Der Fall Hayward und seine Nachwehen

Von Dr. Fredrick Töben

Neuseeland ist nicht gerade ein Land, das in der Weltpresse für Schlagzeilen sorgt, und auch keines, von dem man annehmen würde, daß die Meinungs- und Forschungsfreiheit von Akademikern dort eingeschränkt wird. Doch genau dies ist in den letzten Jahren in der Tat geschehen. In den frühen neunziger Jahren schrieben zwei junge Historiker ihre Magisterarbeiten zu umstrittenen Fragen des Zweiten Weltkriegs. Ihre Studien wurden von den Professoren, unter deren Ägide sie entstanden waren, mit hohem Lob bedacht, doch mehrere Jahre später erklärten - vorwiegend jüdische - Interessengruppen sie zum Ärgernis, und zwar einfach, weil diese Juden mit den Schlußfolgerungen der betreffenden Studien nicht einverstanden waren. Sie verlangten sogar, den beiden Junghistorikern ihre akademischen Würden abzuerkennen. Mit diesem Ansinnen setzten sie sich glücklicherweise nicht durch, doch wurden die beiden jungen Gelehrten zu Opfern eines regelrechten Kesseltreibens, und es wurde ein Exempel für Historiker statuiert. Diesen wurde drastisch vor Augen geführt, daß sie zum Abschuß freigegeben werden, wenn sie sich erdreisteten, bei ihren Forschungen zu anderen Ergebnissen zu gelangen als den von den jüdischen Interessengruppen erwünschten. Diese Ereignisse belegen einmal mehr, daß echte akademische Freiheit kaum noch irgendwo existiert, nicht einmal im abgelegensten Winkel des Erdballs.


1. Einleitung

Im Dezember 2000 hoffte man an der Universität Canterbury im neuseeländischen Christchurch, in den Augen der jüdischen Gemeinschaft Neuseelands Gnade gefunden zu haben. Die Universitätsleitung hatte nämlich nichts unversucht gelassen, um eine gegen ihre Alma Mater gerichtete Klage zu entschärfen. Diese Klage war 1993 von der jüdischen Gemeinschaft angestrengt worden, weil die Universität einem ihrer Studenten den Magistergrad für eine Arbeit verliehen hatte, in welcher der "Holocaust" anders als üblich dargestellt wird. Nun, sieben Jahre später veröffentlichte die Universitätsleitung den Bericht einer Kommission zur Untersuchung des Falles Joel Hayward (Report by the Joel Hayward Working Party), der eine unterwürfige Entschuldigung gegenüber den neuseeländischen Juden enthielt und arge Zweifel an der akademischen Integrität der Verfasser aufkeimen läßt.

Der kleinen, aber äußerst lautstarken Judenlobby des Inselstaates war es sauer aufgestoßen, daß Joel Stuart Hayward für seine Studie über den Revisionismus[1] einen Magistergrad mit der Note "summa cum laude" erhalten hatte. Dadurch, so argumentierte die Lobby, werde die sogenannte "Holocaust-Leugnung" zu einem respektablen Zweig der akademischen Forschung aufgewertet. Genau das konnten diese Dogmatiker aber unter keinen Umständen zulassen! Für sie besteht das akademische Ideal in der Aufrechterhaltung von Tabus, die sie selbst errichtet haben und die ihre eigene intellektuelle Erbärmlichkeit kaschieren helfen. Respekt für objektive Wissenschaft ist diesen Leuten ganz und gar fremd.

2. Zum Hintergrund der Kontroverse

Die ersten Hinweise dafür, daß sich an der Universität etwas zutrug, das jüdisch-zionistischen Interessen möglicherweise abträglich sein konnte, waren acht Jahre zuvor erschienen. Am 5. Mai 1992 sandte eine Gruppe in Christchurch, die sich selbst »Opposition to Anti-Semitism Incorporated« nannte, ein Protestschreiben an die Verwaltung der Universität Canterbury zu Händen eines A. W. Hayward. In diesem Schreiben nahm der Vorsitzende der Gruppe, Kingsley N. McFarlane, Bezug auf eine Diskussion, welche die Gruppe mit dem Geschichtsstudenten Joel Hayward geführt hatte, und zitierte eine seiner Aussagen. Demzufolge hatte Professor Dr. Vincent Orange, unter dessen Obhut Hayward damals seine Magisterarbeit anfertigte, im November 1991 gegenüber Hayward gesagt:

»O.K.! Ich bin damit einverstanden, daß es keine Gaskammern gab.«

Am 25. Mai 1992 schrieb der Leiter der historischen Fakultät, Prof. W. David McIntyre, in einem Brief an die Verwaltung:[2]

»Unter Bezugnahme auf unser Telefongespräch über Joel Haywards Magisterarbeit und die Verfolgung, der er sich ausgesetzt sieht, [...] betone ich, wie wichtig es ist, daß die Universität diesen Leuten gemäßigt im Ton, aber deutlich in der Sache antwortet, denn die von ihnen versuchte Einmischung ist unerträglich. Der im Brief an Sie enthaltene Hinweis auf die Unterhaltung mit Vincent Orange war vermutlich ganz illegal, weil der Wortlaut einem illegal hergestellten Film entnommen wurde, der gegenwärtig Gegenstand einer Untersuchung ist.«

Eine nicht minder couragierte Stellungnahme gegen jüdische Erpressung erschien auch im »Externen Untersuchungsbericht«. Dieses Dokument wurde am 15. April 1993 von Prof. John H. Jensen von der historischen Fakultät der Universität Waikato erstellt und hielt fest:[3]

»Diese Studie stellt einen kühnen Versuch dar, auf kühle und kritische Weise eines der emotionalsten und politisch brisantesten Themen unseres Jahrhunderts anzupacken. Dem Kandidaten ist zu dem Mut zu gratulieren, den er dabei an den Tag gelegt hat. Ich habe mich aber bemüht, die Studie so zu bewerten, wie ich es mit jeder anderen getan hätte, indem ich ihre politischen Implikationen unberücksichtigt ließ und lediglich beurteilte, in welchem Umfang der Verfasser seiner Verantwortung als Historiker gerecht wurde.«

Prof. Vincent Orange, Historiker an der Universität Canterbury, brachte in seiner am 23. März 1993 erfolgten Stellungnahme einige Punkte zur Sprache, die bei Antirevisionisten blankes Entsetzen auszulösen pflegen:[4]

»Haywards These ist, daß die Nazis während des Zweiten Weltkriegs keinen Versuch zur systematischen Ausrottung der Juden unternommen haben. Insbesondere hält er die Beweise für den Bau und Einsatz von Gaskammern zu Ausrottungszwecken für nicht überzeugend. Seine Argumentation in dieser Schlüsselfrage beruht auf einem außergewöhnlich sorgfältigen Studium der dokumentarischen, mündlichen und wissenschaftlichen Beweise. Es kann natürlich sein, daß er sich irrt, aber meiner Ansicht nach wird seine Argumentation weder durch die Verwendung unhaltbaren Beweismaterials noch durch extreme Formulierungen getrübt. Im Gegenteil: Er verdient Anerkennung für seinen wissenschaftlichen Umgang mit Fragen, vor deren Untersuchung die meisten Historiker zurückgeschreckt sind. Beispielsweise: Wieviele Menschen können auf einer bestimmten Fläche untergebracht werden, oder wieviel Zeit erfordert die vollständige Verbrennung einer Leiche?«

Daß seine Studie auf Widerspruch stoßen würde, hatte Hayward vorausgesehen. Bereits 1991 hatte er für Without Prejudice, die Zeitschrift des Australian Institute of Jewish Affairs, einen Artikel über den Holocaust-Revisionismus in Australien verfaßt, dem er den Titel »The Thinking Man's Antisemitism?« gab (Antisemitismus des denkenden Menschen?). Darin legte er den Schwerpunkt eindeutig auf den politischen Aspekt des Revisionismus und äußerte recht unverhohlene Kritik am britischen Historiker David Irving sowie dem französischen Professor Robert Faurisson, weil diese den (angeblichen) nationalsozialistischen Völkermord an sechs Millionen Juden bestritten hatten.

Dr. Joel Hayward, 1998

Zwei Jahre später, nach der Einreichung seiner Magisterarbeit, verlangte Hayward, diese solle für drei Jahre unter Verschluß gehalten werden. Obgleich dies ein recht unübliches Ansinnen war angesichts des Publikationsdrucks, unter dem Akademiker allgemein stehen, erteilte Prof. Vincent Orange seine Zustimmung. Haywards Befürchtungen lassen sich ohne weiteres begreifen, wenn man bedenkt, daß er am Schluß seiner Arbeit geschrieben hatte:

»Eine sorgfältige und unparteiische Untersuchung des verfügbaren Beweismaterials zu den Nazigaskammern ergibt, daß auch diese anscheinend in die Kategorie der Greuelpropaganda gehören.«

1996 ersuchte Hayward um die Verlängerung der Sperrfrist und bat darum, man möge seine Arbeit bis zum 1. Januar 1999 unter Verschluß halten. Wiederum wurde seinem Wunsch stattgegeben.

Anfang Oktober 1998 stellte Hayward seine Studie dem Adelaide Institute zu, damit dieses Fotokopien erstellen konnte, und teilte mit, man dürfe nach freiem Ermessen darüber verfügen. Im folgenden wurden Kopien an alle Mitarbeiter des Adelaide Institute geschickt. Auch die Angehörigen der australischen Kommission für Menschenrechte und Chancengleichheit, die über eine gegen Fredrick Toben und Olga Scully eingereichte Klage zu entscheiden hatten, wurden mit einer Kopie bedacht. Ebenfalls im Oktober 1998 erwog Joel Hayward sogar, sich Ernst Zündel bei einem Prozeß in Toronto als Zeuge zur Verfügung zu stellen.[5] Aus seiner Sicht bestand das Dilemma darin, daß er sich möglicherweise genötigt sehen würde, etwas zu sagen, daß Zündel schaden würde, beispielsweise daß der Revisionismus »dem Antisemitismus Vorschub leisten kann (auch wenn ich natürlich nicht meine, daß er seinem Wesen nach antisemitisch ist)«.[6]

Dr. Faurisson hatte dies in einem seiner Kommentare vorausgesehen. Hayward, meinte Faurisson, sei der Ansicht,[7]

»daß die Revisionisten recht haben, jedoch kein Herz besitzen und den Juden seelisches Leid zufügen. Er glaubt an Babi Jar und allerlei ähnliches dumme Zeug. Sein Auftritt als Zeuge könnte sich vor einem "Menschenrechtstribunal" als sehr schädlich erweisen, weil diese Art von "Tribunalen" meint, die Wahrheit sei "keine Verteidigung". Hayward könnte geradezu ein Traumzeuge für die Anklage sein, nach dem Motto: Zündel ist ganz besonders gefährlich, weil er recht hat!«

An Toben schrieb Faurisson:[8]

»An der Magisterarbeit ist, wenigstens heute, gar nichts Geheimes mehr, da ich 1996 selbst eine Kopie gekauft habe. Hayward bat mich um das Geld [für die Kopie], bekam es und ersuchte mich nie, die ganze Sache geheim zu halten. Er fragte mich nach meiner Meinung zu seiner Arbeit. Ich sandte ihm meinen Entwurf und stellte ihm zwei Fragen:

Geht man recht in der Annahme, daß die Revisionisten Anfang 1993 Ihrer Ansicht nach vernunftmäßig im allgemeinen recht hatten, doch gefühlsmäßig unrecht?

Ich habe gehört, Sie seien jüdischer Abstammung. Stimmt dies?

Ich stellte ihm diese Fragen am 24. August, 18. November und 27. November. Ich teilte ihm mit, ich sei mit Arbeit völlig überlastet und benötige seine Antwort auf meine erste Frage, ehe ich mich an die sorgfältige Lektüre seiner Studie machen könne. Er sandte mir schließlich eine ziemlich rüde Entgegnung, ohne jedoch auf meine beiden Fragen einzugehen.«

Faurisson unterstrich ferner, daß laut Haywards Magisterarbeit

»die Revisionisten offenbar darauf abzielen, die Gefühle jüdischer Menschen zu verletzen. Wenn er wirklich dieser Auffassung ist, welche Argumente führt er dafür ins Feld, und außerdem, ist es die Aufgabe des Historikers, solche Fragen zu erörtern? [...] Er nimmt nicht zur Kenntnis, daß die Revisionisten niemals irgendwelche physische Gewalt gegen Juden ausgeübt haben.«

Im New Zealand Jewish Chronicle (Ausgabe vom Dezember 1998/Januar 1999) stand ein Artikel mit dem Titel »Neuseeländische Fährte im Internet-Volksverhetzungsfall«. Dort konnte man lesen:

»Zu dem von Dr. Toben einige Tage vor dem Hearing eingereichten Beweismaterial gehörte eine 500-seitige Magisterarbeit über den Holocaust-Revisionismus, die von Joel Hayward stammt, einem Studenten an der neuseeländischen Canterbury-Universität.«

Als Hayward 1999 um eine abermalige Verlängerung der Sperrfrist ersuchte, wurde sein Antrag von der Universität abgelehnt, doch wurde ihm die Möglichkeit geboten, seine Arbeit mit einem Zusatz zu versehen, was er auch tat. In diesem - zwei Seiten langen - Zusatz schrieb er, seine Magisterarbeit enthalte »mehrere faktische Irrtümer und Fehlinterpretationen«.[9] In einem Brief an den New Zealand Jewish Chronicle, der in der Ausgabe vom Februar 1999 auf S. 7 veröffentlicht wurde, äußerte sich Hayward wie folgt:

»Zuerst verletzte Dr. Toben meine Autorenrechte, indem er eine Kopie meiner Magisterarbeit aus dem Jahre 1993 an die Kommission für Menschenrechte und Chancengleichheit in Sydney sandte. Er tat dies, obwohl ich ihm in einem Schreiben vom 17. Oktober ausdrücklich untersagt hatte, meine Arbeit ganz oder teilweise zu kopieren oder zu verteilen. [...] Ich beteilige mich nicht an der heftigen Debatte zwischen den Holocaust-Revisionisten und deren Widersachern. Ich finde diesen Streit widerlich und will mich nicht darin verwickeln lassen. Als Wissenschaftler bin ich dafür viel zu beschäftigt, als Mensch viel zu sensibel. Eine Kopie dieses Briefes geht an Herrn Jeremy Jones, den Vizepräsidenten des Exekutivrats des australischen Judentums.«

Hayward ging noch weiter, um den Schaden unter Kontrolle zu halten. Am 8. Dezember 1999 schickte er einen »streng vertraulichen« Brief an den Vizekanzler der Canterbury-Universität, in dem er u.a. schrieb:

»Gegen Ende 1998 versuchte ein australischer Rassist namens Dr. Fredrick Tobin [sic], der in Deutschland eben eine Haftstrafe wegen Holocaustleugnung abgesessen hatte, der Kommission für Menschenrechte und Chancengleichheit in Sydney eine Kopie meiner Magisterarbeit als Beweis dafür zuzustellen, daß der Holocaust nicht stattgefunden habe. Ich wandte mich sogleich schriftlich an die Kommission und ersuchte sie, die Arbeit aus ihren Akten zu entfernen. Sie erklärte sich freundlicherweise dazu bereit.«

Die Kommissionsangehörige Cathleen McEvoy, heute Dekanin an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Adelaide, informierte Toben nie über diesen Schritt Haywards, und dieser unterließ es, Toben eine Kopie seines Briefs zuzustellen; freilich sandte er ihm eine E-Mail, in dem er ihn bat, seine Magisterarbeit nicht weiter zu verwenden.

Graeme Wake, Dekan für postgraduierte Studien und Professor für angewandte Mathematik an der Universität Canterbury, antwortete in einem zwar auf den 3. Mai 2000 datierten, doch mit dem handschriftlichen Zusatz »Heute, im Januar 2000, abgeschickt« versehenen Brief:

»Wir teilen Ihre Abneigung gegenüber dem Treiben rassistischer Personen wie der von Ihnen erwähnten. Nichtsdestoweniger obliegt es uns als namhafter Universität, freien Zugang zu dem Forschungsmaterial zu gewähren, das zum Erwerb eines akademischen Grads eingereicht und akzeptiert worden ist. Ein anderes Vorgehen könnte uns den Vorwurf der Vertuschung einbringen und auch sonst kompromittieren. So haben wir uns Gedanken über eine Alternative gemacht (die wir mit Ihnen am Telefon erörtert haben).

Im Interesse aller, und insbesondere der Opfer des Holocaust, fordert die Universität Sie auf, einen kurzen Zusatz zu Ihrer Magisterarbeit zu verfassen. Dieser würde vermutlich Ihre aktuellen Ansichten und Erkenntnisse zu dieser Frage widerspiegeln und die Ergebnisse allfälliger seit 1993 von Ihnen unternommenen Forschungen zusammenfassen, die möglicherweise zu anderen Schlußfolgerungen gelangen als jenen, die Sie in Ihrer Magisterarbeit aufgestellt haben. Er würde außerdem Ihren Stand gegenüber Leuten wie Dr. Fredrick Toben und Konsorten stärken.«

Am 15. Dezember 1999 schrieb Hayward in einem Brief an Greg Raven vom IHR:[10]

»Ich danke Ihnen dafür, daß Sie mich über den Versuch dieses Strolches informiert haben, meine alte Magisterarbeit im Internet zu publizieren. Ich weiß Ihre Freundlichkeit zu schätzen. Es ist mir freilich gelungen, den Server zur Entfernung meiner Arbeit aus dem Internet zu veranlassen, nachdem diese mysteriöse Person sie das letzte Mal dort postiert hatte, und ich will dasselbe auch diesmal versuchen.«

Immer noch im Jahre 2000 betrat ein neuer Protagonist die Szene, nämlich Prof. Dov Bing, Dozent für Politologie an der Waikato Universität in Hamilton. Bing hatte im Rundfunk bekanntgegeben, daß Hayward seine Magisterarbeit an Faurisson, Irving und Toben weitergeleitet hatte. Nun entfachte der New Zealand Jewish Chronicle vom April 2000 einen Sturm, der internationale Dimensionen annehmen sollte. Hayward entschuldigte sich bei der jüdischen Gemeinschaft Neuseelands:

»Ich habe mich schwer geirrt. Meine Schlußfolgerungen waren falsch. [...] Ohne jeden Zweifel sind rund sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs umgekommen. Sie wurden von den Nazis und ihren Verbündeten ermordet. Die Täter bedienten sich bei diesem monströsen Verbrechen einer Vielzahl von Mitteln, darunter Gaskammern, Erschießungen, physische Entkräftung sowie Aushungerung.«

K. R. Bolton, ein neuseeländischer Beobachter der Kontroverse, resümiert den 89 Seiten langen und mit 29 Anhängen versehenen Report der Untersuchungskommission im Fall Hayward so:[11]

»Nach rund fünfmonatiger Tätigkeit, die Kosten in Höhe von 200.000 Dollar verschlang, gelangte ein aus namhaften Persönlichkeiten bestehendes Tribunal zu Schlußfolgerungen, die dermaßen voraussehbar und klischeehaft sind, daß man dasselbe Resultat hätte erreichen können, wenn man sich einen Tag lang beim Kaffee zusammengesetzt und dabei fünf Dollar ausgegeben hätte.

Die Kommission entschied, daß Dr. Joel Hayward, heute prominenter Militärhistoriker und Dozent, 1993 für seine Arbeit The Fate of Jews in German Hands [...] an der Canterbury Universität keinen Magistergrad mit Summa cum laude verdient hat. Die Kommission wandte sich an einen Juristen, doch gelang es ihr nicht, eine Aberkennung des Magistergrads zu erreichen, wie es der Judenrat von Neuseeland verlangt hatte, weil der Nachweis nicht erbracht werden konnte, daß Hayward arglistig gehandelt hatte. Doch wurde die Auffassung vertreten, Hayward habe eine solche Auszeichnung nicht verdient. Die Kommission kam zum Schluß, Hayward habe zwar bemerkenswerte Fähigkeiten als Forscher an den Tag gelegt und seine Magisterarbeit außergewöhnlich geschickt aufgebaut, doch seien seine Schlußfolgerungen mit schweren Mängeln behaftet. Er hätte sich einer Stellungnahme zur Frage, welche Seite - die Revisionisten oder die orthodoxen Historiker - im Lichte des vorliegenden Beweismaterials bei der Holocaust-Debatte recht habe, enthalten sollen. Gerügt wurde auch, daß Haywards Magisterarbeit dreimal länger war als verlangt. [...] Was den Judenrat verärgerte, war, daß die Verleihung der Magisterwürde mit Summa cum laude an Hayward dem Holocaust-Revisionismus allem Anschein nach akademische Legitimität verliehen hatte. [...] Die Untersuchungskommission war lediglich damit beauftragt worden, zu ermitteln, ob Hayward arglistig vorgegangen sei und ihm deshalb der Magistergrad entzogen werden müsse. Sie kam zu dem Ergebnis, daß dies nicht der Fall war. Sie vertrat die Auffassung, Hayward sei nicht gehalten gewesen, seine persönliche Meinung zur Frage nach dem Wert des Beweismaterials in der Holocaust-Debatte zu äußern, und die Magisterarbeit sei zu lang. Doch hätte es die Kommission selbst unterlassen sollen, des langen und breiten unfundierte Kritik an Revisionisten und dem Revisionismus zu äußern, und zwar auf der Grundlage von Kommentaren, die seitens des Judenrats sowie in dessen Interesse eingereicht worden waren. Stellungnahmen von anderer Seite wurden nicht akzeptiert. [...] Ungeachtet der Empfehlungen zweier geachteter neuseeländischer Gelehrter hat die Magisterarbeit nach Ansicht der Kommission "das ihr gezollte hohe Lob nicht verdient". Somit wurde das Urteil der beiden hochangesehenen und erfahrenen neuseeländischen Wissenschaftler mißachtet und statt dessen dem jüdischen Ethnozentrismus und dessen Verbündeten - einem ganz und gar nicht unvoreingenommenen englischen Professor namens Evans - Tribut gezollt.«

Derselbe Professor Evans trat im Jahre 2000 als "Zeuge der Verteidigung" bei David Irvings Ehrverletzungsprozeß gegen Deborah Lipstadt in London auf. Evans ist Dozent für deutsche Geschichte an der Universität Cambridge.

Die Treibjagd auf Hayward flaute nun merklich ab.

3. Zur Abwechslung eine Hetzjagd auf ein anderes Opfer

So wie die Canterbury-Universität ihre liebe Not mit der jüdischen Gemeinschaft Neuseelands und deren "Holocaust"-Besessenheit hatte, blieb auch die Universität von Waikato von ähnlichem Unbill nicht verschont. Dort hatte die jüdische Gemeinschaft nämlich einen "Rechtsextremisten" aufgestöbert, der einen Themenvorschlag für seine Doktorarbeit eingereicht hatte:[12]

»Der in Berlin geborene Hans-Joachim Kupka wählte zum Thema seiner Dissertation die Rolle, welche die deutsche Sprache im heutigen Neuseeland spielt. Kritiker wenden ein, dies werde dazu führen, daß er deutschsprachige Holocaust-Überlebende befragen müsse. Kupka, früherer stellvertretender Vorsitzender des bayrischen Landesverbandes der rechtsextremen Partei Die Republikaner, zog das Thema angesichts der dadurch ausgelösten Kontroverse zurück.«

Die rastlosen, paranoiden Führer der jüdischen Gemeinschaft gaben sich mit diesem Rückzieher nicht zufrieden. Sie verlangten seitens der Universität eine Untersuchung und Entschuldigung und setzten sich mit diesem unverschämten Ansinnen prompt durch.

4. Zur alten Besessenheit gesellt sich eine neue

Am 9. Oktober 2002 veröffentlichte die Universität von Waikato einen Bericht mit dem Titel »Eine Übersicht über den Fall Hans Joachim Kupka«.[13] Der von einem Bill Renwick erstellte Bericht schilderte das Vorgehen der Universität im Fall Kupka. Ein regionales Blatt, die Waikato Times, griff das Thema auf, und Prof. Dov Bing gab prompt seinen Senf dazu. Doch hielt sich das allgemeine Interesse an der Affäre Kupka in Grenzen, und nüchterne Beobachter erkannten sogleich, daß die Führer der jüdischen Gemeinschaft bloß einen Sturm im Wasserglas entfacht hatten. Dies paßte Bing anscheinend gar nicht in den Kram. Er erließ eine Presseerklärung und schickte diese an die Waikato Times. Ein Journalist namens Lester Thorley machte daraus einen Artikel, der am 23. Oktober 2002 erschien:

»Professor: Essay war revisionistisch

Von Lester Thorley

Ein Professor an der Universität Waikato glaubt, an der Canterbury-Universität auf eine Studie gestoßen zu sein, in welcher der Holocaust-Revisionismus gebilligt wird.

Dov Bing, Professor für Politologie an der Universität Waikato, während der Holocaustleugnungsaffäre Kupka Wortführer empörter jüdischer Akademiker, verlangt von der Canterbury-Universität eine Stellungnahme zur an der historischen Fakultät eingereichten Magisterarbeit Judgement over Nuremberg [Urteil über Nürnberg] von Steven [recte: Daniel] Eaton.

Die Dissertation wurde ein Jahr nach der Hayward-Magisterarbeit von 1993 eingereicht, die mit ihrer Schlußfolgerung, die Nazis hätten keinen systematischen Massenmord an Juden in Gaskammern begangen, weltweit für Aufsehen gesorgt hat.

J.S.A. HAYWARD, THE FATE OF JEWS IN GERMAN HANDS: AN HISTORICAL INQUIRY INTO THE DEVELOPMENT AND SIGNIFICANCE OF HOLOCAUST REVISIONISM (MAGISTERARBEIT, 1993)

[...] Haywards [...] "Verständnis der Grundsätze historischer Forschung sowie seine Fähigkeit zu deren Anwendung" werden mit außergewöhnlichem Fleiß, mit Geschick und Urteilsvermögen auf Schritt und Tritt demonstriert. Seine Arbeit ist die überzeugendste, die mir auf dieser Stufe je vorgelegt worden ist, und stellt in der Tat einen positiven Beitrag zur Wissensvermehrung dar. [...]

Hayward hat ein außergewöhnlich breites Spektrum von Quellen ausgewertet. [...] Diese Quellen meistert er vollständig und verbindet sie geschickt miteinander. Er argumentiert stichhaltig und strebt angesichts des äußerst heiklen Charakters seines Thema bewußt und beharrlich nach einem ausgewogenen Urteil. [...] Er schreibt klar und flüssig. Alles in allem verleihen die Breite und Tiefe seiner Forschungen, die Reife seines Urteils sowie seine Fähigkeit, Material zu absorbieren, in den Kontext einzubetten und zu präsentieren, seiner Arbeit das Niveau einer Doktordissertation. Sein echter Enthusiasmus für die historische Forschung ist bereits so formvollendet und diszipliniert, daß er meiner Ansicht nach fraglos das Zeug für eine erfolgreiche akademische Karriere hat.

Haywards These ist, daß die Nazis keinen Versuch zur systematischen Ausrottung der Juden während des Zweiten Weltkriegs unternommen haben. Insbesondere findet er das Beweismaterial dafür, daß zu diesem Zweck Gaskammern gebaut und benutzt wurden, nicht überzeugend. Seine Argumente zur Klärung dieser Schlüsselfrage beruhen auf einem detaillierten, sorgfältigen Studium der Dokumente sowie der mündlichen und wissenschaftlichen Beweise. Es kann natürlich sein, daß er sich irrt, doch meiner Auffassung nach wird sein Urteil nirgends durch die Verwendung unbrauchbaren Beweismaterials oder durch extreme sprachliche Formulierung getrübt. Ganz im Gegenteil, er verdient Anerkennung für den wissenschaftlichen Umgang mit Themen, vor denen die meisten Historiker zurückgeschreckt sind. Beispielsweise: wie viele Menschen kann man auf einer bestimmten Fläche unterbringen, und wieviel Zeit erfordert die vollständige Verbrennung eines Leichnams?

An keiner Stelle wird die Nazibrutalität in Abrede gestellt. [...] Diese Verbrechen waren allerdings nicht mit Völkermord gleichzusetzen. Sie sind keine einzigartigen Verbrechen; [...].

[...] Hayward hebt jene triftigen Argumente hervor (und verwirft viele nicht stichhaltige Argumente), welche die Revisionisten gegen die von Juden und ihren Sympathisanten gegen die Nazis erhobenen Anklagen ins Feld geführt haben. Er legt auch dar, daß die allermeisten Holocaust-Gelehrten viele der während des Krieges sowie in den anschließenden Kriegsverbrecherprozessen erhobene Vorwürfe zurückgenommen haben. Das Ausmaß dieser Konzessionen ist, wie Hayward zeigt, in populärwissenschaftlichen Werken noch nicht zur Kenntnis genommen worden, und von der Volksmeinung noch weniger. [...]

Ich empfehle viermal die Note A+ [...]. In ihrer Gesamtheit rechtfertigt diese Magisterarbeit die Benotung Summa cum laude voll und ganz.

Vincent Orange, Dozent für Geschichte (Canterbury-Universität, Neuseeland, 23. März 1993).

Prof. Bing sagte, die Magisterarbeit von der Canterbury-Universität sei auf einer Website der Holocaust-Revisionisten in Alabama, USA, gepriesen worden. Die Homepage von Theses and Dissertation Press wurde ihren eigenen Angaben zufolge 1994 errichtet, um "zwei unveröffentlichte Magisterarbeiten in Geschichte von einer ausländischen Universität der Öffentlichkeit zugänglich zu machen".[[14]] Die Leiter dieser Website geben an, Ansichten publizieren zu wollen, die anderswo "unterdrückt" würden.

Herrn Eatons Magisterarbeit, der zufolge die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse von 1945 illegal waren, brachte ihm einen Magistergrad mit Auszeichnung ein. Eaton dankt Hayward, der ihn "zuerst auf das Thema Nürnberg hingewiesen" habe, und fährt fort: "Er hat meinen Enthusiasmus für dieses Thema geweckt."

Prof. Bing hielt fest: "Der Holocaust-Revisionismus ist ein Thema von erheblichem öffentlichem Interesse, besonders wenn er auf dem Gelände einer Universität Einzug hält."

Im Jahre 2000 wurde eine Untersuchung über die Hayward-Magisterarbeit angestellt, die dazu führte, daß sich die Canterbury Universität bei der jüdischen Gemeinde für die Annahme einer "mit ernstlichen Mängeln behafteten" Magisterarbeit entschuldigte. Eine Untersuchungskommission gelangte zum Schluß, die Meßlatte sei "in diesem einen Fall zu niedrig angelegt worden."

Phyllis Guthardt, Rektorin der Canterbury Universität, ließ gestern verlautbaren, die Ermittlungen im Fall Hayward seien beendet. "Vom Standpunkt der Universität aus ist das Dossier geschlossen." Die Universität werde keine Ermittlungen zu Herrn Eatons Magisterarbeit einleiten, es sei denn, es lägen klare Beweise für Betrug oder Arglist vor. Prof. John Jensen, der heute nicht mehr an der Universität Waikato unterrichtet, hatte Haywards Studie mit der Note A+ ausgezeichnet. Wer die Arbeit Herrn Eatons benotet hat, wollte die Universität nicht enthüllen, sie gab jedoch bekannt, es sie nicht Prof. Jensen gewesen.«

Da dieser Artikel die Hayward-Affäre erwähnte, erweckte er das Interesse der Presse in Christchurch, und Amanda Warren von der Canterbury Press fabulierte, Eatons Magisterarbeit[15] habe den Holocaust zum Thema, was schlicht und einfach falsch ist, und sie sei auf der Website von Dr. Robert Countess postiert, was ebenso wenig zutrifft, weil Dr. Countess gar keine Website hat, und weil die Website von Theses & Dissertations Press keine der beiden hier behandelten Arbeiten jemals ausgehängt hatte. Hier nun der Wortlaut des Artikels:[16]

»Zweite Holocaust-Magisterarbeit unter Beschuss.

Die Canterbury Universität liegt unter Beschuß, nachdem die Behauptung lautgeworden ist, eine zweite von einem ihrer Studenten verfaßte Magisterarbeit werde von der Holocaustleugnungsbewegung ausgeschlachtet.

Die Arbeit, deren Verfasser ein Steven Eaton ist, entstand unter der Obhut von Dr. Vincent Orange, unter dessen Ägide auch die umstrittene Magisterarbeit von Joel Hayward entstand, in der zentrale Aspekte des Holocaust in Frage gestellt werden [...].

In seiner Studie ficht Herr Eaton die gesetzliche Grundlage der Nürnberger Prozesse an, die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg zur Bestrafung deutscher Kriegsverbrecher geführt worden sind. Er gelangt zu dem Schluß, die Alliierten hätten "offensichtlich wenig Respekt vor dem gezeigt, was man als internationales Recht bezeichnet", und die Urteile gegen namhafte Naziverbrecher seien "willkürliche Machtausübung" gewesen.

Herr Eaton, dem im Mai 1994 der Magistergrad mit Auszeichnung verliehen wurde, argumentiert, 1945 habe kein Gesetz bestanden, das den Alliierten das Recht verliehen habe, die Nazis mit voller Härte zu bestrafen. [...]

Ein Experte für internationales Recht an der Universität von Canterbury, Alex Conte, sagte, Herr Eatons Magisterarbeit sei durchaus nicht der erste Versuch zur Infragestellung der Nürnberger Prozesse.

Eatons Studie wurde von Pfarrer Dr. Robert Countess, einem bekannten Holocaustleugner, aufgegriffen, der Einzelheiten dazu auf seiner Website veröffentlichte.

Dov Bing, Politologieprofessor an der Waikato Universität, sagte gestern, es sei einer der zentralen Grundsätze der Holocaustleugnungsbewegung, daß die Nürnberger Prozesse nicht mit internationalem Recht vereinbar gewesen und die deutschen Kriegsverbrecher zu unrecht verurteilt worden seien.

Die Canterbury-Universität hätte diese neue Kontroverse vermeiden können, hätte sie auf andere Studien hingewiesen, in denen der Holocaust geleugnet wird, sagte Prof. Bing.

Schriftliche Genehmigung von Daniel Eaton zur Veröffentlichung seiner Magisterarbeit durch Theses and Dissertations Press

(bitte oben anklicken)

Rektorin Phyllis Guthardt sagte, es wäre ein viel zu aufwendiges Unterfangen, alte Magisterarbeiten zu überprüfen. "Es wird nicht erwogen, Ermittlungen über Herrn Eatons Arbeit einzuleiten. Es gibt keine Hinweise auf Betrug oder Arglist; es ist keine Kritik an der Arbeit lautgeworden, und sie ist nie einem Embargo unterworfen oder unter Verschluß gehalten worden." Die Rektorin glaubt nicht, daß andere Magisterarbeiten zu historischen Themen, die in den neunziger Jahren entstanden sind, Anlaß zu vergleichbaren Kontroversen bieten. Dr. Orange reagierte nicht auf Anfragen unserer Zeitung, und Herr Eaton war unauffindbar.«

Eine Anfrage des Adelaide Institute bei der Canterbury Universität führte zu folgender Antwort seitens einer Quelle, die nicht genannt zu werden wünscht, obgleich die betreffende Person Dr. Toben im Jahre 2000 getroffen hat:[17]

»Die Hayward-Magisterarbeit liegt hinter uns. Die Eaton-Magisterarbeit befaßt sich mit den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Sie hat nichts mit dem Holocaust zu tun. Worum es an jeder Universität geht, ist die Forschungsfreiheit [...] verbunden mit Taktgefühl.

5. Die letzten Neuigkeiten zur Hayward-Affäre

Der eben zitierte Artikel in der Canterbury Press gab den Anstoß zu einer weiteren Polemik. Diese erschien in Neuseelands größter Radio- und Fernsehzeitschrift, dem Listener (2.-8. November 2002). Zuerst wurde darin auf den inzwischen berühmt gewordenen Ehrverletzungsprozeß eingegangen, den David Irving gegen die US-Jüdin und mosaische Theologin Deborah Lipstadt angestrengt und im Jahre 2002 in letzter Instanz verloren hatte. Im folgenden befaßte sich der Artikel mit den "Skandalen" um Hayward, Kupka und Eaton und schloß mit einer Stellungnahme von Richard Evans von der Universität Cambridge, der in London gegen Irving ausgesagt und in einem für die Universität Massey erstellten Bericht zum Fall Hayward vorgeschlagen hatte, Hayward seinen akademischen Grad abzuerkennen. Im Listener wurde der Dozent für deutsche Geschichte wie folgt zitiert:[18]

»Es gibt einen Präzedenzfall. Evans bezieht sich auf die Affäre um Henri Roques, einen Protegé des französischen Holocaustleugners Robert Faurisson, dem der Doktorgrad für seine "revisionistische" Arbeit 1986 vom französischen Kultusministerium aberkannt worden ist. Evans' Bericht schließt wie folgt: "Dem Werk eines Holocaustleugners einen akademischen Grad zuzuerkennen, verleiht ihm wissenschaftliche Glaubwürdigkeit. Im vorliegenden Fall ist dies auch von Antisemiten und politischen Extremisten weidlich ausgeschlachtet worden, die dadurch Munition für die Holocaustleugnung bekommen. Wird ein akademischer Titel einem Kandidaten verliehen, von dem es sich dann herausstellt, daß er ein Plagiat begangen oder systematisch die Grundsätze der Wissenschaftlichkeit verletzt hat, welche ein akademischer Grad doch untermauern und stärken soll, ist es nichts weiter als vernünftig, die betreffende Universität um die Aberkennung des ursprünglich verliehenen akademischen Grads zu ersuchen. Dies ist im Fall Henri Roques tatsächlich geschehen. Auch im Fall Joel Hayward sollte so verfahren werden.«

6. Schlußfolgerung

Wann immer ein ehemals von der Sowjetunion kontrollierter Staat der NATO beitreten will, muß er zuvor ein spezifisches Gesetz erlassen, daß die "Holocaustleugnung" unter Strafe stellt. Polen hat ein solches Gesetz im Januar 1999 verabschiedet und durfte dann im April NATO-Mitglied werden.

Dieses Strickmuster hat sich seither wiederholt - zum Wohle jener 1.500 Familien, die das florierende Geschäft namens NATO kontrollieren, sowie natürlich im Interesse des "Andenkens an die Opfer des Holocaust".

Neuseeland ist vorderhand noch nicht so tief gesunken, doch die unverfrorenen Versuche der Judenlobby, jede freie Debatte über den "Holocaust" im Keim zu ersticken, weisen darauf hin, daß eine ähnliche Entwicklung hier bereits angelaufen ist. Eine Kriminalisierung offener "Holocaustleugnung" wird in Neuseeland im Moment noch nicht erwogen, im Gegensatz zu Australien, wo der Oberste Gerichtshof des Landes am 17. September 2002 im Fall Jones versus Scully und Jones versus Toben eine Art Holocaustleugnungsgesetz in europäischem Stil sanktioniert hat, wenn auch vorerst noch ohne gesetzliche Strafen für den Sünder.

Neuseeland ist drauf und dran, den Weg Deutschlands zu beschreiten, wo die Universität Göttingen 1983 dem Richter Wilhelm Stäglich seine in den fünfziger Jahren erworbene Doktorwürde aberkannte, weil er 1979 den Klassiker Der Auschwitz Mythos[19] verfaßt hatte. Frankreich ist Deutschlands Beispiel bereits gefolgt; in der Schweiz und Österreich, wo Holocaust-Revisionisten ähnlich brutal verfolgt werden wie in Deutschland, waren bisher keine vergleichbaren Fälle der Aberkennung akademischer Grade zu verzeichnen.

Postscriptum des Herausgebers

Joel Hayward besuchte Pfarrer Dr. Robert Countess Anfang 1994[20] und erklärte sich bereit, einige seiner Artikel bei Castle Hill Publishers zu veröffentlichen.[21] 1994 erteilte Daniel Eaton Theses & Dissertations Press die Genehmigung zur Veröffentlichung seiner Magisterarbeit,[22] so wie es Hayward zuvor getan hatte. All dies deutet darauf hin, daß Hayward Dr. Countess sowie andere Revisionisten als Freunde betrachtete. Doch laut dem Listener soll er gesagt haben:

»Ich hasse es auch absolut, daß diese Leute [Dr. Countess von Theses & Dissertations Press] meine akademische Glaubwürdigkeit dazu ausnutzen, um ihre eigene Arbeit aufzuwerten, die im allgemeinen antisemitische Ziele verfolgt. Ich verabscheue den Antisemitismus und andere Formen des Rassismus.«

Privaten Mitteilungen von Daniel Eaton und Joel Hayward, in denen sie sich für diese verleumderische Sprache entschuldigten, kann ich nur entnehmen, daß beide um ihre Zukunft fürchten. Sie flehten mich beide geradezu an, keine ihrer Schriften mehr zu publizieren, obgleich ich ihre schriftliche Zustimmung dazu besaß. Dr. Hayward ist gesundheitlich arg angeschlagen, und darauf beruft er sich zu seiner Entschuldigung. Doch sind diese beiden Akademiker den Beweis dafür schuldig geblieben, daß sie über ein Rückgrat verfügen, das es ihnen ermöglicht, die Bürde der akademischen Würde zu tragen.


Anmerkungen

[1]Joel S. A. Hayward, The Fate of Jews in German Hands: An Historical Inquiry into the Development and Significance of Holocaust Revisionism, Magisterarbeit, University of Canterbury, Christchuch, Neuseeland 1993. Der Text der Studie war früher auf dem Internet postiert, mußte jedoch aufgrund von Drohung durch Dr. Hayward gelöscht werden, vgl. www.aargh.vho.org/engl/hay/hayindex.html.
[2]Appendix I, in: Report by the Joel Hayward Working Party, Dezember 2000, Universität Canterbury.
[3]Ebenda, Appendix M.
[4]Ebenda, Appendix L.
[5]Siehe den Beitrag von Ingrid Rimland in VffG 7(1) (2003), S. 3-15.
[6]E-mail Haywards an F. Toben, 5. Oktober 1998.
[7]Brief Faurissons an Zündel, 16. Oktober 1998.
[8]Brief Faurissons an Toben, 18. Oktober 1998.
[9]Report..., aaO. (Anm. ), Appendix B.
[10]www.aargh.vho.org/engl/hay/hayindex.html. Wer sich genauer über den Fall Hayward informieren will, tut gut daran, Serge Thions ausführliche Darstellung der moralischen und intellektuellen Probleme zu lesen, die Haywards Benehmen und mangelnde Nervenstärke aufgeworfen haben.
[11]Western Destiny, Februar 2001, Ausgabe 23.
[12]Australian Jewish News, 5. Januar 2001.
[13]http://unipr.waikato.ac.nz/news/kupka-report.shtml
[14]Theses and Dissertations Press ist seit Sommer 2002 die englischsprachige Buchabteilung von Castle Hill Publishers; siehe www.vho.org/About.html.
[15]Daniel Eaton, Judgement on Nuremberg. An Historical Enquiry into the Validity of Article Six of the London Charter as an Expression of Contemporary International Law, Master Thesis, University of Canterbury, Christchurch, New Zealan, 1994, online: http://vho.org/aaargh/engl/hay/bobprefaceEa.html
[16]Canterbury Press, 24. Oktober 2002, www.stuff.co.nz/stuff/0,2106,2089615a11,00.html.
[17]Siehe die Antwort der Universität: www.canterbury.ac.nz/search/intro.htm
[18]Philipp Matthews, Special Report: Holocaust Denial and the NZ connection. The continuing story why a New Zealand university refuses to dishonor a thesis denying the Nazi Holocaust.
[19]Wilhelm Stäglich, Der Auschwitz Mythos, Grabert-Verlag, Tübingen 1979; das Bundesverfassungsgericht bestätigte die Entziehung von Stäglichs Doktortitel, Az. 1 BvR 408f./83.
[20]Siehe dazu R. Countess, »Die Neuseeland-Saga«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5 (3) (2001), S. 330-333.
[21]Joel S. A. Hayward, »Eine Fallstudie früherer integrierter Kriegführung«, VffG 3 (1) (1999), S. 4-16.
[22]Vgl. das reproduzierte Dokument.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(2) (2003), S. 203-209.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis