Dokumente anfertigt und sich auf einen der Ausnahmegründe beruft, warum die Dokumente selbst nicht freigegeben werden (wie z.B. aus Gründen der Staatssicherheit). Diese Liste wird auch "Vaughn"-Index genannt.

Mehrere Wochen nachdem ich das OSI verklagt hatte, wurde mir ein großes Paket zugesandt. Es war angefüllt mit Dokumenten über Bartesch aus den OSI-Akten. Das ist es, was den Fall Bartesch so besonders interessant macht. Als mir irgend jemand im OSI die Dokumente zuspielte, befand ich mich in einer interessanten Lage: Ich konnte nachprüfen, wie sich meine juristischen Kollegen vom OSI an den Wortlaut des Informationsfreiheits-Gesetzes hielten. Ich war außerdem in der Lage, den gesamten Verlauf des Falles Bartesch nachzuzeichnen.

Die Geschichte Martin Barteschs

Martin Bartesch war ein auf einem rumänischen Bauernhof lebender Volkdeutscher. 1943, im Alter von 16 Jahren, trat er der SS bei, angeblich unter großem Druck, um einem Fronteinsatz in Rußland zu entgehen. Er war nie ein Mitglied in einer anderen NS-Organisation, wie etwa der Hitler-Jugend. Im September und Oktober 1943 wurde er außerhalb des Konzentrationslagers Mauthausen ausgebildet und wurde anschließend ins etwa 100 km weit entfernt Lager Linz III verlegt. Es handelte sich dabei um ein Arbeitslager, das von Zivilisten unter der Aufsicht der SS geführt wurde und wo es nicht zu Mißhandlungen oder Greueln gekommen ist.

Zeugenaussagen wiesen außerdem darauf hin, daß Bartesch während Straßenbaueinsätzen seine Zigaretten mit den vom ihm beaufsichtigten Häftlingen teilte und für sie auch Zusatzverpflegung organisierte. 1945 wurde Bartesch an die Ostfront verlegt. Er kämpfte gegen die Sowjets und wurde bei Kriegsende gefangengenommen. Als die Sowjets Rumänien überrannten, verlor Bartesch sein Zuhause. 1958 wanderte Martin Bartesch als Flüchtling nach Amerika aus, gründete dort eine Familie und wurde ein vorbildhafter Bürger.

Während seines Einsatzes bei Mauthausen diente er drei Wochen als Wache des äußeren Sicherungsringes. Während dieser Zeit erschoß er einen flüchtenden Häftling namens Max Ochsbron. Dieser Vorgang wurde ordnungsgemäß in den Akten des Lagers festgehalten und zeigt, daß der Häftling tatsächlich versucht hatte zu fliehen. Ochsbron scheint wegen Fälschungsdelikten inhaftiert gewesen zu.

Die Geschichte des Deportationsfalles Martin Bartesch

Irgendwann im Jahr 1985 wurde dieser eine Eintrag in den Lagerakten von den Untersuchungsbeamten des OSI entdeckt. Eine Rechnersuche ergab, daß der Name in den Akten mit dem des Martin Bartesch aus den Einwanderungsakten identisch war. Aufgrund dieser dünnen Beweislage eröffnete das OSI ein Verfahren gegen Martin Bartesch. Es veröffentlichte zudem Presseerklärungen, die, wie oben erwähnt, Bartesch als Massenmörder bezeichneten. Die Staatsanwälte des OSI taten dies, obwohl sie die Liste der im Lager Mauthausen stationierten SS-Männer vorliegen hatten (Bartesch befand sich nicht darauf) sowie eine Liste, aus der sich ergibt, daß Bartesch in Linz III eingesetzt war. Aus einer zweiten dem OSI vorliegenden Liste ergab sich ebenfalls, daß Bartesch nie im KL Mauthausen selbst eingesetzt war.

Der direkt mit dem Fall befaßte OSI-Staatsanwalt war Michael Bernstein, der mit der Zustimmung und Genehmigung des OSI-Direktors Neal Sher handelte. Erst nach seiner Verfahrenseröffnung fing das OSI überhaupt an, nach Beweisen gegen Bartesch zu suchen. In verschiedenen Zeitungen wurden Anzeigen geschaltet, denen zufolge das »OSI dringend Mauthausen Zeugen sucht«. Die Ermittler durchkämmten Akten in Prag, Wien und Berlin. Bernstein und seine Assistentin (namens Betty Shave) unternahmen verschiedene teure Reisen nach Israel und Paris, um mögliche "Zeugen" zu vernehmen. Doch trotz dieser erschöpfenden Ermittlung konnte das OSI keinerlei Beweis dafür finden, wonach Martin Bartesch in irgendein Verbrechen verwickelt war. Ein Telegramm des Außenministeriums faßte dies wie folgt zusammen:

»Alles, was aus den Dokumenten festgestellt werden konnte, ist, daß der französische Jude (Nr. 14582) Max Ochsbron, geboren am 20. August 1916 in Wien, am 28. Oktober 1943 um 955 Uhr während eines Fluchtversuches erschossen wurde (Auf der Flucht erschossen).«

Tatsächlich förderte die Suche des OSI nur Beweise zutage, die Bartesch entlasten. In verschiedenen Vernehmungen mit ehemaligen Häftlingen versicherten diese immer wieder, daß diese niemals irgendwelche Mißhandlungen oder Tötungen von Häftlingen durch SS-Wachpersonal im Lager Linz III sahen oder daß sie niemals Beschwerden anderer Häftlinge über Mißhandlungen oder Tötungen hörten. Über das Lager Linz III wird gesagt, es sei »relativ nett« gewesen. Die Berichte vieler dieser Vernehmungen werden am Ende vom OSI wie folgt kommentiert:

»Vernehmungen nicht brauchbar. Er [der Vernommene] zeichnet ein eher angenehmes Bild des Lebens in Linz III.«

Trotz der klaren Beweislage für Barteschs Unschuld stellte Neal Sher den Fall aber nicht ein oder nahm auch nur die extremen und abscheulichen Anschuldigungen gegen Bartesch zurück. Die Bitte um Akteneinsicht seitens Barteschs Einwanderungsanwalts wurde übergangen, und Michael Bernstein enthielt der Familie Bartesch die entlastenden Beweise vor, mit Genehmigung durch den OSI-Direktor Neal Sher. Die Erklärungen bezüglich der milden Bedingungen im Lager Linz III wurden "vergessen". Schlimmer noch: Dokumente wurden in einer verzerrenden Weise übersetzt, die den Anschein erweckten, Martin Bartesch sei doch irgendwie schuldig. Zudem fügte man die Worte »Konzentrationslager Mauthausen« der Liste der Namen der SS-Wachen bei, womit fälschlich suggeriert wurde, daß die in Linz III eingesetzten Wachen auch in Mauthausen gedient hätten. Es wurde auch ausgelassen, daß Bartesch bei seiner Einreise sehr wohl angegeben hatte, in der SS gewesen zu sein.

Das OSI hat niemals zugegeben, daß der anfängliche Vorwurf der Ermordung von Zehntausenden von Häftlingen falsch war. Während Barteschs Deportationsverfahren schrieben verschiedene US-Bürger Protestbriefe zur Unterstützung von Martin Bartesch an das Weiße Haus und den US-Kongreß. Die mir zugespielten Dokumente enthüllen, daß das OSI diese Protestbriefe zugeschoben bekam und sammelte. Es schlug zudem vor, verwaltungsrechtliche und juristische Schritte gegen die Briefschreiber einzuleiten. Michael Bernstein forderte gar die Einwanderungsakten der Briefschreiber an, um auch dieser einer Untersuchung zu unterziehen. In einem im OSI zirkulierenden Rundbrief wurde festgestellt, diese Briefe seien »irritierend«, und es wird diskutiert, die Protestierenden zu einer Vernehmung vorzuladen.

Die Akten des OSI waren voll mit gesammelten Artikeln und Leserbriefen aus verschiedenen Periodika. Direktor Sher hat die öffentliche Wirkung der vom OSI untersuchten Fälle intensiv analysiert. Aus den Unterlagen ergibt sich auch, daß das OSI offenbar mit privaten Organisationen zusammenarbeitet, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Eine einzige Tragödie sorgte dafür, daß Martin Barteschs Name auf einer Liste auftauchte, die vom OSI verwendet wurde, um mögliche NS-Kriegsverbrecher aufzuspüren. Ohne vorherige Ermittlungen erhob das OSI sofort die schwerwiegendsten Beschuldigungen gegen Bartesch und ruinierte ihn somit. Dies ist eine unverantwortliche Handlungsweise für eine US-Regierungsbehörde. Der Fall wurde auch noch weiter untersucht, als die Wahrheit bereits bekannt war, denn das OSI konnte nicht zugeben, einen Fehler begangen zu haben. Das OSI hatte nicht die Aufrichtigkeit, die anfänglichen Anschuldigungen zurückzuziehen und sich bei der Familie Bartesch zu entschuldigen.

Die Klage auf Akteneinsicht

Das US-Informationsfreiheits-Gesetz war gedacht als wichtiges Instrument, um geheime Regierungsaktivitäten in Schach zu halten und um die Regierungspraktiken offenzulegen. Das OSI hat sich im Fall von Barteschs Antrag auf Akteneinsicht ganz offensichtlich nicht an dieses Gesetz gehalten. Viele Dokumente, die sich in Barteschs Akten befanden, befanden sich nicht auf dem mir zugesandten "Vaughn"-Index. Ich gehe davon aus, daß es wohl mehr als ein Zufall ist, daß sämtliche für Bartesch entlastenden Beweise bzw. solche, die ein Fehlverhalten des OSI belegen, schlicht nicht aufgeführt wurden.

In einem anderen Klagefall um Informationsfreiheit, der im Fall John Demjanjuk angestrengt worden war, weigerte sich das OSI ebenfalls, bestimmte wichtige Dokumente auszuhändigen oder auch nur aufzulisten. Die Staatsanwälte des OSI scheinen also ein Verhaltensmuster an den Tag zu legen, demzufolge sie das Gesetz zur Informationsfreiheit schlicht ignorieren bzw. ihm auszuweichen versuchen.

Während meiner Klage um Akteneinsicht verhielt sich das OSI zudem feindselig und unprofessionell. Es wurden gedroht, die eingestellten Verfahren gegen Martin Bartesch wieder aufzunehmen, wenn sein Sohn auf der gerichtlichen Durchsetzung seines Akteneinsichtgesuches bestehe. Als Rechtsanwalt der Familie Bartesch wurde mir mit Strafverfolgung gedroht, weil ich im Besitz von OSI-Dokumenten sei. Vernünftigen Akteneinsichtsgesuchen widersetzte man sich.

Zusammenfassend beweisen die Dokumente, daß das OSI

  1. das Ausbürgerungsverfahren auf der Basis sehr dünner Beweise eröffnete, während es zugleich extrem schwerwiegende Strafvorwürfe machte;
  2. sich weigerte, Entlastungsbeweise für Bartesch freizugeben;
  3. verzerrte und unrichtige Übersetzungen benutzte;
  4. sich weigerte, die schwerwiegendsten gegen Bartesch erhobenen Vorwürfe zurückzuziehen, als sie sich als falsch herausgestellt hatten;
  5. die Namen von Bürgern sammelte, die sich an ihre gewählten Repräsentanten wandten;
  6. und verwaltungsrechtliche Repressalien gegen sie erwog.
  7. Bezüglich der Akteneinsichtsklage weigerte sich das OSI, viele wichtige Dokumente auf den "Vaughn"-Index zu setzen
  8. und es beschrieb die angeführten Dokumente in einer irreführenden Weise.

Das Bestehen eines Amtes wie das Office of Special Investigations zeigt die Macht und die andauernde Wichtigkeit des Holocaust-Mythos. Die Tatsache, daß sich das OSI gezwungen zu sehen scheint, in Fällen wie dem von Martin Bartesch überhaupt zu ermitteln, weist darauf hin, daß es gar keine richtigen NS-Verbrecher gibt, die es verfolgen könnte.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(4) (2001), S. 428-430.


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