Bücherschau

Eine provokative Geschichte der weißen Rasse

Von Robert H. Countess, Ph.D.

Arthur Kemp, March of the Titans. A History of the White Race. Bd. 1: 35,000 Years of History. The Complete Story of the White Race and Its Destiny, 2. Auflage, Ostara Publications, Johannesburg 2001. ISBN 0-620-25117-4 (Übergröße, gebunden 311 S.)

Wenngleich der Untertitel »Die vollständige Geschichte der Weißen Rasse« Zweifel herausfordert - niemand ist in der Lage, zu irgendeiner Zeit irgendein Thema vollständig abzuhandeln - wird dieses reich illustrierte Buch mit seinen Fotos, Zeichnungen und Karten von vielen Lesern als längst überfällig begrüßt werden, als Ausgleich für die derzeitige Unausgewogenheit in der Sozialanthropologie. Leider vermißt man bei der vorliegenden Ausgabe ein Stichwortverzeichnis sowie eine Bibliographie.

Das Buch stellt eine Großrasse des Homo sapiens in den Mittelpunkt, genauso wie der jüdische Verfasser Martin Bernal in seinen Black Athena-Bänden die negroide Großrasse oder der senegalesische Verfasser Scheich Anta Diop in seinem Kemet, Afrocentricity and Kno die Afrozentrik (passender wäre mein Ausdruck "Negrozentrik"] thematisierte, oder wie etwa eine Unmenge Bücher von Juden über jüdische Geschichte diese Gruppe mit aller Macht ins Zentrum stellen.

Der zweite Band der geplanten Reihe soll, wie auf S. 311 angekündigt wird, mit der »überwältigenden Saga der Weißen Rasse«, fortsetzen, »angefangen von der Gründung des russischen Reiches durch die Wikinger, bis zur Besiedelung von Amerika, Afrika, Australien und Neuseeland«. Wieviele Bände insgesamt geplant sind, ist nicht bekannt.

Der Verfasser Arthur Kemp schrieb am 14. September 1998 in Oxford folgendes, um den Leser über den Hintergrund seiner Forschung zu informieren:

»Die Idee, dieses Buch zu schreiben, kam mir 1983 bei der Durchsicht der Geschichtsabteilung der Jagger-Library an der Universität von Kapstadt, Südafrika. Als ich eine Forschung in bezug auf etwas ganz Anderes durchführte, fiel mein Blick zufällig auf ein Buch über die Geschichte des chinesischen Volkes. Ich war gefesselt und schaute mich genauer in dieser Abteilung der Bibliothek um. Ich fand reihenweise Bücher, die sich mit der Geschichte der Japaner, der Schwarzen Rasse, der Inkas, Azteken, der Ureinwohner Australiens, der Araber, der amerikanischen Urbevölkerung und der Polynesier befaßten - es gab wirklich eine Geschichte eines jeglichen Volkes und jeder Rasse auf Erden - außer - zu meiner großen Überraschung - der weißen Rasse.

Daß es keine Geschichte aller Weißen in der ganzen Welt gibt - dieser Mangel hat bis zum heutigen Tag angedauert. Und um gegen dieses Ungleichgewicht anzugehen, wurde dieses Buch geschrieben. Da es die Geschichte einer bestimmten Rasse und nicht die irgendeines Landes wiedergibt, umfaßt der Bericht mehrere Kontinente und Jahrhunderte und beschränkt sich nicht auf irgendeine geographische Region.

Ich war immer der Auffassung, daß es, wenn man sich mit Geschichte befaßt, nicht darauf ankommt, sich eine Reihe von Daten und Ereignissen einzuprägen, sondern daß man die Kräfte sucht und entdeckt, als deren Ergebnis dann historische Ereignisse vor Augen treten.

Die Geschichte verlor ihren Wert durch die Arbeit von Akademikern, die Reihen bedeutungsloser Daten und Namen auflisten und erwarten, daß sich andere genauso für diese Listen interessieren wie sie selbst.

Tatsächlich ist Geschichtsforschung, wenn man sie richtig betreibt, ein unglaublich aufregendes Betätigungsfeld - die in diesem Buch angeführten Resultate und Kostproben werden Skeptiker hoffentlich hiervon überzeugen!

Noch wichtiger ist, daß die Geschichte tatsächlich Lehren erteilt: nüchterne, mit weitreichenden Auswirkungen. Wie dieses Buch zeigt, wirft sie Fragen auf, denen sich vergangene Kulturen gegenübersahen, und die auch für moderne Gesellschaften von Bedeutung sind - von unserer Antwort hängt es ab, ob unsere Gesellschaft überleben oder wie die alten Kulturen vergehen wird.«

Die Titanen

Die Titanen waren in der griechischen Mythologie die Söhne und Töchter von Gaia und Uranus. Auch ihre Kinder wurden als Titanen bezeichnet. Gaia brachte sie dazu, ihren "Gatten" zu bekriegen und sie entthronten ihn und setzten Kronos auf den Thron des Kosmos. Dann folgte Zeus seinem Vater Kronos, wurde zum "Vater der Götter und Menschen" und teilte allen Menschen ihr gutes oder schlechtes Geschick im Leben zu. Nach einiger Zeit kämpfte er wieder gegen die Titanen und wies ihnen einen Platz in der Hölle oder im Himmel zu, je nachdem, wie man den Mythos auslegt.

Kurzum, die Titanen sind wegen enormer Leistungen berühmt, aber ihr Ruhm gründet sich auf kriegsähnliche Taten.

Der Verfasser Arthur Kemp hat, wie es scheint, ganz treffend den Ausdruck Titanen als Schlüsselwort des Titels gewählt: weiße Indogermanen, die große Heldentaten vollbrachten, indem sie sich Länder und Regionen unterwarfen und unglaublich hochentwickelte Kulturen schufen, deren Bilanz aber auch viel Negatives aufwies - häufige Kriegsführung mit gegenseitiger Zerstörung, Vergewaltigung, Raub, Plünderung und Vernichtung der anderen Titanen.

Die weiße Rasse

Kemp beginnt richtig mit der Definition des Schlüsselbegriffs und teilt die Weißen in drei Unterrassen ein: Nordische, Alpine und Mediterrane. Die Nordische Rasse lebte ursprünglich in Nordeuropa, die Alpine Rasse in Mitteleuropa, und die Mediterranen Rasse in Südeuropa. Auf Seite 2 werden diese drei Unterrassen mit Schädelabbildungen, Bildern und Beschreibungen veranschaulicht.

Als Methoden zur Aufhellung der Rassengeschichte führt Kemp an: 1. Genetik, 2. Paläoserologie, 3. Das Studium der Kunst, 4. Sprachvergleich, 5. technische Leistungen.

Seine Abhandlung der alten Geschichte mit Fotos und Analysen ist faszinierend und weckt die Neugier, sich näher mit seiner Theorie zu befassen. Stonehenge gibt natürlich einen zentralen Hinweis auf die Megalith-Leistungen der weißen Rasse und muß zusammen mit der ersten Stufenpyramide, die in der Nähe von Marlborough in Wiltshire, England, gefunden und auf ca. 2600 v. Chr. datiert wurde, neben ähnliche Bauten auf anderen Kontinenten und Inseln gestellt werden (S. 15).

Nordisches Wüstenreich - das Alte Ägypten

Kapitel 8 verschafft Zugang zu dem vielleicht umstrittensten Bereich bei der Erforschung des Alten Orients - Ägypten:

»Ägypten wurde vor 3500 v. Chr. von drei weißen Gruppierungen besiedelt, vor allem den alteuropäischen Mediterraniden.«

Kemp berichtet von Anhaltspunkten, die darauf hindeuten, daß es neben ihnen im Niltal eine bedeutende Präsenz semitischer und negroider (=nubischer) Typen gab, »die von den Ägyptern bekriegt und für beinahe 2000 Jahre versklavt wurden« (S. 56).

Die sechs großen Rassenkriege

Der erste fand 372-454 n. Chr. statt: Europa gegen den Hunnen Attila (Kap. 18); der zweite war der europäische Widerstand gegen die eindringenden Bulgaren, Awaren, Magyaren und Khazaren 550-950 n. Chr. (Kap. 31); der dritte war 1095-1270 n. Chr. mit Europas Kreuzfahrern gegen die Mohammedaner (Kap. 21); der vierte gegen die Invasion Europas durch die Mohammedaner und ihre Vertreibung dauerte 711-1492 n. Chr. (Kap. 23); der fünfte richtete sich gegen Dschingis Khan und die mongolische Invasion in Europa 1220-1650 n. Chr. (Kap. 32); und die letzte dauerte von 1300-1919 n. Chr. und wird von ihm als »Ottomanischer Holocaust« bezeichnet (Kap. 35).

Gründen sich die Begriffe Arier, Iran, Irak, Irland, Harappa, Europa, Sumer und Tocharier auf die gleiche sprachliche Wurzel? Man muß die Anfangskapitel lesen, um zu verstehen, daß der Verfasser versucht, sozusagen "die Punkte zu verbinden", die aus gewissen Ausdrücken hervorgehen, die auf eine ursprüngliche ar-/-ir-Wurzel dieser Titanentypen hindeuten. Sicherlich bedarf es einer weiteren linguistischen und archäologischen Erforschung dieser faszinierenden Beobachtung, um sie besser zu untermauern oder sie zu widerlegen.

Die Indogermanischen Invasionen mit Ausgangspunkt am Schwarzen Meer

Die Thesen und das Material des 5. Kapitels sind vielleicht das Überzeugendste des ganzen Buches:

»Die meisten heutigen Weißen stammen größtenteils, entweder direkt oder teilweise, von einer großen Welle weißer Völker ab, die um 5500 v. Chr. bis etwa 500 v. Chr. nach Europa stürmten.« (S. 22)

Kemps Beschreibung der Mittelmeerregion und des Nahen Ostens in der Mitte des 6. Jahrtausend v. Chr. (= 5600 v. Chr.) zeigt, wie die Titanen aus den Ebenen der heutigen Ukraine abwanderten, wo am Ende des Pleistozän, nach dem Abschmelzen des Eisschildes der Anstieg des Meeresspiegels um ca. 100 m im Lauf der Jahrhunderte dazu führte, daß das Mittelmeer die Enge des Bosporus überflutete und sich in die fruchtbaren Ebenen in der Mitte von Südrußland und der Ukraine ergoß und das Schwarze Meer bildete (was mich zu der Frage führt, ob es umfangreiche Untersuchungen gegeben hat, um auf dem Grund des Schwarzen Meeres irgendwelche menschlichen Hinterlassenschaften zu lokalisieren.)

Für Kemp bildet dieser gigantische Wassereinbruch die Grundlage für die biblische Erzählung von der Sintflut. Und von den dann unter Wasser gesetzten Steppen zogen Weiße in Schüben nach allen Richtungen und bildeten Kulturen, die mit Begriffen wie baltisch, germanisch, slawisch, keltisch, vordynastisches Ägypten, Sumer, indoarisch, arisch, tocharisch und Ainu bezeichnet werden können.

Germanische Achslager um 500 v. Chr.

Der Rezensent fand, daß das auf S. 23 wiedergegebene Foto - ihm hätte eine ganze Seite gewidmet werden sollen - ganz wunderbar ausdrucksvoll ist, wenn es echt und die Datierung richtig ist. Und es gibt keinen Grund, Kemps Angaben anzuzweifeln.[1]

Links der Wagen von Strettweg, Österreich, ein wunderbar gegossener Bronzewagen, vollständig mit Figuren aus der Zeit 700 v. Chr., daneben der Wagen von Dejbjerg aus Dänemark von ca. 500 v. Chr., mit einem erstaunlich durchdachten Lager: die hölzerne Achse hat, um das Drehen des Rades auf der Achse zu erleichtern, eine bronzene Umfassung.[2]

Und, wenn dies alles richtig ist, stimmt es tatsächlich, daß »eine derartig ausgefeilte Technik zeigt, daß die Kelten aus der Zeit vor dem Römischen Reich, die Germanen, Balten und Slawen in Wirklichkeit keine "Barbaren" waren, sondern hochentwickelte Völker, die erstaunliche und komplizierte technologische Leistungen wie diese vollbrachten.« Er zeigt sogar eine vergrößerte Zeichnung der Nabe mit dem Lager und dem Lagerring.

Kemp gibt leider nicht an, in welchem Museum diese Dinge gegenwärtig besichtigt werden können.[3] Ich zeigte kürzlich dieses Bild einem dänischen Wissenschaftler - er hatte nie vom Dejbjerg-Wagen gehört. (In Kemps Band vermißt man immer wieder Quellenangaben und eine Bibliographie. Dem soll, wie mir gesagt wurde, in einer dritten Auflage, die 2002 erscheinen soll, abgeholfen werden.)

Antichristliche Richtung

Kemp übt schwere Kritik am Christentum als einer nicht-arischen Religion und kritisiert (zu Recht) die gewaltsame Ausbreitung des christlichen Einflusses seit der Zeit Konstantins des Großen bis schließlich ganz Europa (weitgehend) christianisiert wurde. Seine eigene Bevorzugung der heidnischen arisch/nordisch/germanisch/keltischen Religion wird in Kapitel 38 und anderswo deutlich. Seine positive Behandlung wird in der Tat manchen Leser an manche Deutsche der nationalsozialistischen Ära erinnern, aber man soll natürlich vorsichtig sein, um nicht übervereinfachte Gleichsetzungen zwischen religiösen Gefühlen und politischen Empfindungen einer vergangenen Zeit zu machen.

Beobachtungen, die aus March of the Titans abgeleitet werden können

Ich habe eine Liste von Beobachtungen in bezug auf historische Entwicklungen der Weißen Rasse angefertigt, mit denen Kemp wohl übereinstimmen würde, da sie, wie ich glaube, logisch auf dem Inhalt und Geist seines Werkes aufbauen. Sie werden hier aufgeführt und stellen meine eigene Interpretation dar:

  1. Der Verlauf der menschlichen Geschichte deutet, wie es scheint, auf eine Überlegenheit der indogermanischen Weißen im Vergleich zu Orientalen, Mongolen und Negroiden, wenn man das Schwergewicht auf die grundlegenden Kennzeichen einer Kultur legt: Kunst, Architektur, Naturwissenschaften, Technologie einschließlich Bau von Straßen und Gebäuden, Sprache, Literatur und Regierungsform.
  2. Die Milieutheorie, die die Entwicklung rassischer Untergruppen leugnet, kann mit den verfügbaren Daten nicht untermauert werden - im Gegenteil, die DNS ist für eine kulturelle Fortentwicklung von höchster Bedeutung.
  3. Das gegenwärtige Theoretisieren und Dogmatisieren über den Afrozentrismus (die Out-of-Afrika-Theorie[4]) und die negroide Abstammung der frühen Ägypter läßt sich nicht bestätigen, die physischen Gegebenheiten und Artefakte deuten eher auf eine frühe Besiedelung dieser Region durch Indogermanen hin, und daß diese die Urheber der gigantischen Bauprojekte sind, wobei ihr Untergang durch Rassenmischung im 1. Jahrtausend v. Chr. in vollem Gang war, und der Untergang der ägyptischen Größe etwa um 500 v. Chr. erfolgte.
  4. Da die weiße Rasse so oft auf der Suche nach Land (und Freiheit?) auf Wanderschaft war, konnte sie nie Methoden zur Erhaltung ihrer rassischen Identität entwickeln - wie es etwa die Juden erfolgreich taten - und das hat immer den Untergang ihrer Kulturen bedeutet. (Wenn Kemp tatsächlich, wie ich annehme, dieser Auffassung ist, dann ist hier zu bemerken, daß die weißen Verfechter einer Integrität der weißen Rasse angesichts der Realität vergangener Jahrtausende vor einem aussichtslosen Kampf stehen.)
  5. Die USA und Europa werden ausgezeichnete Modelle abgeben zur Beurteilung von Kemps Wirkprinzipien unter 4.) Man kann postulieren, daß etwa im Jahr 2200, 2300 oder 2400 Kemps Voraussagen über die weiße Rasse durch empirische Daten bestätigt oder widerlegt werden.

Schlußfolgerung

Ich freue mich mit kritischem Sinn auf den zweiten Band und weitere Bände. Kemps Beweise sind zeitweise überzeugend, aber manchmal auch nicht. Auf jeden Fall ist es lobenswert, daß er versucht hat, was offensichtlich kein anderer bis jetzt unternommen hat. Ich hoffe nur, daß die technischen Seiten der folgenden Bände noch wesentlich verbessert werden, um auch den Ansprüche von Wissenschaftlern und qualifizierten Forschern zu genügen. Das allgemeine Publikum wird von dem Anfangsband, wie er sich derzeit präsentiert - und wie ich hörte, bereits ausverkauft ist - großen Nutzen haben - aber alles in allem ist das Thema so sehr vernachlässigt worden, daß es die allergrößte Sorgfalt verdient.

Anmerkungen

Zuerst erschienen in The Revisionist 1(2) (2003), S. 227-229; aus dem

Englischen übersetzt von Patricia Willms.

[1]In der dänischen Literatur wird Dejbjerg auf ca. 100 v. Chr. datiert - ohne nähere Begründung. Da zugleich postuliert wird, daß der Wagen(macher) aus keltischen Gebieten importiert worden sein muß (obwohl es in Dänemark sechs derartige Funde gibt, dazu noch mehr in Norddeutschland), kann diese Datierung auch Wunschdenken statt objektiver Gegebenheiten widerspiegeln. Anm. D. Übersetzers.
[2]Bemerkenswert ist, daß bei dem Lager sowohl die Achsumfassung wie auch die Lagerschale aus Metall sind, so daß sich Metall um Metall und nicht Metall um Holz bewegt.
[3]In Dejbjerg wurden zwei Wagen gefunden, der eine wurde rekonstruiert und steht im Nationalmuseum in Kopenhagen, wie auch die metallverkleideten Holzteil-Reste des zweiten Wagens, aus denen man besonders gut die Teile des Lagers sehen kann. Ebenso eindrucksvoll ist eine vollständige Nachbildung des Wagens, die in Odense (DK), im Museum Hollufgård ausgestellt ist.
[4]Derzufolge der H. sapiens in Afrika entstanden ist und sich von dort aus über die ganze Welt verbreitet hat


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(2) (2003), S. 233-236.


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