Meine revisionistische Methode

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Ich bin es nicht gewöhnt, in meinem Heimatland, dem »milden Frankreich« (douce France),[1] Komplimente und Glückwünsche zu erhalten. Am 26. Mai 2000 schrieb im Figaro ein Gérard Slama, ich sei der »anerkannte Meister in der Kunst der Erpressung wissenschaftlicher Wahrheit«. Und am 24. März 2000 las ich auf der Titelseite von Le Monde des Lettres folgende, von Pierre Vidal-Naquet[2] stammende Charakterisierung meiner Person:

»Angesichts der Lüge, deren reinster Ausdruck Faurisson ist, empfindet man eine Art merkwürdigen philosophischen Schwindes.«

Ich hoffe, es wird Ihnen bei meinen Ausführungen nicht schwindlig werden.

Es gibt freilich auch gute Nachrichten aus Frankreich, insbesondere die Veröffentlichung des Buches einer jungen Dame namens Valérie Igounet. Ihr siebenhundertseitiges Werk Histoire du Négationnisme en France[3] (Geschichte des Negationismus in Frankreich) ist aus einer Doktorarbeit entstanden. Es ist voll und ganz gegen uns Revisionisten eingestellt, doch werden wir darin so oft zitiert, daß man das Buch als gute Einführung für einen Laien bezeichnen könnte, der gerne wissen möchte, was die Revisionisten zu sagen haben. Vielleicht sollte die Verfasserin dafür gerichtlich belangt werden.

Das Buch endet mit einem erstaunlichen Interview mit dem "Holocaust"-Forscher Jean-Claude Pressac. Wie Sie wissen, war dieser der Liebling der Klarsfelds, Pierre Vidal-Naquets und dergleichen. Doch was sagt er hier? Überraschenderweise scheint er sich mehr oder weniger von den Exterminationisten[4] loszusagen. Pressac meint, die exterminationistische Position sei »verrottet«. »Es gibt zu viele Lügen«, hält er fest - laut Pressac nicht jüdische, sondern kommunistische Lügen. Er fragt:

»Können die Dinge wieder ins Lot gebracht werden?«

Und er liefert die Antwort gleich mit:

»Es ist zu spät.«

Pressac erklärt, für »offizielle Gewißheiten« gebe es keine Zukunft mehr.

Vielleicht ist es uns gelungen, Pressac zu bekehren. Sollte dies der Fall sein, dann möglicherweise darum, weil ich im Mai 1995 das Gericht darum ersucht habe, Pressac als Zeugen zu einem meiner vielen Prozesse zu laden. Unvorsichtigerweise gab er der Vorladung statt. Es war mir untersagt, ihm Fragen zu stellen, so daß ich meinen Anwalt instruierte, dies für mich zu tun. Ich wollte ihm die Sache einfach machen und sagte ihm:

»Sie brauchen ihm bloß zwei Fragen zu stellen. Erstens: "Sie haben kürzlich ein Buch mit dem Titel Les Crématoires d'Auschwitz: La Machinerie du Meurtre de Masse[[5]] veröffentlicht, das sechzig Illustrationen enthält: Fotos, Zeichnungen etc. Können Sie uns ein Foto oder eine Zeichnung einer Gaskammer zeigen?"«

Natürlich war Pressac dazu nicht in der Lage. Die zweite Frage, die ich meinem Anwalt aufgetragen hatte, lautete:

»Was ist eine Gaskammer? Bitte beschreiben Sie eine!«

Wie es seine Art ist, sprach Pressac des langen und breiten über Ventilation und Ventilatoren. Er schweifte so sehr vom Thema ab, daß ihm die vorsitzende Richterin auf die Sprünge zu helfen versuchte:

»Aber Herr Pressac, ein Ventilator ist zur Ventilation da.«

Ich konnte sehen, daß Pressac drauf und dran war, in Tränen auszubrechen. Er sagte zu den drei Richtern:

»Sie müssen verstehen, daß ich nur ein Leben habe. Sie müssen verstehen, daß ich in meinem Kampf alleine dastehe.«

Sie sehen also, es hat sich einiges verändert. Und nun direkt zu meinem Vortrag.

Ich weiß, daß diejenigen unter Ihnen, welche an früheren Konferenzen teilgenommen haben, enttäuscht wären, wenn ein Faurisson-Vortrag nicht in drei Teile gegliedert wäre. Dieser Vortrag zerfällt in der Tat in drei Teile. Der erste wird sich mit meiner revisionistischen Methode in der Literatur befassen, denn ich war literarischer Revisionist, ehe ich historischer Revisionist wurde. Vielleicht wird Sie dies etwas verblüffen, besonders jene unter Ihnen, die nicht mit der französischen Literatur vertraut sind. Nur keine Angst: Ich werde es leicht machen. Der zweite Teil ist meiner revisionistischen Methode in der Geschichte gewidmet - und nicht nur jener des "Holocaust". Im dritten Teil werde ich mehrere neue Forschungen vorschlagen, Forschungen, die ich nicht mehr unternehmen kann, die jedoch von einer neuen Generation von Revisionisten in Angriff genommen werden könnten. Ich werde neue Arten und Methoden der Forschung auf folgenden Gebieten empfehlen: Erstens dem Anne-Frank-Tagebuch, zweitens dem Einsatzgruppenproblem, drittens dem Schicksal von in Auschwitz geborenen Kindern, viertens den "braunen Juden", die während des Krieges mit Deutschland kollaboriert haben, sowie fünftens der Abfassung und Veröffentlichung eines Gegen-Führers für das U.S. Holocaust Memorial Museum.

Meine revisionistische Methode

Der Revisionismus ist keine Ideologie. Er ist eine Arbeitsmethode, ein Prozeß der Überprüfung und abermaligen Überprüfung allgemein akzeptierter Ansichten. Man kann auf jedem beliebigen Feld revidieren, in der Physik, der Geschichte oder anderswo, doch gibt es verschiedene Arten, die revisionistische Methode zu praktizieren. Ihre revisionistische Methode hängt von Ihnen ab, von Ihrem Charakter und Ihrer Ausbildung. Ich will nicht behaupten, meine Methode sei die bestmögliche, doch werde ich versuchen, meine Methode, die meinem speziellen Training sowie meiner speziellen Ausbildung erwachsen ist, zu beschreiben.

Ich habe nach Adjektiven zur Beschreibung dieser Methode gesucht und dabei die folgenden gefunden: Es handelt sich um eine Methode, die klassisch, direkt, kühn, wagemutig und streng ist - sehr streng sogar. Dies ist eine Tatsache. Manchmal verwende ich den Begriff "Revisionismus mit Nieten und Nägeln". Meine Methode lehnt große Worte ab. Seien Sie einfach, obgleich dies so schwer ist. Stoßen Sie direkt zum Mittelpunkt der Frage vor, und versuchen Sie zuerst, mir den Pudding zu bringen. Ich will keine Worte. Ich werde den Pudding kosten, doch zuerst bringen Sie mir den Pudding - das heißt, keine intellektuelle Aufgeblasenheit und keine Pedanterie.

Sie mögen vielleicht gemerkt haben, daß ich das Wort "Methode" verwende. Ich habe nicht "Methodologie" gesagt. Im Dezember 1998 trat ich beim Prozeß meines liebsten Freundes Ernst Zündel als Zeuge auf. Ein jüdischer Anwalt fragte mich:

»Der Professor, der zu Ernst Zündel und seinen Schriften aussagte, hat uns seine Methodologie erklärt. Was ist Ihre Methodologie, Herr Faurisson?«

Meine Antwort lautete:

»Ich habe keine.«

Sie hätten das Lächeln dieses Anwalts sehen sollen! Er war ganz entzückt. Hier hatten wir einen Professor vor uns - doch er besaß keine Methodologie! Ich sagte:

»Ich habe lediglich eine Methode. Mir scheint, ich habe schon sehr oft bemerkt, daß die Leute das Wort "Methodologie" als hochtrabenden Ersatz für "Methode" verwenden.«

Als ich nach Frankreich zurückgekehrt war, öffnete ich mein geliebtes American Heritage Dictionary of the English Language. Ich schlug das Stichwort »Methodologie« auf und fand folgende Anmerkung:

»Immer häufiger als geschwollener Ersatz für "Methode" verwendet.«

Ich sandte eine Fotokopie an den Anwalt und beide Richter (ein seltsamer Prozeß, bei dem es zwei Richter gibt!).

Meine Methode ist schwierig und riskant - bisweilen sogar physisch riskant, setzt sie doch voraus, daß ich manchmal meinen Fuß an Orte setzen muß, wo ich unwillkommen bin, und harte Fragen stellen muß. Die Anwendung meiner revisionistischen Methode kann einem eine Ohrfeige oder einen Gefängnisaufenthalt bescheren. Doch beim Erforschen historischer Probleme darf man nicht zimperlich sein. Man darf sich nicht auf Papierwerk und Archive beschränken - was sehr leicht ist.

Manchmal muß man gewissen Leuten von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten, wie ich es mit Anne Franks Vater in seinem Haus oder mit Michael Berenbaum in seinem Büro im U.S. Holocaust Museum getan habe. Berenbaum hat vor kurzem das Vorwort zu einem sehr schweren Buch verfaßt, von dem ich von einem Freund Ernst Zündels ein Exemplar erhalten habe. Ich halte es hiermit vor die Kamera: Sein Titel lautet The Holocaust Chronicle.[6] Hören Sie genau hin: Sie werden den Klang der Leere hören.

Berenbaums Problem besteht darin, daß er Bücher schreibt, die dicker und dicker werden, doch während sie immer mehr Muskeln erfordern, erheischen sie immer weniger Hirn. Versuchen Sie, in diesem Opus eine Gaskammer zu finden! Es gibt Hunderte von Fotos. Hier ist eine, die zwei Wände zeigt. Es ist die Gaskammer von Dachau, die »nie in Betrieb war« (wie seit 1960 anerkannt wird und auf einem Schild in der Gedenkstätte Dachau steht), doch heißt es anderswo (auf S. 609) im Buch, sie sei sehr wohl in Betrieb gewesen, aber nur ein klein wenig (»relativ wenige der Insassen Dachaus wurden vergast«). Hier haben wir ein anderes Foto vor uns, eines der Gaskammer von Belzec. Doch o weh - das ist ja die Gaskammer von Auschwitz I, von der wir nun wissen, daß sie ein Schwindel ist.

Meine revisionistische Methode in der Literatur

Ich habe 1939, im Alter von zehn Jahren, begonnen, Latein zu studieren. Als ich zwölf war, fing ich mit dem Erlernen des Griechischen an. Mir scheint, damals bin ich zum Revisionisten geworden. Ich will Ihnen sagen warum. Ich mochte Latein und Griechisch sehr, doch die Beherrschung dieser Sprachen war höchst aufwendig. Latein ins Französische oder Englische zu übersetzen ist schwierig, Griechisch ins Französische oder Englische zu übertragen ist noch schwieriger, doch am schwierigsten ist es, Französisch oder Englisch ins Latein oder Griechische zu übersetzen.

Die Übersetzung aus dem Französischen ins Latein und Griechische lehrte mich eine schmerzliche Wahrheit: Wir sind unfähig, auch nur unsere eigene Sprache sorgfältig zu lesen. Wir bilden uns ein, wir könnten dies, und können es doch nicht. Erst wenn man gezwungen ist, aus seiner eigenen Sprache in eine fremde zu übersetzen, bemerkt man, daß man nicht sorgfältig gelesen hat. Sorgfältig zu lesen ist äußerst schwierig. Ich glaube, wenn Sie etwas wirklich verstehen wollen, sollten Sie es in eine Sprache übertragen, die von Ihrer eigenen ganz verschieden ist: Latein, oder Griechisch, oder Hebräisch, oder Chinesisch. Dank meines Latein- und Griechischstudiums erwarb ich große praktische Erfahrung auf diesem Feld.

Als ich französische Literatur zu unterrichten begann, hatte ich anfangs Schwierigkeiten. In Frankreich ist es gängige Praxis, daß man seinen Studenten einen kurzen Text zum Erklären und Kommentieren aufgibt. Es wird von den Lehrern verlangt, daß sie den Studenten beim Verständnis des Textes behilflich sind, indem sie ihnen mehrere Fragen vorlegen. Auch ich ging anfänglich so vor; ich hielt mich an die übliche Prozedur. Eines Tages dämmerte es mir, daß die Fragen meine Studenten davon abhielten, sich auf die sorgfältige Lektüre des Textes zu konzentrieren, und ich beschloß, Ihnen künftig keine Fragen mehr vorzulegen. Ich ersuchte sie fortan lediglich, den Text zu erklären, und sagte ihnen, sie sollten jegliches Kommentieren unterlassen.

Meine Methode des Literaturunterrichts war für meine Studenten nicht ohne Gefahren. Ich pflegte ihnen zu sagen:

»Wenn Sie einen Text studieren, versuchen Sie, seine Bedeutung zu verstehen. Lesen Sie sorgfältig. Und nun will ich Ihnen etwas Schwieriges sagen: Akzeptieren Sie von Anfang an, daß es entweder eine Bedeutung gibt oder keine. Verwechseln Sie Bedeutung nicht mit Kommentar.«

Ich brachte ihnen eine Art Technik bei. Ich sagte jeweils:

»Sie müssen den Text lesen und den Verfasser vergessen. Der Verfasser jedes Textes ist für Sie auctor ignotus [unbekannter Autor]. Auf diese Weise werden Sie keine vorgefaßten Meinungen haben. Hüten Sie sich vor dem Titel: Der Verfasser benutzt ihn, um Sie zu beeinflussen. Es ist genau so, als ob der Verfasser sagte: "Dies ist reiner Orangensaft", und wenn sie ihn kosten, merken Sie, daß es kein reiner Orangensaft ist.«

Ich schärfte meinen Klassen ein, Poesie genau so zu lesen wie Prosa, was in Frankreich fast schon ein Verbrechen ist.

In Frankreich haben wir, wie Sie wissen, eine sehr raffinierte Intelligenzia. Sie hat alle möglichen Theorien ausgebrütet, von denen eine so lautet: Wenn man es mit komplexer Dichtung zu tun hat, wie jener von Gérard de Nerval, Arthur Rimbaud, Charles Baudelaire, Lautréamont, Apollinaire und Paul Valéry, darf man nicht versuchen, sie zu verstehen. Doch lag es in meiner Natur, daß ich ihre Dichtung verstehen wollte, Zeile um Zeile, Wort um Wort. Manchmal kam es vor, daß ich Wochen auf einen kurzen - und schwierigen - Text von Gérard de Nerval aufwendete (oder verschwendete). Vielleicht war meine Methode gut, denn ich erzielte damit oft befriedigende Resultate.

In den Sechzigern machte ich mir einen Namen in der französischen Literatur. Ich hatte ein wunderbares Leben. Ich habe einmal geschrieben, mein Leben bestehe aus vier Teilen. Der erste war meine Familie - meine Frau und meine drei Kinder - sowie die Freuden des Lebens. Der zweite war mein Beruf, das Unterrichten. Der dritte war meine literarische Forschungsarbeit. Vielleicht hätte ich bei diesem dritten Teil Halt machen und mich nicht in den gefahrenschwangeren vierten Teil vorwagen sollen, doch wurde ich auch auf dem Gebiet der Geschichte zum Revisionisten.

Meine revisionistische Methode auf dem Gebiet der Geschichte

Ich werde meine Methode auf dem Gebiet der Geschichte ausführlicher erörtern. Begonnen habe ich mit der Anwendung einer sehr präzisen Befragungsmethode zur Erforschung des "blutigen Sommers" von 1944, einer Periode, die wir in Frankreich »L'Epuration« (die Säuberung) nennen. Genau wie ich es bei der Auseinandersetzung mit der Dichtung getan hatte, bemühte ich mich, meine Untersuchungen zu konzentrieren, indem ich meine Aufmerksamkeit einem kleinen Gebiet in Frankreich zuwandte. Ich studierte die Frage der vom Maquis (oder der Résistance) durchgeführten Hinrichtungen. Dies war eine schwierige und gefahrenvolle Arbeit. Ich mußte Männer ausfindig machen und befragen, welche Angehörige der Erschießungskommandos gewesen waren, und ihnen Fragen stellen wie:

»Warum haben Sie mitgemacht? Wie konnten Sie dies tun?«

Es ist dies eine sehr aufreibende Arbeit. Sie müssen die Orte aufsuchen, wo die Exekutionen stattfanden. Sie müssen die genauen Namen der Angehörigen des jeweiligen Erschießungskommandos herausfinden. Damals, in den sechziger Jahren, hatten die Menschen große Angst, insbesondere vor den Kommunisten. Doch ich untersuchte die von der Résistance durchgeführten Hinrichtungen und veröffentlichte die Ergebnisse meiner Forschungen.[7] Sie müssen sich vor Augen halten, daß man uns erzählt, während des Krieges habe es in Frankreich "Widerstandskämpfer" gegeben. Wir haben von "Widerstandskämpfern" und "Kollaborateuren" gehört. Ich möchte festhalten, daß es zur Kriegszeit zwei Arten von Widerstandskämpfern gab: Widerstandskämpfer gegen die deutsche Besetzung sowie solche gegen den kommunistischen Terror.

Ich komme nun zum "Holocaust". Wie ging ich hier vor? Ich hatte Leute sagen hören, es habe Gaskammern gegeben. Andere sagten schon damals, es habe keine gegeben. Welche Methode zur Revision der Geschichte entsprach meiner Natur, mir selbst? Ich sagte mir:

»Also gut, ich sehe, daß man sich über die Frage streitet, ob die Gaskammern existiert haben, und möchte nun eine einfache Frage stellen: "Was ist eine Nazigaskammer? Ich muß eine sehen."«

So fuhr ich nach Paris und suchte das Centre de Documentation Juive Contemporaine auf. Ich erinnere mich, wie der Archivangestellte mich fragte, was ich wünsche. Ich antwortete:

»Das Foto einer Nazigaskammer.«

Der Mann entgegnete:

»Wir haben viele Bücher.«

»Ein Foto«, sagte ich. »Wir haben viele Zeugenaussagen«, fuhr er fort. »Ein Foto«, wiederholte ich. »Wir haben viele Dokumente«, wich er aus. »Ein Foto«, beharrte ich. Dann rief er Madame Imbert (ich erinnere mich an ihren Namen).

»Kommen Sie herein. Dieser Herr möchte das Foto einer Nazigaskammer.«

Ich schwöre, daß sie sagte:

»Wir haben viele Zeugenaussagen.«

»Aber dieser Herr will ein Foto«, wandte der Archivangestellte aufgebracht ein. Man bedeutete mir, ich solle mich hinsetzen. Volle sechzig Minuten saß ich da. Die arme Frau durchstöberte die Regale und öffnete ein Buch nach dem anderen - erfolglos. Schließlich brachte sie mir ein allgemein bekanntes Foto, dasjenige eines behelmten US-Soldaten, der vor den Entlausungsgaskammern in Dachau steht, sowie ähnliche Bilder. »Hier gibt es ein Problem«, dachte ich mir.

Die Direktheit meiner Methode liegt darin, daß ich jeweils zum Zentrum des Zentrums vorstoße - sogar in einem jüdischen Dokumentationszentrum. Das sogenannte jüdische Dokumentationszentrum in Paris hatte ein Dossier mit der Bezeichnung »Massenvergasungen von Menschen«. »Da habe ich aber Glück!« sagte ich mir. »Die schwerwiegendsten Anklagen gegen Deutschland müssen hier vorzufinden sein. Ich will mit den allerschwerwiegendsten anfangen.« Nun, ich ging die schwerwiegendsten Vergasungsvorwürfe durch und fand - nichts.

Ich beschloß, die Orte aufzusuchen, wo es angeblich Gaskammern gegeben hatte. Zuerst reiste ich nach Struthof-Natzweiler in der Nähe von Straßburg und entdeckte, daß die dortige "Gaskammer" durchaus keine Gaskammer war, obwohl sie auf großen Schildern als solche betitelt wurde. Kaum hatte ich die Ergebnisse meiner Untersuchung veröffentlicht, wurde die "Gaskammer" dem Zutritt der Öffentlichkeit entzogen. Versuchen sie einmal, sie zu betreten! Die Schilder mit der Aufschrift "Gaskammer" hängen immer noch da, aber man teilt den Besuchern mit:

»Wir können Sie nicht hereinlassen, denn es hat Fälle von Vandalismus gegeben.«

Dies stimmt nicht und ist so oder so keine akzeptable Erklärung.

Als ich Majdanek besuchte, steuerte ich schnurstracks auf den Ort zu, wo sich die Gaskammern befunden haben sollen. Dieses Gebäude trägt heute noch eine unübersehbare Aufschrift, die von der deutschen Lagerverwaltung angebracht worden war und besagt: »Bad und Desinfektion.« Ich dachte mir:

»In diesem Gebäude werde ich entweder "Bad und Desinfektion" und sonst gar nichts finden, oder aber ich finde "Bad und Desinfektion" und dazu noch irgend etwas Verdächtiges.«

Was ich dann fand, war nichts weiter als "Bad und Desinfektion", einschließlich einer ganz charakteristischen Vorrichtung: Ein kleiner Ofen neben der sogenannten "Gaskammer", der zur Beschleunigung des Entlausungsvorgangs mittels Erwärmen der Luft diente, sowie in der Mitte der Türe ein Platz für das Thermometer. Wie Sie sehen, unterscheidet sich meine Methode nicht allzu stark von der Art und Weise, wie die Polizei ein Verbrechen untersucht.

Ich besuchte Auschwitz, Treblinka und ähnliche Orte. An jedem von ihnen fand ich eine verschwindende Gaskammer. Sobald ich mich ihr näherte, entschwand sie. Ich stellte den Führern nie irgendwelche Fragen. Wie wir wissen, leiern diese bedauernswerten Leuten bloß auswendiggelernte Lektionen herunter. Immer, wenn ich ein Lager aufsuchte, verlangte ich eine Unterredung mit einem Experten, den ich um eine Erklärung zu der fehlenden Gaskammer bitten konnte. Ich habe nie eine bekommen.

Als Ergebnis veröffentlichte ich in Le Monde am 29. Dezember 1978 einen Artikel, dem am 16. Januar 1979 ein Leserbrief in derselben Zeitung folgte. Ich stellte einfache Fragen (gehen Sie immer so einfach wie möglich vor!): Wie konnte man eine Gaskammer betreten, um die Leichen herauszuziehen, wenn dies doch dem Betreten eines Ozeans von Blausäure gleichkam? Wie konnten die Arbeiter die Leichen anfassen, wenn das Gift doch durch die Haut dringen kann? Wie war das mit der körperlichen Anstrengung, die mit einer solchen Räumungsarbeit verbunden war - wir wissen schließlich, daß man in einem soeben mit Blausäure entwesten Raum selbst die kleinste Anstrengung wie das Öffnen eines Fensters unterlassen muß, weil man dann rascher atmet und dies die Gefahr einer Vergiftung erhöht. Ich fragte lediglich:

»Wie war das möglich? Sagen Sie es mir. Liefern Sie mir eine Erklärung, die technisch gesehen Hand und Fuß hat.«

Wissen Sie, welche Antwort Pierre Vidal-Naquet, Léon Poliakov und 32 weitere Historiker auf meine Fragen erteilten? Sie hatten eine prächtige Antwort, die sie am 21. Februar 1979 in Le Monde veröffentlichten:

»Man darf sich nicht fragen, wie solch ein Massenmord technisch möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgefunden hat.«

Vielleicht hätte ich nun aufhören und mir sagen sollen:

»Nun gut, sie können mir nicht antworten. Ich werde einfach warten, bis eine Antwort erfolgt.«

Ich weiß nicht, weshalb ich nicht locker ließ. Als erster habe ich die Pläne der angeblichen Gaskammern publiziert, obgleich es eigentlich Aufgabe der Gegenseite gewesen wäre, dies zu tun.

Am 19. Januar 1995 hatte ich den größten Schock meines Lebens - und ich habe viele solche erlebt. Als ich die Wochenzeitschrift L'Express öffnete, fand ich einen langen Artikel von Eric Conan, einem Historiker, der mit Haut und Haaren gegen uns eingestellt ist. Die Überschrift lautete: »Auschwitz: La Mémoire du Mal« (Auschwitz: Die Erinnerung an das Böse.) Dort las ich auf Seite 68 folgendes über die Gaskammer von Auschwitz I:

»Alles daran ist falsch.«

Im gleichen Artikel schrieb Conan über das, was er als »Fälschungen« bezeichnete:

»Es war für Faurisson ein Leichtes, dies zu sagen, um so mehr, als die Verantwortlichen der Gedenkstätte sich weigerten, ihm zu antworten.«

Da stand es also schwarz auf weiß. Dabei war der angebliche Fälscher doch die ganze Zeit über ich gewesen, und die Exterminationisten galten als die Verkünder der Wahrheit. Damals, im Jahre 1995, räumte ein orthodoxer Historiker also ein, daß Faurisson recht gehabt hatte, fügte jedoch gewissermaßen gleich hinzu: "Na und?"

Der Besuch einer dieser Stätten kann dazu führen, daß einem ein anderes schlagkräftiges Argument einfällt, das freilich überraschenderweise niemand, nicht einmal Fred Leuchter, ins Feld geführt hat. Wenn man darlegen möchte, daß die behauptete Kapazität der deutschen Verbrennungsöfen unmöglich hoch ist, kann man auf ganz einfacher Ebene argumentieren. Man braucht keine zweihundert Seiten zu schreiben. Man gehe nur hin und suche ein Krematorium auf. Man ermittle die Kapazität der heutigen Krematoriumsöfen und vergleiche diese mit jener Kapazität, die für Auschwitz vor sechzig Jahren behauptet wird. Dasselbe kann man mittels der Untersuchung einer Gaskammer tun. Man sehe sich eine amerikanische Exekutionsgaskammer an, und man wird entdecken, wie kompliziert es ist, auch nur eine Person zu vergasen. Sicher, wir wissen, daß manche Aspekte einer formellen Hinrichtung eine Art Luxus sind. Stellen Sie sich nur vor, wie es 1924 war, als erstmals in den USA eine Hinrichtung durch Gas erfolgte. Sie werden dann begreifen, wie ungemein kompliziert eine Vergasung ist, auch heute noch. Sie brauchen nur eine tatsächlich existierende Gaskammer in einem amerikanischen Zuchthaus mit einer sogenannten Nazigaskammer zu vergleichen. Dann werden Sie einsehen, daß die Durchführung einer Vergasung in den angeblichen Gaskammern der Nationalsozialisten ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre.

Es reicht jedoch nicht, die Orte aufzusuchen; man muß auch mit Menschen sprechen. Genau wie ich es getan habe, muß man dorthin gehen, wo die Gefahr lauert. 1994 stattete ich Michael Berenbaum, dem damaligen Forschungsdirektor des U.S. Holocaust Museum, einen überraschenden Besuch ab. Nachdem ich mir die Ausstellung zusammen mit zwei amerikanischen Freunden angesehen hatte, rief ich Michael Berenbaum von der Eingangshalle aus an. Ich sagte ihm am Telefon:

»Mein Name ist Robert Faurisson. Ich möchte gerne mit Ihnen sprechen.«

Berenbaum erwiderte ohne zu zögern:

»Es ist viertel vor vier. Um Viertel nach vier erwarte ich Sie in meinem Büro.«

Es war, als hätte er die ganze Zeit über auf mich gewartet.

Als ich sein Büro betrat, sah ich nicht nur Berenbaum, sondern auch zwei weitere Herren, die auf einem Sofa saßen. Sie waren die Direktoren des Museums. Links und rechts flankierten mich meine eigenen Begleiter und Zeugen. Berenbaum fragte:

»Nun, was für Fragen haben Sie?«

Ich antwortete:

»Unten, im Gästebuch, habe ich folgendes eingetragen: Ich habe diesen Ort am 30. August 1994 besucht. [Ich liebe Daten.] Ich habe keine Antwort auf meine Herausforderung "Zeigen oder zeichnen Sie mir eine Nazigaskammer" gefunden.«

Ich wußte, daß es im Museum eine Schwindelgaskammer gab, hätte aber gerne von Berenbaum persönlich gehört, daß es ein gutgemachter Schwindel war. Freilich wußte ich, daß er dies nicht sagen würde.

»Warum sollte ich Ihre Frage beantworten?« erwiderte er.

»Wer steht auf Ihrer Seite? Ernst Zündel, Bradley Smith. Merken Sie sich, daß wir letztes Jahr zwei Millionen Besucher hatten. Wer sind Sie denn?«

Ich sagte: »Sie müssen meine im Gästebuch eingetragene Frage beantworten.« »Ich sehe nicht ein, warum«, versetzte er. Plötzlich kam mir eine Inspiration, und ich sagte ihm:

»Doch, Sie müssen mir antworten, weil Sie eine Anklage gegen die Deutschen erheben.« Wahrscheinlich wurde sich Berenbaum zum ersten Mal in seinem Leben bewußt, daß er mit der Behauptung, die Gaskammern hätten existiert, eine Anklage gegen die Deutschen erhob. Ich dachte, er würde mir eine Ohrfeige verabreichen. Berenbaum wurde tatsächlich wütend, und einige Augenblicke lang meinte ich, er würde die Sicherheitsbeamten herbeirufen. Wenn ich mich recht erinnere, stellte er das Tonbandgerät ab - und die ganze nächste Stunde lang quälte ich den armen Mann mit meinen Fragen.

Ein Revisionist muß ein wenig sadistisch sein können. Er muß eine Frage beharrlich wiederholen und sagen können: »Ist das der Zahn, der Ihnen weh tut?« - »Ja.« - »Wirklich? Dieser da?« Auf diese Art und Weise habe ich all meine Untersuchungen durchzuführen versucht.

Machen Sie es einfach...

Als ich revisionistische Arbeit auf dem Feld der Literatur leistete, war mein Vorbild Jean-François Champollion, der Mann, der im Jahre 1822 die ägyptischen Hieroglyphen entzifferte. Champollion verließ sich nicht auf große Worte oder große Theorien. Er versuchte einfach, Wort für Wort zu verstehen. Wissen Sie, daß es vor seiner Entdeckung viele Professoren gab, die es fertigbrachten, über Texte zu reden, die sie nicht verstanden? Natürlich waren ihre Erklärungen stets erhabener Art. Der eine Text war "eine Anrufung der Götter", der andere "eine Anrufung der Seele von diesem oder jenem", und so weiter. Nachdem Champollion die altägyptische Schrift enträtselt hatte, stellte sich heraus, daß es sich bei solchen Texten oftmals um Listen von so und so vielen Kühen, so und so vielen Ziegen, so und so vielen Schafen handelte. So arbeiten Intellektuelle: Sie verkünden immer große Ideen, Philosophie. Ich hasse Philosophie. Ich hasse sie, weil ich sie einfach nicht verstehe.

Mein Vorbild für den Revisionismus in der Geschichte ist vielleicht am ehesten Sherlock Holmes. Man muß mutig sein wie er. Und wie Sherlock Holmes muß man sich kurz fassen und stets den Kern der Frage anpacken. So kam es zu meiner prägnanten Formel »No holes, no "holocaust"« (Keine Löcher, kein "Holocaust"), von der Sie gehört haben. Es mag Sie überraschen, daß ich diese Formel erstmals bei der IHR-Konferenz von 1994 aussprach. Ich erinnere mich, daß damals niemand darauf reagiert hat, vielleicht weil mein Englisch so mangelhaft ist. Dann, zwei oder drei Jahre später, begannen Revisionisten wie Dr. Countess zu reagieren und warnten:

»Wir müssen vorsichtig sein. Ihre Formulierung ist sehr kurz.«

Ich kann diesen Einwand begreifen. Wenn etwas sehr kurz ist, kann es zu kurz sein. Komplizierte Dinge, so scheint es, lassen sich nicht in ein paar wenige Worte kleiden. Ich kann sehr wohl verstehen, weshalb die Menschen vorsichtig und zurückhaltend sind, doch manchmal liegt in der Kürze tatsächlich die Würze.

Ich meine, daß »No holes, no "holocaust"« ein guter Spruch war, und kann dies wie folgt erklären: Wenn man ein wirklich großes Problem vor sich hat, weiß man, daß man es nicht vollumfassend anpacken kann. Dies wäre ein Ding der Unmöglichkeit, weil es einfach zu groß ist. Was muß man dann tun? Man muß sich ein Herz fassen und direkt zum Mittelpunkt des Kerns vorstoßen. Der Mittelpunkt des "Holocaust" ist Auschwitz. Auschwitz ist seine Zitadelle. Somit haben wir einen großen Kreis H - "Holocaust" - und darin einen kleineren Kreis A - Auschwitz. Was ist nun der Mittelpunkt von Auschwitz? Nun, der Mittelpunkt ist K - die Krematorien, von denen jedes eine (oder mehrere) Menschentötungsgaskammer(n) enthalten haben soll. Was aber ist der Mittelpunkt von K? Es kann nur das einzige Krematorium sein, von dem es heißt, es sie noch verhältnismäßig intakt, ohne eine "Rekonstruktion" zu sein. Dies ist heute das Krematorium II in Auschwitz-Birkenau. Es ist zwar von den Deutschen gesprengt worden (oder vielleicht von den Russen, aber das spielt keine große Rolle). Unsere Gegner sagen:

»Dies ist der Ort.«

Also müssen wir uns zum Krematorium II begeben und dort das Epizentrum des Holocaust suchen: Die Löcher in der Decke der angeblichen Gaskammer im Krematorium II. Durch diese Löcher sollen die SS-Männer nämlich die Zyklon-B-Granulate eingeworfen haben. Gehen Sie zum Krematorium II. Suchen Sie diese Löcher. Sie werden kein einziges finden.

Im Frühjahr 2000 hat mir Charles Provan eine Schrift über diese Löcher überreicht.[8] Er revidiert darin meinen Revisionismus, was eine recht gute Sache ist. Nun werde ich seine Revision meines Revisionismus revidieren. Dies ist zunächst nur eine vorläufige Stellungnahme, in der ich nur meine ersten Eindrücke mitteilen will. Ich habe Herrn Provan zugesichert, daß ich dazu später näher Stellung beziehen werde.

Meiner Ansicht nach ist es eine gute Arbeit. Zuerst einmal ist sie kurz. Anders als die Bücher Berenbaums. Soweit ich urteilen kann, ist sie gut gemacht. Sie ist präzis. Ganz offensichtlich hat Provan hart daran gearbeitet. Doch enthält seine Studie einen schlimmen methodischen Fehler. Um es einfach zu sagen: man darf Zeugenaussagen nicht mit dem vermengen, was man an Ort und Stelle vorfindet, also mit den materiellen Spuren.

Sie, Herr Provan, haben mit den Zeugenaussagen angefangen. Doch anstatt die materiellen Spuren für die angeblichen Einwurflöcher von den Zeugenaussagen zu trennen, sprechen Sie bei Ihrer Beurteilung der Zeugenaussagen darüber, was wir an Ort und Stelle finden müßten. Dies bedeutet, die Dinge durcheinanderzubringen. Wenn Sie mir einen Vergleich gestatten: Statt beim Anmachen einer Vinaigrette zuerst Öl und dann Essig zu nehmen, tischen Sie zuerst die Vinaigrette auf und versuchen dann das Öl vom Essig zu trennen, was allzu schwierig ist, verstehen Sie? Mehr dazu später. Aber Charles Provan hat seriöse Arbeit geleistet, und wir müssen sie ernst nehmen.[9]

Revisionistische Methoden für die Zukunft

Nun zur revisionistischen Methode für eine neue Generation. Ich muß sagen, daß ich recht gerührt war, als ich hier ankam und Germar Rudolf sowie Jürgen Graf angestrengt zusammen arbeiten sah. Das ist die neue Generation. Einer der beiden, Germar Rudolf, befindet sich im Exil.[10] Was für eine Schande, daß er seine Heimat, seine Karriere, seine Frau und seine beiden Kinder zurücklassen mußte! Jürgen Graf aus der Schweiz ist zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ist das nicht auch eine Schande? Aber Sie hätten die beiden zusammen arbeiten sehen sollen! Sie arbeiteten mit großer Freude und großem Eifer. An Menschen wie sie richte ich mich nun, und ich möchte mehrere Denkanstöße für künftige Forschungen vermitteln.

Lassen Sie mich mit dem Tagebuch der Anne Frank beginnen. Vielleicht erinnern Sie sich daran, daß ich Anne Franks Vater Otto Frank in den siebziger Jahren in Basel, Schweiz, besucht habe. Wie alle Gauner war er recht charmant, sogar sehr charmant. Manchmal hört man die Leute sagen: "Aber er war doch so charmant. Wie konnte er ein Gauner sein?" Gauner sind stets charmant!

Ich besuchte also Otto Frank. Es gefällt mir, den Menschen in die Augen zu sehen. Ich teilte ihm mit, daß ich ernsthafte Zweifel an der Echtheit des Tagebuchs seiner Tochter hegte. Er erwiderte:

»Das ist schon recht. Ich bin bereit, Ihre Fragen zu beantworten.«

Zu meinem Glück war seine (zweite) Frau zugegen. (Sie werden sehen, daß sie für die Geschichte wichtig ist.) Frank hatte gesagt, er sei auf meine Fragen vorbereitet, aber er verhielt sich ein wenig wie Michael Shermer, der mich 1994 interviewte. Vielleicht dachte sich Otto Frank, genau wie Shermer: "Ah, ein französischer Intellektueller. Der stellt bestimmt hochintellektuelle Fragen, über die Psychologie eines jungen Mädchens, über die menschlichen Beziehungen zwischen den acht Menschen, die sich am gleichen Ort versteckt hielten, über die politischen Ansichten zu den Juden in jener Zeit, und so weiter."

Nun, da kam ich also, mit meinem "Nieten-und-Nagel"-Revisionismus. Ich sagte:

»Herr Frank, Sie durften keinerlei Lärm machen, nicht einmal nachts. Wenn Sie husten mußten, nahmen Sie Kodein. In jenen winzigen Räumen in Amsterdam lebten zwei Jahre lang acht Menschen, umgeben von anderen Räumen, in denen "Feinde" wohnten. Die "Feinde" hörten mit.«

»Jawohl«, stimmte er mir zu.

»Wie kommt es denn, daß der junge Mann auf dem Estrich Holz spaltet, um Anne mit seiner Kraft zu beeindrucken? Können Sie sich den Lärm vorstellen? Paer stellt sogar Möbel her, und jeden Morgen klingelt der Wecker. Dazu lärmt der Radioapparat; wenn der Zahnarzt [einer der acht] einen Patienten behandelt, schreit dieser, und so fort. Wie erklären Sie dies alles?«

Er konnte keine Erklärung vorbringen.

Als nächstes wollte ich wissen:

»Wie war das mit dem Müll?«

Hören Sie sich diesen französischen Intellektuellen an!

»Wie war das mit dem Müll? Sie schreiben, dieser sei im Ofen verbrannt worden.«

»Ja.«

»Doch Sie sind am 12. Juni eingezogen. Sie sagen, Sie hätten den Ofen zum ersten Mal am zwölften oder fünfzehnten Oktober angezündet, wenn ich mich recht erinnere. Was taten Sie also im Sommer mit dem Müll, und wie war das später mit dem Rauch? Sie lebten an einem Ort, der als menschenleer galt. Doch Rauch ist ein Zeichen dafür, daß jemand dort wohnt, besonders nachts. Sehen Sie sich einmal an, wie auffällig Rauch nachts ist.«

Otto Frank vermochte nichts zu antworten.

Ich stellte dem armen Mann viele solche Fragen. Seine Frau mischte sich gelegentlich in unser Gespräch ein:

»Erstaunlich! Ja, wie habt ihr das fertiggebracht?« Oder: »Wie war das möglich?« Plötzlich fuhr er sie auf Deutsch an: »Halt's Maul!« Ich fuhr mit meinen Fragen fort, und plötzlich kam Otto Frank eine geniale Idee. Er sagte:

»Herr Faurisson, ich bin hundertprozentig mit Ihnen einverstanden. Wissenschaftlich, theoretisch, ist es unmöglich, aber es ist so geschehen.«

Ich sagte ihm:

»Herr Frank, Sie machen mir die Dinge schwer. Wenn Sie mir zustimmen, daß eine Tür nicht offen und geschlossen zugleich sein kann, brauchen wir uns nicht bei Begriffen wie "wissenschaftlich" oder "theoretisch" aufzuhalten, aber wenn Sie mir sagen, Sie hätten mit eigenen Augen eine solche Tür gesehen, dann bereitet mir dies Kopfzerbrechen. Bitte beantworten Sie meine Fragen.«

Natürlich blieb eine Antwort aus.

Am nächsten Tag führte er mich zu einer Bank. Es war das erste Mal, daß ich je im Tresorraum einer Schweizer Bank - oder einer Bank überhaupt - war. Ich sah die imposanten Tresors, in denen man Geld, Edelsteine oder Manuskripte aufbewahren kann. Otto Frank nahm die Manuskripte heraus. Er sagte:

»Nun, hier sind sie.«

Wir kehrten nun nach Hause zurück, um sie uns anzusehen. Ich sagte:

»Herr Frank, ich bin kein Experte für Handschriften. Mich interessieren die Manuskripte nicht. Was ich möchte, ist, daß Sie mir die Geschichte so erklären, daß sie einleuchtet - doch das können Sie nicht.«

Als ich aus Basel nach Hause zurückgekehrt war, entwarf ich einen Bericht über die Frage des Tagebuchs und stellte diesen einem deutschen Freund zur Verfügung, der Probleme mit der deutschen Justiz hatte, weil er es gewagt hatte, Zweifel an der Echtheit des Tagebuchs zu äußern.

Ein deutscher Richter hat eine Analyse der Handschrift der "Anne Frank"-Manuskripte in Auftrag gegeben. Hier müssen wir Revisionisten vorsichtig sein. Ich höre die Leute oft sagen: "Man hat handschriftliche Eintragungen mit einem Kugelschreiber gefunden." Seien Sie vorsichtig! Der Bericht war vollkommen unzulänglich. Er kam zum Ergebnis, das ganze Manuskript sei von derselben Hand geschrieben. Halten Sie dies fest. Im Bericht steht, es gebe handgeschriebene Passagen in Tinte aus einem Kugelschreiber, doch werden keine Einzelheiten mitgeteilt. Wir wissen deshalb nicht, ein wie großer Teil mit Kugelschreiber geschrieben ist, um welche Stellen es sich handelt, usw. Genießen Sie deshalb den deutschen Bericht mit Vorsicht.

Otto Heinrich Frank starb 1980. Im Jahre 1986 wurde in Amsterdam eine "kritische Ausgabe" der angeblichen Tagebücher der Anne Frank veröffentlicht.[11] In den anschließenden sechs Jahren erschienen eine deutsche, eine englische sowie eine französische Ausgabe. Jede der vier war annähernd so dick wie The Holocaust Chronicle (mit Berenbaums Vorwort), das ich Ihnen gezeigt habe. Die Leute dachten sich: "Aha, das ist die Antwort auf Faurisson." Im Buch steht in der Tat schwarz auf weiß: "Dies ist die Antwort auf Faurisson."

Nun, Sie sollten lesen, was die Herausgeber über Otto Frank sagen! Sie gehen fast schon so weit, ihn als Lügner zu bezeichnen. Ich hatte also recht gehabt! Am Ende dieser "kritischen Ausgabe" schrieben sie, daß Otto Frank niemals hätte behaupten dürfen, das, was er veröffentlichte, sei wirklich das Tagebuch der Anne Frank gewesen. Trotzdem ist diese "wissenschaftliche Ausgabe" nichts weiter als ein riesiger Bluff. Man zeigt dem Leser immer wieder handgeschriebene Texte und sagt: "Sie sehen, es ist dieselbe Handschrift." Ich sehe nicht, daß es dieselbe Handschrift ist, aber ich bin kein Experte und muß deshalb vorsichtig sein. Doch meine Frage hatte nichts mit der Handschrift zu tun. Meine Frage lautete: »Können Sie all die Probleme erklären, die ich mit der Geschichte habe?« Anstatt meine Frage zu beantworten, faßte einer der Herausgeber zu Beginn des Buches Otto Franks Version dessen zusammen, was ich angeblich gesagt hatte. Es war offensichtlich eine Karikatur. Hätte ich Dummheiten von mir gegeben, so hätten sie meine Aussagen natürlich wortgetreu wiedergegeben.

Ich rate Ihnen zur Vorsicht. Die Frage nach der Handschrift Anne Franks ist das, was man auf Englisch "a red herring" nennt, also eine falsche Fährte. Ich sähe es gerne, wenn jemand, der die deutsche sowie die niederländische Sprache beherrscht, einen computergestützten Vergleich zwischen dem Anne-Frank-Tagebuch, so wie es veröffentlicht wurde - also der Volksausgabe - und der neuen Volksausgabe vornähme, die von einer Frau namens Mirjam Pressler herausgegeben worden ist. Ich selbst habe zwei oder drei verschiedene Anne Franks entdeckt. Würde man heute diese Art von Vergleich anstellen, so fände man wohl acht bis zehn Anne Franks.

Nun zu den Einsatzgruppen: Meiner Meinung nach ist dies der wichtigste meiner Vorschläge für künftige Recherchen. Ich möchte eine spezifische Untersuchung des Themas "Deutsche, die von Deutschen wegen Mordes an Juden hingerichtet wurden" vorschlagen. In Marinka, einem Ort in Rußland, tötete der Bürgermeister eine Jüdin. Er kam vor ein deutsches Standgericht, wurde zum Tode verurteilt und exekutiert. Ich habe viele solche Beispiele zur Hand.

Die Feldmarschälle List, von Kuechler, von Manstein, General Otto Leßloch, Feldmarschall von Kleist, General Kittel: Sie alle haben die Hinrichtung von deutschen Soldaten, Offizieren oder Beamten befohlen, die einen oder mehrere Juden ermordet hatten. Wie war dies möglich, wenn es eine Politik zur physischen Vernichtung der Juden gab? Meiner Ansicht nach müßte man in der Allee der Gerechten zu Jerusalem Bäume für von Manstein, List, von Kuechler, von Kleist und Kittel pflanzen. Und warum nicht einen für Adolf Hitler? Hitler hat die Hinrichtung von Menschen angeordnet, die Juden ermordet hatten. Fragen dieser Art sollten wir Revisionisten untersuchen.

Mir fehlt die Zeit, um über die "braunen Juden", "jüdische Kinder in Auschwitz" sowie den von mir vorgeschlagenen "Gegen-Führer zum Holocaust Memorial Museum" zu sprechen.

Vielleicht haben Sie von meinem Pessimismus gehört. Ich möchte dazu ein paar Worte sagen. Aus Gründen, auf die ich nicht einzugehen brauche, bin ich eher pessimistisch. Hierzu eine Erklärung. Bei meinem ersten Besuch in diesem Land im Jahre 1979 begrüßte mich mein Freund Gene Brugger auf dem Kennedy-Flughafen. Gestern hat er mir in Erinnerung gerufen, daß ich damals ein Exemplar von Arthur Butz' The Hoax of the Twentieth Century sowie einen Tennisschläger trug. Gene, der deutscher Abstammung ist, stellte mir eine Frage:

»Sie sind Franzose. Warum tun Sie dies für die Deutschen?«

Wie er mir sagte, habe ich geantwortet:

»Ich tue dies nicht für die Deutschen. Ein Vogel singt. Er muß singen, dies liegt in seiner Natur. Der Vogel kann nichts daran ändern. Darum muß sogar ein pessimistischer Vogel singen.«

Vor ein paar Tagen, als ich Frankreich verließ, bekam ich einen Telefonanruf von Adrien, einem meiner Enkel. Er fragte: »Stimmt es, daß du auf Reise gehst?« »Ja«, erwiderte ich. »Wohin fährst du?« »Nach Amerika.« »Warum?« »Ich habe dort zu arbeiten.« Er ist sehr lieb zu mir, mein Enkel. Er sagte mir: »Opa, du solltest aufhören. Du arbeitest Tag und Nacht. Du bist sehr alt. Schon sehr bald wirst du sterben.«

Sie sehen, ich bin immer noch quicklebendig. Und obwohl ich schon ein alter Vogel bin, gedenke ich auch weiterhin zu singen.


Anmerkungen

Bei diesem Text handelt es sich um die überarbeitete Version eines Vortrags, den Prof. Robert Faurisson unter dem Titel My Revisionist Method am 29. Mai 2000 in Irvine, Kalifornien, bei der 13. Konferenz des Institute for Historical Review in englischer Sprache gehalten hat. Das Original wurde im Journal for Historical Review 21(2) (März/April 2002), S. 7 - 14, veröffentlicht, dem wir für die Erlaubnis zum Abdruck der deutschen Fassung danken. Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Graf.

[1]»Douce« (süß oder mild), bezieht sich auf die im nachrevolutionären Frankreich geltende Tradition der Offenheit gegenüber abweichenden Meinungen sowie der Asylgewährung für politische und intellektuelle Dissidenten aus anderen Ländern. Anmerkung des Herausgebers der englischen Originalfassung.
[2]P. Vidal-Naquet, ein Historiker des alten Griechenlands, gehört zu den verbissensten Widersachern des Revisionismus. Er ist der Verfasser des antirevisionistischen Buchs Les assassins de la mémoire (Die Mörder der Erinnerung), 2. Aufl., Editions de la Découverte, 1987, auf das R. Faurisson unter dem Titel Réponse à Pierre Vidal-Naquet (Antwort an Pierre Vidal-Naquet) eine Entgegnung verfaßt hat (La Vieille Taupe, Paris 1982). - Anmerkung des Übersetzers.
[3]Erschienen im Jahre 2000 bei Le Seuil, Paris.
[4]Anhänger der These von der Ausrottung der Juden während des Zweiten Weltkriegs. Anmerkung des Übersetzers.
[5]Erschienen 1993 bei CNRS éditions.
[6]Michael Berenbaum, Einführung zu David Aretha (Hg.), The Holocaust Chronicle: A History in Words and Pictures, Louis Weber, Publications International, Lincolnwood/Illinois 2000.
[7]Robert Faurisson, »A Dry Chronicle of the Purge: Summary Executions in Certain Communes of Charente Limousine«, in: Journal of Historical Review 12(1) (1992), S. 5-30.
[8]Ch. Provan, No Holes? No Holocaust? A Study of the Holes in the Roof of Leichenkeller 1 of Krematorium II at Birkenau; Zimmer Printing, 410 West Main Street, Monongahela, PA 15063, 2000; http://www.revisingrevisionism.com
[9]Vgl. dazu C. Mattogno, »Keine Löcher, keine Gaskammer(n)«, VffG, 6(3) (2002), S. 284-304. Anm. der Red.
[10]Inzwischen befindet sich auch der zweite der beiden im Exil. Anmerkung des Übersetzers.
[11]David Barnouw, Gerrold van der Stromm (Hg.), The Diary of Anne Frank: The Critical Edition, im Auftrag des Netherlands State Institute for War Documentation, übersetzt von Arnold J. Pomerans und B.M. Mooyart (Doubleday, New York 1989).

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 350-357.


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