Von der Gefahr, Revisionist zu sein...

...und der Nützlichkeit, seinen Antirevisionismus unter Beweis zu stellen

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Manche Antirevisionisten räumen es gelegentlich ein: Es hat unerquickliche Folgen, wenn man Revisionist ist - oder, wie sie sagen, "Negationist".

Sie wissen sehr wohl: Ein Revisionist fällt der Ächtung anheim; der Zugang zu den Medien ist ihm verschlossen; er riskiert Berufsverbot, Schläge und Verletzungen, Hausdurchsuchungen, die Beschlagnahme seines Arbeitsmaterials, Prozesse, Bußen, Gefängnis, Exil. Doch für Le Monde, das hinterlistige Blatt des schmierigen Schleichers Jean-Marie Colombani, ist dies alles nichts wie recht.[1]

Ein Revisionist besitzt kein Recht, sich zu beklagen. Wenn er einen Schrei oder Seufzer nicht unterdrücken kann, wenn er Protest erhebt, für sich ein Recht in Anspruch nimmt, werden die Journalisten von Le Monde devot behaupten, der besagte Revisionist spiele sich als Opfer auf, tue so, als werde er verfolgt, und versuche die Lage zu seinem Vorteil auszuschlachten; kurz gesagt, das Mitleid gebühre dem Täter, nicht dem Opfer - genau wie in Palästina.

Der Revisionismus tastet das strengste Verbot unserer Gesellschaften an. Das Tabu der Tabus zu verletzen, d.h. die koschere Version der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, läuft aller Erfahrung nach darauf hinaus, seinen bürgerlichen Tod in Kauf zu nehmen. Céline schrieb in einer seiner - gefährlich pazifistischen - Satiren, das Schlagwort des Tages laute »juivre ou mourir« (etwa: sich verjuden oder sterben).

In ihrer Rubrik »Actualités du mois d'octobre« (Aktuelles im Oktober) gibt die bekannteste französischsprachige Website (http://www.vho.org/aaargh) an verschiedenen Stellen einige Aussprüche dreier Personen wieder, die in ihren öffentlichen Erklärungen oder privaten Gesprächen meist kein Hehl aus ihrer - wirklichen oder vorgeblichen - Abneigung gegen das machen, was sie, mit oder ohne Anführungszeichen, als Negationismus bezeichnen.[2] Wie wir sehen werden, verstehen es diese Personen, passende Worte zur Beschreibung der Situation der Revisionisten zu finden.

Hinsichtlich Noam Chomskys erklärt Pierre Carles, Regisseur von Dokumentarfilmen:[3]

»Ist man erst einmal als Negationist abgeschrieben, so ist man erledigt; man existiert nicht mehr, wird wie ein Pestkranker behandelt, ist im mediatischen Sinne tot und findet keine Gesprächspartner mehr.«

Unter Bezugnahme auf die Chomsky-Affäre fährt Carle fort:

»Vor allem die Zeitung Le Monde hat sich in dieser Sache skandalös verhalten. [...] Le Monde hat sich wirklich hundsgemein benommen.«

Bezüglich der Medien-Rufmordkampagne gegen die Universität Lyon III hat Bernard Lugan, der selbst an dieser Universität unterrichtet und der zugleich Sympathien für die extreme Rechte hegt und eine ebenso aufdringliche wie karrierefördernde Empörung über den Revisionismus an den Tag legt, unlängst erklärt:[4]

»Anfänglich hat der Feind den "Negationismus" benutzt, um in Lyon III jeden Widerstand zu lähmen - so vernichtend ist nämlich die Symbolkraft, die diesem Begriff innewohnt. In der zweiten Phase hat er sich dessen bedient, um all jene zur Strecke zu bringen, die nicht den Normen entsprachen.«

Im Zusammenhang mit dem Skandälchen um das pädophil angehauchte Buch Rose bonbon[5] erklärte Pierre Assouline am vergangenen 6. September in France-Inter:

»In Frankreich gibt es zwei Arten, jemanden fertigzumachen: Entweder bezeichnet man ihn als Negationisten oder als Pädophilen. Kommen beide Vorwürfe zusammen, ist man tot und begraben.«

Im vorliegenden Fall ist der Verfasser lediglich pädophil und außerdem, wie Pierre Assouline, jüdischer Abstammung. Somit mag er zwar tot sein, doch wird er auferstehen und von seinem Verfolgtenbonus profitieren.[6]

Vor kurzem fand das x-te Kolloquium gegen den Revisionismus statt. Dieses wurde an der Sorbonne durchgeführt und dauerte volle vier Tage (16.-19. September).[7] Es war noch inhaltsleerer und gedankenarmer als die vorhergehenden. Die Redner verliehen ihrer Entmutigung angesichts der Hydra des "Negationismus" Ausdruck. S. Thion stellt sich die Frage, worin wohl der Sinn dieser ständigen Kolloquien liegen mag, deren Hohlheit selbst ihre Teilnehmer zu begreifen scheinen. Seine Antwort wird all jenen aus dem Herzen sprechen, welche die Schleichwege und Hintertreppen im Universitätspalast kennen. Geben wir ihm selbst das Wort:[2]

»Diese Kolloquien dienen zu rein nichts; sie [die Organisatoren und Referenten] veröffentlichen den Wortlaut der gehaltenen Reden nicht einmal mehr. Sie wagen es nicht, ihre unsterblichen Beiträge im Internet zu publizieren, und bringen uns dadurch um ein wohlverdientes Vergnügen. Es handelt sich um intime Kolloquien, wo man sich die Dinge zwischen vier Wänden sagt. Der wirkliche Sinn, der wirkliche Nutzen dieser Kolloquien - lassen wir doch die Katze aus dem Sack -, liegt darin, daß sie im Lebenslauf der Teilnehmer erscheinen. Wie kann man Karriere machen, wie kann man einen Doktorgrad an der Universität anstreben, wenn man nicht wenigstens ein kleines Kolloquium über den Negationismus organisiert oder als Referent daran teilgenommen hat? Wer dies noch nicht getan hat, sputet sich nun, es nachzuholen, denn jeder hat Bammel, die Promotion oder Ernennung könne ihm durch die Binsen gehen. Deshalb trifft man dort stets Personen mit unbestimmtem Status, von undefinierten Fähigkeiten, mit zweitrangiger Funktion und unsicherer Zukunft an. Es ist dies eine unbarmherzige Welt. Die Revisionisten anzuprangern, reicht nicht mehr; man muß weiter gehen und an Kolloquien teilnehmen.«

Der Höhepunkt des Opportunismus in der Welt der Universität, der Medien, des Geschäfts und der Kirche besteht darin, Karriere zu machen, indem man sich an der Hetzjagd beteiligt. Mut zeigt, wer nicht in das Geschrei der Meute einstimmt. Diese Art von Mut wird immer rarer.

© 3. Oktober 2002


Anmerkungen

[1]Colombani ist Vorstandsvorsitzender und Chefredakteur von Le Monde.
[2] http://www.vho.org/aaargh/fran/actu/actu02/actu0210.html
[3]http://s.p.a.m.free.fr/01/itw_carles01.html
[4]Réfléchir et Agir, Nr. 11, Frühling 2002.
[5]Gallimard, Paris 2002.
[6]Rose bonbon ist der Titel eines pädophil gefärbten Romans des jüdischen Schriftstellers Nicolas Jones-Gorlin. Zunächst wurden in Frankreich das Verbot dieses Buchs sowie die gerichtliche Verfolgung seines Autors erwogen, doch stellte sich die Presse sogleich praktisch einmütig hinter letzteren. Nachdem Faurisson den vorliegenden Artikel abgeschlossen hatte, wurde der Verkauf des Romans vom jüdischstämmigen Innenminister Nicolas Sarkosy persönlich genehmigt, und Jones-Gordin wurde von seinem Stammesbruder bei einer Audienz empfangen. - Den Hinweis auf diese Fakten verdanke ich R. Faurisson selbst. J. Graf, Übersetzer.
[7]Angekündigt in der Literaturbeilage von Le Monde, 13 September 2002, S. VIII.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(4) (2002), S. 462f.


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