Revisionismus auf dem Vormarsch in Estland

Von Jürgen Graf

Bei der im Januar dieses Jahres in Moskau durchgeführten Konferenz zum Thema "Globalismus" lernte ich zwei junge Esten kennen, die mir zu meiner freudigen Überraschung eine estnische Ausgabe meines revisionistischen Erstlings Der Holocaust auf dem Prüfstand mitgebracht hatten. Sie berichteten mir, die Erstauflage von 1000 Exemplaren sei fast ausverkauft; das Buch werde in den Bücherläden zwar nicht im Schaufenster ausgestellt, sei jedoch auf Anfrage zu haben, und die Mund-zu-Mund-Propaganda habe gut funktioniert. Die beiden jungen Leute luden meine Frau und mich auch gleich nach Estland ein, mit der Bitte, dort zwei Referate über den Revisionismus zu halten.

Die Reise in den kleinsten und nördlichsten der drei Baltenstaaten wurde vom 25. bis zum 28. November Wirklichkeit (da ich ohnehin mein am 25. abgelaufenes russisches Visum erneuern mußte, hatte ich den Termin selber vorgeschlagen). Leider konnte meine Gattin Olga mich nicht begleiten, da ihre Mutter ins Krankenhaus verbracht werden mußte (das sie hoffentlich bald wird verlassen können). Ich hatte Tallinn bereits im Oktober 1991, kurz nach der Unabhängigkeit, einen kurzen Besuch abgestattet und wußte um den Reiz dieser Stadt.

Es gibt in Estland eine kleine, aber recht aktive revisionistische Gruppe, deren Leiter Lehrer und Historiker sind. Ein Vertreter dieser Gruppe hatte auch die beiden Vorträge organisiert, die ich am 25. November abends um 18 Uhr in Tallinn und am 26. November abends um 19 Uhr in Pärju (einer kleineren, vor allem als Kurort bekannten Stadt im Süden des Landes) hielt. Beide Male hielt ich den Vortrag auf Deutsch, und er wurde von ausgezeichneten Dolmetscherinnen, welche das Manuskript im voraus erhalten hatten, ins Estnische übersetzt. (Dieses gehört der ugrofinnischen Sprachfamilie an und ähnelt dem Finnischen ungefähr so wie das Deutsche dem Niederländischen oder das Italienische dem Portugiesischen; mit Lettisch und Litauisch, die zusammen den baltischen Zweig der indoeuropäischen Sprachen bilden und miteinander ungefähr so verwandt sind wie Deutsch und Schwedisch, hat das Estnische gar nichts zu tun.)

Mein Vortrag zerfiel in sieben Teile: 1) Wie westliche Demokratien den Revisionismus bekämpfen. 2) Was sagen die Revisionisten? 3) Die Beweisgrundlage der offiziellen "Holocaust"-Version sowie die Argumente dagegen. 4) Auschwitz. 5) Treblinka. 6) Die Erschießungen an der Ostfront. 7) Warum die Alliierten, der Vatikan und das IKRK zum "Holocaust" schwiegen.

Zusammen mit der Übersetzung dauerte der Vortrag jeweils genau anderthalb Stunden.

In Tallinn wohnten der (kostenlosen) Veranstaltung 316 Personen bei (einer der Organisatoren hatte genau gezählt), in Pärju etwa 55, obwohl der Saal eigentlich nur Raum für 40 Besucher bot. Beim ersten Vortrag stand das Publikum in seiner großen Mehrheit, beim zweiten geschlossen hinter dem Revisionismus. Anläßlich der Diskussion, die sich an beiden Abenden an das Referat anschloß, wurden zu meiner Verwunderung keine Fragen zu Auschwitz, Treblinka und den Gaskammern gestellt; kritische Fragen wurden in Tallinn zu Babi Jar laut (eine ukrainische Zuhörerin beharrte unter Berufung auf Augenzeugenberichte darauf, daß das Massaker stattgefunden habe), und eine andere Zuhörerin wollte wissen, wo die polnischen Juden geblieben seien. – Die Frage nach dem, was nach Ansicht der Revisionisten mit den Juden des Baltikums geschehen sei, konnte ich natürlich nicht befriedigend beantworten, da hier seitens der Revisionisten bisher sehr wenig Forschungsarbeit geleistet worden ist; immerhin führte ich einige Argumente an, die Carlo Mattogno im siebten Kapitel des von uns gemeinsam verfaßten Buchs Treblinka: Vernichtungslager oder Durchgangslager? ins Feld geführt hat. Ich wies auch darauf hin, daß es noch sehr viele ungelöste Fragen gibt und daß die Forschungsarbeit der Revisionisten längst nicht beendet ist.

Verwunderung erregte bei vielen meine Schilderung der Repression in westeuropäischen Staaten (ich hatte als Beispiele die Fälle Amaudruz, Walendy und Deckert sowie meinen eigenen Fall angeführt). "Das ist doch in Demokratien nicht möglich", wunderte sich ein älterer Herr.

Unter den Zuhörern befanden sich etliche ehemalige estnische Kriegsfreiwillige, aber auch viele junge Menschen.

Am frühen Morgen des 26. November wurde ich im Studio des estnischen Fernsehens etwa sieben Minuten lang für die Morgennachrichten interviewt. Diesmal sprach ich englisch; das Interview wurde simultan übersetzt. Der betreffende Journalist hatte keine Ahnung vom Thema, war aber nicht böswillig. Er meinte offenbar, den Revisionisten gehe es ausschließlich um die Zahlen, und führte das bekannte "Wenn auch nur einer gestorben ist, ist es schon einer zu viel" ins Feld. Ich antwortete darauf, daß erstens jeder Wissenschaftler nach Exaktheit strebt, und zweitens die Zahl von einer Million umgekommener Juden schon so schlimm sei, daß keine Notwendigkeit bestehe, sie aus propagandistischen Gründen zu vervielfachen. Ferner hob ich hervor, daß der Staat Israel, der die Hauptursache für den Unfrieden im Nahen Osten darstellt, ohne den Mythos von den sechs Millionen und den Gaskammern nicht existieren würde.

Da das Interview live gesendet wurde, bin ich sicher, daß nichts zensiert wurde, und daß Hunderttausende von Menschen in Estland erstmals etwas über die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Westeuropa erfahren haben. Ich betonte, daß wir Revisionisten unseren Gegnern unermüdlich eine offene Debatte vorschlagen, daß diese uns aber verweigert wird.

Ein nach dem Tallinner Vortrag geführtes kurzes Gespräch mit einem deutschsprechenden Journalisten wurde am Abend des 28. November gesendet, zu einem Zeitpunkt, wo ich im Zug nach Moskau saß. Die Fragen waren vollkommen sachlich gewesen. – Schließlich habe ich vor meiner Abreise, am Nachmittag des 28., über eine Stunde lang mit einem Reporter von einer russischsprachigen Zeitung gesprochen, der sich anhand des Internets auf dieses Gespräch vorbereitet hatte und einiges über den Revisionismus sowie meine Person wußte. Meine estnischen Freunde haben mir versprochen, mir die Nummer, in der das Interview erscheinen wird, zu besorgen.

Manche befürchten, daß im Gefolge des EU-Beitritts auch von Estland die Einführung eines antirevisionistischen Gesetzes verlangt werden wird. Ich habe in meinem Schlußsatz bei beiden Vorträgen dem Wunsch Ausdruck verliehen, Estland möge seine Unabhängigkeit wahren und nicht nach fünfzigjähriger sowjetischer Fremdherrschaft unter eine neue Fremdherrschaft geraten, bei welcher der Vogt nicht mehr in Moskau, sondern in Brüssel oder Washington hocken würde. – Übrigens waren in Tallinn unter den Zuhörern auch drei Vertreter der Sicherheitspolizei gewesen; einer der estnischen Revisionisten, der an der Polizeiakademie Recht lehrt, hatte sie persönlich eingeladen. Sie sagten ihm anschließend, ich sei ein "solider Herr", der nichts Illegales getan habe. Hoffen wir, daß das, was heute in Estland legal ist, es auch morgen noch sein wird. Daß dieses Jahr auf Druck der EU erstmals auch in den Baltenstaaten der "Holocaust-Tag" begangen wurde, läßt keinen übertriebenen Optimismus aufkommen.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(1) (2003), S. 80f .


Zurück zum Inhaltsverzeichnis