Männer beiderlei Geschlechts und der kalte Verfassungsputsch

Von Ernst Manon

Was sich heutzutage mit atemberaubender Geschwindigkeit verwirklicht, nämlich das "politisch-ideologische Konzept" der Frau, so hatte es schon Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergi, der Gründer der Paneuropa-Union 1925 vorformuliert:[1]

»Auch die Emanzipation der Frau ist ein Symptom für die Vermännlichung unserer Welt: denn sie führt nicht den weiblichen Menschentypus zur Macht - sondern den männlichen. Während früher die weibliche Frau durch ihren Einfluß auf den Mann teilnahm an der Weltbeherrschung - schwingen heute Männer beiderlei Geschlechts das Zepter der wirtschaftlichen und politischen Macht. Die Frauenemanzipation bedeutet den Triumph des Mannweibes über die wirkliche, weibliche Frau; sie führt nicht zum Siege - sondern zur Abschaffung des Weibes. Die Dame ist schon im Aussterben: die Frau soll ihr folgen. - Durch die Emanzipation wird das weibliche Geschlecht, das bisher teilweise enthoben war, für den technischen Krieg mobilisiert und eingereiht in die Armee der Arbeit.«

Das befürchtete August Bebel schon 1870:[2]

»Führt die weibliche Arbeitskraft ein, und ihr entwerthet die männliche; schließlich verdienen Frau und Mann zusammen, was einst der Mann allein verdiente. Mann und Frau gehen zu Grunde und die Familie selbstverständlich mit. Ja, es lebe die "Freiheit" der Arbeit! ich wollte sagen der Ausbeutung.«

Gut hundert Jahre später führt deshalb die emanzipierte Gaby Karsten eine wütende Attacke gegen »den Märchenonkel August Bebel.«[3]

Der Ethnologe und Kulturhistoriker Hans Peter Duerr stellt fest:[4]

»Der Feminismus zum Beispiel stößt deshalb allenthalben auf so viel Zustimmung, weil der Markt die unabhängige, selbständige Konsumentin braucht und eben nicht die sich aufopfernde Frau als Geliebte und Mutter. [...] Es liegt eine gewisse Tragik darin, daß Emanzipationsfreunde immer wieder erkennen müssen, daß sie im Grunde Erfüllungsgehilfen der modernen Marktgesellschaft gewesen sind. Denken Sie an die 68er mit ihren Forderungen nach hemmungsloser Bedürfnisbefriedigung. Ohne es zu wissen, waren sie damit die Avantgarde des Kapitalismus.«

Die heutige Öffnung für den Dienst an der Waffe ist dann nur ein weiterer, konsequenter Schritt. So meinte Hauptfeldwebel Armin Fortenbacher vom Panzergrenadierbataillon Stetten:[5]

»Man muß davon wegkommen, die Frau als Frau zu sehen.«

Den Konstruktivismus der Geschlechtsunterschiede hatte nach dem Krieg Simone de Beauvoir propagiert, indem sie behauptete, eine Frau komme nicht als solche auf die Welt sondern werde erst durch die Gesellschaft dazu gemacht. Während Sartres Lebensgefährtin[6] nur mit der Feder für ihre Theorie stritt, griff ein Mediziner zum Skalpell; es war der einflußreiche und exzentrische Sexualforscher John Money, der sich immerhin mit Galilei und Darwin verglich und seine Kritiker bisweilen auch körperlich attackierte. Er meinte, daß Kinder während der ersten Lebensmonate keine geschlechtliche Identität haben und daß erst die Sozialisation sie zu Mädchen oder Jungen mache. Er sah seine große Chance 1966 in dem Fall Bruce Weimer. Der Junge war acht Monate alt, als er durch eine unsachgemäße Beschneidung seinen Penis verlor. Um ihm ein möglichst normales Leben zu ermöglichen, entschloß man sich zu einer "Geschlechtsneuzuweisung". Diese mißlang so gründlich, daß sich Bruce, nunmehr Brenda, später entschloß, sie wieder rückgängig machen zu lassen. Die Blamage für den nach wie vor geachteten Nestor der amerikanischen Sexualforschung liegt nun darin, daß Bruce, nunmehr David, ein eineiiger Zwilling war. Sein Bruder Brian wuchs als normaler Junge neben ihm auf - geradezu ideale Voraussetzungen für Moneys Experiment, wenn es denn geglückt wäre.[7] Erfolgversprechender scheint die Methode der geistig-kulturellen Ausmerzung des Weiblichen zu sein.

Ursula Scheu hat in ihrem programmatischen Buch Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht den bekannten Ausspruch Simone de Beauvoirs abgewandelt und noch einmal aufgewärmt; sie betreibt gewissermaßen "Autodekonstruktivismus". Eine "radikale Konstruktivistin" wie Gesa Lindemann hält es nicht nur für legitim, sondern für gut, in den eigenen Körper chirurgisch einzugreifen. Ausgehend von dem ominösen Satz von Jacques Lacan: »La femme n'existe pas« läßt sich sagen: »Die Frau ist noch nicht definiert.«,[8] jedenfalls für Menschen, die Schwierigkeiten haben, eine Realität außerhalb ihrer subjektiven Traumwelt zu akzeptieren. Für Jacques Lacan, den Psychiater, galt gleichwohl:

»Es ist eine Tatsache, daß die Frauen, die als mehrere existieren, viel begabter sind als der Durchschnitt der Männer, um vom Unbewußten auf wirksame Weise zu sprechen. Wo doch der Mann so lange gebraucht hat, um das Unbewußte überhaupt zu entdecken.«

Zwangsläufig ist natürlich auch das Fräulein verschwunden, worüber sich der im Mai 2001 verstorbene linke Literaturwissenschaftler Hans Mayer beklagte:[9]

»Das verschwundene Fräulein: Mit dem Fräulein verschwindet mehr als eine Konvention, es verschwindet damit eine Fülle feiner Unterscheidungen, höflicher Umgangsformen, spielerischer Zwischentöne - kurz ein Stück Kultur.«

Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß auch die echten "Herren" verschwunden sind. Aber das war ja der Sinn der Sache. Im übrigen ist Hermaphroditismus ein unter aschkenasischen Juden signifikant häufiger auftretender Genschaden,[10] d. h., die geschlechtliche Differenzierung ist im Durchschnitt geringer,[11] ein Phänomen, das mit den Achtundsechzigern schließlich öffentliche Anerkennung fand.

Die "Abschaffung des Weibes" steht in merkwürdigem Gegensatz zu einer allgemeinen Sexualisierung des öffentlichen Lebens. Der Hamburger Sexualforscher Gunter Schmidt analysiert die allgemeine Lustlosigkeit: In einem medialen Überfluß an sexuellen Reizen, der jeden Wunsch trivialisiert, sei ein neuer Moralkodex entstanden. In einer Zeit, in der die absolute Gleichberechtigung der Wünsche herrscht und nichts sanktioniert wird, komme es nicht mehr auf das Wollen und Sichtrauen an; vielmehr habe eine "Verhandlungsmoral" das sexuelle Verhalten in der westlichen Welt gründlich verändert. Nach Karl Valentin hätte man früher gesagt:

»Mögen täten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut.«

Heute, in der durchsexualisierten Erlebnisgesellschaft, die zugleich eine postsexuelle Gesellschaft sei, heiße es eher:[12]

»Uns trauen dürfen wir schon lange, aber mögen tun wir nicht mehr wollen.«

Ingeborg Harms faßt aus einem Aufsatz des Psychoanalytikers Wolfgang Schmidbauer zusammen:[13]

»Ein Analytiker, der in unserer hedonistischen Gegenwart noch Freuds Prinzipien treu ist: die Wünsche an den Tag legt und in ihrem Recht bestärkt, läuft Gefahr, das Übel des Patienten zu verschlimmern. Denn der heutige typische Analysekandidat "leidet nicht an einem Übermaß an Triebverbot, sondern an einem Mangel an Disziplin und Struktur".«

Das ist kein Wunder, hatte doch Professor H. J. Gamm, Mitautor der hessischen Sexualkunde-Richtlinien festgestellt:[14]

»Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kindesliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen.«

Darauf waren Marx und Engels noch nicht gekommen.

Auch der Heidelberger Psychoanalytiker Helm Stierlin hat den Gedanken der Kontinuität zwischen den Generationen unter psychopathologischen Verdacht gestellt. Als psychisch gesunde Reaktion auf die vermeintliche Ausbeutung der Kinder durch die Eltern empfiehlt er dem Jugendlichen, die Eltern seinerseits auszubeuten, indem er »unentwegt verrückt, kriminell, unheilbar und so weiter bleibt und damit seinen Eltern beweist, wie unfähig und schlecht sie als Eltern sind.«[15] Stierlin sei nicht irgendein durchgeknallter Achtundsechziger, schreibt der Berliner Soziologie-Professor Alexander Schuller, sondern die führende internationale Autorität für systemische Familientherapie. Man dürfe seine Aussage als Indikator dafür nehmen, daß selbst die Familientherapie sich die Zerstörung der Familie zur Aufgabe gemacht habe.[16] Das Verhältnis der Geschlechter ist aber ebenso wie das der Generationen zueinander ein grundlegendes Element jeder Kultur.

Donald Prick meint:[17]

»Wenn man sämtliche Tabus zerstört und den Menschen alles erlaubt, nimmt man ihnen eine der wenigen Freuden, die sie auf Erden noch haben: die Übertretung von Verboten.«

Wenn die Übertretung aber zur Pflicht wird, verliert sie jeden Reiz; Langeweile und Aggression machen sich breit.

Gespräche mit "widerspenstigen Töchtern" zeigen, daß der Emanzipation doch Grenzen gesetzt sind und lustvolle Phrasendrescherei das Ausmaß der Verunsicherung auf beiden Seiten nicht kaschieren kann. Da fragt zum Beispiel Ute, wo »die echten Kerle geblieben« seien und lamentiert, daß ihr im Bett »das Archaische fehlt«.[18] Die »echten Kerle« aber sollen nun einen Rock tragen, wenn es nach der neuesten Herrenmode geht. Die Designerin Sandra Kuratle bietet in Zürich einen Männerrock an, und Jean Paul Gaultier hat, nachdem er bereits in den 1980er Jahren mit Männerröcken provozierte, ein "Top" kreiert »für Männer, die ihre Brustwarzen nicht zeigen wollen«. Es gehöre zum Wesen der Mode, Vorstellungen davon zu prägen, was als männlich und als weiblich gilt, berichtet Julia Schaaf von den Neuigkeiten.

»Wer Männern Frauenkleider andrehen will, muß dafür sorgen, daß sie darin wie Machos wirken.«

Und Andrew Bolton meint:[19]

»Männer, die Röcke tragen, sind sich ihrer sexuellen Orientierung unglaublich sicher.«

Für Dieter Sigl, einen pensionierten Krupp-Angestellten aus Essen, gehört das Rocktragen bereits seit vierzehn Jahren zur Routine. Es ist für ihn das letzte Abenteuer.[20] Interessant ist nun in diesem Zusammenhang, daß nach den Gesetzen des Judentums aus der Thora das Tragen von Kleidern des anderen Geschlechts - ebenso wie Homosexualität - eindeutig verboten ist.

Was auch fehlt, das ist der ausreichende Nachwuchs, um den Bestand des eigenen Volkes zu sichern. Wie das weitergehen soll, verrät uns eine türkische Lehrerin:[21]

»Was unsere Männer einst vor Wien mit ihren Schwertern nicht erreichten, das werden wir türkischen Frauen hier verwirklichen mit unseren Scheiden.«

In englischer Sprache brachte Joschka Fischer, angeblich Deutschlands beliebtester Politiker, die Sache in einer Rede in Berlin auf den Punkt:[22]

»But our aging society is undergoing a radical change. Berlin is already today a truly multicultural city - it is by the way the biggest turkish city west of Istambul.«

Da die "Abschaffung des (deutschen) Weibes" eine durchaus gezielte Maßnahme interessierter Kreise darstellt, wäre zu fragen, ob hier nicht der Art. II (d) der »Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes« heranzuziehen wäre, der die »Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind« betrifft.[23]

Neben der "Pille" war es vor allem die Parole "Mein Bauch gehört mir" und die Rede vom "Mißbrauch der Frauen als Gebärmaschine", die einen tiefgreifenden Einstellungswandel mit sich brachten.

Die Ärztin Claudia Kaminski, selbst der Nach-68-er Generation angehörig, schreibt:[24]

»Daß die vorgeburtlichen Kindstötungen vielfach durch die Solidargemeinschaft finanziert werden, hat den Trend, den Körper der Frauen quasi zu vergesellschaften, weiter befördert.«

Sie berichtet aus der gynäkologischen Praxis von

»Frauen, denen eine Last von den Schultern gefallen wäre, wenn die Natur sie tatsächlich zum Gebären gezwungen oder wenigstens ein Gesetz es ihnen verboten hätte, sich all den Strapazen auszusetzen, die nun sie von sich und andere von ihnen verlangten. Manche Frauen beteten in der Stunde der Wahrheit, man möge doch einsehen, daß ihr Bauch ihnen gehöre und ein mit Kürette und Absaugschlauch bewaffneter Arzt darin nichts zu suchen habe.«

Gegenwärtig arbeiten Forscher an einer vollkommen künstlichen Gebärmutter, die es ermöglichen soll, Föten außerhalb des Körpers heranwachsen zu lassen. So könnten dann Mütter sich die Unannehmlichkeiten der Schwangerschaft ersparen und das Kind mit nach Hause nehmen, wenn es "fertig" ist. Die damit verbundene vollständige Trennung von Erotik und Fortpflanzung hatte bereits Aldous Huxley in seinem Roman Brave New World 1932 vorhergesehen. Während manche Feministinnen darin die endliche Befreiung der Frau sehen, bedeutet es für andere die endgültige Marginalisierung der Frau. Die künstliche Gebärmutter ist für sie der höchste Ausdruck männlicher Herrschaft, die Abschaffung der Mutter.[25] Während also die Abschaffung des Weiblichen - wie auch die Auflösung der Völker - bisher ungeahnte Fortschritte macht, kommt Michael Professor Dr. Salewski, Historiker an der Universität zu Kiel, zu dem merkwürdig kontrafaktischen "Haltet-den-Dieb"-Schluß:[26]

»Die jüngste Forschung geht sogar noch einen Schritt weiter: Im Nationalsozialismus sei die Idee angelegt, auch das weibliche Geschlecht als minderwertige und daher langfristig auszurottende "Rasse" einzustufen.«

Für 4,5 Millionen Mark hatte die Regierung Ende 2001 eine Plakataktion gestartet, mit der nun neuerdings für ihre Familienpolitik geworben wird. Da gibt es einen farbigen Papi und auch eine Hochschwangere.

»Wer die vielen Plakatkinder anschaut, [...], der mag nebenbei außerdem den Eindruck gewinnen, daß die Bundesregierung unterdessen den Glauben an einen Erfolg ihres Einwanderungsgesetzes verloren hat.«[27]

Und, man möchte es kaum glauben, sogar eine Familie mit vier Kindern ist darunter.[28] Es ist noch nicht so lange her, da sozialistische Politiker die Familie die "kleinste kriminelle Einheit" nannten.

In einem Nachruf auf Hannelore Kohl, die Gattin von Ex-Kanzler Helmut Kohl - beide hatten 1960 geheiratet, und sie hatte ihren Beruf als Dolmetscherin aufgegeben -, heißt es:[29]

»Emanzipation bedeutete damals oft, sich mehr Freiheit für die Familie zu schaffen denn für die eigene Karriere.«

In der »Armee der Arbeit« (Coudenhove-Kalergi) gelten nämlich nur jene Tätigkeiten als Arbeit, die das Bruttosozialprodukt erhöhen, d.h., bei deren Entlohnung der Staat seine Staatsquote abschöpfen kann. Daß heißt, Mann und Frau arbeiten ein Drittel bis zu über die Hälfte des Jahres für ein Staatssystem, das eigentlich auf ihren Untergang hin angelegt ist.

Adam & Lilith

Die Rezensentin Martina Gerhardt meint: [30]

»Wer die aktuelle Entwicklung in der Politik verfolgt, kann sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, daß der alte Scherz vom Männerbeauftragten bald bittere Realität werden wird. Ist doch gerade eine weitere "Männerdomäne" gefallen, da Frauen sich das Recht erkämpft haben, auch Dienst an der Waffe in der Bundeswehr leisten zu dürfen. Lange dauert es wohl nicht mehr, bis auch Männer endgültig Zugang zur Lochstickerei-Lobby bekommen, ohne Albträume zu haben. Wenn das Geschlecht keinerlei Beschränkung mehr für den Zugang zu einem Beruf bildet, ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau in einem wichtigen Aspekt erreicht. Die Gesellschaft bewegt sich im Moment aber noch auf dieses Ziel zu, so daß Frauen in Männerberufen, aber auch Männer in typischen Frauenberufen wie etwa Hebamme noch als Fremdkörper wirken.«

Jacques Attali meint:[31]

»Und dann kommt es noch zur vielleicht wichtigsten Änderung, dem Sieg der Frauen über die Männer in der Arbeitswelt, der Kunst und in politischen Führungsfunktionen.«

Vor lauter "Gleichstellung" der Ungleichen geht dabei das übergeordnete Ziel des Volkserhalts verloren. Der Kölner Völkerrechtler Hartmut Schiedermair, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, meinte vor einigen Jahren:[32]

»Das von der Bayerischen Verfassung vorgeschriebene, aber vernachlässigte Bildungsziel, Mädchen seien "außerdem in der Säuglingspflege, Kindererziehung und Hauswirtschaft besonders zu unterweisen", erscheint manchen unter dem Gesichtspunkt der Gleichstellung geradezu anstößig. Doch honoriert die Verfassung nur die Tatsache, daß im Freistaat Bayern Kinder von Frauen geboren werden, und solange dieser "verfassungswidrige" Zustand nicht beseitigt ist, kann man auch Art. 131 Abs. 4 der Bayerischen Landesverfassung nicht ernsthaft kritisieren.«

Wer viel fernsieht, wird sich mitunter darüber wundern, daß bei der Darstellung des Geschlechtsaktes häufig die Frau die aktive, dominante Rolle spielt. In der präkabbalistischen Legende ist Adams erste Frau Lilith, offenbar eine babylonische Wind-Dämonin. Sie hat ihn wegen des Problems der sexuellen Gleichheit verlassen, wobei der unmittelbare Anlaß für die Trennung die Position beim Geschlechtsverkehr war. Adam favorisierte die sog. Missionarsstellung während sie auf dem Obenliegen beharrte. In der Kabbala schwand die Figur der Lilith zur Kinderwürgerin und Muse der Masturbation. Daß Liliths Lüsternheit in der gesamten kabbalistischen Literatur so offensiv betont wird, wertet Harold Bloom, ein amerikanischer Kabbala-Spezialist, als deutlichen Hinweis auf das wichtige Element der Verdrängung in all jenen gnostischen Phantasien, die die ganze Geschichte der Kabbala durchziehen.[33]

Wovon man nicht spricht

Günter Ederer schreibt in seinem Buch mit dem sinnigen Titel Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt:[34]

»Es gibt kaum einen unattraktiveren Beruf in unserer Gesellschaft, sowohl im Ansehen als auch in der Bezahlung, wie den der Mutter. Also stirbt er aus.«

»[Das Rentensystem] wird in den nächsten Jahren hinweggefegt, an seinen inneren Widersprüchen kollabieren und die Verteidiger des Status quo unter sich begraben. [...] Deutschland wird im Jahre 2015 zahlungs- und politikunfähig, weil sich dann die Verschuldung auf knapp zehn Billionen DM erhöht hat.«[35]

»Dieser Generationenvertrag beruht auf einem Finanzierungsmodell, das in der freien Wirtschaft auch als "Schneeballsystem" bekannt ist. [...] Die kommende Generation hat den Vertrag rücksichtslos gekündigt, indem sie sich weigerte, genügend Kinder zu gebären, die das dringend benötigte frische Kapital einzahlen könnten. [...] diejenigen, die heute einzahlen, [haben kein Konto], auf dem sich ihr Geld ansammelt. Es ist gleich wieder weg, ausgezahlt an ihre Elterngeneration. Ihr Anspruch besteht nur auf dem Papier.«[36]

»Mit dem Knick in der Geburtenrate hat die jetzige Generation den Generationenvertrag fristlos gekündigt - doch dabei nicht bedacht, daß sie damit ihre eigene Altersversorgung gleich mitgekündigt hat.«[37]

»Die Zeche für das krampfhafte Beatmen dieser Leiche [den Generationenvertrag] zahlt wie immer der kleine Mann.«[38]

Und die kleine Frau natürlich. Österreich leistet sich übrigens ein um die Hälfte teureres Rentensystem, bezogen auf das jeweilige Bruttoinlandsprodukt.

»Der polnische Ökonom Marek Gora bezeichnete das deutsche System, das dem österreichischen grundsätzlich stark ähnelt, als Pyramidenspiel, das nur funktioniert, solange genügend neue Mitspieler aufträten. Genau diese Voraussetzung erfüllten die Länder nicht mehr. In ganz Europa wird sich der Anteil der mehr als 60 Jahre alten Menschen im Verhältnis zu den Erwerbstätigen in den kommenden Jahren verdoppeln.«[39]

Schon vor Jahren hieß es in der FAZ:[40]

»Immer wieder einmal stellten Mißtrauische die Frage, ob die zur Transfer-Maschine gemachte Rentenversicherung nicht mit gewaltigen Geldmengen auch gewaltige Illusionen in Umlauf halte. Den Zweiflern wurde von den Sozialpolitikern aller Parteien kühl entgegengehalten: Die Renten sind sicher; sie sind für jeden einzelnen der gerechte Alterslohn nach einem harten Arbeitsleben. Dieses zweifache Versprechen könnte man als eigentliche Rentenlüge bezeichnen. Es ist die illusionäre Hülle, mit welcher der Mechanismus des Generationenvertrages verkleidet wird.«

Und wie zum Hohn konnte man wenig später lesen:[41]

»Anlaß zur Unruhe haben auch die Alten, [sie hätten] aber den Vorteil, daß ein hartes Leben sie an die Unbeständigkeit zur jeweiligen Zeit als sicher geltender Ansprüche gewöhnt hat.«

Inzwischen spricht man wieder davon, aber über Nacht läßt sich das generative Verhalten nicht ändern. Der FAZ-Redakteur Konrad Adam schrieb:[42]

»[Das Problem] ist uralt, nur eben von den verantwortlichen Politikern in einer Weise mißachtet worden, die den Begriff der verantwortlichen Politik zum Witz macht. Alle haben das System gestützt und den Betrug mitgemacht, solange es opportun erschien.«

Er zitiert dann Oswald von Nell-Breuning, der das System von innen kannte und der die für alle Sozialpolitiker erste und einzige Frage so formulierte:[42]

»Wie können wir das Ganze so finanzieren, daß diejenigen, die es trifft, es nicht merken und am Ende niemand mehr weiß, an wem die Kosten hängen bleiben.«

Als Meister dieser Kunst machte Adam Norbert Blüm aus, »der ein Verfahren verteidigt, das darauf angelegt war, sich selbst zu ruinieren.«

Blüm hatte daraufhin Adam vorgehalten, nicht am Berge Sinai gestanden zu haben, ein Synonym für Nicht-Jüdischsein. Weiter zitiert Adam Franz Josef Strauß, der einmal bemerkt haben soll, »daß man einem sterbenden Volk keinen ausgeglichenen Haushalt zu hinterlassen brauche[42]

Die demographische Zeitenwende[43] nennt Herwig Birg sein Buch über den Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Europa. Er meint, daß dieser Rückgang »rückblickend einmal als ein Vorzeichen für den Abschied unseres Landes aus seiner tausendjährigen Geschichte gedeutet werden könnte, ohne daß diese Gefahr den heutigen Zeitgenossen überhaupt bewußt war[44]

Brasilianische Nächte

Graf Coudenhove-Kalergi hatte schon 1925 in Praktischer Idealismus das Ziel klar vorgegeben:

»Wir erstreben die eurasisch-negroide Zukunftsrasse.«

Wer das Programm bisher nicht ernst genommen hatte, kann dessen Verwirklichung heute in jeder größeren Stadt studieren.

Die ehemalige Kolonialmacht Portugal hat in ihren Kolonien schon von Anfang an die Rassenmischung betrieben. Brasilien ist somit ein riesenhaftes Experimentierfeld mit den drei Komponenten Europäer, Schwarze und Indios - und Juden.

Schon 1782 hatte der französische Abenteurer Michel-Guillaume Jean de Crèvecœr in seinen Letters from an American Farmer geschrieben, daß in Amerika »Menschen aller Nationalitäten zu einer neuen Rasse verschmelzen werden, deren Werke und Gedeihen eines Tages große Änderungen in der Welt hervorrufen wird.« Später lieferte der jüdische Einwanderer Israel Zangwill zu diesem Gedanken die passende Metapher. Sein Drama The Melting Pot, das 1908 in Washington uraufgeführt wurde, war ein großer Erfolg. Die Metapher vom Schmelztiegel wurde Bestandteil des "American Dream".[45]

Auch in Brasilien mit seinen 500 Jahren Rassenvermischung fiel der Gedanke auf fruchtbaren Boden. Der 1900 geborene Soziologe Gilberto Freyre glaubt, daß der zum Brasilianer gewordene Portugiese eine geschichtliche Mission habe. Die Vermischung bedeute eine Steigerung des humanitären Potentials, Portugal habe sozusagen eine sanfte Kolonisierung betrieben. Am Rande Europas gelegen, sei es seit Jahrhunderten den produktiven Umgang mit anderen Kulturen gewohnt. Der Brasilianer gehöre einer Metarasse an und stelle eine neue Stufe der Menschwerdung dar. Freyre schrieb 1962:

»Wir Brasilianer arbeiten, und zwar mehr als jedes andere Volk, an der Wiedervereinigung des Menschen. Die Mischung vereinigt die Menschen, die durch Rassenmythen getrennt waren. Die Mischung reorganisiert Nationen, deren Einheit und Demokratie durch Rassenhochmut gefährdet sind. Die Mischung ist die Vollendung Christi. Die Mischung ist das Wort, das Mensch geworden ist. [...] Sie ist die soziale Demokratie in ihrer reinsten Form.«

Nach dem Zweiten Weltkrieg hoch geehrt, habe Freyre die Brasilianer von einem Gefühl der Minderwertigkeit erlöst, indem er sie als auserwähltes Volk darstellte. Der Mulatte sei der Übermensch. Für Marx und die Marxisten hatte er indessen nicht viel übrig. Der Weg zu einer besseren Menschheit führe nicht über den blutigen Umsturz, sondern vollziehe sich im Schlafzimmer, als Akt der Liebe zwischen Schwarz und Weiß. Wer am meisten liebe, diene dem Fortschritt am besten. Freyre starb 1987. Jüngere Soziologen kritisieren seine Soziologie nach Gutsherrenart. Die Rezeption seines Denkens in Deutschland hat sehr verspätet eingesetzt, dabei sei seine Aktualität eher noch gestiegen. »Denn Deutschland brasilianisiert sich immer mehr«, wie Jens Soentgen feststellt.[46]

Der Anthropologe Roberto da Matta erklärt:[47]

»Bei uns gibt es nicht diese harten Gegensätze zwischen drinnen und draußen, wahr und falsch, Mann oder Frau, verheiratet oder geschieden, Gott oder Teufel, schwarz oder weiß.«

In dem Bestreben, die Theorien von Hegel und Marx besser zu verstehen, zeigte der 1929 geborene brasilianische Mathematiker Afetuoso Carneiro Newton da Costa in seiner 1963 eingereichten Doktorarbeit, daß ein formales System, das Widersprüche enthält, nicht notwendigerweise in den Papierkorb gehört. In der klassischen Logik werden Systeme, in denen ein Widerspruch auftritt, nutzlos, weil sich aus einem widersprüchlichen Satz jeder andere Satz ableiten läßt; das formale System wird dadurch beliebig. Auch Hegel empfand den Satz vom Widerspruch als Schranke, die es zu überwinden gelte. Die Pointe seiner Dialektik liege aber woanders, nämlich in einem grundsätzlich neuen Verständnis von Wahrheit: »Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist [...]« heißt es in seiner Phänomenologie des Geistes. Die Wahrheit als Karneval (in Rio)? Da Costas nennt sein Konzept »Parakonsistente Logik«, und diese sei universal. Daß Widersprüche nicht immer destruktiv sein müssen, beweise schon seine schiere Existenz. Als typischer Brasilianer sei er eine Synthese aus nordeuropäischen und südländischen Anteilen. So hybrid wie sein Stammbaum sei seine Logik.[47] Der Name Da Costas dürfte auf die jüdische Komponente verweisen.

Allerdings nimmt die "Mestigenação", die Rassenmischung, im Durchschnitt mit zunehmender Bildung ab.

»Nur am heißen Rand des Schmelztiegels verbinden sich die Substanzen. In der Mitte hingegen findet man nur einen einzigen Stoff, der sich ganz rein erhält. Die Oberschicht Brasiliens ist nach wie vor europäisch dominiert.«[48]

1923, zwei Jahre vor Coudenhove-Kalergis programmatischer Schrift Praktischer Idealismus hatte der jüdische Schriftsteller und Rebell Erich Mühsam in Niederschönenfeld, wo er wegen seiner Beteiligung an der Münchner Räterepublik eine Festungshaftstrafe abbüßte, folgendes Gedicht verfaßt:[49]

»Strömt herbei, Besatzungsheere,
schwarz und rot und braun und gelb,
daß das Deutschtum sich vermehre,
von der Etsch bis an den Belt!

Schwarzweißrote Jungfernhemden
wehen stolz von jedem Dach,
grüßen euch, ihr dunklen Fremden:
sei willkommen, schwarze Schmach!

Jungfern, lasset euch begatten,
Beine breit, ihr Ehefrau'n,
und gebäret uns Mulatten,
möglichst schokoladenbraun!

Schwarze, Rote, Braune, Gelbe,
Negervolk aus aller Welt,
ziehet über Rhein und Elbe,
kommt nach Niederschönenfeld!

Strömt herbei in dunk'ler Masse,
und schießt los mit lautem Krach:
säubert die Germanenrasse,
sei willkommen, schwarze Schmach!«

»Die Deutschen verschwinden nicht - sie werden einfach nur zu anderen Menschen. [...] Zu Menschen mit einer dunkleren, wärmeren Haut [...]« heißt es »zum Verschwinden der Deutschen« in der Süddeutschen Zeitung,[50] und deren Redakteure können sicher sein: »In seinem Sessel behaglich dumm, sitzt schweigend das deutsche Publikum.« wie schon Marx meinte. Übrigens hat man bei dunkelhäutigen Immigranten in England und Holland eine auf das Drei- bis Vierfache erhöhte Wahrscheinlichkeit festgestellt, an Schizophrenie zu erkranken.[51]

Der Jude Fritz Bauer, in der Nachkriegszeit als hessischer Generalstaatsanwalt mit der Verfolgung von "NS-Verbrechen" befaßt, bemerkte einmal, »er betrete feindliches Ausland, wenn er sein Zimmer verlasse«.[52] Seine großangelegte staatsanwaltliche Aktivität, darunter gegen Generalmajor a. D. Otto-Ernst Remer, war als eine Art »zweite Reeducation« gedacht.[53] Heute fühlt man sich als Deutscher in Deutschland nur allzu leicht im feindlichen Ausland oder als "displaced person", wenn man sein Zimmer verläßt!

Anfang 2002 gab der bekannte Bevölkerungswissenschaftler Prof. Herwig Birg in einem Interview in der Welt zu bedenken:

»In den Großstädten kippt bei den unter 40jährigen schon ab 2010 das Mehrheitsverhältnis Deutscher zu Zugewanderten. Integration bedeutet dann: Wie integriere ich mich als Deutscher in eine neue Mehrheitsgesellschaft aus Zugewanderten?«

Ähnlich äußerte sich Prof. Robert Hepp: [54]

»Man mag es drehen und wenden, wie man will: Letzten Endes kann ein über Jahrzehnte andauernder Bevölkerungsrückgang, der laufend durch Einwanderer "kompensiert" werden muß, zu gar keinem anderen Ergebnis führen als zum biologischen und kulturellen Untergang des betroffenen Volkes. Der "Volkstod" in der Form "wachsender Überfremdung" ist die notwendige Folge des selbstmörderischen Geburtenrückgangs der Deutschen. [...] Das "Ausländerproblem" ist in Deutschland in der Tat nicht so sehr ein Problem der Ausländer als ein Problem der Deutschen, eine typisch deutsche Geschichte.«

Indem ein Land einen Verfassungsgrundsatz des friedlichen Zusammenlebens einer Vielzahl von Rassen und Kulturen erfindet, trachtet es den Souverän unserer Demokratie, das deutsche Volk nämlich, durch eine multikulturelle Bevölkerung zu ersetzen. Christiane Hubo hat das in ihrer Dissertation[55] als eine Transformation des Staates durch den Verfassungsschutz oder auch als kalten Verfassungsputsch bezeichnet. Auch der Verfassungsrechtler Josef Isensee bezeichnete es als Staatsstreich des Parlaments:

»Die Problematik besteht darin, daß geplant wird, durch einfachen Gesetzesbeschluß des Parlaments das deutsche Volk umzudefinieren und auf einen Schlag drei Millionen Personen als Deutsche zu bestimmen, obwohl diese sich nicht zur Gemeinschaft des deutschen Volkes, sondern zu der eines anderen, im wesentlichen des türkischen bekennen. Eine solche obrigkeitliche Umdefinition durch das Parlament liegt außerhalb seiner verfassungsrechtlichen Befugnisse. [56]

Gleichsinnig schrieb schon 1987 der Staatsrechtler und ehemaliger Berliner Senatsdirektor, dazu enger Mitarbeiter Willy Brandts, Dr. Otto Uhlitz: [57]

»Es wird höchste Zeit, daß die auf dem Gebiete der Ausländerpolitik agierenden "Sprachregler" mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vertraut gemacht werden, und zwar mit dem ganzen Grundgesetz. Auf die Dauer wird man nicht verhindern können, daß sich auch die Deutschen mit ihren nationalen Interessen identifizieren. Wer künftige Konflikte vermeiden und verhindern möchte, daß falsche Propheten sich der Sache annehmen, sorge dafür, daß mit der Tabuisierung des Themas Schluß gemacht wird. Durch Totschweigen und regierungsamtliche Beschwichtigungen sind die Probleme nicht zu lösen. Sie werden dadurch nur noch schlimmer.«

»Offensichtlich glaubt man, durch möglichst großzügige ausländerrechtliche Bestimmungen, durch einen Verzicht auf nationale deutsche Interessen und Nichtbeachtung zwingender Vorschriften des Grundgesetzes eine Art "Wiedergutmachung" oder Sühne nationalsozialistischen Unrechts leisten zu müssen, obwohl kein Kausalzusammenhang zwischen dem "Dritten Reich" und der heutigen Zuwanderung von Ausländern besteht. Nach Flucht und Vertreibung von zwölf Millionen Deutschen aus Ostdeutschland dürfte es wohl nicht "unmoralisch sein zu fordern, daß der uns verbliebene Rest Deutschlands in erster Linie den Deutschen vorbehalten bleibt" und nicht für Masseneinwanderungen freigegeben wird.«[58]

»Es kann nicht angehen, daß wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens bestraft wird, wer die Staatsform der Bundesrepublik abändern will, während der, der das deutsche Staatsvolk in der Bundesrepublik abschaffen und durch eine "multikulturelle Gesellschaft" ersetzen will, straffrei bleibt. Das eine ist korrigierbar, das andere nicht und daher viel verwerflicher und strafwürdiger. Diese Rechtslage wird auch der Generalbundesanwalt nicht auf Dauer ignorieren dürfen.«[59]

Er hat!

Und schließlich hat das Bundesverfassungsgericht selbst am 21. Oktober 1987 festgestellt:

»Es besteht die Wahrungspflicht zur Erhaltung der Identität des Deutschen Volkes.«

Dagegen gilt elf Jahre später:[60]

»Schon das Eintreten für das "Volksganze" ist laut NRW-VS-Bericht 1998 über das Jahr 1997, S. 67, verfassungsfeindlich.«

Für viele fremdländische "Mitbürger" gilt in Deutschland sogar das Recht ihrer Heimatländer, und der Deutsche, der auf sein vermeintliches Recht pocht, sieht sich im Stich gelassen. Der bekannte, inzwischen verstorbene, jüdische Historiker Jakob Talmon setzte einmal dagegen:[61]

»So paradox und enttäuschend dies auch klingen mag, so ist doch heute das einzige Mittel, zu einer Koexistenz der Völker zu gelangen, sie zu trennen.«

Unerwartete Schützenhilfe bot neuerdings Rabbiner Abraham Hochwald mit einem Artikel »Jedem Volk sein Land«,[62] in dem er versichert:

»Es war der Wille Gottes, die Völker voneinander zu trennen. [...] Es war für die Welt wichtig, daß jedes Volk sich auf ein ihm eigenes Territorium ansiedelte und in diesem Rahmen seine eigene Kultur entwickelte.«

Wenn er allerdings behauptet, daß das Land Kanaan »nur dann zur Blüte gelangt, wenn die Kinder Israels dort leben«, was einer »mystischen Verbindung zwischen Land und Volk zuzuschreiben ist«, so wissen wir, daß dies nicht auf "Gottes Wort" zurückgeht sondern auf jüdische Pseudepigraphie,[63] und fragen uns andererseits, warum er dann noch hier "in Sünde" lebt.

Wie weit es gekommen ist, zeigt das Urteil gegen einen parteilosen Stadtrat aus Schweinfurt, Dr. Roderich Sell: Er hatte in einem nicht zur Veröffentlichung bestimmten Brief an einen Redakteur geschrieben, ein »gesundes Volk« wehre sich gegen eine »Invasion« unerwünschter Ausländer. Wegen Volksverhetzung und Beleidigung wurde er zu einer Geldstrafe von 22.500 Mark verurteilt.[64] Was wir also eigentlich gar nicht sagen dürfen, äußerte unbefangen der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt:[65]

»Die Vorstellung, daß eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müßte, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. [...]

Weder aus Frankreich noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen diese Gesellschaften nicht. Dann entartet die Gesellschaft. [...] Die Vorstellung, wie sie etwa Heiner Geißler jahrelang verbreitet hat, daß wir mehrere Kulturen nebeneinander haben könnten, habe ich immer für absurd gehalten. [...]«

Schmidts Parteigenosse Friedhelm Farthmann, Ex-Fraktionsvorsitzender der SPD im Düsseldorfer Landtag, äußerte sich ähnlich:[66]

»Eine multikulturelle Gesellschaft führt zu gesellschaftlichen Disharmonien, Egoismus bis hin zum Gruppenhaß.«

Professor Dr. jur. Theodor Schweisfurth aus Frankfurt an der Oder schrieb:[67]

»Die Desillusionierung durch den Rechtsstaat westlicher Provenienz ist nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen weit verbreitet. Denn dieser Rechtsstaat hat sich mit den kommunistischen Klassenkämpfern gemein gemacht. Auch das Bundesverfassungsgericht hat dazu seinen Beitrag geleistet. Es triumphiert die PDS.«

Lothar Bisky von der PDS jubilierte vor wenigen Jahren:[68]

»So viel Sozialismus war in Deutschland noch nie.«

Der Zionist Dr. Alfred Nossig schrieb in Integrales Judentum Anfang der 1920er Jahre:[69]

»Die Bibel enthält das Urprogramm und das Endprogramm der Internationale«

»Du wirst alle Völker verzehren, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. Du sollst ihrer nicht schonen und ihren Göttern nicht dienen; denn das würde dir ein Strick sein.«[70]

© 21. Juli 2002;

aus dem in Vorbereitung befindlichen Werk Tödliches Allotria.


Anmerkungen

[1]

Praktischer Idealismus, Paneuropa, Wien/Leipzig 1925

[2]

Unsere Ziele, F. Thiele, Leipzig 1870, S. 15

[3]

in: Roswitha Burgard und Gaby Karsten: Die Märchenonkel der Frauenfrage; Frauen-Selbstverlag, Berlin 1975

[4]

Spiegel Nr. 49/2000, S. 188-196

[5]

Feldtagebuch im SWR-Fernsehen vom 20. Juni 2002, nach FAZ vom selben Tag, S. 50

[6]

Eine jüdische Herkunft von Sartre wie de Beauvoir wird von Roger Peyrefitte behauptet in: Die Juden; Stahlberg, Karlsruhe 1966, S. 86

[7]

Michael Allmaier, »Das Geschöpf des Doktor Krankenstein« in: FAZ vom 14. November 2000, S. L 23

[8]

Caroline Neubaur, »Begegnung mit den Urmüttern der Konstruktionsforschung« in: FAZ vom 15. Februar 2001, S. 60

[9]

Leserbrief in: FAZ vom 12. August 2000, S. 46

[10]

Richard M. Goodman: Genetic disorders among the Jewish people; John Hopkins Univ. Press, Baltimore - London 1979, S. 58

[11]

s.a. Rachel Monika Herweg: Die jüdische Mutter - Das verborgene Matriarchat; Wissenschaftl. Buchgesellschaft, Darmstadt 1995, S. 189

[12]

nach Stefana Sabin in einer Besprechung von Gunter Schmidt: Das Verschwinden der Sexualmoral; Klein, Hamburg 1996; hier nach der Besprechung von Stefana Sabin in: FAZ vom 23. Juli 1996, S. 35; (Abb.)

[13]

»Messerscharf durchs Wahngestrüpp« in: FAZ vom 18. Dezember 1999, S. 48

[14]

Kritische Schule, 1970; nach Wolfgang Borowsky: Die neue Welt - Vorspiel der Hölle; Anton A. Schmid, Durach 1995, S. 142

[15]

Delegation und Familie, Frankfurt am Main 1982

[16]

Alexander Schuller, »Hellas in der Doppelhaushälfte« in: FAZ vom 3. Juli 2001, S. 8

[17]

zitiert in Armin Mohler: Liberalenbeschimpfung- Drei politische Traktate; Heitz & Höffkes, Essen 1990, S. 8

[18]

Dorion Weickmann, »Der Widerspenstigen Lähmung« in: FAZ vom 27. Dezember 1999, S. 45, Besprechung von Susanne Weingarten und Marianne Wellershoff, Die widerspenstigen Töchter; Köln 1999

[19]

Julia Schaaf, »Nur echte Kerle tragen Rock« in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 6. Januar 2002, S. 53. (Abb.)

[20]

Martin Kuhna, »Das letzte Abenteuer« in: FAZ vom 25. Januar 2002, S. 10

[21]

Johannes Brisch, »"Kosovo" droht uns im eigenen Land« in: Der Preuße Nr. 3/1999, S. 8

[22]

Internet: Auswärtiges Amt 12. November 2001

[23]

Menschenrechte - Ihr internationaler Schutz; 3. Aufl., C. H. Beck, München 1992, S. 104; s. dazu auch das Heft Deutschland - ohne Deutsche mit Beiträgen der Professoren Heinrich Schade, Robert Hepp und Helmut Schröcke; Grabert, Tübingen 1984

[24]

»Mein Bauch gehört mir« in: FAZ vom 21. Januar 2002, S. 12

[25]

nach Jeremy Rifkin, dem Verfasser von Das Biotechnische Zeitalter und Präsidenten der Foundation on Economic Trends in Washington: »Entbunden« in: FAZ vom 4. März 2002, S. 43

[26]

»Tier aus der Tiefe - Aufklärung über den Krieg« in: FAZ vom 23. März 2002, S. 11

[27]

»Hochschwangere vermitteln die Botschaft« in: FAZ vom 23. November 2001, S. 2

[28]

Anzeige in FAZ vom 29. Dezember 2001, S. 11

[29]

»In Erinnerung bleibt ihr Engagement« in: FAZ vom 6. Juli 2001, S. 4

[30]

"Hella, hol schon mal den Wagen!«, Besprechung von Dieter Schenk, Tod einer Polizistin, Hamburg 2000, in: FAZ vom 18. Dezember 2000, S. 57

[31]

»Maßlosigkeit« in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 30. Dezember 2001, S. 28

[32]

»Fundsache« in: FAZ vom 21. September 1996, S. 3

[33]

Harold Bloom: Kabbala, Poesie und Kritik; Stroemfeld, Basel 1988, S. 42

[34]

Ebenda, S. 165

[35]

Ebenda, S. 166

[36]

Ebenda, S. 169

[37]

Ebenda, S. 170

[38]

Ebenda, S. 182; s.a. Gerd Habermanns Besprechung »Ein Massengrab für heilige Kühe« in: FAZ vom 5. März 2001, S. 16

[39]

»Österreich leistet sich teures Rentensystem« in: FAZ vom 10. April 2001, S. 20

[40]

»Die Renten-Lüge« in: FAZ vom 13. April 1996

[41]

»"Wovon man sicht spricht"« in: FAZ vom 25. Juni 1996

[42]

»Betrogene Betrüger« in: FAZ vom 2. September 1999, S. 49

[43]

C.H. Beck, München 2001

[44]

Klaus Natorp, »Beweiskind gewünscht?«, eine hämische Besprechung in: FAZ vom 28. Dezember 2001, S. 8

[45]

Jens Soentgen, »Im Inneren des Schmelztiegels« in: FAZ vom 7. August 2001, S. 10

[46]

»Das Liebesgebot der Rassenmischung« in: FAZ vom 21. Oktober 2000, S. II

[47]

nach Jens Soentgen, »Wilde Mischungen sind eben "vernünftiger"« in: FAZ vom 24. März 2001, S. II

[48]

Jens Soentgen: Im Innern

[49]

Das Gedicht wurde am 2. Juni 1992 gegen 19.15 Uhr im Deutschlandfunk von der Schauspielerin Lotte Loebinger in Liedform vorgetragen.

[50]

»Auf Wiedersehen, Kinder!« vom 18. April 2001, S. 15

[51]

Rolf Degen, »Schizophrenie durch Vitaminmangel?« in: FAZ vom 7. November 2001, S. N 3

[52]

nach einer Buchbesprechung von Bauers Die Humanität der Rechtsordnung, Frankfurt am Main/New York 1998 von Miloš Vec, »Der Gerichtssaal als Klassenzimmer der Nation« in: FAZ vom 3. Februar 2000, S. 14

[53]

Frank-Lothar Kroll, »Ankläger und Volkspädagoge« in: FAZ vom 8. Januar 2002, S. 7

[54]

In: Handbuch zur Deutschen Nation, Bd. 2, S. 483, nach Euro-Kurier 3/2002

[55]

Verfassungsschutz des Staates durch geistig-politische Auseinandersetzung, Göttingen 1998, S. 247-256; nach Klaus Kunze in Knütter: Der Verfassungsschutz - Auf der Suche nach dem verlorenen Feind; Universitas, München 2000, S. 152/154

[56]

»Ein Staatsstreich des Parlaments« in: Die Welt vom 6. Januar 1999; nach Knütter: Der Verfassungsschutz, aaO. (Anm. 55), S. 152-154

[57]

»Deutsches Volk oder "multikulturelle Gesellschaft"?« in: Herbert Fischer (Hrsg.): Aspekte der Souveränität; Arndt, Kiel 1987, S. 57/58 und in: Recht und Politik, 3/1986

[58]

Ebenda, S. 61

[59]

Ebenda, S. 87

[60]

Josef Schüßlburner in: Knütter: Der Verfassungsschutz, aaO. (Anm. 55), S. 411, Anm. 32; s.a. »Multi-Minoritäten-Gesellschaft« in: FAZ vom 31. Januar 2001, S. 4

[61]

in: Ha'aretz vom 31. März 1980; eine Meldung, die ich mangels Sprachkenntnis allerdings nicht verifizieren konnte.

[62]

in: Allgemeine Jüdische Wochenzeitung, Nr. 20 vom 26. September 2001, S. 15

[63]

Siehe mein »Unsere jüdischen Wurzeln?«, VffG 4(2) (2000), S. 205-212.

[64]

Frankfurter Rundschau vom 4. Juli 2001, S 4; nach UN 09/2001, S. 5

[65]

in: Frankfurter Rundschau vom 19. September 1992; nach Hans-Helmuth Knütter: Der Verfassungsschutz, aaO. (Anm. 55), S. 308

[66]

Frankfurter Rundschau vom 16. April 1992, S. 2

[67]

Leserbrief in: FAZ vom 3. Juni 2000, S. 47

[68]

FAZ vom 7. Dezember 1999, S. 24. Sozialismus und Kommunismus sind für ihn das gleiche; da aber das Wort Kommunismus in Deutschland einen schlechten Klang habe, spreche er lieber vom Sozialismus. (Volker Zastrow, »Griff in die Klamottenkiste« in: FAZ vom 17. Januar 2002, S. 1)

[69]

Renaissance, Wien/Berlin/New York 1922, S. 73

[70]

Deuteronomium 7,16. Dazu ein Literaturhinweis: In dem dreibändigen Werk Im Namen Gottes: Israels Geheimvatikan als Vollstrecker biblischer Prophetie (2001, beim propheten! Verlag, Postfach 450108, 80901 München, Tel.: 089/26215774, mobil 0179/1374324) hat der freischaffende Historiker Wolfgang Eggert die Machenschaften einer »okkultmosaischen Zentralleitung« höchst detaillert herausgearbeitet.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(4) (2002), S. 455-462.


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