Leserbriefe

zu J. Eibicht »Terror: Solidaritätsverweigerung als Sicherheitsrisiko«, VffG 3/2001, S. 333-336

Bomben auf Engeland!

Sehr geehrter Herr Rudolf,

da Sie oben genannten Beitrag auch in Ihrem Leitartikel erwähnen, dürfte auszuschließen sein, daß er "irgendwie reingerutscht ist".

Ich war überrascht, in den VffG einen Artikel zu lesen, dessen Autor bei der Betrachtung der Lage einen Standpunkt einnimmt, den man zumindest als höchst einseitig bezeichnen muß, bleiben doch bestimmte, aber unbestrittene Hintergründe des weltweiten US-Engagements unbeachtet.

Die Geschichte der USA, vor allem im 20. Jahrhundert, zeichnet sich durch ein Kontinuum aus: Ein mit unglaublicher Skrupellosigkeit und Brutalität durchgesetzter Imperialismus, der mit dem Kampf für den freien Markt, die Menschenrechte und Demokratie bemäntelt wird. Ellenlang ist das Sündenregister der USA – und vor allem ungesühnt! Die zerfetzten, gekochten, gebratenen, im siedenden Asphalt der Straßen verbrannten Frauen, Kinder, Verwundeten und Flüchtlinge von Dresden, die Zigtausende vernichteter Menschenleben von Hiroshima und Nagasaki, die mit Billigung der USA durchgeführte millionenfache Vertreibung und Ermordung der Ostdeutschen, die vietnamesischen Kinder, denen nach Napalmbombenangriffen die Haut in Fetzen vom Körper hing, die irakischen Soldaten, die man bei lebendigem Leib in ihren Stellungen begraben hat, die Hunderttausenden Kinder, die infolge eines Embargos in diesem Land verhungert sind, die bedingungslose Unterstützung für Israels Raubmordpolitik, die Verweigerung bei der Konferenz von Durban, Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuerkennen.

Die Tatsache, daß die in die Millionen gehenden Opfer des amerikanischen Imperialismus in unserer glitzernden Medienwelt nicht präsent sind, heiß nicht, daß es sie nicht gibt! Die widerliche Scheinmoral, Arroganz und Geschmacklosigkeit der USA gipfelt beispielsweise darin, daß man am 55. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki Miniaturausgaben der getauften (!) Bomben als Souvenirs und Ohranhänger verkauft.

Sollten hinter den Anschlägen vom 11. September tatsächlich arabische Attentäter stecken – es gibt durchaus ernstzunehmende Ansichten, die anderes glauben – dann war das die wütende und falsche, aber bis zu einem gewissen Grad verstehbare, Reaktion auf die skrupellose amerikanische One-World-Politik. – Und nicht ein Angriff auf die westliche Zivilisation, wie Herr Eibicht schreibt.

Die europäischen NATO-Vasallen (Bezeichnung der "Partner" durch den amerikanischen Geopolitiker Zbigniew Brzezinski) haben sich zur bedingungslosen Solidarität mit den USA bereit erklärt und tragen damit die US-Politik nicht nur moralisch, sondern auch militärisch voll mit. Anstatt daß Europa sich um Maßhaltung und Vermittlung bemüht, stellt man den US-Militärs einen Freibrief für alle Taten, Untaten und Forderungen aus – die sich in finanzieller Natur auch gegen Deutschland richten werden (wie im Golfkrieg).

Doch wer sich mit Hunden ins Bett legt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit Flöhen aufwacht! Darin liegt das europäische und insbesondere das deutsche Sicherheitsrisiko.

Herr Eibicht spricht davon, daß die UNO die Militärschläge gegen Afghanistan gebilligt hätte – das glatte Gegenteil davon ist der Fall! Nach zweimaliger Ablehnung des US-Antrags auf Mandatierung durch die UNO hat Herr Bush selber den Selbstverteidigungsfall erklärt und seine Bomberverbände nach Afghanistan losgeschickt.[1] Dort legt man jetzt alles in Schutt und Asche, weil sich der mutmaßliche(!) Drahtzieher der Attentate in diesem Land befindet.

Alle Bilder zu den jüngsten Opfern in Afghanistan entnommen der Website
http://www.dqc.org/~ben/

Diesen Wahnsinn wollte selbst die meist US-dirigierte UNO nicht mittragen.

Das Verbrecherische dieses Angriffs wird Ihnen vielleicht bewußt, wenn Sie sich folgendes vorstellen:

In Düsseldorf kommt es zu einem verheerenden Anschlag, bei dem zahlreiche Menschen getötet werden. Die Polizei vermutet – und die Medien wissen sofort – daß der Anschlag von Rechtsextremisten durchgeführt worden ist. Die klassische Frage nach dem Motiv cui bono? wird erst gar nicht mehr gestellt. Als Drahtzieher des unglaublichen Verbrechens wird der Rechtsextremist Germar Rudolf bezichtigt, der ins englische Exil abgetaucht ist, und von dort aus seit Jahren seine extremistische Propaganda verbreitet. Germar Rudolf sendet an die Fernsehstationen, die sich noch nicht völlig der Menschenjagdhysterie ergeben haben, ein Videoband, in dem er zu dem Anschlag in Düsseldorf Stellung nimmt und mit aller Deutlichkeit feststellt, daß er mit dem Anschlag nichts zu tun hat, weil er mit friedlichen Mitteln für eine Revision des Geschichtsbildes kämpfe. Die Polizei verbietet daraufhin, daß Stellungnahmen von Rudolf im Fernsehen gezeigt werden, weil diesem Verbrecher kein Sprachrohr für seine rechtsextreme Propaganda geboten werden darf. Die kriegsgeile Medienmeute hetzt die deutschen Fernsehzuschauer gegen Rudolf immer mehr auf. Der Bundespräsident und der Bundeskanzler beschließen nun – ohne Vorwarnung und Kriegserklärung! – das Nest des Verbrechers Germar Rudolf auszuräuchern. Die Bundeswehr bombardiert die südenglische Küste, weil man den Verbrecher in diesem Gebiet vermutet. Krankenhäuser und Getreidespeicher werden getroffen; Berlin spricht von Kollateralschäden. Die deutsche Bevölkerung ist begeistert. Der Kampf gegen den Rechtsextremismus fordert bedingungslose internationale Solidarität, so daß auch andere europäische Staaten, wie etwa Frankreich, die Schweiz, Spanien, Griechenland und auch die Türkei sich mit eigenen Truppen an der Zerschlagung des internationalen Rechtsextremismus beteiligen. Manche haben bereits legislative Maßnahmen gegen Rudolfs Revisionismus unternommen.

Kein Mensch kümmert sich darum, daß Rudolf seine Beteiligung an dem Düsseldorfer Anschlag immer wieder vehement bestreitet. Die Berliner Regierung, aufgefordert für Rudolfs Schuld Beweise vorzulegen, verweist nur darauf, daß sie genügend Indizien hätte, sie aber aus Ermittlungsgründen nicht öffentlich vorlegen könne. Man verweist darauf, daß Rudolf schon seit Jahren im Verfassungsschutzbericht unter der Rubrik Rechtsextremismus geführt wird – damit sind natürlich alle Zweifel ausgeräumt. Räuchern wir diesen scheiß Nazi Rudolf aus – spricht der Bundeskanzler, nunmehr zu einem Kriegsherrn gewandelt und der Bundestag applaudiert.

In diesen Tagen fallen Tausende Tonnen Bomben auf Südengland, wo man Rudolf fangen will: Dead or alive!

Herr Eibicht sieht das Miteinstimmen in den Kriegsgesang der US-Regierung als ein sicherheitspolitisches Muß, denjenigen, die sich erlauben, eine gegenteilige Meinung als die veröffentlichte zu haben, bezeichnet er als »politisch-extremistische Hasardeure, unpolitische Irrlichter« oder zumindest als »Verantwortungslose«. In völliger Verkennung der Tatsachen ortet er bei Betrachtung der parteipolitischen Landschaft die Kriegsskeptiker nur an zwei Orten: ganz links bei der PDS und ganz rechts, bei der DVU des Verlegers Dr. Gerhard Frey. Die Kriegsskeptiker innerhalb der SPD und der Grünen, die sich trotz der verordneten Parteidisziplin mit kriegskritischen Stimmen zu Wort melden und die Regierungskoalition in ihren innerparteilichen Balken krachen lassen, werden der Einfachheit halber verschwiegen.

Durch seine gegen die Nationalzeitung gerittene Attacke, der er nahezu die Hälfte seines Beitrags einräumt (man könnte sich fragen, ob Umfang der Berichterstattung und Bedeutung dieser Publikation in einem angemessenen Verhältnis stehen) erweckt Eibicht den Eindruck, als beschränke sich das kriegsskeptische Lager im Bereich der politischen Rechten auf die Leserschaft der Nationalzeitung. Ein Blick in den rechten Blätterwald hätte Herrn Eibicht eines Besseren belehrt. Könnte der unterbliebene Blick darauf zurückzuführen sein, daß die Kriegsskeptiker auch in den Redaktionen jener Blätter sitzen, in denen Herr Eibicht ansonsten zu veröffentlichen pflegt?

Dem von Eibicht kritisierten »politisch kontraproduktiven, ideologischen Antiamerikanismus« des Herrn Frey steht seine nicht minder kritisierenswerte Einseitigkeit in bezug auf die Darstellung der US-amerikanischen Politik im Kosovo und in Afghanistan gegenüber. Wenn Herr Eibicht tatsächlich glaubt, daß die beiden Weltkriege, der Koreakrieg, der Vietnamkrieg, der Panamakrieg, der Golfkrieg, der Kosovokrieg und nun der Afghanistankrieg von den USA nur deswegen geführt wurde, um die Menschenrechte zu bewahren und die Demokratie zu etablieren, dann wird er, so nehme ich an, in der Leserschaft der VffG auf einige Zweifler an dieser These stoßen.

Sven S., G.

  1. So der amerikanische Völkerrechtler Francis Boyle in einem Interview mit dem Spiegel online, der folglich den derzeitigen Afghanistankrieg als »eindeutig kein Fall von Selbstverteidigung« und »nach den Regeln des Völkerrechts als illegal« bezeichnete.

 

Hysterisches Gesülze

Lieber Germar,

seit wann schwimmen die VffG denn mit dem Strom und preisen gar noch unsere Regierung? Die Chronologie der SZ 19-20.-21. 9. zeigt, daß Schröder erst davon ausging, daß die BRD nicht militärisch mitmachen müsse, dann aber widerrufen mußte. Soll man diese Fehleinschätzung auch noch als staatsmännisches Gebaren ausgeben?

Wenn man bei einem Attentat fast schon vorher den Täter kennt, macht mich das stutzig. Man findet die Beweise, die man finden will.

Vom Ausmaß her – 5000 Tote – ist die WTC-Sache, wenn man es als Krieg ansieht, geringfügig. Das außerordentliche ist das Überraschungsmoment – und da frage ich mich: wo waren die Geheimdienste? Oder haben die gerade mal weggeschaut?

In den Börsen-Nachrichten war übrigens davon die Rede – mit Betroffenheit –, daß etwa eine Woche vorher eine Anti-Flugzeug-Spekulation im Gange war, so daß selbst die angepaßten Börsianer sich fragten, ob da jemand was vorab wußte.

Ich bin skeptisch bei all den Terrorakten, an die weder eine Drohung noch eine Erpressung geknüpft ist (wie bei Bologna; da las ich Jahre später, ein David Fiebelkorn habe zu den Tätern gehört) oder München (Oktoberfest), und zu denen sich auch niemand bekannte – während sich "alle" gleich wieder einig sind, wer der böse Bube ist. WIR müßten doch diese Verfahrensweise – weil selbst erlebt – erkennen, und dann abwiegeln, statt mit in Hysterie zu schwelgen. Ob die jetzige Solidarität jemals uns zugute kommt – so was Naives. Politisch Stimmung kann man doch ganz schnell machen.

Und wann waren "die Araber" jemals zu etwas in der Lage, das nur 1% der hier demonstrierten Koordination zeigt? Bei ihren Selbstmord-Attentaten gibt es doch nur ein paar Verletzte, der einzige Tote ist der Attentäter.

Nee, das trau ich denen einfach nicht zu. Bleibt also doch die Frage cui bono, die man durchaus nicht so 08/15 abhandeln sollte.

Wollen wir den 3. Weltkrieg? Bush hat den Amerikanern angekündigt, der Krieg würde ein Ausmaß annehmen, wie es noch kein Amerikaner erlebt habe – aber viele haben ja noch den Zweiten Weltkrieg erlebt.

Da lesen wir ständig in VffG-Artikeln, wie in den USA zum Ersten und Zweiten Weltkrieg gehetzt wurde, und merken es dann nicht mal, wenn die Weichen zum Dritten gestellt werden?

Solidarität mit wem? Die, die Bush angreifen will, sind doch genauso unschuldig, wie die Leute im WTC.

Schlagen schließlich die Leser von VffG das Heft auf, um was zu lesen, was sie in jeder sonstigen Gazette finden können, und gar noch Schröder-Gelaber? Wie können diese Ober-Kultur- und Rassenzerstörer glaubhaft gegen Kulturzerstörung wettern?

Warum soll die Mossad-Theorie nicht wenigstens (ernsthaft) diskutiert werden?

Der Bündnisfall wird bedingt durch einen bewaffneten Angriff. Linienflugzeuge sind aber, selbst wenn zweckentfremdet, keine Waffe.

Diese Geschlossenheit aller Staatsoberhäupter – "weil es auch im eigenen Interesse des Volkes und Staates steht" – seit wann lassen sich deutsche Politiker vom Interesse des Volkes lenken?

Übrigens: "Rechte" werden seit eh und je mit Kriminellen und Terroristen in einem Topf geführt – das kam in einer norwegischen Schengen-Broschüre ganz klar zum Ausdruck. Sollen wir also gegen uns selbst zum Krieg aufrufen?

Thora Pedersen

Kompetenzüberschreitung

Hallo Germar,

die beiden Beiträge von Eibicht und Dir in VffG zum Thema Terror fand ich doch sehr enttäuschend. Nach Aussage von VffG gehöre ich nämlich zu »politisch-extremistischen Hasardeuren, unpolitischen Irrlichtern und vollkommen Verantwortungslosen«, denen »im Interesse ihres eigenen Klempnerladens« der Gedanke aufkam, Deutschland sollte sich eigentlich der Solidarität mit den USA verweigern. Danach ist meine Haltung »wahrlich ein Verbrechen an den Sicherheitsbedürfnissen unseres Volkes.«

Ich vertrat zusammen mit Peter Scholl-Latour die Ansicht, was heute New York traf, kann morgen nicht so einfach Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München treffen, denn:

Angegriffen wurde die terroristische Politik der USA mit ihrem Verbündeten Israel.

Das Problem ist, daß der deutsche Michel (und andere) den Konflikt überhaupt nicht verstanden hat oder verstehen will.

Deutschland wird bei den betreffenden arabischen Kräften als ein willenloses Opfer der USA gesehen, deswegen waren wir nicht in ihrem Visier. Doch genauso willenlos und speichelleckerisch verhalten "wir" uns auch. Das müßte doch einem verfolgten Revisionisten klar sein!!! Auch wenn er in diesen USA Unterschlupf gefunden hat.

Hierzu die Süddeutsche Zeitung zu zitieren (Eibicht), ist für einen Revisionisten mehr als naiv. Wäre es für Dich etwa auch ein Argument, zum Thema Gaskammern die SZ oder den Spiegel zu zitieren?

Erst wenn wir jetzt »uneingeschränkt solidarisch« Soldaten nach Afghanistan schicken wollen, werden wir zur Zielscheibe.

Eine bestimmte Freiheit, die die USA sich (noch) gönnen, gibt es hier nicht. Und daran sind auch gewisse Kräfte in den USA verantwortlich, die auch für die sonstige amerikanische Außenpolitik verantwortlich sind. Die großartige offizielle Meinungsfreiheit in den USA hat auch dort das Geschichtsbild noch nicht korrigiert, und dieses Land ist davon und von der Wahrheit allgemein weit entfernt. Solange die manipulativen Kräfte der Massenmedien unter einem bestimmten Einfluß stehen, wird dies auch weiter schwierig sein, und solange haben sie es auch nicht nötig, Freiheiten abzuschaffen. Dies ist in dem etwas weniger oberflächlichen Deutschland, natürlich auch, weil es Deutschland selbst betrifft, anders – deswegen die Gesetze. Der Revisionismus, vor allem der Holocaust-Revisionismus, ist leider tatsächlich für die Gesellschaft völlig unbedeutend. Dies wird jeder bestätigen, der noch normal in die "bürgerliche" Gesellschaft integriert ist. Mit der westlichen Darstellung der Terrorhintergründe sieht es nicht viel besser aus.

Wie soll also ein islamischer oder arabischer Kämpfer auf seine Sache aufmerksam machen bzw. die Amerikaner treffen? Mit einer Internetseite? Ich rechtfertige hier ausdrücklich keine Gewalt, aber Menschen können auch zu solcher Gewalt getrieben werden. Sich dann hinzustellen und "den Moralischen zu machen", ist schon fast verlogen. Ich behaupte jetzt mal, daß diejenigen amerikanischen "Kräfte", die für das IMT-Nürnberg usw. und seine Folgen mitsamt §130 StGB verantwortlich waren, auch die Terroranschläge vom 11. September herausgefordert haben und nun die Solidarität der Verbündeten erzwingen.

Wenn Du das Argument anführst, daß diese terroristische Gewalt die Bevölkerung nur noch mehr hinter die Regierung stellt, so ist dies für den Terroristen ohne Belang, da dies keine "Verschlimmerung" der amerikanischen Politik im Vergleich zu vorher bewirkt. Und in Bezug auf den Krieg, der nun gerade eskaliert, verweise ich schlicht auf Vietnam. Nicht zuerst, was den Ausgang betrifft, sondern vielmehr, was die Solidarität mit den Kriegsgegnern betrifft.

Es gibt außer der Meinungsfreiheit aber noch andere amerikanische "Werte", die allerdings für einen rational denkenden Menschen mehr als fraglich sind, und die seit 1945, vielen gar nicht bewußt, auch unsere Gesellschaft nicht zum positiven beeinflussen.

Sicher gibt es bei den islamischen Radikalen evtl. Strömungen, die gerne die ganze westliche Welt auflösen würden, aber das, was jetzt passiert ist, sollte eigentlich nicht das Problem Deutschlands sein. Es ist aber leider das Problem der BRD!

In VffG wird fast der Eindruck vermittelt, als wenn eine wildgewordene Meute von Moslem-Fanatikern nahezu grundlos ein freiheitliches Land angreift, auch wenn Du Dich als Gegner der US-Außenpolitik bekennst und das Albright-Beispiel nennst. Die für Deutschland behauptete unmittelbare Gefahr ist nämlich nicht mit Albright zu erklären. Ich will nicht rechtfertigen, wirklich nicht, doch zu solch einem Terrorpotential gehört ein konkreter Grund, der aus mehr besteht als aus Eifersucht auf den "überlegenen" Westen. Wer zu solchem Grund nicht beiträgt, braucht auch keinen solchen Terror zu befürchten.

Deswegen ist zwar eine "humanistische" Solidarität mit den USA unabdingbar, ein gleichzeitiges Streben nach einem Politikwechsel aber ebenfalls.

Ich möchte hier einen vielleicht unfairen Vergleich ziehen. Wenn man heute einen deutschen Durchschnittsbürger nach seiner Meinung über einen Holocaustrevisionisten fragt, wird sein Urteil über ihn von Abscheu und Verachtung bestimmt sein, genau wie über einen islamischen Terroristen. Nun wirst Du natürlich entgegnen, daß die Revisionisten keine Gewalt ausüben, geschweige denn Hochhäuser zusammenstürzen lassen. Aber die Antwort auf diese Frage findet sich am Beginn Deines Artikels, denn aufgrund der Auschwitzlüge verhungern auch keine europäischen Kinder oder werden von jüdischen Soldaten erschossen. Du schreibst von »Sohn oder Tochter, Ehefrau oder Ehemann, Freund oder Freundin«, die getötet wurden. Ich bin gespannt, wann die Anzahl der zivilen und unschuldigen getöteten afghanischen Söhne oder Töchter, Ehefrauen oder Ehemänner, Freunde oder Freundinnen durch die "Kollateralschäden" die Anzahl der getöteten New Yorker übersteigen wird. Wenn Du also diesen Krieg mit seinen Zivilopfern unter deutscher Beteiligung verteidigst, dann hat doch der Logik nach auch jeder islamische Fanatiker das Recht, die New Yorker Opfer als Kollateralschäden seines Krieges zu bezeichnen. Und die in Gang gesetzte Gewaltspirale erhöht nun die Gefahr, daß »Sohn oder Tochter, Ehefrau oder Ehemann, Freund oder Freundin« getroffen werden, oder eben der Revisionist Rudolf in New York.

Daß Dir liebgewordene Menschen durch den Konflikt potentiell gefährdet waren, ist schlimm. Auch ich habe amerikanische Freunde, die natürlich potentiell dort oder woanders Opfer hätten sein können. Man muß dafür ja auch gar nicht Amerikaner sein, wie wir ja nun wissen. Aber durch die jetzige Politik der USA und unsere Solidarität wird sich diese Gefahr nicht nur nicht verringern, sondern erhöhen.

Das durch Deinen USA-Aufenthalt Deine Sicht der Dinge nicht unbeeinflußt bleiben würde, war zu erwarten oder zu befürchten. Ein Einlenken bei der Unrechtspolitik gegenüber Deutschland 1919-1939 hätte vermutlich ebenfalls einen eskalierenden Terrorkrieg vermieden. Es sei denn, immer wieder ähnliche Kräfte nehmen einen Krieg gerne in Kauf oder sie wünschen ihn sogar herbei, um ihre Politik weiterführen zu können.

»Mann stelle sich nur vor, es gäbe in der Zukunft einst ein anderes, revisionistisches Deutschland, das dann von anderen, entgegengesetzten Terrorgruppen ebenso mit Tod und Vernichtung überzogen würde?«

Mit diesem Vergleich stellst Du aber revisionistische Politik mit der Politik der USA ethisch gleich. Das ist falsch. Die Motivation, aus der heraus Terror ausgeübt wird, ist ja für seine "Legitimation" und damit für seine Bekämpfung nicht unerheblich, oder?

Du behauptest:

»Schon ein einziger religiöser oder politischer Fanatiker mag in einigen hundert Jahren vielleicht in der Lage sein, die ganze Welt zu vernichten.«

Dies spricht doch dafür, daß ein Krieg gegen den Terror überhaupt nichts nützt, da ein einziger immer übrig bleiben wird. Das Beseitigen seiner Ursachen würde aber sehr wohl etwas nützen.

Ich bin wahrlich kein Anhänger von Gerhard Frey, bin ihm erstaunlicher Weise aber durch Eure beiden Artikel näher gekommen.

Daß die angeblichen und tatsächlichen serbische Greuel in ähnlicher Weise für Kriegspropaganda hergehalten haben, wie die deutschen Greuel, müßte doch einem Revisionisten wenigstens verdächtig sein.

Da man Serbengreuel hierzulande noch bestreiten darf, sind sie ja auch prompt zu einem nicht unerheblichen Teil als eine Lüge aufgeflogen (das wurde sogar im WDR gesendet). Nicht nur bei Kriegsverbrechen vor 1945 ist eine Übertreibung und Verzerrung vorstellbar! Von der Rolle der durch die USA unterstützten Albaner ganz zu schweigen!

Auch ich war damals uneingeschränkt für den Kossovo-Einsatz. Bis mich die Greuellügen nachdenklich gemacht haben. Dies hat auch übrigens meine Haltung zum Revisionismus vorangebracht.

Lieber Germar, Du machst verständlicherweise den Eindruck, als wenn Du Dich nach etwas Gesellschaftskonformität zurücksehnst. Daß Du aber in Deiner Zeitschrift solche Vorwürfe gegen Menschen erhebst, die auch hier, also in noch mehr Fragen als der Gaskammerfrage, anders denken als die breite Masse, ist etwas schade. Mit freier Geschichtsforschung hat das nichts zu tun. Du hast Dein gutes Blatt und Deine revisionistische Autorität zu privater politische Agitation mißbraucht – leider lieber Germar. Leider war der Beitrag von Eibicht auch sprachlich und stilistisch würdelos. Die von Eibicht zitierten Frey-Argumente konnten mich mehr überzeugen als Eibichts Geschimpfe gegen sie.

Du solltest Dich eher auf den Revisionismus konzentrieren als leichtfertig revisionistische Kräfte zu spalten. Es ist wiedermal bezeichnend für die sogenannte "Rechte", daß sie sich selbst der größte Feind ist. Ich kann nur hoffen, daß nicht zu viele "Revisionisten" durch Eure Beiträge (vor allem Eibicht) beleidigt bzw. entsetzt sind.

Um ganz gemein zu sein, könnte man die Frage stellen, ob die Erkenntnis von der Nichtexistenz von Gaskammern den "Erleuchteten" auch sonst irgendwie weitergebracht hat. Aber diese Frage ist schon sehr respektlos. Um Welten seriöser war Dein Beitrag. Auch der Gedanke, daß der Anschlag dem Revisionismus geschadet haben könnte, ist mir gekommen. Deine Argumente sind richtig. Ich bin aber in Bezug auf die Einstellung zur amerikanischen Politik zu einem grundlegend anderem Ergebnis gekommen als Du. Ich will Dir auch erklären warum. Viele Menschen haben die Welt seit dem 11. September nicht mehr richtig verstanden. Anstatt sich vor der Verbindung des Revisionismus mit den "Arabern" und dem schlechten Licht zu fürchten, das der 11. September dadurch auf den Revisionismus geworfen haben könnte, sollte man das Informationsbedürfnis der Leute nutzen und ihnen ein paar bestimmte Zusammenhänge in der (Welt-)Politik erklären. Das gelingt sicher nicht, wenn man sich uneingeschränkt auf die Seite des Holocaustmuseumslands Nr. 1 usw. stellt. Im Zuge der Ereignisse des 11. September und seiner propagandistischen "Aufklärung" kann in angemessener Weise eine deutlich revisionistischere Haltung bei vielen Menschen bewirkt werden. Für den Revisionismus ist eine amerikakritische Aufklärung unabdingbar. Erkenntnis durch Amerikakritik kann die Empfänglichkeit dafür erhöhen, auch andere große gesellschaftsbestimmende Dinge kritisch zu sehen!

Das stellt sich aber natürlich in den USA komplizierter dar. Natürlich sind die USA für den Revisionismus nicht unwichtig. Man muß hier sicherlich entsprechend etwas sensibel sein. Freys etwas plumpen Worte sind aber – Diplomatie hin oder her – womöglich gar nicht so falsch. selbst amerikanische "Rechte", so ist jedenfalls den Medien zu entnehmen, hatten mit den Zielen der Terroristen sympathisiert. Davon kann man halten, was man will. Die in VffG eingenommene Haltung ist für den Revisionismus aber meines Erachtens nicht förderlich.

Eine durch die militärische USA-Solidarität erreichte "Gleichstellung" der BRD mit den Siegermächten wird dem Revisionismus nichts nützen. Auch mich interessieren primär nicht die Interessen der islamischen Welt. Primär interessiert mich das Fortschreiten des Revisionismus.

Deine Befürchtung vor der Einschränkung der Bürgerrechte teile ich. Eben deswegen ist Deine Position gefährlich. Deine Argumente sind genau die, welche die Kontrollfanatiker (Schily in der BRD) nun zur Durchsetzung der Bürgerrechtseinschränkungen anführen. Indem man die Angst vor dem Terror schürt und seine Bedeutung für uns hochspielt, die Solidarität des Antiterrorkrieges beschwört, stärkt man die unfreiheitlichen und antirevisionistischen Kräfte. Mag sein, daß ich mich teilweise irre. Aber eine Darstellung meiner Position in Heft 4/2001 auch aus Deiner "Feder" würde VffG nicht schlecht zu Gesicht stehen.

So, das mußte ich mir mal von der Seele schreiben. Ich hoffe Du verübelst mir mein offenes Wort nicht.

Beste ehrliche Wünsche

Kylling

Anmerkung der Redaktion

Der Leitartikel im Heft 3/2001 wurde vor der Ankündigung eines Angriffskrieges gegen Afghanistan geschrieben und zum Drucker gebracht. Aus ihm geht deutlich hervor, daß ein notwendiger Kampf gegen den Terrorismus eben nicht dazu führen darf, wahllos auf Unschuldige einzuschlagen, also genau das, was jetzt passiert. Ich darf mich selbst zitieren:

»Zu hoffen ist, daß er [der Krieg] nicht eskaliert und weitere Unschuldige zu Opfern macht, auf beiden Seiten. Notwendig wäre in der Tat ein Überdenken der US-Außenpolitik im Nahen Osten, allerdings scheint nun gerade das Gegenteil der Fall zu sein, denn im Schatten von New York hat Israel in den letzten Wochen eine rücksichtslose Politik der "ethnischen Säuberung" und der Unterdrückung der Intifada in Palästina durchgeführt, und die USA scheinen nun noch eher bereit zu sein, im Nahen Osten auf alles einzuschlagen, was nicht pariert.«

Man kann darüber diskutieren, ob das Taliban-Regime in Afghanistan selbst ein Unrechtsregime ist (bzw. war), aber das rechtfertigt natürlich nicht den gegen dieses Land und Volk zur Zeit geführten Krieg, für den ja ganz andere Gründe ins Feld geführt werden als der dort angeblich wütende islamische Extremismus. So berichtete der Nahost-Experte Robert Fisk denn auch, daß der Schrecken der Taliban lediglich durch den Schrecken der Nördlichen Allianz ersetzt wurde, deren Anhänger nun mordend, plündernd, brandschatzend und vergewaltigend durch die Städte Afghanistans ziehen (The Independent, 14.11.2001). Bin Laden aber ist immer noch nicht gefaßt. Dieser Krieg der USA und Großbritanniens gegen Afghanistan ist ein ungerechtfertigter Angriffskrieg gegen ein wehrloses Volk mit ungezählten Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Leider gibt es in diesem Fall weder Ankläger noch Richter, die die Schuldigen gemäß Völkerrecht zur Rechenschaft ziehen könnten.

Germar Rudolf

zu H.E. Barnes, »Die Kreuzigung von Frankreichs Retter«, VffG 3/2001, S. 255-262

Verehrte Redaktion!

Hätten alle diese verknöcherten ewiggestrigen, sentimental-katholischen französischen Nationalisten den NS unterstützt, hätten sie ihrer eigenen Zielsetzung mehr gedient – und wären nach Kriegsende nicht Opfer ihrer angeblichen Freunde geworden. Das Urteil der Geschichte wird sein: Pétain hat – ähnlich wie die Kirche – die tatsächliche Frontstellung und das Problem seiner Zeit nicht erkannt. Statt sich mit denen zu verbünden, die zu Kompromissen bereit waren, hat er diese mit seinen tatsächlichen Todfeinden bekämpft und entmachtet – und kam dann selbst dran. Als Franzose und General hätte Pétain doch die Geschichte Dantons und Robespierres kennen müssen. Was ist im heutigen Frankreich wohl von den Idealen eines Pétains geblieben? Und der Verfasser des Artikels gehört in die gleiche Schublade.

Leidende Bevölkerung in Frankreich? War Frankreich für die Deutschen nicht das Land, wo Milch und Honig flossen? Ich hab noch heute zwei Handtücher, die mein Onkel aus dem Frankreichfeldzug mitbrachte. Daß dies keine Ausräuberung war, geht aus einem Führererlaß hervor, die Soldaten dürften soviel mitnehmen – kaufen! –, wie sie tragen könnten – mit der beigefügten Interpretation, das müsse für einen anständigen Menschen als Definition reichen (Mitteilungen für das Offizierskorps, Oktober 1942 Nr. 10, herausgegeben vom OKW, WFSt/WPr(AP²) unter Mitwirkung des Oberkommandos der Wehrmachtsteile; Überschrift: »Ungeschriebene Gesetze«).

Claudia Werthebach

zu R. Faurisson, »Auswirkung und Zukunft des Holocaust-Revisionismus«, VffG 2/2001, S. 146-169

Sehr geehrter Herr Dr. Faurisson,

zunächst möchte ich die Gelegenheit wahrnehmen, mich von ganzem Herzen für Ihre Arbeit zu bedanken.

Darf ich Ihnen anläßlich Ihres wunderschönen o.g. Artikels einen Gedanken zur "symbolischen Zahl" vorstellen, der mir vor einiger Zeit bei der Lektüre des Alten Testamentes gekommen ist?

Das Vielfache von sechs wird im Alten Testament an zwei Stellen gebraucht, um die Gesamtheit des Volkes Israel zu bezeichnen.

2. Mos. 12,37, Auszug aus Ägypten:

»Nun brachen die Israeliten auf von Ramses nach Sukkoth, an die 600.000 Mann zu Fuß, die Kinder nicht gerechnet.«

4. Mos, 11.21:

»Da sprach Mose: 600 000 Mann zu Fuß zählt das Volk, unter dem ich lebe […]«

Wenn es ein Rabbiner war, der als erstes die Zahl 6.000.000 ins Leben gerufen hat, könnte er die alttestamentliche Gesamtheit des jüdischen Volkes im Sinn gehabt haben.

Dazu paßt die These von Eduard Peter Koch, (»Kritik am Lehrplan der Gedenkstättennetze«, Staatsbriefe 5/93, S. 16 – 18), daß der Holocaust zum Bestandteil des jüdischen Glaubens geworden sei: Das Volk Israel habe sich als Ganzes geopfert, um als Ganzes entsühnt und so mit seinem Gott versöhnt wieder aufzustehen. Diese Versöhnung bedeute für Israel Endzeit, d. h., Israel sei von nun an berufen, mit seinem Gott über die Völker der Erde zu herrschen.

Koch nennt zwei Belege.

Jes. 48, 9f. Jachweh spricht:

»Um meines Namens willen halte ich hin meinen Zorn, und um meines Ruhmes willen verschone ich dich, daß ich dich nicht ausrotte. Siehe, ich habe dich geläutert, doch nicht als Silber, habe dich geprüft im Ofen des Elends.«

Mal. 3,2f. Am Tag des letzten Gerichtes:

»[…] Denn er (Jachweh) ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher. Er wird sich setzen zu schmelzen und zu reinigen, er wird die Söhne Levis reinigen, wird sie läutern wie Gold und wie Silber, daß sie dem Herrn richtige Opfergaben darbringen.«

Mit der Vorstellung des reinigenden Endzeitopfers könnte man sowohl das verwirrende Miteinander von Vernichtung und Überleben, die immer wieder behaupteten Flammen aus den Schornsteinen der Krematorien, das unbelehrbare Festhalten an der Sechsmillionen-Zahl und vor allem die Angst vor der Widerlegung des Vernichtungsmythos erklären. Wenn es keine Vernichtung gegeben hat, dann gibt es auch keine Erlösung, keine Endzeit.

Könnten Sie diese Gedanken durch Ihre Studien erhärten oder erscheinen sie ihnen ganz aus der Luft gegriffen?

Es grüßt Sie sehr herzlich aus Deutschland

Maria Schmidt

zu R. Raico, »Eine Neubewertung Churchills – Teil 1«, VffG 2/2001, S. 188-195

Sehr geehrte Damen und Herren!

besten Dank für den sehr informativen Beitrag von Prof. Dr. Ralph Raico, der mit dem "politisch korrekten" Bild Churchills gründlich aufräumt.

The Times, 7.11.1938 (zum Vergrößern anklicken)

Gestatten Sie mir aber eine kleine Korrektur zu der Anmerkung 13 auf S. 194. Dort ist vermerkt:

»Churchill hatte sogar für Hitler bewundernde Worte übrig. Noch 1937 schrieb er: […]

Tatsächlich war es aber noch 1938. In der Londoner Times vom 7.11.1938 (vgl. Abbildung) ist der Wortlaut von »Mr. Churchills Reply« nachzulesen. Der betreffende Abschnitt lautet in deutscher Übersetzung:

»Herr Hitler sollte diese Gefühlslage [die Sorge um unsere Sicherheit, d.U.] verstehen und respektieren. Ich habe immer gesagt, wenn Großbritannien im Kriege besiegt worden wäre, so würde ich hoffen, daß wir einen Hitler finden sollten, der uns auf einen rechtmäßigen Platz unter den Völkern zurückführte. Ich bedaure jedoch, daß er durch den großen Erfolg, der ihn begleitet hat, nicht gereift ist. Die ganze Welt würde erfreut sein, einen Hitler von Frieden und Toleranz zu sehen, und nichts würde seinen Namen in der Weltgeschichte so zieren, wie Taten von Großmut und Barmherzigkeit und von Mitleid mit den Verlassenen und Freudlosen, den Schwachen und Armen.«

Soweit das Zitat. Der letzte, reichlich pathetisch klingende Satz muß allerdings als pure Heuchelei erscheinen, wenn man von der Kriegslüsternheit Churchills in Raicos Abhandlung gelesen hat.

Mit freundlichen Grüßen

ONK, Köln

Allgemeines: Wehrmacht und Waffen SS

Sehr geehrte Herren,

In Ihrem Bericht wird ständig, genau wie in der Wanderausstellung von Reemtsma, etwas durcheinander gebracht. So wird immer, wenn das Heer gemeint ist, der Ausdruck die Wehrmacht verwendet. Das ist nicht richtig. Die Wehrmacht bestand nämlich aus den Waffengattungen: Heer, also im weitesten Sinne die kämpfende Bodentruppen mit allen ihr angeschlossenen Gliederungen, der Luftwaffe, der Marine und der Waffen SS. Das bedeutet demzufolge auch, daß die Waffen SS dem Oberkommando der Wehrmacht unterstand und nicht, wie Sie schreiben, dem Reichsführer SS Heinrich Himmler. Dieser hatte zwar die disziplinarische Gewalt über die Waffen SS, aber nur im Hinblick auf reine SS-spezifischen Angelegenheiten, wie z.B. Ehrenkodex, außerplanmäßige Beförderung, Gerichtsbarkeit etc. Alle anderen Dinge wie Einsatz- und Aufmarschpläne waren Sachen der kommandierenden Generale, an der Spitze Paul Hausser und Sepp Dietrich, übrigens die beiden höchsten und einzigen SS-Generale mit dem Titel Oberstgruppenführer (Generaloberst). Es gab keinen höheren Rang in der Waffen SS und schon gar keinen Generalfeldmarschall. H. Himmler war außerdem nie Mitglied der SS-Verfügungstruppe oder der Waffen SS. Auch dies belegt, daß die Waffen SS bis zum letzten Tag des Krieges ihre Befehle ausschließlich vom Oberkommando der Wehrmacht bzw. direkt von Hitler bezog.

In der Hoffnung, etwas zur Klärung beigetragen zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

F.B. Hoffmann

Obersturmbannführer und Oberstleutnant der Waffen SS a.D.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(4) (2001), S. 469-476.


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