Verbrennungsexperimente mit Tierfleisch und Tierfett

Zur Frage der Grubenverbrennungen in den angeblichen Vernichtungslagern des 3. Reiches

Von Carlo Mattogno

»Während in den Öfen der Krematorien mit Hilfe der Ventilatoren eine dauerhafte Gluthitze erhalten werden konnte, wenn die Leichen richtig Feuer gefangen hatten, brannte das Feuer in den Gruben nur so lange, als die Luft zwischen den Leichen zirkulieren konnte. Da der Leichenhaufen immer mehr in sich zusammensackte und von außen keine Luft mehr bekam, mußten wir Heizer die brennende Masse in der Grube ständig mit Öl, Methanol und Menschenfett begießen, das sich in den Auffangbehältern an den beiden Stirnseiten der Grube reichlich angesammelt hatte und dort am Sieden war. Mit langen Rundeisen, die am unteren Ende wie der Griff eines Spazierstocks gebogen waren, wurde das brutzelnde Fett mit Eimern herausgeschöpft, die wir mit dicken Fäustlingen anfaßten. Wenn das Fett an allen möglichen Stellen in die Grube geschüttet wurde, schlugen Stichflammen unter heftigem Zischen und Prasseln in die Höhe.« Filip Müller1


[1]1. Einleitung

Mein 1993 in Zusammenarbeit mit dem hochverehrten Dr.-Ing. Franco Deana entstandener Artikel »Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau«[2] präsentierte die ersten Ergebnisse einer allgemeinen Studie der Kremierung. Abschnitt 6.2. dieser Studie war dem Problem des »Verbrennungsprozesses in einer Verbrennungsgrube« gewidmet. Ich verfocht dort die Ansicht, das System der Verbrennung[3] in einer Grube sei grundsätzlich technisch ineffizient und das vom Zeugen Filip Müller[4] beschriebene Verbrennungssystem »wärmetechnisch unmöglich«.

Nach der Veröffentlichung dieses Beitrags habe ich meine Studien fortgesetzt und mich insbesondere in das wichtige Buch Die Kadaver-Vernichtungsanlagen[5] von Ingenieur Wilhelm Heepke vertieft. Heepke war während der ersten vier Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts einer der namhaftesten deutschen Fachleute auf dem Gebiet der Kremierung. Seine unbestrittene Kompetenz auf diesem Feld hatte mich bereits beeindruckt, als ich ein anderes ungemein bedeutsames Werk aus seiner Feder las.[6] Die Kadaver-Vernichtungsanlagen enthält einen Abschnitt über »Die Verbrennung in Gruben«, der für die Untersuchung des Themas »Verbrennungsgruben in Birkenau« von größtem Interesse ist.

Parallel dazu ist meine Dokumentation über Auschwitz ab 1995 sehr viel umfangreicher geworden, so daß die erste Version meines Artikels einer radikalen Umgestaltung bedurfte. Eine solche konnte in der zweiten Version noch nicht erfolgen; dort mußte ich mich mit einigen summarischen Berichtigungen begnügen. Vorsichtshalber habe ich dort auf den Abschnitt über den »Verbrennungsprozeß in einer Verbrennungsgrube« verzichtet.[7] Dieses Thema erforderte mittlerweile eine gesonderte Studie, die ich dem Leser erst heute vorlegen kann, da das fundamentale Problem der Höhe des Grundwasserpegels in Birkenau inzwischen geklärt ist.[8]

Im vorliegenden Artikel werden nun die experimentellen Daten präsentiert, auf die ich mich in meiner kommenden Studie über das spezifische Thema der Leichenverbrennung unter freiem Himmel in Birkenau stützen werde.

2. Die Kadaver-Verbrennung in Gruben laut W. Heepke

2.1. Allgemeine Prinzipien

Bezüglich der Verbrennung von Tierkadavern in Gruben führt Heepke aus:[9]

»Dieselbe stellt die gebräuchlichste und modernste Einzelverbrennung dar und ergibt bei sachlicher Durchführung Resultate, welche wohl beachtenswert sind. Die Kadaver werden in oder über Gruben verbrannt, welche den Zweck haben, einmal die Wärme möglichst auf das Objekt zu konzentrieren, also durch Erzielung eines höheren Heizeffektes das Verfahren rationell zu halten, dann eine Sezierung des Kadavers vornehmen zu können, ohne Krankheitsübertragung durch Umherspritzen des Blutes und Beiseitelegen herausgenommener Teile befürchten zu müssen. Betreffs der Anlegung der Gruben gilt hier im großen und ganzen dasselbe wie bei Verscharrungsverfahren. Wegen der sich in der Grube ansammelnden Asche ist jene um 0,5-1,0 m tiefer zu halten, als wie oben angegeben, also 1,5-2 m. Für die Wahl des Grubenplatzes ist hier vor allem die Windrichtung maßgebend.

Die einfachste Ausführung ist die, daß man eine Grube von 2,5 m Länge, 1,5 m Tiefe und Breite, welche in möglichster Nähe des Kadavers anzulegen ist, fast ganz mit ~ 1 m langen Scheithölzern auslegt. Zur Erreichung eines guten Zuges sind die Scheite längenweise abwechselnd der Länge und Quere nach übereinander zu schichten und zur Herbeiführung einer schnellen, sicheren Verbrennung vor dem Einlegen mit Petroleum zu tränken. Dieses erfolgt am einfachsten, indem man ein hohes Gefäß, eine enge Tonne oder einen hohen Eimer, mit Petroleum füllt und jeden Scheit mit seinen beiden Enden in das Gefäß taucht. Vorteilhaft ist es auch, die vier Seitenwände der Grube mit derartig präparierten Scheiten senkrecht und dicht auszusetzen. Auf den Holzstoß wird der Kadaver mit geöffnetem Bauche nach unten gelegt. Ein von jeder Schmalseite der Grube aus dem Grunde derselben nach außen schräg aufsteigender Kanal von Spatenstichbreite gestattet ein bequemes Entzünden des Holzes von zwei Seiten. Sofort nach demselben müssen die oberen Kanalmündungen durch Erdschollen zugeworfen werden. Die sich sehr bald entwickelnde starke Glut, welche seitlich nur unbedeutend abgeleitet wird, wirkt energisch auf den allmählich nachsinkenden Kadaver ein und verbrennt selbigen vollständig. In den ersten Stunden des Prozesses ist ein Nachwerfen von weiterem Brennstoff erforderlich, wenn auch dem Verbrennungsherde neue Nahrung durch das nach unten sickernden flüssige Fett zugeführt wird.

Zur Verbrennung eines großen Kadavers von 250-300 kg Gewicht in angegebener Weise ist bei 5-6 stündiger Dauer ein Brennstoffaufwand von ~ 2,5 m3 gutem Brennholz und ~ 35 Liter Petroleum erforderlich.«

2.2. Die »Meilerverbrennung«

Hier schildert Heepke »die Meilerverbrennung, wie selbige seit Jahren von dem Gouvernementstierarzt Fabritius in Finnland angewandt wird«.[10] Für uns ist dieser Teil seiner Ausführungen nicht von Belang, weil dieses System in Birkenau niemals zur Anwendung gelangt ist.

Dokument 1: Schemazeichnung einer Grube mit Eisenrosten zur Tierkadaververbrennung.

2.3. Die Verbrennung auf Eisenrosten

»Eine weitere Methode zur Verbrennung einzelner Kadaver auf freiem Felde ist die Verbrennung auf Eisenrosten. Der Hauptvorteil dieser Durchführung liegt darin, daß die Obduktion des Kadavers bequem an Ort und Stelle vorgenommen werden kann, ohne daß Krankheitsübertragungen durch das herausfließende Blut, die herausfallenden Fleischteile und Exkrete zu befürchten sind: eine Rostverbrennung eignet sich daher vorzugsweise für verseuchte Kadaver, welche vor der Vernichtung untersucht werden müssen.

Bei einem älteren, unwirtschaftlicheren Verfahren wird der Kadaver auf einem Rost gelagert, der aus 2 oder 3 eisernen Trägern, T-Eisen oder Eisenbahnschienen besteht und auf den Längsrändern der Grube ruht. Diese ist mit Brennstoff ausgefüllt, der Boden zuvor mit dichtem Stroh bedeckt. Der Wind drückt hier aber die Flamme beträchtlich zurück und von dem Objekte ab, ein großen Teil der entwickelten Wärme geht verloren.

Eine bessere Anordnung zeigt Abb. 2. [Siehe Dokument 1.] Die 1,5 tiefe Grube ist in der unteren Hälfte nur 1,0 m breit, so daß sich in Höhe von 0,75 m zu beiden Längsseiten 0,5 m breite Auflager für die Eisenträger ergeben. Bevor der Kadaver auf dem Rost gelagert wird, ist die unterste Grubensohle mit einer dichten Schicht von Stroh und leichten brennbaren Stoffen auszulegen und der untere Raum bis zur Trägerebene mit dem Hauptbrennstoff auszufüllen. Zur bequemeren Sektion wird der freie Raum zwischen den beiden Trägern mit genügend starken Brettern abgedeckt. Die herausgenommenen, schwerbrennbaren Eingeweide und Organe sind auf den erdigen Seitenrändern aufzuhäufen, von wo sie später nach vorgeschrittener Verbrennung nach und nach in die Glut gestoßen werden. Nach Beendigung der Obduktion sind die Bohlen unter dem Kadaver hinwegzuziehen und zum Mitverbrennen gleich in der Grube zu belassen. Das Tier wird alsdann gedreht, damit der geöffnete Bauch nach unten zu liegen kommt, Brennstoff nach Bedarf darüber geworfen und das Stroh auf der Sohle der Grube in Brand gesetzt.«[11]

Dokument 2 & 3: Versuchsergebnisse von Tierkadaververbrennungen auf Eisenrosten aus dem Jahre 1902. (Zum Vergrößen anklicken)

Dokument 4: Versuchsergebnisse in Tierkadaververbrennungsöfen. (Zum Vergrößen anklicken)

2.4. Die praktischen Experimente

»Nach beiden Methoden der Rostverbrennung sind im Jahre 1902 von den Departementstierärzten Dr. Lothes und Dr. Profé-Köln mehrere Versuche durchgeführt worden, deren Hauptdaten in der Tabelle I verzeichnet sind. [Siehe Dokument 2.] Man erkennt aus dieser, daß die zweite Methode gemäß der Versuche IV, V und VI mit der Rostanordnung in der Grube der ersteren vorzuziehen ist, da sich bei geringerem Brennstoffverbrauche die Dauer des Prozesses um das Eineinhalbfache kürzer stellt als bei den ersten 3 Versuchen. Außerdem ist bei einer Zeitersparnis im Auswerfen der Grube eine gewisse Unabhängigkeit vom Winde gegeben. So wie so muß schon angenommen werden, daß zur Zeit der Versuche I-III besonders niedrige Winde auf den Prozeß nicht einwirkten, denn sonst hätten sich sicherlich noch weit schlechtere Resultate für I-III ergeben müssen.

Da sich eine stärkere Rauchentwicklung nur zu Beginn des Prozesses bemerkbar macht und ein belästigender Geruch in der Windrichtung über 100 m kaum wahrnehmen läßt, so ist der Grubenplatz in der Wahl nicht zu sehr beschränkt.«[12]

2.5. Die Verbrennungsgruben in sumpfigem Gebiet

Für unser Thema sind die folgenden Darlegungen zweifelsfrei am interessantesten:[13]

»Nun ergeben sich aber sehr viele Kadaververnichtungen gerade in sumpfigen Gegenden, auf Wiesen, in Mooren, in Flußniederungen. An diesen Plätzen kann man mit Rücksicht auf das hohe Grundwasser die Grube nicht mehr 1,5 m tief ausheben, und man müßte zur radikalen Vernichtung der Kadaver auf ein rationelles Verfahren wie etwa nach B Tabelle I verzichten. Um jedoch auch für sumpfige Gegenden eine solche Methode vorteilhaft durchführbar zu gestalten, gingen Dr. Profé und Dr. Lothes bei ihren [...] Versuchen im Jahre 1903 in der Weise vor, daß der Kadaver auf Trägern gelagert wurde, welche eine Grube von nur 0,75 m Tiefe überbrückten. Um Kadaver und Grube wurde dann ein etwa 1 m hoher, zusammenlegbarer Eisenblech-Windschirm, der jene von allen Seiten umschloß, gestellt. Der Schirm tritt hier also an Stelle der fehlenden Grubentiefe von 0,75 m; einer nachteiligen Wärmetransmission läßt sich durch Umwerfen mit Erdreich energisch genug begegnen. Diesbezügliche Versuche, wie selbige unter C: VII, VIII und IX in Tabelle II [siehe Dokument 3] aufgenommen sind, ergaben auch äußerst befriedigende Resultate, welche denen der Methode B fast gleichkommen. In derselben Tabelle II sind dann zum Vergleich noch 2 Versuche unter D: X und XI verzeichnet, bei denen Kadaver in 0,50-0,75 m tiefen Gruben direkt auf dem Brennstoff liegend ohne Verwendung von Schienen und Windschirm verbrannt wurden.

Zieht man jetzt aus obigem die Quintessenz, so muß man zu dem Schlusse kommen, daß Kadaver auf freiem Felde rationell, ökonomisch und in relativ kurzer Zeit verbrannt werden können; es sind dann aber nur die Verfahren nach B und C in Betracht zu ziehen. Nach diesen beiden Methoden kann man gemäß der Tabellen I und II zur Verbrennung von 1 kg Kadaver rechnen:

Die wichtigste Information, die sich diesen Versuchen entnehmen läßt, besteht in der Tatsache, daß die Gruben aufgrund ihrer geringen Tiefe (0,75 m) mit einem Eisenblech-Windschirm von einem Meter Höhe umgeben werden mußten. Ohne diese Vorrichtung hätte sich ihre Effizienz wegen des größeren Wärmeverlustes merklich verringert. Daraus ergibt sich, daß man in einer solchen Grube ohne Eisenblech-Windschirm nur eine einzige Brennstoffschicht sowie eine einzige auf dieser liegende Leichenschicht unterbringen könnte.

3. Zweck und Art der von Ing. W. Heepke beschriebenen Experimente

Aus den von Ing. Heepke beschriebenen Experimenten läßt sich folgern, daß das Verhältnis zwischen Brennstoff und Fleisch stets geringer als 1 ist. Mit anderen Worten: die Verbrennung von einem Kilogramm Fleisch bedarf weniger als ein Kilogramm Brennstoff, genauer gesagt zwischen 0,39 und 0,8 kg. Es gilt freilich festzuhalten, daß der Zweck dieser Experimente einzig und allein darin bestand, zu ermitteln, wie man die Kadaver von an Seuchen eingegangenen Tieren unschädlich machen kann, und dazu bedarf es lediglich einer mehr oder weniger vollständigen Verkohlung.

Daß das Ergebnis keinesfalls eine vollständige Einäscherung war, geht auch aus den Tabellen hervor, mit denen Heepke seine Ausführungen über die von der Berliner Firma Kori konstruierten Tier-Verbrennungsöfen veranschaulicht und welche Aufschluß über die praktische Kapazität dieser Einrichtungen vermitteln, siehe Dokument 4. Ihnen läßt sich entnehmen, daß der größte solche Ofen - Modell 4b - innerhalb von zwölfeinhalb Stunden mit 300 kg Steinkohle 900 kg Tierfleisch einäschern konnte, was bedeutet, daß auf ein Kilo Tierfleisch 0,3 kg Steinkohle kamen. Steinkohle besitzt jedoch einen 2,5 mal größeren Heizwert als gewöhnliches Brennholz. Somit wäre der Brennstoffbedarf dieses Ofens bei der Verwendung von Holz gleich groß oder noch größer gewesen wie derjenige bei einer der oben zitierten Grubenverbrennung, was natürlich eine Unmöglichkeit darstellt. Zwecks Erlangung zuverlässigerer Daten habe ich eine Reihe von Experimenten durchgeführt, die ich in den folgenden Abschnitten schildern will.

4. Die Verbrennungsexperimente C. Mattognos
(Oktober-November 1994 sowie Februar 1995)

4.1. Einäscherungsexperiment in einem Krematoriumsofen auf freiem Feld

Zur Durchführung der in diesem Artikel geschilderten Experimente habe ich einen Feldofen mit Tuffsteinblöcken gebaut, dessen Struktur aus den Fotos 1-3 ersichtlich ist.

 Fotos 1-3: Bauweise des Mattognoschen Kremierungsofens.

Maße des Ofens:

Das Experiment wurde mit 6,5 kg Rindfleisch durchgeführt (siehe Foto 4).

Technische Daten:

Ergebnisse des Experiments:

Bemerkungen:

Bedienung des Ofens: Anfängliche Beladung: 5,1 kg (eine 30 cm hohe Holzschicht) (siehe Foto 5). Anschließend wurde alle 6 bis 7 Minuten Holz nachgeschichtet. Während der Verbrennung war die Öffnung der Brennkammer mit zwei vertikal eingefügten Tuffsteinblöcken geschlossen, welche die Öffnung des Aschenraums frei ließen, in dem sich zwei Aluminiumbehälter zum Auffangen der Asche befanden.

Foto 4: Präpariertes Opferrind

Foto 5

Foto 6

Foto 7

Foto 8

Foto 9

Foto 10

Foto 11

Foto 12

Foto 13

Foto 14

Foto 15

Verbrennungsprozeß: Der Kamin rauchte nur sieben bis acht Minuten nach der Entzündung des Herdes; darauf wurde die Verbrennung sehr intensiv (siehe Foto 6), das Fett begann mit großer Geschwindigkeit zu schmelzen, und bereits nach 8 Minuten schossen Flammenzungen von rund 30 cm aus dem Kamin empor. Die Verbrennung blieb fast während des ganzen Experiments höchst intensiv und nahm erst gegen dessen Ende hin ab; in der Anfangsphase der Verbrennung, nach ungefähr 10 Minuten, rannen kleine Fettmengen in die im Aschenraum aufgestellten Behälter, wo das Fett fast augenblicklich Feuer fing.

Asche: Die Asche bestand aus einigen verhältnismäßig großen Stücken, vielen kleineren Stücken sowie einer Masse von Schlacken und sehr kleinen Fragmenten; die Knochenrückstände waren größtenteils weiß, sehr porös und leicht zerbrechlich, zu einem geringen Teil schwarz. Sämtliche Rückstände zerbröckelten schon bei leichtem Fingerdruck.

4.2. Einäscherungsexperiment in einem offenen Ofen

Der Versuch wurde mit 10,8 kg Rindfleisch in einer vorne und oben offenen Brennkammer durchgeführt (siehe Foto 8: Versuchsbeginn).

Technische Daten:

Ergebnisse des Experiments:

Bemerkungen:

Für den Versuch wurden dieselben Roste verwendet wie beim vorhergehenden Experiment.

Bedienung des Ofens: Anfängliche Beladung: 4,5 kg; darauffolgende Beladungen je nach Tempo des Verbrennungsprozesses.

Verbrennungsprozeß: Der Ofen rauchte während der ganzen ersten Stunde intensiv, wobei der Rauch anfangs von dunkelgrauer und dann von bläulicher Farbe war; darauf quoll der Rauch weniger heftig. Während der ersten Stunde erfolgte die Verbrennung des Holzes in unregelmäßigen Phasen; nach dreißig Minuten erschienen leichte Flammen über dem Fleisch. Das in das Gefäß im Aschenraum gesickerte Fett entzündete sich sogleich und entfachte eine lodernde Flamme (siehe Foto 9, das nach 15 Minuten aufgenommen wurde). Das Fleisch geriet nach einer Stunde in Brand. Nach zwei Stunden brannte es noch intensiv. Um der häufigen Verringerung der Verbrennungsintensität entgegenzuwirken, habe ich nach Ablauf der ersten halben Stunde begonnen, das Holz in dünnere Teile zu spalten. Ich habe das Feuer immer wieder mit einem metallenen Haken geschürt, und auch das Fleisch habe ich häufig aufgerührt, wobei ich es während des Austrocknungs- und Verbrennungsprozesses allmählich in den hinteren Teil der Brennkammer schob. (Als Folge des Ofenzugs konzentrierten sich die Flammen nach der ersten halben Stunde im hinteren Teil der Brennkammer.)

Geruch: Nicht sonderlich intensiver Gestank verbrannten Fleisches während des gesamten Versuchs.

Asche (siehe Foto 10): Die Asche bestand aus verhältnismäßig dicken Knochenrückständen, die außen weiß und innen schwarz waren; diese Rückstände waren teils zerbrechlich, teils relativ hart.

Nach Abschluß des Versuchs habe ich die Temperatur der Glut (ohne Flamme) mit einem Ofenthermometer gemessen, welches 10 cm über der Glut angebracht war: Während der ersten Minuten hielt sich die Temperatur um 270°C.

4.3. Verbrennungsexperiment in einer auf offenem Feld ausgehobenen Grube (21. Februar 1995)

Technische Daten

Vorbereitung des Experiments

Auf dem Grund der Grube brachte ich die Föhrenzapfen an, auf welche ich dann die Föhrenäste schichtete; dann türmte ich das Holz darauf, wobei ich die Stücke abwechslungsweise in Längs- und Querrichtung anordnete, bis der Haufen schließlich die Erdoberfläche um ein paar Zentimeter überragte. Mit dieser Anordnung habe ich eine Art Holzrost mit sehr breiten Zwischenräumen für die Luft aufgebaut. Gesamtgewicht des Holzes: 42 kg.

Ich legte das Fleisch so auf das Holz, daß es etwas mehr als die Hälfte der Grubenoberfläche einnahm. Dann tränkte ich das Holz mit dem Alkohol und steckte es in Brand.

Phasen des Verbrennungsprozesses

Das Feuer loderte unten (wo sich der am leichtesten entzündbare Brennstoff befand) sofort und mühelos auf und verbreitete sich langsam nach oben.

Rauch: Leichte Rauchentwicklung beim Entzünden sowie in den darauffolgenden Minuten; danach, mit der Intensivierung des Verbrennungsprozesses, nahm der Rauch merklich ab. Während der folgenden Stunden entstieg den Fleischrückständen sehr leichter Rauch.

Geruch: Schwacher Geruch, kein eigentlicher Gestank, während des Verbrennungsprozesses und darauf, als die Fleischreste auf der Glut lagen.

Temperatur der Luft vor der Grube: Nach 50 Minuten brachte ich ein Ofenthermometer an einem Metallhaken an, den ich vor der Grube in den Boden rammte. Ich bog den Haken nach vorn, so daß sich das Thermometer in 90 cm Höhe auf die Vertikale des Grabenrands befand (siehe Foto 15). Gemessene Höchsttemperatur: 120°C. Die Fläche des mit kurzer Flamme verbrennenden Holzes war rund 40 cm unter die Höhe des Erdbodens gesunken.

Temperatur der Glut: Ich begann um 16 Uhr mit dem Versuch. Nach dem Erlöschen der Flammen habe ich den Graben bis zum Abend beobachtet. Am folgenden Morgen (22. Februar), um 8 Uhr (Temperatur: 5°C) führte ich den Haken des Ofenthermometers in die Glut ein und maß die Temperatur jede Stunde. Um 8 Uhr, sechzehn Stunden nach Experimentbeginn, belief sich die Temperatur der Glut auf rund 320°C, und sie blieb bis 13 Uhr über 300 Grad. Um 16 Uhr, also 24 Stunden nach dem Entzünden des Scheiterhaufens, lag sie immer noch bei 280 Grad. Nachdem ich die Glut mit einem Metallhaken geschürt hatte, schnellte die Temperatur auf 340 Grad hoch und hielt sich dann noch ungefähr zwei Stunden über 300 Grad; um 23 Uhr, also nach 31 Stunden, betrug sie immer noch 160 Grad.

Ergebnisse

Am folgenden Morgen (23. Februar) entnahm ich der Grube die Asche (siehe Foto 17). Die Ergebnisse präsentierten sich wie folgt:

Holzasche: 4,2 kg (= 8% des Gesamtgewichts des verbrannten Holzes). Volumen: ca. 12.500 cm³; spezifisches Gewicht: ca. 0,34

Fleischasche und -überreste: 0,6 kg (= 4% des Gesamtgewichts des verbrannten Fleisches)

Knochensplitter (von sehr geringer Größe): Kleine, poröse und leicht zerbröselnde Splitter, außen weiß, innen schwarz

Weiche Teile: Von den drei Überresten waren zwei verkohlt und zerbröckelten leicht; innen sahen sie verkohlt aus wie Ruß. Das dritte, eiförmige Stück (Größe: ca. 13 cm × 7 cm, Gewicht rund 0,3 kg) war sehr kompakt und hart; unter der schwarzen, von der Verkohlung herrührenden Kruste ähnelte es einem Stück Erde.

4.4. Schlussfolgerungen

Die vom Brennstoff erzeugte Hitze, die in der Grube nicht nach außen gelangen und sich dort verflüchtigen konnte, konzentrierte sich oben auf das Fleisch, und dies erklärt die beträchtliche Effizienz dieses Systems: 3,5 kg Brennstoff reichten zur Verbrennung von 1 kg Fleisch aus.

Das Verbrennungsexperiment mit Rindfleisch in einem vorne und oben offenen Ofen ergab, daß zur Einäscherung eines Kilogramms Rindfleisch 3,1 kg Holz erforderlich waren und daß 5,1% Fleischasche und 2,5% Holzasche zurückblieben. Hinsichtlich der Fleischasche muß man sich freilich vor Augen halten, daß es sich ausschließlich um Knochenasche handelte, während beim Verbrennungsexperiment in der Grube fast nur Asche der Weichteile zurückblieb. Der Versuch mit dem Ofen dauerte 2 h 40 min. Nach dieser verhältnismäßig langen Zeitspanne waren auch die letzten Überreste auf dem Rost eingeäschert. In der Grube hörte der Verbrennungsprozeß zwar schon nach 1 h 35 min auf, doch war das Resultat eine unvollständige Einäscherung.

Der Vergleich zwischen diesen beiden Experimenten belegt, daß sich die Effizienz der beiden Anlagen in derselben Größenordnung bewegt, daß jedoch die größere Verbrennungskapazität bei gleicher Fläche für den Ofen spricht; dieser kann nämlich fortlaufend betrieben werden, während die Grube den Nachteil hat, daß die Glutasche zu lange eine sehr hohe Temperatur aufweist und nach ihrer Erkaltung vom Grubengrund entfernt werden muß.

Soll das System mit der Verbrennungsgrube effizient funktionieren, so ist die Anordnung des Holzes höchst wichtig: die Stücke müssen von geringem Durchmesser sein, so daß sie leicht und vollständig verbrennen können, und sie müssen rostförmig aufgeschichtet werden. Beim oben beschriebenen Versuch betrug die Anfangsbeladung der Grube 42 kg mit einem Volumen von 0,255 m³, was rund 165 kg/m³ entspricht. Soll ein reibungsloser Ablauf garantiert werden, wird man wohl einen Stapel von 150 bis 200 kg Holz pro Kubikmeter Grube ansetzen müssen.

Damit der Scheiterhaufen rasch und dauerhaft in Brand gerät, ist es nicht minder wichtig, auf dem Grubengrund eine dünne Schicht leicht brennbaren Materials anzubringen und den gesamten Stapel mit flüssigem Brennstoff zu übergießen. Der Verbrennungsprozeß muß zudem sorgfältig überwacht und gesteuert werden.

Das Verbrennungsexperiment im Feldofen ergab, wie leicht vorauszusehen war, bezüglich des Brennstoffverbrauchs ein besseres Resultat: 2,63 kg Holz zur Einäscherung von einem Kilo Fleisch. Dies heißt, daß zur Verbrennung eines Leichnams von ca. 58 kg Gewicht[14] rund 152 kg Holz nötig sind. Da der (auf dem Prinzip der direkten Verbrennung beruhende) Gorini-Ofen zur Kremierung einer normalgewichtigen Leiche 100-150 kg Holzbündel benötigte,[15] funktionierte der Feldofen bei diesem Experiment nach der Art eines holzbetriebenen Krematoriumsofens, und der Verbrauch von 152 kg zur Verbrennung eines Leichnams muß als theoretisches Minimum betrachtet werden. In der Tat wären in einem größeren Ofen, wie er zur Kremierung einer Leiche von 58 kg Gewicht notwendig ist, die Wärmeverluste durch Ausstrahlung und Leitung sowie durch die fühlbare Wärme der Verbrennungsgase (größerer Luftüberschuß) auf jeden Fall höher, so daß auch der Brennstoffverbrauch stiege.

Was die Einäscherung in einer Grube anbelangt, so kann das Verhältnis Brennstoff/Fleisch nicht unter dem beim Experiment ermittelten Wert von 3,5 liegen, weil bei den in kleinem Rahmen durchgeführten Experimenten kleingehacktes und leicht entzündbares Holz verwendet worden ist und die Bedienung auf eine Weise durchgeführt wurde, wie sie bei Verbrennungsaktionen größeren Ausmaßes praktisch unmöglich zu erreichen ist.

Foto 16

Foto 17

Zur Verbrennung einer Leiche von 58 kg Gewicht wird man demnach einen Mindestverbrauch von ca. 200 kg Holz ansetzen müssen.

Die technischen Ausgangsdaten beim Studium einer Massenverbrennung in auf sumpfigem Gelände ausgehobenen Gruben sind also die folgenden:

4.5. Die Verbrennung von Leichen auf Scheiterhaufen

Die oben dargelegten Schlußfolgerungen stehen voll und ganz in Übereinklang mit der praktischen Erfahrung. In Indien ist die Verbrennung von Leichen auf Scheiterhaufen noch heute gängige Praxis. In Chandigarth, Sektor 25, werden zur täglichen Einäscherung von sieben bis acht Leichnamen ca. 35 Zentner Holz verbraucht, im Schnitt 437-500 kg pro Leichnam.[16] Laut der Zeitschrift Hindustan Today:[17]

»Zur Einäscherung der 21.000 Hindus, die täglich sterben, werden 18 Millionen Pfund Holz, oder 259 Hektar Wald, verbraucht.«

Dies bedeutet, daß zur Verbrennung von 21.000 Leichen etwa 8.200 Tonnen Holz benötigt werden, womit sich der durchschnittliche Holzbedarf für eine Kremierung auf 390 kg Holz beläuft. In einem Bericht über den Holzbedarf in den städtischen Zonen Indiens heißt es:[18]

»Ein der Hindu-Religion angehörendes Volk braucht Brennholz zur Feuerbestattung der Toten. Ca. 5,54 Zentner Brennholz sind im Durchschnitt zur Einäscherung eines Leichnams vonnöten.«

Da die Hindubevölkerung nicht gewillt ist, die Tradition der Leichenverbrennung auf Scheiterhaufen aufzugeben, wurde unlängst ein sogenanntes »brennstoffsparendes Krematorium« eingeführt, bei welchem es sich in der Praxis um einen offenen Ofen der Art handelt, den ich bei dem in 4.2. beschriebenen Experiment verwendet habe. Diese Anlage benötigt für eine Kremierung die Hälfte der laut diesem Artikel bei einer Scheiterhaufenverbrennung nötigen Holzmenge von 400 bis 600 kg, also 200 bis 300 kg.[19]

Im Januar 2002 wurden einige Öfen dieses Typs in zehn Dörfern des Bezirks Ludhiana installiert. In einer Zeitungsmeldung dazu heißt es, daß bei dieser neuen Technologie »nur zwei bis drei Zentner Holz verbraucht werden«[20] Somit wirkt der oben angesetzte Bedarf von 200 kg Holz für die Verbrennung einer Leiche in einer Grube eher unter- als übertrieben!

5. Verbrennungsexperimente mit Tierfett (Schmalz)

Foto 18

Foto 19

Foto 20

Foto 21

Foto 22

Die oben geschilderten Verbrennungsexperimente wurden von mir durchgeführt, um die Glaubhaftigkeit der Zeugenaussagen über das Abschöpfen von kochendem Menschenfett aus den angeblichen Verbrennungsgruben von Birkenau zu überprüfen.

Der Zeuge, welcher die ausführlichste Schilderung dieser angeblich zur Anwendung gelangten Prozedur geliefert hat, ist Filip Müller. Dieser schrieb, im Nordhof des Krematoriums V seien zwei Gräben von 40 bis 50 m Länge, 8 m Breite und 2 m Tiefe (sowie drei andere, deren Maße er nicht angibt) ausgehoben worden; auf dem Grund der Grube seien, vom Zentrum ausgehend, parallel zu dieser zwei 25 bis 30 cm breite, an den Seiten abschüssige Kanäle gegraben worden, die in zwei noch tiefere, an den beiden Enden der Grube gelegene Löcher - von Müller »Auffangbehälter« genannt - mündeten. Laut dem Zeugen dienten die beiden Kanäle zum Auffangen des Menschenfetts, das während der Verbrennung in die Auffangbehälter floß; aus diesen sei das kochende Fett mittels an Metallstangen befestigten Eimern geschöpft und als zusätzlicher Brennstoff auf den Scheiterhaufen gegossen worden.[21]

Eine solche Schilderung ist aus mehreren Gründen absurd:

  1. Der Siedepunkt von Tierfett liegt im Bereich von 200°C, also oberhalb seines Flammpunkts von 184°C.[22] Das heißt, daß siedendes Tierfett bei Anwesenheit von Flammen oder Funken zu brennen anfängt.
  2. Tierfett hat einen Zündpunkt von ca. 280°C, entzündet sich also ohne den Einfluß von Feuer oder Glut bei solchen Temperaturen von selbst. Die Mindesttemperatur bei einer Verbrennung beträgt allerdings 600-700°C. Unter solchen Bedingungen finge Fett selbst dann zu brennen an, wenn es nicht mit Flammen oder Glut in Kontakt käme. Ist die Temperatur niedriger, so erfolgt »zu Beginn der Verbrennung eine Destillation der organischen Substanz unter gleichzeitiger Verkokung«.[23]
  3. Eine weitere, nicht minder grelle Absurdität besteht darin, daß die Angehörigen des sogenannten Sonderkommandos das Menschenfett ohne jede Schutzvorrichtung am Rand einer Verbrennungsgrube hätten abschöpfen müssen, die eine wenigstens 320 Quadratmeter große und mindestens 600 Grad heiße Oberfläche aufwies!

Wie wir gesehen haben, erreichte die Temperatur selbst bei meinem Experiment am Rand der kleinen Grube 120°C!

Bei einem unter der Obhut von Dr. Alistair J. Marschall durchgeführten Experiment zum Studium prähistorischer Scheiterhaufen wurde auf einem Scheiterhaufen, zu dessen Erstellung eine Tonne Holz gebraucht worden war, der Kadaver eines Schafes verbrannt. Dem entsprechenden Bericht zufolge stieg die Temperatur binnen einer Stunde dermaßen an, daß man dem Scheiterhaufen nicht näher als drei Meter kommen konnte.[24]

Trotzdem habe ich zwecks Verifizierung der behaupteten Abschöpfung des Fetts drei Experimente durchgeführt, die ich im folgenden beschreiben werde.

5.1. Experiment mit direkter Erhitzung

Auf den Verbrennungsrost eines vorne und oben offenen Ofen stellte ich ein Aluminiumgefäß mit 500 Gramm Schmalz (siehe Foto 18). Der Verbrennungsrost befand sich 25 cm oberhalb des Feuerungsrostes. Nach der Entzündung des Holzes in der Feuerung verflüssigte sich das Schmalz rasch und begann zu sieden; die Dämpfe fingen Feuer und erzeugten sehr dichte, bis zu ca. 80 cm hohe Flammen (siehe Foto 19). Die Verbrennung dauerte rund 2 Minuten.

5.2. Experiment mit Erhitzung durch Ausstrahlung

Das Experiment wurde in einem vorn und oben offenen Ofen aus Tuffsteinblöcken durchgeführt.

Auf den Boden des Aschenraums stellte ich ein Aluminiumgefäß mit 250 Gramm Schmalz. Der Rost der Feuerung befand sich 25 cm über dem Boden des Aschenraums. Der Rost der Feuerung bestand aus einem Metallnetz mit Maschen von 2 cm × 1 cm Größe, so daß lediglich kleine Stücke Glut in das Gefäß fallen konnten. Das im Behälter befindliche Schmalz verflüssigte sich und begann vor allem aufgrund der von der Feuerung ausgestrahlten Hitze zu sieden; die Dämpfe, die sich aus dem Fett bildeten, gerieten rasch in Brand und loderten hell auf (siehe Foto 20).

5.3. Experiment mit Erhitzung durch Leitung (und Ausstrahlung)

Das Experiment wurde in einem vorne und oben offenen Ofen aus Tuffsteinblöcken durchgeführt (siehe Foto 21).

Genau wie beim vorherigen Experiment stellte ich ein Aluminiumgefäß mit 250 Gramm Schmalz auf den Boden des Aschenraums, jedoch brachte ich 28 cm über dem Boden des Aschenraums einen Rost aus Metallnetz mit größeren Maschen (10 cm × 10 cm) an. Anschließend steckte ich das Holz auf dem Rost der Feuerung in Brand. Als der Verbrennungsprozeß intensiv wurde, begannen Glutstücke in das darunter liegende Gefäß zu fallen; das dort befindliche Schmalz verflüssigte sich zunächst, verband sich dann mit der Asche und brannte mit weniger starker, jedoch längerer Flamme (etwa 15 Minuten lang), so wie der Docht einer Öllampe brennt (siehe Foto 22).

5.4. Schlußfolgerungen

  1. Die durchgeführten Experimente haben bestätigt, daß Tierfett, wenn es den bei der Verbrennung des Holzes entstehenden Temperaturen ausgesetzt wird, leicht brennt.
  2. Experiment 3 hat erhärtet, daß Tierfett beim Kontakt mit der Glut brennt. Folglich würde in einer Verbrennungsgrube das sich von den Leichen absondernde Fett beim Sickern durch das brennende Holz, spätestens aber beim Erreichen der Glutschicht auf dem Grund der Grube, verbrennen, ohne je bis zum vorgesehenen Sammelpunkt zu gelangen. Dies wurde ferner durch den oben geschilderten Versuch mit der Verbrennung in einem offenen Ofen belegt, bei dem das aus dem Fleisch in den Behälter des Aschenraums geflossene Fett sofort Feuer fing und verbrannte.
  3. Experiment 2 beweist, daß flüssiges Fett, auch wenn es unter der Glut in die dazu gegrabenen Kanäle flösse, durch die Ausstrahlung der Hitze von der Glut sowie durch den Kontakt mit dieser in Brand geriete.
  4. Experiment 1 liefert den Beweis dafür, daß man das Menschenfett selbst unter der Annahme, daß es in den Auffangbehälter flösse, nicht abschöpfen, ja nicht einmal an den Rand der Grube herantreten könnte, weil bei der Verbrennung des Fetts hohe Flammen emporschössen.

Anmerkungen


Aus dem Italienischen übersetzt von Jürgen Graf.

[1]Filip Müller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz, Verlag Steinhausen, München 1979, S. 217.
[2]In: Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte. Ein Handbuch über strittige Fragen des 20. Jahrhunderts. Grabert Verlag, Tübingen 1994, S. 281-320.
[3]Ich verwende den Ausdruck "Verbrennung", weil technisch gesehen von einer "Kremierung" lediglich in einem Krematoriumsofen die Rede sein kann.
[4]Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau, aaO. (Anm. ), S. 318.
[5]Verlag von Carl Marhold, Halle a. S. 1905.
[6]W. Heepke, Die Leichenverbrennungs-Anstalten (Die Krematorien). Verlag von Carl Marhold, Halle a. S. 1905.
[7]The Crematoria Ovens of Auschwitz and Birkenau, in: Ernst Gauss (Hg.), Dissecting the Holocaust, Theses & Dissertations Press, Capshaw, Alabama, 2000, S. 373-412.
[8]C. Mattogno, »"Verbrennungsgruben" und Grundwasserstand in Birkenau«, in: VffG, 6(4) (2002), S. 421-424.
[9]W. Heepke, Die Kadaver-Vernichtunganstalten, aaO., S. 28-29.
[10]Ebenda, S. 29.
[11]Ebenda, S. 32f.
[12]Ebenda, S. 33.
[13]Ebenda, S. 33, 36.
[14]Das Durchschnittsgewicht zweier Erwachsener und eines Kindes. Siehe Die Krematoriumsöfen von Auschwitz-Birkenau, aaO., S. 398.
[15]G. Pini, La crémation en Italie et à l'étranger de 1774 jusqu'à nos jours. Ulrico Hoepli, Mailand 1885, S. 151.
[16]Reeta Sharma, »The environmental cost of cremation by wood«, in: The Tribune, online Ausgabe, Chandigarh, 4. April 2001. www.tribuneindia.com/2001/20010404/edit.htm#8
[17]Hinduism Today, June 1994, www.hinduismtoday.com/archives/1994/6/1994-6-14.shtml.
[18]»Urban requirement of wood in M.P.« http://www.learnnature.com/forest
[19]Council for advancement of peoples action and rural technology. Rural Technology Division, »Fuel Efficient Crematorium«. www.ruraltechindia.org/fec.htm
[20]»New crematoriums for 10 villages«. Tribune News Service. Ludhiana Tribune online. www.tribuneindia.com/2001/20010122/ldh1.htm#11
[21]F. Müller, Sonderbehandlung. Drei Jahre in den Krematorien und Gaskammern von Auschwitz. Verlag Steinhausen, München 1979, S. 207.
[22]J.H. Perry, Chemical Engineer's Handbook. Wilmington, Delaware, 1949, S. 1564.
[23]P. Schläpfer, »Betrachtungen über den Betrieb von Einäscherungsöfen«, in: Schweiz. Verein von Gas- und Wasserfachmännern. Monatsbulletin, Zürich, XVIII(7) (Juli 1938), S. 151.
[24]»Experimental cremation of prehistoric type«, www.bradford.ac.uk/acad/archsci/field_proj/amarsh/cremexp.htm

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(2) (2003), S. 185-194.


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