Klimaforschung: Wissenschaft oder Ideologie?

Von Oswald Nettesheim

Was vermutlich die meisten Leser noch nicht wissen: Es gibt eine Auszeichnung für ideologiefreie Wissenschaft, nämlich den Woitschach-Forschungspreis. Wie einem Teil der Presse zu entnehmen war, wurde dieser Preis 1999 dem Diplom-Meteorologen Dr. Wolfgang Thüne für sein Buch Der Treibhaus-Schwindel zuerkannt.[1] Auf den ersten Blick sollte man meinen, daß der Begriff ideologiefreie Wissenschaft einen Pleonasmus darstellt. Die Auslober des Forschungspreises haben aber sehr wohl die Realität im Auge gehabt.. Auch ein Rückblick in die Geschichte lehrt, daß die Wissenschaft oft ideologisch beeinflußt war, und sie ist es bis heute geblieben. Besonders trifft dies für die Historik zu,[2] wo sich häufig Ideologen als (selbsternannte) Wissenschaftler ausgeben oder sich "nur" wissenschaftlicher Erkenntnisse - typischerweise selektiv - bedienen. In einer bedenklichen Position befinden sich all jene Wissenschaftler, die bei ihrer Forschungsarbeit auf Finanzmittel angewiesen sind und diese nur erhalten, wenn sie im Sinne der Geldgeber operieren.

Was hat es nun mit dem "Treibhaus-Schwindel" auf sich? Wie allgemein bekannt, gehört der Begriff "Treibhauseffekt" heutzutage zum gängigen Vokabular der tonangebenden Klimaforscher, Umweltschützer und nicht zuletzt der für Umwelt und Energiewirtschaft zuständigen Politiker. Sogar in Lexika hat dieses neuzeitliche Wort schon Aufnahme gefunden, und man kann dafür etwa folgende Definition finden:[3]

Aufheizung planetarischer Atmosphären bei Einstrahlung von Sonnenlicht, wenn die Wärmeabgabe in den Weltraum über Infrarotstrahlung durch Spurengase wie Kohlendioxid behindert wird.

In seinem im März 1998 erschienenen Buch Der Treibhaus-Schwindel hat Dr. Thüne nachgewiesen, daß der besagte Effekt einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhält.[4] Tatsache ist lediglich die rein statistische Feststellung, daß etwa ab 1860 sich der Kohlendioxid-Gehalt (CO2) der Luft global von 0,028 auf 0,035 Volumenprozent erhöht hat.[5] Auffallend ist, daß in den öffentlichen Medien meist der spektakulärere Wert von 30 Prozent CO2-Anstieg genannt wird. Statistisch belegt ist ferner die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur im gleichen Zeitraum um 0,7C. Aus dieser Korrelation haben nun findige "Klimaexperten" eine Kausalität konstruiert d.h. die vom Menschen gemachte (anthropogene) CO2-Zunahme sei die Ursache der Temperaturerhöhung auf der Erde.

Titelblatt des SPIEGEL vom 11.8.1986:
Der Körner Dom versinkt in den Meeresfluten.

Auf Grund dieser These ging erstmals im Jahre 1986 die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. mit ihrer Warnung vor der drohenden "Klimakatastrophe" in die Öffentlichkeit; der "Treibhauseffekt" war geboren.

Die Medien griffen dieses Katastrophenszenario natürlich begierig auf, getreu dem journalistischen Grundsatz, daß nur schlechte Nachrichten "gute" Nachrichten sind. Auf dem Titelblatt einer damaligen Spiegel-Ausgabe sah man gar infolge des prognostizierten Temperaturanstiegs und der abschmelzenden Polkappen den Kölner Dom in den Meeresfluten versinken.[6]

Von dem Glauben an den Zusammenhang Kohlendioxidzunahme-Temperaturanstieg erfaßt, machten sich sodann die Klimatologen daran, eine passende. Theorie zu entwickeln. Danach bewirken die sogenannten Spurengase (hauptsächlich Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Ozon und Lachgas) eine Absorption der Wärmestrahlung der Erdoberfläche ins Weltall. Für dieses Phänomen erfand man den Begriff "Gegenstrahlung" bzw. (medienwirksamer) "Treibhauseffekt". Im Visier stand an erster Stelle das Kohlendioxid, welches in den letzten 140 Jahren seit Beginn der Industrialisierung nachweislich um etwa 30% zugenommen hat. Als ausgemachte Ursache für den Anstieg gilt die Verbrennung fossiler Energieträger bei industriellen und zivilisatorischen Prozessen (Strom- und Wärmeerzeugung, Verkehr etc.)

Dieser theoretische Zusammenhang wird in dem Thüneschen Buch bestritten. Wie auch in Physikbüchern nachzulesen ist, handelt es sich bei der Wärmestrahlung um elektromagnetische Wellen im Längenbereich von 0,8 m[7] bis 100m (Infrarotstrahlung). Der Bereich von 0,8 m bis 3 m ist - neben der (kurzwelligeren) Lichtstrahlung - noch der Sonnenstrahlung zuzuordnen. Die von der Erde ausgehende Wärmestrahlung liegt im Bereich von 5 m bis 60 m. Die Wärmestrahlung pflanzt sich, wie alle anderen elektromagnetischen Wellen auch, mit Lichtgeschwindigkeit (300.000 km/s) fort. Die erdspezifische Wärmestrahlung wird in der Thermal-Fotografie für die Erdbeobachtung nutzbar gemacht, indem man unterschiedliche Oberflächentemperaturen (je nach Geländestruktur und Bebauung) erfassen und auswerten kann. Dieser für die Fernerkundung wichtige Bereich ist der zwischen 7 m und 13 m, und dieses "Fenster" ist stets offen und nicht etwa durch CO2-Gas versperrt, wie es die "Treibhaus"-Theoretiker behaupten.

Wie die im Jahre 1987 ins Leben gerufene Enquete-Kommission Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre zutreffend festgestellt hat, absorbieren die Gase in der Erdatmosphäre die Infrarotstrahlung der Erdoberfläche in den meisten Wellenlängenbereichen stark, in einigen aber nur minimal, wie etwa im Bereich von 7 m bis 13 m, und in diesem Bereich liegt der größte Anteil der Wärmestrahlung von der Erde. Er trägt die Bezeichnung "offenes Strahlungsfenster", weil hier die geringste Absorption durch Wasserdampf und CO2 erfolgt. Von der Erdwärme gelangen hier 70 bis 90% in den Weltraum. Diese Aussage ist also richtig. Doch dann heißt es plötzlich in dem Bericht:

Der Treibhauseffekt durch CO2 wird im wesentlichen durch seine Absorptionsbande bei 15 m bewerkstelligt.

Und genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Wenn man nämlich das Wiensche Verschiebungsgesetz anwendet, so errechnet sich für eine maximale Wellenlänge lmax von 15 m eine Strahlungsabsorptionstemperatur von genau -73C. Mit dieser "Gegenstrahlung" kann man aber unmöglich die Erdoberfläche mit einer "Globaltemperatur" von durchschnittlich +15C erwärmen. Wohlgemerkt haben an diesem Enquete-Bericht alle namhaften "Klimaexperten" mitgearbeitet. Wie jedermann weiß, tritt nachts bei wolkenlosem Himmel eine starke Abkühlung der Erdoberfläche ein. Die tagsüber aufgenommene Sonnenwärme wird also nachts als "Temperaturstrahlung" ungehindert wieder ins All abgegeben.

Dr. Thüne in einem Aufsatz:[8]

Insbesondere die CO2-Moleküle mit ihren stoffspezifischen Absorptionsbanden bei 2,8 m, 4,5 m und 15 m, die so unabänderlich und charakteristisch wie ein menschlicher Fingerabdruck sind, haben auf den täglichen Temperaturgang keinen Einfluß, weil sie das "offene Strahlungsfenster" zwischen 7 und 13 m nicht schließen können. Dies gälte auch dann, wenn die Erde von einer reinen CO2-Atmosphäre umgeben wäre.

Grundsätzlich gilt, daß nach dem 2. Hauptsatz der Wärmelehre ein Wärmestrom immer nur vom wärmeren zum kälteren Körper (hier: Weltall) fließen kann. Der "Treibhauseffekt" ist also nur ein Phantom, und das CO2 als "Treibhausgas" zu bezeichnen, ist absurd. CO2 ist weder ein "Glasdach", noch reflektiert es die Erdwärme. Auch ein Gewächshaus kühlt nachts aus und muß im Winter sogar beheizt werden. Der wärmende Effekt besteht nur darin, daß die eingestrahlte Wärme zeitweise gehalten wird, weil horizontale und vertikale Luftbewegungen unterbunden werden. Die nächtliche Auskühlung durch die Wärmeabstrahlung kann durch die Glaswände nicht verhindert werden. Der durch das CO2 angeblich verursachte "Treibhauseffekt" ist also völlig realitätsfern, und die von den "Klimaexperten" verlangte Reduzierung des CO2-Ausstoßes entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage.

Sonneneinstrahlung      atmosphärische Rückstrahlung

Sonneneinstrahlung      keine Rückstrahlung

Abb.1: Strahlungsmodell der "Treibhaus"-Theoretiker

Abb. 2: Strahlungsmodell nach Dr. Thüne

Hingegen erklären die etablierten Klimaforscher den "Treibhauseffekt" auf ihre Weise so:

Ohne Atmosphäre hätte die Erdoberfläche eine Gleichgewichtstemperatur von -18C. In Wirklichkeit beträgt die bodennahe Lufttemperatur aber +15C. Und die Differenz von 33C bewirken die klimawirksamen Spurengase[!]. Zum Verständnis dient eine Glasscheibe zwischen Sonne und Erdoberfläche. Die Scheibe läßt die Sonneneinstrahlung fast ungeschwächt zur Erde durch, absorbiert aber einen Teil der Wärmeausstrahlung der Erde. Das Glas emittiert Wärme in beide Richtungen: zur Erde und zum All. Dadurch erhöht sich die Strahlungsbilanz der Erdoberfläche, denn die von der Glasscheibe hinzukommende Energie wird an der Erdoberfläche fast vollständig absorbiert und bewirkt eine Erwärmung der Erdoberfläche.

Wer dies nicht verstanden hat oder nicht glauben mag, kann es ausführlich in einem "Fachaufsatz" nachlesen.[9]

Titelseite des Buches Der Treibhaus-Schwindel von Wolfgang Thüne:
Die Treibhaus-Theorie" als Scherbenhaufen.

Unter dem Begriff "Klima" versteht man den Zustand der Atmosphäre über einem bestimmten Gebiet und den für dieses Gebiet charakteristischen Witterungsablauf. Ein "globales Klima", das sich die "Klimaforscher" konstruiert haben, ist genau so ein statistisches Kunstprodukt wie die sogenannte Weltmitteltemperatur. Beide "Werte" sind seit jeher Schwankungen unterworfen gewesen, ohne daß diese zu erklären wären. Wie wissenschaftlich erwiesen ist (polare Eiskernbohrungen), war der berüchtigte CO2-Gehalt der Luft von etwa 860 bis 1860 tatsächlich konstant. Merkwürdigerweise war aber das "Klima" während dieses Zeitabschnittes keineswegs konstant, vielmehr beträchtlichen Schwankungen unterworfen. So verzeichnete man eine Temperatursenke zwischen etwa 60 v.Chr. und 600 n.Chr., dann ein höheres Temperaturniveau zwischen etwa 600 n.Chr. und 1310 n.Chr. Dabei erhöhte sich die Temperatur im nordatlantischen Raum um 1,2C, ohne daß dafür eine Ursache gefunden werden konnte. Einen Höhepunkt erreichte die Temperatur um 1200. Von etwa 1310 bis etwa 1860 dauerte die sogenannte "Kleine Eiszeit". Ab Mitte des 19. Jahrhunderts stiegen die mittleren Temperaturen unregelmäßig wieder an. Für findige "Klimaforscher" natürlich eine Folge des CO2-Anstiegs in der modernen Industriegesellschaft.

Dieses "Problem" ist ständiges Verhandlungsobjekt bei den bekannten Klimakonferenzen, auch "Klimagipfel" genannt. Bisher fanden folgende Konferenzen statt: Rio de Janeiro 1992, Berlin 1995, Kyoto 1997, Buenos Aires 1998, Bonn 1999, Den Haag/Bonn 2000/2001, Marrakesch 2001. Erklärtes Ziel dabei ist es, die Emissionen von "Treibhausgasen", insbesondere CO2, weltweit zu reduzieren. In Kyoto kam man überein, daß sich die Industriestaaten verpflichten, die Emissionen bis zum Jahre 2012 gegenüber 1990 um 5,2% zu verringern. In Buenos Aires wurde lediglich ein Aktionsplan für die nächsten zwei Jahre ausgehandelt, wonach neben den nationalen Bemühungen auch diverse flexible Mechanismen für die Planerfüllung zulässig sind. Damit können die Industriestaaten mit Emissionsrechten bzw. -pflichten handeln oder sich Klimaschutzinvestitionen in anderen Ländern gutschreiben lassen. Das Ganze läuft also auf eine Kommerzialisierung des "Problems" hinaus. Sogar ein regelrechter "Ablaßhandel" ist möglich. Der verabschiedete "Aktionsplan von Buenos Aires" sah einen verbindlichen Zeitplan für die Klärung offener Fragen bis Ende 2000 vor. Insgesamt hatten 60 Staaten dem Protokoll zugestimmt. Die Konvention sollte aber erst in Kraft treten, wenn mindestens 55 Staaten den Vertrag auch ratifiziert haben und deren Emissionen mindestens 55% ausmachen. Da der Anteil der USA allein schon ca. 25% beträgt, wäre der Ratifizierung durch den US-Kongreß eine Schlüsselrolle zugefallen. Sollte die UN-Klimarahmenkonvention tatsächlich zum Tragen kommen, müßten bei der UN und in den einzelnen Ländern umfangreiche Bürokratien aufgebaut werden, die alles organisieren, koordinieren und kontrollieren. Ein unendlicher Aufwand, der natürlich vom Steuerzahler bzw. Endverbraucher zu tragen ist. Parkinson läßt grüßen!

Mit der UN-Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro des Jahres 1992 hat die "Internationale Staatengemeinschaft" die Existenz eines vom Menschen verursachten (anthropogenen) zusätzlichen "Treibhauseffektes" anerkannt, quasi als "offenkundige Tatsache". Seitdem dürfen "unbelehrbare" Zeitgenossen, denen das Wohl der Menschheit nichts gilt, ganz offiziell als Leugner bezeichnet werden. Die Diskussion um die Energiepolitik der Zukunft wird - insbesondere in der BRD - von der "Kritischen Theorie" Max Horkheimers mit dessen Postulat der "Sozialpflichtigkeit der Wissenschaften" bestimmt. Damit ist auch dieser Wissenschaftszweig von Politikern und Ideologen gleichermaßen vereinnahmt worden. Von einer Klage der deutschen Justiz gegen "unbelehrbare Revisionisten" auf dem Gebiet der Klimatologie ist bislang noch nichts bekannt. Als Voraussetzung dafür müßte erst ein neuer Strafrechtsparagraph, etwa "Leugnung oder Verharmlosung des Treibhauseffektes" geschaffen werden.

Erstaunlich und zugleich erschreckend ist die Einmütigkeit, mit der federführende Institutionen, wie Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-Met.), Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG), Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) und Universitätslehrstühle für Meteorologie und Geophysik sich die neue Theorie zu eigen gemacht haben. Offensichtlich spielen dabei die reichlich fließenden staatlichen Forschungsgelder die Hauptrolle Mittlerweile ist der besagte Effekt schon zum Axiom erhoben worden, wenn es in einschlägigen Publikationen z.B. heißt:

Bekanntlich (!) entsteht der Treibhauseffekt durch Spurengase, insbesondere CO2, die die Wärmeabstrahlung von der Erdoberfläche absorbieren.

Stets weisen die Sprecher der involvierten Institutionen auf den breiten Meinungskonsens unter den Wissenschaftlern hin und werten dies als "Beweis" für die Richtigkeit ihrer Theorie. Lehrt aber nicht die Geschichte, daß Revisionisten, die gegen gängige Meinungen aufbegehrten und neuen Erkenntnissen zum Durchbruch verhalfen, meist in der Minderheit oder gar Einzelkämpfer waren? Das "demokratische" Mehrheitsprinzip kann hier als Argument wirklich nicht überzeugen. Auffallend, aber auch verdächtig ist die hektische Betriebsamkeit, mit der etablierte Institutionen auf die ersten Veröffentlichungen von Dr. Thüne reagiert haben. Nach dem Erscheinen seines Buches häuften sich die Beleidigungen und Diffamierungen gegen den Autor. Der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft fiel nichts Gescheiteres ein, als ihrem Mitglied nach 30-jähriger Vereinszugehörigkeit den Austritt nahezulegen.

Aufgeweckt durch die Thüneschen Attacken scheint man im Lager der etablierten Klimaforscher inzwischen über die Problematik ihrer Theorie erst richtig nachzudenken. Die bislang als sakrosankt hingestellte These, daß die seit 1860 erfolgte Erwärmung anthropogenen Ursprungs sei, also mit der Industrialisierung zusammenhänge, wurde jüngst vom Max-Planck-Institut in seinem Report Nr. 287 klammheimlich - also ohne große Pressekonferenz - quasi widerrufen. Es wurde darin konstatiert, daß der CO2-Gehalt der Atmosphäre während der letzten 8.000 Jahre praktisch konstant gewesen sei. Und das bei beträchtlichen Temperaturschwankungen während dieses Zeitabschnittes.[10] Auch vernimmt man schon nachdenkliche Äußerungen wie:[11]

Mit der Ungewißheit zu leben ist aber schwer, und so wird fehlendes Wissen gern durch Überzeugung ersetzt. Gewiß ist nur, daß der Ausgang dieses von der Menschheit eingeleiteten einmaligen globalen Experiments ungewiß ist.

Dieses selbstzweiflerische Eingeständnis ist immerhin bemerkenswert.

In einer eher bedauernswerten Position befindet sich indes die deutsche Stromwirtschaft. Wenn Dr. Thünes Vermutung zutrifft, daß die Treibhaus-Theorie von der Atom-Lobby bereitwillig aufgegriffen wurde, um damit der Kernkraft neue Popularität zu verschaffen, so hätten die Strategen wohl ihre Rechnung ohne den (grünen) Wirt gemacht, der inzwischen in der deutschen Politik mitmischt. Da aber die Grünen die ärgsten Gegner der Kernkraft sind, sieht sich jetzt die Stromindustrie in beiden Bereichen (Kernkraftwerke und Verbrennungskraftwerke) in der Defensive. Bei weiterer Liberalisierung des deutschen Strommarktes verbliebe den Stromkonzernen auf Grund der Durchleitungsverpflichtung fremden Stromes letztlich nur noch der Handel mit der preisgünstigsten Energie aus dem europäischen Ausland, z. B. Kohlestrom aus Polen oder Atomstrom aus Frankreich. Auch für die Umweltschützer und die etablierten Klimatologen gewiß keine erfreulichen Aussichten. Den Stromkonzernen, die mehr und mehr zu Gefangenen der "Klimaschützer" geworden sind, sei angeraten, sich jetzt ernsthaft und kritisch mit der fragwürdigen CO2-Theorie auseinanderzusetzen und nicht länger die Gegenthesen zu ignorieren. Gegebenenfalls könnte man dann Riesensummen einsparen, die jetzt für offenbar unsinnige Investitionen ausgegeben werden müssen.

Das Gleiche sei auch den Politikern anempfohlen, die bekanntlich für ideologische Konstrukte sehr anfällig sind. Die von Rot-Grün in der BRD kreierte "Ökosteuer" verlöre weitgehend ihre Berechtigung und der steuerzahlende Bürger würde sich freuen.[12]

Titelseite der Neuerscheinung Freispruch für CO2 von Wolfgang Thüne

Nicht zuletzt sollten sich die Wissenschaftler, welche sich in eine fragwürdige Theorie verrannt haben, einem sachlichen Dialog mit ihren Widersachern stellen. Wenn auch der Begriff Der Treibhaus-Schwindel als Buchtitel für die Angesprochenen etwas provozierend erscheinen mag, so ist dies doch nur eine nachvollziehbare Reaktion auf deren Phantom einer drohenden "Klimakatastrophe".

Von derartigen wissenschaftlichen Grundsatzfragen völlig unberührt zeigten sich die etwa 5.000 Delegierten, die aus 166 Ländern zur fünften "Weltklimakonferenz" im Oktober 1999 nach Bonn gereist waren. Man stritt insbesondere um die Umsetzung des in Kyoto beschlossenen Abkommens zur Reduzierung des wichtigsten "Treibhausgases" CO2. Debattiert wurde über technische Fragen, wie Handel mit Emissionswerten (Anrechnung von CO2-Senken wie Wälder und Agrarflächen), Messung der festgelegten Grenzwerte, Anrechnung von Klimaschutzmaßnahmen für Entwicklungsländer, Investitionen in osteuropäischen Reformländern etc. Zu einem Durchbruch ist es allerdings nicht gekommen, da die Vorstellungen über die Instrumente der Umsetzung zu unterschiedlich waren.

Nachdem ein weiterer Klimagipfel im November 2000 in Den Haag gescheitert war, nahm man die Gespräche im Juli 2001 in Bonn wieder auf. Es fanden sich die Regierungsvertreter von 178 Ländern ein, um eine Verständigung über das Kyoto-Protokoll herbeizuführen, d.h. Reduzierung der CO2-Emissionen weltweit um 5,2% gegenüber 1990 und Teilnahme von mindestens 55 Staaten, die mindestens 55% des CO2-Ausstoßes erzeugen. Inzwischen hatten die USA zum Entsetzen der meisten übrigen Teilnehmer ihr Ausscheren aus der Klimadebatte bekanntgegeben.[13],[14] Japan, Kanada, Australien und Rußland verlangten Zugeständnisse in der Anrechnung von CO2-Senken (Wäldern). Den Japanern erschienen die Überwachungsmechanismen und der Ausschluß von Atomprojekten inakzeptabel. Schließlich drohte die ganze Konferenz zu scheitern, und Umwelt-Freaks beschworen wieder einmal die drohende "Klimakatastrophe". Um das Kyoto-Protokoll halbwegs zu retten und die Ratifizierung in den einzelnen Ländern nicht zu gefährden, handelte man einen "faulen" Kompromiß aus, ohne zu einer endgültigen Lösung zu kommen. Das Ergebnis war eine CO2-Reduzierung von 1,8% weltweit, statt dem ursprünglichen Ziel von 5,2%.

Um ihrer Enttäuschung über das stark aufgeweichte Kyoto-Protokoll Ausdruck zu verleihen, demonstrierten Umweltaktivisten, indem sie ein "Rettungsboot" durch die Straßen Bonns zogen mit der Aufschrift: Nach Bush die Sintflut. Angeführt wurde der "Trauermarsch" von einem als George Bush verkleideten Aktivisten sowie einer "Uncle Sam"-Gestalt, die als "Sensenmann" umfunktioniert war: Symbol für den Umweltfeind Nr. 1, die USA. Dieser Konferenz war also nur ein Scheinerfolg beschieden und Umweltforscher meinten: Die Arbeit fängt jetzt erst an.

Die darauf folgende Runde: des (Wander)-Klimagipfels, fand im Oktober 2001 in Marrakesch (Marokko) statt. Dort einigten sich 167 Umweltminister auf einen Minimalkonsens, mit dem ein "globaler Kollaps" beim Klimaschutz abgewendet werden soll. Unterdessen sind im Jahre 2000 die CO2-Emissionen weltweit um 8% angestiegen und nicht gesunken, wie es ursprünglich beabsichtigt war. Bei den Beratungen wurden verbindliche Sanktionen gegen "Klimasünder" und eine Quantifizierung von Waldbeständen und Agrarflächen festgelegt. Mit diesem Kompromiß ging der Gipfel zu Ende.

Die jüngste UN-Veranstaltung in Sachen Klima- und Umweltschutz fand vom 26.8. bis 4.9.2002 in Johannesburg (Rep. Südafrika) statt und trug den Namen Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD). Zu dieser Mammutkonferenz fanden sich ca. 60.000 Teilnehmer, darunter über 100 Staats- und Regierungschefs ein. Die USA blieben fern. Außer dem Klimaschutz standen die Themen Energie, Wasser, Ernährungssicherheit und Artenvielfalt auf dem Programm. Es war ein "Gipfel des kleinsten gemeinsamen Nenners", da sich die Buchhalter nationaler Interessen gegen die Visionäre nachhaltiger Entwicklung durchgesetzt hatten. Die geplante Feier zum Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls mußte ausfallen, da die Ratifizierung in der russischen Duma noch aussteht. Immerhin verpflichteten sich erstmals alle Teilnehmerstaaten verbindlich, die "klimaschädlichen Treibhausgase" wie Kohlendioxid zu reduzieren. Bis Ende 2002 soll die Vereinbarung in Kraft getreten sein.

Inzwischen wurde Deutschland, Österreich und die Tschechei von einer verheerenden Überschwemmungskatastrophe heimgesucht. Dieses Ereignis war natürlich Wasser auf die Mühlen der Klima-Ideologen und quasi ein "Beweis" für den vom Menschen gemachten Klimawandel. Bei der Bundestagswahl 2002 konnte die Partei der Bündnisgrünen daraus sogar politisches Kapital schlagen und Stimmengewinne erzielen.

In letzter Zeit mehren sich allerdings auch kritische Stimmen zum Thema "Klimaschutz", insbesondere in den Leserbriefspalten der Zeitungen. Auch auf dem Buchmarkt sind weitere einschlägige Arbeiten erschienen.[15],[16] Die Verfasser sind unabhängige Wissenschaftler und Journalisten, die es gottlob noch gibt. Von dem eingangs zitierten Autor Dr. Wolfgang Thüne ist im Mai 2002 ein zweites Buch mit dem Titel Freispruch für CO2 erschienen.[17] Dieses Buch soll bewußt desillusionieren, einen Tabubruch begehen und damit den Blick für die Wirklichkeit wieder schärfen.

Wenn sich der "mündige Bürger" mit diesen Publikationen jenseits des Mainstreams beschäftigt hat, muß er sich fragen, warum diese Stimmen so wenig allgemeine Beachtung finden. Die Gründe wurden oben angedeutet. Panikmache ist halt das Geschäft der Meinungsmacher und Politiker. Zudem mußte nach Beendigung des Kalten Krieges ein neues Bedrohungsszenario her, mit dem sich Politiker, Umweltschützer und Forscher eine neue Existenz aufbauen konnten. Für Journalisten gehört der "Treibhauseffekt" inzwischen zum täglichen Brot, und der Staat hat leichtes Spiel beim Eintreiben seiner "Ökosteuer". "CO2 - Weltuntergang als Steuerquelle" ist der Leitgedanke.[18] Auch im Bundeswirtschafts- und -bauministerium hat der "Klimaschutz" schon Platz ergriffen und dort Aktivitäten ausgelöst. So soll u. a. mit neuen Vorschriften für Altheizungen die "Luftverschmutzung mit Kohlendioxid" verringert werden. Die Verbesserung des Wirkungsgrades der Feuerungsanlagen mag durchaus sinnvoll sein, die Verminderung des CO2-Ausstoßes ist dabei aber nur ein Nebeneffekt und keinesfalls ein Beitrag zur "Klimaverbesserung". Geschont wird so neben den Energieressourcen nur der Geldbeutel. Auch Energieversorgungsunternehmen versuchen jetzt mit dem irreführenden Slogan Klimaschutz zahlt sich aus die Verbraucher zur Anschaffung energiesparender Haushaltsgeräte zu animieren.

Hat der kritische Bürger den ganzen Aktionismus auf diesem Gebiet erst durchschaut und die Sinnlosigkeit der Klimadebatte erkannt, braucht er sich keine Sorgen mehr um die Zukunft der Mutter Erde zu machen und kann sich wichtigeren Dingen zuwenden. Dieweil ist er nur den Launen des Wetters ausgesetzt und weiß sich aus Erfahrung darauf einzurichten. Das "Klima" gibt es von Natur aus eben gar nicht und ist als rein rechnerisches Mittel nur vom Wetter abgeleitet. Wer vorgibt, das Klima verändern zu können, müßte logischerweise auch in der Lage sein, das Wetter zu beeinflussen. Dies wird dem Menschen aber mit Sicherheit nie gelingen, weder mit einer Verringerung der CO2-Emissionen noch mit einer noch so ausgeklügelten "Klimaforschung". Unwiderlegbares Fazit: Klima kann vom Menschen nicht verändert werden und "Klimaschutz" ist reine Utopie.

 


Anmerkungen

[1]W. Thüne, Das Klima im Dilemma, Rheinischer Merkur, 28.5.1999 (Wissenschaft und Praxis).
[2]Zitat von Bertold Brecht (1898-1956): Immer noch schreibt der Sieger die Geschichte des Besiegten. ... Aus der Welt geht der Schwächere und zurück bleibt die Lüge.
[3]Knaurs Lexikon 1993.
[4]W. Thüne, Der Treibhaus-Schwindel, Wirtschaftsverlag Discovery Press, Saarbrücken 1999; Bezug über Autor: Wormser Str. 22, 55276 Oppenheim, Fax 06133-933 796; http://www.treibhaus-schwindel.de/.
[5]Der Luftbestandteil CO2 ist ein farbloses, geruchloses und inertes (reaktionsträges) Gas. Für das Wachstum der (grünen) Pflanzen ist es unentbehrlich. Sie bauen daraus (mit Wasser) unter Einwirkung von Tageslicht Kohlehydrate auf (Assimilation). Diese wiederum sind unverzichtbar für die menschliche. und tierische Ernährung.
[6]Der Spiegel vom 11.8.1986: Die Klimakatastrophe - Polschmelze, Treibhaus-Effekt: Forscher warnen
[7]Ein Mikrometer (m) ist der millionste Teil eines Meters, also ein tausendstel Millimeter.
[8]W. Thüne, Wettersatelliten widerlegen Treibhaus-These, VDI-Nachrichten, 6.11.1998:
[9]Christian-D. Schönwiese/Bernd Dieckmann, Der Treibhauseffekt. Der Mensch ändert das Klima, Rowohlt, Reinbeck 1989.
[10]W. Thüne, Newtons Gesetze widerlegen den Treibhauseffekt, geospektrum, 5/99, Zeitschrift der Alfred-Wegener-Stiftung (AWS), Berlin.
[11]Klaus Hasselmann, Was verstehen wir vom Klima?, VDI-Nachrichten, 11.6.1999
[12]W. Thüne, Klimakatastrophe durch Öko-Steuer, Brennstoffspiegel, 11/2000
[13]W. Thüne, Bush hat Recht, Brennstoffspiegel, 7/2001
[14]W. Thüne, Der "natürliche" Treibhauseffekt, Deutschland in Geschichte und Gegenwart, Heft 2/2001
[15]Ulrich Berner, Klimafakten. Der Rückblick - ein Schlüssel für die Zukunft, Ehlers Verlag.
[16]Manfred J.W. Müller, Klimalüge? Wissenschaft - Politik - Zeitgeist, Eneri Verlag.
[17]W. Thüne, Freispruch für CO2. Wie ein Molekül die Phantasien von Experten gleichschaltet, edition steinherz, Wiesbaden, 2002.
[18]Überschrift eines Kapitels in dem Buch von Günter Ederer, Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt, C. Bertelsmann Verlag 2000.

Quelle: Vierteljahreshefte fr freie Geschichtsforschung 7(1) (2003), S.45-49 .


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