Die Verfolgung der Revisionisten in Kanada

Von Paul Fromm

Die Bürger der USA betrachten ihren nördlichen Nachbarstaat Kanada allgemein als liberale, weltoffene "Demokratie", wo die Menschen dieselben Rechte genießen wie in den Vereinigten Staaten. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Der folgende Artikel gibt einen bei der dritten Internationalen Konferenz der Barnes Review zum Thema »Authentische Geschichte und First Amendment«1 in Washington, DC, gehaltenen Vortrag wieder. Der kanadische Journalist und Forscher Paul Fromm schildert, mit welch harten und repressiven Mitteln das in Kanada herrschende Regime die Gedanken seiner Bürger zu kontrollieren versucht, und welche Interessengruppen in den USA hierin ein Vorbild für eine künftige Einschränkung der Freiheit in Amerika sehen.


[1]Es ist mir eine große Freude, heute vor Ihnen sprechen zu dürfen, die Sie wie ich an die Freiheit der Rede und Forschung sowie an eine wahrheitsgetreue Geschichtsschreibung glauben. Mein Thema ist die Verfolgung der Revisionisten in Kanada, also jener Menschen, welche die Geschichte unter einem anderen Blickwinkel betrachten als dem offiziellen. Seriöse Historiker sind stets bestrebt, die Wahrheit über die Vergangenheit immer genauer zu ermitteln; sie gehen den Ursachen der vergangenen Ereignisse sowie ihren Folgen für die Gegenwart nach. Die Geschichtsschreibung muß in stetem Fluß bleiben und darf nicht versteinern.

Neue Entdeckungen - Urkundenfunde, archäologische Ausgrabungen, forensische Ermittlungen - veranlassen uns immer wieder, die Vergangenheit in neuem Lichte zu betrachten. Mit Ausnahme der "politisch korrekt" Denkenden, für die alle weißen Männer Unterdrücker sind, feiern die Amerikaner alljährlich den Kolumbus-Tag mit großer Begeisterung und gedenken des Cristobal Colon alias Kolumbus, der, wie es heißt, Amerika "entdeckt" haben soll. Tatsächlich haben die Schulkinder vor einem Jahrhundert im Unterricht den Kehrreim gelernt:

»In fourteen hundred and ninety-two
Columbus sailed the ocean blue«

Im vierzehnhundertzweiundneunziger Jahr
Kolumbus auf dem blauen Ozean war.

Als ich in den fünfziger Jahren die Schule besuchte, hatten uns der historische Revisionismus sowie neue Entdeckungen auf dem Gebiet der Archäologie und Literatur bereits dazu bewogen, unsere Ansichten kritisch zu überprüfen. Wir wußten nun, daß die Wikinger vor dem Jahre 1000 n. Chr. in Amerika gelandet waren. In jüngster Vergangenheit gemachte Funde, insbesondere der Kennewick Mann, also das 9.000 Jahre alte Skelett eines europiden Menschen, weisen darauf hin, daß Menschen weißer Rasse schon vor rund 10.000 Jahren auf amerikanischem Boden siedelten.

Historiker wie David Irving haben die Archive durchforstet. Irving hat keinerlei dokumentarische Hinweise auf einen Hitler-Befehl zur Ausrottung der Juden vorgefunden. Andere meinen, es habe in den Lagern zwar vereinzelte Fälle von Morden und Hinrichtungen gegeben, jedoch keinen allgemeinen Plan zur Ausrottung aller Insassen. Sie vertreten die Ansicht, die Juden seien als feindselige und politisch unzuverlässige Elemente von der Bevölkerung abgesondert worden. Es gab, so argumentieren sie, keinen wesentlichen Unterschied zur Politik Kanadas und der USA, welche viele an der Westküste lebende Japaner und Deutsche im allgemeinen internierten, da sie fürchteten, diese Minderheiten könnten eine künftige Invasion des nordamerikanischen Festlandes durch das japanische Kaiserreich unterstützen. Natürlich ist diese Invasion nie gekommen.

Diese Denkschule verficht die These, die Todesfälle in den NS-Konzentrationslagern seien hauptsächlich auf Typhus und Hunger zurückzuführen, die in den letzten Kriegsmonaten wüteten, weil die deutsche Infrastruktur als Folge der alliierten Bombardierungen sowie des sowjetischen Vormarsches zusammenbrach.

Oft wird auch darauf hingewiesen, daß die Opferzahlen höchst umstritten sind. Jahrelang wurde behauptet, in Auschwitz seien 4 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs reduzierten die polnischen Behörden diese Ziffer ohne viel Aufhebens auf 1,5 Millionen. Logischerweise müßten von den angeblich 6 Millionen jüdischen Opfern unter diesem Umständen 2,5 Millionen abgezogen werden, doch die Hollywood-Version der Geschichte zog es vor, diese Revisionen nicht zur Kenntnis zu nehmen.

1988 beauftragte Ernst Zündel, ein in Toronto ansässiger deutschstämmiger Publizist, den amerikanischen Spezialisten für Hinrichtungstechnologie Fred Leuchter damit, nach Auschwitz zu fahren und dort forensische Ermittlungen anzustellen. Leuchter gelangte zu der Schlußfolgerung, die sogenannten Hinrichtungsgaskammern hätten nicht zur Massentötungen mit Giftgas benutzt werden können.

In den sechziger und siebziger Jahren rückte die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg immer mehr in die Ferne. Einige Hollywood-Filme, insbesondere The Desert Fox mit James Mason, ein Porträt von Feldmarschall Erwin Rommel, boten sogar gute Ansätze zu einem ausgewogeneren Bild des Zweiten Weltkriegs. Doch ab den achtziger Jahren mußten wir uns an einen neuen Ausdruck gewöhnen, nämlich "Holocaust". Dieser Begriff wandelte sich rasch zu einem pseudoreligiösen Dogma.

Der "Holocaust" durfte nicht angezweifelt oder debattiert werden. Das Dogma, die Hollywood-Version des Zweiten Weltkriegs, beharrte darauf, daß sechs Millionen Juden größtenteils in Gaskammern umgekommen seien, und zwar aufgrund von Befehlen, die dem wahnsinnigen Haß Hitlers und der Nazis entsprungen seien. Ich muß freimütig einfügen, daß ich kein Experte für den Zweiten Weltkrieg bin. Doch war ich stets erstaunt über die nackte Wut, die jüdische Vertreter an den Tag legten, wenn jemand behauptete, es seien weniger als sechs Millionen Juden ums Leben gekommen. Die meisten Menschen wären erfreut, erführen sie, daß weniger Angehörige ihres Volkes gestorben sind als angenommen. In Kanada haben wir eine zahlenmäßig starke irischstämmige Bevölkerungsgruppe, Nachfahren jener Hunderttausenden von Iren, welche vor der großen "Kartoffelhungersnot" von 1846-1848 sowie den anschließenden Elendsjahren geflohen waren. Die mörderischen Folgen dieser Hungersnot stellen für Kanadier irischer Abstammung bis zum heutigen Tage ein Trauma dar. Doch kann ich mir kaum vorstellen, daß sie entrüstet wären, würde ein Historiker die Meinung vertreten, es seien vielleicht weniger Iren verhungert als allgemein angenommen. Würden sie denn tatsächlich sagen: "Nein, wir wollen, daß mehr unserer Landsleute umgekommen sind"? Allein schon der Gedanke ist absurd. Warum darf man also die Opferzahlen des "Holocaust" nicht kritisch untersuchen?

Wir sind nun bei der Frage angelangt, welche Funktion das pseudoreligiöse Dogma des "Holocaust" hat. Es ist eine Glaubenssache und darf nicht hinterfragt werden. In Nordamerika dient es dazu, den Staat Israel für sakrosankt zu erklären. Insbesondere in den USA ist jede ernsthafte Kritik an Israel verpönt. Schließlich lehrt uns der "Holocaust", daß die Juden Opfer der grausigsten Untat der Geschichte waren.

Im Mai 2002 sagte der stellvertretende israelische Außenminister Michael Melchior:[2]

»Man nahm Hitler nicht ernst, und darum wurden wir zum Opfer des schlimmsten Menschheitsverbrechens der Geschichte.«

Wenn das »schlimmste« Verbrechen eine Frage der Zahl ist, dann könnte ein nüchtern denkender Mensch einwenden, das absichtliche Verhungernlassen von acht bis zehn Millionen Ukrainern unter Stalin sei sicherlich eine "schlimmere" Schandtat gewesen.

Falls der "Holocaust" wirklich die größte Abscheulichkeit der Geschichte war, läßt sich argumentieren, daß seine Opfer Anspruch auf Sonderrechte haben. Sie dürften dann mit Fug und Recht einen sicheren Staat und einen Zufluchtsort verlangen. Eine vernünftig denkende Person wird da einwenden, was den Zionisten, deren Ahnen fast zweitausend Jahre lang nicht mehr in Palästina gelebt haben, eigentlich das Recht gibt, dieses Land zu erobern und die seit vielen Jahrhunderten dort ansässigen Palästinenser, Christen und Moslems zu knechten oder zu vertreiben?

Den Nordamerikanern werden Schuldgefühle für den "Holocaust" eingeflößt, obgleich Kanada seit 1939 und die USA seit 1941 aktiv gegen das nationalsozialistische Deutschland kämpften, dem der "Holocaust" vorgeworfen wird. Diese Art von Schuldkomplex ist irrational. In einem Leitartikel hieß es zur Pro-Israel-Hysterie in den USA:[3]

»In den Vereinigten Staaten [...] ist das Thema Israel ein Tabu. Allzu viele Kreise neigen dazu, die Handlungen Israels zu rechtfertigen, egal, wie die Sharon-Regierung die Palästinenser behandelt. Wenn Sie in den USA eine bekannte Person sind und eine politisch unkorrekte Meinung zu den Palästinensern oder Israel ausdrücken, so müssen Sie sich auf allerlei Scherereien gefaßt machen. Man muß damit rechnen, auf eine Stufe mit jenen gestellt zu werden, die wirre rassistische Theorien über die Juden als Volk äußern.«

Der "Holocaust" als unsäglichste Greueltat der Geschichte schützt die Juden sehr effizient vor Kritik und unangenehmen Fragen, denen andere Gruppen ausgesetzt wären, wenn sie sich wie die Juden benähmen. So haben diese seit 1945 in Nordamerika, vor allem in den Vereinigten Staaten, enorme Macht in den Medien, im Universitätsleben sowie in der Politik gewonnen, doch hat sie ihr Status als Opfer schlechthin infolge des "Holocaust" vor Kritik abgeschirmt.

Unter diesen Umständen ist es durchaus nicht erstaunlich, daß die Nutznießer dieses Opferstatus gar keine Freude empfinden, wenn man den "Holocaust" lediglich als ein historisches Thema unter anderen behandelt - ein »Detail der Geschichte«, wie Jean-Marie Le Pen sich ausgedrückt hat -, das man hinterfragen, neu bewerten und in seinen historischen Kontext einbetten darf. Gewiß, die Verfolgungen, unter denen die Juden von 1939 bis 1945 zu leiden hatten, waren für sie furchtbar schmerzlich, egal wie hoch die Zahl der Opfer war und unter welchen Umständen der Tod eintrat. Doch müssen sich andere Völker die jüdische Trauer voll und ganz zu eigen machen und den "Holocaust" als das schlimmste Verbrechen aller Zeiten betrachten?

Was mich betrifft, so empfinde ich tiefes Bedauern über die Leiden anderer Nationen, doch schmerzt es mich noch mehr, daß in dem irrsinnigen, brudermörderischen Völkerringen, das man den Ersten Weltkrieg nennt, 66.000 kanadische Soldaten zugrunde gingen, bei einer damaligen Bevölkerung von nur 7,5 Millionen. Die besten und intelligentesten Söhne unseres Volkes starben auf den Feldern Flanderns, bei Ypern und an der Somme. Der genetische Schaden war kolossal, und seither ist Kanada meist von Menschen mit geringem Talent geleitet worden. Doch das ist ein anderes Thema.

Dies, so scheint mir, hat Le Pen gemeint, als er die Gaskammern mit gallischer Nüchternheit als »Detail der Geschichte« bezeichnete. Sicherlich waren sie für die Juden sehr wichtig, wollte er wohl sagen, doch als französischer Nationalist hatte er Sorgen, die ihn mehr bedrückten: Die massenhafte Drittwelteinwanderung in Frankreich, aber auch der Verlust der französischen Souveränität an die Europäische Union und die Neue Weltordnung. Diese Art kräftiger, gesunder Nationalismus ist der Todfeind der Holocaust-Industrie.

Ich gehe jede Wette ein, daß in meinem eigenen Land die meisten Leute die Standard-Antwort auf die Frage "Wie viele Juden starben im Zweiten Weltkrieg?" kennen, ich bezweifle jedoch, daß mehr als fünf Prozent wissen, wie viele Kanadier im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind. (Es waren 44.927, bei einer Landesbevölkerung von 12 Millionen.)

In der westlichen Welt haben viele angeblich "demokratische" Staaten das bloße Infragestellen des "Holocaust" zum Verbrechen erklärt. Man darf ruhig die Existenz Gottes bestreiten sowie bezweifeln, daß die Erde rund ist, doch in Deutschland oder Österreich riskiert man eine Freiheitsstrafe, wenn man nicht an den "Holocaust" glaubt.

Kanada greift nicht zu solch unverhüllter Repression, doch auch dort sehen sich jene, welche die neue Zivilreligion namens "Holocaust" öffentlich attackieren, allerlei Schikanen ausgesetzt. Ich möchte Ihnen nun einige Opfer dieser Hexenjagd auf "Gedankenverbrecher" vorstellen. Das erste Opfer war James Keegstra. Er unterrichtete an einer Hochschule in Eckville, Alberta. Ende der siebziger sowie Anfang der achtziger Jahre legte er seinen Geschichtsstudenten im Unterricht dar, daß es eine große zionistische Verschwörung zur Beherrschung der Welt gebe, und daß die behauptete Zahl von sechs Millionen jüdischen Opfern während des Zweiten Weltkriegs enorm übertrieben sei. Er forderte seine Studenten auf, der etablierten Geschichtsversion kritisch zu begegnen und selbständig zu denken und zu forschen. Unter starkem jüdischem Druck wurde Keegstra 1983 entlassen, und man entzog ihm sein Lehrerdiplom. Doch das war für die "Niemals wieder"-Meute noch nicht genug. Die Zionisten verlangten die gerichtliche Bestrafung Keegstra nach Absatz 319 des Strafgesetzes. Dabei handelt es sich um das kanadische Gesetz gegen »Aufstachelung zum Haß«. Das »gezielte Schüren von Haß« gegen eine identifizierbare Rasse, Religion oder Ethnie kann einen für zwei Jahre hinter Gitter bringen.

Die Wahrheit oder aufrichtige religiöse Überzeugungen werden nach diesem Gesetz nicht als entlastende Umstände gewertet. 1985 beschloß eine Jury, Keegstras tiefen christlichen Glauben sowie die Tatsache, daß seine Ansichten dokumentiert waren, nicht zu berücksichtigen. Er wurde schuldig gesprochen. Berufungen an jeweils höhere Gerichte bis hin zum Obersten Gerichtshof Kanadas sowie ein neuer Prozeß endeten damit, daß der Schuldspruch aufrecht erhalten und Keegstra zu gemeinnützigen Arbeiten verurteilt wurde. Beim dem 1985 stattgefundenen Prozeß machte sein Anwalt Douglas Christie vor der Jury folgende Aussage:

»Zum Holocaust und überhaupt zum Thema des Zweiten Weltkriegs hat der Angeklagte eine abweichende Meinung geäußert; es geht ihm darum, den Haß gegen das deutsche Volk aus der Welt zu schaffen. [...] Keegstra hat sich gegen die stereotype Charakterisierung der Deutschen, der Palästinenser sowie in gewissem Umfang auch der Christen gewandt.«

Ein zweiter Fall ist derjenige des englischen Historikers David Irving. Er hatte in ganz Kanada Vorträge gehalten, welche seitens der zionistischen Organisationen auf wütende Ablehnung stießen. Viele Vorträge mußten im letzten Moment aufgrund von Drohungen, Protesten und Druck abgesagt werden. 1992 war es so weit, daß die Gegner der Gedankenfreiheit die kanadische Regierung dazu bewegen konnten, Irving das Betreten Kanadas zu verbieten, und zwar unter dem Vorwand, er sei in Deutschland wegen Verletzung eines Gesetzes verurteilt worden, das die »Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener« verbietet. Ein solch lächerliches Gesetz gibt es in Kanada natürlich nicht, und im allgemeinen betrachten wir Handlungen in anderen Staaten nur dann als Verbrechen, wenn sie auch nach unseren Maßstäben solche sind.

Der dritte Fall, den ich erwähnen möchte, ist jener eines anderen Hochschullehrers, Malcolm Ross aus Moncton, New Brunswick. Er ist ein gläubiger christlicher Traditionalist, dessen Ansichten den Lehren von Papst Pius IX entsprechen. Seiner Ansicht nach besteht ein ernsthafter Konflikt zwischen dem Christentum und dem organisierten Judentum. In den siebziger und achtziger Jahren schrieb er eine Reihe von Zeitungsartikeln und Büchern, darunter eines zum Thema der Abtreibung. Sein Titel war »The Real Holocaust. The Attack on Unborn Children« (Der wahre Holocaust. Der Angriff auf ungeborene Kinder). Seine freimütigen Schriften stießen freiheitsfeindlichen Gruppen sauer auf wie z.B. dem Atlantic Council of the Canadian Jewish Congress. Sie ließen nichts unversucht, um seine Entlassung als Lehrer zu erzwingen. Im Gegensatz zu James Keegstra hatte Malcolm Ross seine Ansichten niemals im Klassenzimmer kundgetan. Trotzdem wurde er zur Zielscheibe einer wüsten Pressehetze. Der damalige Premier der Provinz New Brunswick, Frank McKenna, erklärte:

»Die Regierung von New Brunswick verurteilt die Versuche von Malcolm Ross aufs schärfste, seine antijüdische Kampagne zu erneuern. Wir befürchten, daß die fortgesetzte Kontroverse unser Erziehungssystem, ja unsere Provinz, in Verruf bringt.«

1990 wurde seitens eines Menschenrechtstribunals ein Untersuchungsgremium gegründet. Ross wurde vorgeworfen, durch seine bloße Anwesenheit im Schulsystem die »Atmosphäre vergiftet« zu haben. Kronzeugin gegen ihn war Yona Attis, die Tochter von David Attis, dem Vorsitzenden des Atlantic Jewish Council, der die Beschwerde eingereicht hatte. Sie behauptete, einige junge Studenten hätten sie u.a. als »Judenschlampe« und »Judenhexe« beschimpft.

Obgleich diese Frau die Schule, wo Malcolm Ross unterrichtete, nicht besucht und ihn überhaupt nicht als Lehrer gekannt hatte, entschied das Menschenrechtstribunal, die bloße Anwesenheit von Ross stelle eine »Vergiftung der Atmosphäre« dar. 1991 wurde er aus dem Schuldienst entlassen, und es wurde ihm untersagt, seine Ansichten in Wort und Schrift zu verbreiten. Dieses Verbot wurde dann freilich durch das Berufungsgericht aufgehoben. Ross bekam eine Anstellung in der Verwaltung, die er aber später auch verlor. Obgleich er bis zum Obersten Gericht klagte, wurde seine Bestrafung aufrechterhalten. Zwar gewährleistet die kanadische Charta über Rechte und Freiheiten die freie Glaubensausübung sowie die Religionsfreiheit, doch machte der Oberste Gerichtshof des Landes rasch klar, daß diese Garantien nicht für traditionalistische Christen gelten, die - wie Malcolm Ross - das »Königreich Jesu Christi in der Gesellschaft« verkünden. Der Gerichtshof entschied:

»Die Meinung, die hier Schutz verlangt, hat bestenfalls eine entfernte Beziehung zu den fundamentalen Werten der Meinungsäußerungsfreiheit. Die religiösen Überzeugungen von Ross, welche den Glauben anderer anschwärzen und verleumden, unterminieren die Grundlage der Charta. Die religiösen Ansichten von Ross zielen darauf ab, den Juden den Anspruch auf Würde und Gleichheit abzusprechen.«

Somit beschnitt der Oberste Gerichtshof die Glaubensfreiheit ausdrücklich und erkannte nur das Recht an, "freundliche" und "tolerante" religiöse Ansichten zu verfechten. Christen, insbesondere traditionalistische Christen, haben allen Grund zur Besorgnis.

Der sicherlich bekannteste Fall ist derjenige von Ernst Zündel, auf den ich bereits eingegangen bin. Ernst Zündel wurde 1939 in Deutschland geboren und kam mit 21 Jahren nach Kanada. Er ist ein begabter graphischer Künstler und hat dank seiner beruflichen Fähigkeiten, besonders auf dem Feld der Fotoretuschierung, ein Vermögen erworben. Politisch aktiv wurde er in den späten sechziger Jahren. Immer zielstrebiger arbeitete er darauf hin, den guten Ruf des deutschen Volkes wiederherzustellen, der um so tiefer in den Schmutz gezogen wurde, je länger der Krieg zurücklag. Ein nie versiegender Strom deutschfeindlicher Filme, Fernsehsendungen, Comics und Bücher schürte den Deutschenhaß. Zündel begann, die Hauptanklage gegen das deutsche Volk anzugreifen, nämlich den "Holocaust". Er wurde weltweit zu einem der emsigsten Verbreiter revisionistischen Materials: Flugblätter, Bücher, Broschüren, Kassetten und Videos. Er verfügte über einen Kurzwellen-Rundfunksender und über eine eigene Fernsehschau, die höchst professionell geführt wurden. Dadurch machte sich Zündel jüdische Gruppen zum Feind. Man verbot ihm willkürlich, Post zu versenden und zu empfangen, weil er seine Aussendungen angeblich zur »Verbreitung von Haß« mißbrauchte. Zündel leitete rechtliche Schritte gegen diese Schikanen ein.

1985 wurde er zum Ziel eines weit bösartigeren Angriffs. Sabina Citron, eine lettische Jüdin und selbsternannte "Holocaust-Überlebende", verklagte Zündel anhand eines obskuren Gesetzes gegen »falsche Nachrichten«, weil er Richard Harwoods Broschüre Did Six Million Really Die? (Starben wirklich sechs Millionen?) verbreitet hatte. Dieses uralte Gesetz untersagte die »bewußte Verbreitung falscher Nachrichten«, die der öffentlichen Ordnung abträglich waren. Es war ursprünglich dazu gedacht, Spekulanten an der Manipulierung des Marktes durch Verbreitung erlogener Meldungen über Dürren oder Warenschwemmen in anderen Landesteilen zu hindern. Der Prozeß, bei dem Douglas Christie wiederum als Verteidiger auftrat, wurde zum Prozeß gegen den "Holocaust". Das erste Verfahren fand 1985, das Revisionsverfahren 1988 statt. Zündel wurde beide Male schuldig gesprochen und zu Gefängnisstrafen verurteilt, reichte jedoch beim Obersten Gerichtshof Berufung ein. Dieser hob das Urteil auf und erklärte das Gesetz über die Verbreitung falscher Nachrichten für verfassungswidrig. Doch führte die pausenlose Medienkampagne gegen den "Holocaust-Leugner" Zündel dazu, daß dieser fast alle seine Kunden verlor. Viele davon teilten ihm mit, sie wüßten zwar seine Arbeit zu schätzen, doch der jüdische Druck mache es ihnen unmöglich, ihm weitere Aufträge zu erteilen.

Den Feinden der Gedankenfreiheit war dies allerdings nicht genug. Ab Mitte der neunziger Jahre bediente sich Zündel des Internet. Diese Neuerung war die bahnbrechendste auf dem Gebiet der Kommunikation, seitdem Gutenberg den Buchdruck erfunden hatte. Das Internet ist billig und kann von den Medienmoguln sowie den einer bestimmten Minderheit angehörenden Zensoren nicht kontrolliert werden, welche die gedruckten und elektronischen Medien in Nordamerika in ihrem unerbittlichen Würgegriff halten. Die Feinde der Rede- und Forschungsfreiheit fühlten sich durch Websites wie die Zundelsite zur Weißglut gereizt.

1996 reichte unsere alte Freundin Sabina Citron bei der kanadischen Menschenrechtskommission Klage gegen Zündel ein, weil dieser angeblich via Internet Material verbreitete, welches »zur Schürung von Haß oder Verachtung« gegen eine gewisse Gruppe beitrug, nämlich die Juden. Paragraph 13.1 des kanadischen Menschenrechtsgesetzes verbietet nämlich die Verwendung der »telefonischen Kommunikation«, d.h. von Anrufbeantwortern und dergleichen, zur Verbreitung solcher Botschaften. Dieser Absatz war 1978 eingeführt worden, also lange vor der Erfindung des Internet. Eine Anzahl kleiner rechtsorientierter Gruppen war für schuldig befunden worden, durch umstrittene Botschaften auf ihren Telefonbeantwortern gegen diesen Absatz verstoßen zu haben. Die Anwendung dieses Absatzes auf das Internet war rechtlich gesehen ein unkalkulierbares Abenteuer. Was die Anklage gegen Zündel noch närrischer machte, war die Tatsache, daß die Zundelsite in Kalifornien liegt, also außerhalb Kanadas; sie gehört Ingrid Rimland, einer damals in Kalifornien lebenden US-Bürgerin, und wurde von ihr verwaltet.

Unterstützt von meiner eigenen Gruppe, der Canadian Association for Free Expression (Kanadischer Verband für freie Meinungsäußerung), focht Zündels Verteidigung den Gerichtsbeschluß an. Das Internet, so argumentierte sie, sei kein »telefonisches Kommunikationsmittel«. Man braucht kein Telefon, um sich ins Internet einzuschalten, und der bloße Besitz eines Telefons ermöglicht noch keinen Zugang zum Weltnetz. Außerdem machten wir geltend, daß die Zundelsite außerhalb des Bereichs der kanadischen Rechtssprechung lag. Das Verfahren zog sich über sechs Jahre lang hin, bis zum Januar 2002, wobei wir beim Nationalen Gerichtshof sowie beim Berufungsgericht zahlreiche Anträge einreichten. Die Kosten für Zündel beliefen sich auf weit über 100.000 Dollar, während die kanadische Regierung Millionen ausgab. Das Gericht war allem Anschein nach hoffnungslos voreingenommen. Eines seiner Mitglieder, die Jüdin Reva Devins, war Angehörige der Menschenrechtskommission von Ontario gewesen, die 1988 in einer Presseerklärung ihre Genugtuung über Zündels Verurteilung wegen der »Verbreitung falscher Nachrichten« geäußert hatte. Ein Richter entschied, unter diesen Umständen sei die »Furcht vor Voreingenommenheit« in ihrem Fall begründet. Die Regierung geriet in Rage, legte Berufung ein und gewann. Reva Devins bekam ihren Platz im Gericht zurück. Sowohl sie als auch der Gerichtsvorsitzende Claude Pensa unterhielten enge Beziehungen zur regierenden Liberalen Partei, die zahlreiche Drohungen an Zündels Adresse gerichtet hatte. Als Zündels Anwälte Experten in den Zeugenstand treten lassen wollten, wurde ihnen mitgeteilt, die Wahrheit sei keine Verteidigung. Vor einem kanadischen Menschenrechtstribunal zählen ausschließlich die verletzten Gefühle von Minderheiten: Die Wahrheit oder historische Fakten gelten nichts.

Paul Fromm ist Lehrer und Schriftsteller. Sein wissenschaftliches Thema waren englische Sprache, Literatur und Linguistik. Er hat einen Abschluß von der Universität Toronto und danach an den Universitäten von Waterloo und San Francisco sowie am Webster College in St. Louis geforscht. Heute ist er Vorsitzender der Canadian Association for Free Expression, der wichtigsten Gruppierung, die sich in Kanada für die Redefreiheit einsetzt und viele Opfer der Hexenjagd auf Andersdenkende verteidigt hat.[4]

Im Januar 2002 fällte das Gericht sein Urteil. Es wurde entschieden, Absatz 13.1 sei auf das Internet anwendbar; die Tatsache, daß die Zundelsite außerhalb Kanadas liege, sei nicht von Belang, und ein großer Teil des auf der Zundelsite einsehbaren Materials, darunter die Schrift Did Six Million Really Die?, deren Verbreitung vom obersten Gerichtshof Kanadas für nicht strafbar erklärt worden war, schüre »Haß oder Verachtung« gegen die Juden. Eines der für illegal erklärten Dokumente auf der Zundelsite war ein Artikel, in dem die alte Legende widerlegt wurde, die Nationalsozialisten hätten Seife aus Judenleichen hergestellt. Kein seriöser Gelehrter, kein seriöser Anhänger der Judenausrottungsthese nimmt diese Kriegspropagandalüge noch für bare Münze. Doch das Gericht entschied, daß auch dieser Artikel Haß oder Verachtung für die Juden schüre.

1993 hatte Ernst Zündel die kanadische Staatsbürgerschaft beantragt, doch der CSIS (Canadian Security and Intelligence Service, Kanadischer Sicherheits- und Nachrichtendienst) erklärte ihn zum Sicherheitsrisiko: nicht etwa, weil er je Gewalt angewendet oder befürwortet hätte, sondern weil angeblich nicht ausgeschlossen werden könnte, daß einige seiner Anhänger zu gewaltsamen Methoden greifen würden. Gegen diese unverkennbar politische Entscheidung legte Zündel durch mehrere Instanzen hindurch Berufung ein. Kanadas stark politisierte Gerichte machten ihm aber klar, daß er die Staatsbürgerschaft nie erhalten werde.

Im Jahre 2000 wanderte Ernst Zündel daher in die USA aus, wo er die US-Bürgerin Ingrid Rimland heiratete. Zündel war regelrecht aus Kanada verjagt worden. Er war nie kanadischer Bürger geworden und immer ein stolzer Deutscher geblieben.

Aufgrund eines Formfehlers in seinem Einbürgerungsverfahren in den USA wurde er allerdings Mitte Februar 2003 von der US-Einwanderungsbehörde willkürlich verhaftet und nach Kanada deportiert. Seither ist er dort in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert, und die kanadische Regierung versucht, ihn entgegen der Beweislage als Unterstützer von Gewalt und Terrorismus einzustufen, um ihn so als Sicherheitsrisiko ohne weitere Gerichtsanhörungen nach Deutschland deportieren zu können. Unter dem drakonischen Gesetz Deutschlands riskiert Ernst Zündel eine fünfjährige Gefängnisstrafe.

Das letzte Opfer der kanadischen Hexenjagd auf "Gedankenverbrecher", das ich Ihnen vorstellen möchte, ist Bernard Matt, ein Internet-Serviceprovider aus Oliver, British Columbia. Matt ist ein mutiger Mann mit sehr eigenständigen Ansichten. Er nimmt das Prinzip der Redefreiheit ernst. Eine jener Organisationen, die verbissen auf die Knebelung des Internet hinarbeiten, ist das in Los Angeles ansässige Simon Wiesenthal Center, das über einen außerordentlich aktiven kanadischen Ableger verfügt. Am 10. Januar 1998 schrieb Sol Littman, der kanadische Vertreter des Simon Wiesenthal Center, an Ujial Dosanjh, den Staatsanwalt von British Columbia:

»Mit Bedauern muß das Simon Wiesenthal Center bekanntgeben, daß Oliver, B.C., rasch zur Haß-Hauptstadt Kanadas wird. Insbesondere obliegt es uns, auf die zahlreichen Haß-Websites hinzuweisen, die von Fairview Technology in Oliver betrieben werden und Eigentum eines Herrn Bernard Matt sind.«

Einige der von Matt betriebenen Websites beschäftigten sich vor allem mit der Rassenfrage; andere waren revisionistisch orientiert. Nach Auffassung des geistigen Brandstifters Littmann verbreiteten sie allesamt "Haß". Littmann machte kein Hehl aus der Tatsache, daß eine mächtige Lobby aktiv Zensur betreibt:

»Überall in Kanada haben Provider die Verträge mit bekannten Haßgruppen ohne viel Aufhebens gekündigt. Infolgedessen ist Matt buchstäblich der einzige Provider, der immer noch Material von Haßgruppen verbreitet.«

In der kleinen Gemeinde, wo Bernard Matt wohnt, übten der aufgehetzte Bürgermeister sowie die Lokalverwaltung brutalen Druck auf ihn aus. Schuldirektionen sowie andere kündigten ihre Verträge mit ihm. Ungeachtet aller gesellschaftlichen und finanziellen Einschüchterungsversuche gab Matt nicht klein bei. Doch schließlich stellte ihm der Telefondienst von British Columbia das Ultimatum, entweder die rechtliche und finanzielle Verantwortung für alle von ihm bedienten Gruppen zu übernehmen oder aber von den telefonischen Diensten abgeschnitten zu werden, und er mußte seine Tätigkeit als Internet-Serviceprovider einstellen.

Zum Schluß sei mir noch eine Bemerkung zu meiner Person gestattet. Ich wurde im Jahre 1997 zum Opfer der äußerst aktiven kanadischen Zensurlobby. Damals verlor ich nach 24-jähriger Lehrtätigkeit meine Stelle als Englischlehrer in Peel Country. Der kanadische Jüdische Kongreß sowie die B'nai-B'rith-Menschenrechtsliga hatten jahrelang meine Entlassung betrieben. Mein Verbrechen bestand nicht darin, revisionistisches Material veröffentlicht zu haben. Ich bin, wie bereits betont, kein Historiker. Ich hatte die fluchwürdige Untat begangen, die Redefreiheit von Revisionisten und anderen zu verteidigen. 1996 hatte ich in Vancouver die Second Canadian Free Speech Conference organisiert. Ferner wurde mir angekreidet, daß ich 1994 in Urbana, Illinois, an einer Gedenkfeier für den verstorbenen Professor Revilo P. Oliver teilgenommen hatte, einen großen amerikanischen Patrioten und Schriftsteller. Ein gewerkschaftlicher Schlichtungsausschuß hat vor kurzem entschieden, meine Entlassung sei rechtens gewesen, weil ich »öffentlich Umgang mit bekannten Rassisten gepflegt, öffentlich rassistische Kommentare gemacht und öffentlich das Recht bekannter Rassisten auf rassistische Kommentare verteidigt« habe.

Kanadas Nationalhymne »O Canada« rühmt mein Land als den »wahren Norden, stark und frei«. Leider bietet es mir wenig Anlaß zum Stolz, Ihnen sagen zu müssen, daß Kanada durchaus kein starkes Engagement für freie Forschung und offene historische Debatten an den Tag legt, und daß unsere Freiheit unerbittlich dahinschwindet.

Anmerkungen


Mit freundlicher Genehmigung entnommen der Barnes Review, 8(6), S. 71-75 (645 Pennsylvania Ave. SE, Suite 100, Washington, D.C., 20003, USA); aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf. Der Abschnitt über Ernst Zündel wurde auf den neuesten Stand gebracht.

[1]Am 14. & 15. Juni 2002; der erste Verfassungszusatz der USA garantiert die Meinungsfreiheit; Anmerkung des Übersetzers.
[2]Jerusalem Post, 13. Mai 2002.
[3]The Hartford Courant, 5. Mai 2002.
[4]Hier bei einem Treffen der "Friends of the British National Party" im März 2000; www.nizkor.org/hweb/people/f/fromm-paul/images/mrch00a.jpg

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(2) (2003), S. 198-203.


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