Die Stärkebücher von Auschwitz

Von Dipl.-Ing. Michael Gärtner und Dr. Ing. Hans Jürgen Nowak

In letzter Zeit haben wir feststellen müssen, daß selbst in Fällen, in denen in Auschwitz äußerst genaue Dokumente vorhanden sind, die Exterminationisten versucht haben, dies zu vertuschen, um zu verhindern, daß diese Dokumente ausgewertet werden. Angst vor "nach der Wahrheit Suchenden" hatte man offenbar schon immer. Im vorliegenden Fall gelang diese Vertuschung zunächst dadurch, daß man lediglich in den weniger bekannten Heften von Auschwitz (HvA) Nr. 3 (1960), also nach 15 Jahren, 2 Seiten und in HvA Nr. 4 (1961) eine weitere Seite der Stärkebücher abbildete. (Siehe Tabelle 1) Ebenso versteckt folgten nach 45 Jahren(!) in HvA Nr. 18 von 1990 wieder zwei Kopien. Erst als dann 1995, also nach 50 Jahren, im vierbändigen Werk Die Sterbebücher von Auschwitz 21 Seiten abgebildet wurden,[1] wurde sichtbar, welchen Wert die Stärkebücher tatsächlich haben. Über sieben Monate gibt es exakte Unterlagen von den Zahlen der Häftlinge, die in den zwei Ausgaben des Kalendariums[2],[3] bereits ihren Niederschlag hätten finden müssen.

Das sind die Methoden im "Holocaust": Jahrzehnte werden wichtigste Dokumente verborgen. Gäbe es die Revisionisten nicht, so würden auch diese 30 Dokumente weiter unausgewertet schlummern, statt der Wahrheitsfindung zu dienen!


Ein anderes Beispiel für unterdrückte bzw. verheimlichte Dokumente sind die Sterbebücher. Wir haben im Artikel »Die Wandlungen der Totenzahl« Abbildungen einer 1993 erschienenen Tabelle gezeigt,[4] die als Inhaltsangabe der damals nach 48 Jahren bekannt gewordenen Sterbebücher dienen könnte. Über die dort festgeschriebenen Zeiträume von ca. Mitte 1941 bis Ende 1943, also über fast 21/2 Jahre, kann für jeden Tag eine genaue Liste der täglich gestorbenen Häftlinge erarbeitet werden. Man fürchtet seit 1993 deshalb sicher zu Recht, daß wir aus solchen Angaben mehr Kenntnisse ziehen würden, denn sie überschneiden sich nicht nur zeitlich mit den Stärkebüchern und lassen somit Vergleiche zu. Dazu in einer späteren Arbeit mehr.

Aus diesem Grunde finden sich auch in den meisten Veröffentlichungen der Exterminationisten kaum Dokumenten-Abbildungen. Den Autoren war und ist die Gefahr zu groß, daß wir Revisionisten darin weiteres finden, das nicht in die Lügengeschichten paßt. Eine Ausnahme war J.-C. Pressac. Welche Folgen dies aber hatte, ist unseren Gegnern vermutlich nicht in guter Erinnerung, da viele Fachleute durch Pressac Revisionisten wurden.

Inzwischen sind wir so weit, daß keiner Veröffentlichung der Exterminationisten mehr geglaubt wird, wenn nicht gleichzeitig dafür nachprüfbar Beweise schwarz auf weiß vorgelegt werden. Denn wenn angebliche Historiker von einer beliebigen, nicht bewiesenen Zahl von 4 Millionen Toten nach 50 Jahren eine ebenso beliebige, unbewiesene Zahl von 2,9 bis 3 Millionen als nicht getötet selbst als Lüge eingestehen, dann haben sie sich selbst der völligen Unglaubwürdigkeit überführt.

1. Die Stärkebücher

Die Stärkebücher sind ein Beispiel dafür, wie die Exterminationisten unerwünschte Passagen kaschieren. Diese im Archiv von Auschwitz lagernden[5] Bücher, zu denen man uns Revisionisten keinen Zugriff gewährt, geben vom 19.1.1942 bis zum 19.8.1942, also über sieben Monate, genaue Angaben über jede Veränderung im Bestand der männlichen Häftlinge des KL Auskunft. Enthalten sind ferner Kriegsgefangene, die nach dem 7.10.1941 in Auschwitz zum Bau des Kriegsgefangenenlagers beschäftigt wurden. Wie der Name schon sagt, waren sie also keine Häftlinge des Konzentrationslagers. Sie wurden deshalb in eigener Kartei und eigenem Totenbuch etc. geführt.[6]

Abbildung 1: Stärkebuch Auschwitz, 15.03.42, Seite 133 (Zum Vergrößern anklicken)

Abbildung 2: Stärkebuch Auschwitz, 16.08.42, Seite 351 (Zum Vergrößern anklicken)

Abbildung 3: Stärkebuch Auschwitz, 30.03.42, Seite 198 (Zum Vergrößern anklicken)

Abbildung 4: Stärkebuch Auschwitz, 27.05.42, Seite 416 (Zum Vergrößern anklicken)

Abbildung 5: Stärkebuch Auschwitz, 29.07.42, Seite 232 (Zum Vergrößern anklicken)

Abbildung 6: Stärkebuch Auschwitz, 19.01.42, Seite 1 (Zum Vergrößern anklicken)

Zeitgleich wurden eine Reihe weiterer Bücher mit speziellen Angaben geführt, z.B.: Ein Leichenhallenbuch, Krankenbücher, Bunkerbuch, usw. Wir gehen auf diese hier nur ein, soweit sich daraus irgendwelche wesentlichen Bezüge herstellen lassen. Dies ist z.T. schwierig zu erkennen, da aus diesen uns Revisionisten gleichfalls verschlossenen Nebenbüchern bisher ebenfalls nur einzelne Seiten abgebildet worden sind, obschon sich einige dieser Bücher über mehrere Jahre erstrecken. Es ist zu vermuten, daß sich hinter dieser Sparsamkeit von Veröffentlichungen, die noch dazu zum Teil sehr schlecht wiedergegeben sind, weitere Lügen verstecken. Sicher werden unsere Gegner die Veröffentlichung von neuen Dokumenten weiter einschränken, wenn sie erkennen, was wir hier schon aus den wenigen veröffentlichten Seiten erarbeitet haben.

1.1. FORM DER BÜCHER

Aus den 30 uns bekannten Seiten ist zu vermuten, daß die Stärkebücher gleichbleibend in Inhalt und Form geführt wurden, und zwar mit folgenden Eigenschaften:

1. Es sind zwei linierte Kladden vorhanden. Größe 20,5 × 29 cm, ca. also DIN A 4. Die erste Kladde hat 28 Schreiblinien pro Seite, die zweite 33 Schreiblinien. Beschriftet sind davon in den uns vorliegenden 30 Seiten 28 in der ersten (Abbildung 1) bzw. 31 Linien in der zweiten Kladde (Abbildung 2) für reine Personenangaben, Tagesabschlüsse und andere Angaben.

2. Für jeden Häftling der a) verstarb, b) entlassen wurde, c) überstellt wurde und d) geflohen ist, wurde eine Zeile für alle personenbezogenen Angaben geschrieben.

3. Bis zu vier Kriegsgefangenennummern wurden in einer Zeile eingetragen. (Abbildung 3)

4. Es gibt verschiedenen Formen des Abschlusses der Stärkemeldung, in denen Überschriften einen gewissen Platz einnehmen.

5. Neuzugänge benötigen nur eine Zeile je Meldung. In dem Zusammenhang fällt auf, daß sich die zitierten Autoren alle über die Zahl der Neuzugänge ausschweigen. Wir fanden in unseren Exemplaren insgesamt nur 3.252 Häftlinge als Neuzugänge (Abbildung 4).

1.2. INHALT UND FORM DER BÜCHER

Beide Stärkebücher sind durchnumeriert, mit der Nr. 1 beginnend. Die erste Kladde endet am 17.6.42 vermutlich mit Seite 560. Die zweite endet vermutlich mit Seite Nr. 383. Aus zunächst nicht ersichtlichen Gründen wurde diese Numerierung im Kalendarium[3] verfälscht und auf durchlaufend 943 Seitennummern verändert.

Die Einträge sind in Morgenappelle und Abendappelle mit Datum gegliedert. Es fanden aber auch manchmal Mittagsappelle statt. Eine Begründung hierfür ist noch nicht erkennbar, aber vermutlich sind Fluchten die Ursache. Je Appell ist ein Abschluß erstellt. Enthalten sind ausschließlich männliche Häftlinge, Erziehungshäftlinge und Kriegsgefangene.

Für Häftlinge und Erziehungshäftlinge (EH[7]) werden die Kategorien Verstorbene, Überstellte, Entflohene und Entlassene jeweils getrennt eingetragen. Innerhalb der Eintragungen sind Juden als solche bezeichnet. Jeder Eintrag enthält in einer Zeile: Lfd. Nummer, Herkunft des Häftlings, Häftlingsnummer, Name, Vorname und Geburtsdatum.

Kriegsgefangene werden ausschließlich mit ihrer Kriegsgefangenennummer in den Büchern eingetragen und entsprechend dem Vorgang gezählt. Die höchste in unseren Blättern eingetragene Kriegsgefangenen-Nr. ist am 28.5.42 die Nr. 9.953. Hieraus können Sie entnehmen, daß aus vollständig veröffentlichten Stärkebüchern auch im Bereich der Kriegsgefangenen weitere Erkenntnisse möglich wären. Solche wollte man offenbar ebenfalls unmöglich machen. Die Kriegsgefangenen werden in einer späteren Arbeit behandelt werden.

Neuzugänge ins Lager werden jeweils nur als eine Summe (Abbildung 5) in einer Zeile den Meldungen des Tages beigefügt.

1.3. SCHLÜSSELDOKUMENTE

Die Stärkebücher enthalten letzten Endes die wichtigste aller Meldungen, die täglich in den Lagern abgegeben wurden. Eine Vielzahl von Dokumenten weisen diese Tatsache nach. Wegen der Möglichkeit des Vergleiches mit den Sterbebüchern und anderen Dokumenten verdienen die Stärkebücher die Bezeichnung »Schlüsseldokumente«, da sie als Prüfstein für die Auschwitz-Literatur dienen können.

Die Meldungen sind mit allen darin enthaltenen Häftlingsangaben Ausgangspunkte für wesentliche Entscheidungen und Handlungen, die von allen mit Auschwitz befaßten Dienststellen der SS zu treffen und durchzuführen waren. Schon für die Verpflegungsstärke waren sie Grundlage, eine Zahl, die täglich zu melden war. Alle weiteren Dispositionen gingen ebenfalls davon aus. Die bis zu drei Appelle am Tag dienten allein schon dem Zweck, eine laufende, zeitgerechte Bearbeitung der Stärkebücher zu sichern.

Es ist daher blühender Unsinn, wenn behauptet wird, daß man angefallene größere Totenzahlen auf mehrere Tage verteilt habe. Wie überhaupt sollte eine solche Arbeitsweise möglich sein, da doch ohnehin - zumindest in der Zeit der gelogenen vier Millionen Toten - täglich Tötungen behauptet wurden? Richtig ist jedoch, daß in den Sterbebüchern solche zeitliche Verschiebungen vorkommen. Nur war das keine unzulässige Manipulation, da das Sterbedatum gesondert ausgewiesen wurde.

Wie ernst die Autoren von Auschwitz ihre Tätigkeit betrieben und wie sie sich um "Wahrheit" bemühten, stellen wir am Beispiel Danuta Czech und ihrem Kalendarium dar. Nicht vergessen werden darf, daß alle östlichen Autoren der ersten Nachkriegsjahrzehnte auch zum höheren Ruhm des Kommunismus' schrieben, ähnlich wie heute bei uns zum Ruhm des "freiesten Staates auf deutschem Boden" geschrieben wird, indem jährlich bis zu 15.000 Strafverfahren wegen Meinungsdelikten eingeleitet werden.[8]

2. Vorhandene Veröffentlichungen

In einigen älteren Büchern finden sich Hinweise auf die Stärkebücher. Selten und weit gestreut - wie oben erwähnt - gab es auch in einigen dieser Bücher Abbildungen von einzelnen Stärkebuchseiten, die aber keine besonderen Zusammenhänge erkennen ließen. Dies änderte sich schlagartig 1995 mit der Herausgabe der Berichte zu den Sterbebüchern. Dort finden sich 21 Seiten abgebildet, die allerdings zum Teil gleich zweimal gezeigt werden. Ab diesem Zeitpunkt wurde deutlich erkennbar, warum man diese aufschlußreichen Dokumente verheimlichte. Sie decken weitere Lügen im als "Blendwerk" aufgemachten Kalendarium auf und machen es sich ständig steigernd noch unglaubwürdiger.

Um einerseits unsere Behauptungen zu belegen, aber auch um einmal zu zeigen, welche Kleinarbeit erforderlich ist, um unsere Beweise zu finden, fügen wir hier eine Tabelle ein, die belegt, warum die folgenden Rückschlüsse tatsächlich erst nach 1995 möglich waren.

Eine erste Untersuchung und ein Vergleich mit anderen Büchern folgten auf dem Fuße. Sie erinnern sich vielleicht, daß wir schon immer zu Vergleichen mit anderen Texten aufgerufen haben. Es gibt keinen schnelleren Weg, um die Schwindeleien im Holocaust zu finden, um ihnen auf den Grund zu gehen.

Tabelle 1: Herkunft und Zeit der Veröffentlichung
der vorhandenen Seiten der Stärkebücher

lfd.
Nr.

Quelle

Seite

Jahr

Stärkebuch I
Seite [28 Z]

Stärkebuch II
Seite [31 Z]

Datum

1

Piper, Die Zahl...

61

1993

1

 

19.01.42

2

HvA, Nr. 4

56

1961

(56)

 

12.02.42

3

HvA, Nr. 19

254

1995

91

 

01.03.42

4

Sterbebücher..., Bd. 1

126*

1995

133

 

15.03.42

5

Sterbebücher..., Bd. 1

127*

"

134

 

"

6

Sterbebücher..., Bd. 1

6*

"

198

 

30.03.42

7

Sterbebücher..., Bd. 1

15*

"

199

 

"

8

Sterbebücher..., Bd. 1

16*

"

202

 

"

9

HvA, Nr. 3

115

1960

410

 

27.05.42

10

Sterbebücher..., Bd. 1

35*

1995

415

 

"

11

Sterbebücher..., Bd. 1

36*

"

416

 

"

12

Sterbebücher..., Bd. 1

64*

"

419

 

28.05.42

13

Sterbebücher..., Bd. 1

65*

"

420

 

"

14

Sterbebücher..., Bd. 1

68*

"

445

 

03.06.42

15

Sterbebücher..., Bd. 1

69*

"

446

 

"

16

HvA, Nr. 18

28

1990

449

 

04.06.42

17

Auschwitz 40-45, Bd. IV

306

1999

528

 

11.06.42

18

HvA, Nr. 18

29

1990

542

 

14.06.42

19

HvA, Nr. 3

116

1960

 

19

22.06.42

20

Sterbebücher..., Bd. 1

75*

1995

 

29

22.06.42

21

Sterbebücher..., Bd. 1

165*

"

 

36

23.06.42

22

Sterbebücher..., Bd. 1

82*

"

 

80

02.07.42

23

Sterbebücher..., Bd. 1

83*

"

 

81

"

24

HvA, Nr. 19

250

1995

 

85

03.07.42

25

Sterbebücher..., Bd. 1

60*

"

 

195

23.07.42

26

Sterbebücher..., Bd. 1

61*

"

 

198

23.07.42

27

Sterbebücher..., Bd. 1

87*

"

 

232

29.07.42

28

Sterbebücher..., Bd. 1

88*

"

 

235

"

29

Sterbebücher..., Bd. 1

92*

"

 

351

16.08.42

30

Sterbebücher..., Bd. 1

93*

"

 

352

16.08.42

Das Ergebnis verwunderte uns nicht sehr, denn daß Ungereimtheiten durch Genauigkeit gefunden werden, ist in unserer Geschichte des Holocausts von Auschwitz fast schon selbstverständlich. Völlig im Gegensatz zu den vorhandenen, eindeutigen und präzisen Angaben der Stärkebücher finden sich fast nur Angaben über die Totenzahlen. Alles weitere ist so vage und ungenau gehalten, wie die ganze Geschichte des Holocausts. Diese Methode, Teilwahrheiten zu veröffentlichen, um glaubhaft zu erscheinen, wird im Holocaust ständig angewandt. Sie ist jedoch pure Augenwischerei und eine bewußte Täuschung.

2.1. EINZELHEITEN AUS DEN VERÖFFENTLICHUNGEN

Natürlich greifen wir aus den nachfolgend zitierten Büchern nur die Abschnitte heraus, die sich mit den Stärkebüchern befassen.

2.1.1. JAN SEHN:[9]

Zuerst wird behauptet, von den insgesamt etwa 400.000 in beiden Lagern registrierten Häftlingen seien 340.000 ums Leben gekommen. In neueren Büchern finden sich nur noch 200.000 Tote.

Das Stärkebuch gilt vom 19.1. bis 19.8.42 (213 Tage). Die niedrigste Sterbeziffer war am 19.1.42 mit 17 Häftlingen. Die für den gleichen Tag angegebene niedrigste Sterberate von 0,14% ist allerdings mathematisch falsch. Die höchste Sterbeziffer war am 18.8.42 mit 390 Häftlinge. Die für den 15.3.42 angegebene höchste Sterberate von 2,85% ist allerdings mathematisch falsch und unlogisch. Es fehlt ein Hinweis, ob mit oder ohne Kriegsgefangene gerechnet wurde, denn letztere sind keine KL Häftlinge. Die Sterbeziffer habe demnach im Durchschnitt bei 97 Häftlingen täglich gelegen.

Der Häftlingsstand habe am 19.8.42 22.925 Häftlinge betragen, der letzte bis zu dieser Zeit eingelieferte Häftling habe die Nr. 60.111 erhalten, weshalb 37.186 "fehlten". Sehn - seine Angaben sind konfus - rechnet dann als Gestorbene vom 19.1.42 bis 19.8.42, 20.696 Häftlinge, addiert dazu aus dem Leichenhallenbuch 3.222, die dort seit dem 7.10.41 eingetragen worden seien, und kommt somit auf 23.918 verstorbene Häftlinge. Dieser Rückschluß ist falsch, denn die Toten der Leichenhalle sind in der Stärkemeldung bereits enthalten. Ferner wurden die Häftlingsnummern seit dem 20.5.41 vergeben, also am 19.8.42 seit 439 Tagen. Es fehlten bei Sehn vier Abgangs-Kategorien: 1. Verstorbene, 2. Entlassene, 3. Überstellte und 4. Geflohene. Richter Sehn rechnet einfach alle als gestorbene und fälscht so das Ergebnis. Logik und Mathematik sind wohl eine menschliche Schwäche in seinem Denken, sind aber unverzichtbar in solchen Berechnungen.

Von Bedeutung ist ansonsten nur noch, daß alle Angaben über die Kriegsgefangenen am 7.10.1941 beginnen, worauf wir in einem späteren Beitrag zurückkommen werden.

2.1.2. HVA NR. 4, 1961 (SEITE 40/42):

Schon die Eintragungen zum 19.1.42 zeigen wieder einmal die "Präzision", mit der die Autoren im Archiv von Auschwitz tätig waren. Unsere Kopie der ersten Seite des Stärkebuches beginnt: »Stärke zum Morgenappell am 19. Januar 1942: 11.703« (Abbildung 6). Im HvA ist der Text wie im Original. Im Kalendarium jedoch lautet der Text: »Morgenappell 11.703, unter ihnen befinden sich 1.510 russische Kriegsgefangene,[...].« Die Kopie des Abendappells ist nicht in unserem Besitz. Im HvA Nr. 4 ist nachzulesen: »Abendappell 11.703 darunter 1.490 Kriegsgefangene.« Anders jedoch im Kalendarium: »Abendappell 11.632 darunter 1.490 russische Kriegsgefangene.« Was richtig ist, wissen wir nicht, jedenfalls kann maximal eine Aussage stimmen. Am 24.6., 7.8. und 13.8. gibt es keine Einlieferungen, und am 17.8. keine Todesfälle.

Es folgen sehr ausführliche Angaben, hauptsächlich über Kriegsgefangene, die wir jedoch an anderer Stelle erörtern werden. Wichtig ist auch hier, daß jede Angabe über Kriegsgefangene am 7.10.1941 beginnt. Ein Datum, das in einem der weiteren Artikel von großer Bedeutung sein wird.

Die Trennung zwischen den zwei Stärkebüchern ist am 17.6.42 beim Abendappell mit einem Häftlingsbestand von 13.531. Ob mit oder ohne Kriegsgefangene ist unbekannt. J. Brandhuber erwähnt, daß die Bücher mit blauer Tinte geführt wurden, die Kriegsgefangenen darin jedoch mit roter Tinte.

Vorstehende und weitere Stärkeangaben vom 2.1.42 bis 23.1.42 übernehmen wir in eine später folgende Tabelle.

2.1.3. KALENDARIUM:[10]

Um hier zu klaren Ergebnissen zu kommen, haben wir für die Zeit der Stärkebücher auch die erste Ausgabe des Kalendariums (1959 bis 1965) herangezogen und verglichen. Es gibt erhebliche Differenzen. Vor allem gibt es in der ersten Ausgabe nicht einen einzigen Quellenhinweis.

2.1.4. FRANZISZEK PIPER[11]

Bei Piper entnehmen wir zuerst, daß in der Zeit der Stärkebücher 20.696 Häftlinge und 1.472 Kriegsgefangene gestorben sind. Weiter gibt er an, daß die Zahl der gestorbenen, überstellten, geflohenen und entlassenen Häftlinge 24.160 betragen habe. Es folgt eine Aufgliederung, die nicht zur richtigen Summe kommt und somit irrelevant ist.

2.1.5. JEAN-CLAUDE PRESSAC[12]

Da das Auschwitzarchiv offensichtlich nicht willens ist, eine fachgerechte Berechnung der täglichen Totenzahlen durchzuführen, haben wir im Vorgriff auf die folgende Auswertung eine Hilfsberechnung erstellt. Sie kann natürlich nicht unseren Ansprüchen genügen, aber ohne entsprechende Dokumente ist sie bisher nicht besser machbar. Es existieren bekanntlich Sterbebücher über einen Zeitraum von fast 21/2 Jahren, die aber erst seit 1992 begrenzt auswertbar sind.

In seinem zweiten Buch hat Pressac eine Tabelle der in den Sterbebüchern aufgeführten Todesfälle aufgestellt und für jedes Buch eine tägliche Sterberate berechnet. Nach Überprüfung der Tabelle kommen wir allerdings zu leicht abweichenden Werten, da wir jedes Datum, das in der Tabelle zweimal vorkommt, mit dem Wert eines halben Tages in jeder Zeile berechneten. Ferner haben wir unsere Aufstellung um eine Spalte erweitert, auch als Vorschau auf eine nächste, sehr aufschlußreiche Arbeit. Sie bezieht sich auf unseren Artikel »"Schlüsseldokument" ist Fälschung« über ein auf den 26.8.43 datiertes Schreiben, in dem Kremierungszahlen angegeben sind, die aus vielen Gründen unmöglich sind.[13] Der Grund für diese Einführung ist, daß Pressac mit seiner Berechnung der täglichen Sterberate einen Wert eingeführt hat, dessen Bewältigung die Krematorien leisten mußten. Erst bei Überschreitung ihrer Kapazität oder bei Reparaturen fiel ein Überschuß an Leichen an, der in solcher Zeit dann erdbestattet wurde, vorausgesetzt, daß gleichzeitig auch die Kapazität des Krematoriums von Gleiwitz überschritten wurde.

Tabelle 2: Mittlere tägliche Sterberate in Auschwitz nach Sterbebücher 1942[12]

Jahr

Bd

Zeitraum

Zahl der Todesfälle

Anzahl der Tage

tägliche Rate

Behauptet Kremierungskapazität nach Fälschung

Anmerkungen

1942

1

03.01. - 24.02.

1500

52,5

28,57

227

Beginn Stärkebuch 19.1.

1942

2

24.02. - 22.03.

1496

25,5

58,67

"

 

1942

3

21.03. - 08.04.

1490

17,5

85,14

"

 

1942

4

08.04. - 30.04.

1420

22,5

63,11

"

 

[1942

5

01.05. - 15.05.

1500]

15,-

100,00

"

 

1942

6

16.05. - 30.05.

1478

14,5

101,93

"

 

1942

7

30.05. - 13.06.

1500

14,5

103,45

340

 

[1942

8

14.06. - 25.06.

1500]

12,-

125,00

"

 

1942

9

26.06. - 07.07.

1499

11,5

130,34

"

Flecktyphusepidemie

1942

10

07.07. - 16.07.

1498

9,-

166,44

"

 

1942

11

16.07. - 28.07.

1460

12,-

121,66

"

 

1942

12

28.07. - 06.08.

1498

9,-

166,44

"

 

1942

13

06.08. - 16.08.

1472

10,5

140,19

"

 

1942

14

17.08. - 22.08.

1489

5,5

270,73

"

Ende Stärkebuch 19.8.

Gesamt:

20800

231,5

 

 

 

Die in [ ] gesetzten Bände fehlen und wurden mit der maximal möglichen Zahl der Todesfälle angenommen.

Aus dieser Aufstellung sind zum Vergleich mit den Stärkebüchern (19.1. bis 19.8.42) aus den Büchern 1 und 14 einige Tage abzuziehen:

Jahr

Bd

Zeitraum

Todesfälle

Tage

Rate

1942

1

03.01. - 18.01.

-457

16,0

28,57

1942

14

20.08. - 22.08.

-297

2,5

270,73

Gesamt:

20066

213

 

Bei dieser überschlägigen Berechnung beläuft sich die Totenzahl in der Zeit der Stärkebücher also auf circa 20.066 Häftlinge.

Auf der Basis der uns zur Verfügung stehenden Sterbeurkunden ist eine weitere annähernde Berechnung möglich. Bei der Benutzung der Urkunden ist darauf zu achten, daß der Ausstellungstag nicht immer mit dem Sterbetag identisch ist. Um mit annähernd gleichen Zahlen zu rechnen, benutzen wir für unsere Berechnung den Sterbetag: Die Urkunde Nr. 517/1942 lautet auf den 28.1.42.[14] Die erste uns vorliegende Urkunde für den 19.8.42 lautet auf die Nr. 22.483/1942 und eine weitere auf die Nr. 22.560/1942. Nach unserem derzeitigen Wissen ergeben sich als Differenz 22.560 - 517 = ungefähr 22.043 Häftlinge, was nur um 0,1% von den aus den Sterbebüchern hochgerechneten 20.066 abweicht.

Dieses Beispiel zeigt, daß sich die Sterbebücher und die Stärkebücher gegenseitig bestätigen, was zeigt, wie wichtig es wäre, vollständige Angaben der Stärke- und Sterbebücher für die Forschung herauszugeben. Hierin liegt eine Chance für die Exterminationisten zu beweisen, daß sie ernsthaft an der Aufklärung der Sterbefälle von Auschwitz interessiert sind. Um dem Archiv von Auschwitz dazu eine Gelegenheit zu geben, werden wir uns mit einem "Offenen Brief" an das Archiv wenden mit der Bitte, uns die fehlende Seiten der Stärkebücher und die Sterbebücher in Kopie zu übersenden - gegen Kostenerstattung, auf Wunsch sogar auch im voraus. Der Brief wird mit einer Kopie dieses Artikels abgesendet an dem Tag werden, an dem wir diese Ausarbeitung gedruckt erhalten. So wird gewährleistet, daß das Auschwitzarchiv diesen Text auch wirklich zur Kenntnis erhält. Keine Antwort wäre dann als Beweis für unsere Behauptungen zu werten, daß man in Auschwitz an einer Aufklärung gar nicht interessiert ist. Es kommt auch die Zeit, in der sich die Exterminationisten mit unseren Veröffentlichungen auseinandersetzen müssen!

Die der Tabelle 2 neu hinzugefügte Spalte zur Kremierungskapazität zeigt, daß die Exterminationisten ein Eigentor geschossen haben, als sie die Fälschung kreierten. Während die gefälschten Kapazitätsangaben für das 1942 alleinig in Betrieb befindliche Krematorium I 227 bzw. 340 Einäscherungen pro Tag behaupten, errechneten unsere Mitstreiter Franco Deana und Carlo Mattogno einen theoretischen Maximalwert von um die 90 bzw. 130 Kremierungen:

Tabelle 3: Betriebsbeginn und Kapazität
der Krematorien von Auschwitz
[15]

Datum

Kremas

in Betrieb

Öfen in
Betrieb

Muffeln in Betrieb

theoretische Maximal- Kapazität

Kapazität laut Fälschung 28.6.1943

17.08.40

I

1

2

40 - 48

114

22.02.41

+I

+1

+2

40 - 48

113

I

2

4

80 - 96

227

30.05.42

+I

+1

+2

40 - 48

113

I

3

6

120 - 144

340

22.03.43

+IV

+2

+8

160 - 192

768

I, IV

5

14

280 - 336

1.108

31.03.43

+II

+5

+15

300 - 360

1.440

I, II, IV

10

29

580 - 696

2.548

04.04.43

+V

+2

+8

160 - 192

768

I, II, IV, V

12

37

740 - 888

3.316

24.06.43

+III

+5

+15

300 - 360

1.440

I bis V

17

52

1.040 -1.248

4.756

19.07.43

-I

-3

-6

120 - 144 -

340 -

II bis V

14

46

920 -1.104

4.416

Wäre die Kremierungskapazität 1942 tatsächlich so hoch gewesen, wie im gefälschten Dokument behauptet, so wären Bestattungen in Massengräbern nicht im behaupteten Ausmaß von Zehntausenden bis Hunderttausenden nötig gewesen. Tatsächlich überstieg die Todesrate im gesamten betrachteten Zeitraum nämlich nur an fünf Tagen 375 Tote.

2.1.6. DIE STERBEBÜCHER VON AUSCHWITZ:[16]

Hier entnehmen wir - wohl ein Produkt des Zufalls - erstmalig Angaben, die genauere, aber nicht vollständige Berechnungen ermöglichen:

»In ihnen [den Stärkebüchern] sind insgesamt 26.200 Häftlinge verzeichnet, die zwischen dem 19. Januar und dem 19. August ums Leben kamen oder das Lager - sei es durch Flucht, Entlassung und Überstellung - "verließen". Unter diesen befinden sich auch 1.472 umgekommene sowjetische Kriegsgefangene, von denen nur die Häftlingsnummern in dem Buch [sic] vermerkt sind. 20.069 Einträge beziehen sich auf "verstorbene", 1.049 auf "entlassene", 2.945 auf "überstellte" und 39 auf "geflohene Häftlinge".[17] Die Quelle enthält auch Informationen über 1.640 sogenannte "Erziehungshäftlinge". Laut "Stärkebuch" sind 476 von ihnen aus dem KL Auschwitz entlassen worden. Die Mehrzahl (901) verstarb im Lager. Alle übrigen wurden als "Überstellte" verzeichnet.«

Abbildung 7 & 8: Übersicht über die
Sterbebücher von Auschwitz[1] (Zum Vergrößern anklicken)

Abbildung 9: Stärkebuch Auschwitz, 30.03.42, Seite 202 (Zum Vergrößern anklicken)

Auf den Seiten 236f. ist eine zweite Liste über die Sterbebücher erarbeitet, die sich in einigen Punkten von der Pressacs unterscheidet (Abb. 7f.). Da wir hier nur den Unterschied im Bereich der Stärkebücher betrachten, sind die kleineren Abweichungen, die sich bei 22 Personen bewegen, unwesentlich. Lediglich bei den Bänden 5/42 und 8/42 sind größere Differenzen vorhanden. Da jedoch andererseits große Zeitlücken vorhanden sind, verzichten wir auf weitere Bearbeitung und bleiben bei der Liste von Pressac.

2.1.7. AUSCHWITZ 1940 - 1945[18]

Es lohnt sich nicht zu berichten. Hier werden die Zahlen aus J. Sehn[9] wiederholt, d. h. die ungenauesten, 1957 gefundenen. Was die Serie der insgesamt fünf Bücher ansonsten völlig abwertet, ist die Tatsache, daß man die Akten der Zentralbauleitung in Moskau nicht kennt, vielleicht aber auch nicht kennen will. Erwähnenswert ist lediglich, daß das Problem der weiblichen Häftlinge angeschnitten wird. Die ersten Frauen wurden ab dem 26.3.42 im Stammlager eingeliefert, das heißt also in der Zeit der Stärkebücher. Sie wurden jedoch offensichtlich in eigenen Büchern geführt.

2.2. STELLUNGNAHME ZU DEN ERÖRTERTEN BÜCHERN

Versucht man, die vorstehenden Einzelberichte zu verwerten, so findet man, daß aus keinem Buch Angaben entnommen werden können, die ein klares Bild über die Stärkebücher ergeben. Es gelingt nicht einmal, ein Extrakt zu erarbeiten, das zu einem verwertbaren Ergebnis führt. Das gilt vor allem für beide Ausgaben des Kalendariums. Deshalb besprechen wir sie weiter unten nochmals.

2.2.1. ZUGÄNGE

Keines der Bücher enthält über die Zeit vom 19.1. bis 19.8.42 verwertbare Angaben über die Zugänge von Häftlingen. Das ist äußerst verwunderlich, da ja jeder der täglichen Berichte im Abschluß diese Angaben (Abbildung 9) enthält. Man kann daher getrost davon ausgehen, daß sich dahinter eine Absicht verbirgt. Wenn ein Vorgang sich seit Jahren in allen Bereichen wiederholt, dann ist es dieser und daher muß man hier nach dem Warum suchen.

Es ist kein großes Kunststück, den Hintergrund zu ergründen: Zu keinem Zeitpunkt wollte ein etablierter Autor oder das Auschwitzarchiv Auskunft über die wahren Häftlingsstärken zur Zeit der Stärkebücher in Auschwitz geben. Wer wollte die ganze Welt auch mit der Nase darauf stoßen, daß nach der Stärkemeldung vom 19.8.42 nur 22.925 Häftlinge im Lager anwesend waren. Dieser Zeitpunkt liegt nämlich schon ca. 27 Monate nach Einlieferung der ersten Häftlinge, immerhin also bereits nach der halben Zeit, in der das Lager überhaupt bestand.

Eine Zahl der insgesamt eingelieferten Häftlinge in der Zeit ist nicht bekannt. Auf einem Hilfsweg über Häftlingsnummern etc. - wenn man dem Kalendarium glaubt - ist eine Ermittlung möglich. Nach diesem wurden vom 20.5.40 bis zum 19.8.42 60.111 Häftlinge eingeliefert.[19] In dieser Zahl ist nicht berücksichtigt, daß am 1.2.42 die Erziehungshäftlinge eigene EH-Nr. erhielten und dafür die bisherigen normalen Nummern ein zweites Mal vergeben wurden. Da die Gegenseite diese Zahl der Erziehungshäftlinge bei ihren Berechnungen nicht einbezieht, unterlassen wir dies zunächst auch.

2.2.2. ABGÄNGE

Ähnlich ist die Situation bei den Abgängen. Auch hier läßt sich aus keinem Buch eine mathematisch richtige Zahl aller abgehenden Häftlinge aus dem Lager ermitteln, die 1. gestorben, 2. überstellt, 3. geflohen und 4. entlassen wurden. Man versuchte im Gegenteil den Eindruck zu erwecken, daß alle abgegangenen Tote waren.

Die Entlassenen waren hauptsächlich Erziehungshäftlinge, also Häftlinge auf Zeit. Es ist notwendig, auch hierzu getrennt einen eigenen Artikel zu verfassen, der auch im Entwurf samt Dokumenten bereits vorliegt. Daher nur kurz: Eine Einlieferung auf Zeit zur Erziehung erfolgte für Personen, die z. B. ihrer Arbeit nicht geordnet nachgingen und aus ähnlichen Gründe gewarnt werden sollten. Die Erziehungshaft beschränkte sich meist auf 56 Tage. Die Zeit konnte sowohl verkürzt als auch verlängert werden.

Zur Ermittlung der Totenzahlen benutzen wir für die Zeit bis zum Beginn der Sterbebücher (20.5.40 bis 3.8.41) eine Schätzung nach J.-C. Pressac = 6.000 Häftlinge. Dazu laut Sterbebüchern von 1941 5.988 Häftlinge. Weiter dann nach unserer Berechnung Tabelle 2 für Anfang 1942 bis zum August 1942 = 20.066 Häftlinge. Eine Zahl, die wir durch Sterbeurkunden annähernd geprüft haben. Die Summe der Toten bis zum 19. August 1942 beträgt somit ungefähr 32.054 Häftlinge.

2.2.3. HÄFTLINGSBESTAND

Am 19.8.42 sollen nach Jan Sehn[9] 22.925 Häftlinge im Lager registriert gewesen sein. Nach dem Bericht der Sterbebücher wurden im Zeitraum vom 19.1.42 bis zum 19.8.42 1.049 Häftlinge entlassen, 2.945 überstellt und 39 flohen; somit haben also 4.033 Häftlinge das Lager lebend verlassen. Für die Zeit vor dem 19.1.42 verbleiben für die gleichen Kategorien somit etwa 1.099 Häftlinge.[20] Wir glauben, daß dieser Nachweis für die folgende Auswertung ausreichend belegt ist.

3. Vorläufige Auswertung

Einen Hinweis, wie sich die Belegung der Lager weiterentwickelt hat, gibt eine Stärkemeldung vom 22.9.42 (Abbildung 10),[21] also ca. 1 Monat nach Ende der Stärkebücher, in der die Lager erstmalig getrennt aufgelistet sind:

Männer in Auschwitz:

12.237

Männer in Birkenau:

4.222

Männer Gesamt:

16.459

Frauen in Birkenau:

11.748

Insgesamt:

28.207

Der Rückgang der Häftlingszahl ist auf die Flecktyphusepidemie zurückzuführen. Am 1.7.42 wurde deshalb das Lager schon gesperrt und kam dann unter Quarantäne.

Abbildung 10: Gesamtarbeitseinsatztabelle Auschwitz, 22.09.42, RGVA 502-1-19-90 (Zum Vergrößern anklicken)

Im Zuge unserer, fast "Sezierung", des Kalendariums haben wir zuerst monatliche Auflistungen ausgearbeitet, getrennt in Männer und Frauen einerseits und alle Häftlingssparten andererseits. Natürlich haben wir auch die verschiedenen Gruppen der angeblich "Vergasten" getrennt aufgelistet. Es war eine Sisyphusarbeit, ein ohne geringste Kriterien erstelltes, erkennbar ungenaues Buch so auszuwerten, aber sie hat sich gelohnt. Ebenso haben wir das Quellenverzeichnis bearbeitet. Diese Monatsaufstellungen haben wir dann weiter in Quartals- und Jahreslisten bis zu Gesamtlisten ausgearbeitet. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie durchsichtig diese Listen die behaupteten Vorgänge in Auschwitz machen und welcher Pfusch dadurch sichtbar wurde! Erarbeitet hat diese Listen im wesentlichen ein heute 82-jähriger Helfer, dem an dieser Stelle zu danken uns ein Bedürfnis ist.

Eins der wichtigsten Ergebnisse ist, daß wir durch die Listen bestätigt finden, was im Bericht der Sterbebücher (Band 1, Seite 54) nachzulesen ist:

»Im Jahr 1944 sank die Sterblichkeitsrate deutlich - pro Tag starben "nur" zwei bis drei Häftlinge -[...]«

Es ist Ihnen sicher bewußt, welchen Einfluß diese exterminationistische Feststellung auf die Totenzahlen von Auschwitz hatte und noch hat!

3.1. ÜBERLEBENSZEITEN

Erinnern möchten wir hier an einen Artikel »Überleben in Auschwitz«.[22] Wir haben von Häftlingen, die vom 14.6.1940 bis 18.7.1940 in Auschwitz eingeliefert wurden, ermittelt, wieviel das Lager zwischen 1940 bis 1945 lebend verlassen haben. Es waren 67,9 %. Seinerzeit waren wir erstaunt, denn die Basis unserer Berechnungen stammte von einer Mitarbeiterin des Archivs in Auschwitz. Seinerzeit blieben Fragen offen, die heute wieder aufzugreifen interessant wird.

Mit Hilfe der Häftlingsnummer am Einlieferungstag ist aus dem Kalendarium - sofern dieses stimmt - und dem Sterbedatum zu ermitteln, wie lang ein Häftling im Lager gelebt hat. Zum Teil sind das im Stärkebuch kurze Zeiten, schon im Hinblick darauf, daß die ersten Häftlinge am 20.5.1940 - also 20 Monate vor Beginn des 1. Stärkebuches - eingeliefert wurden und die erste Fleckfieberepidemie in diese Zeit fällt.

3.2. ANTEIL DER JUDEN

Der Anteil an jüdischen Häftlingen in allen Rubriken unserer vorliegenden 30 Seiten der Stärkebücher beträgt 726 Personen, von denen nicht alle zugeordnet werden können. Juden sind darunter 249 = 34,30%. Dies mag ein Hinweis darauf sein, daß der Anteil an Juden unter den Häftlingen bis zum 19.8.42 weit unter den sonst behaupteten Anteilen von 90% lag. Wir werden auf diesen Punkt weiter besondere Aufmerksamkeit verwenden, da wir von diesem hohen Anteil nicht überzeugt sind.

4. Vergleiche

In der Geschichte des Holocausts in Auschwitz ist für die Zeit 19.1. bis 19.8.1942 die einmalige Situation eingetreten, daß drei Texte inhaltlich übereinstimmen müßten, nämlich: 1. Sterbebücher, 2. Stärkebücher und 3. der zeitlich entsprechende Teil des Kalendariums (S. 185-281). Man könnte also, bei vollständigem Vorliegen der Dokumente 1. und 2., die Texte der Danuta Czech bis auf das i-Tüpfelchen nachprüfen.

4.1. VERGLEICHSGRUNDLAGE

Wir haben nun Position um Position die Einträge im Kalendarium bezüglich Zugänge, Abgänge usw. geprüft und festgestellt, wieviel Zeilen jeder Tag mindestens haben muß. Aus der uns bekannten Zahl der Zeilen pro Seite des jeweiligen Stärkebuches ergibt sich dann die Möglichkeit zu prüfen, ob das jeweilige Stärkebuch am entsprechenden Tag ungefähr diese Anzahl an Seiten hatte. Geringe Differenzen ließen wir unbeachtet und berichten folgend nur über auffällige Beispiele, bei denen lediglich noch zu überprüfen war, ob es "registrierte" Häftlinge waren.

In den Stärkebüchern sind insgesamt 27.553 Zeilen enthalten.[23] Dem gegenüber besteht aufgrund von Abgängen ein Mindestbedarf von 24.104 Zeilen.[24] Verbleiben für Zugänge, Kriegsgefangene, Überschriften und mindestens 426 Meldungsabschlüsse sowie Fehler ausreichend 3.449 Zeilen.

4.2. VERGLEICHSERGEBNISSE

Von der Voraussetzung ausgehend, daß J. Brandhuber sich mit den Büchern etwas intensiver befaßt hat, verglichen wir seine Angaben, daß am »24.6.42, 7.8.42 und 13.8.42 keine Bemerkungen über Einlieferungen und am 17.8.42 keine über Todesfälle gemacht« wurden, mit dem Kalendarium, in dem folgendes zu finden ist:

1.) Am 24.6. Einlieferung von »933 jüdische Männer« aus Frankreich und »10 Häftlinge« aus Kattowitz.[25] Von diesen laut Brandhuber in den Stärkebüchern nicht nachgewiesenen Zugängen wird im Kalendarium ohne Beweis behauptet: »Am 15. August 1942 sind nur noch 186 Männer am Leben, [...]«.

2.) Am 7.8. sollen laut Kalendarium eingeliefert worden sein:

»Die Nummern 56.879 bis 57.102 erhalten 224 männliche [...] mit einem Sammeltransport eingelieferte Häftlinge. Fünf russische Kriegsgefangene wurden in das KL eingeliefert.«

Ferner kam der »15. Transport« aus Frankreich mit »1.014 Juden«. Quelle: Fehlanzeige.

3.) Am 17.8. trafen ein: »999 Juden« aus Malines, »15 männliche Häftlinge« aus Kattowitz und »1 russischer Kriegsgefangener«. Eine Quelle gibt es wieder nicht!

4.) Am 17.8. ist folgender Text vorhanden: »Im Stärkebuch werden 249 Todesfälle verzeichnet.« Quelle: »APMO, D-AuI-3/1/6 Stärkebuch, S. 913-923.«

Sachlich ist festzustellen, daß einer von beiden unwahre, d. h. falsche Angaben gemacht hat.

Sinn der täglichen Stärkemeldungen war es, daß sie mit Akribie geführt wurden und natürlich auch ständig auf dem neuesten Stand sein mußten. Dieses Bild zeigt auch das Kalendarium kontinuierlich im Quellennachweis. Abgesehen von eingefügten Schauergeschichten ist der Quellennachweis bis etwa Ende Mai 42 geordnet. Am 2.6.42 jedoch wurden angeblich 47 Häftlinge entlassen und 129 starben. Das ergibt 176 Häftlinge und dementsprechend 176 Zeilen im Buch, was 6,3 Seiten ergibt (176/28). Aus dem Stärkebuch werden aber nur die Blätter 439 bis 442 als Quelle genannt, also maximal 4 Seiten.

Für den 11.6.42 werden die Seiten 527-533 des Stärkebuches als Quelle angegeben, von denen uns die Seite 528 mit 28 Abgängen vorliegt, darunter zwei »auf der Flucht erschossen«. Das Kalendarium behauptet für den 11.6.42 103 ums Leben gekommene Häftling, plus:

»Die erschossenen und durch Gas getöteten Häftlinge der Strafkompanie sind dabei nicht erfaßt.**«[26]

Gemeint sind hier weitere 40 Erschossene und 320 Vergaste (jedoch Registrierte), und drei "auf der Flucht" erschossene. Somit wurden nach D. Czech 466 registrierte Häftlinge getötet. Dem entsprechen 466 Zeilen = 16,6 Seiten. Zitiert werden jedoch nur die Seiten 527 - 533 = 7 Seiten, was maximal 196 Zeilen entspricht.

Ab dem Zeitpunkt, an dem das zweite Stärkebuch beginnt, herrscht im Kalendarium ein heilloses Durcheinander durch die nachweislich falschen Seitennummern.

Anfang Juli 42 fehlen für 41 Seiten des 2. Stärkebuches = 1.271 Zeilen jegliche Inhaltsangaben. Ebenso fehlen ab dem 8.8.42 für 22 Seiten = 682 Zeilen jegliche Angaben. Ferner folgt am 3.8.42 nochmals ein Fall mit angeblich 193 registrierten, aber unbewiesenen Vergasten.

4.3. VERGLEICH MIT STERBEURKUNDEN

Vorsorglich haben wir noch einen Vergleich zwischen Kopien von Sterbeurkunden in unserem Besitz und dem Kalendarium durchgeführt. Zu unserer eigenen Überraschung wurden wir auch hier fündig. Wir verfügen über 249 Sterbeurkunden von Häftlingen, die am 10.8.1942 verstorben sind. Sie beginnen mit der Urkundennummer 19125/1942 und enden - mit kleineren Unterbrechungen - bei der Nr. 19502/1942. Im Kalendarium sind aber nur 75 Häftlinge vermerkt, die durch eine Phenolspritze getötet worden sein sollen. Es gibt also keine Übereinstimmung zwischen Dokumenten und dem Kalendarium.

Im übrigen glauben wir an die unbewiesene Behauptung von Tötungen mittels Phenolspritzen nicht und versuchen mit Medizinern hier Klarheit zu schaffen. Sie brauchen sich nur in einem guten Lexikon zu orientieren, um näheres über Phenol zu erfahren.

Mit diesen Beispielen beenden wir vorläufig unsere Vergleiche.

4.4. QUELLENNACHWEISE IM KALENDARIUM

Eine Besonderheit ist noch hervorzuheben, weil sie typisch für die Arbeitsweise der Danuta Czech ist, mit der wir uns früher oder später noch auseinandersetzen müssen. Das ist die Auswahl ihrer Quellen oder das, was sie dafür hält.

Was sind wissenschaftliche Quellen? Man unterscheidet zunächst nach der Funktion primäre und sekundäre Quellen. Primärquellen sind als solche Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung, so z. B. zeitgenössische Akten, Urkunden, Originalzeugnisse und ähnliches. Sekundärquellen setzen sich mit Primärquellen auseinander. Man sollte demnach als Leser mindestens erkennen können, in welchem Sinne die Autorin eine Quelle benutzt, um dann entscheiden zu können, ob man sie beizieht oder darauf verzichtet. Solche Hinweise fehlen jedoch komplett im gesamten Buch.

Wie bereits erwähnt, gab es in der Erstausgabe des Kalendariums keinerlei Quellenangaben. Aber in der Ausgabe von 1989 sind sie ebenfalls völlig unzureichend. Es sei denn, daß Exterminationisten glauben, ihre Hinweise auf andere Bücher, also auf Sekundär- oder gar Tertiärquellen, würden bereits als Beweise gelten. Wir stellen jedoch an solche gleich hohe wissenschaftliche Ansprüche, denen die zitierte Sekundärliteratur in der Regel eben nicht genügt.[27]

Drei solcher Beispiele wollen wir nennen:

1. Macht ohne Moral.[28] Ein Buch ohne jeden wissenschaftlichen Wert, da zwar viele Texte enthalten sind - auch einige in Faksimile -, aber nicht die geringste Angabe, ob und wo die Originale vorliegen. Jeder gedruckte Text kann somit eine Fälschung sein. Das Buch kennzeichnet diejenigen, die es laufend als Quelle benutzen.

Tabelle 5: Belegstärke Männer KL-Auschwitz

nach Stärkebüchern vom 19.1.1942 bis 19.8.1942

Datum

Zeit

Gesamt
stärke

Davon Kriegs-gefangene

Häftlinge

Quelle

Seite

19.1.

Mo.

11.703

1.510

10.193

Piper, Die Zahl...

61

19.1.

Ab.

11.703

1.490

10.213

HvA Nr. 4

40

20.1.

Mo.

11.610

1.490

10.120

"

"

20.1.

Ab.

11.601

1.474

10.127

"

"

21.1.

Mo.

11.594

1.474

10.120

"

"

21.1.

Ab.

11.561

1.452

10.109

"

"

22.1.

Mo.

11.556

1.452

10.131

"

"

22.1.

Ab.

11.546

1.425

10.121

"

"

23.1.

Mo.

11.539

1.425

10.114

"

"

23.1.

Ab.

11.543

1.401

10.142

"

"

31.1.

Ab.

11.449

1.305

10.144

Czech, Kalendarium

170

1.2.

Mo.

11.472

1.305

10.167

"

"

12.2

Ab.

11.361

1.256

10.105

HvA Nr. 4

56

1.3.

Mo.

11.132

945

10.187

Czech, Kalendarium

179

1.3.

Mi.

11.120

945

10.175

HvA Nr. 19

254

15.3.

Mi.

10.607

618

9.989

Sterbebücher Bd. 1

127*

30.3.

Mo.

9.666

413

9.253

"

6*

30.3.

Ab.

10.724

418

10.306

"

16*

1.4

Mo.

10.629

365

10.264

Czech, Kalendarium

194

1.5.

Mo.

14.624

186

14.438

"

205

27.5

Ab.

14.486

159

14.327

Sterbebücher Bd. 1

36*

28.5.

Mo.

14.403

158

14.246

"

64*

28.5.

Ab.

14.394

158

14.236

"

65*

1.6.

Ab.

14.188

154

14.034

Czech, Kalendarium

218

3.6.

Ab.

13.953

153

13.800

Sterbebücher Bd. 1

69*

4.6.

Mo.

13.883

153

13.730

HvA Nr. 18

28

11.6.

Ab.

13.887

153

13.734

Auschwitz 40-45, IV

306

14.6.

Mi.

13.600

152

13.448

HvA Nr. 18

29

22.6.

Mo.

13.598

149

13.449

HvA Nr. 3

116

23.6.

Ab.

13.377

149

13.228

Sterbebücher Bd. 1

165*

1.7.

Mo.

15.925

154

15.771

Czech, Kalendarium

240

2.7.

Ab.

16.229

154

16.075

Sterbebücher Bd. 1

83*

23.7.

Mo.

19.312

153

19.159

"

60*

29.7.

Mo.

21.163

153

21.010

"

87

1.8.

Mo.

21.421

153

21.268

Czech, Kalendarium

263

19.8.

Ab.

22.925

163

22.762

"

281

2. Endlösung. Ein Atlas.[29] Man kann getrost wie bei eins argumentieren: ohne jeden wissenschaftlichen Wert. Erschwerend kommt bei diesem Atlas hinzu, daß seine Veröffentlichung in die Zeit der vier Millionen Totenzahl von Auschwitz fällt, d. h. zu den unzähligen Büchern gehört, die nach der Reduzierung der Totenzahl auf eine Million restlos unglaubwürdig wurden. Es geht auch noch von der "heiligen" 6 Millionenzahl der toten Juden aus, die nach unseren Berechnungen derzeit bereits wesentlich unter 3,39 Mio. stehen wird. Ein kleines Beispiel: Ungarn hat nach Karte 316 im Buch (1995): 200.000 Tote, nach dem Kalendarium (1989): 437.000 Tote. So stellt sich eine der vielen, üblichen "kleinen" Holocaustdifferenzen dar.

Wer sich einer ernsthaften Arbeit unterziehen möchte, der sollte die Zahlen von M. Gilbert in der ursprünglichen Ausgabe von 1982 und der überarbeiteten Ausgabe von 1995 mit denen von F. Piper in der vorhandenen von 1993 und den neuesten von 1999 vergleichen. Uns fehlt die Zeit, aber wir wären für diese aufschlußreiche Hilfe sehr dankbar. Sie wäre des Schweißes eines Edlen wert und sicher ein zu veröffentlichendes Muster der Holocaustschwindeleien. Für Polen z. B. ist bei Piper[18] im Band III auf Seite 253 nachzulesen:

»Die stärkste Reduktion mußte jedoch hinsichtlich der Zahl der aus Polen Deportierten vorgenommen werden, die von 2.300.000 auf 450.000 (ungefähr 300.000 Juden und 140.000 bis 150.000 Polen) herabgesetzt werden.«

3. Danuta Czech benutzt ein Buch des Natan Eliasz Szternfinkiel,[30] um zwischen dem 12.5.42 und dem 18.8.42 an sieben Tagen »etwa« insgesamt 13.398 »vergaste Juden« zu belegen. Enthielte dieses Buch Beweise, dann wären sie sicher mit großem Getöse vorgelegt worden. Es gibt demnach vermutlich keine Dokumente. Die Autorin benutzt folglich wahrscheinlich irgendwelche Aussagen eines sogenannten "Zeitzeugen", um zu "beweisen", was nicht beweisbar ist.

5. Zusammenfassung

Zur besseren Schlußübersicht stellen wir nunmehr zusammen, was alle vorstehenden Unterlagen an Stärkemeldungen angeben. Denken Sie beim Studium der Tabelle bitte daran, daß es für 213 Tage mindestens je zwei gibt, also mehr als 426 Stärkemeldungen vorliegen müßten!

Sie werden sicher verstehen, wie sehr wir nach dieser Erkenntnis darüber traurig sind, daß es uns 1992/1993 aus Mangel an Geld nicht gelang, eine komplette Kopie der Sterbebücher zu erwerben. Es wäre möglich gewesen. Seinerzeit standen wir aber noch allein und mußten uns überlegen, wie wir jede Mark in der Sache einsetzten. Heute geht es uns bald wieder so und daher werden wir in kurzer Zeit an Sie mit der Bitte herantreten, uns erneut zu helfen.

Gleichzeitig wären wir Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns einmal sagen würden ob wir die von uns bearbeiteten Themen deutlich genug schildern.

Mit diesem Artikel haben wir Ihnen einmal mehr deutlich gemacht und bewiesen, daß die Holocaustgeschichte von Auschwitz, wie sie erzählt wird, nichts mit der Wahrheit gemeinsam hat.

Interessant sind sicher unsere Berechnungen, die wir auf das Datum 19.8.42 durchgeführt haben. Mancher Leser wird vielleicht überrascht sein, daß zu diesem Datum erst so wenig Häftlinge - von Millionen über die palavert wurde - in Auschwitz eingeliefert worden waren.

Man muß sich ohnehin erst daran gewöhnen, daß die Zahlen von Auschwitz immer kleiner geworden sind. Überrascht hat uns in diesem Zusammenhang nur die Tatsache, mit welcher Gelassenheit das deutsche Volk diese Reduzierung von 3.000.000 nicht getöteten Konzentrationslagerhäftlingen hingenommen hat. Ist unser Volk schon so abgestumpft? Gibt es nicht einen Politiker, der soviel Mut und Charakter besitzt, auf diese Änderungen hinzuweisen?

Ein bekannter deutscher Historiker, der mit unserem Spiritus Rector und Mentor Verbindung hat, schrieb nach der ersten Reduzierung von 2.500.000:

»Auch nach meiner Ansicht ist es eins der bemerkenswertesten Geschehnisse unserer Zeit, dass die Zahl der Auschwitzopfer "offiziell" um zweieinhalb Millionen reduziert werden konnte, ohne dass viele empörte Fragen nach der unveränderten "Sechsmillionen"-Zahl laut wurden.«

Wir sind beauftragt mitzuteilen, daß zur Veröffentlichung dieses Zitates eine schriftliche Zustimmung des Verfassers vorliegt.

Zurück zum Thema: An einer entscheidenden Aussage war uns gelegen, nämlich die, daß hier wichtigste Dokumente nun schon über fünf Jahrzehnte verheimlicht werden. Daraus folgernd haben wir dargestellt, warum diese Dokumente unterschlagen werden. Sie zeigen einfach durch Vergleich, daß im Kalendarium gelogen wurde. Dokumente aber sind Geschichte und schildern die Zeit, wie sie ablief. Die Erzählungen der sogenannten "Zeitzeugen" sind dagegen ohne jeden dokumentarischen Hintergrund und daher oft wertlos.

Das Kalendarium erzählt auch in diesem Fall Geschichten, die nicht belegt und bewiesen werden können. Vor allem aber stimmen die Aussagen des Kalendariums nicht mit den vorliegenden Dokumenten überein. Das gilt, wie wir belegt haben, sowohl für die Stärkebücher als auch für die Sterbebücher.

Darüber hinaus müssen wir feststellen, daß die Differenzen zur ersten Ausgabe des Kalendariums erheblich größer sind, als wir zunächst vermutet hatten. Seit wir aber unsere Prüfungstabellen des Kalendariums fertiggestellt haben, wissen wir, warum unsere Gegner 3 Millionen Tote zurückgezogen haben. Sie werden den gleichen Weg nochmals gehen müssen, denn sie können die noch verbliebene eine Million auch nicht nachweisen. Sie sind am Ende! Danuta Czech muß doch wissen, welche Zahlen sie zusammengelogen hat!

Zwei Trumpfkarten

Unsere Gegner kennen ihre Situation. Sie wissen auch, welche Zugeständnisse in den fünf Bänden Auschwitz 1940-1945 enthalten sind.[18] Sie wissen nur nicht, welche weiteren Beweise wir noch in der Hand halten. Zwei "Karten" wollen wir noch aufdecken.

In einem kleinen Buch Ausgewählte Probleme... veröffentlichte Kazimierz Smolen eine Tabelle, die wir in Abschrift zeigen:[31]

»Überblick über die Zahl der in der Lagerkartei aufgenommenen Häftlinge:

 

Männer

Frauen

Allgemeine Numerierung

202.499

90.000

Numerierung der Juden (Serie A)

20.000

30.000

Numerierung der Juden (Serie B)

15.000

-

Erziehungshäftlinge

10.000

2.000

sowjetische Kriegsgefangene

11.780

-

Zigeuner

10.094

10.849

Polizeihäftlinge - Polen

3.000

-

zusammen

 

405.000

Insgesamt wurden im KL Auschwitz an Gefangene 405.222 Häftlingsnummern ausgegeben. Davon wurden ca. 340.000 getötet.«

Es ist bekannt, daß Kriegsgefangene keine KL Häftlinge waren. Gleiches gilt für die Polizeihäftlinge. Womit die Menge der Erziehungshäftlinge bewiesen wird, ist unbekannt. Im Kalendarium sind soviel nicht belegt. Zur Vereinfachung belassen wir jedoch diese Tabelle unverändert. Demnach überlebten 65.222 - 14.780 = 50.442 Häftlinge. Nun hat K. Smolen übersehen, daß Überstellte und geflohene Häftlinge das Lager auch lebend verlassen haben.

In dem nach unbekannten Regeln erstellten, von Danuta Czech verfaßten Kalendarium und nach unseren Berechnungen waren dies:

Häftlinge Männer

=

79.198

Häftlinge Frauen

=

42.786

Zigeuner

=

1.895

Zigeunerinnen

=

1.552

Erziehungshäftlinge

=

271

Geflohene

=

171

Insgesamt

=

125.602 Häftlinge

Demnach können also nur 340.000 - 125.602 = 214.398 Häftlinge getötet sein.

Damit ist die Geschichte jedoch noch nicht zu Ende. Im Band I von Pipers jüngstem Werk über Auschwitz fanden wir einen Hinweis auf die Anzahl der Häftlinge, die von Auschwitz ins KL Mauthausen überstellt wurden. Demnach hat das Auschwitz-Museum in seinem Archiv folgende Dokumente:[32]

»Aus dem KL Mauthausen stammen ungefähr 30 000 Karteikarten aus dem dortigen Referat Häftlings-Arbeitseinsatz sowie 62 000 Häftlings-Personal-Karten aus der Häftlingsschreibstube. Auf diesen Karteikarte sind Häftlinge verzeichnet, die vor ihrer Überstellung in das KL Mauthausen Häftlinge des KL Auschwitz waren.«

Nach der von uns aus dem Kalendarium erarbeiteten Liste wurden jedoch nur 19.732 Häftlinge überstellt. Die Totenzahl muß daher von 214.398 Häftlingen um 92.000 - 19.732 = 72.268 vermindert werden. Es verbleiben dann 142.138 Verstorbene, die mit der heute gebräuchlichen Zahl von 200.000 Toten auch nicht mehr übereinstimmt. So verschwinden im Holocaust immer mehr Tote. So muß es auch sein, denn nur die tatsächlichen Toten dürfen in allen Ländern der Welt mahnen.

Betrachtet man die Ereignisse nicht nur in Palästina, so könnte man solche Mahnungen für sinnlos halten. Wenn ausgerechnet diejenigen, die Opfer anmahnen, durch Zerstörung und Mord der Welt zeigen, daß sie aus ihrem Schicksal nichts anderes gelernt haben als wieder Rassismus und Gewalt.

© 22.01.2002 Gärtner / Nowak


Anmerkungen

[1]Staatl. Museum Auschwitz (Hg.), Sterbebücher von Auschwitz, Fragmente. 1. Band, München: K. G. Saur Verlag, 1995.
[2]Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse, HvA Nr. 2, 3. 4, 6, 7 und 8, Staatl. Museum Auschwitz, Auschwitz 1959 -1964.
[3]Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse, Rowohlt, Reinbek 1989.
[4]Jean-Claude Pressac, Die Krematorien von Auschwitz, R. Piper, München 1994.
[5]Stärkebücher, APMO D-AuI-3/1
[6]Leider lassen die vorhandenen Angaben keine absolute Trennung zu, weil die Arbeiten des Auschwitzarchivs zum Teil sehr schlampig durchgeführt wurden.
[7]Erziehungshäftlinge wurden auf Zeit ins Lager eingewiesen und wieder entlassen, vgl. RGVA 502-1-336-59/59 R.
[8]Eines ist auch einmal sachlich klarzustellen, nämlich die Tatsache, daß kein Mensch ernsthaft glaubt, es seien in Auschwitz nur Akten über Tötungen übrig geblieben. Dafür sprechen die bisherigen Revisionen über die Totenzahlen schon genug. Auch die Hefte von Auschwitz - in Wirklichkeit Bücher, derzeit 21 an der Zahl mit bis zu 478 Seiten (HvA 20) - enthalten manchen Hinweis dazu. So sind die Akten der Firmen, die Nebenlager hatten, vermutlich noch nicht ausgewertet. Daraus könnte man aber sicher manches, in Auschwitz nicht mehr vorhandenes Dokument ersetzen. Die Ruhmredereien über den Widerstand in den Lagern bedürfen auch noch einer Wertung. Der nach dem Krieg aktive Häftling Hermann Langbein war nicht umsonst auch Kommunist.
[9]Jan Sehn, Auschwitz - Birkenau, Warschau 1957, S. 47f.
[10]AaO. (Anm. 3), S. 165 bis 282.
[11]Franciszek Piper, Die Zahl der Opfer von Auschwitz, Staatl. Museum Auschwitz, Auschwitz 1993, S. 58 und 102.
[12]AaO. (Anm. 4), S. 193.
[13]Manfred Gerner, VffG, 2(3) (1998), S. 166; Am Rande sei nur erwähnt, daß der Einwand C. Mattognos zu unserem Artikel »"Schlüsseldokument" - eine alternative Interpretation«, VffG, 4(1) (2000), S. 51-56, erkennbar aus einem Übersetzungsfehler entstand. Er bezeichnete im übrigen dieses Dokument anderweitig ebenfalls als Fälschung: C. Mattogno, F. Deana, »Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau« in: Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 281-320.
[14]Sollte einem Leser eine näher am 19.1. liegende Urkunde bekannt sein, so bitten wir um eine Kopie für unsere Akten!
[15]C. Mattogno, F. Deana, »Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau«, aaO. (Anm. 13).
[16]AaO. (Anm. 1), S. 231.
[17]Diese Zahlen addiert ergeben: 25.574. Es fehlt demnach ein Nachweis über 626 Häftlinge!
[18]Franciszek Piper, Auschwitz 1940 - 1945, Staatl. Museum Auschwitz, Auschwitz 1999, Bd. III S. 253.
[19]Wir übernehmen diese Zahl wohlwissend, daß weiter eingelieferte Häftlinge bis zur Nr. 60.177 nach Ende der Eintragungen in das Stärkebuch eintrafen.
[20]60.111 eingeliefert - 32.054 verstorben - 4.033 lebend verlassen nach 18.1.42 - 22.925 im Lager anwesend am 19.8.42.
[21]RGVA (Rossiiskii Gosudarstvenni Vujenni Archiv), ehemals TCIDK (Tsentr Chranenija Istoriko-dokumentalnich Kollektsii), Moskau, 502-1-19-90
[22]Gottfried Sänger, »Überleben in Auschwitz«, VffG 2(3) 1998, S. 198-203.
[23]560 Seiten × 28 Zeilen = 15.680, plus 383 Seiten × 31 Zeilen = 11.873
[24]20.069 Verstorbene, 1.049 Entlassene, 2.945 Überstellte, 39 Geflohene und 2 Ungeklärte.
[25]Als Quelle für erstere gilt: »APMO, Höß-Prozeß, Bd. 6, Bl. 115« Wir wären dankbar, wenn wir Aufklärung erhalten könnten, was sich dahinter verbirgt.
[26]Die zwei Sternchen sind Hinweis auf eine Anmerkung, deren Text völliger Unsinn ist.
[27]An diesem Punkt angelangt, möchten wir Sie unterrichten, daß die versprochene, vollständige Überprüfung des Kalendariums durch uns abgeschlossen ist. Wir bitten Sie aber um Verständnis dafür, daß wir den Bericht über diese Überprüfung zurückstellen. Sie erkennen sicher selbst, daß es für uns zur Zeit wichtigere Arbeiten gibt. Im übrigen hat es den Vorteil, daß wir unseren Gegnern die Möglichkeit bieten weitere Fehler zu begehen.
[28]Reimund Schnabel, Macht ohne Moral, Röderbergverlag, Frankfurt a. M 1957
[29]Martin Gilbert, Endlösung. Ein Atlas, Rowohlt, Reinbek 1995
[30]Natan Eliasz Szternfinkiel, Die Vernichtung der Juden von Sosnowitz, Kattowitz 1946.
[31]Kazimierz Smolen, »Ausgewählte Probleme«, in: Staatl. Museum Auschwitz (Hg.), Das KL Auschwitz, Auschwitz 1978.
[32]AaO. (Anm. 18), Bd. 1, S. 22f.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(4) (2002), S. 425-436.


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