11. September 2001:
Terrorangriff oder Betrugsmanöver der US-Regierung?

Zu den florierenden Verschwörungstheorien über den Angriff auf Amerika

Jedermann kennt die offizielle Version dessen, was am 11. September 2001 geschah. Doch schon eine kurze Suche im Internet ergibt, daß viele Menschen diese Version in Frage stellen. Manche bezweifeln lediglich, daß die Angriffe – wie regierungsamtlich behauptet – vollkommen überraschend kamen und keinerlei Zeit zum Einsatz der Luftabwehr oder für andere Verteidigungsmaßnahmen ließen. Andere gelangen zu weit radikaleren Schlüssen. Wurde die zum Flug 93 gestartete Maschine, die auf einem Feld in Pennsylvania zerschellte, von einem US-Kampfflugzeug abgeschossen? Wurden die Flugzeuge, die in die Türme des World Trade Center krachten, tatsächlich von arabischen Terroristen gesteuert, oder wurden sie ferngelenkt? Stürzten die Türme als Ergebnis der Verheerungen ein, welche die Wucht des Aufpralls sowie das brennende Kerosin angerichtet hatten, oder war in ihnen Sprengstoff verborgen gewesen? Traf tatsächlich eine Boeing 767 das Pentagon, oder handelte es sich um ein ganz anderes Flugzeug, oder letzten Endes gar um eine Rakete?

Wenn es um die dramatischen Ereignisse des 11. September geht, schießen die wildesten Verschwörungstheorien ins Kraut. Nach all den haarsträubenden Lügen, die sich verschiedene US-Regierungen im 20. Jahrhunderten zuschulden kommen ließen, neigt eine rasch wachsende Schar von Menschen dazu, stets das Gegenteil dessen für wahr zu halten, was uns Washington auftischt. Es mag sogar sein, daß die amerikanischen Geheimdienste bei der Fabrizierung von Gerüchten und mehr oder weniger plausibel anmutenden Theorien, welche die der offiziösen Darstellung widersprechen, die Finger mit im Spiel hatten. Der Zweck eines solchen Vorgehens bestünde natürlich darin, die Wahrheit hinter einem Rauchvorhang zahlloser widersprüchlicher Thesen zu verbergen. Diese Taktik hat sich im Falle des Kennedy-Mordes als äußerst effizient erwiesen. Deshalb sollte ein skeptischer Leser sehr vorsichtig sein, wenn man ihn mit alternativen Erklärungen der Geschehnisse des 11. September konfrontiert. Im folgenden werden nun zwei solche alternative Erklärungen vorgelegt, von denen die erste den Vorteil hat, daß jedermann sie überprüfen kann.


Geisterreiter am Himmel: Ein alternatives Szenario zum 11. September 2001

Von Alexander K. Dewdney

Ein Mobiltelefon kann nur dann funktionieren, wenn sein Signal von einem in der Nähe gelegenen Sendeturm aufgefangen wird und es sich eine gewisse Zeitspanne lang innerhalb der Reichweite dieses Turms befindet, so daß eine stabile Verbindung zwischen Telefon und Turm zustande kommen und aufrechterhalten werden kann. Aus diesem Grund ist es für Mobiltelefonnetzwerke stets ein Problem gewesen, eine stabile Verbindung zu Telefonen zu gewährleisten, deren Eigentümer mit hoher Geschwindigkeit (110 Stundenkilometer und mehr) in einem Auto fahren. Allgemein ist auch bekannt, daß Mobiltelefone unbenutzbar werden, wenn sie sich mehrere Kilometer oberhalb eines Netzwerks befinden. Darum können sie in Flugzeugen, die in großer Höhe fliegen, nicht funktionieren.

Bei den tragischen Ereignissen des 11. September 2001 erfolgten angeblich zahlreiche Mobiltelefonanrufe aus den entführten Maschinen an verschiedene auf dem Erdboden befindliche Personen. Von besonderem Interesse ist hier Flug 93 der United Airlines, weil aus diesem Flugzeug – das dann auf einem Feld in Pennsylvania zerschellte – besonders viele Anrufe zu verzeichnen waren. Daß diese zustande kamen, obgleich die Maschine zu jenem Zeitpunkt in großer Höhe und mit großer Geschwindigkeit flog, muß sogleich unsere Aufmerksamkeit erwecken. Wir beginnen unsere Darlegungen darum mit der Beschreibung einer Reihe von Experimenten mit Mobiltelefonanrufen aus Flugzeugen, die auf verschiedener Höhe flogen. Diese Experimente sowie Zeugenaussagen von Experten und Laien sollen eine Antwort auf die Frage liefern, ob diese Mobiltelefonanrufe technisch überhaupt möglich waren, und wenn nein, wie sie sich dann erklären lassen.


Projekt Achilles

Bericht über das "Projekt Achilles". Teil eins: 23. Januar 2003, 16:35 bis 17:40 Uhr; Civic Airport, London, Ontario/Kanada

Ausrüstung

Flugzeug: Diamond DA20/C1. Katana-Zweisitzer, Motor: 125 PS. Rumpf und Gestell aus Fiberglas-Kohlenfaser-Gemisch, Gewicht bei voller Ladung: 745kg.

Mobiltelefone: Ein Mobiltelefon Modell Motorola »120 CDMA« (A); zwei Mobiltelefone Motorola »i1000 plus« (B) (beide zur Zeit des Flugs voll geladen).

Der Flugplan bestand aus vier "Runden" (ovalen Flugstrecken in Form einer Büroklammer) über dem Flugraum von London, Ontario (Kanada). Jede Runde war sieben bis acht Meilen lang und zwei bis drei Meilen breit. Die Anrufe erfolgten abwechselnd aus Telefon A und Telefon B. Ein zweites Mobiltelefon des Modells i1000, das für den Einsatz in größerer Höhe gedacht gewesen war, rutschte auf den Boden des Cockpits und konnte angesichts der gedrängten Raumverhältnisse nicht geborgen werden. Eine Kontrolle des Batteriebestands des ersten Telefons dieses Modells ergab aber, daß dieses keinen nennenswerten Energieverlust zu verzeichnen hatte.

Nach dem dritten Anruf kam ich zum Schluß, daß im Cockpit zu viel Lärm herrscht, um den Anrufbeantworter verstehen zu können; deshalb änderte ich meinen Plan und rief stattdessen meine Frau zu Hause an. Die Anrufe an die Geschäftsnummer wurden vom Anrufbeantworter registriert. Zwei Anrufe kamen durch. Von den 17 Anrufen an meine Hausnummer kamen nur rund zehn durch. In drei Fällen konnten wir ein rudimentäres Gespräch führen, in den restlichen Fällen war bloß ein Geräusch zu hören.

T1: Ergebnisse von Experiment Nr. 1
Mobiltelefonanrufe aus grossen Höhen

Runde 1 in 1100 Fuß Höhe (335,5 m)

1. Abschnitt

A an Geschäftsnummer

Keine Verbindung?

 

B an Geschäftsnummer

1 min. erfolgreich

 

A an Geschäftsnummer

1 min. erfolgreich

2. Abschnitt

B an Privatnummer

Keine Verbindung?

 

A an Privatnummer

unterbrochen, erfolgreich

 

B an Privatnummer

erfolgreich

Runde 2 in 2100 Fuß Höhe (640,5 m)

1. Abschnitt

A an Privatnummer

Keine Verbindung?

 

B an Privatnummer

Keine Stimme, nur Piepton

 

A an Privatnummer

Keine Verbindung

2. Abschnitt

B an Privatnummer

1 min. erfolgreich

 

A an Privatnummer

Keine Stimme

 

B an Privatnummer

Keine Stimme

Runde 3 in 3100 Fuß Höhe (945,5 m)

1. Abschnitt

A an Privatnummer

Anruf vergessen

 

B an Privatnummer

System überlastet

 

A an Privatnummer

Unvollständig

2. Abschnitt

B an Privatnummer

»Bitte warten: Clearnet«

 

A an Privatnummer

Unvollständig

 

B an Privatnummer

Anruf verspätet, unvollständig

Runde 4 in 3500 Fuß Höhe (1067,5 m)

 

A an Privatnummer

Unvollständig

 

B an Privatnummer

Vollständig, doch abgebrochen

Anmerkung: Unter "Höhe" ist Höhe über dem Erdboden und nicht über dem Meeresspiegel zu verstehen.

Zusammenfassung

Beim ersten Test führten lediglich fünf der 16 versuchten Anrufe zu einem Stimmenkontakt, der ein sinnvolles Gespräch ermöglichte. In wenigstens zwei Fällen konnte keinerlei Verbindung mit auf dem Erdboden befindlichen Mobiltelefonanlagen erreicht werden. Das Material, aus dem die (hier in London, Ontario hergestellte) Diamond Katana besteht, macht diese für EM-Strahlung bei Radiowellenlänge fast ganz durchlässig, und die Ergebnisse des Experiments sind deshalb als optimal zu betrachten. Bei Flugzeugen mit metallener Hülle wird unter diesen Umständen zweifellos eine geringere Zahl von Anrufen durchkommen.

Höhe

Höhe in Fuß

Erfolgsquotient

Geringe Höhe

(1100- 2100)

4/12

33%

Mittlere Höhe

(3100 – 3500)

1/7

14%

Schlussfolgerung

Der Zweck des Experiments bestand darin, die Auswirkung der Höhe auf die Erfolgsquote bei Mobiltelefonanrufen aus Flugzeugen zu ermitteln und allfällige Mängel bei der praktischen Durchführung solcher Versuche auszubügeln. Bezüglich des ersten Punktes deutet alles darauf hin, daß die Erfolgsquote mit steigender Höhe sinkt, doch bedarf dies einer gründlicheren Klärung.

Was das Vorgehen bei solchen Anrufen betrifft, ist es wohl am besten, eine Nummer zu wählen, die man gut kennt, um die verschiedenen Botschaften auf der Anzeige richtig zu deuten; außerdem hat dies den Vorteil, daß der Gesprächspartner die Zeit des Anrufs notieren und den Inhalt des Gesprächs zusammenfassen kann. (In den meisten leichten Maschinen herrscht im Cockpit soviel Lärm, daß man die Stimme des Angerufenen nicht immer hören kann; in nur zwei Fällen konnte ich meine Frau mehr oder weniger deutlich verstehen.) Wichtig ist ferner, daß man sich gut vorbereitet, ein spezielles Futteral für das Mobiltelefon sowie Schreibmaterial, ein Tonband etc. bei sich trägt. Die Geschwindigkeit der Katana war ein wenig zu hoch, als daß ich die Anrufe mühelos tätigen und zugleich alles sorgfältig hätte notieren können. Zwei der Anrufe erfolgten erst gegen Ende einer Runde, unmittelbar vor dem Aufstieg in die nächste. Es wäre besser gewesen, wenn eine andere Person die Mobiltelefone bedient hätte. Zu guter Letzt wäre ein sauberes Klassifizierungssystem erforderlich, mit dessen Hilfe man die Zwischenstufen zwischen völligen Fehlschlägen und gut hörbaren Gesprächen erfassen könnte.

Sämtliche Anrufe liefen über das Bell Mobility Network, das in der Gegend von London, Ontario, rund 25 Mobiltelefonanlagen installiert hat. Dank einer höchst nützlichen Serie von Karten, die mir ein lokaler Mobiltelefonfan zur Verfügung gestellt hat (www.arcx.com/sites/), ist es mir gelungen, sämtliche solche Anlagen in London, Ontario, zu orten.

A. K. Dewdney

(Der Verfasser dankt Corey Barrington, Pilot bei Empire Aviation, der bei diesem Flug am Steuer saß.)

Bericht über das "Project Achilles". Teil zwei.

Eines der bei den Mobiltelefonexperimenten benutzten Flugzeuge


25. Februar 2003

Ausrüstung

Flugzeug: Diamond Katana Viersitzer (Empire Aviation).

Mobiltelefone: C1, C2, C3, C4 (Beschreibung im Anhang.)

Personal: Corey Barrington (Pilot); Darren Spicknell (Operator, Techniker bei Wireless Concepts, Inc); Kee Dewdney (Versuchsleiter); Pat Dewdney (Kontaktperson auf dem Erdboden).

Wetter: unbegrenzte Sicht, leichte Bewölkung mit vereinzelten Wolken auf 3.000 und 25.000 Fuß Höhe, Sichtbarkeit 15 Meilen, Lufttemperatur -12°C.

Bei diesem Experiment flogen wir eine kreisförmige Route anstelle des länglichen Ovals. Das Zentrum des Kreises lag in der Mitte der Innenstadt, und der Flug führte uns über den größten Teil der Vorstädte. Sämtliche unten angegebenen Lokalisierungen beziehen sich auf das Stadtzentrum und sind jeweils rund drei Meilen von diesem entfernt.

Protokoll

Zu vom Operationsleiter angegebenen Zeiten machte der Operator jeweils einen Anruf an eine vorgegebene Nummer, wobei er die Kodenummer des Mobiltelefons (1 bis 4) sowie die Höhe angab. Die Kontaktperson am Boden notierte, was sie gehört hatte, und verzeichnete die Zeit des Anrufs. Auf den ersten drei Höhen von 2000, 4000 und 6000 Fuß wurde jedes der Telefone benutzt. Auf 8000 Fuß über dem Erdboden wurden lediglich C2 und C3 verwendet, da C1 und C4 nicht mehr einsatzfähig waren.

Die Ergebnisse sowie der zeitliche Rahmen gehen aus Tabelle T2 hervor.

T2: Ergebnisse des Experiments 2
Mobiltelefonanrufe aus grosser Höhe

Zeit

Anruf

T.

Ausrichtung

Registriertes Ergebnis

17:05

 

 

 

Im Taxi zum Flugzeug

17:12

 

 

 

Start

17:14

 

 

 

auf 2000 Fuß (610 m) über Grund

17:15

1

1

N

Zustandekommen unklar

17:17

2

2

W

Zustandekommen unklar

17:19

3

3

SW

Fehlschlag

17:21

4

4

S

unklarer Erfolg/unterbrochen

17:24

 

 

 

Aufstieg auf 4000 Fuß (1220 m) über Grund

17:25

5

1

NO

Fehlschlag

17:26

6

2

N

Klarer Erfolg

17:27

7

3

NW

Fehlschlag

17:29

8

4

W

Fehlschlag

17:33

 

 

 

Aufstieg auf 6000 Fuß (1830 m) über Grund

17:34

9

1

SO

Fehlschlag

17:36

10

2

E

Fehlschlag

17:37

11

3

NO

Fehlschlag

17:38

12

4

N

Fehlschlag

17:39

13

1

NW

Fehlschlag

17:40

14

2

SW

Klarer Erfolg

17:42

15

3

S

Fehlschlag

17:43

16

4

SO

Fehlschlag

17:44

17

1

O

Fehlschlag

17:45

18

2

NO

Fehlschlag

17:45

19

3

NO

Erfolg, doch unterbrochen

17:46

20

4

N

Fehlschlag

17:49

 

 

 

Beginn des Aufstiegs auf 8000 Fuß (2440 m) über Grund (nur Telefone 2 und 3)

17:50

21

2

W

Fehlschlag

17:50

22

3

SW

Fehlschlag

17:51

23

2

S

Erfolg, doch starker Summton

17:53

 

 

 

Höhe von 8000 Fuß (2440 m) über dem Erdboden erreicht

17:58

24

3

SO

Fehlschlag

17:58

25

2

O

Fehlschlag

17:58

26

3

O

Fehlschlag

17:59

27

2

NO

Fehlschlag

18:00

28

3

N

Fehlschlag

18:01

29

1

N

Fehlschlag

18:01

30

2

NW

Fehlschlag

18:02

31

3

NW

Fehlschlag

18:02

32

4

NW

Fehlschlag

18:15

 

 

 

Auf dem Flughafen gelandet

Schlussfolgerungen

Da es sich bei sämtlichen hier verwendeten Mobiltelefonen um allgemein verbreitete Typen handelt, läßt sich folgern, daß von diesem besonderen Flugzeugtypus aus Mobiltelefone mit steigender Höhe sehr rasch nutzlos werden. Dies gilt namentlich für zwei der verwendeten Telefontypen, Mike und Nokia, die in mehr als 2000 Fuß (610 m) Höhe nicht mehr funktionierten. Von den beiden übrigen war der Audiovox bis 6000 Fuß (1220 m) streckenweise einsatzfähig, versagte jedoch oberhalb dieser Höhe, während das BM Analog Mobiltelefon in über 7000 Fuß Höhe (2135 m) einmal funktionierte, in größeren Höhen jedoch nie. Wir dürfen somit getrost folgern, daß gewöhnliche Mobiltelefone, digital oder analog, in 8000 oder mehr Fuß Höhe (2440 m) keine Verbindung mit dem Erdboden herstellen können.

Es sei darauf hingewiesen, daß mehrere der hier als "Erfolge" bezeichneten Anrufe für den Registrierenden schwer zu hören waren; deshalb die hier verwendeten Ausdrücke "unterbrochen" oder "summend".

Zusammenfassung der Tabelle T2

Höhe (Fuß/m)

Versuche

Erfolge

Erfolgsquote

2000 (610)

4

3

75%

4000 (1220)

4

1

25%

6000 (1830)

12

2

17%

8000 (2440)

12*

1

8%

* Einschließlich dreier Erfolge beim Aufstieg; der letzte erfolgreiche Anruf erfolgte aus etwas über 7000 Fuß Höhe.

Die vier eingesetzten Mobiltelefone wurden von vier verschiedenen Telefonbetreibern (Mobiltelefonanlagen) bedient. Da die Anrufe im Fall eines jeden Netzwerks aus einer Reihe unterschiedlicher Positionen erfolgten, können die Fehlschläge nicht auf die Position der Anlagen zurückgeführt werden. Die Gegend von London, Ontario, weist eine große Anzahl von Mobiltelefonanlagen auf, die fünf verschiedenen Netzbetreibern angehören.

Vermerkt sei, daß auch dieses Experiment in einem radiotransparenten Flugzeug mit einem Rumpf aus Kohlefasern durchgeführt wurde. Mißlingt aus einem solchen Flugzeug ein Mobiltelefonanruf, so wird ein solcher erst recht aus einer auf gleicher Höhe fliegenden Maschine mit Metallhülle scheitern. Eine solche schwächt nämlich sämtliche Mobiltelefonsignale merklich ab. Alles berechtigt zu dem Schluß, daß die Erfolgsquote in einem Flugzeuge mit Aluminiumhülle (wie sie die meisten Passagierflugzeuge besitzen) erheblich niedriger läge als beim hier geschilderten Versuch. Man wird nicht fehlgehen mit der Annahme, daß von Passagierflugzeugen erfolgreiche Mobiltelefonanrufe aus mehr als 8000 Fuß Höhe (2440 m) unmöglich und aus einer geringfügig niedrigen Höhe statistisch unwahrscheinlich sind.

Mobiltelefontypen, Netzwerke

Ausgangsleistung: Das Nokia 6310i und das Audiovox 8300 Telefon besitzen im Digitalbetrieb eine Sendeleistung von 0,2 Watt. Das Motorola StarTac Telefon hat eine Ausgangsleistung von 0,6 Watt.

Wenn das Audiovox 8300 Telefon im Analogbetrieb eingesetzt wird, sendet es mit 0,6 Watt. (Dies ist normalerweise freilich nicht der Fall – die Leistung beläuft sich unter normalen Umständen auf 0,52-0,45 W).

Frequenz: Sowohl Telus Mike (C1) als auch Motorola StarTac (C2) operieren im Bereich von 800 MHz. Dies bewirkt ein größere Signalreichweite. Doch weist das IDEN (Mike) Netzwerk weniger Mobiltelefonanlagen auf und ist ein jüngeres digitales Netzwerk. Die meisten digitalen Technologien operieren auf der Grundlage des "alles oder nichts". Wenn ein Signal durchkommt, so ist es deutlich. Mit Nachlassen des Signals nimmt die Deutlichkeit nicht etwa kontinuierlich ab, sondern man nimmt einige digitale Verzerrungen wahr, worauf das Gespräch jäh unterbrochen wird.

Netzwerke: Mike Network: Neueres, vollkommen digitales Netzwerk mit moderner Antennenkonstruktion und weniger Zellanlagen; Bell Mobility Analog: Älteres, analoges Netzwerk mit weniger fokussierender Antennenbauweise, doch zahlreichen Zellanlagen; Telus PCS: Neueres, digitales Netzwerk mit vielen Frequenzen, moderner Antennenbauweise und vielen Zellanlagen; Rogers GMS: Unser neuestes digitales Netzwerk mit moderner Antennenbauweise und vielen Zellanlagen. (Ich danke Darren Spicknell dafür, daß er mir diese Daten zur Verfügung gestellt hat.)

A. K. Dewdney, 25. Februar 2003

"Project Achilles": Schlußbericht und Zusammenfassung der Ergebnisse.

In den ersten Monaten des Jahres 2003 führte der Verfasser drei Experimente durch, um zu ermitteln, ob Mobiltelefone von Flugzeugen aus funktionieren, und wenn ja, wie gut. Der erste Flug (Teil eins) war im wesentlichen ein Test der experimentellen Situation, dessen Zweck darin bestand, einige erste Daten zu erlangen und eine einfache, wirksame Arbeitsmethode zu entwickeln. Die Ergebnisse von Teil 2 (Diamond Katana Viersitzer) habe ich bereits vorgelegt; jene von Teil drei (Cessna 172-R) folgen unten.

Da die Experimentierreihe damit abgeschlossen ist, möchte ich nun meine Ergebnisse resümieren und einige Schlußfolgerungen unterbreiten. Diese fußen teils auf den Experimenten selbst, teils auf zwei anderen Quellen (vgl. Anhang B am Ende des Berichts). Expertenmeinungen und Augenzeugenberichte sind nicht nur vor Gericht zulässig, sondern auch bei manchen wissenschaftlichen Untersuchungen, wenn die Ereignisse von kurzer Dauer waren und Experimente entweder zu teuer oder unmöglich durchzuführen sind. Natürlich wiegen Zeugenaussagen nicht gleich schwer wie Expertenmeinungen oder tatsächliche Experimente, doch im vorliegenden Fall scheinen die Augenzeugenberichte übereinzustimmen und in die gleiche Richtung zu weisen.

Hinweis: Die Unternehmen, deren Geräte bei diesem Experiment zum Einsatz kamen, Empire Aviation und Cellular Solutions (beide London, Ontario, Kanada), haben aus rein kommerziellen Gründen mit mir zusammengearbeitet. Sie waren über den Zweck der Versuche nicht unterrichtet und verbanden keinerlei Interessen mit deren Ergebnis.

Experimente

Das vorhergehende Experiment, Teil zwei genannt, wies klar darauf hin, daß die Erfolgsquote bei Mobiltelefonanrufen aus Flugzeugen mit steigender Höhe drastisch sinkt. Es wurde in einem Viersitzer des Modells Diamond Katana über der kanadischen Stadt London, Ontario (300.000 Einwohner), durchgeführt. Jene Gegend besitzt ca. 35 Zellanlagen, die über eine Fläche von rund 25 Quadratmeilen verteilt sind.

Die Flugroute war eine nach oben führende Spirale, alle 200 Fuß (61 m) unterbrochen, wobei die Grenze der Route oberhalb des Stadtrandes verlief. Bei jeder Umfliegung versuchte ein erfahrener Operator eine im voraus festgelegte Anzahl von Mobiltelefonanrufen durchzuführen, wobei er sich einer Reihe gut geladener Mobiltelefone bediente, die weitgehend repräsentativ für die heute sowie im Jahre 2001 benutzten Modelle waren.

(In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß die kanadische Mobiltelefontechnologie nicht nur identisch mit der amerikanischen ist, sondern daß Kanada auf dem Felde der Kommunikationstechnologie den Vergleich mit keinem anderen Land der Welt zu scheuen braucht. In Forschung und Entwicklung ist Kanada eines der weltweit führenden Länder.)

Der Zweck der dritten Phase des Experiments lag in dem, was man als "Faradaysche Abschwächung" der Erfolgsquote und Qualität der Anrufe bezeichnen könnte. Das Vorhandensein einer Metallhülle um manche elektronischen Geräte ändert unter Umständen deren Verhalten, weil eine solche Hülle elektromagnetische Wellen abschwächen oder gar völlig abschirmen kann. Aus diesem Grund wurde das Katana-Flugzeug des vorhergehenden Experiments, von dem allgemein angenommen wird, daß es verhältnismäßig leicht von elektromagnetischen Wellen durchdrungen werden kann, durch ein Flugzeug mit Aluminiumhülle ersetzt.

Ausrüstung, Versuchsteilnehmer, Wetter

Flugzeug: Cessna 172-R (2002), Viersitzer (Empire Aviation)

Mobiltelefone: C1, C2, C3, C4, C5 (Beschreibung in Anhang A).

Personal: Corey Barrington (Pilot – Empire Aviation); Darren Spicknell (Operator – Techniker bei Wireless Concepts, Inc); Kee Dewdney (Versuchsleiter); Pat Dewdney (Ansprechpartnerin auf dem Erdboden).

Wetter: Leichte Bewölkung mit vereinzelten Wolken auf 5000 Fuß Höhe (1525 m), dicke, aber durchbrochene Wolkendecke auf 24.000 Fuß Höhe (7320 m), Sichtweite 12 Meilen (19,2 km), Wind 20 km/h von SSW, Lufttemperatur 19°C.

Bei diesem Experiment war die Flugroute dieselbe wie in Teil zwei. Das Zentrum des Flugkreises lag über der Innenstadt, und der Flug erstreckte sich über den größten Teil des Stadtrandes. Sämtliche unten angeführten örtlichen Angaben beziehen sich auf das Stadtzentrum und liegen jeweils ungefähr 2 Meilen (3,2 km) von diesem entfernt.

Protokoll

Zu jeweils vom Versuchsleiter angegebenen Zeiten machte der Operator einen Mobiltelefonanruf an eine vorgegebene Nummer, wobei er die Codenummer des benutzten Telefons (1 bis 5) sowie die Höhe angab. Die Ansprechpartnerin auf dem Boden notierte alles, was zu ihr durchkam, sowie die Zeit des Anrufs. Auf den beiden ersten Höhen von 2000 bzw. 4000 Fuß über dem Erdboden (610/1220 m) wurde jedes Telefon einmal verwendet. Auf 6000 und 8000 Fuß Höhe (1830/2440) wurden nur die Telefone C2, C3 und C4 benutzt, da C1 und C4 betriebsunfähig waren.

Zu den Ergebnissen siehe Tabelle 3, zur Zusammenfassung die Tabelle unten links.

Zusammenfassende Tabelle zu Experiment 3

Höhe (Fuß /m)

Versuche

Erfolge

Erfolgsquote

2000 (610)

5

5

100%

4000 (1220)

5

3

60%

6000 (1830)

15

6

40%

8000 (2440)

15

2

13%

Anmerkung: Unter den "versuchten" Anrufen befanden sich auch solche mit den ausgefallenen Telefonen C1 und C4 auf über 4000 Fuß Höhe, wo diese nach Angaben des Mobiltelefonfachmanns ohnehin nicht mehr hätten funktionieren können. Es war notwendig, diese Anrufe in die Statistik miteinzubeziehen, da die Ergebnisse auf verschiedenen Höhen sonst nicht vergleichbar wären.

 

 

 

T3: experiment 3: Anrufe aus grosser höhe
Zeit

Anruf

Tel.

Lok.

Ergebnis

19:05 – Im Taxi zum Flugzeug

       

19:12 – Abflug

       
19:15 – auf 2000 Fuß über Grund        
19:17

1

1

N

Klarer Erfolg, kurze Unterbrechung
19:18

2

2

W

Klarer Erfolg
19:20

3

3

SW

Klarer Erfolg
19:22

4

4

S

Klarer Erfolg (2 Versuche)
19:23

5

5

SO

Klarer Erfolg
19:27 – Aufstieg auf 4000 Fuß        
19:28

6

1

NO

Klarer Erfolg
19:30

7

2

N

Klarer Erfolg
19:31

8

3

NW

„Erfolg" (fragmentarisch) kein vollständiges Wort
19:32

9

4

W

Fehlschlag, kein Läuten
19:34

10

5

SW

Klarer Erfolg
19:35 – Aufstieg auf 6000 Fuß        
19:39

11

1

SO

Klarer Erfolg
19:41

12

2

O

Klarer Erfolg
19:42

13

3

O

Klarer Erfolg, kurze Unterbrechung
19:44

14

4

NO

Fehlschlag, kein Läuten
19:44

15

5

NO

Fehlschlag, kein Läuten
19:45

16

1

N

Fehlschlag, kein Läuten
19:46

17

2

N

Klarer Erfolg
19:47

18

3

NW

Fehlschlag, kein Läuten
19:48

19

4

NW

Fehlschlag, kein Läuten
19:49

20

5

W

Klarer Erfolg
19:50

21

1

W

Fehlschlag, kein Läuten
19:51

22

2

SW

Fehlschlag, kein Läuten
19:52

23

3

SW

Fehlschlag, kein Läuten
19:53

24

4

S

Fehlschlag, kein Läuten
19:54

25

5

S

Klarer Erfolg
19:55 – Beginn des Aufstiegs auf 8000 Fuß (Telefone C2, C3 and C5)        
19:55

26

2

SO

Fehlschlag, kein Läuten
19:57

27

3

O

Fehlschlag, kein Läuten
19:59

28

5

O

Klarer Erfolg, kurze Unterbrechung
20:00 – Aufstieg auf 8000 Fuß vollendet        
20:01

29

2

NO

Fehlschlag, kein Läuten
20:02

30

3

NO

Fehlschlag, kein Läuten
20:03

31

5

N

Fehlschlag, kein Läuten
20:04

32

2

NW

Klarer Erfolg
20:05

33

3

NW

Fehlschlag, kein Läuten
20:07

34

5

W

Fehlschlag, kein Läuten
20:20 – Landung        

Die Resultate dieses Experiments können mit jenen von Teil zwei verglichen werden, wo wir anstelle der Cessna die Diamond Katana benutzten:

Höhe (Fuß)

Versuche

Erfolge

Erfolgsquote

2000

4

3

75%

4000

4

1

25%

6000

12

2

17%

8000

20

1

5%

Um die Ergebnisse vergleichbar zu gestalten, wurde Telefon C5 nicht in die Berechnungen miteinbezogen, da es beim ersten Experiment nicht gebraucht worden war.

Analyse

Da die (1,5 mm dicke) Hülle der Cessna allem Anschein nach den Ausgang des Experiments kaum beeinflußt hat, können die Daten der Teile zwei und drei wie folgt miteinander kombiniert werden, um verläßlichere Zahlen für die beim Experiment verwendete Reihe von Testtelefonen zu erhalten:

Höhe (Fuß)

Versuche

Erfolge

Erfolgsquote

2000

9

8

89%

4000

9

4

44%

6000

27

8

30%

8000

35

3

9%

Die auf den ersten drei Höhen erhaltenen Daten passen allem Anschein nach in ein allgemein gültiges Schema, nach dem die Erfolgsquote mit steigender Höhe schrumpft. Anders gesagt, die Chance eines erfolgreichen Mobiltelefonanrufs aus einem Flugzeugs verhält sich umgekehrt proportional zur Höhe, entsprechend der Formel:

Erfolgschance = k/Höhe, wobei k eine Konstante ist.

Man beachte, daß die Werte von k, die aus diesen Daten hervorzugehen scheinen, zumindest bis in 6000 Fuß Höhe bemerkenswert konstant sind. Auf 8000 Fuß freilich fällt der Wert von k steil ab, was darauf hindeutet, daß dort andere Verhältnisse gelten.

Das zu erwartende Schema der Verringerung der Erfolgsquote ist selbstverständlich umgekehrt quadratisch. Es ist dies eine natürliche Folge der drei Dimensionen, welche jede einförmige Strahlung durchqueren muß. Die umgekehrte quadratische Verringerung folgt einem umgekehrten Muster bzw. einer umgekehrten Formel:

Erfolgschance = k/Höhe²

Es scheint legitim, die auf 4000 und 8000 Fuß gewonnenen Daten als Ecksteine bei der Berechnung der Konstante k zu verwenden (bei der es sich wohlverstanden nicht um dieselbe Konstante handelt wie bei der vorhergehenden Analyse).

 

Auf 4000 Fuß über dem Erdboden ergibt sich ein k-Wert von 7.040.000. auf 8.000 Fuß einer von 5.760.000. Obgleich der k-Wert hier abermals zu sinken scheint (was darauf hindeutet, daß die Verminderung noch brüsker erfolgen kann als umgekehrt quadratisch), benutzen wir den Durchschnittswert der beiden Schätzungen, entsprechend unserer regelmäßig geübten Praxis, im Zweifelsfall für die Mobiltelefone zu entscheiden, wenn man sich so ausdrücken darf.

Höhe (Fuß)

k-Wert

2000

1780

4000

1760

6000

1800

8000

720

Höhe (Fuß)

Versuche

Erfolge

Erfolgsquote

2000

4

3

75%

4000

4

1

25%

6000

12

2

17%

8000

12

1

8%

 

 

 

 

 

Setzen wir den Durchschnittswert von k mit 6.400.000 an, so erhalten wir die Formel:

Erfolgschance = 6.400.000/Höhe²

Unter Verwendung dieser Formel erhalten wir eine wohlbegründete, durch untenstehende Tabelle veranschaulichte Schätzung der Wahrscheinlichkeit, daß ein Mobiltelefon aus einem langsam fliegenden Flugzeug durchkommt.

Höhe (Fuß)

Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Anrufs

4.000

0,400

8.000

0,100

12.000

0,040

16.000

0,025

20.000

0,016

24.000

0,011

28.000

0,008

32.000

0,006

Privatpiloten, die leichte Maschinen fliegen, sind heutzutage mit der Tatsache vertraut, daß sie ihre Mobiltelefone für Anrufe auf den Boden benutzen können, zumindest wenn sie nicht höher als ein- oder zweitausend Fuß fliegen. Oberhalb dieser Höhe werden Anrufe recht schwierig; manchmal kommen sie durch, manchmal nicht. Je höher ein Pilot fliegt, desto geringer sind die Erfolgsaussichten. Auf 8000 Fuß Höhe sind die Chancen null, außer wenn der Pilot ein Mobiltelefon mit denselben Fähigkeiten wie C5 benutzt (siehe Anhang A). Doch auch dieser Telefontyp versagt ab 6000 Fuß Höhe häufig. In einer Höhe von 20.000 Fuß stehen die Erfolgschancen bei kaum einem Prozent.

Die hier dargelegten Ergebnisse beziehen sich lediglich auf leichte Flugzeuge und sind insofern klar optimal, als Anrufe aus einem großen, mit einer schweren Hülle umgebenen, sich schnell bewegenden Passagierflugzeug bedeutend schwieriger zu tätigen sind.

Schlußfolgerungen

Es läßt sich nicht sagen, daß das Faradaysche Abschirmungsexperiment (Teil drei) vollständig war, da der Bediener das Telefon meist in normaler Stellung sitzend an sein Ohr hielt. Dies bedeutet, daß die Signale von den Testtelefonen nur teilweise abgeschwächt wurden, da der Bediener von Fenstern umgeben war, die selbst wellendurchlässig sind.

Obwohl es sich noch nicht sagen läßt, in welchem Umfang sich die schwerere Aluminiumhülle eines Flugzeuges der Boeing 700-Serie auf Mobiltelefonanrufe von innerhalb des Flugzeugs auswirken würde, wäre sicherlich ein Effekt vorhanden, weil der Sende- und Empfangswinkel durch diese kleinen Fenster erheblich kleiner ist.

Wie zuvor gezeigt, ist die Chance, daß ein normaler Mobiltelefonanruf aus großer Höhe zu einer Zellanlage durchkommt, weniger als ein Prozent. Die Chance, daß zwei Anrufer Erfolg haben, beträgt weniger als ein Zehntausendstel. Dieser Wahrscheinlichkeitsquotient ist nämlich das Ergebnis zweier separater Wahrscheinlichkeiten (1/100 × 1/100). Werden hundert Anrufe getätigt, so ist, auch wenn die meisten scheitern, die Chance, daß auch nur beispielsweise dreizehn durchkommen, astronomisch gering. Praktisch bedeutet dies "unmöglich".

Bei geringeren Höhen steigt die Wahrscheinlichkeit einer Verbindung von "unmöglich" auf verschiedene Abstufungen von "unwahrscheinlich". Doch hier heißt es einem anderen Phänomen Rechnung tragen, das in einem propellerbetriebenen Flugzeug nicht getestet werden kann. Bei 500 Meilen pro Stunde (800 km/h) braucht ein tieffliegendes Flugzeug nur sehr wenig Zeit zum Überfliegen einer jeden Zelle. Wenn beispielsweise eine Zelle (d.h. eine von einer bestimmten Zellanlage bediente Fläche) einen Durchmesser von einer Meile (1,6 km) aufweist, braucht das Flugzeug zu ihrem Überfliegen eine bis acht Sekunden. Bevor ein Mobiltelefonanruf durchkommen kann, muß das Gerät einen elektronischen "Handschlag" mit der Zellanlage vollziehen, über welche der Anruf läuft. Dieser "Handschlag" kann kaum in acht Sekunden erfolgen. Erreicht das Flugzeug die nächste Zelle, muß der Anruf an diese weitergereicht werden. Dieser Prozeß dauert auch einige Sekunden. Zusammen brauchen die beiden Voraussetzungen für das Zustandekommen und die Aufrechterhaltung eines Gesprächs allem Anschein nach zuviel Zeit, als daß ein solches in die Wege geleitet werden könnte. Früher oder später wird der Anruf seitens der Technik aufgegeben.

Diese Einschätzung wird sowohl durch Zeugenaussagen als auch durch Expertenmeinungen untermauert, die wir unten in Anhang B wiedergeben. Was sich anhand theoretischer Berechnungen voraussagen läßt, stimmt also mit dem überein, was Experten bestätigen. Unter diesen Umständen scheint die Folgerung gerechtfertigt, daß Mobiltelefonanrufe aus einem rasch fliegenden Flugzeug (aus jeder beliebigen Höhe) nicht mehr Erfolgschancen haben als solche aus in großer Höhe langsam fliegenden Flugzeugen.

A.K. Dewdney, 19. April 2003

Hinweis

Der Verfasser hat weder seinen akademischen Titel noch seine akademische Stellungen aufgeführt, weil die hier geschilderten Forschungen in keinerlei Verbindungen zu irgendwelchen Universitätseinrichtungen standen und von solchen auch nicht finanziell unterstützt wurden. Er hat gegenwärtig den Titel eines emeritierten Professors für Computerwissenschaft sowie eines beigeordneten Gastprofessors für Biologie an der Universität von Western Ontario und eines Professors für Computerwissenschaft an der Universität von Waterloo.

Anhang A: Mobiltelefontypen

Anhang B: Briefe

Expertenmeinungen

»Sehr geehrter Herr,

Ich habe den Artikel [Geisterreiter] noch nicht zu Ende gelesen, doch habe ich beruflich mit Telekommunikation zu tun. Die Verwendung eines Mobiltelefons in einem Flugzeug ist beinahe unmöglich. Die Gründe sind vielschichtig, doch die Hauptursache liegt darin, daß das Flugzeug den Funkverkehr stören würde und daß die Türme, welche die Signale tragen, wegen der Geschwindigkeit des Flugzeugs mit dem Senden und Empfangen überfordert wären. Die Auskunft anrufen? Nun, dies ist grundsätzlich unmöglich.

Ich habe jeweils für einen namhaften kanadischen und amerikanischen Anbieter gearbeitet, und ich mußte mein Team dahingehend instruieren, daß die Unterstützung durch einen Operator nicht funktioniert. Haben Sie je versucht, ein Mobiltelefon in einem öffentlichen Gebäude zu benutzen? Unmöglich. Es gibt darin zu viele Stellen, wo es kein Signal gibt. Dies nur als kleine Informationsstücke.

Megan Conley <[email protected]

 

»Guten Tag,

Ich bin ein Radiofrequenz-Konstruktionsingenieur, der beim Ausbau von Sprint, Verizon und anderen Mobiltelefon-Netzwerken in New Orleans beteiligt war. Sie haben vollkommen recht. In Autos, die mit 55 Meilen pro Stunde [88 km/h] fahren, funktionieren diese Dinger nur mit Schwierigkeiten. Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen die Zeugenaussage eines anderen Ingenieurs benötigen sollten, dann lassen Sie mich dies wissen. Ich werde jemanden finden, der meine Angaben bestätigt. Meine Ingenieurswebsite: http://www.geocities.com/rf_man_cdma/

Brad Mayeux <[email protected]

Persönliche Erlebnisse

»Sehr geehrter Herr,

Ihr Artikel ist der erste mir bekannte, der diese zweifelhaften "Mobiltelefonanrufe" in den Mittelpunkt stellt. Letzten Monat flogen meine Frau und ich nach Melbourne, ca. 1.000 Meilen [1.600 km] südlich von hier. In Passagierflugzeugen sind Mobiltelefone bei uns verboten, doch auf dem Rückflug hatte ich ein neues NOKIA-Telefon, eben in Melbourne gekauft. Wegen seiner Kleinheit vergaß ich fast, daß es sich in meiner Tasche befand. Ich stellte es verstohlen an. Kein Empfang, nicht einmal über Städten oder als wir uns Brisbane näherten. Vielleicht ist dies in den USA anders, doch ich bezweifle es.

Dieses Verbrechen schreit nach einer Untersuchung. Die Gerechtigkeit für die Tausende von Opfern und ihre Familien erfordert dies.

Mit den besten Grüßen

Bernie Busch <[email protected]

 

»Hallo Herr Professor,

Ich habe mehrmals versucht, mein Mobiltelefon in einem Flugzeug in über zwei- bis dreitausend Fuß Höhe zu benutzen, aber es klappt nicht. Meine Experimente erfolgten diskret bei mehr als 20 Flügen mit Southwest Airlines zwischen Ontario, Kalifornien und Phoenix, Arizona. Ihre Ergebnisse entsprechen den meinigen. Mit Sprinttelefonen der Modelle 3500 und 6000 kam kein Anruf auf über 2500 Fuß durch, und auf schätzungsweise 5000 Fuß erschien der Hinweis "Kein Betrieb".

Es scheint zwei Gründe dafür zu geben: 1. Die Zellanlagen besitzen nicht genug Energie, um viel weiter als eine Meile zu reichen; 2. Das Mobiltelefonsystem ist nicht in der Lage, Anrufe zu vermitteln, wenn das Flugzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 400 Meilen pro Stunde aufweist [640 km/h].

Dies sind sehr simple experimentelle Daten. Wenn einer Ihrer Kontaktpersonen sie verifizieren kann, indem er ermittelt, auf welcher Höhe und mit welcher Geschwindigkeit das dann in Pennsylvania abgestürzte Flugzeug flog, läßt es sich beweisen, daß die ganze Geschichte mit den Telefonanrufen ein Schwindel ist.

Rafe <[email protected]> (airline pilot)«

 

»Guten Tag,

Ich möchte Ihnen zu Ihrem Bericht gratulieren, da ich vom allerersten Tage an das Gefühl hatte, daß der "Beweis" mit den Mobiltelefonanrufen der wohl faulste Teil der Geschichte war, und es mich sehr erstaunte, daß bisher niemand diesen Aspekt zur Sprache gebracht hat.

Ich möchte ferner die Frage der Fluggeschwindigkeit anschneiden, die mich zuerst mißtrauisch gegenüber den Mobiltelefonanrufen gemacht hat. Ich weiß nicht, welche Höchstgeschwindigkeit Sie in dem kleinen Flugzeug erreicht haben, doch in einem großen Passagierflugzeug dürfte die Geschwindigkeit (vermutlich) nicht unter 450 Meilen pro Stunde [720 km/h] gelegen haben, und die meisten Mobiltelefone wären nicht in der Lage, rasch genug von einer Zelle zur anderen überzugehen, um eine Verbindung aufrechtzuerhalten (wenigstens nach dem, was ich von dieser Technologie verstehe). Außerdem reden wir von der Mobiltelefontechnologie des Jahres 2001, als bekanntlich Anrufe aus Autos, die mit über 70 Meilen pro Stunde [112 km/h] fuhren, unterbrochen wurden (auch diesmal, weil der Übergang von einer Zelle zur anderen zu schnell erfolgte).

Auf jeden Fall vielen Dank für Ihre Aufklärungsarbeit. Machen Sie so weiter.

Ben Adam <email auf Anfrage>«

 

»Lieber Herr Professor,

Als Antwort auf Ihren Artikel möchte ich meiner Genugtuung darüber Ausdruck verleihen, daß sich jemand mit der nötigen Sachkenntnis die Mühe genommen hat, den Unsinn mit dem 11. September wissenschaftlich zu widerlegen.

Ich reiste an jedem Wochenende zwischen zwei großen europäischen Städten hin und her, als sich die Ereignisse in den USA zutrugen. Besonders merkwürdig erschienen mir die Berichte, wonach zahlreiche Passagiere an Bord der entführten Flugzeuge lange Gespräche mit Bodentelefonen geführt haben sollen, wobei sie sich angeblich ihrer Mobiltelefone (und nicht etwa der an Bord befindlichen Satellitentelefone) bedienten. Da ich jedes Wochenende per Flugzeug zu reisen pflegte, ignorierte ich die Sicherheitsvorschriften, welche die Fahrgäste zum Ausschalten ihrer Mobiltelefone anhalten, und versuchte aus purer Neugier, ob ich einen Anruf zustande bringen könnte.

Erstens bricht die Verbindung schon beim Start recht schnell ab (Aufstiegsgeschwindigkeit, seitlicher Empfang von Bodenstationen etc.). Ich schätze, daß die Verbindung ab 500 Meter Höhe nicht mehr klappt.

Zweitens verläuft vor der Landung der Abstieg langsamer, und das Flugzeug hält sich länger im Bereich der Mobiltelefonstationen auf, doch nur in weniger als 500 m Höhe. Ich habe festgestellt, daß, weil sich das Flugzeug sehr rasch fortbewegt, die Verbindung von einem Sendeturm zum anderen hüpft und einem nie die Chance läßt, wirklich einen Anruf zu tätigen. (Beim Reisen über Land, beispielsweise in einem Auto, habe ich dieses Phänomen niemals bemerkt.) Dann, wenn eine Verbindung zustande gekommen ist, braucht es wenigstens zehn bis dreißig Sekunden, bis der Anbieter einen Telefonanruf genehmigt. Nach dieser Zeit ist (da die Geschwindigkeit immer noch mehr als 300 km pro Stunde beträgt) bereits die nächste Station erreicht, und das Telefon, das stets nach der besten Verbindung sucht, bricht die eben zustande gekommene Verbindung ab und versucht eine neue Station anzupeilen.

Ich habe dieses Experiment mehr als 18 Monate lang betrieben, so daß Witterungsverhältnisse, örtliche Gegebenheiten oder der Zufall als Faktoren ausscheiden. Die ganze Zeit über ließ sich dasselbe Phänomen beobachten: Von einem Flugzeug aus einen Mobiltelefonanruf zu tätigen, ist unrealistisch und so gut wie unmöglich.

In Anbetracht dieser Fakten kann ich Ihren Schlußfolgerungen nur beipflichten, daß die offiziellen (und vielleicht fabrizierten) Geschichten als Unsinn abgetan werden dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Kes <[email protected]


Ein alternatives Szenario

Ein wirksam dargebotenes Zauberkunststück auf der Bühne ist ein Ereignis, das nicht tatsächlich stattgefunden hat, zumindest nicht auf die dem Publikum vorgegaukelte Art und Weise. Dieses soll dazu veranlaßt werden, an einen "Zauber" zu glauben, während die tatsächliche Erklärung stets weit komplexer und ganz anders ist. Die meisten Zuschauer sind sich bewußt, daß die scheinbare Erklärung falsch ist und versuchen sich vorzustellen, wie der Effekt denn wirklich erreicht wurde. Nur sehr wenige nehmen die "offizielle" Erklärung für bare Münze.

Bei anderen, schwärzeren Formen der Magie wird kaum weniger manipuliert, doch reagieren die Zuschauer anders darauf. Die allermeisten wähnen zu wissen, daß die ihnen servierte Erklärung richtig ist, und zerbrechen sich gar nicht erst den Kopf darüber, wie der Effekt zustande gekommen sein mag. Die Zahl der Zweifler ist sehr gering. Wenn die Geschehnisse des 11. September 2001 wirklich Bestandteile eines raffinierten Zauberkunststücks waren, wie wurde das Ganze dann inszeniert? Im vorliegenden Artikel wird eine mögliche Lösung dargeboten. Der Zaubertrick heißt "Geisterreiter am Himmel". Beginnen mit einem Blick hinter den Vorhang an jenem schicksalhaften Tage.

Flug 11

Der Morgen schimmerte hell und klar über dem Logan Airport in Boston, als sich die Mannschaften für die ersten Flüge des Tages einfanden. Die Passagiere des Flugs 11 der American Airlines füllten bereits die Lounge, als der Pilot John Ogonowski und der erste Offizier Thomas McGuiness ihre Boeing 767 bestiegen, um die routinemäßige Inspektion vorzunehmen.

Bei seinem Marsch durch die Lounge warf Ogonowski einen flüchtigen Blick auf die wartenden Passagiere, wie er es stets zu tun pflegte. Er bemerkte nichts Ungewöhnliches.

Im Cockpit gingen er und McGuiness die lange Checkliste durch, und als sie die Motoren in Betrieb gesetzt hatten, erwachten die beiden gewaltigen General-Electric-Turbo-Triebwerke dröhnend zum Leben. Die Wettervorhersage verhieß schönes Wetter bis nach Los Angeles. Alles deutete auf einen Routineflug hin.

Um 7:45 Uhr schloß die Flugmannschaft die Kabinentüren, und die 767 begann auf die Landebahn hinauszurollen. Wenige Minuten später erhielt die Maschine die Starterlaubnis. Um 7:59 Uhr liefen die Motoren voll an, und die 767 hob vom Boden ab. Sie stieg in den klaren, blauen Himmel empor, erreichte auf 25.000 Fuß ihre maximale Flughöhe und schoß westwärts in Richtung Los Angeles. Ogonowski fragte auf dem Flugkontrollcomputer die Koordinaten für Los Angeles ab und setzte dann das INS/Autopilot-System in Betrieb. Eine Stewardesse brachte Kaffee ins Cockpit und unterhielt sich kurz mit Pilot und Co-Pilot, ehe sie sich wieder ihren Pflichten zuwandte.

Bis 8:27 Uhr, fast eine halbe Stunde nach dem Start, verlief der Flug völlig normal. Doch zu jenem Zeitpunkt verspürte Ogonowski ein Drücken in der Brust, und plötzlich fiel ihm

das Atmen schwer. Ein Herzanfall? Der Pilot warf einen nervösen Blick auf McGuiness; wenn sich die Symptome verschärften, würde er diesen wohl warnen müssen, daß er sich unwohl fühlte. Doch McGuiness’ Gesicht war schneeweiß, und er schien mühsam um Atem zu ringen. Dann übergab er sich. »Wir stecken in der Klemme«, sagte sich Ogonowski und versuchte verzweifelt zu denken. Aus dem Passagierabteil hinter den geschlossenen Cockpittüren drangen Rufe und Schreie. Dem Piloten wurde nun dunkel vor den Augen, und er konnte nicht mehr atmen. »Ruf die Stewardessen«, vermochte er noch zu sagen, ehe er starb. Der Kopf des Co-Piloten hing bereits seitwärts herab.

Im Passagierabteil verlor eben die letzte Stewardesse das Bewußtsein und sank langsam in die Knie, ehe sie im Gang zwischen den Sitzreihen ihr Leben aushauchte. Das Flugzeug roch nach Erbrochenem und Kot. Außer einem oder zwei Passagieren, die in den Gängen lagen, waren alle in ihren Sitzen zusammengesunken. Sie schienen alle in tiefen Schlaf versunken, doch in Wirklichkeit waren sie tot. An Bord befand sich keine lebende Seele mehr.

Im Cockpit saßen Pilot und Copilot regungslos in ihren Sitzen und starrten mit leeren Augen in den tiefen blauen Himmel über den Fenstern. Das Flugzeug flog mit unverändertem Kurs weiter, als sich unversehens die Zahlen auf dem zuvor reglosen Navigationssystemsschirm änderten. Anstelle der Koordinaten für den Raum Los Angeles erschienen neue Ziffern auf dem Schirm. Das Flugzeug vollzog eine jähe Schwenkung nach links und begann einen langsamen Abstieg, wobei es seine Geschwindigkeit um 100 Meilen pro Stunde erhöhte (160 km/h).

Wäre im Cockpit noch jemand am Leben gewesen, so hätte er durch das Fenster sehen können, wie die Stadt New York näher rückte. Das Flugzeug senkte sich immer tiefer und nahm Kurs auf Untermanhattan.

Als die 767 den East River überflog, war es schon völlig klar, wo das Ziel der Maschine lag. Das World Trade Center gewann immer deutlichere Konturen. Um 8:45 Uhr raste die Boeing 767 krachend in den Nordturm. Ein riesenhafter Flammenball, brennender Treibstoff, schoß auf der Südostseite des Nordturms hoch. Die vergasten Passagiere und Besatzungsmitglieder des Flugs 11 wurden nun kremiert, und zusammen mit ihnen Hunderte von Büroangestellten im Nordturm.

18 Minuten später, um 9:03 Uhr, als Tausende von New Yorkern atemlos und entsetzt den brennenden Nordturm anstarrten, erschien aus Südwesten eine zweite Boeing 767 und flog mit voller Wucht in den Südturm. Flug 175 der United Airlines war an jenem Morgen – um 8:15 Uhr – ebenfalls vom Bostoner Logan-Flughafen gestartet.

Um 9:45 Uhr brauste ein drittes Flugzeug in eine Ecke des Pentagon-Gebäudes. Um 10:00 Uhr zerschellte eine vierte Maschine auf einem Feld in der Nähe von Pittsburgh; offenbar hatte sie ihr Ziel gänzlich verfehlt.

Schon Minuten nach dem ersten Einschlag berichteten die wichtigsten Nachrichtenmedien über die Geschehnisse und warteten mit immer neuen Einzelheiten auf. Anscheinend hatten vier von Selbstmördern gesteuerte Flugzeuge soeben zwei der wichtigsten Wahrzeichen Amerikas getroffen. Nach ihren Eindrücken gefragt, beschrieben die Menschen auf der Straße diese als "irreal". Etwas Ähnliches hatte die Welt noch nie erlebt. Das Drama drängte alle anderen Themen in den Hintergrund und rief bei den Amerikanern zuerst schiere Sprachlosigkeit und dann ungeheure Empörung hervor.

In den folgenden Tagen verbreitete sich die Geschichte von vier Zellen arabischer Terroristen im Nu. Man enthüllte die Namen der Flugzeugentführer sowie ihre Verbindungen oder Beziehungen mit Al Qaida und dem gefürchteten Osama bin Laden. Schon bald sollte Bush seinen "Krieg gegen den Terrorismus" ausrufen. Schon bald sollten sich amerikanische Truppen zum Einfall in Afghanistan rüsten, und Israel sollte das Gebiet westlich des Jordans und den Gazastreifen wieder besetzen.

Die Septemberangriffe nahmen von Anfang an apokalyptische Dimensionen an, und die Entführer erschienen fast schon als die vier Reiter der Apokalypse. In der vorliegenden Analyse wird die Möglichkeit erörtert, daß die Flugzeuge nicht von physisch vorhandenen Personen entführt worden sind, sondern durch eine einfache Kombination zweier technologisch raffinierten Methoden. In diesem Fall hätten wir es nicht mit apokalyptischen Reitern zu tun, sondern mit "Geisterreitern", die an die amerikanische Ballade Ghost Riders in the Sky gemahnen.

Eine Analyse der Terrorangriffe

Die Diskrepanz zwischen der eben von mir gelieferten Schilderung der Entführung und der von den Medien feilgebotenen ist nur allzu offenkundig, und erstere wird vielen absolut unwahrscheinlich vorkommen. Wie könnte auch jemand auf den Gedanken verfallen, einen scheinbar so eindeutigen Fall zu hinterfragen? Die FBI-Ermittlungen hatten schon erstaunlich rasch zu eindeutigen Ergebnissen geführt, war es dem FBI doch geglückt, einen Fall, in den nicht weniger als 19 Terroristen verwickelt waren, in sage und schreibe zwei Tagen zu lösen. (Hingegen hatte man mehrere Jahre gebraucht, um einen einzelnen Terroristen – den Unabomber – dingbar zu machen.) Dazu kam ein steter Strom von vorsichtigen Presseerklärungen und Meldungen aus dem Pentagon, und schon ein paar Tage nach dem Angriff wurden Kriegspläne des Weißen Hauses ruchbar. Diese deuteten zwangsläufig auf eine sehr gut vorbereitete Regierung hin. Man hätte eigentlich meinen sollen, Menschen, die sich eben erst mit einer "neuen Realität" abgefunden hatten, würden schwerlich gewillt sein, diese gegen etwas noch viel Schlimmeres einzutauschen. Trotzdem schien sich die "Irrealität" der Angriffe nahtlos in die Irrealität des darauf folgenden Dramas einzufügen.

Im folgenden will ich die technische Machbarkeit der elektronischen Entführung großer Passagierflugzeuge erörtern, wie sie im einleitenden Szenario beschrieben wird. Ich behaupte nicht, genau so habe es sich am 11. September zugetragen. Doch noch viel weniger bin ich der Ansicht, daß die Angriffe von "arabischen Terroristen" ausgeheckt und ausgeführt worden sind.

Ich mache lediglich geltend, daß die unten beschriebene Methode eine von mehreren – freilich die effizienteste – zur Umwandlung von Passagierflugzeugen in fliegende Bomben ist. Daraus folgt gleich meine nächste Behauptung, nämlich daß die gleich nach dem 11. September erfolgten hastigen Erklärungen bestenfalls eine unverzeihliche Torheit seitens der Bush-Regierung und schlimmstenfalls ein Desaster für Amerika waren. In letzterem Fall deutet das hier vorgebrachte Beweismaterial auf gewisse Elemente in der Machtstruktur der US-Regierung hin, und der einzig mögliche Schluß besteht darin, daß die Vereinigten Staaten selbst gekidnappt worden sind.

Ehe wir uns der Frage zuwenden, wie eine mit ausgeklügelten technologischen Mitteln durchgeführte Entführung möglich ist, scheint es am Platz, einige im Zusammenhang mit den Attacken stehende Erkenntnisse zu offenbaren, da diese Indizien dafür enthalten könnten, daß an jenem Tage etwas ganz anderes geschehen ist als Flugzeugentführungen durch "arabische Terroristen".

Der historische Kontext

Zuerst der wichtigste Punkt: Niemals hat eine bekannte "terroristische" Gruppe, mag es sich nun um Palästinenser, baskische Separatisten, irische Nationalisten, die Tamil Tigers, die Rote Armee Fraktion oder eine sonstige Organisation handeln, je einen Anschlag durchgeführt, ohne dann die Verantwortung dafür zu übernehmen. Der Zweck eines solchen Angriffs besteht ja darin, Werbung für eine Sache zu machen. Die einzige Ausnahme von dieser für die Geschichte des Terrorismus gültige Regel ist die mysteriöse Al Qaida, an deren Spitze der nicht minder mysteriöse Osama bin Laden stehen soll. Der bekannte britische Reporter Robert Fisk hat dieselbe Auffassung verfochten:

»Sie haben keine Botschaft hinterlassen, sondern nur Schweigen.«

Nach Fisks Ansicht war dies ganz und gar untypisch für jegliche terroristische Organisation (MacIntyre, 2001).

Wäre Al Qaida für die Angriffe verantwortlich gewesen, warum hätte bin Laden die Verantwortung dafür denn nicht übernehmen sollen? Die vom Weißen Haus aufgestellte Behauptung, wonach Al Qaida Amerika mit "namenlosem Schrecken" überziehen wollte, ist zutiefst unlogisch. Die einzigen anderen Terrorakte, für welche sich keine der "regulären" Organisationen für verantwortlich erklärte, nämlich die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahre 1998 sowie der Angriff auf das Kriegsschiff USS Cole anno 2000, wurden ebenfalls Al Qaida zur Last gelegt. Wie hätte bin Laden da annehmen können, von Al Qaida am 11. September 2001 verübte Terroranschläge könnten einer anderen Gruppierung angelastet werden, oder man könne die Urheber gar nicht ausfindig machen! Das Ganze ergibt schlicht und einfach keinen Sinn. Doch nicht genug damit: bin Laden hat mehrfach bestritten, etwas mit den Angriffen zu tun zu haben. Noch am 11. September 2001 erklärte er:

»Dieser Terrorakt ist das Werk einer amerikanischen Gruppe. Ich habe nichts damit zu tun.«

Später, am 28. September, doppelte er nach:

»Ich habe bereits gesagt, daß ich nicht in die Angriffe in den USA vom 11. September verwickelt bin. Als Muslim tue ich mein Bestes, um nicht zu lügen. Ich hatte keine Vorkenntnis von diesen Attacken und betrachte die Tötung unschuldiger Frauen, Kinder und Menschen auch nicht als schätzenswerten [sic] Akt.« (Unmat, 2001)

Trotzdem behauptete das Weiße Haus, es habe "Verbindungen" zwischen Al Qaida und den Anschlägen vom 11. September aufgedeckt und verfüge über geheime Informationen, die aus Gründen der "nationalen Sicherheit" der Öffentlichkeit nicht bekannt gemacht werden dürften.

Undichte Stellen im Geheimdienst

Eine andere Ungereimtheit bei den Angriffen vom 11. September muß jedermann stutzig machen, der sich ein wenig in der Geschichte des "Terrorismus" auskennt. Allein schon der Umfang einer solchen Operation, die perfekte Koordination sowie die Notwendigkeit absoluter Geheimhaltung stellten alles in den Schatten, was eine Terrororganisation je zuvor zustande gebracht hatte. Auch die früheren Al Qaida angelasteten Anschläge waren vergleichsweise einfache Aktionen gewesen, bei denen es lediglich darum ging, Sprengstoff auf heimlichen Wegen (per Schiff oder Auto) zum Tatort zu schaffen. Besondere Bedeutung kam bei der umfassenden Operation des 11. September der Geheimhaltung zu.

Von seinen Dimensionen her paßte ein solches Unternehmen weit eher zu einem großen, wohlorganisierten Geheimdienst, der dabei bis zu 50 Agenten einsetzen konnte, von welchen jeder von einem oder mehreren Aspekten des Plans Kenntnis hatte. Doch bei einem solchen Unterfangen sickert unvermeidlicherweise das eine oder andere durch. Dies war auch im vorliegenden Fall nicht anders. Wir führen zwei Beispiele an, die auf einen ganz anderen Urheber der Anschläge deuten als "arabische Terroristen".

Laut Ha’aretz, der größten israelischen Tageszeitung, erhielten zwei in einem der WTC-Türme arbeitende Angestellte des Dienstleistungsunternehmens Odigo, dessen Sitz in Israel liegt, zwei Stunden vor dem Anschlag am 11. September 2001 per Email Warnungen zugestellt (Dror, 2001). Die beiden unterrichteten sogleich ihre – mit dem israelischen Sicherheitsdienst zusammenarbeitende – Firma sowie die amerikanische Polizei und teilten ihnen mit, woher die Warnungen gekommen waren. Wie sich das Ganze weiter entwickelte, ist nie bekannt geworden, woraus sich folgern läßt, daß die Botschaften nicht von "terroristischer" Seite gekommen waren: Hätte es Indizien oder gar Beweise dafür gegeben, so hätte die US-Regierung diese in ihrem "Krieg gegen den Terror" zweifellos weidlich ausgeschlachtet.

Interessante Hinweise auf andere vor den Anschlägen durchgesickerte Informationen vermittelt folgender Report:

»Ein Bericht des militärischen Nachrichtendienstes der USA enthüllte Details eines internen Geheimdienstmemorandums, das den Mossad mit den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon in Verbindung brachte. Das Memorandum zirkulierte schon drei Wochen vor den Anschlägen.« (Stern, 2001)

In dem Memorandum wurde darauf hingewiesen, daß der Mossad eine geheime Operation auf amerikanischem Boden plante, um die öffentliche Meinung gegen die Araber aufzuhetzen. David Stern, ein Experte für Operationen des israelischen Geheimdienstes, hielt fest:

»Die Angriffe erforderten ein hohes Maß an militärischer Präzision und die finanziellen Mittel eines erstklassigen Geheimdienstes. Außerdem mußten die Urheber der Anschläge gründlich vertraut mit den Flugoperationen der Air Force One, den Flugrouten ziviler Passagiermaschinen sowie den Taktiken eines Luftangriffs auf besonders wichtige amerikanische Städte wie Washington sein.«

Stern unterstrich auch, daß die Angriffe »den Interessen keiner arabischen Gruppe oder Nation nützen und zu einem Zeitpunkt erfolgten, als Israel Zielscheibe internationaler Verurteilungen war«.

Eine virtuelle Freudenfeier

Höchst verdächtig war die Ausstrahlung eines Videofilms, der angeblich noch am Tag der Anschläge in Palästina gedreht worden war. Er zeigte Palästinenser, die irgend etwas feierten. Die Medien machten geltend, diese Palästinenser bejubelten die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon. Doch wird diese Behauptung durch die Tageszeit widerlegt, an dem der Film gedreht worden sein muß. Die von Buden und Gebäuden in der Nähe der jubelnden Menge geworfenen Schatten lassen nämlich klar erkennen, daß es zu jedem Zeitpunkt ungefähr Mittag war. Doch als sich die Anschläge ereigneten, war es in Palästina bereits fünf Uhr nachmittags. Zu dieser Zeit hätten die Schatten im September einen Winkel von höchstens 30 Grad von der Horizontalen aufgewiesen und wären auf dem Videofilm deutlich als tiefe Schatten sichtbar gewesen.

Dies bedeutet, daß der Videofilm zu einem früheren Zeitpunkt entstanden war und der Grund für den Jubel der Palästinenser ein ganz anderer gewesen sein muß; der Kommentar war also bewußt irreführend. Somit drängt sich die Frage auf, wie der – angeblich von einem "unabhängigen Kameramann" gedrehte – Streifen so verdächtig rasch in die Hände der US-Medien geriet. Die einzige Erklärung ist, daß er in voller Kenntnis der bevorstehenden Angriffe hergestellt worden war.

Getürktes Beweismaterial

Vor unlösbare Schwierigkeiten stellt uns auch das Beweismaterial, das von FBI-Ermittlern auf den Parkplätzen der angeblich von den Flugzeugentführern benutzten Flughäfen zusammengetragen worden sein soll. In mehreren Mietwagen entdeckten FBI-Offiziere Exemplare des Koran sowie Fluglehrbücher. Vor dem Hintergrund der vom Weißen Haus beschworenen mörderischen "Effizienz" der Täter, die in der Tat zur Durchführung eines so komplexen Unternehmens erforderlich war, müßte man eigentlich annehmen, daß die Hintermänner den Terroristen die absolute Notwendigkeit der Spurenverwischung eingeschärft hätten – man wollte ja schließlich "namenlosen Schrecken" säen… Die Flugzeugentführer hätten bestimmt keine persönlichen Besitzgegenstände, religiösen Schriften, Flughandbücher etc. zurückgelassen. Die Mietwagen wären so sauber und leer gewesen wie zum Zeitpunkt, als sie gemietet wurden. Kein Moslem, geschweige denn ein "islamischer Fanatiker", wird übrigens einen Koran in einem gemieteten Fahrzeug liegen lassen, besonders wenn er weiß, daß er nicht zu diesem zurückkehren wird.

Dies führt uns gleich zum nächsten Punkt. Warum in aller Welt hätte eine dermaßen effiziente terroristische Organisation überhaupt Mietwagen benutzen sollen? Viel einfacher und nicht weniger sicher wäre es doch gewesen, mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren. Wiederum klaffen die offenkundigen Fakten und die offizielle Version himmelweit auseinander.

Der libanesische Playboy

Die Gestalt des Ziad Jarrah, der angeblich die – dann in Pennsylvania abgestürzte – Maschine der United Airlines, Flug 93, nach ihrer Entführung steuerte, ist für jeden, der sich mit den Geschehnissen des 11. September befaßt, ein Rätsel. Laut einem erstmals im November 2001 ausgestrahlten Dokumentarbericht der CBC (Canadian Broadcasting Corporation) war Jarrah ein Playboy und Sproß einer wohlhabenden libanesischen Familie. (MacIntyre, 2001). Diese bekannte sich nur nominell zum islamischen Glauben, und dasselbe galt in erhöhtem Maße für Jarrah selbst. Er ging gerne zusammen mit anderen jungen Leuten tanzen und hatte sogar eine feste Freundin, was einem gläubigen Muselmanen, und erst recht einem Fanatiker, schlecht ansteht. Der Reporter Linden MacIntyre ist in den Libanon gereist, um die Familie Jarrah zu interviewen; anschließend fuhr er nach Hamburg, wo er sich mit Jarrahs früherer Zimmervermieterin über dessen Verhalten in den Monaten vor dem 11. September unterhielt. Die Jarrahs waren vollkommen sprachlos über die angebliche Rolle ihres Sohns bei den Flugzeugentführungen, und auch die Zimmervermieterin, die ihn offensichtlich gemocht hatte, war völlig fassungslos.

Jarrah wußte ein Leben in Wohlstand zu schätzen, doch seine große Leidenschaft galt der Luftfahrt, und mit größter Wahrscheinlichkeit wollte er selbst fliegen lernen. Er nahm in Hamburg ein Studium auf. Wie seine Zimmervermieterin zu berichten wußte, begann er dort rätselhafte Ausflüge nach Harburg zu unternehmen, von denen er manchmal erst in der Morgendämmerung zurückkehrte. In Harburg wohnte auch Mohammed Atta, einer der berüchtigtsten unter den angeblichen Flugzeugentführern. Nach Ansicht MacIntyres war es letzterer, der Jarrah für eine Sondermission rekrutiert hat. Ob dies zutrifft, sei dahingestellt, und wenn es stimmt, wissen wir nicht, worin diese Mission bestand. Jedenfalls befand sich Jarrah im Juni 2000 in Florida, wo er Flugstunden nahm (nur für leichte Flugzeuge) und mit seinen (später ebenfalls für den Dokumentarfilm interviewten) Wohngenossen darüber fachsimpelte, wie es wohl wäre, ein großes Passagierflugzeug zu steuern.

Jeder mit auch nur halbwegs fruchtbarer Einbildungskraft Gesegnete kann sich außer einer Anwerbung durch Al Qaida eine ganze Reihe von verschiedenen Gründen vorstellen, die den Anstoß dazu gegeben haben könnten, daß Jarrah ein paar Nächte in Harburg verbrachte und Flugstunden in Florida nahm. Jeder einigermaßen kompetente Detektiv fände zwanglose Erklärungen für dieses Verhalten: Eine fesche und anschmiegsame Maid in Harburg beispielsweise, oder die Aussicht auf einen Posten als Privatpilot eines steinreichen nahöstlichen Geschäftsmanns in Florida.

Am 9. September 2001, genau zwei Tage vor den Terrorakten, rief Jarrah seinen Oheim im Libanon an. Diesem zufolge machte er einen durchaus normalen und recht glücklichen Eindruck. Er berichtete, in zwei Wochen gedenke er in den Libanon zurückzukehren und an einer Party teilzunehmen, die seine Familie geben wollte. Auf ihn wartete ein funkelnagelneuer Mercedes, den ihm sein Vater im Hinblick auf eine künftige Hochzeit gekauft hatte. MacIntyre war dies alles nicht ganz geheuer:

»Je tiefer man in das Geheimnis eindringt, desto verwirrender kommt einem dieses vor.«

Ich werde später noch auf die angeblichen Flugzeugentführer zurückkommen.

Der Bombenanschlag auf das World Trade Center im Jahre 1993

Das wichtigste Ziel der Anschläge vom 11. September waren selbstverständlich die Zwillingstürme des World Trade Center in Untermanhattan. Schon früher, am 26. Februar 1993, waren diese Zielscheibe eines Attentats gewesen. Einer der Bombenleger soll Mohammed Salameh gewesen sein, ein Student, der damals in Jersey City lebte.

Am 26. Februar 1993, um 12:18 Uhr, erschütterte eine heftige Explosion in der Parkgarage B unter den Zwillingstürmen das Gebäude. Sieben Menschen kamen dabei ums Leben; Tausende von Angestellten wurden für mehrere Stunden eingeschlossen und mußten starken Rauch einatmen. Innerhalb einer Woche gingen dem FBI Mohammed A. Salameh sowie dessen Freund Nidal Ayyad als Hauptverdächtige ins Netz. Salameh war aufgrund eines Metallsplitters dingbar gemacht worden, den man in der Parkgarage des World Trade Center gefunden hatte. Er trug die Seriennummer eines Ford-Enocoline-Lastwagens, welcher einer Autovermietungsagentur der Kette Ryder in Jersey City gehörte. Es stellte sich heraus, daß Salameh den betreffenden Wagen unlängst gemietet hatte. Am 25. Februar, dem Tag vor dem Bombenattentat, hatte er den Wagen bei der Polizei von Jersey City als gestohlen gemeldet, was für einen Terroristen ein gelinde gesagt befremdliches Verhalten ist. Die Lizenznummer konnte er nicht angeben, da sich die betreffenden Dokumente in dem entwendeten Fahrzeug befanden. Er meldete den Diebstahl auch bei der Vermietungsagentur und versuchte, die 400 Dollar zurückzubekommen, die er für den Wagen hingeblättert hatte. Am nächsten Tag, als der Anschlag auf das World Trade Center Gesprächsthema Nummer eins war, rief Salameh abermals die Agentur Ryder an, erfuhr von dieser die Lizenznummer und reichte eine zweite, diesmal vollständige Diebstahlsanzeige bei der Polizei an. Kurz: Der junge Mann verhielt sich so, als habe er keine Ahnung davon, daß der gestohlene Lastwagen beim Terroranschlag auf das World Trade Center Verwendung gefunden hatte.

Doch nicht genug der Merkwürdigkeiten. Salameh und Ayyad pflegten eine kleine Moschee im zweiten Stock eines Gebäudes im Zentrum von Jersey City zu besuchen. Der dortige Imam war Scheich Omar Abdel-Rahman. Er wurde ebenfalls festgenommen und später in einem separaten Verfahren unter Ausschluß der Öffentlichkeit abgeurteilt. Bei einer Durchsuchung der Moschee hatte die Polizei keine Hinweise darauf entdeckt, daß dort Bomben hergestellt worden wären. Auch in Salamehs Wohnung hatte man nichts Belastendes gefunden.

Hingegen fand die Polizei in der Wohnung eines "Freundes" von Salameh Drähte, wie sie bei der Herstellung von Bomben benutzt werden, schriftliche Instruktionen zum Bombenbau sowie Spuren von Sprengstoff. Am Tag vor dem Anschlag wurde Salameh von Josie Hadas, einem Bekannten Salamehs aus Jersey City, damit beauftragt, einen LKW für den Transport einer gewissen Fracht zu mieten. Hadas, ein israelischer Bürger, wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, jedoch schon bald wieder auf freien Fuß gesetzt und nach Israel zurückgeschickt, wo man ihn (angeblich) bis zum heutigen Tage einfach nicht finden kann. (IIIE, 2001)

Belastungszeuge Nummer eins beim Prozeß war der FBI-Schnüffler Emad Salem, ein früherer ägyptischer Armeeoffizier, der sich bei Scheich Abdel Rahman angebiedert und sich in dessen Bekanntenkreis eingeschlichen hatte, wo er Spitzeldienste für das FBI leistete. Er gab an, Salameh habe beim Bombenanschlag mitgewirkt. Die Jury befand diesen sowie Ayyad für schuldig (Abdel Rahman wurde bei einem anderen Prozeß verurteilt). Dem Schuldspruch lagen Indizien zugrunde, die auf eine Verschwörung hinwiesen, obgleich kein Zeuge die Verdächtigen am Tatort gesehen hatte und auch keine Sachbeweise gegen diese vorlagen. (Pringle, 1994)

Nach dem Prozeß berichtete Salem eine völlig andere Geschichte. In miesem Englisch sagte er nun folgendes aus:

»Wir hatten schon anfangen Bombe basteln, wo dann in World Trade Center hochging. Sie ist von aufsehende Aufseher von Büro gebaut […] und wir haben alle informiert gewesen und haben wir gewißt, daß man hat anfangen mit Bombe basteln.« (Morales & DeRienzo, 1995)

Wer nicht über die bei größeren Geheimdienstoperationen üblichen Mätzchen Bescheid weiß, der sei darauf hingewiesen, daß die Belastung Unschuldiger sowie andere schmutzige Tricks in diesen Kreisen gang und gäbe sind. (Ostrovsky & Hoy, 1990/91). Besondere Schwierigkeiten treten dabei meist nicht auf. Im vorliegenden Fall konnte Hadas Salameh beispielsweise damit beauftragen, irgendeine harmlose Fracht zu einer Adresse in Jersey City zu transportieren, wo er ein Gebäude betreten mußte, um die Ankunft der Ladung zu melden. Während er sich innerhalb des Gebäudes aufhielt, konnte man den LKW stehlen und an einen Ort schaffen, wo man ihn mit der todbringenden Fracht belud.

Die fehlenden Passagiere

Auf den meisten Websites, wo Listen mit den Passagieren der Unglücksflugzeuge veröffentlicht werden (CNN, 2001; WRH, 2001; IIIEb, 2001), fehlen die Namen der Entführer. Es mag natürliche triftige Gründe dafür geben, diese der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Einer davon könnte sein, daß die Luftfahrtgesellschaften, als sie die Passagierlisten den Medien zur Verfügung stellten, beschlossen, die Namen der Terroristen zu tilgen, um die Opfer nicht dadurch zu entehren, daß man sie mit ihren Mördern in einem Atemzug nannte. Freilich hat keine der Luftfahrtgesellschaften je eine diesbezügliche Stellungnahme abgegeben. Bei den Passagieren wurden nicht nur die Namen, sondern auch die Berufe und Wohnorte angegeben. In keinem Fall steht unter der Rubrik Beruf "Terrorist". Der Schluß mag ja gewagt anmuten, doch wenn die Namen der Flugzeugentführer nicht auf den Passagierlisten stehen, dann vielleicht schlicht und einfach darum, weil es gar keine Flugzeugentführer an Bord gab.

Die fehlenden Blackboxes

Jede der entführten Boeings besaß eine Blackbox des Standardformats, einen FDR (Flight data recorder) sowie einen CVR (Cockpit voice recorder). Vor dem 11. September ist kein Fall eines Flugzeugabsturzes bekannt, bei dem die wichtigsten Flugdaten und Stimmenaufnahmen nicht geborgen worden wären. Doch nur eine der betreffenden Kästen aus den Unglücksflugzeugen des 11. September ist je geborgen worden, und zwar der CVP des Flugs 93 (die betreffende United-Airlines-Maschine zerschellte, wie bereits erwähnt, auf einem Feld in Pennsylvania). Die Nachrichtensendung ABC News berichtete:

»Es hieß, der CVR sei schwer beschädigt, und der Hersteller sei mit einer gründlichen Analyse beauftragt worden. Das in Pennsylvania abgestürzte Flugzeug soll mit einer Geschwindigkeit von mehr als 500 Meilen pro Stunde auf dem Boden aufgeprallt sein.«

Schwarze Kästen sind so konstruiert, daß sie einer Beschleunigung von dem 3.400-fachen der Erdanziehung widerstehen können, was einer Abbremsung von 33.489 m/sec² entspricht.

Eine mit einer Geschwindigkeit von 800 km/h auf dem Boden aufprallende oder in ein Gebäude rasende Maschine kommt binnen einer Zehntelsekunde zum Stillstand, was einer Abbremsung von höchstens 2.236 m/sec² oder ungefähr 7% des angegebenen Höchstwerts entspricht. Die Hitzeresistenz der Kästen liegt bei 1.100°C während eines Zeitraums von 30 Minuten. Die Temperatur wäre beim Absturz in Pensylvania nicht ins Gewicht gefallen, doch selbst der beim Einschlag in die Türme auflodernde Feuerball war nicht heißer als 1.000°C (NTSB, 2002). Die Hitze konnte nur so lange andauern, wie Kerosin verbrannte, und die Temperaturen mögen innerhalb der hitzeisolierten Kästen kaum halb so hoch gewesen sein. Jedenfalls stürzte jeder der beiden Türme weniger als eine halbe Stunde nach dem Aufprall ein.

Es besteht kaum Zweifel daran, daß die Blackboxes, hätte man sie bergen können, gegebenenfalls alle notwendigen Informationen zur Bestätigung der Behauptung geliefert hätten, wonach die vier Flugzeuge von Terroristen entführt worden sein sollen. Die Medien haben sich über den Inhalt des CVR von Flug 93 ausgeschwiegen. Das FBI hat zwar behauptet, auf dem Tonband seien Schreie und Schüsse zu hören gewesen, hat dieses jedoch nicht freigegeben (Quinn, 2001). Falls die Maschine auf die von mir vorher geschilderte alternative Methode umgelenkt worden ist, wären Schreie in der Tat zu erwarten gewesen – Schreie von vergifteten und sterbenden Passagieren und Besatzungsmitgliedern nämlich.

Die fehlenden Abfangjäger

Seit vielen Jahren ist es gängige Praxis, jedes Flugzeug, das vom Kurs abweicht, binnen Minuten von Abfangjägern stellen zu lassen. Sobald ein Fluglotse bei einer in der Luft befindlichen Maschine eine Kursabweichung registriert, versucht er zunächst, Kontakt mit dem betreffenden Piloten aufzunehmen. Kommt keine Verbindung zustande (was sowohl bei der offiziellen als auch bei der alternativen Erklärung der Geschehnisse des 11. September der Fall gewesen wäre), wendet sich der Lotse an das Militär (NORAD) und ersucht um die Stellung eines Abfangjägers. Dem Begehren wird automatisch stattgegeben, ohne daß eine höhere Instanz als der Verbindungsoffizier zur zivilen Luftfahrtorganisation FAA bei NORAD ihre Genehmigung erteilen müßte. Das Ganze dauert fünf bis fünfzehn Minuten, je nachdem, wann das Flugzeug vom Kurs abgekommen ist und in welcher Entfernung sich die nächste Operationsbasis befindet. Sobald der Abfangjäger in Sichtweite der Maschine ist, wackelt er mit den Flügeln, um dem Piloten eine Reaktion zu entlocken; anschließend hat er die Anweisung, visuell nachzuprüfen, wer sich im Cockpit befindet.

New York und Washington gehören zu den bestbewachten Städten der Vereinigten Staaten. Zum ersten Mal seit dem Inkrafttreten der eben umrissenen Standardmaßnahmen wurde kein einziger Abfangjäger entsandt, obgleich nicht nur ein Passagierflugzeug vom Kurs abgekommen war, sondern gleich vier.

Ein auf dem Luftstützpunkt Andrews Air stationiertes Kampfflugzeug hätte rund fünf Minuten gebraucht, um beispielsweise eine der beiden Boeings abzufangen, die dann in die Türme des World Trade Center krachten. Am Morgen des 11. September standen laut der offiziellen Website der Luftwaffe dort Flugzeuge bereit. Freilich wurde der Inhalt der Website schon zwei Tage später dahingehend verändert, daß an jenem Morgen keine Flugzeuge verfügbar gewesen seien – angesichts der Wichtigkeit jener Gegend und der Anzahl dort stationierter Jäger fürwahr eine Merkwürdigkeit. (Ruppert, 2002)

Der Luftwaffe standen nicht fünf Minuten, sondern mehr als seine Stunde zum Abfangen der Passagierflugzeuge zur Verfügung. [Näher mit diesem Thema befaßt sich der folgende Beitrag in diesem Heft, der Herausgeber.]

Eine virtuelle Flugzeugentführung

Jeder Beobachter der Angriffe vom 11. September nahm natürlich an, daß die Flugzeuge von Menschen kontrolliert wurden. Alles schien auf eine Entführung durch Terroristen hinzudeuten. Doch was auf den ersten Blick unmöglich erscheinen mag, stellt sich bei näherer Untersuchung manchmal als nicht nur möglich, sondern durchaus real heraus. Meine Argumentation beruht auf einer Spekulation, und da der Teufel oft im Detail steckt, könnte sich das eine oder andere durchaus anders zugetragen haben. Doch hinsichtlich der zentralen Schlußfolgerung kann kein Zweifel vorliegen.

In einem modernen Passagierflugzeug wie der Boeing 757 oder 767 durchlaufen alle Kontrollsignale vom Piloten und Co-Piloten das Flugkontrollsystem (Flight Control System, FCS). (Safford, 1975; Spitzer, 1987). Das Herz des Systems ist ein Computer mit drei Prozessoren, welche eine fehlerlose Operation gewährleisten. Jeder Prozessor vermag separate Versionen dessen zu steuern, was im wesentlichen ein und dieselbe Software ist. Nur ein Prozessor ist jeweils in Betrieb, doch kann der Pilot von einem Prozessor auf den anderen umstellen, wenn Verdacht auf fehlerhafte Funktion besteht.

Wie jeder multifunktionale Computer besitzt jeder Prozessor ein Operationssystem. Wenn mit dem Computer oder mit dem Flugkontrollsystem als Ganzem nicht in Ordnung ist, steuert der Pilot die Maschine von Hand – außer wenn er tot ist.

Das einfachste Schema zur Umwandlung eines modernen Passagierflugzeugs in eine fliegende Brandbombe stützt sich auf zwei Instrumente: a) Zwei kleine Kanister mit tödlichem Gas, die in den Lüftungsröhren des Flugzeugs verborgen sind und entweder durch einen Zünder oder durch ein Funksignal geöffnet werden. b) Ein kleines Informationsimplantat (drei Zahlen) im Flugkontrollsystem sowie eine Methode zu dessen Auslösung.

Das geeignetste Giftgas wäre wohl das rasch wirkende Sarin, ein tödliches Nervengas, das innerhalb einer Minute jeden Flugzeuginsassen außer Gefecht setzen würde. Selbst wenn sämtliche Sauerstoffmasken aus ihren Schließfächern fielen, brächte dies keine Rettung mehr, denn jeder, der das Gas auch nur einmal eingeatmet hat, ist dem Tode geweiht. Die in unserem alternativen Szenario beschriebenen Symptome sind jene einer Sarinvergiftung. Sarin löst sich chemisch binnen kurzer Zeit auf und hinterläßt keine Spuren.

Das unter Punkt b genannte Informationsimplantat würde die neuen Flugkoordinaten (Breitengrad, Längengrad, Höhe) in einer Form umfassen, die von dem Teil des Flugkontrollsystem bildenden INS (inertial navigation system, inertes Navigationssystem) verwendet wird. Das zentrale Problem der vorliegenden Analyse besteht darin zu ermitteln, welcher der zwei Wege der effizientere zur Erreichung dieses Ziels ist.

Betrachten wir zunächst die einfachere Variante. Ein im voraus installierter virusähnlicher Code-Implantat im Flugkontrollcomputer (oder den Flugkontrollcomputern), das wie die Gasbehälter entweder durch einen Zünder oder durch ein Funksignal aktiviert wird, sendet neue Koordinaten an das INS. Dazu wären nur wenige Programmzeilen erforderlich: Anschließend an einen Zeit/Signal-Check würde die Anweisung folgen, die Koordinaten für Los Angeles durch die im Speicher abgelegten zu ersetzen, usw. Bei der zweiten Methode (Vialls, 2001) existiert diese Software bereits im Operationssystem des Flugkontrollsystems; sie wird in Zukunft höchstwahrscheinlich als Waffe gegen Flugzeugentführungen Verwendung finden. Diese Software wäre wohl in der Lage, die neuen Koordinaten direkt per Funk vom Boden zu lesen. Es ist mir bisher freilich nicht gelungen, diese Möglichkeit anhand zuverlässiger Quellen zu dokumentieren.

Bei dieser Methode würde die Installierung der mörderischen Software und Hardware im betreffenden Flugzeug während einer routinemäßigen Wartung durchgeführt. Die mit dieser Aufgabe betrauten Agenten könnten sich als Mechaniker oder auch als Reinigungspersonal verkleiden. Im Cockpit würden sie die spezielle Software wenn nötig in allen drei Flugkontrollsystemprozessoren installieren. In einem Wartungstürchen des Ventilationssystems würden sie zwei mit Zündern ausgerüstete Sarinkanister installieren. Dies zu bewerkstelligen, wäre noch der leichteste Teil der gesamten Operation; deren Schwierigkeit hängt davon ab, wie unbeobachtet sich die Agenten in der Maschine bewegen können. Ein Zugang zum Wartung- und Standortplänen der Maschine wäre für diese zwar nicht absolut notwendig, doch sehr nützlich, da dann die Notwendigkeit entfiele, dieselben Dinge in einem Reserveflugzeug zu installieren, wo sie vielleicht nie gebraucht werden.

Jene Teile des Flugkontrollsystems, die uns hier interessieren, sind der Flugkontrollcomputer, das INS sowie der Autopilot. Bei den meisten kommerziellen Flügen läßt der Pilot die Maschine durch den Autopiloten fliegen, der seinerseits vom INS gelenkt wird. Der Autopilot vermag einen reibungslosen, angenehmen Flug zu garantieren und lästige Nebeneffekte wie das Rütteln durch starke Windeinwirkung weitgehend abzumildern. Autopiloten existieren schon seit rund 50 Jahren und sind mit der Zeit technisch immer vollendeter geworden. Sie erledigen das, was man "örtliche Kontrolle" bezeichnen könnte, ganz hervorragend, sorgen dafür, daß das Flugzeug auf der richtigen Höhe den richtigen Kurs einhält etc. Doch bildlich gesprochen haben sie keine Ahnung, "wohin die Reise geht". Diese Information muß vom INS kommen. Die im Flugkontrollsystem gespeicherten Zielkoordinaten können vom Piloten abgerufen und dem INS zugestellt werden. Für die Piloten von Passagierflugzeugen ist es zur Routine geworden, INS und Autopilot gemeinsam in Betrieb zu halten, wobei das INS dem Autopiloten kontinuierlich neue Richtungsanweisungen erteilt, um die Maschine auf Kurs zu halten.

Inerte Navigationssysteme existieren seit ungefähr 30 Jahren und haben – genau wie die Autopiloten – während dieser Zeit eine atemberaubend rasante Entwicklung durchgemacht. Edward Safford, der Nestor der US-Luftfahrt, meinte dazu:

»Das Flugzeug kann jede beliebige Route auf der Welt zurücklegen, ohne daß es einen Navigator oder äußere Hilfe beim Navigieren braucht.« (Safford, 1975)

Dieses Zitat ist mehr als ein Vierteljahrhundert alt. Heutzutage sind die Möglichkeiten des INS noch weit größer, so etwa das Positionieren eines Flugzeuges über der Mitte einer Landebahn hunderte von Kilometer vom Abflugsort entfernt.

Eine solche Präzision ist ausreichend, um die genauen dreidimensionalen Koordinaten von Zielen wie den Türmen des World Trade Center oder des Pentagons einzuhalten.

Die Organisation, welche die Anschläge ausführt, kann nach der heimlichen Installierung der Software auf die oben geschilderte Art und Weise die ganze Operation in Gang setzen, sobald sie sich vergewissert hat, daß das betreffende Flugzeug mit INS und Autopilot fliegt. Dann werden die Gaskanister geöffnet, und nach etwa fünf bis zehn Minuten würde die installierte Software die neuen Koordinaten an den INS weiterleiten. Sobald die neuen Zielkoordinaten eingegeben sind, ändert das Flugzeug seinen Kurs. Bei den Ereignissen des 11. September wären diese Richtungsänderungen auf dem Bodenradar (mit oder ohne Transponder) als "abrupte Schwenkung nach links" oder "abrupte Schwenkung nach rechts" sichtbar. Genau so hat das Flugkontrollpersonal diese Schwenkungen denn auch beschrieben.

Beim Einsatz mehrerer Koordinaten wäre es auch möglich, eine kompliziertere Flugroute mit mehreren Richtungsänderungen zu programmieren.

Virtuelle Telefonanrufe

Wie auch immer eine elektronische Flugzeugentführung ablaufen mag – die hinter ihr stehende Organisation wird unter allen Umständen weitere Elemente in ihren Plan einbauen, nämlich Listen von Geisterpassagieren sowie falsche Anrufe seitens einiger Fluggäste. Die folgende Analyse konzentriert sich auf Flug 93, da aus der betreffenden Maschine mehr Anrufe zu verzeichnen waren als aus allen drei anderen zusammen. Die Durchführung dieser Anrufe wäre nicht minder komplex und würde nicht weniger Planung erheischen als die virtuelle Entführung selbst.

Jede Analyse der Anrufe aus jenem Flugzeug muß mit einigen grundlegenden Fakten zu Mobiltelefonanrufen aus großer Höhe beginnen. Laut der AT&T-Sprecherin Alexa Graf sind Mobiltelefone nicht für Anrufe aus großen Höhen konzipiert, auf denen sich Passagierflugzeuge normalerweise bewegen. Ihrer Ansicht nach war es ein "Glücksfall", daß so viele Anrufe ihren Bestimmungsort erreicht hatten (Harter 2001). Einer meiner Kollegen, der in der Mobiltelefonindustrie gearbeitet hat, bezeichnete es sogar als "Wunder", daß überhaupt ein Anruf durchkam. Ein Flugzeug mit Metallhülle und -rumpf verhält sich wie ein Faradayscher Käfig und tendiert dazu, elektromagnetische Wellen abzuschirmen oder zumindest abzuschwächen. Aus einem am Boden stationierten Flugzeug ist ein Mobiltelefonanruf möglich, weil das Signal zwar stark abgeschwächt, aber immer noch nahe genug beim nächstgelegenen Mobiltelefonturm ist, um von diesem aufgefangen zu werden. Auf mehr als 10.000 Fuß (3.050 m) Höhe kommt man freilich nur ganz selten durch, wenn überhaupt.

Ein erfahrener Pilot meint dazu folgendes:

»Die Vorstellung, beim Fliegen ein Mobiltelefon zu benutzen, ist ganz unrealistisch. Sobald man über 10.000 Fuß fliegt, funktioniert das Ding nicht mehr, weil die Höhe zu groß ist, man zu rasch fliegt (und darum zu rasch von einer Zelle zur anderen wechselt), als daß das Telefon ein Signal von sich geben könnte.« (AVWeb, 1999)

Wer im Verlauf des letzten Jahrzehnts ein Flugzeug bestieg, weiß, daß die Passagiere vor dem Abflug stets ersucht werden, während des Flugs ihre Mobiltelefone auszuschalten. Dies hängt nicht etwa mit einer allfälligen Beschädigung der Funkeinrichtungen an Bord zu tun, da diese ohnehin elektronisch geschützt sind. Der Grund liegt vielmehr darin, daß eine Flut von Mobiltelefonanrufen aus niedriger Höhe zu "Kaskaden" führen kann, welche unter Umständen den Zusammenbruch der Operationen einer Mobiltelefonanlage bewirken.

Auf einer Höhe von 10.000 Fuß oder weniger ist das "Kaskaden"-Problem sehr reell, weil Mobiltelefonanrufe unter dieser Bedingung zwar schwierig, aber nicht unmöglich sind. Aufgrund seiner Position kann ein Mobiltelefon dann sofort mehrere Anlagen erreichen. Dies kann Probleme heraufbeschwören, da die Software, die bestimmt, welche Station den Anruf übernehmen soll, ihren Entscheid anhand der relativen Stärke des Anrufs trifft. Erfolgt dieser aus großer Höhe, so vermag die Software die relative Stärke an verschiedenen Anlagen möglicherweise nicht zu unterscheiden. Wenn dies geschieht, so ist das System darauf programmiert, diese Sendefrequenz zu schließen und statt dessen eine neue zu wählen. Doch wird dasselbe Problem – der Entscheid darüber, welche Zelle den Anruf übernehmen soll – einfach an die neue Frequenz weitergereicht, so daß diese geschlossen wird etc. Als Folge einer nur Sekunden dauernden Kaskade würde dann eine Frequenz nach der anderen geschlossen, und das ganze Netzwerk bräche zusammen. (Fraizer 2002)

Obgleich beim Flug der später auf einem Feld abgestürzten Maschine während der ersten Phase nach der Entführung, als sie sich noch auf maximaler Höhe befand, ein Anrufer praktisch keine Erfolgschancen gehabt hätte, wären Anrufe später, beim langsamen Abstieg über Pennsylvania, sicher möglich gewesen. Doch auch dann wären mit größter Wahrscheinlichkeit Mobiltelefonnetzwerkkaskaden erfolgt. Solche blieben jedoch am Morgen des 11. September ganz aus. Zwei weitere Gründe sprechen gegen die offizielle Darstellung.

Zunächst sei darauf hingewiesen, daß die angeblichen Entführer sich den Fluggästen gegenüber verdächtig tolerant verhielten, indem sie ihnen rund 13 Anrufe zugestanden. Man müßte doch annehmen, daß Terroristen sich jegliche Anrufe verbäten, weil solche den Behörden am Boden wertvolle Auskünfte über die Lage an Bord etc. vermitteln und so die ganze Operation gefährden könnten.

Die folgende Analyse der Anrufe beruht auf den von vier Reportern der Pittsburgh Post-Gazette gesammelten Informationen. (Roddy et al. 2001) Die Anrufe waren meist sehr kurz, und man muß sich vor Augen halten, daß nur zwei davon aufgenommen wurden; bei den restlichen haben die angerufenen Personen den Inhalt der Gespräche aus dem Gedächtnis wiedergeben müssen, so daß der exakte Wortlaut nicht mehr zu ermitteln ist.

Nach einer Abflugsverspätung (sie hätte eigentlich um 8:01 Uhr starten sollen) erreichte die Maschine von Flug 93 ihre Reisehöhe von ca. 30.000 Fuß (9150 m) rund 40 Minuten nach dem Start. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt hätten INS und Autopilot in Betrieb genommen werden müssen, und gerade in diesem Moment wurde das Flugzeug laut mehreren Mobiltelefonanrufen "entführt".

Anruf A1: Ein Mann, der sich als Tom Burnett ausgab, rief seine Frau Deena in San Ramon, Kalifornien, an. Soweit sich diese erinnert, erfolgte der Anruf ca. um 9:20 Uhr.

Deena: »Ist bei dir alles in Ordnung?«

Anrufer: »Nein. Ich bin auf dem United Flight 93 von Newark nach San Francisco. Das Flugzeug ist entführt worden. Wir sind in der Luft. Man hat bereits einen Mann niedergestochen. Es ist eine Bombe an Bord. Ruf das FBI an.«

Anruf B: Kurz vor 9:30 Uhr wollte ein Mann, der sich Jeremy Glick nannte, seine Gattin Lyz Glick anrufen, die jedoch gerade auf Besuch bei Verwandten in Catskills, Staat New York war. Das Telefon wurde von Glicks Schwiegermutter JoAnne Makely abgenommen.

JoAnne: »Jeremy. Gott sei Dank. Wir machen uns solche Sorgen.«

Anrufer: »Es gibt schlechte Nachrichten. Ist Liz da?«

Der Anrufer schilderte im folgenden arabisch aussehende Entführer mit roten Kopfbinden und Messern. Einer hatte den Fluggästen mitgeteilt, er habe eine Bombe. Der Anrufer fragte, ob es stimme, daß Flugzeuge im World Trade Center eingeschlagen hätten. Seine Schwiegermutter bestätigte dies. Der Anrufer erwähnte, daß ein anderer Passagier die Nachricht per Mobiltelefon erfahren hatte.

Anruf A2: Wieder rief der Mann, der sich Tom Burnett nannte, Deena an. Es war inzwischen etwa 9:30 h. Deena sagte später: »Er machte keinen verängstigten Eindruck, sprach aber schneller als sonst.« Er teilte ihr mit, im Cockpit befänden sich Entführer.

Deena: »Es sind mehrere Flugzeuge entführt worden, doch man weiß nicht wieviele.«

Anrufer: »Du machst wohl Witze.«

[Anm. der Redaktion: Eine seltsame Bemerkung für jemanden, der sich in seiner Todesstunde wähnt.]

Deena: »Nein

Anrufer: »Waren es Fracht- oder Passagierflugzeuge?«

[Anm. der Redaktion: Eine äußerst unangebrachte Frage für jemanden, der sich in seiner Todesstunde wähnt.]

Deena: »Ich weiß es nicht

Anrufer: »Okay. Ich muß auflegen

Anruf C: Ein Mann, der angab, Mark Brigham zu sein, rief Brighams Schwägerin Cathy Hoglan an, bei der Brighams Mutter Alice auf Besuch war. Cathy beantwortete den Anruf und reichte den Hörer mit der Bemerkung an Alice weiter:

»Alice, spricht mit Mark. Er ist entführt worden

Anrufer: »Mama? Hier spricht Mark Brigham.« (Alice Brigham erklärte diese merkwürdige Begrüßung mit samt Nachnamen damit, daß ihr Sohn zutiefst verstört gewesen sei.)

Anrufer: »Ich will dir sagen, daß ich dich lieb habe. Ich bin auf einem Flug von Newark nach San Francisco, und drei Kerle haben das Flugzeug übernommen. Sie sagen, sie hätten eine Bombe.«

Alice: »Wer sind diese Kerle?«

Anrufer (nach einer Pause): »Du glaubst mir doch, oder?«

Alice: »Ja, Mark. Ich glaube dir. Doch wer sind diese Kerle?«

(Nach einer weiteren Pause wurde das Gespräch unterbrochen.) [Anm. der Redaktion: Die Nachfrage nach der Identität der "Kerle" hat den Anrufer offenbar aus der Fassung gebracht.]

Anruf D: Ein Mann, der vorgibt, Todd Beamer zu sein, kam mit einem United Airlines Flugtelefon zu niemandem durch als zum Kundendienstzentrum der Firma Verizon, wo der Operator den Anruf um 9:45 Uhr an die Verizon-Aufseherin Lisa Jefferson weiterleitete. (Verizon ist eine große Kommunikationsmittelfirma, welche United Airlines mit Flugtelefonen versorgt.) Der Mann teilte Frau Jefferson mit, das Flugzeug sei entführt worden; er sehe drei Terroristen mit Messern, von denen einer behaupte, eine Bombe bei sich zu haben. Er schilderte, wie die Passagiere in den hinteren Teil der Maschine getrieben worden seien, wo der Mann mit der Bombe sie bewache. Er bat den Aufseher, die Familie Beamer in seinem Namen anzurufen.

Anrufer: »Oh! Wir gehen nach unten. [Pause.] Nein. Es ist alles o.k. Mir scheint, wir drehen ab.« (Ungefähr zu diesem Zeitpunkt vollzog die Maschine, die sich in der Nähe von Cleveland befand, einen jähen Schwenker nach links in Richtung Washington, DC.)

Anruf A3: Der Mann, der sich Tom Burnett nennt, rief Deena Burnett abermals an.

Deena: »Sie entführen überall an der Ostküste Flugzeuge und rammen damit bekannte Gebäude.«

Anrufer: »Okay. Wir werden etwas unternehmen. Ich rufe dich nochmals an

Anruf F1: Um 9:47 Uhr registrierte der Anrufbeantworter von Lorne Lyles einen Anruf, der seiner Ansicht nach von seiner Frau CeeCee stammte. Man konnte hören, wie die Frau für sich, ihre Familie, ja sogar für die Seelen der Entführer betete.

Anruf B (Fortsetzung): Die Staatspolizei telefonierte mit der Schwiegermutter von Jeremy Glick und bat sie, eine Frage an Jeremy weiterzuleiten. Wußte er, wo sich sein Flugzeug befand? Er wußte es nicht, gab jedoch an, die Maschine habe ihren Kurs geändert.

Anrufer: »Ich will, daß du glücklich bist, und werde jeden Entscheid respektieren, den du triffst

Er sagte, die Passagiere stimmten darüber ab, ob sie versuchen sollten, das Flugzeug in ihre Gewalt zu bekommen.

Lyz: »Schatz, du mußt es tun.« Sie unterhielten sich über Waffen. Der Anrufer scherzte.

Anrufer: »Ich habe mein Buttermesser vom Frühstück

Anruf G: Ungefähr um diese Zeit erhielt Phil Bradshaw, Ehemann der Stewardesse Sandy Bradshaw, einen Anruf von

einer Frau, die angab, seine Gattin zu sein.

Anruferin: »Hast du gehört, was los ist? Mein Flugzeug ist entführt worden. Es ist von drei Kerlen mit Messern entführt worden.«

Phil fragte sie, ob sie wisse, wer die Maschine fliege.

Anruferin: »Ich weiß nicht, wer die Maschine fliegt, oder wo wir sind. Ich sehe einen Fluß.«

Bradshaw: »Mach’s gut und komm bald heim

Die Anruferin erklärte, sie müsse gehen. Sie wollte Wasser kochen, um es auf die Entführer zu schütten.

Anruf H: Kurz nach 9:30 Uhr erhielt Fred Fiumano einen Anruf von jemandem, der angab, seine Freundin Marion Britton zu sein. Die Anruferin weinte und erzählte, die Maschine sei entführt und zwei Fluggäste seien bereits getötet worden. Fiumano versuchte seine Freundin zu trösten und meinte, die Entführer würden sie wahrscheinlich spazierenfliegen. »Es passiert dir nichts.«

Anruf I: Jack Grandcolas in San Rafael, Kalifornien, erhielt einen Anruf von einer Frau, die seine Gattin Lauren Catuzzi Grandnicolas zu sein behauptete. Die auf dem Telefonbeantworter registrierte Nachricht war sehr kurz:

»Schatzi, nimm das Telefon ab, wenn du mich hörst. Nun gut. Ich habe dich lieb. Es gibt ein kleines Problem mit dem Flugzeug. Im Moment ist bei mir alles in Ordnung. […]«

Sie bat Jack, allen auszurichten, daß sie sie liebe, und gab das Flugtelefon dann an die Person neben ihr weiter.

Anruferin: »Nun rufen Sie ihre Angehörigen an.«

Anruf J: Esther Heymann erhielt einen Anruf von einer Frau, die sich als ihre Stieftochter Honor Elizabeth Wainio ausgab, die Frau neben Grandcolas.

Anruferin: »Elizabeth, wir wissen noch nicht, wie das herauskommt. Ich umarme dich.«

Wainio sagte, sie könne ihre Arme fühlen.

Heymann: »Schauen wir den schönen blauen Himmel an. Seien wir für einen Augenblick zusammen. Atmen wir zusammen tief ein.« (Pause.)

Anruferin: »Es tut mir weh, daß es für dich soviel schwerer sein wird als für mich.«

Anruf A4: Kurz vor 10:00 Uhr erhielt Deena Burnett einen vierten Anruf.

Anrufer: »Eine Gruppe von uns wird etwas tun.«

Deena: »Nein, Tom. Setz dich doch und verhalte dich unauffällig

Anrufer: »Deena, wenn Sie das Flugzeug abstützen lassen wollen, müssen wir etwas tun. Wir können nicht auf die Behörden warten. Wir müssen nun handeln.«

Anrufer: »Bete. Bete ganz einfach, Deena. Wir müssen etwas tun.«

Anruf D (Fortsetzung): Der Anrufer, der sich als Todd Beamer vorgestellt hatte, scheint fast bis zum Ende des Flugs mit der Verizon-Aufseherin Lisa Jefferson in Verbindung geblieben zu sein. Zu diesem Zeitpunkt rezitierte der Anrufer Psalm 23 aus der Bibel.

Anruf F2: Die Anruferin, die sich als CeeCee Lyles ausgegeben hatte, kam diesmal zu Lorne Lyles durch.

Anruferin: »Spatzi, mein Flugzeug ist entführt worden.«

Lyles: »Was??? Mach bloß keine Witze.«

Anruferin: »Nein, Spatzi, solche Witze mache ich nicht. Ich liebe dich. Sag den Jungen, daß ich sie liebe.«

Während das Paar zusammen betete, hörte Lorne Geräusche, die er später als Hinweis auf einen Gegenangriff seitens der Passagiere deuten sollte.

Anruferin: »Sie dringen gewaltsam in das Cockpit ein

Anruf D (Fortsetzung): Nachdem er mit Lisa Jefferson zu Ende gebetet hatte, hängte der Anrufer, der sich Todd Beamer nannte, nicht ab. Lisa Jefferson erinnert sich an seinen inzwischen berühmt gewordenen Schlachtruf: »Seid ihr bereit, Jungs? Na dann, an die Säcke!«

Anruf J (Fortsetzung): Esther Heymann, die überzeugt war, mit ihrer Stieftochter zu reden, hörte deren letzte Worte.

Anruferin: »Ich muß gehen. Sie sind bereit zum Sturm auf das Cockpit. Ich liebe dich. Auf Wiedersehen.«

Anruf G (Fortsetzung): Phil Bradshaw hörte die letzten Worte des Anrufers an ihn.

Anrufer: »Alle rennen in die erste Klasse. Ich muß gehen. Tschüß.«

Anruf F2 (Fortsetzung): Lorne Lyles erinnert sich daran, wie sie die letzten Augenblicke von Flug 93 mitverfolgte.

Anrufer (schreiend): »Sie tun es. Sie tun es. Sie tun es.«

Der Anrufer schrie wieder, sagte etwas Unverständliches, und die Verbindung brach ab.

Einzelheiten einer Operation

Wie in aller Welt könnte irgendeine Organisation die eben geschilderten Telefonanrufe fälschen? Während ich diesen Satz niederschrieb, wurde mein Nachdenken durch eine Stimme unterbrochen, die durch die Hintertür unserer Gartenterrasse drang: »Ist jemand daheim?« Es war mein Sohn, der in der Stadt gewesen war und nun auf Besuch zu uns kam. Er war mit ein paar alten Freunden auf Tour gewesen. Ich ging zur Gartenterrasse, um ihn zu begrüßen.

Doch war es gar nicht mein Sohn, sondern der Nachbar von nebenan, der eine Leiter borgen wollte. Es wunderte mich sehr, daß ich seine Stimme mit dem meines Sohnes hatte verwechseln können. Sie hat eine andere Höhe und einen anderen Klang, doch die damalige Situation – ich wartete auf die Heimkehr meines Sohns – bewirkte, daß ich diese Unterschiede überhörte.

Natürlich beweist dieses Beispiel an sich noch nichts, doch veranschaulicht es eine Tatsache, die sich Spiritisten und Medien seit Jahrhunderten zunutze machen, um ihre Kunden hinters Licht zu führen. Verzweifelte Menschen, die mit einem teuren Verstorbenen Kontakt aufnehmen wollen, sind am Ende einer spiritistischen Séance meist zufrieden und sagen etwa: »Ich schwöre, das war mein Sohn. Ich habe seine liebe, süße Stimme erkannt.« Die Atmosphäre verleitet den Empfänger einer solchen Botschaft dazu, den geliebten Menschen tatsächlich zu hören. Selbstverständlich muß die Stimme zumindest eine starke Ähnlichkeit aufweisen. Im vorliegenden Fall hätten die Fälscher aber noch zusätzliche Vorteile gehabt: Das Summen im Telefon nämlich sowie die Tendenz von Telefonfrequenzen mit sehr geringer Bandbreite, eine menschliche Stimme verzerrt zu übermitteln. Außerdem verändert extremer Streß die menschliche Stimme bisweilen noch stärker, so daß die Unterschiede dem Angesprochenen nicht auffallen.

Um sich Namen und relevante persönliche Daten zu besorgen, hätten die Agenten der für die Anschläge verantwortlichen Organisation die betreffenden Flüge vor dem 11. September mehrmals selbst benutzen und Mitreisende dabei in freundliche Gespräche verwickeln müssen: »Fliegen Sie oft mit dieser Route?« Es hätte nicht allzu viel Zeit erfordert, eine Dossier mit Namen zu erstellen, Stimmen heimlich auf Tonband aufzunehmen und eine Reihe von mehr oder weniger wichtigen Details aus dem Leben einiger Passagiere in Erfahrung zu bringen. Schließlich hätte eine solche Liste unter Umständen mehrere Dutzend Passagiere umfassen können, von denen natürlich nicht alle an jenem schicksalhaften Morgen des 11. September 2001 mit Flug 93 reisten.

In der Zwischenzeit hatten die Drahtzieher ein Szenario entworfen, um eine Reihe von Ereignissen vorzutäuschen. Der Kern dieses Szenarios, das den Zeitraum von der Öffnung der Sarinkanister bis zum Aufprall umfaßte, war eine Reihe von Pseudo-Ereignissen an Bord: Das erste Auftauchen der Entführer, deren Erklärungen, Keilereien mit Passagieren, der Kriegsrat der Fluggäste im hinteren Teil der Maschine und schließlich der Sturm auf das Cockpit. Auch einige tatsächlich eingetretene Geschehnisse wie der jähe Schwenk der Maschine (vgl. Anruf D) gehörten mit zum Skript.

Man stelle sich dann ein Studio vor (jeder Geheimdienst verfügt über mehrere solche). Im Raum befindet sich eine Leinwand, auf der die Ereignisse als Text ablaufen, so daß alle Beteiligten stets auf dem laufenden sind. Dem Direktor der Operation käme eine ähnliche Rolle zu wie dem Dirigenten eines Symphonieorchesters, der das Spiel seiner Musiker koordiniert. Ein Toningenieur hält mehrere in einem anderen Studio hergestellte Aufnahmen bereit. Auf ihnen sind Geräusche zu hören, die auf gemurmelte Diskussionen zwischen Fahrgästen oder ein Handgemenge hinzudeuten scheinen, und man hört auch Schreie und Flüche. Solch eine Aufnahme kann dann über irgendeine Telefonleitung abgespielt werden, wenn das Szenario dies vorsieht, oder es kann einfach zur lautlichen Untermalung im Kontrollraum dienen.

Geschulte Bediener mit Kopfhörern erledigen die Telefonanrufe. Jeder von ihnen hat die zur Verfügung stehenden Unterlagen für mehrere Personen, die früher schon mit Flug 93 gereist sind, gründlich studiert: Stimmaufnahmen, ein Profil der Betreffenden sowie schließlich eine ganze Menge persönlicher Informationen, die teils "durch Feldforschung" erlangt worden sind, wie es im Jargon dieser Leute heißt. Sobald die Passagierliste verfügbar ist, geht jeder Operator seine eigene Kopie durch, um zu ermitteln, ob sich darauf Namen von Personen befinden, über die er Unterlagen besitzt. Die anderen Fahrgäste interessieren ihn nicht.

Der erste, stets von summenden Geräuschen begleitete Satz lautet stets etwa so: »Schatz, wir sind entführt worden!« Von nun an steht der Angerufene ganz unter dem Eindruck dieser niederschmetternden Nachricht, die er natürlich nicht im geringsten bezweifelt. Danach kann der Operator Fragen beantworten und seinem Gesprächspartner eine Komödie vorspielen, in der natürlich wichtige Details wie "arabisch aussehende Kerle" oder "Messer" nicht fehlen dürfen. Ist der Bediener der Ansicht, seine Botschaft sei auf fruchtbaren Boden gefallen, kann er den Anruf jederzeit mehr oder weniger taktvoll beenden, je nachdem, wie weit die Handlung des Szenarios inzwischen gediehen ist. Er kann beispielsweise sagen: "Okay. Wir werden etwas unternehmen. Ich ruf dich wieder an." Ende des Anrufs.

Jeder Bediener hat eine Stimme, die derjenigen der nachgeäfften Person einigermaßen ähnelt (oder sie wird in Echtzeit mit moderner Computertechnologie dahingehend verändert). Dies bereitet keine allzu großen Schwierigkeiten. Beispielsweise ist es wesentlich einfacher, jemanden zu finden, dessen Stimme – besonders am Telefon – der meinen gleicht, als jemanden, der – sogar auf einer unscharfen Foto – ähnlich aussieht wie ich. Schließlich können die meisten Menschen lernen, Stimmen nachzuahmen. Besondere Fertigkeiten in dieser Kunst pflegen Komödianten zu besitzen, die wohlbekannte Persönlichkeiten parodieren.

Die Bediener haben Anweisungen erhalten, wie sie bei einem Anruf zu verhalten haben. Zwar kennt jeder zumindest ein paar "intime" Einzelheiten aus dem Leben des Anzurufenden, doch verfügen alle auch über Techniken des Abschweifens; sie wissen ferner, daß sie lange Unterhaltungen vermeiden müssen, bei denen elementare Kenntnismängel den ganzen Schwindel platzen ließen, etc. Drei solche Ablenkungstechniken sind Beten (wenn nötig durch Ablesen eines Textes; Anrufe D, F1 und J), Weinen (Anruf H) oder Diskussion der anderen Angriffe (Anrufe A2 und B).

Im vorliegenden Fall, Flug 93, können nun mehrere Anrufe näher analysiert werden. Zunächst sei darauf verwiesen, daß der längste Anruf von der Person gemacht wurde, die sich als Todd Beamer ausgab (Anruf D), und zwar an die Verizon-Aufseherin Lisa Jefferson, die den wirklichen Todd Beamer gar nicht kannte.

Zu Beginn von Anruf B (Glick) teilt der Anrufer mit, die Passagiere wüßten von der Entführung anderer Maschinen an jenem Morgen. Gegen das Ende der Unterhaltung, als der Anrufende mögliche Aktionen gegen die Entführer diskutiert,

bemerkt er scherzhaft: »Ich habe mein Buttermesser vom Frühstück.« Dies ist darum eigentümlich, weil dies voraussetzt, daß die Passagiere bereits gefrühstückt haben, obwohl Mahlzeiten in einem Flugzeug normalerweise erst serviert werden, wenn dieses seine durchschnittliche Flughöhe bereits erreicht hat, im vorliegenden Fall also, als die angebliche Entführung begann.

Bei Anruf A2 (Burnett) geht Deena Burnett auf die anderen Entführungen ein. »Es sind mehrere Flugzeuge entführt worden, aber man weiß nicht, wie viele.«

Anrufer: »Du machst wohl Witze.«

Deena: »Nein

Anrufer: »Waren es Fracht- oder Passagierflugzeuge?«

Hier scheint der Anrufer auf Zeit zu spielen. Erstens sind Entführungen von Frachtflugzeugen so gut wie unbekannt, und zweitens widerspricht die offenkundige Erstauntheit des Anrufers der früher, in Anruf B, gemachten Behauptung, wonach die Passagiere von Flug 93 allgemein Bescheid über die anderen Entführungen wußten.

Auch bei Anruf C scheint ein grober Fehler aufgetreten zu sein. Ob wohl einer der Sprecher im Studio geschlafen hat?

Anrufer: »Mama? Hier spricht Mark Brigham. Ich will dir sagen, daß ich dich lieb habe. Ich bin auf einem Flug von Newark nach San Francisco, und drei Kerle haben das Flugzeug übernommen. Sie sagen, sie hätten eine Bombe.«

Alice: »Wer sind diese Kerle?«

Anrufer (nach einer Pause): »Du glaubst mir doch, oder?«

Alice: »Ja, Mark. Ich glaube dir. Doch wer sind diese Kerle?«

Alice Brigham erklärte den seltsamen ersten Satz damit, daß ihr Sohn verwirrt gewesen sei. Doch wenn Mark entschieden hatte, seine Mutter anzurufen, hätte er sich dann ausgerechnet ihr gegenüber mit Vor- und Familiennamen vorgestellt? Einen solchen Schnitzer kann ein Anrufer nur dann begehen, wenn er an etwas ganz anderes denkt als an das, was angeblich den Grund für seinen Anruf darstellt. Was aber könnte dies im vorliegenden Fall gewesen sein?

Statt dann die Frage seiner Mutter, wer denn diese Kerle seien, zu beantworten, antwortet der Anrufer mit der Gegenfrage: »Du glaubst mir doch, oder?« Allem Anschein nach hat er das Vertrauen in seine Fähigkeit verloren, Mark Brigham nachzuäffen, und beendet das Gespräch. (Man kann sich ausmalen, wie er sich frustriert auf die Stirn hämmert…)

Anrufer C machte keinen zweiten Anruf. Von den 13 Anrufen, die angeblich von diesem Flugzeug aus erfolgten, stammten vier von Burnett (A), zwei von einer Lyles (F) und die restlichen sieben von jeweils einer verschiedenen Person, wobei die von diesen sieben Anrufern gemachten Mitteilungen teils eher wirr, teils klar waren. Die Anrufe fügen sich in den Rahmen eines logisch aufgebauten Szenarios ein, das dem Mythos Rückhalt verleihen soll.

Da hätten wir Todd Beamer, der bei seinen Freunden (und Beobachtern) als Draufgänger bekannt ist. Er ist also der ideale Mann, um den "Sturm auf das Cockpit" zu führen. Schon lange vor dem 11. September ist entschieden worden, daß er der "Grund" für den vorzeitigen Absturz dieser Maschine fern vom Weißen Haus sein wird.

Anrufer D, der sich als Todd Beamer ausgab, hatte offensichtlich Schwierigkeiten mit der Benutzung seines Flugzeugtelefons. Dies ließe sich noch erklären, wenn das verwendete Telefon nicht Teil des Verizon-Systems gewesen wäre. Doch fiel es dem Anrufer leicht, mit einem gewöhnlichen Mobiltelefon das Aufsichtsbüro der Firma Verizon zu erreichen, dem er dann erklärte, er habe versucht, jemand anzurufen! Merkwürdigerweise zog er es angesichts seines bevorstehenden Hinscheidens vor, mit der ihm unbekannten Lisa Jefferson zu sprechen und diese zu bitten, seinen Lieben Grüße auszurichten!

Von den aus den anderen Flugzeugen gemachten Anrufen verdient vor allem einer Beachtung, der von Barbara Olson, einer wohlbekannten Anwältin aus Washington und bekannten politischen Fernsehkommentatorin gemacht worden sein soll. Frau Olson starb auf Flug 77 der American Airlines, jenem Flugzeug, das angeblich das Pentagon getroffen haben soll. In Nachrichtensendungen (San Diego, 01; BBC, 01; Telegraph, 01) wurden zwei Anrufe geschildert, die sie an ihren Gatten Ted Olson, Generalstaatsanwalt der Vereinigten Staaten, gemacht haben soll.

Die Frau, die sich als Barbara Olson ausgab, sagte, sie habe sich in der Toilette eingeschlossen und zehnmal vergeblich versucht, ihren Mann anzurufen, ehe sie endlich durchkam. Das erste Gespräch, in dem die Anruferin sagte: »Ob du es glaubst oder nicht, wir sind entführt worden«, wurde aus irgendeinem Grund unterbrochen. Bei einem zweiten Versuch beschrieb die Anruferin Männer mit Messern, welche die Besatzung überwältigt hätten, und fragte dann: »Was soll ich dem Piloten sagen, daß er tun soll?«

Dies alles ist nicht minder mysteriös als die vorher beschriebenen Anrufe. Was für weise Ratschläge hätte Ted Olson dem Piloten (der angeblich mit den Passagieren in den hinteren Teil der Maschine verbannt worden sein soll) denn schon erteilen können?

Die hier vorgenommenen Analysen beweisen an sich noch nicht, daß eine Operation zur Vortäuschung von Mobiltelefonanrufen stattgefunden hat. Sie belegen aber eindeutig, daß alle Anrufe sehr gut zu einer solchen Operation passen würden. Eine ganze Reihe von Indizien spricht dafür, daß wir es mit einer solchen Operation zu tun haben und nicht mit tatsächlich von Flugzeugen aus gemachten Mobiltelefonanrufen. Mehr läßt sich anhand einer solchen Analyse kaum sagen.

Jedenfalls gibt es allen Grund zum Zweifel daran, daß Mobiltelefonanrufe von großer Höhe aus überhaupt möglich gewesen wären, und daß solche aus geringerer Höhe keine Mobiltelefonanlagenkaskaden hervorgerufen hätten.

Nochmals zu den fehlenden Abfangjägern

Wenn Flug 93 bei der in diesem Artikel skizzierten alternativen Methode ferngesteuert wurde, kann der vorzeitige Absturz der Maschine durchaus Bestandteil des Plans gewesen sein. Ein solcher Absturz ließe sich durch das INS des betreffenden Flugs leicht verursachen. Während die Maschine scheinbar schnurstracks auf das Weiße Haus zuflog, wären die INS-Koordinaten in diesem Fall so eingestellt gewesen, daß das Flugzeug über einem leeren Feld in Pennsylvania abstürzte. Die Absturzstelle hätte auf einer Linie gelegen, die in Richtung Weißes Haus führte. Vor ihrem Zerschellen hätte die Maschine zu einem langen, schrägen Abflug angesetzt, der einen Aufprall mit hoher Geschwindigkeit garantierte und dafür sorgte, daß zahlreiche Trümmer auf dem Feld zurückblieben.

Allem Anschein nach wurden drei F-16-Jäger auf einem Luftstützpunkt in Langley, Virginia, mobilisiert, um das Passagierflugzeug abzuschießen. Einer Schätzung zufolge waren sie zum Zeitpunkt, als diese abstürzte, noch volle 14 Minuten von ihr entfernt, so daß sie von Anfang an keine Chance auf einen Abschuß gehabt hätten.

Bei allen vier Flügen war es bei einer ferngesteuerten Entführung von entscheidender Bedeutung, daß keine Jagdflugzeuge in der Nähe stationiert waren. Bei einer Abfangoperation müssen die Piloten der betreffenden Jäger nämlich den Vorschriften zufolge einen Blick ins Cockpit der vom Kurs abgekommenen Maschine werfen, um zu ermitteln, ob diese entführt worden ist. Im vorliegenden Fall hätte ein Jägerpilot Pilot und Co-Pilot regungslos in ihren Sitzen zusammengesunken gesehen. Nach Kerlen mit dunklen Bärten hätte er freilich vergebens ausgespäht…

Virtuelle Flugzeugentführer

Ein Hinweis darauf, daß es sich bei den angeblichen Terroristen um Phantasiegestalten handelte, ergibt sich aus der Kluft zwischen dem offiziellen Bild und der Realität. Wir haben bereits den Fall des Ziad Jarrah kennengelernt, eines jungen Mannes ohne Bindungen an den islamischen Glauben, der sich über Nacht zu einem teuflischen Flugzeugentführer gemausert haben soll. Auf die Frage "Wie hältst Du’s mit der Religion?" erhalten wir bei fast jedem der vermeintlichen Entführer dieselbe beunruhige Antwort, wie wir schon bald sehen werden.

Jarrah wollte unbedingt Flugzeugingenieur werden. Wenn der Islam (oder "muselmanische Fanatiker") ihn nicht von diesem Wunsch abbrachten und ihn dazu bewogen, jung in den Tod zu gehen, wer hat ihn dann dazu gebracht? Vielleicht niemand!

Allerlei Rätsel gibt uns auch Hani Hanjour auf, ein kleinwüchsiges, schüchternes Bürschchen, das als Teenager in Saudiarabien keinen sehnlicheren Wunsch verspürte, als Steward zu werden. Er nahm Flugunterricht, legte dabei aber weniger Interesse an den Tag, flog bei manchen Kursen mit Pauken und Trompeten durch und brach andere vorzeitig ab. Trotzdem soll er der Pilot bei Flug 77 der American Airlines gewesen sein, d.h. er soll die Maschine gesteuert haben, die dann angeblich ins Pentagon raste.

1998 nahm Hanjour eine Fluglektion. Wes Fults, Manager der betreffenden Flugschule, kommentierte später:

»Er hatte nur ganz nebelhafte Vorstellungen davon, wozu die Instrumente dienten.«

Dennoch schaffte es Hanjour im April 1999 nach mehrjährigen erfolglosen Versuchen, eine kommerzielle Pilotenlizenz zu erwerben. Wie dies vor sich ging, darüber hüllen sich die Verantwortlichen der FAA in Schweigen. Zuvor, im April 1996, nahm er an einer dreißigminütigen Lektion an der Sierra Academy of Aeronautics in Oaklahoma teil, blieb dem Unterricht aber darauf stets fern. Einen Monat später hielt er sich in Scottsdale, Arizona, auf, wo er sich beim CRM Flight Cockpit Resource Management für Flugstunden anmeldete. Nach drei Monaten verließ er die Schule ohne Zertifikat. Er kehrte ein Jahr später dorthin zurück, nahm ein paar Wochen am Unterricht teil und empfahl sich dann abermals. Im Verlauf der folgenden drei Jahre bewarb er sich um Wiederzulassung an der Scottsdale-Flugschule, doch wurde ihm abschlägig beschieden, da er nicht das Zeug zum Piloten besitze. 1998 schrieb er sich in Phoenix, Arizona, bei Sawyer Aviation ein. Er nahm an einigen wenigen Lektionen mit dem Flugsimulator teil und schüttelte dann Arizonas Staub von seinen Füßen. (Goldstein et al., 2001)

Im August 2001 meldete sich Hanjour auf dem Freeway Airport in Bowie, Maryland, wo er ein einmotoriges Flugzeug mieten wollte, sich jedoch abermals eine Abfuhr holte: Angesichts seiner allgemeinen Inkompetenz weigerten sich die Behörden des Flughafens, ihm ein Flugzeug zu vermieten. (Goldstein et al., 2001). Hält man sich vor Augen, daß Hanjour noch nicht einmal ein einmotoriges Flugzeug lenken konnte, verwundert es einen fürwahr, daß er eine Boeing zu steuern und mit ihr das Weiße Haus zu treffen vermochte.

Die zweite enorme Diskrepanz zwischen Offizialversion und Wirklichkeit liegt in der Einstellung der angeblichen Entführer zur Religion. Hanjour mag von allen noch der gläubigste gewesen sein; laut seinem älteren Bruder war er tatsächlich recht fromm, und es liegen keine Berichte darüber vor, daß er sich offen über die Gebote des Islam hinweggesetzt hätte, wie es etliche seiner berühmteren Kollegen ungeniert taten. Mehrere der angeblichen Entführer wurden nämlich beim Alkoholgenuß beobachtet und unterhielten sexuelle Beziehungen zu mehreren Partnerinnen.

Wie konnten mehr als ein Dutzend "Flugzeugentführer" über ein Jahr lang in den USA leben, all das tun, was die Medien ihnen zuschreiben, und dabei gar keine Entführer sein? Im folgenden will ich darlegen, daß diese Männer sehr wohl all die Handlungen ausführen konnten, die von ihnen berichtet werden, ohne deshalb Terroristen gewesen zu sein. Alles hängt nämlich davon ab, welche Absichten sie mit ihren Taten verfolgten. Ich will (als eine unter mehreren Möglichkeiten) ein Betrugsmanöver skizzieren, das eine prinzipielle Antwort auf diese Frage liefert.

Zuerst gilt es freilich eine Liste der "19" angeblichen Terroristen zu erstellen und einen Teil der Verwirrung zu klären, die mit ihren Namen verknüpft ist. Eine erste Liste enthält 19 Namen, die sich auf vier Flugzeuge verteilen:

United Airlines Flight 175 (Südturm des WTC)

American Airlines Flight 11 (Nordturm des WTC)

American Airlines Flight 77 (Pentagon)

United Airlines Flight 93 (Pennsylvania)

Gab es 20 "Terroristen" und nicht nur 19? Am Flug 175 der United Airlines soll auch ein Amer Kenfer teilgenommen haben. Vielleicht spielt dies keine Rolle, da fünf der den Medien vom FBI zur Verfügung gestellten Namen nachweislich falsch sind. Ebenso wie vier andere "Entführer", deren Namen wir gleich anführen werden, wurde Kenfer vom FBI nicht nur mit Namen, sondern auch mit Beruf und Geburtsdatum identifiziert. Es stellte sich dann aber heraus, daß alle fünf quicklebendig und hell empört darüber waren, als "Terroristen" angeschwärzt worden zu sein. Neben Kenfer handelte es sich um folgende Männer:

Wie konnte jeder vierte "Entführer" falsch identifiziert worden sein? FBI-Quellen reden sich damit heraus, daß arabische Namen leicht zu verwechseln seien. Doch wie stellt man es an, um Berufe und Geburtsdaten zu verwechseln? Mehr als einem der betreffenden Herren war in der Vergangenheit der Paß gestohlen worden (Telegraph, 2001). Diese Tatsache läßt sich ohne weiteres mit dem von uns umrissenen alternativen Szenario in Übereinklang bringen, auch wenn die großen US-Medien die These vertreten, die Pässe seien vor 2001 von Al-Qaida-Agenten entwendet worden. Allerdings leuchtet es nicht ein, warum Al Qaida auf diese Weise den Schwarzen Peter an andere Araber hätte weitergeben sollen. Was hätte ihr das genützt?

Und überhaupt – wie hätte das FBI die belastenden Pässe in die Hände bekommen können? Da sie bei den Flugzeugabstürzen natürlich zu Asche verbrannt wären, müßten sie in den gemieteten Fahrzeugen zurückgelassen worden sein. Will man uns zumuten, dies zu glauben? Hatten die Terroristen letzten Endes alle 20 Pässe in den Mietwagen gelassen, um die Ermittler raschestens auf ihre Fährte zu bringen? Sehr viel triftiger ist da doch die Annahme, daß sich das FBI seine Informationen aus anderer Quelle besorgt hat.

Dienstleistungsfirma Fliegender Teppich

Ich möchte nun eine Möglichkeit darlegen, wie die angeblichen Entführer des 11. September dazu gebracht worden sein könnten, die gewünschten Spuren zu legen: Jede von ihnen war mit der Aussicht auf eine gutbezahlte Stelle in die USA gelockt worden. Man stelle sich beispielsweise eine Operation namens Dienstleistungsfirma Fliegender Teppich vor. Ein Agent, der sich als höherer Manager dieser eben aus der Taufe gehobenen Firma ausgibt, schildert deren künftige Aktivitäten mit folgenden Worten:

»Wir möchten unser neues Unternehmen "Dienstleistungsfirma Fliegender Teppich" nennen. Zwar werden wir uns in erster Linie auf schnelle Flugverbindungen zwischen Städten im Mittleren Osten und darüber hinaus spezialisieren, doch gedenken wir auch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten auszunutzen, einschließlich spezialisierter Cargo-Operationen, Zerstäubung von Pestiziden für die Landwirtschaft etc. Dazu brauchen wir eine Gruppe talentierter junger Männer wie Sie als Manager der Firma. Weitere Manager sowie das restliche Personal rekrutieren wir später, doch brauchen wir ein festes Kader, und dabei denken wir an Sie, meine Herren. In den kommenden Monaten werden Sie reichlich Gelegenheit erhalten, ihre Initiative und Phantasie unter Beweis zu stellen. Während der Ausbildungsperiode erhalten Sie selbstverständlich ein Salär, und zwar ein angemessenes. Doch jenen von Ihnen, welche das Training erfolgreich abschließen, winken weit attraktivere Gehälter, wenn wir erst einmal mit unseren Operationen beginnen.

Sie werden eine Ausbildung auf mehreren Gebieten erhalten, darunter auch Flugstunden, damit sie die verschiedenen Aspekte unserer künftigen Tätigkeit persönlich kennenlernen. Das Niveau eines Berufspiloten werden Sie freilich nicht erreichen, doch möchten wir, daß Sie mit den diversen Operationen unserer Firma vertraut sind. Schließlich ist es eine wohlbekannte Tatsache, daß Kader mit einem gewissen Maß an praktischer Erfahrung mehr leisten als solche, denen diese Erfahrung abgeht. Wir erwarten von Ihnen ferner, daß Sie den Angestellten ein gutes Beispiel geben, indem Sie auf Ihre Gesundheit achten, beim Essen maßhalten, ausreichend schlafen und regelmäßig Sport treiben.

Aus Sicherheitsgründen muß ich Sie ersuchen, mit niemandem, nicht einmal mit Freunden und Verwandten, über die Firma und ihre Ziele zu sprechen. Wir wollen unseren Konkurrenten ja um eine Nasenlänge voraus sein, wenn wir mit unseren Aktivitäten beginnen.«

Da nur neun der 19 angeblichen Entführer dokumentarische Spuren hinterließen, ist es gut möglich, daß nur neun Personen durch ein solches Schwindelunternehmen geködert worden sind. Dieses müßte spätestens Anfang 1999 begonnen haben, denn die ersten Dokumente fallen in diesen Zeitraum. Von besonderem Interesse sind die Aktivitäten Mohammad Attas, an den sich mehrere Zeugen aus dem Jahr 2000 erinnern.

Mitte März jenes Jahres zog Atta bei Amanda Keller ein, einer Dame von zweifelhaftem Leumund, die ihr Haar hellrosa zu färben pflegte. Fräulein Keller ist heute unauffindbar. (MCMN, 2002b). Zwischen Ende April und der dritten Maiwoche soll Atta laut Johnette Bryant, einer für Darlehen zuständigen Beamtin im Landwirtschaftsdepartement, ein Darlehen zum Kauf eines Crop Dusters (Flugzeug zum Besprühen landwirtschaftlicher Flächen) beantragt haben. (MCMN, 2002b). Das FBI bestreitet sowohl Attas Aufenthalt bei Amanda Keller als auch sein Gesuch um ein Darlehen vehement, vermutlich weil sich Atta damals noch in Hamburg aufgehalten und potentielle Selbstmordpiloten wie Ziad Jarrah angeworben haben soll.

Laut der offiziellen Version traf Atta am 3. Juni 2000 in den USA ein. Der zuvor bärtige Mann soll zu jenem Zeitpunkt glattrasiert gewesen sein. Im Juli 2000 meldeten sich Atta und Marwan Al Shehhi bei Huffman Aviation in Venice, Florida, für Flugstunden an, während Naway Alhamzi und Khalid Al-Midhar ihren Flugunterricht in San Diego, Kalifornien, begonnen haben sollen (ABC, 2001). Die beiden letztgenannten Männer brachen den Unterricht schon bald ab, da es bei ihnen mit dem Englischen haperte. Angeblich begaben sie sich anschließend nach Arizona, um weitere

Flugstunden zu nehmen. In Florida, wo die meisten der künftigen Entführer lebten, betrieben etliche von ihnen Sport (was auf die Empfehlungen der Schwindelfirma zurückzuführen gewesen sein mag) und besuchten regelmäßig das World Gym in Boynton Beach, Florida. Freilich legten sie bei ihren Leibesübungen bedauerlich geringen Eifer an den Tag:

»Waleed Al-Shehri, Wail Alshri und Satam Al-Suqami standen einfach um eine paar Sportgeräte herum, baten nie jemanden um Hilfe […] und hoben nie Gewichte.«

Atta hingegen trainierte sehr hart. (Golden & Moss, 2002).

Bei Huffmann Aviation, wo Atta und Al-Shehhi ihren Flugunterricht nahmen, scheinen sie dem Schuldirektor mitgeteilt zu haben, sie gedächten in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu arbeiten. Sie erhielten ihre Pilotenlizenz am 21. Dezember 2000. Acht Tage darauf, am 29. Dezember, absolvierten sie beide drei Trainingsstunden an einem Boeing-727-Flugsimulator in Opalocka bei Miami.

Die angeblichen Entführer, allen voran Atta, hinterließen eine breite Spur: Zeugen, Videoüberwachungsaufnahmen, Mietwagen etc. Die Organisatoren der "Dienstleistungsfirma Fliegender Teppich" waren über alle ihre Aktivitäten auf dem laufenden und spielten ihre Informationen nach dem 11. September dem FBI zu, das anhand dieser Unterlage den Werdegang der "Terroristen" rekonstruieren konnte. Mehrere Dokumente zeigen beispielsweise, wo sich Atta zu dieser oder jener Zeit aufgehalten hat. (ABC, 2001). Seine Tätigkeit läßt sich nicht nur als Bestandteil eines ungeheuer ehrgeizigen terroristischen Plans gegen die USA erklären, sondern nicht minder zwanglos als die Bemühungen eines (moralisch nicht sonderlich hoch stehenden) Tölpels, der scharf auf das von der Schwindelfirma verheißene märchenhafte Salär war.

Unter den von Atta hinterlassenen Spuren gibt es, soweit sich heute beurteilen läßt, lediglich drei, die auf seine Rolle als Terrorist hinzuweisen scheinen. Doch geht man vom Szenario "Fliegender Teppich" aus, so ergibt sich für jede davon eine andere Deutungsmöglichkeit. Beispielsweise flog Atta im Januar 2001 nach Madrid und kehrte schon nach sechs Tagen von dort zurück. Hat er sich in der spanischen Hauptstadt mit der Crème von Al Qaeda getroffen, oder konnte er dank seinem hohen Lohn Urlaub machen? Im Februar und März 2001 sollen sich Atta und andere laut Augenzeugen bei South Florida Crope Care, einer auf Pestizide spezialisierten Firma, nach Flugzeugen zum Versprühen von Insektiziden und Herbiziden erkundigt haben. Im August desselben Jahres lancierten Atta und seine Freunde bei einer Firma in Belle Glade, Florida, eine ähnliche Anfrage. Planten sie Milzbrand-Attacken, oder bereiteten sie sich im Auftrag der Firma fliegender Teppich auf die Zerstäubung von Pestiziden aus der Luft vor?

Von Mitte Mai bis Mitte Juni lebten Atta und Al-Shehhi in Hollywood, Florida, wo sie ein Flugtraining absolvierten. Für Al Qaeda oder die Firma fliegender Teppich? Ende Juni reiste Atta nach Las Vegas, wo er sich mit Alhazmi, Hanjour, Al-Shehhi und Jarrah traf. Bei einem weiteren Stelldichein in Las Vegas waren auch Hanjour und Alhamzi zugegen. Waren dies Al-Qaeda-Sitzungen oder Geschäftstreffen der Schwindelfirma?

Im Juni und Juli desselben Jahres unternahm Atta eine Reihe von Flügen (Fort Lauderdale-Boston, Boston-New York, Newark-Fort Lauderdale). Diese Flüge lassen sich sowohl im Licht der offiziellen wie auch der alternativen Version der Geschehnisse erklären. Anfang Juli flog Atta abermals nach Spanien und unternahm dort eine zwölftägige Rundreise, was eher auf einen Sonderurlaub bei der Firma fliegender Teppich als auf eine Mission für Al Qaeda hinzuweisen scheint.

Am 31. Juli 2000 hörte eine Kellnerin und Barmaid im Pelican Alley Restaurant, Venice, Florida, ein Gespräch zwischen Atta, Al Shehhi und einem dritten, schwergewichtigen Mann, die sich über Geld unterhielten. Der korpulente Herr soll folgendes gesagt haben:

STRENGSTENS EMPFOHLEN!

»Wir reden hier über 200.000 Dollar. Wir stehen in Verantwortung gegenüber der Familie!«

Die Kellnerin meinte, die drei gehörten zur Mafia. (MCMN, 2002a). Im eben geschilderten Zusammenhang könnte der Hinweis auf die 200.000 Dollars ohne weiteres Bestandteil einer Diskussion über Löhne gewesen sein.

Mitte August mieteten Atta und Al-Shehhi in Pompano Beach für vier Tage einen Wagen, und Atta mietete in Palm Beach für drei Tage ein Flugzeug. Wiederum stellt sich die Frage: Trafen sie sich dabei mit Al-Qaeda-Agenten, oder gönnten sie sich einfach ein paar freie Tage?

Ende August 2001 erwarb Atta (via Internet) zwei Tickets für den American-Airlines-Flug 11 und tauchte dann mit Al-Shehhi in der Shuckum’s Oyster Bar in Hollywood, Florida, auf. Atta trank Preiselbeerensaft und vergnügte sich am Flipperkasten, während Al-Shehhi in Begleitung eines dritten, nicht identifizierten Mannes dem Alkohol zusprach. Wer war der unbekannte Dritte – ein anderer Flugzeugentführer oder ein Manager der Firma fliegender Teppich?

An dem Abend, der vielleicht ihr letzter auf Erden war, erwiesen Atta, Alomari und Al-Shehhi der Red Eyed Jacks Sports Bar in Daytona Beach die Ehre ihres Besuchs, wobei sie eine ganze Menge Geld für starke Getränke und Striptease-Tänzerinnen springen ließen. Ob ein vierter Mann dabei war, läßt sich nicht mehr einwandfrei ermitteln. Sie zogen wüst gegen Amerika vom Leder, und zwar so laut, daß es möglichst jeder hörte. »Wartet nur bis morgen, dann fließt in Amerika das Blut in Strömen«, drohten sie. Selbstverständlich versäumten sie es auch nicht, in der Bar ein Exemplar des Koran zurückzulassen… (CBS News, 2001)

Später am gleichen Abend bezogen Atta und Alomari Zimmer im Comfort Inn in South Portland.

Bei einer nahegelegenen Tankstelle, zwei Geldautomaten sowie einem lokalen Supermarkt (Wal Mart) wurden sie von Sicherheitskameras aufgenommen. War dies die Nacht vor ihrer Selbstmordmission oder eine ganz normale Geschäftsreise für die Firma Fliegender Teppich? (ABM, 2001) Daß das FBI die Videoaufnahmen flugs zur Hand hatte, beweist wohl, daß es in schier übermenschlicher Anstrengung im Handumdrehen viele tausend Stunden Videofilme von jeder Tankstelle und jedem Markt jener Gegend überprüft hatte…

Es ist durchaus möglich, daß es nie eine "Dienstleistungsfirma Fliegender Teppich" oder etwas Ähnliches gab. In diesem Fall waren sich Atta und wenigstens ein Teil der anderen "Terroristen" sehr wohl bewußt, daß sie Rollen in einer Komödie spielten, bei der sie fette Löhne aus der Kasse der CIA einstrichen. Ein Hinweis darauf, daß es sich so verhalten haben könnte, sind Gerüchte, die von Neewsweek, der Washington Post und dem Miami Herald kolportiert wurden (MCMN, 2001). Diese Blätter behaupteten nämlich, Atta habe die International Officers School auf dem Maxwell-Luftwaffenstützpunkt in Montgomery, Alabama, besucht.

Der "Vater aller Flugzeugentführer" ist natürlich Osama bin Laden selbst. Seit dem 11. September 2001 sind in verlassenen Häusern, Höhlen und anderen gemütlichen Orten so viele Videobänder mit bin-Laden-Auftritten "gefunden worden", daß man Al Qaida mit Fug und Recht wegen Umweltverschmutzung vor den Kadi zerren könnte.

Die – unglaublich stümperhaft gemachten – Videos sind akustisch so schlecht, daß man in sie beinahe alles hineindeuten kann. Bei den früheren Exemplaren ließe sich dies zur Not noch mit Inkompetenz erklären, doch bei den späteren, von denen die Hersteller wußten, daß sie an die Medien gelangen würden, versagt auch diese Deutung. Der Inhalt der Bänder variiert stark. Auf den einen werden die Angriffe auf das World Trade Center diskutiert; auf den anderen wird erläutert, weshalb Al Qaeda westliche Ziele angreift. Die Texte enthalten zeitgenössische islamische Standard-Platitüden, die von Studenten des Nahen Ostens als solche erkannt werden würden.

Schon 2001 hegten viele den Verdacht, daß zumindest ein Teil der Bänder gefälscht war. Dieser Verdacht hat seither Auftrieb erhalten. Beispielsweise wurde Ende November 2002 ein Videoband "gefunden", das angeblich den gesamten Text einer Brandrede gegen den Westen enthielt. Der Text wurde bald in zahlreichen Zeitungen veröffentlicht und rief ungeheure Wut auf bin Laden und Al Qaeda hervor (ganz zu schweigen von dem wachsenden Argwohn, mit dem man in Nordeuropa danach jedem Araber und/oder Moslem begegnete). Das Band wurde von einem schweizerischen Institut für künstliche Intelligenz analysiert. Dieses hielt in einer anschließenden Stellungnahme fest, der Sprechtext stimme nicht mit dem Bild überein, sondern sei später zu diesem hinzugefügt worden (SMH, 2002).

Spurenverwischung

Das umfassende "Trainingsprogramm", die mit den ausgeklügeltsten Mitteln der Technik vollzogene ferngesteuerte Entführung sowie die Mobiltelefonanrufe setzen den Einsatz mehrerer Dutzend Personen voraus. Würde beispielsweise der Mossad eine solche Operation durchführen, wären viele der daran beteiligten Agenten Mossadoffiziere (Katsas) und Helfer (Sayanim), aber auch Außenstehende mit besonderen Fertigkeiten, die diverse Sonderaufgaben zu erfüllen hätten. Nun kann man ja davon ausgehen, daß Mossad-Agenten nach getaner Arbeit den Mund halten, aber wenn doch einer zuviel plaudert? Und die Außenstehenden? So brutal es auch anmuten mag: das Einfachste ist unter diesen Umständen, die unzuverlässigen Elemente ein für alle Male loszuwerden.

Die simpelste Methode, nach einer hochgeheimen Operation lästigen Mitwissern den Mund für immer zu stopfen, besteht darin, diese in ein Passagierflugzeug zu setzen und ihnen weiszumachen, sie würden "zu ihrem eigenen Besten" an einen sicheren Ort geschafft, bis sich die Wogen geglättet hätten. Am 4. Oktober 2001, keinen Monat nach den Anschlägen vom 11. September, stürzte eine TU-154 der Sibur Airlines, die auf dem Flug von Tel Aviv nach Novosibirsk war, ins Schwarze Meer, wobei alle 77 Insassen sowie das gesamte Bordpersonal den Tod fanden. Anfänglichen Berichten zufolge hatte es an Bord zwei Explosionen gegeben, die erste auf großer Höhe, die zweite unmittelbar vor dem Aufprall, was den Verdacht nährte, im Flugzeug könnten sich zwei Bomben befunden haben. Doch schon nach wenigen Tagen erzählte man eine andere Geschichte: "Offizielle amerikanische Sprecher" gaben nun an, die Maschine sei bei Militärmanövern von einer ukrainischen Rakete getroffen worden – eine Version, welche von Sprechern der ukrainischen Streitkräfte kategorisch dementiert wurde. (CNN, 2001)

Was ist "kompliziert?"

Einige Leser haben darüber geklagt, daß von mir entworfene alternative Szenario sei "zu kompliziert". Doch Kompliziertheit ist stets etwas Relatives. Was für Otto Normalverbraucher "zu kompliziert" scheinen mag, kann sich als verhältnismäßig einfach erweisen, wenn man sich vor Augen hält, welche weitreichenden Ziele bei einer Operation verfolgt werden. Zur Vergleich sei hier eine um das vielfacher weniger dramatische und folgenreiche Operation beschrieben, wobei wir uns auf die Darstellungen des ehemaligen Mossad-Offiziers Victor Ostrovsky stützen. Die betreffenden Ereignisse trugen sich zu einer Zeit zu, wo Ostrovsky noch als Mossad-Mitarbeiter in Europa stationiert war. (Ostrovsky & Hoy, 1990)

Der Mossad hatte aus internen Quellen davon Wind bekommen, daß ein syrischer Luftwaffenattaché nach Europa reisen wollte, um dort Möbel für das neue Verwaltungsquartier der syrischen Luftwaffe in Damaskus einzukaufen. Dies gedachte sich der israelische Geheimdienst zunutze zu machen, indem er zwischen Kauf und Lieferung in den Möbeln Abhörgeräte anbrachte. Der potentielle Gewinn ließ die folgende, "komplizierte" Operation lohnend erscheinen.

Da der Kauf der Möbel schon in drei Wochen erfolgen sollte, mußten sich die Agenten gehörig sputen. Sie gründeten eine fiktive Möbelmaklerfirma, druckten teure Broschüren, schulten einen Offizier (Katsa) in Verkaufstechniken und -jargon, ließen Helfer (Sayanim) aufmarschieren, die als Statisten bei der geplanten Schmierenkomödie gebraucht wurden, verfolgten jede Bewegung des Luftwaffenattachés und seines Assistenten während der paar Tage, welche sie in Brüssel verbrachten, warteten, bis der Attaché nach Paris abreiste, und folgten dem Assistenten in ein teures Möbelgeschäft. In diesem Moment tauchte dort ein Katsa auf, der vorgab, ein Möbelhändler zu sein, und zu diesem gesellte sich alsbald ein Sayan, der die Rolle eines zufriedenen Kunden spielte. Der Sayan dankte dem Katsa überschwenglich, und zwar so laut, daß der Assistent des Luftwaffenattachés jedes Wort hören konnte, worauf er den Laden verließ. Nun verwickelte der Katsa den Syrer in ein Gespräch und zeigte ihm eine Broschüre mit teuren Möbeln.

Der ahnungslose Mann war so beeindruckt von dem Bombengeschäft, das der Katsa angeblich eben getätigt hatte, daß er zusammen mit diesem eine Einkaufsliste mit Stühlen, Tischen und allerlei anderem Mobiliar erstellte. Als der Assistent dann noch merkte, daß er den Unterschied zwischen den auf den Listen figurierenden Preisen und dem tatsächlich zu entrichtenden Betrag in seiner eigenen Tasche verschwinden lassen konnte, wurde die Verlockung für ihn unwiderstehlich. Der Mossad kaufte nun die betreffenden Möbel und ließ zwei der Tische mit einem Privatflugzeug nach Israel schaffen, wo Spezialisten tagelang damit beschäftigt waren, komplizierte Mikrofone und Funkgeräte einzubauen. Dann wurden die Tische zurück nach Brüssel expediert, und nach ihrem Kauf durch die Syrer traten sie – zusammen mit dem Rest der Ware – ihre nächste Reise in den Nahen Osten an, doch diesmal nach Damaskus.

Was ich hier geschildert habe, ist nur ein Teil einer Operation, die in ihrer Gesamtheit wesentlich komplizierter war. Man mag ja einwenden: "Warum bloß so kompliziert?", besonders wenn der zu erwartende Nutzen so bescheiden war wie in diesem konkreten Fall. Doch für den Mossad waren die auf diese Weise erhältlichen Informationen offenbar so wichtig, daß er grünes Licht für die Operation gab, sobald er sich vergewissert hatte, daß sie machbar war. Unter den gerade herrschenden Umständen mag es sehr wohl die einfachste Methode gewesen sein, um an Insiderinformationen aus der syrischen Luftwaffe heranzukommen. Schenkt man Ostrovsky Glauben, so sind derartige Operationen für den Mossad reine Routine. Moderne Nachrichtendienste wie der Mossad sammeln nicht nur Informationen – sie schaffen auch "Tatsachen", locken Menschen in Fallen, morden, inszenieren politische Ereignisse und trainieren sogar militante Oppositionelle in anderen Ländern.

Wenn es nun um eine wirklich wichtige Operation wie die Entführung von vier Flugzeugen geht, die man dann arabischen Terroristen in die Schuhe schieben kann, wird der Mossad bestimmt keinen Aufwand scheuen. Angesichts des immensen Nutzens für Israel sind die in meinem alternativen Szenario skizzierten Methoden nicht nur verhältnismäßig einfach, sondern sie scheinen geradezu aus dem Lehrbuch des Mossad zu stammen.

Wer profitierte?

Betrachtet man die Attentate vom 11. September 2001 als ungelöstes Verbrechen, so besteht die vielversprechendste Methode zu dessen Lösung darin, wie bei jedem beliebigen Kriminalfall zu fragen: Qui bono? Wer profitierte? Nehmen wir einmal an, Al Qaida sei unschuldig, so deutet alles auf ganz andere Täter hin. Ehud Sprinzak, israelischer Terrorismus-Experte an der Hebräischen Universität Jerusalem, kommentierte die Anschläge wie folgt:

»Vom Standpunkt der Juden aus ist dies der wirksamste Werbeakt, der zu unseren Gunsten unternommen worden ist.« (Jackson, 2001)

Diese Bemerkung paßt haargenau zu einer Nachrichtensendung, die im Wirbel um den 11. September beinahe unterging.

Schon eine Stunde nach den Angriffen auf die Türme des World Trade Center wurden fünf Israelis an einem Parkplatz in der Nähe des Liberty State Park, New Jersey, beobachtet. Der Park befindet sich genau gegenüber den jenseits des Hudson River gelegenen Zwillingstürmen. Drei der Israelis standen auf dem Dach eines weißen Lastwagens, nahmen die Katastrophe auf Video auf und stießen laut einem Augenzeugen, der sie durch einen Feldstecher betrachtete, Hohn- und Jubelrufe aus. (Melman, 2001) Der Zeuge, der das Quintett von einem Gebäude neben dem Parkplatz aus sah, meldete deren seltsames Verhalten sofort dem FBI. Die als "israelische Touristen" beschriebenen Männer wurden vom FBI in Gewahrsam genommen; zwei von ihnen wurden später als Mitarbeiter des "israelischen Geheimdienstes" identifiziert. Man hielt alle fünf ungefähr zwei Monate lang in Gewahrsam und schob sie dann nach Israel ab. Diese tatsächliche Freudenfeier bildet einen ironischen Kontrast zu der falschen, die man den Palästinensern unterstellt hat.

Gewisse Elemente in den USA zogen ebenfalls Nutzen aus den Geschehnissen. Zunächst lieferten diese einen unmittelbaren Vorwand für eine längere militärische Übung, bei der Munition im Wert von Hunderten von Millionen Dollar verschossen wurde – ein Plus für die Waffenindustrie. Strategisch sollten die Vereinigten Staaten vom folgenden "Krieg gegen den Terrorismus" profitieren, da ihnen dieser die Chance bot, die amerikanische Kontrolle der unermeßlich reichen zentralasiatischen Ölfelder via Afghanistan zu sichern, den natürlichen Korridor für eine Pipeline zum Persischen Golf. Wie erinnerlich wurde behauptet, Afghanistan diene Al Qaida als Operationsbasis.

Falls die USA und Israel die Missetat gemeinsam verübt haben sollten, darf man sich mit Fug und Recht fragen, wer dabei welche Rolle gespielt hat. Geht man vom alternativen Szenario aus, so spricht alles dafür, daß der Mossad nach einem geheimen (natürlich nur mündlichen) Abkommen die Flugzeugentführungen übernahm. Die rechte Hand wußte dann nicht, was die linke tat; gewisse Kreise in der US-Regierung dürften gewiß darüber unterrichtet gewesen sein, daß sich etwas ganz Großes zusammenbraute, ohne aber die Einzelheiten zu kennen.

Eine der vielen ironischen Pointen dieses Szenarios ist, daß die Erklärung des US-Außenministeriums, wonach eindeutige Informationen auf die Schuld Al Qaidas hinwiesen, tatsächlich wahr gewesen sein mag. Natürlich waren die "eindeutigen Informationen" samt und sonders getürkt…

Bedeutung des alternativen Szenarios

Wenn die Angriffe des 11. September Ergebnis einer gemeinsamen Geheimoperation des Mossad und mancher US-Agenturen wie der CIA und NSA war (wobei kein Mensch weiß, welche Rolle die Armeechefs und das Weiße Haus gespielt haben mögen), liegt der Schluß nahe, daß es sich auch bei den anderen Al Qaida angelasteten Terroranschlägen um "schmutzige Tricks" aus der CIA-Giftküche gehandelt haben könnte. Dazu würden dann auch die Bombenattentate auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania am 7. August 1998 sowie der Angriff auf das Schlachtschiff USS Cole am 12. Oktober 2000 im Hafen von Aden, Jemen, gehören.

Schon vor Jahrzehnten hatten die Armeechefs sowie die National Security Agency den skandalösen Vorschlag gemacht, Angriffe auf amerikanische Ziele durchzuführen und sie "kubanischen Terroristen" in die Schuhe zu schieben (Bamford, 2001). Die mit den Codewörtern »Operation Northwoods« und »Operation Mongoose« bezeichneten Aktionen sahen die Sprengung eines Schiffs auf dem US-Flottenstützpunkt in Guantanamo (Kuba) vor, ferner die Versenkung von Flüchtlingsbooten sowie schließlich die Entfachung einer "kommunistischen" Terrorkampagne in Miami mit Bomben- und Mordanschlägen auf prominente Exilkubaner. Noch stärker an die Ereignisse des Jahres 2001 erinnerte ein von den Chefs der drei Waffengattungen gemeinsam unterzeichneter und Präsident Kennedy unterbreiteter Plan, die Entführung eines Passagierflugzeugs durchzuführen oder vorzutäuschen, bei der sämtliche Personen an Bord umkommen sollten. Der Zweck dieser Operationen bestand darin, Kuba als Schuldigen zu brandmarken und die öffentliche Meinung so aufzuputschen, daß die Medien eine direkte militärische Invasion der Insel hätten gutheißen müssen. Kennedy verwarf den Plan.

Eine weitere logische Schlußfolgerung wäre unter diesen Umständen, daß Al Qaida beileibe nicht jene Art von Terrororganisation ist, als die man sie darzustellen pflegt. Es schiene dann durchaus möglich, daß es sich bei Al Qaida um eine gemeinsam von Israel und den USA kontrollierte Frontorganisation handelt. Die Verbindungen zwischen bin Laden und der CIA sowie jene zwischen den Familien bin Laden und Bush sind wohlbekannt. "Al Qaida" käme dann die Aufgabe zu, jene Terroranschläge zu verüben, die den USA einen Vorwand für jede beliebige militärische Intervention bieten, während Israel freie Hand auf der Westbank und im Gazastreifen erhält. Dies schließt die Möglichkeit keineswegs aus, daß manche Mitglieder von Al Qaida – eventuell sogar bin Laden selbst – aufrichtig davon überzeugt sind, einer militanten islamischen Kampforganisation anzugehören. (Die ganze Operation erinnert fatal an Joseph Hellers Roman Catch-22, in dem Milo Minderbinder den Deutschen die Dienste der US-Bomber für Geld zur Verfügung stellt.)

Doch leider haben wir es hier nicht mit einem Roman oder einem Film zu tun. Wenn viele Beobachter von einem "surrealistischen" Ausmaß der Anschläge vom 11. September sprachen, so mag dies eine unbewußte Reaktion auf deren allzu dramatische, an einen Film gemahnende Natur gewesen sein. Was man als das "Hollywood-Böse" bezeichnen könnte (im Gegensatz zum "banalen Bösen", das angeblich den Anstoß zum jüdischen "Holocaust" gab), hat die Gestalt eines Terroristen angenommen, der keinen wirklichen Grund zum Morden hat, jedoch durch seine Religion irrsinnig geworden ist, Menschen aus purem Vergnügen abschlachtet und sich auf seinen Märtyrertod freut. (Vielleicht ist er auch nur "neidisch" auf die westliche Zivilisation.) Solche Klischeevorstellungen haben die Medienberichterstattung über den Nahen Osten schon lange vor dem 11. September 2003 geprägt.

Weshalb gerade im September 2001?

Unter Annahme des alternativen Szenarios wurde der Zeitpunkt der Anschläge so gewählt, daß Israel aus der Schußlinie geriet. Der Judenstaat befand sich damals in einer äußerst bedrängten Lage, und sein Ansehen in der westlichen Welt verschlechterte sich wegen seiner brutalen Behandlung der Palästinenser unerbittlich. Diese Tendenz ließ sich zwar in Europa deutlicher beobachten als in Nordamerika, doch hatte Israel triftigen Grund zur Furcht, mehr und mehr Amerikaner könnten die Geduld mit ihm verlieren, und die gewählten Volksvertreter könnten unter wachsenden Druck geraten, auf eine Änderung des amerikanischen Verhältnisses zu Israel hinzuarbeiten.

Dies konnte Israel nicht einfach hinnehmen, hat es doch seit den fünfziger Jahren nach den allervorsichtigsten Schätzungen über 100 Milliarden Dollar Unterstützung ("Entwicklungshilfe" und Geschenke) von den USA erhalten. Einzig und allein dank diesem Geld war Israel in der Lage, wirtschaftlich zu überleben. Ein erheblicher Teil der "Entwicklungshilfe" geht übrigens in die USA zurück, da er zum Kauf amerikanischer Waffen verwendet wird.

Was in Israel endgültig die Alarmglocken läuten ließ, war die UN-Konferenz über Rassismus in Durban, bei der unter anderem der staatliche Rassismus Israels zur Sprache kam. Sobald dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt wurde, marschierten amerikanische und israelische Delegierte gemeinsam aus dem Konferenzsaal.

Große Besorgnis mußte in Israel auch die von palästinensischen Klägern am 18. Juni 2001 beim belgischen Gerichtshof für internationales Recht eingereichte Strafanzeige erwecken. Diese Palästinenser waren Überlebende der 1982 in den libanesischen Orten Sabra und Shatila begangenen Massaker. Ihre Anzeige richtete sich gegen Ariel Sharon und andere Israelis. Sie erfolgte genau einen Tag nach einer BBC-Dokumentarsendung, in der die These verfochten wurde, Sharon habe sich Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuschulden kommen lassen.

Die Strafanzeige schien fundiert genug, um zu einem Prozeß zu führen. Sharon wäre dann laut dem 1993 erlassenen Gesetz zur Ahndung schwerer Verstöße gegen die Genfer Konvention von 1949 sowie der Zusatzprotokolle I und II angeklagt worden. Er nahm die Gefahr eines Prozesses ernst genug, um eine belgische Anwältin, Michele Hirsch, anzuheuern, welche das Verfahren vereiteln sollte.

Die US-Politik im Nahen Osten ähnelt der israelischen Politik auf der Westbank und gegenüber seinen arabischen Nachbarstaaten immer mehr. Seit Jahrzehnten verwendet Israel das Wort "Terrorist" inflationär, und die US-Medien tun es ihm bei jeder Gelegenheit gleich. Dabei werden die Wurzeln des "Terrorismus", die in der israelischen Politik auf der Westbank, im Gazastreifen und gegenüber den arabischen Nachbarstaaten liegen, schlicht und einfach unter den Teppich gekehrt. Die israelischen Reaktionen auf die Taten militanter Palästinenser scheinen bewußt darauf hinzuarbeiten, ein permanentes Klima der Gewalt aufrechtzuerhalten, das es Israel ermöglicht, sich als Opfer zu gebärden, statt als Täter dazustehen.

Die Medien

Bedauerlicherweise stehen die US-Medien, insbesondere das Fernsehen, seit dem Golfkrieg von 1991 unter strikter Kontrolle des Pentagon, sobald es um militärische Fragen jeder Art geht. (MacArthur, 1993) Die Tage, wo unabhängige Reporter noch – wie weiland in Vietnam – durch die Kampfzonen streifen konnten, sind längst Geschichte. Ein Journalist, der sich den Vorgaben des Pentagon nicht unterwirft und dessen Version nicht vorbehaltlos übernimmt, wird nicht zu den Konferenzen eingeladen, bei denen die Militärs der Presse ihre Sicht der Dinge darlegen. Zudem neigen die Medien immer mehr dazu, ganze Gruppen pauschal als "Terroristen" zu verketzern, was natürlich darauf abzielt, den Haß auf Araber und/oder Muslime zu schüren.

Insofern sind die US-Nachrichtenmedien begeisterte Partner im "Krieg gegen den Terrorismus" geworden und dienen damit Sonderinteressen, die sie als "Interessen Amerikas" ausgeben. Geht man davon aus, daß es sich bei den Ereignissen des 11. September tatsächlich um eine Provokation handelte, so kann die Folge nur lauten, daß uns die Anschläge erspart geblieben wären, hätten die Medien sich während der letzten beiden Jahrzehnte nicht an die Kandare nehmen lassen.

Hätten die Hintermänner dieses Verbrechens nämlich nicht von Anfang an darauf bauen können, daß die Medien gehorsam die Parolen des Pentagon nachplappern und die Attentate "arabischen Terroristen" anlasten würden, so hätten sie es sich ganz gewiß zweimal überlegt, ob sie dieses Risiko eingehen sollten. (Wo sind die Woodwards und Bernsteins, wenn man sie wirklich braucht?)

Indem die Medien den "Terroristen" als entmenschte Horrorfigur aus einem Filmstudio darstellen, tragen sie ihr Scherflein dazu bei, daß der gerechte Kampf um Selbstbestimmung, der bisweilen gewaltsame Formen annimmt, immer neue "Terroristen" hervorbringen wird und die amerikanischen Truppen endlos auf der Suche nach dem Finsterling des neuen Jahrtausends sein werden.

Zusammenfassung

Im vorliegenden Artikel wird eine alternative Methode zur Hervorbringung jener Ergebnisse geschildert, deren Zeuge die Welt am Morgen des 11. September 2001 wurde. Daß das hier beschriebene Szenario – Vergiftung der Fluggäste und Besatzung mit Sarin, Fernsteuerung der Flugzeuge, Operation zur Vortäuschung von Mobiltelefonanrufen – machbar ist, kann keinem Zweifel unterliegen. Ich behaupte wohlverstanden nicht, das Ganze habe sich genau so und nicht anders zugetragen, sondern halte lediglich fest, daß eine Geheimoperation, ausgeführt von jenen, die dabei am meisten zu gewinnen hatten, unvergleichlich besser zu den Tatsachen paßt als die offizielle Version, wonach "arabische Flugzeugentführer" und Al Qaida für die Angriffe verantwortlich gewesen seien.

Zu diesen Tatsachen gehört der politische Hintergrund: Al Qaida wäre, wenn die offizielle Darstellung stimmt, die einzige Terrororganisation der Geschichte, die Ziele angreift, ohne dann die Verantwortung dafür zu übernehmen; Israel und die USA sind die einzigen Profiteure der Geschehnisse. Das alternative Szenario trägt all dem Rechnung, während die Standardversion von Ungereimtheiten wimmelt: Die vorgetäuschte Freudenfeier in Palästina am Tag der Angriffe; der frühere Anschlag auf das World Trade Center; die fehlenden Abfangjäger; die fehlenden Passagiere; die fehlenden Schwarzen Kästen; das allem Anschein nach getürkte Beweismaterial; das Geheimnis des Ziad Jarrah.

Kurzum: Betrachtet man die gesamte Konstellation der Ereignisse, vor deren Hintergrund sich die Attentate des 11. September abspielten, als Mosaik, so entsprechen die bereits eingesetzten Mosaiksteine jenen Fakten, die allgemein bekannt sind und an denen niemand zweifelt. Die fehlenden Steine entsprechen entweder der vom Weißen Haus aufgetischten Version oder dem hier umrissenen alternativen Szenario. Erstere scheint äußerlich zu passen, doch wenn wir versuchen, die Steine wirklich einzusetzen, bemerken wir rasch, daß sie sich nicht in das Mosaik einfügen lassen.

Man könnte diese Probleme, welche die Version des Weißen Hauses aufwirft, von einem rein mathematischem Standpunkt aus anpacken. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie den Tatsachen entspricht? Um diese Frage zu beantworten, müßte man ganz einfach die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Bestandteile miteinander multiplizieren. Wenn man beispielsweise davon ausgeht, daß nur in der Hälfte der Fälle, wo Flugzeuge vom Kurs abkommen, Abfangjäger ausschwärmen (obwohl dies praktisch immer geschieht), daß Schwarze Kästen bloß in der Hälfte der Fälle gefunden werden (obwohl man sie so gut wie immer findet), und daß bei jedem zweiten Flug Passagiere nicht auf der Liste figurieren (obwohl dies selten vorkommt), ist die Wahrscheinlichkeit, daß all diese Pannen am 11. September zusammenkamen, bereits schon auf ein Achtel reduziert. Dabei sind die vielen anderen Unwahrscheinlichkeiten, allen voran die Mobiltelefonanrufe aus großer Höhe, noch gar nicht berücksichtigt. Dies allein sollte genügen, um jeden denkenden Menschen mißtrauisch zu stimmen, zumal die von uns angesetzten Wahrscheinlichkeitswerte viel zu hoch angesetzt sind, um der offiziellen These entgegenzukommen.

Der Verfasser ist sich sehr wohl bewußt, daß noch zahlreiche andere Argumente gegen die Richtigkeit der offiziellen Version vorliegen. In der Tat vertreten manche Kritiker die Auffassung, der Angriff auf das Pentagon sei nur vorgetäuscht worden, und es sei dabei ein sehr viel kleineres Flugzeug zum Einsatz gekommen; in den Türmen des World Trade Center sei Sprengstoff verborgen gewesen; rund 130 Israeli, die sich nach ersten Angaben unter den Opfern befanden, hätten in Tat und Wahrheit überlebt. Aus Gründen der Einfachheit habe ich diese Möglichkeiten hier unberücksichtigt gelassen und mich jeden Kommentars dazu enthalten. Auch habe ich auf eine Analyse zahlloser anderer Terrorakte verzichtet, die womöglich ebenfalls dazu dienten, falsche Fährten zu legen, wie beispielsweise der Bombenanschlag auf Bali (am Tatort wurde aus Israel stammender C4-Sprengstoff entdeckt), oder die Taten des Washingtoner Snipers (der Name des Täters war nicht, wie behauptet, Muhamad; er hatte keinen "weißen Lastwagen", etc.).

Empfehlungen

Allein schon die Möglichkeit, daß die Angriffe des 11. September von ganz anderen Leuten als behauptet ausgeführt worden sind, ruft gebieterisch nach folgenden Maßnahmen:

  1. Eine offene, unter den Augen der Öffentlichkeit durchgeführte Untersuchung der Vorkommnisse durch eine unabhängige juristische Instanz. Die gegenwärtig im US-Kongreß ablaufenden Ermittlungen dürften durch die Versuche Bushs und Cheneys beeinträchtigt werden, ihren Umfang zu begrenzen, was an sich schon ein verdächtiger Umstand ist.

2. Eine von einer unabhängigen juristischen Instanz im Rahmen öffentlicher Verhandlungen durchzuführende Überprüfung des Beweismaterials, das bei den Prozessen gegen Salameh, Ayyad und andere im Anschluß an den Bombenanschlag auf das World Trade Center im Jahre 1993 vorgelegt wurde.

Weiterführende Lektüre

N. M. Ahmed, The War on Freedom: How and why America was attacked, September 11, 2001, Tree of Life Publications, CA, 2002. Dieses gutrecherchierte und wohldokumentierte Buch stammt von einem bekannten Autor, der sich als Wissenschaftler einen Namen gemacht hat. Mein hier vorliegender Artikel ergänzt Ahmeds Buch, in dem nur ein wesentliches Element fehlt – ein echtes alternatives Szenario zur Erklärung der Geschehnisse des 11. September. Ahmeds Werk ist in vielen Buchläden erhältlich und kann auch via amazon.com bestellt werden.

 

Über den Verfasser

Dr. Dewdney ist ein bekannter kanadischer Computerwissenschaftler, der in der Zeitschrift Scientific American mathematische Beiträge schrieb. Er ist Autor zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Publikationen sowie Professor Emeritus der University of Western Ontario. A. K. Dewdney verfolgt die Ereignisse im Nahen Osten und setzt sich für die Menschenrechte ein. Seine elektronische Adresse lautet [email protected] (und seine Telefonnummer 519 6798-8105). Akademische Website: www.csd.uwo.ca/faculty/akd/.

Empfohlene Lektüre

Andreas von Bülow, Die CIA und der 11. September.
Internationaler Terror und die Rolle der Geheimdienste
, 2. Aufl., Piper, München 2003, 271 S., ISBN: 3-492-04545-6

Zuerst veröffentlicht in The Revisionist, 1(3) (2003), S. 248-271. Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Jürgen Graf


Quellen


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 250-275.


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