Alle Menschen sind gleich - oder doch nicht?

Von Paul Grubach

Verfolgte Stephen Jay Gould mit seinen Theorien zur Rassenfrage ein jüdisch-zionistisches Ziel? 1994 publizierten Richard Herrnstein und Charles Murray ihre monumentale Studie The Bell Curve (Die Glockenkurve), die im Nu eine ungeheuer hitzige Kontroverse heraufbeschwor. Die beiden Verfasser vertraten die Ansicht, die Schwarzen der USA hätten im Durchschnitt einen niedrigeren Intelligenzquotienten als die Weißen, und dieser Unterschied gehe weitgehend auf genetische Faktoren zurück. Verständlicherweise verursachte dies ein regelrechtes Erdbeben in der amerikanischen Gesellschaft und führte zu zahlreichen, oft ganz und gar nicht wissenschaftlich motivierten Attacken auf die Autoren.

Schon lange vor dem Erscheinen von The Bell Curve hatte der weltberühmte Paläontologe und Evolutionsbiologe Stephen Jay Gould den Versuch unternommen, die Theorie von den genetisch bedingten Rassenunterschieden zu widerlegen. Gould behauptete, es bestünden keine signifikanten biologischen Verschiedenheiten zwischen den verschiedenen Menschenrassen. Im vorliegenden Beitrag wird die Frage, ob Neger in der Tat einen niedrigeren Intelligenzquotienten besitzen als Weiße, nicht aufgeworfen. Es wird hier aufgezeigt, daß Goulds Bestrebungen, das Nichtvorhandensein nennenswerter genetischer Unterschiede zwischen den menschlichen Rassen zu beweisen, wissenschaftlich gesehen durchaus nicht hieb- und stichfest waren. Der Verfasser weist ferner nach, daß Gould aus einer stark ideologisch gefärbten Position argumentierte.


Einleitung

Die Wissenschaft geht davon aus, daß eine materielle Realität besteht und daß die korrekte Anwendung wissenschaftlicher Methoden konkrete Aussagen über diese Realität ermöglicht. Doch gibt es in jedem Staatswesen soziale Gruppen, die sich das Ziel setzen, eine weltanschauliche Grundlage für die Gesellschaft zu schaffen. Diese sozialen Gruppen oder kulturbildenden Schichten haben bisweilen eine monopolartige Kontrolle über die Gestaltung des Weltbilds der betreffenden Gesellschaft inne. Hindern die Werte und Interessen dieser Gruppen die Bevölkerung am Erwerb wissenschaftlich fundierten Wissens, so stellt dies eine Bedrohung für den Fortschritt dar.[1]

Amerika macht da keine Ausnahme. Auch dort gibt es eine kulturbildende Schicht, gibt es ein intellektuelles und ein kulturelles Establishment sowie eine Medien-Elite, welche die Weltanschauung der Massen äußerst nachhaltig prägen. Eine der mächtigsten und einflußreichsten unter diesen meinungsbildenden Gruppen ist das jüdische politische und kulturelle Establishment.[2] Die Sozialwissenschaftler Stanley Rothman und S. Robert Lichter schreiben:[3]

»Amerikaner jüdischer Herkunft sind zu einer Elite in der amerikanischen Gesellschaft geworden, und ihr kultureller Einfluß ist um ein vielfaches größer als ihr prozentueller Anteil an der Bevölkerung.«

Der bekannte Filmkritiker Neal Gabler hebt in seiner Studie der jüdischen Filmmogule, die heute in Hollywood den Ton angeben, hervor:[4]

Paul Grubach hat einen Hochschulabschluß in Physik mit Schwerpunkt auf physikalischer Chemie und dem Nebenfach Geschichte von der John Carroll Universität (Ohio)..

»Die Hollywood-Juden haben ein Geflecht von Bildern und Ideen geschaffen, welche dermaßen machtvoll sind, daß sie in gewissem Sinn das amerikanische Vorstellungsvermögen kolonisiert haben. [...] Letzten Endes sind die amerikanischen Werte weitgehend durch Filme geprägt, die von Juden gedreht worden sind.«

Ganz ähnlich verhält es sich mit den jüdischen Intellektuellen, die einen ungemein großen Einfluß auf die Sozialwissenschaften ausgeübt haben und immer noch ausüben. Sie haben ein Geflecht von Bildern, Ideen und "moralischen" Werturteilen geschaffen - kurz gesagt, eine ganze Palette von Ideologien, welche jüdische Interessen widerspiegeln und in deren Dienst stehen, aber die Denkweise amerikanischer und ganz allgemein westlicher Intellektueller entscheidend geformt haben. Ernst van den Haag, Professor für Sozialphilosophie, formuliert es wie folgt:[5]

»Gebildete Amerikaner denken heute in gewissem Ausmaß jüdisch und reagieren jüdisch. Sie sind so erzogen worden und sind dafür präpariert worden.«

Ganz konkrete Formen des sozialen Bewußtseins gehen darauf zurück, daß diese Elite die Machtstrukturen Amerikas in ihrem Würgegriff hält und dadurch die Möglichkeit besitzt, dem amerikanischen Volk ihren Standpunkt aufzuzwingen. Viele Menschen kommen niemals auf den Gedanken, aus den ihnen vorgegebenen Denkmustern auszubrechen, und verharren in dogmatischer Erstarrung.

Stephen Jay Gould, ein namhafter jüdischer Intellektueller, Biologiedozent an der Harvard-Universität, linker Aktivist und einer der gefeiertsten Denker des jüdischen Establishments, gehörte zu den umjubeltsten und meistgelesenen Wissenschaftlern unserer Zeit. Er erhielt zahllose Auszeichnungen und Preise und hat viele Bücher geschrieben. Im Jahre 2001 ernannte ihn die Library of Congress, Amerikas Nationalbibliothek, zu einer von Amerikas »dreiundachtzig lebenden Legenden« - Menschen, die, wie es hieß, das amerikanische Ideal der Kreativität, Überzeugung, Hingabe und Überschwenglichkeit verkörperten. Im Mai 2002 verstarb Gould im verhältnismäßig jungen Alter von sechzig Jahren.

In einer ganzen Reihe von Büchern und Aufsätzen hat sich Stephen Jay Gould als einer der begabtesten und engagiertesten Fürsprecher des rassischen Egalitarismus profiliert, der Theorie also, daß es keine oder fast keine genetisch bedingten Begabungsunterschiede zwischen den Menschenrassen gibt. Sein bekanntes Buch The Mismeasurement of Man, das erstmals 1981 und dann in einer überarbeiteten Neuauflage 1996 erschien, wurde in Fachzeitschriften, aber auch in der Presse über den grünen Klee gelobt und als endgültige Widerlegung aller gegenwärtigen und früheren wissenschaftlichen Werke bezeichnet, in der unter Berufung auf Hirnmessungen oder Intelligenztests die These von genetisch bedingten Intelligenzunterschieden zwischen einzelnen Rassen verfochten wurde. Gould verbrachte einen erheblichen Teil seiner Laufbahn damit, die angeblichen Vorurteile, vorgeblichen politischen Hintergedanken und versteckten Ziele von Wissenschaftlern zu geißeln, die auf das Vorhandensein biologisch begründeter mentaler und verhaltensmäßiger Unterschiedlichkeiten zwischen den Rassen beharren.

Es besteht kein Zweifel daran, daß Gould ein talentierter Schriftsteller und tüchtiger Gelehrter war, der ernsthafte Beiträge zur Wissenschaft geleistet hat. Doch mit seinen Aussagen zur Rassenfrage verhält es sich ganz anders.

Steven S. Gould[6]

Die Psychologen Arthur Jensen und J. Philippe Rushton haben bereits zahlreiche Verzerrungen, Auslassungen und Trugschlüsse in Goulds Schriften zur Frage der Rassenunterschiede bloßgestellt.[7] In einer Übersicht über die einschlägige Literatur gelangte Kevin McDonald zum Schluß, ein Teil von Goulds Werk zeuge von unverhüllter intellektueller Unehrlichkeit.[8]

Am vernichtendsten ist die Kritik Rushtons. Sie erbringt nämlich starke Indizien dafür, daß es sich bei Goulds Fehlern durchaus nicht um in gutem Glauben begangene Irrtümer handelt, sondern um bewußte Irreführung. Doch die von Gould vertretene Ideologie zur Rassenfrage hat nach wie vor eine dominierende Position inne.

Gould war nie imstande, Rushtons fundierte Kritik an seinen Thesen zu widerlegen, und soweit ich weiß, hat er auch auf die Einwände Jensens niemals geantwortet. McDonald weist darauf hin, daß Gould »sich nie die Mühe genommen hat, auf die Argumente seiner Widersacher einzugehen.«.[9] Nach Goulds eigenen Worten war diese Unterlassung ein Beweis für Unwissenschaftlichkeit, hat er doch ausdrücklich betont, das Ignorieren oder Unterdrücken von Gegenargumenten sei »eine Verschwörung des Schweigens« und ein Zeichen unwissenschaftlichen Verhaltens.[10] Mit seinem Schweigen zu den Argumenten seiner Kritiker hat er also ein Urteil über sich selbst gefällt.

Aller Wahrscheinlichkeit nach gab es einen triftigen Grund für Goulds Weigerung, mit seinen Gegnern zu diskutieren. Hätte er Rushton und Jensen öffentlich geantwortet, so wären dabei wohl die Irrtümer, Unterlassungen, Verzerrungen und Mängel seiner Thesen zur Rassenfrage ans Licht gekommen. Er wäre letzten Endes nicht darum herum gekommen, sich diesen Querdenkern in einer öffentlichen Debatte zu stellen, und bei dieser hätte er sich nur allzu leicht eine blutige Nase holen können. Meiner Ansicht nach war er sich dessen bewußt. Ein öffentlicher Schlagabtausch mit Rushton und Jensen hätte nicht nur die Haltlosigkeit seiner Ansichten zur Rassenfrage offenbart, sondern unter Umständen auch seine Glaubwürdigkeit sowie sein sorgsam gehätscheltes Image ruiniert. Deshalb war es von seinem Standpunkt aus die beste Strategie, die Kritik Rushtons und Jensens schlicht und einfach unter den Teppich zu kehren. Die allermeisten Menschen wissen nämlich nichts von dieser Kritik, die Goulds trügerische Thesen zur Rassenfrage widerlegt, und deshalb erfreut sich Goulds Werk in akademischen Kreisen sowie bei den Massenmedien auch weiterhin hoher Wertschätzung. Die Aufsätze seiner beiden Widersacher sind in Fachzeitschriften erschienen, die nur eine sehr geringe Auflage besitzen und daher dem sorgfältig aufgebauten Bild vom begnadeten Wissenschaftler Gould keinen Abbruch zu tun vermögen.

Der vorliegende Aufsatz betrachtet das Thema in neuem Licht. Ich werde jene Aspekte von Goulds Rassentheorie widerlegen, mit denen sich (meines Wissens wenigstens) bisher noch niemand befaßt hat, nämlich seine Theorie von der Evolution der angeblichen genetischen Gleichheit zwischen den Menschenrassen sowie seine Auffassungen zur Genetik des jüdischen Volkes. Schließlich werde ich auf einige der sozialen und politischen Interessen eingehen, denen Goulds Thesen zur Rassenfrage dienen und die sie widerspiegeln.

Goulds wissenschaftliche Argumente auf dem Prüfstand

In einem Kapitel seines populären Buchs The Flamingo's Smile (Das Lächeln des Flamingos) faßt Gould seine anthropologischen Ideen zur Entstehung der vorgeblichen biologischen Gleichheit der Menschheit zusammen.[11] Seine diesbezüglichen Ansichten werden heute von fast allen Massenmedien und der großen Mehrheit der Wissenschaftler geteilt.

Man ist sich allgemein einig, daß Australopithecus, Homo habilis und Homo erectus - durchwegs Angehörige der Hominiden - auf dem afrikanischen Kontinent entstanden sind. Dann, vor einer oder zwei Millionen Jahren, verließen manche Gruppen des Homo erectus Afrika und besiedelten Eurasien. Infolgedessen trat Homo sapiens vor rund einer Million Jahren an vielen Stellen Afrikas und Asiens auf.[12]

Bezüglich der rassischen Ursprünge der Menschheit vertritt Gould die "Eva-Theorie" oder "Verdrängungshypothese". Diese besagt, die Nachfahren jener Gruppen des Homo erectus, die vor ungefähr einer Million Jahren von Afrika aus Eurasien bevölkerten - Neandertaler, Peking-Mensch, Java-Mensch -, seien evolutionäre Sackgassen gewesen, an deren Stelle vor knapp 200.000 Jahren vollentwickelte Menschen im heutigen Sinn getreten seien, deren Wiege ebenfalls in Afrika liege. Dieser Theorie zufolge vollzog sich die Spaltung zwischen afrikanischen und nichtafrikanischen Menschen vor 110.000 Jahren durch den Auszugs eines Teils der afrikanischen Menschheit nach Eurasien; die Trennung der Eurasier in Europide und Mongolide sei wesentlich später eingetreten, nämlich vor 41.000 Jahren.[13]

Die menschliche Gleichheit sei ein konstanter Faktor der Geschichte, macht Gould geltend. Evolutionäre Kräfte bewirkten, daß es allenfalls kleine und unbedeutende biologische Unterschiede zwischen den Rassen gebe. Theoretisch wären unzählige, teils plausible Szenarien der menschlichen Entwicklung denkbar gewesen, die zu anderen Ergebnissen geführt hätten, doch seien sie eben nicht eingetreten.[14]

Der Harvard-Professor behauptet ferner, die Menschenrassen seien »Subpopulationen unserer modernen Spezies Homo sapiens, die sich vor nicht allzu langer Zeit geringfügig auseinanderentwickelt haben, bestenfalls vor einigen zehn- oder hunderttausend Jahren, und durch bemerkenswert geringe genetische Unterschiede gekennzeichnet sind«.[15] Er fügt hinzu:[16]

»Homo sapiens ist eine junge Spezies und seine Untergliederung in Rassen sogar noch jünger. Der historische Kontext bot nicht genügend Zeit für die Evolution nennenswerter Unterschiede.«

S. J. Goulds definitiver Fehlschlag.

Anders gesagt, die Menschheit hat all ihre wesentlichen Eigenschaften (einschließlich der Intelligenz) in Afrika erworben und sich von da aus über Asien und Europa verbreitet. Da die Trennung der Menschheit in verschiedene Rassen erst vor so geringer Zeit erfolgt ist, fehlte es an Zeit zur Herausbildung signifikanter biologischer Rassenunterschiede. Folglich müssen die Rassen "biologisch" gleich sein, und allfällige Unterschiede können kaum ins Gewicht fallen.[17]

Es läßt sich also sagen, daß Goulds Theorie von der Rassengleichheit auf drei Prämissen fußt:

  1. Die Evolution des Menschen bot nicht genügend Zeit zur Herauskristallisierung nennenswerter genetischer Unterschiede zwischen den Rassen.
  2. Deshalb gibt es nur minimale und unbedeutende genetisch bedingte Rassenunterschiede.
  3. Es ist also nicht möglich, eine adäquate Einteilung der Menschheit in Rassen vorzunehmen.

Wenn es keine klaren rassischen Kategorien gibt, kann man auch keine Vergleiche zwischen den Rassen anstellen, und es kann keine signifikanten biologisch begründeten Rassenunterschiede geben. Diese Argumente gehören zum Standardarsenal jener, welche die Rassengleichheit postulieren.

Doch selbst falls Gould mit seiner These recht hat, wonach sich die Unterteilung der Menschheit in Rassen erst vor relativ kurzer Zeit (z.B. vor 100.000 Jahren oder noch später) vollzogen hat, können sich genetisch bedeutungsvolle Unterschiede sehr wohl innerhalb dieser geologisch gesehen in der Tat kurzen Zeitspanne herausgebildet haben. Der Biologe Richard Goldsby hat unterstrichen, daß eine Evolution innerhalb einer Art in der Natur unter Umständen außerordentlich rasch erfolgen kann. Unter Berufung auf eine Studie zur artenmäßigen Aufspaltung des Haussperlings wies er darauf hin, daß sich aus der ersten, 1852 nach Amerika gelangten Gruppe von Haussperlingen inzwischen ein gutes Dutzend Unterarten entwickelt hat. Dieser Vorgang geschah innerhalb von nur hundert Spatzengenerationen. Bei einer menschlichen Bevölkerungsgruppe entsprechen hundert Generationen einem Zeitraum von rund 2000 Jahren. Goldsby folgert daraus:[18]

»Diese Studien legen den Schluß nahe, daß bei Vorliegen einer genügend starken Isolation sowie eines ausreichenden Selektionsdrucks verhältnismäßig kurze Zeitspannen zur Entwicklung gewisser Rassenmerkmale beim Menschen ausreichen.«

Recht aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang der Fall der Buschmänner in Südafrika. Der verstorbene Biologe John R. Baker hat in seiner monumentalen Studie der Menschenrassen darauf aufmerksam gemacht, daß die Buschmänner[19]

»sich in ihren körperlichen Merkmalen stark - in mancher Hinsicht sogar erstaunlich stark - sowohl von Europiden als auch von Australoiden unterscheiden. Dies beweist besonders eindeutig, wie falsch die Annahme ist, es gebe - abgesehen von der Hautfarbe - nur wenige Unterschiede zwischen den Rassen.«

Nehmen wir einmal an, Goulds Behauptung entspreche den Tatsachen, und die Menschenrassen seien lediglich einige zehntausend oder allenfalls einige hunderttausend Jahre alt. Auch in diesem Fall waren die evolutionären Kräfte imstande, Buschmänner (und Hottentotten) hervorzubringen, die sich von allen anderen Menschenrassen grundlegend unterscheiden. Dies widerlegt Goulds These, wonach sich aus Zeitmangel keine signifikanten Rassenunterschiede hätten herausbilden können.

Ironischerweise liefert Goulds eigene Deutung der Evolution - er spricht von einem »unterbrochenem Gleichgewicht« - unfreiwilligerweise den Beweis für die Herauskristallisierung bedeutender genetischer Unterschiede zwischen den Rassen innerhalb eines relativ geringen Zeitraums. Gould stellt die These auf, eine Art entwickle sich nach ihrer Entstehung (d.h. der Abspaltung von der Mutterspezies) zunächst äußerst schnell, aber dann recht langsam. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:[20]

»Eine Art entwickelt sich in geologischen Perspektiven rasch (innerhalb von einigen tausend Jahren) und tendiert danach dazu, jahrmillionenlang außerordentlich stabil zu bleiben.«

Warum ist es dann nicht denkbar, daß die Menschenrassen nach ihrer Entstehung binnen eines kurzen Zeitraums substantielle genetische Unterschiede entwickelt haben?

Gould definiert den Begriff »unterbrochenes Gleichgewicht« wie folgt:[21]

»Die meisten Arten sind während des größten Teils ihrer geologischen Lebensspanne stabil und bleiben oft Jahrmillionen lang unverändert; man spricht hier von "Gleichgewicht". Veränderungen treten üblicherweise nicht durch unmerklichen, allmählichen Wandel einer ganzen Spezies, sondern durch die Isolierung kleiner Populationen und ihre rasche Umwandlung in eine neue Spezies auf. Dies nennt man eine Unterbrechung des Gleichgewichts.«

Er fährt fort:[22]

»Eine isolierte Population kann sich innerhalb von tausend Jahren zu einer neuen Spezies entwickeln. Nimmt man die individuelle Lebensdauer eines ihrer Vertreter zum Maßstab, erscheint dieser Zeitraum unendlich lang. Doch verglichen mit den Zeitspannen, in denen sich geologische Veränderungen abspielen, sind tausend Jahre nur ein Augenblick.«

Fassen wir zusammen: Die These vom »unterbrochenen Gleichgewicht« besagt, eine Art entwickle sich während geologisch langer Zeiträume nur sehr wenig (man spricht von »Gleichgewicht« oder »Statik«), doch wenn eine Evolution erfolge, vollziehe sich diese mit großer Schnelligkeit, d.h. die Statik werde durch rapiden genetischen Wandel durchbrochen.[23]

Die beiden Arten, die sich von einer Mutterart abspalten, unterscheiden sich genetisch weitaus stärker voneinander als zwei Rassen derselben Art. Wenn Gould recht hat und es ganze tausend Jahre zur Geburt einer neuen Art braucht, warum sollten sich dann nicht äußerst rasch, innerhalb einiger tausend Jahre, Menschenrassen herausgebildet haben, zwischen denen erhebliche genetische Unterschiede bestanden?

In einem von Gould herausgegebenen Sammelband heißt es, jene Menschengruppen, die aus Afrika auf andere Kontinente ausschwärmten, hätten sich (biologisch) »je nach Klima und Lebensbedingungen verändert[24] Goulds eigene Theorie des evolutionären Wandels läßt diesen Gruppen mehr als genug Zeit für die Entwicklung bedeutsamer physischer und geistiger Unterschiede.

All dies läßt Goulds Tendenz zur selektiven Anwendung von Argumenten, die seine Theorie stützen, bei gleichzeitiger Ignorierung plausibler Gegenargumente in grellem Licht erscheinen. Wenn es um die Herausbildung von Rassenunterschieden geht, schert er sich keinen Pfifferling um die Implikationen seiner eigenen Thesen zum evolutionären Wandel und gibt sich mit dem fadenscheinigen Argument zufrieden, die Zeit habe zur Entwicklung signifikanter rassischer Unterschiede nicht ausgereicht.

Nehmen wir als Arbeitshypothese weiter an, Goulds nächste Behauptung treffe zu, wonach die heutigen Rassen durch recht geringe genetische Unterschiede gekennzeichnet seien. Dies ändert nichts daran, daß außerordentlich kleine genetische Unterschiede zwischen zwei rassischen Gruppen dramatische, auf der Hand liegende Auswirkungen haben können. Dies würde Gould, wäre er noch am Leben, nicht in Abrede stellen, hat er doch selbst geschrieben:[25]

»Kleine [genetische] Veränderungen können zu großen akkumulativen Effekten führen, wenn sie zu einem frühen Zeitpunkt eintreten, und die Konsequenzen können gewaltig sein.«

Zu den Unterschieden zwischen Menschen und Schimpansen hat er geschrieben:[25]

»Sind wir Menschen denn wirklich so verschieden von den Schimpansen, wie wir selbstbewußt und arrogant behaupten? In unserem Aussehen zweifellos. [...] Was die Potenz unseres Gehirns anbelangt, ohne jeden Zweifel. [...] Doch die vorhandenen biologischen Unterschiede brauchen so groß gar nicht zu sein. [...] Kleine [genetische] Veränderungen können katazyklische Effekte zeitigen.«

Man betrachte hier den Fall der Sichelzellenanämie, einer gefährlichen Erbkrankheit, an der zahlreiche Schwarzafrikaner und etliche Afro-Amerikaner leiden, aber so gut wie keine amerikanischen Weißen. Ein einziges Gen entscheidet darüber, ob diese Krankheit auftreten kann.[26] Ist ein Menschen in dieser Hinsicht ein Homozygot (Vorhandensein zwei identischer Versionen des betreffenden Gens), so stirbt er schon in der Kindheit oder leidet zumindest an chronischer Anämie. Ist er ein Heterozygot (d.h. bei Vorliegen zweier verschiedener Versionen jenes Gens) tritt Anämie lediglich unter Streßbedingungen auf; andererseits besitzt die betreffende Person aber eine erheblich stärkere Resistenz gegen Malaria als jemand, dem das betreffende Gen fehlt. Somit kann ein winziger genetischer Unterschied zwischen zwei rassischen Gruppen, der auf ein einziges Gen zurückgeht, weitreichende Konsequenzen in Form größerer Resistenz gegen Malaria und Anfälligkeit für Anämie nach sich ziehen.

Man könnte noch weitere Beispiele von "Ein-Gen-Unterschieden" zwischen ethnischen Gruppen ins Feld führen, die dramatische Folgen zeitigen. Die Tay-Sachs-Krankheit (TSD) ist eine verhängnisvolle genetische Störung bei Kindern, die zu einer fortschreitenden Zerstörung des zentralen Nervensystems führt. Erbt ein Kind von beiden Elternteilen ein rezessives TSD-Gen, so erkrankt es an TSD. Ungefähr 85% aller von diesem Leiden befallenen Kinder entstammen jüdischen Familien.[27]

Die Krabbe-Krankheit, eine andere genetische Störung bei Kindern, sucht alle ethnischen Gruppen heim, ist jedoch besonders in den skandinavischen Ländern verbreitet. Geben beide Elternteile das abnormale, rezessive Gen an das Kind weiter, bricht die Krankheit bei diesem aus.[28] Gould weiß sehr wohl Bescheid darüber, daß kleine genetische Unterschiede zwischen rassischen Gemeinschaften den Anstoß zu einer ganzen Palette von Unterschieden zwischen ihnen geben können. In dem unter seiner Ägide entstandenen Werk The Book of Life schreibt er nämlich:[29]

»Eines der trivialeren Symptome dieser [genetischen] Unterschiede [zwischen rassischen Gruppen] ist unser heutiges Spektrum der Hautfarbe, die Schätzungen zufolge durch fünf bis sieben Gene (von insgesamt rund 300.000) bestimmt wird.«

Warum sollten dann gewisse verhaltensmäßige Unterschiede zwischen den Rassen nicht auch durch eine vergleichbar geringe Anzahl von Genen ausgelöst werden können?

Es gibt ein anschauliches Beispiel dafür, daß ein genetischer Unterschied zwischen zwei Ethnien dramatische militärische Folgen haben kann. Die angesehene London Times berichtete:[30]

»Israel arbeitet laut israelischen Militärs sowie westlichen Nachrichtendiensten an der Entwicklung einer biologischen Waffe, die Araber, nicht jedoch Juden schädigen würde. Die Waffe, die für Menschen je nach deren ethnischer Abstammung gefährlich oder ungefährlich ist, wird als Israels Antwort auf die irakische Drohung mit chemischen und biologischen Angriffen betrachtet. [...] Es ist geplant, die Fähigkeit von Viren sowie von gewissen Bakterien zur Änderung der DNS innerhalb der lebenden Zellen ihres Wirtes auszunutzen. Die Wissenschaftler versuchen, tödliche Mikroorganismen zu erzeugen, die nur Träger der betreffenden bestimmten Gene attackieren.«

Ein an der Herstellung der betreffenden Waffen beteiligter israelischer Wissenschaftler wird mit dem Ausspruch zitiert, es sei den Forschern geglückt, »ein besonderes Merkmal im genetischen Profil gewisser arabischer Gemeinschaften, insbesondere im Irak, zu ermitteln«.

Man fragt sich, ob Gould den Mut aufgebracht hätte, den potentiellen arabischen Opfern zu erzählen, die genetischen Unterschiede zwischen ihnen und den Juden seien unbedeutend...

J. Philippe Rushton in einer Gondel auf dem Weg
zum Niederwalddenkmal bei Rüdesheim.
[31]

Zwei Gruppen, A und B, können 99,9% ihrer menschlichen Gene und Charakteristiken gemeinsam haben. Doch manifestieren sich die restlichen 0,1% in Gestalt eines Merkmals, das Erfolge auf einem bestimmten Gebiet - sagen wir einmal dem Kurzstreckenlauf - begünstigt, so kann dies zur Folge haben, daß Gruppe A massenhaft erstklassige Sprinter hervorbringt und Gruppe B nur eine Handvoll.

Um seiner These von der Geringfügigkeit genetischer Unterschiede zwischen den Rassen Glaubwürdigkeit zu verleihen, stellt Gould folgende rhetorische Frage:[32]

»Wie große genetische Unterschiede bestehen zwischen den Rassen? Die Antwort [...] ergab sich schon recht bald unzweideutig: Herzlich wenige. [Gen-]Frequenzen variieren oftmals erheblich zwischen einzelnen Gruppen, doch alle Menschenrassen bestehen aus einer Vielzahl von Einzelgruppen.«

Diesen Behauptungen liegt die Ignoranz wichtigen Beweismaterial zugrunde, und man weiß heute, daß sie überholt sind. Im Rahmen eines Versuchs zur Ermittlung der Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden haben israelische Gelehrte Studien durchgeführt, aus denen hervorgeht, daß sich die Juden als Gruppe genetisch ganz erheblich von nichtjüdischen Menschen unterscheiden.[33] Im Jahre 2000 ergab eine andere wichtige Studie, daß jüdische Gemeinschaften ihre biologische Identität in einer nichtjüdischen Umwelt weitgehend bewahrt haben; dies beweist, daß es im Verlauf der Jahrhunderte nur verhältnismäßig wenige Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden gegeben hat.[34]

Im Februar 2001 enthüllte die Londoner Sunday Times, daß die britische Polizei anhand von DNS-Mustern mit großer Wahrscheinlichkeit ermitteln kann, ob ein Tatverdächtiger aus dem Nahen Osten, Indien/Pakistan, dem Fernen Osten oder Europa stammt.[35]

In all diesen Fällen ist es der Wissenschaft möglich, ethnische Gruppen anhand genetischer Merkmale zu unterscheiden. Dies galt bereits zu der Zeit, als Gould sich darauf berief, daß »alle Menschenrassen aus einer Vielzahl von Einzelgruppen« bestünden.

Um die Unwichtigkeit genetischer Unterschiede zwischen den Rassen zu beweisen, nimmt Gould Zuflucht zum Standardargument der Egalitaristen:[36]

»Die große Mehrheit der [genetischen] Variationen beim Menschen tritt innerhalb von Gruppen auf und nicht zwischen verschiedenen Gruppen. Wenn - was Gott verhüten möge - ein [atomarer] Holocaust erfolgt und nur das Xhosa-Volk am Südzipfel Afrikas überlebt, würde die Menschheit doch 80% ihrer Verschiedenheit bewahren.«

Freilich mögen jene 20% Verschiedenheit, die sich bei diesem afrikanischen Volk nicht finden, der Hauptgrund dafür sein, daß es niemals den Zivilisationsstand auch nur der Japaner vor dem Kontakt mit den Europäern erreicht hat...

Der namhafte Psychologe J. Philippe Rushton, der sich mehr als zwanzig Jahre lang mit den Unterschieden zwischen den Menschenrassen befaßt hat, zeigt den Trugschluß dieser Argumentation mit aller Deutlichkeit auf:[37]

»Gelegentlich behaupten jene, für welche die Rasse bloß ein soziales Konstrukt ist, es gebe keine Rassen, weil die Menschen rund 99% aller Gene gemeinsam haben. Dies ist schlicht und einfach töricht. Die menschlichen Gene sind zu 98% mit jenen der Schimpanse und zu 90% mit denen der Mäuse identisch, was nebenbei auch der Grund dafür ist, daß sich diese so gut als Versuchstiere eignen. Doch niemand wird sich zur Behauptung versteigen, Mäuse, Schimpansen und Menschen seien annähernd gleich! Dies wäre ja wirklich lachhaft. Es wäre auch unsinnig anzunehmen, das Geschlecht sei nur ein soziales Konstrukt, weil Männer und Frauen genetisch gesehen zu etwa 99% identisch sind.

Viel Konfusion entsteht dadurch, daß es mehrere Methoden der genetischen Messung gibt. Ein viel realistischerer Ansatz besteht in einer Untersuchung der 3,1 Milliarden Basenpaare, welche die 300.000 Gene bilden. Etwa jedes tausendste dieser Basenpaare ist bei den Menschen unterschiedlich. Jede Veränderung eines Basenpaares kann eine Veränderung des betreffenden Gens nach sich ziehen. Technisch nennt man Unterschiede in den Basenpaaren SNPs (Single nucleotide polymorphisms). Die Zahl von 99% beruht auf DNS-Sequenzen, bei denen nicht einmal zwischen dem Menschen und den meisten Säugetiere Unterschiede vorliegen. Sie können den Eindruck erwecken, daß Menschen und Schimpansen annähernd identisch sind, weil diese Gene den Kodex für ähnliche innere Organe, die Augen, die Hände usw. bilden. Obgleich Menschen und Mäuse sehr unterschiedlich aussehen, kann jeder Anatomiestudent bestätigen, daß sogar ihre innere Knochenstruktur sehr ähnlich ist.

In ihrer Ausgabe vom 23. Februar [2001] berichtete die Zeitschrift Science, daß Celera Genomics bereits 2,8 Millionen SNPs an Wissenschaftler verkauft hat, die den Code des menschlichen Verhaltens knacken wollen. Die Unterschiede zwischen Basenpaaren sind wichtig, und bei den verschiedenen Rassen hängen die SNPs zusammen. Eine einzige Veränderung in einem Basenpaar für Hämoglobin verursacht beispielsweise Sichelzellenanämie, an der zahlreiche Schwarze leiden. Andere Basenpaarunterschiede beeinflussen den IQ oder führen zu aggressivem Verhalten und zu Geisteskrankheit. Die 3,1 Milliarden Basenpaare lassen breiten Raum für rassische Unterschiede.«

Um die gängige Praxis der Unterteilung der Menschheit in Rassen in Verruf zu bringen, greift Gould zu einer ganzen Reihe fragwürdiger Argumente:[38]

»Erstens führen verschiedene Kriterien zu verschiedenen Klassifizierungen. Man könnte eine vernünftige Einteilung [der Menschen in Rassen] anhand der Hautfarbe vornehmen, würde aber dann gleich mit der Tatsache konfrontiert, daß eine Klassifizierung nach Blutgruppen zu anderen Resultaten führen muß. Wenn so viele scheinbar stichhaltige Kriterien so unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen, läßt sich kein gültiges Kriterium zur eindeutigen Klassifizierung [der Rassen] aufstellen. Zweitens spielen Fluktuation und Abstufungen eine wichtige Rolle. Wenn immer eine Menschengruppe auf Wanderschaft geht, vermischt sie sich mit anderen, bricht Schranken nieder und schafft neue Gruppen. Soll man die Mischlinge am Kap [...], Nachfahren von Verbindungen zwischen Hottentotten und weißen Siedlern [...], als neue Unterart einstufen oder einfach als lebendige Widerlegung der These, Weiße und Schwarze seien sehr verschieden? Drittens fallen auch die Konvergenzen sehr ins Gewicht. Ähnliche Charakteristiken entwickeln sich immer wieder ganz unabhängig voneinander; sie vereiteln jeden Versuch, anhand bestimmter Eigenschaften rassische Kategorien aufzustellen. Beispielsweise haben die meisten in den Tropen ansässigen Völker eine dunkle Haut entwickelt.«

Hier scheint eine Tautologie vorzuliegen: Weil es keine wirklichen Rassenunterschiede gibt, kann es keine wirklichen Rassenunterschiede geben!

Gould definiert "Rasse" als »Population, welche eine bestimmte geographische Untereinheit einer Spezies bewohnt und sich in allen Aspekten ihrer Merkmale hinreichend [von anderen] unterscheidet, um taxonomisch erkennbar zu sein[39] Auch wenn die heutigen Rassen nicht strikt auf bestimmte Territorien beschränkt sind, haben sich die Mongoliden, Europiden, Negroiden sowie die Ureinwohner Australiens zu bestimmten geographischen Subsektionen des Homo sapiens[40] entwickelt und sind in der Tat, wie Gould schreibt, taxonomisch erkennbar.[41] Beispielsweise haben die verschiedenen rassischen Typen in Teilen ihrer Skelett-Anatomie Spezialisierungen entwickelt, anhand derer man sie mit annähernder Sicherheit identifizieren kann.[42] Folglich ist ein geschulter Anatom imstande, Schädel nach der Rasse ihrer Träger zu klassifizieren.[43] Im Gegensatz zu den Behauptungen Goulds hat die Forschung somit ein gültiges Kriterium zur Definition verschiedener Rassen erarbeitet.

Gould führt seine Argumentation wie folgt fort:[44]

»Wir sind nicht eindeutig genug in verschiedene geographische Untergruppen geteilt, und die Postulierung menschlicher Unterart macht da wenig Sinn.«

Eine Ende 2002 in Science publizierte Studie ergab folgendes: Läßt man einen Computer DNS-Daten von Menschen aus aller Welt in Kategorien einteilen, so ergibt sich, daß die Menschheit in fünf Gruppen zerfällt, die im großen ganzen den allgemein anerkannten Rassen entsprechen.[45] Dies liefert den Beleg dafür, daß sich die Rassen sehr wohl in verschiedene geographische Gruppen untergliedern lassen, und daß sie sich in ihrer genetischen Konstitution hinreichend unterscheiden, um taxonomisch erkennbar zu sein.

Sind diese breiten Kategorien erst erstellt, so ergeben die verschiedenen "Variationsmuster" unter den Rassen, von denen Gould spricht, einen biologischen Sinn. Was die Rassen voneinander unterscheidet, ist das Gesamtbild der Genfrequenzen, morphologischen Züge und verhaltensmäßigen Charakteristiken und nicht bloß ein oder zwei Merkmale, die ein unterschiedliches Variationsmuster unter den Rassen zeigen.[46] Schon etliche Jahre, bevor Gould mit seinen Ansichten an die Öffentlichkeit gelangte, hatte Goldsby dies unzweideutig festgehalten:[47]

»Eine Rasse ist eine sich fortpflanzende Population, die durch die Häufigkeit einer Ansammlung ererbter Züge charakterisiert wird, welche sich von den anderer Populationen derselben Spezies unterscheiden.«

Selbstverständlich hat es immer wieder Vermischungen zwischen den Rassen gegeben. Doch dies tut der Gültigkeit einer rassischen Klassifizierung durchaus keinen Abbruch. Der Biologe Baker hatte die Brüchigkeit der Argumentation, deren sich Gould und seine Vorgänger bedienen, schon aufgezeigt, bevor Gould seine ersten Schriften zu diesem Thema verfaßte:[48]

»Könnte man jedes Exemplar mit Sicherheit als Angehörigen der einen oder anderen von zwei Populationen [Rasse] identifizieren, so wäre dies der Beweis dafür, daß kein Austausch von Genen zwischen diesen zwei Rassen erfolgt ist, und sie würden deshalb als verschiedene Spezies im genetischen Sinn des Wortes betrachtet. [...] Die Tatsache, daß rassische Zwischenformen in der Tat existieren, definiert also die Rassen.«

Er fügte hinzu:

»Das Vorhandensein von Zwischenformen ist eines der Unterscheidungsmerkmale der Rasse: gibt es keine Zwischenformen, so gibt es auch keine Rassen.«

Der Biologe Goldsby äußerte sich wie folgt:[49]

»[...] man gelangt zur Erkenntnis, daß natürliche Rassen, im Gegensatz zu den streng isolierten Rassen von Zuchttieren, im allgemeinen durch ineinander übergehende Zonen charakterisiert werden und nicht durch eindeutige Trennlinien.«

Von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus ist der von Gould erwähnte Kapmischling also ganz einfach eine Zwischenform zwischen Europiden und überwiegend Khoisaniden.[50] Ob sich dieser Typ einst tatsächlich zu einer neuen Unterart sowie zur »lebenden Widerlegung der Behauptung, wonach Weiße und Schwarze sehr verschieden sind«, entwickeln wird, werden die Wissenschaftler der Zukunft zu beurteilen haben.

Auch wenn "konvergierende Merkmale" für den rassischen Taxonomisten gelegentlich recht problematisch sein mögen, vermag die gegenwärtige wissenschaftliche Forschung doch einen Beitrag zur Milderung des Problems zu leisten.

Auch auf eine andere Behauptung Goulds lohnt es sich einzugehen. Er schreibt:[51]

»In einem Jahrzehnt intensiver Studien hat man kein einziges "Rassen-Gen" entdeckt, d.h. ein Gen, das bei allen Angehörigen einer Gruppe und bei keinem einer anderen vorhanden ist.«

In einer in der Zeitschrift Science veröffentlichten Studie wird diesbezüglich festgehalten:[52]

»Diese allgemeine Ähnlichkeit zwischen den menschlichen Populationen tritt auch in der geographisch weitverbreiteten Natur der meisten Allele [verschiedenen Variationen eines einzelnen Gens] zutage. Von allen 4199 mehr als einmal in den ausgewählten Beispielen auftretenden Allelen kamen 46,7% in allen größeren vertretenen Regionen vor: Afrika, Europa, dem Nahen Osten, Zentral- und Südamerika, Ostasien, Ozeanien und Nordamerika. Nur 7,4% der Allele waren auf eine einzige Region beschränkt: regionsspezifische Allele waren selten und traten in der betreffenden Gegend mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1,0% auf.«

Anders gesagt, es gibt Gene, die auf spezifische Regionen begrenzt sind - Regionen, die alles in allem mit den Siedlungsgebieten bestimmter Rassen identisch sind. Somit sind diese "regionsspezifischen Gene" in gewissem Sinne rassenspezifische Gene.

Das Buch, das 1994
für erhebliche Unruhe sorgte.

Wie ein erheblicher Teil von Goulds Schriften zum Thema der Rassenunterschiede ist auch seine Theorie der Entwicklung der angeblichen Rassengleichheit höchst fragwürdig, um es gelinde auszudrücken. Mehrere Autoren haben auf die Möglichkeit hingewiesen, daß seine "wissenschaftlichen" Theorien zur Rassenfrage ganz einfach seine tiefverwurzelten linken Ansichten widerspiegeln, oder daß er sie gezielt zur Förderung jüdischer Anliegen aufgestellt hat.[53]

Freilich ist folgendes zu betonen: Die Tatsache, daß Goulds Rassentheorien - wie wir bald sehen werden - in der Tat einem ganz bestimmten soziopolitischen Ziel dienen, heißt an und für sich noch lange nicht, daß sie deshalb falsch sind. Seine Theorien sind ganz unabhängig von den Motiven, dem Ziel und dem psychologischen Hintergrund des Stephen Jay Gould auf ihre Richtigkeit oder Unrichtigkeit zu überprüfen. Genau dasselbe gilt für die Theorie von der Rassenungleichheit. Auch wenn ein Wissenschaftler, der sich zu dieser Theorie bekennt, dezidiert "rassistische" oder "nationalistische" Ansichten verficht, stellt dies keineswegs eine Falsifizierung seiner Thesen dar. Wie der Wissenschaftsphilosoph Karl Popper hervorgehoben hat, spielt es keine Rolle, aus welcher Ecke Hypothesen kommen, sondern lediglich, ob die Beweise, auf die sie sich stützen, sie wirklich zu untermauern vermögen, ob sie ihrer Natur nach widerlegt werden können, und ob sie sich in der Praxis widerlegen lassen.[54] Die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einer wissenschaftlichen Theorie hängt nicht von den politischen Sympathien ihrer Vertreter ab. Zu dieser Frage zitiert Gould selbst zustimmend den Sozialisten Karl Kautsky:[55]

»Daß eine Idee von einer bestimmten Klasse ausgeht, oder deren Interessen entspricht, beweist natürlich bezüglich ihrer Richtigkeit oder Falschheit nichts.«

Goulds Einstellung zu seiner jüdischen Herkunft

Gould hat versucht, die Behauptung, wonach die Juden eine eigene rassische Gruppe bilden, zu widerlegen. Er schrieb:[56]

»Die Juden sind über die ganze Welt zerstreut, geschmäht und verachtet, vertrieben und ausgegrenzt worden. Viele Untergruppen sind durch Assimilierung verschwunden, andere haben durch zahlreiche Mischehen einen großen Teil ihrer Eigenart verloren.«

Anders gesagt, die Juden haben sich stark vermischt und stellen deswegen keine eigene genealogische Gruppe dar. Dieser Standpunkt läßt Daten außer acht, die in eine ganz andere Richtung deuten. Schon in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts brachte der Genetiker Theodosius Dobzhansky die Beweise dafür zur Sprache, daß die jüdische Gruppe sich in genetischem Sinn von Nichtjuden unterscheidet:[57]

»Die Juden sind offensichtlich keine homogene oder einheitliche Rasse. [...] Doch trotzdem sind sie genetisch verschieden von ihren nichtjüdischen Nachbarn geblieben und haben in gewissem Umfang genetische Gemeinsamkeiten bewahrt, die sich am zwanglosesten durch eine gemeinsame Abstammung erklären lassen. Mourant unterstreicht besonders die nahe Verwandtschaft der Aschkenasen (Ostjuden) mit den Sepharden (Westjuden), die um so bemerkenswerter ist, als sie viele Jahrhunderte lang unter anderen Völkern gelebt haben. Dazu paßt die Tatsache, daß die Häufigkeit mancher Krankheiten unter den Juden und den Völkern, in deren Mitte diese leben, sehr verschieden ist. Diese Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten ist fast mit Sicherheit genetisch bedingt.«

Bei einem Versuch, die Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden herauszuschälen, haben israelische Wissenschaftler Studien durchgeführt, deren Ergebnisse noch zu Goulds Lebzeiten erschienen und die belegen, daß die Juden als Gruppe sich genetisch ganz erheblich von Nichtjuden unterscheiden.[58] Gould war zweifellos über diese Studien auf dem laufenden, denn sein Kollege Jared Diamond hat sie in einem Artikel für die prestigeträchtige Monatszeitschrift Natural History diskutiert, für welche sowohl Diamond als auch Gould schrieben.[59]

Wiederum dürfte hier ein politisches Motiv für Goulds Ausserachtlassung wichtiger Daten vorliegen. Ein bekannter israelischer Journalist, Aaron Meged, hat allem Anschein nach auf dieses Motiv hingewiesen. Am 8. November 1981 schrieb er in der israelischen Zeitung Davar:[60]

»In unserem [d.h. jüdischen] erbitterten Kampf gegen die Rassentheorien Houston Stewart Chamberlains und des Nazis Alfred Rosenberg - Theorien, die uns furchtbares Unheil gebracht haben und uns üble Charaktereigenschaften zuschrieben, welche angeblich ererbt sind, so daß kein Jude sie abstreifen kann -, neigen wir dazu, die Existenz biologischer Eigenschaften, die allen Juden gemeinsam sind, vollständig außer acht zu lassen.«

In andern Worten: Wie viele andere Intellektuelle wollte Gould vermutlich verhindern, daß die Juden von den Nichtjuden als genetisch verschiedene Gruppe betrachtet würden, da dies der jüdischen Gemeinschaft allem Anschein nach abträglich ist.

Goulds ideologische Voreingenommenheit

Gould vertrat eine marxistische Deutung der Wissenschaft. Seiner Meinung nach tendiert die Sozialwissenschaft dazu, Ideologien zu fördern, welche die Werte der dominierenden Schichten einer Gesellschaft widerspiegeln und diesen dienen, wodurch die politische, soziale und wirtschaftliche Macht dieser Schichten gestärkt wird. Die Wissenschaft läßt sich nicht aus ihrem kulturellen Kontext herauslösen, da kulturelle Überzeugungen und Praktiken die Entstehung wissenschaftlicher Theorien beeinflussen. In diesem Sinn schrieb Gould:[61]

»Viele Wissenschaftler vermögen nicht zu erkennen, daß jegliche geistige Aktivität in einem bestimmten sozialen Kontext erfolgen muß, und daß deshalb unvermeidlicherweise eine Vielzahl kultureller Einflüsse jede Form wissenschaftlicher Arbeit prägt.«

Dieser Ausspruch enthält sicherlich ein gerütteltes Maß an Wahrheit, und ironischerweise sind Goulds ideologisch gefärbte Ansichten zu rassisch-ethnischen Fragen ein schlagender Beweis für die Richtigkeit seiner These. Wie wir sehen werden, packt Gould das Thema Rasse von einem ideologisch voreingenommenen Standpunkt an, der letzten Endes die Interessen seiner eigenen Gruppe, der linken jüdisch-zionistischen Machtelite, reflektierte und ihr förderlich war.

Da Goulds Hypothese zufolge die persönliche Psychologie sowie die soziale Umwelt eines Wissenschaftlers wichtige Faktoren seiner Denkweise sind, betrachten wir am besten zunächst einmal seinen eigenen psychosozialen Hintergrund.

Der Harvard-Intellektuelle Gould wuchs in einer jüdischen Umwelt auf.[62] In einer dreibändigen Studie zur Judenfrage gelangte der kalifornische Psychologieprofessor Kevin MacDonald zum Schluß, die jüdische Gemeinschaft sei in ihrer Gesamtheit ein fremdes, nicht assimilierungswilliges und bisweilen feindseliges Element innerhalb europäischer und sonstiger nichtjüdischer Gesellschaften. Kennzeichen des Judentums seien die genetische und kulturelle Absonderung von anderen sowie eine explizite Doppelmoral: Altruismus und Zusammenarbeit unter den Juden, Rivalität mit den Nichtjuden.[63]

Zahlreiche voneinander unabhängige Quellen erhärten MacDonalds Standpunkt. Beispielsweise verfechten die Politologen Stanley Rothman und S. Robert Lichter die Auffassung, eines der markantesten psychologischen Merkmale des linksgerichteten Juden bestehe in seinem Gefühl der Entfremdung von der westlichen Kultur sowie seiner Feindseligkeit dieser gegenüber.[64] Da die westliche Zivilisation ein Erzeugnis von Europäern ist, ergibt sich daraus, daß linksorientierte Juden darauf hinarbeiten, deren biologisches Fundament aus den Angeln zu heben. Durch die Verwischung der genetischen Grenzen zwischen den Rassen tragen entfremdete Juden zur Untergrabung des genetischen Erbes des Abendlandes bei.

Goulds Eltern hatten ihren Stolz auf jüdische Geschichte und jüdisches Erbe bewahrt, obgleich sie von Theologie und religiösem Glauben nichts wissen wollten.[65] Bei der Schilderung seiner Kindheit erinnerte sich Gould daran, daß er »seinen Marxismus auf den Knien seines Vaters gelernt« habe, auch wenn er hinzufügte, seine eigenen politischen Überzeugungen seien von jenen seines Vaters »sehr verschieden«.[66]

Nachdem Gould die Karibikinsel Curação besucht hatte, sprach er in warmen Worten von seinem Besuch der dortigen Synagoge und deutete an, daß das ethnische Überleben der Juden für ihn sehr wichtig war:[67]

»Ich betrachtete es als eine Ehre, den Freitagabendgottesdienst besuchen zu dürfen. Mich durchlief dabei ein heiliger Schauer, und ich wurde mir bewußt, daß Menschen, die denselben Ursprung haben wie ich, am gleichen Ort mehr als 250 Jahre lang dieselben Gebete gesprochen haben, und dies in der ständigen Wandlungen unterworfenen Neuen Welt.«

Zusätzliche Klarheit über Goulds Motive erbringt ein Blick auf jene Gruppen, mit denen er zusammengearbeitet hat. Welchen Stellenwert jüdisch-zionistische Interessen für ihn in der Tat besaßen, geht schon daraus hervor, daß er eine Zeitlang dem Beratergremium von Pattern of Prejudice angehörte, einer Publikation, die vom engagiert prozionistischen und proisraelischen Institute for Jewish Affairs in London sowie dem Jüdischen Weltkongreß herausgegeben wird.[68] Diese zionistischen Gruppen schreien zwar Zeter und Mordio gegen jede Form von - wirklichem oder vermeintlichem - "Rassismus" bei Nichtjuden, stellen sich jedoch vorbehaltlos hinter den auf dem Prinzip der ethnischen Absonderung beruhenden Apartheidsstaat Israel.

Gegen Ende seines Lebens wurde Gould zu einem der eifrigsten Unterstützer der von Michael Shermer herausgegebenen Zeitschrift Skeptic sowie der "Skeptics Society" (Gesellschaft der Skeptiker), und er schrieb die Einleitung zu Shermers Why People Believe Weird Things[69] (Warum Menschen an seltsame Dinge glauben). Shermers Zeitschrift, Gesellschaft und Buch stellen einen Versuch zur Widerlegung des Schöpfungsglaubens (Christlichen Fundamentalismus), des Holocaust-Revisionismus, des angeblichen weißen Rassismus, ja sogar des sogenannten "extremen Afrozentrismus" dar (letzterer wird oft von antizionistischen Afro-Amerikanern vertreten). Diese vier Strömungen gelten der jüdisch-zionistischen Machtelite als brandgefährliche Bedrohung ihrer Interessen sowie ihrer Macht.

Gould gerierte sich als an sozialer Gerechtigkeit und rassischer Gleichheit für die gesamte Menschheit interessierter Humanist. Er war ein feuriger Sympathisant der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gewesen und hatte an zahlreichen Aktivitäten zur Beendigung der Rassentrennung zwischen Schwarz und Weiß teilgenommen. Erteilen wir ihm selbst das Wort:[70]

»Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der es Tradition war, sich an Kampagnen für soziale Gerechtigkeit zu beteiligen, und als Student war ich in den frühen sechziger Jahren in der Bürgerrechtsbewegung aktiv, als diese für ungeheures Aufsehen sorgte und große Erfolge erzielte.«

Man sollte nicht von vornherein davon ausgehen, daß Gould hauptsächlich vom Wunsch beseelt war, den schwarzen Amerikanern zu helfen. Historisch gesehen haben die Juden lange Zeit die Speerspitze der Bewegung für eine rassisch integrierte, farbenblinde Gesellschaft in den USA und Südafrika gebildet. Dieselben Juden sind jedoch meist glühende Anhänger des rassisch segregierten Apartheid-Staates Israel, wo Juden über Nichtjuden herrschen. Gould hat niemals die Frage aufgeworfen, wie die jüdische Unterstützung für die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung jüdisch-zionistischen Interessen dient.

Nach Jahren der Kontroversen um das Buch The Bell Curve erschien 1997 dieses Buch als machtvolle Bestätigung genetisch verursachter Unterschiede geistiger Fähigkeiten.

Der verstorbene israelische Wissenschaftler Israel Shahak schrieb:[71]

»Der scheinbare Enthusiasmus, den amerikanische Rabbis sowie die jüdischen Organisationen in den USA in den fünfziger und sechziger Jahren bei der Unterstützung der Schwarzen in den Südstaaten an den Tag legten, war lediglich durch den Blick auf die Interessen der Juden selbst motiviert. [...] Sein Zweck [...] bestand darin, die schwarze Gemeinschaft politisch für jüdische Anliegen und eine gedankenlose Unterstützung der israelischen Politik im Nahen Osten zu gewinnen.«

Der schwarze Intellektuelle Harold Cruse sowie der Psychologe Kevin MacDonald haben auf die jüdischen Ziele hingewiesen, die sich hinter der jüdischen Unterstützung für die Bürgerrechtskoalition zwischen Schwarzen und Juden verbergen. Wie bereits erwähnt, ist die jüdische Gemeinschaft ein fremdes und unassimilierbares Element innerhalb europäischer und anderer nichtjüdischer Gesellschaften. Das Judentum zeichnet sich durch genetische und kulturelle Absonderung von seiner Umwelt sowie eine erklärte Doppelmoral aus: Altruismus und Zusammenarbeit unter den Juden, Rivalität gegen die Nichtjuden. Somit braucht die jüdische Gemeinschaft eine Gesellschaft, welche ihre langfristige Politik der Nichtassimilierung und Gruppensolidarität duldet.[72]

Cruse und MacDonald heben hervor, daß die jüdischen Organisationen den weißen Nationalismus als potentiell gefährlichste Bedrohung einschätzen und die Integration der Schwarzen vermutlich darum seit jeher unterstützt haben, weil eine solche Politik die Macht der europäischstämmigen Amerikaner untergräbt und die Möglichkeit einer kohäsiven, nationalistischen euro-amerikanischen Mehrheit verringert, die der jüdischen Gemeinschaft feindlich entgegentreten könnte. In einer rassisch integrierten Gesellschaft, die sich aus einer Vielzahl miteinander rivalisierenden, durchwegs von Sonderinteressen geleiteten ethnischen Gruppen zusammensetzt, kommt es der Quadratur des Zirkels gleich, eine vereinte Front der Nichtjuden aufbauen zu wollen. Mit anderen Worten: den zahlenmäßig schwachen Juden winken in der Politik die besten Chancen, wenn sie Koalitionen mit nicht-weißen Gruppen eingehen, die in Opposition zu den europäischstämmigen Nichtjuden stehen.

Die Anthropologin Roselle Tekiner bemerkte:[73]

»Die Rasse hat sich für nationalistische Bewegungen schon oft als mächtige einigende Kraft und als effizienter ideologischer Ansporn erwiesen. Ob eine proklamierte biologische Verwandtschaft nun wirklich oder nur fiktiv sein mag - der Glaube an eine Blutsbrüderschaft hilft dabei, Menschen für gemeinsame Ziele zu mobilisieren.«

Es gilt darauf hinzuweisen, daß Gould beharrlich auf die Abschaffung der Rassenkategorien hingearbeitet hat, indem er behauptete, rassische Unterscheidungen seien »sinnlos« und »irreführend«. Er versuchte zu "beweisen", daß alle ethnischen Gruppen in biologischem Sinne gleich sind.

Die Juden außerhalb Israels florieren in rassisch integrierten Gesellschaften, in denen die nichtjüdische Mehrheit nur ein schwaches und nebelhaftes Bewußtsein ihrer eigenen rassischen Identität besitzt. Darum rühren sie die Werbetrommel für solche integrierten Gesellschaften, wobei ihre Kalkulation etwa wie folgt aussieht: "Wenn es unter den Nichtjuden keine rassischen Unterschiede und keine Rassenkategorien gibt, haben die weißen Nichtjuden keine rassischen Interessen zu vertreten. Und wenn es keine ‚weiße Rasse' gibt, kann das organisierte Judentum niemals als Bedrohung für die weiße Rasse geortet werden, denn was nicht existiert, kann auch nicht bedroht werden." Es ist leicht einzusehen, wie profitabel eine solche Denkweise für die jüdische Gemeinschaft ist, wenn sie den von den Juden mit Furcht und Argwohn betrachteten Europäern nur fleißig genug eingetrichtert wird.

"Tolerante" nichtjüdische Gemeinschaften mit stark geschwächtem und verschwommenem Bewußtsein ihrer rassischen Identität werden die jüdische Minderheit nur schwer als fremdes Element erkennen können, gegen das sie sich zur Wehr setzen müssen. Hingegen werden nichtjüdische Bevölkerungen mit starkem Bewußtsein ihrer eigenen rassischen, kulturellen und religiösen Identität die Juden weit eher als "fremde Außenseiter" identifizieren, gegen die sie sich zu behaupten haben.

Wir erkennen nun mit aller Klarheit, wie Goulds Rassentheorien zwei Zielen dienlich waren. Zunächst trugen sie dazu bei, die europäischen und europäischstämmigen Völker, die von den Juden als potentiell gefährlicher Feind eingestuft werden, einer machtvollen ideologischen Waffe zu berauben - des Glaubens an eine rassische Bruderschaft. Gleichzeitig förderten sie die Gruppensolidarität unter den Juden sowie unter nichtweißen Bevölkerungsgruppen, denn Gould hat sozialen und politischen Einheitsbestrebungen »diskriminierter Gruppen« (worunter er die Juden und ihre Verbündeten verstand) stets Beifall gezollt. Er schrieb:[74]

»Die [von ihren Gegnern] so gebrandmarkten Gruppen mögen Rassen [...], Religionen oder nationale Minderheiten sein. Der biologische Determinismus ist eine allumfassende Theorie, und Gruppen, die sich besonderer Verachtung ausgesetzt sehen, sind bloß Stellvertreter aller anderen Gemeinschaften, denen zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten eine ähnliche Herabsetzung zuteil wurde oder wird. In diesem Sinn sollte der Aufruf zur Solidarität diskriminierter Gruppen nicht als bloße politische Rhetorik abgetan, sondern ganz im Gegenteil als angemessene Reaktion auf gemeinsam erduldete Mißhandlungen begrüßt werden.«

Ein weiteres schlagendes Indiz dafür, daß es Gould primär um die Schwächung der weißen Nichtjuden sowie die Stärkung der jüdischen politischen Macht ging, war seine grundlegend verschiedene Reaktion auf die Apartheid in Israel und jene in Südafrika. Wäre er ehrlich an der Abschaffung aller Arten von Rassentrennung und Ungleichheit interessiert gewesen, so hätte er sich ebenso wortgewaltig gegen den Rassismus und die Apartheid in Israel gewandt wie gegen die südafrikanische Apartheid und den Rassismus in den USA. Dies hat er aber keineswegs getan; wie bereits erwähnt, gehörte er dem Beratergremium der Zeitschrift Patterns of Prejudice an, hinter der das prozionistische Institute of Jewish Affairs sowie der Jüdische Weltkongreß stehen. Schweifen wir einen Augenblick ab und wenden wir uns dem rassistischen Charakter des Staates Israel sowie des Zionismus zu.

Der rassistische Charakter Israels sowie des Zionismus

In Israel hat der Zionismus eine Demokratie nach altathenischem Muster geschaffen, in der sich die Juden demokratischer Rechte erfreuen, während Nichtjuden Bürger zweiter Klasse sind, ja geradezu in mittelalterlicher Knechtschaft leben. Israel ist ein rassisch segregierter Apartheidsstaat, wo die Juden über die Nichtjuden, insbesondere die palästinensischen Araber, das Szepter schwingen.[75]

Dr. Oren Yiftachel, israelischer Professor an der Ben-Gurion-Universität, stellte klar, daß Israel keine Demokratie im westlichen Sinne ist, sondern eine »Ethnokratie«, in dem eine bestimmte völkische Gruppe das Sagen hat. Er formulierte es so:

»Das israelische Regime wird in einer multiethnischen Gemeinschaft von einer bestimmten ethnischen Gruppe gebildet und dient deren Interessen.«

Folgende Faktoren machen Israel zu einer »Ethnokratie«: 1) Die Einwanderung ist nur Juden erlaubt. Rund zweieinhalb Millionen vertriebene Palästinenser und ihre Nachfahren dürfen nicht nach Israel zurückkehren, auch wenn sie es noch so gerne möchten. 2) Nur Juden werden zum Militärdienst zugelassen. 3) Wirtschaftliche Macht ist eine Frage der Rasse, Religion und ethnischen Abstammung. 4) Grund und Boden darf nur von Arabern auf Juden übergehen, nicht aber von Juden auf Araber.[76]

Wie die jüdischen Gelehrten Ian Lustick und Uri Davis nachweisen, haben die jüdischen Gründer Israels keineswegs eine integrierte Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle, sondern ein Staatswesen geschaffen, in dem israelische Juden "israelische" Araber unter ihrer Knute halten und in dem Diskriminierung fester Bestandteil der herrschenden Ordnung ist.[77] Beispielsweise wurden 93% des israelischen Territoriums bis zum Entscheid des obersten israelischen Gerichts vom März 2000 gesetzlich als Land definiert, das nur von Juden gepachtet und bebaut werden kann. Schlüsselinstitutionen wie die Kibbuzim sind ausschließlich Juden vorbehalten, wie Uri Davis in seiner gutrecherchierten Studie Israel: An Apartheid State hervorhebt.[78]

Dr. Lustick unterstreicht, daß das israelische Militär eine segregierte Institution ist. Von seltenen Ausnahmen abgesehen, leisten arabische Muslime, welche die große Mehrheit der arabischstämmigen Bürger Israels stellen, keinen Kriegsdienst; weder werden sie einberufen, noch dürfen sie sich freiwillig melden. Dies hat weitreichende gesellschaftliche Folgen, denn in Israel ist der Dienst in der Armee Voraussetzung für den gesellschaftlichen Aufstieg. Wer keinen Militärdienst geleistet hat, kann nicht in wichtige gesellschaftliche Positionen aufrücken.[79]

Christen und Muslime dürfen in Israel keine Juden heiraten, und außerhalb der Landesgrenzen geschlossene Mischehen werden vom rabbinischen Gericht nicht anerkannt.[80]

Folgende Fakten machen Israel nach der heutigen Definition des "Rassismus" zum rassistischen Staat: Das Rückkehrgesetz gewährt jedem beliebigen Juden, doch sonst niemandem, automatisch die israelische Staatsbürgerschaft. Das Nationalitätengesetz diskriminiert Nichtjuden dermaßen eklatant, daß zahlreichen palästinensischen Bewohnern Israels, die zum Zeitpunkt der jüdischen Landnahme im Jahre 1948 dort lebten, die Staatsbürgerschaft verweigert wurde, obschon ihre Ahnen viele Generationen lang in Palästina ansässig gewesen waren.[81]

In den achtziger Jahren war Gould in der Anti-Apartheids-Kampagne gegen Südafrika aktiv. Wie Franklin Hugh Adler von der politologischen Abteilung des Macalester College (Minnesota) hervorhebt, waren Juden unter den weißen Anti-Apartheids-Aktivisten unverhältnismäßig stark vertreten, was Adler damit erklärt, daß die Apartheid jüdischer Kultur sowie jüdischen Werten förmlich ins Gesicht geschlagen habe.[82] Dies trifft freilich nur teilweise zu. Man kann gar nicht nachdrücklich genug betonen, daß die Juden auf eine lange Geschichte der Förderung von Rassenintegration, ungehemmter Einwanderung, Multikulturalismus und Anti-Apartheid-Aktivismus in Gesellschaften außerhalb Israels zurückblicken können, wo sie selbst eine Minderheit bilden.[83] Doch in Israel selbst kämpfen die allermeisten derselben jüdischen Gruppen mit Zähnen und Klauen für eine Apartheidsgesellschaft, deren Merkmale jüdische Vorherrschaft sowie Rassentrennung zwischen Juden und Nichtjuden sind.

Ein prominenter jüdischer Schriftsteller, I. F. Stone, hat die heuchlerische Doppelmoral, welche die Wertvorstellungen des modernen Judentums befleckt, unumwunden anerkannt:[84]

»Israel schafft eine Art moralische Schizophrenie im Weltjudentum. Außerhalb Israels hängt das Wohlergehen des Judentums von der Aufrechterhaltung laizistischer, nicht auf Rassengrundsätzen beruhender Gesellschaften ab. In Israel selbst verteidigt das Judentum eine Gesellschaft, in der Mischehen nicht anerkannt werden, Nichtjuden einen geringeren Status innehaben als Juden und das Staatsideal Rassismus und Ausgrenzung predigt. Anderswo müssen die Juden um ihrer eigenen Sicherheit und Existenz willen gegen jene Prinzipien und Praktiken zu Felde ziehen, die sie selbst in Israel verteidigen.«

Gould bedauerte, Südafrika besucht zu haben, »eine Nation, die sich den Mythen der Ungleichheit mit Haut und Haar verschrieben hat«. Er hielt in Südafrika eine ganze Reihe antirassistischer Vorträge, doch es wäre mir nicht bekannt, daß er je solche in Israel gehalten hätte.[85] Hier tritt seine jüdisch-zionistischen Befangenheit grell zutage. Ein objektiver Beobachter hätte Israel mit dem früheren Südafrika als Apartheidsstaat auf eine Stufe gestellt. Gould hingegen hat zwar die südafrikanische Apartheid von Herzen verabscheut, doch soweit wir wissen, hat er niemals ein kritisches Wort über die dieser ganz ähnliche Gesellschaftsstruktur Israels fallen lassen. Wenn er doch so wortreich über die Apartheid in Südafrika sowie den Rassismus in den Vereinigten Staaten herzog, warum hat er dann zu Apartheid und Rassismus in Israel geschwiegen? Diese Doppelmoral spricht Bände über seine wirklichen politischen Absichten.

Gould hat das weiße, nichtjüdische Südafrika als »Urheberin von Apartheid und Gesetzen gegen Rassenmischung« bezeichnet.[86] Tatsächlich jedoch haben die jüdische Religion sowie die jüdische Gesellschaft schon in uralter Zeit, als noch kein Weißer seinen Fuß nach Südafrika gesetzt hatte, strenge Gesetze gegen Rassenmischung und Vermengung mit Nichtjuden erlassen.[87] In Israel verbietet das staatlich gebilligte Religionsgesetz Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden.[88]

In diesem Zusammenhang gilt es, auf eine weitere Voreingenommenheit Goulds hinzuweisen. In zahlreichen Essays hat er die Theorien des »biologischen Determinismus« verurteilt, d.h. die Ansicht, wonach genetische Unterschiede zwischen bestimmten Gruppen existieren und in erheblichem Umfang für gruppenmäßige Verhaltensunterschiede verantwortlich sind, und zwar teilweise darum, weil solche Theorien in verschiedenen Ländern zur Rechtfertigung der Beschränkung jüdischer Einwanderung benutzt worden waren.[89] Doch als sein jüdischer Kollege Jared Diamond in Natural History, einer Zeitschrift, für die sie beide schrieben, auf die geplante israelische Politik der Beschränkung der Einwanderung auf die Träger "jüdischer Gene" einging, hüllte sich Gould in vornehmes Schweigen.

In Natural History hat Diamond einen Artikel publiziert, in dem er sich mit den genetischen Studien über die Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden befaßte. Darin stehen folgende erstaunlichen Sätze:[90]

»Es bestehen auch praktische Gründe für das Interesse an jüdischen Genen. Der Staat Israel fördert unter großem finanziellem Aufwand die Einwanderung sowie Umschulungskurse für Juden, die in anderen Ländern verfolgte Minderheiten waren. Dies wirft sogleich die Frage auf, wie denn der Begriff "Jude" zu definieren sei.«

Die Tragweite dieser Aussage ist offenkundig. Die zionistische Elite plant einem jeden das Recht auf Niederlassung in Israel zu verweigern, wenn er keine "jüdischen Gene" in sich trägt. Man vergleiche damit Punkt vier des Programms der NSDAP vom 25. Mai 1920:

»Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein«

In zeitgenössischer Sprache ausgedrückt, besagt dieser Punkt des NSDAP-Parteiprogramms, daß lediglich die Träger "deutscher Gene" Bürger des nationalsozialistischen Deutschlands sein durften. Es gilt nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß diese Programmatik das Gegenstück zu der von Gould beschriebenen israelischen Politik darstellt, und daß Gould sich dazu niemals öffentlich geäußert hat, obwohl er Diamonds Artikel zweifellos kannte.

Anscheinend waren sowohl Diamond als auch Gould gegen die Untergliederung der Menschheit in Rassekategorien, ausgenommen natürlich die Unterscheidung zwischen Juden und Nichtjuden. Allem Anschein nach haben beide der geplanten israelisch-zionistischen Politik zur Definition und Klassifizierung von Juden und Nichtjuden anhand des Vorhandenseins oder Nichtvorhandenseins "jüdischer Gene" stillschweigend zugestimmt.

Woher wissen wir nun, daß Goulds Aussagen zur Rassenfrage letzten Endes die Interesse der linken, jüdisch-zionistischen Machtelite reflektieren und ihnen dienen? Seine Doppelmoral in rassischen und ethnischen Fragen weist mit Sicherheit darauf hin. Er war ein scharfzüngiger Kritiker all dessen, was auch nur entfernt nach Rassismus roch, und stellte sämtliche Formen von - wirklichem oder angeblichem - Rassismus an den Pranger, die in der Vergangenheit jüdische Interessen gefährdet haben, fand jedoch kein Wort des Tadels für den jüdisch-zionistischen Rassismus. Somit war sein "Antirassismus" höchst selektiver Natur.

Sagen wir es nochmals: Gould benutzte den "Antirassismus" als Instrument zur Förderung der Rassenintegration in Gesellschaften außerhalb Israels, wo die Juden eine Minderheit sowie ein fremdes Element darstellen und somit von einer rassisch integrierten und multikulturellen Gesellschaft profitieren, erteilte aber der ethnischen Segregation in Israel, wo Juden über Nichtjuden herrschen, stillschweigend seinen Segen. In Gesellschaften, wo die nichtjüdische Bevölkerungsmehrheit ein geschwächtes Bewußtsein ihres rassischen und kulturellen Erbes besitzt, gewinnen die Juden an Macht, weil sie nicht mehr als fremdes, verschiedenes und feindliches Element wahrgenommen werden. Außerdem können in einer rassisch integrierten, multikulturellen Gesellschaft mit zahlreichen rivalisierenden ethnischen Gruppen die Nichtjuden kaum je eine vereinigte, kohäsive Mehrheit gegen die einander durch enge Solidarität verbundenen Juden bilden. In Gesellschaften, wo die Nichtjuden über ein starkes Bewußtsein ihrer rassischen und kulturellen Identität verfügen, werden die Juden sogleich als "Außenseiter" geortet, als fremdes, nicht assimilierbares Element. Unter solchen Bedingungen ist es für die Juden ungeheuer schwierig, Macht und Einfluß zu gewinnen.

Dies liefert die Erklärung für die jüdische Strategie, kulturelle, ethnische und rassische Unterschiede unter den Nichtjuden zu verwischen, zugleich jedoch die Einheit der Juden zu stärken. Wie Prof. MacDonald sehr einleuchtend darlegt, war Goulds Rassendenken Bestandteil einer gutorganisierten und bemerkenswert erfolgreichen intellektuellen Initiative des Judentums, die darauf abzielt, jüdische Sonderinteressen zu fördern, indem sie die herkömmlichen kulturellen, rassischen und religiösen Werte anderer Nationen unter Beschuß nimmt. Dank dieser intellektuellen Offensive haben die Macht und der Einfluß der Juden enorm zugenommen.[91]

Stephen Jay Gould hat selbst die These aufgestellt, daß die Wissenschaft in die Kultur eingebettet sei, da kulturelle Überzeugungen und Praktiken die Entstehung wissenschaftlicher Theorien beeinflußten. In diesem Sinne schrieb er:[92]

»Die Wissenschaft entwickelt sich zwangsläufig in einem ganz bestimmten sozialen Kontext. Sie wird von Menschen gemacht, die den Zwängen ihrer Kultur sowie den Einflüssen der sie umgebenden Politik unterliegen und von ihren subjektiven sozialen und psychologischen Hoffnungen und Träumen geprägt sind. Wir Wissenschaftler neigen dazu, diese menschlichen Faktoren zu übersehen, weil die Mythologie unseres Berufs verkündet, sich wandelnde Ansichten gingen auf die Anwendung allgemein gültiger logischer Denkprozesse auf ein wachsendes Arsenal von Beobachtungen zurück. Doch jeder wissenschaftliche Wandel stellt eine komplexe, untrennbare Mischung von zunehmenden Kenntnissen und veränderten sozialen Bedingungen dar.«

Es entbehrt nicht der Ironie, daß Goulds befangene Ansichten zu rassischen und ethnischen Fragen einen Beweis für die Richtigkeit dieser These erbringen. Gould ging das Thema Rasse von einem voreingenommenen sozialen Standpunkt aus an, der in letzter Konsequenz die Interessen der linken jüdisch-zionistischen Machtelite widerspiegelt und in deren Dienste steht. Gould schrieb:[93]

»Der Rassismus ist schon oft von Wissenschaftlern gefördert worden, die ihre Vorurteile hinter dem Tarnmantel der Objektivität verbargen.«

Genau dies gilt auch für Stephen Jay Gould, der seine Förderung jüdisch-zionistischer Interessen hinter »dem Tarnmantel der Objektivität« und seiner vorgeblichen »humanitären Besorgnis über das Übel des Rassismus« verborgen hat. Alles deutet darauf hin, daß sein Einsatz für "Rassengleichheit" nur eine Maske zur Tarnung der jüdischen und zionistischen Belange war, denen er sich verpflichtet fühlte.

Natürlich darf man daraus nicht verallgemeinernd folgern, jeder Jude sei ein Linksradikaler und Anhänger der Theorien Goulds. Etliche namhafte jüdische Intellektuelle, beispielsweise Dr. Michael Levin, Verfasser von Why Race Matters, oder der verstorbene Dr. Richard Herrnstein, Mitautor von The Bell Curve, würden Goulds Rassentheorien sicherlich verwerfen. Doch ändert dies nichts daran, daß dessen Rassendenken den Interessen des vorherrschenden Elements innerhalb der jüdischen Gemeinschaft - des linken jüdisch-zionistischen Establishments nämlich - voll und ganz entspricht.

In zumindest einem Punkt hat Gould vollkommen recht: Er meint, die Theorien von den "Rassenunterschieden" sei zur Rechtfertigung von Übeln wie der Sklaverei und der Rassendiskriminierung verwendet worden.[94] Doch dies stellt in keiner Weise eine Falsifizierung dieser Theorien dar. Die moderne Physik hat beispielsweise zur Entwicklung von Nuklearwaffen geführt, die ungeahnte Zerstörung über die Menschheit bringen können, aber dies falsifiziert die Quantenphysik durchaus nicht. In diesem Zusammenhang drängt sich die Bemerkung auf, daß der Kommunismus sich zu einer Ideologie der Rassengleichheit bekannte, die der von Gould gepredigten sehr ähnlich sah. Daß die kommunistische Herrschaft vielen Millionen Menschen Leiden und Tod gebracht hat, bedeutet an sich noch längst keine Falsifizierung der Rassenideologie Goulds.

Das hier Dargelegte darf nicht mit "weißer Überlegenheit" verwechselt werden, der Proklamation einer Vorherrschaft der Weißen über die Nichtweißen. Wer glaubt, die europäischen und europäischstämmigen Menschen besäßen ein Recht auf Wahrung ihrer eigenständigen biologischen und kulturellen Identität, postuliert deswegen noch lange nicht ihren Anspruch auf Beherrschung und Unterdrückung der Nichteuropäer.

Internationalen Abkommen zufolge kommt jeder Rasse oder Kultur ein kollektives Recht auf Selbstbewahrung und Selbstbestimmung zu. Selbstbewahrung bedeutet das Recht, jene Faktoren, die ein Volk einzigartig und verschieden von allen anderen machen, für die Nachwelt zu erhalten. Wie kann die abendländische Zivilisation überleben, wenn ihre Angehörigen mit einer trügerischen Ideologie der Rassengleichheit indoktriniert werden, die der abendländischen Menschheit das Recht auf die Bewahrung ihres einzigartigen Erbes abspricht? Hüten wir uns vor diesen verderblichen Ideologien und jenen Machteliten, die sich zu deren Fürsprechern aufwerfen!

Es bedarf kaum der Erwähnung, daß das Recht auf Erhaltung ihres eigenen Erbes für alle Rassen, Ethnien und Kulturen einschließlich der jüdischen Gemeinde gilt. Falls sie Wert auf die Bewahrung ihrer rassischen und kulturellen Identität legt, sollte auch sie vor Ideologen vom Schlage Goulds und den von diesen verkündeten irreführenden Rassentheorien auf der Hut sein.

Anmerkungen


Zuerst veröffentlicht in The Revisionist 1(2) (2003), S. 139-150; aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf.

[1]Man vergleiche dazu Karl Mannheim, Ideology and Utopia, Harcourt, Brace and World 1936, S. 10, passim.
[2]Die folgende Aufzählung umfaßt lediglich einen kleinen Teil der Werke, in denen Macht und Einfluß des jüdischen politischen und kulturellen Establishments dokumentiert werden: Alexander Bloom, Prodigal Sons: The New York Intellectuals and their World, Oxford University Press, 1986; Neal Gabler, An Empire of Their Own: How the Jews Invented Hollywood, Crown Publishers, 1988; Benjamin Ginsberg, The Fatal Embrace: Jews and the State, University of Chicago Press, 1993; Ernest van den Haag, The Jewish Mystique, Stein and Day, 1969; Paul Findley, They Dare to Speak Out: People and Institutions Confront the Israel Lobby, Lawrence Hill & Co, 1985; Alfred Lilienthal, The Zionist Connection II: What Price Peace?, North American, 1982; Charles Silberman, A Certain People: American Jews and their Lives Today, Summit Books, 1985.
[3]S. Rothman und S. Robert Lichtner, Roots of Radicalism: Jews, Christians, and the New Left, Oxford University Press, 1982, S. 18.
[4]Neal Gabler, aaO., S. 7.
[5]Van den Haag, aaO., S. 98.
[6]http://www.socialistviewpoint.org/june_02/Gould.jpg http://easyweb.easynet.co.uk/~sykes/gould.jpg http://graphics.nytimes.com/images/2002/05/20/obituaries/20cnd-gould.468.jpg
[7]A. Jensen, »The Debunking of Scientific Fossiles and Straw Persons«, in: Contemporary Education Review, Sommer 1982. Online: www.debunker.com/texts/jensen.html; J. P. Rushton, »Race, Intelligence and the Brain: The Errors and Omissions of the Revised Edition of J. S. Gould's The Mismeasurement of Man (1996)«, in: Personality and Individual Differences, Vol. 23, No. 1, Juli 1977, S. 169-180. Online: www.lrainc.com/swtaboo/stalkers/jpr_gould_paid.html
[8]Kevin McDonald, The Culture of Critique: An Evolutionary Analysis of Jewish Involvement in Twentieth Century Intellectual and Political Movements, Praeger Publishers, 1998, S. 30-38.
[9]Ebenda, S. 35.
[10]S. J. Gould, The Structure of Evolutionary Theory, Harvard University Press, 2002, S. 513.
[11]S. J. Gould, »Human Equality is a Contingent Fact of History«, Kap. 12 von The Flamingo's Smile: Reflections in Natural History, Norton 1985, S. 185-198.
[12]Douglas Futuyama, Evolutionary Biology, dritte Auflage, Sinauer 1998, S. 730-735.
[13]Christopher Stringer, Robin McKie, African Exodus: The Origins of Modern Humanity, Henry Holt 1996; J. P. Rushton, Race, Evolution and Behavior: A Life History Perspective, dritte Auflage, Charles Darwin Research Institute, 2000, S. 219.
[14]S. J. Gould, »Human Equality...«, aaO., S. 186.
[15]Ebenda, S. 191.
[16]Ebenda, S. 198.
[17]Ebenda, S. 192, 194-196.
[18]Richard A. Goldsby, Race and Races, Macmillan, 1977, S. 88-89.
[19]John R. Baker, Race, Oxford University Press, 1974, S. 303; dt.: Die Rassen der Menschheit, Deutsche Verlagsanstalt, 1976.
[20]S. J. Gould, The Flamingo's Smile, aaO., S. 241 ff.
[21]S. J. Gould, »Life in a Punctuation«, in: Natural History, November 1992, S. 12.
[22]Ebenda, S. 12-14.
[23]Futuyama, aaO., S. 137.
[24]S. J. Gould (Hg.), The Book of Life: An Illustrated History of the Evolution of Life on Earth, Norton 1993, S. 249.
[25]S. J. Gould, »We are all Monkeys' Uncles«, Natural History, Juni 1992, S. 21.
[26]Edward O. Wilson, Thomas Eisner, Life on Earth, Sinauer 1978, S. 651.
[27]Karen Bellenir (Hg.), »Tay-Sachs Disease«, Kapitel 18, in: Genetic Disorders Sourcebook, Vol. 13, Omnigraphics 1996, S. 235-237.
[28]Ebenda, »Krabbe Disease«, S. 249-250.
[29]S. J. Gould, The Book of Life, aaO., S. 249.
[30]Sunday Times of London, 15. November 1998, S. 1.
[31]www.ssc.uwo.ca/psychology/pictures/Rushton_2.jpg
[32]S. J. Gould, »Human Equality...«, aaO., S. 196.
[33]Nechemia Myers, »Genetic Links for Scattered Jews«, in: Nature, 21. März 1985, S. 208.
[34]M. F. Hammer u.a., »Jewish and Middle Eastern non-Jewish populations share a common pool of Y-chromosome biallelic haplotypes«, Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America, 97 (12), S. 6769-6774. Online bei www.pnas.org. Eine populäre Darstellung der Studienergebnisse findet sich von Nicholas Wade, »Y Chromosome Bears Witness to Story of Jewish Diaspora«, New York Times vom 9. Mai 2000.
[35]Adam Nathan, »Police Use DNA to find Suspect's Race«, Sunday Times, 25. Februar 2001.
[36]J.S. Gould, »Human Equality...«, aaO., S. 196.
[37]J. P. Rushton, »Is there a Biological Basis for Race and Racial Differences?«, in: Insight, 28. Mai 2001. Online www.lrainc.com/swtaboo/stalkers/jpr_insight.html
[38]J.S. Gould, »Human Equality...«, aaO., S. 193f.
[39]Ebenda, S. 193.
[40]C. B. Stringer, P. Andrews, »Genetic and Fossil Evidence for the Origin of Modern Humans«, in: Science, Vol. 239, März 1988, S. 1263-1268. Stringer und McKie, aaO., S. 53, 178. Siehe auch die reichhaltig dokumentierte Diskussion der Frage in Rushton, Race, Evolution and Behaviour, aaO., S. 217-219.
[41]J.R. Baker, aaO., passim.
[42]L. S. B. Leakey, Adam's Ancestors: The Evolution of Man and His Culture, 4. Auflage, Harper and Row, 1960, S. 161.
[43]Ebenda, S. 161-166.
[44]S.J. Gould, »Human Equality...«, aaO., S. 194.
[45]Noah H. Rosenburg, et al., »Genetic Structure of Human PopulationsScience, Vol. 298, 20.12.2002, S. 2381-2385. Für eine Darstellung für Laien vgl. Nicholas Wade, »The Palette of Humankind«, The New York Times, 24.12.2002, p. D3.
[46]J.R. Baker, passim; R.A. Goldsby, passim.
[47]R.A. Goldsby, S. 21.
[48]J.R. Baker, S. 99-100.
[49]R.A. Goldsby, S. 21.
[50]Anm. der Redaktion: Hier offenbart Gould seine Unwissenheit in Bezug auf die Fakten: die Kapmischlinge, auch "Coloured" genannt, sind überwiegend Mischlinge zwischen Weißen und Hottentotten, den Ureinwohnern des südlichen Afrikas, die nicht zur negroiden Rasse gehören, sondern, zusammen mit den Buschmännern, eine Rasse für sich bilden (Khoisanide).
[51]S.J. Gould, Human Equality..., S. 196.
[52]Rosenberg u.a., aaO., S. 2381-2382.
[53]Rushton, »Race, Intelligence and the Brain...«, aaO.; MacDonald, aaO., S. 30-39.
[54]K.L. Popper, Conjectures and Refutations: The Growth of Scientific Knowledge, Basic Books, 1962.
[55]S.J. Gould, The Panda's Thumb, Norton 1980, S. 68.
[56]S.J. Gould, The Mismeasurement of Man, überarbeitete Auflage, Norton 1996, S. 396f.
[57]T. Dobzhansky, Mankind Evolving: The Evolution of the Human Species, Bantam Books, 1970, S. 253f.
[58]Meyers, aaO.
[59]Jared Diamond, »Who are the Jews?«, in: Natural History, November 1993, S. 12-19.
[60]Roselle Tekiner, »The "Who is a Jew?" Controversy in Israel: A Product of Political Zionism«, Chap. 3, Anti-Zionism: Analytical Reflections, Roselle Tekiner, Samir Abed-Rabbo, Norton Mezvinsky (Hg.), Anti-Zionism: Analytical Reflections, Amana Books, 1988, S. 88.
[61]J.S. Gould, The Structure of Evolutionary Theory, S. 121.
[62]K. MacDonald, S. 31.
[63]K. MacDonald, A People That Shall Dwell Alone: Judaism as a Group Evolutionary Strategy, Praeger 1994; MacDonald, Separation and Its Discontents: Towards an Evolutionary Theory of Anti-Semitism, Praeger 1998; Mac Donald, The Culture of Critique, aaO.
[64]S. Rothman, S.R. Lichter, aaO.
[65]S.J. Gould, Rock of Ages: Science and Religion in the Fullness of Life, Ballantine Publ., 1999, S. 8.
[66]S.J. Gould, The Structure of Evolutionary Theory, aaO., S. 121.
[67]S. J. Gould, Dinosaur in a Haystack, Harmony Books, 1995, S. 347.
[68]Siehe z.B. Patterns of Prejudice, Sommer 1990.
[69]M. Shermer, Why People Believe Weird Things: Pseudo-Science, Superstition and Other Confusions of Our Time, W. H. Freeman and Company, 1997.
[70]S.J. Gould, The Mismeasurement of Man, aaO., S. 38.
[71]I. Shahak, Jewish History, Jewish Religion: The Weight of Three Thousand Years, Pluto Press, 1994, S. 103.
[72]Harold Cruse, »Negroes and Jews: The Two Nationalisms and Blocked Plurality«, in: J. Salzman (Hg.), Bridges and Boundaries: African Americans and American Jews, George Brazillier, 1992; K. Mac Donald, The Culture of Critique, S. 254-258.
[73]R. Tekiner, aaO., S. 78.
[74]J.S. Gould, The Mismeasurement of Man, aaO. S. 28.
[75]Louise Cainkar (Hg.), Separate and Unequal: The Dynamics of South African and Israeli Rule, Palestine Human Rights Campaign, 1985; Uri Davis, Israel: An Apartheid State, Zed Books Ltd., 1987; Ian Lustick, Arabs in the Jewish States: Israel's Control of a National Minority, University of Texas Press, 1980: Donald Neff, »"If it Walks like a Duck": The Racism of Zionism«, Washington Report on Middle East Affairs, November 2001, online: www.wrmea.com/archives/november 01/0111026.html
[76]Washington Report on Middle East Affairs, Juli/August 1999, S. 120.
[77]U. Davis, passim; I. Lustick, passim.
[78]U. Davis, passim.
[79]I. Lustick, S. 93-94.
[80]R. Tekinder, aaO., S. 74, 85-87; Washington Report on Middle East Affairs, Juni 1993, S. 75.
[81]D. Neff, aaO.
[82]F.H. Adler, »South African Jews and Apartheid«, in: Patterns of Prejudice, Band 34, Ausgabe 04, 1. Oktober 2000. Online: www.sagepub.co.uk/journals/details/issue/abstract/ab015362html
[83]K. MacDonald, Separation and Its Discontents, aaO., passim; K. MacDonald, The Culture of Critique, aaO.
[84]Zitiert bei Moshe Menuhin, The Decadence of Judaism in our Time, Institute for Palestine Studies, 1969, S. 210.
[85]J.S. Gould, »Human Equality...«, aaO., S. 186.
[86]Ebenda, S. 194.
[87]K. MacDonald, A People that Shall Dwell Alone, aaO.; K. MacDonald, Separation and its Discontent, aaO., passim.
[88]R. Tekiner, aaO., S. 74, 86-87; Washington Report on Middle East Affairs, Juni 1993, S. 75.
[89]S.J. Gould, The lying Stones of Marrakesh: Penultimate Reflections in natural History, Harmony Books, 2000, S. 270-278; S. J. Gould, Hen's Teeth and Horse's Toes, S. 291-302.
[90]J. Diamond, aaO., S. 12.
[91]Eine anschauliche Erörterung dieser Fragen findet sich bei Peter Harrison, »What causes Anti-Semitism? An Important New Look at the Persistent "Jewish Question"«, in: Journal of Historical Review, Mai/Juni 1998, S. 28-37.
[92]J.S. Gould (Hg.), The Book of Life, aaO., S. 7.
[93]J.S. Gould, The Panda's Thumb, aaO., S. 176.
[94]J.S. Gould, »Human Equality...«, S. 186f.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(2) (2003), S. 139-151.


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