Revisionismus in Portugal

Das Problem des "Holocaust"

Von Jürgen Graf

Pedro M. Melo de Almeida (32), ist Dozent für Philosophie an der Universität Lissabon. Aus seiner Feder erschien am 20. Mai 2003 ein langer Artikel in der portugiesischen Zeitschrift O Diabo (Der Teufel) mit dem Titel »O problema do "Holocausto"« (Zum "Holocaust"-Problem). Da der Artikel eindeutig revisionistisch ausgerichtet ist, sah sich O Diabo massivem Druck ausgesetzt und entschuldigte sich in einer späteren Ausgabe öffentlich bei ihren Lesern. In Portugal selbst gab es bisher praktisch keinen eigenständigen Revisionismus. Um nun auch Portugal auf die revisionistische Landkarte zu setzen, erlauben wir uns, nachfolgend den Artikel de Almeidas zusammenzufassen.


Zu Beginn seines Artikels geht Melo de Almeida auf eine in der Zeitschrift Público veröffentlichte Serie von Polemiken gegen den Revisionismus ein. (Bezüglich der Daten weist er nur darauf hin, daß diese Polemiken in der Nummer 14/04/2003 besagter Zeitschrift abgeschlossen wurden.) Die antirevisionistischen Texte stammten von den Verfassern Irene Pimentel, Esther Mucznik und Mafalda Ivo Cruz. Die erstgenannte Autorin hatte geschrieben, sie spiele »das obszöne Spiel nicht mit, tote Menschen auf Nummern zu reduzieren, Ziffern zu diskutieren, schon darum nicht, weil viele Historiker, die sich auf Fakten stützen, diese bereits bewiesen haben«. Melo de Almeida kommentiert diesen Ausspruch wie folgt:

»Weder ich noch irgendein seriöser Revisionist reduziert tote Menschen auf Nummern. Darin besteht das Problem nicht. […] Es ist falsch, daß ‘viele Historiker, die sich auf Fakten stützen, diese bereits bewiesen haben’. Wer hat sie, gestützt auf welche Fakten und auf welche Dokumente, bewiesen? Warum das beredte Schweigen über das Werk ‘Le Drame des Juifs Européens’ von Paul Rassinier? Dieses ist immerhin eines der am besten dokumentierten Werke über die Ziffern. […] Warum hat beispielsweise Raul Hilberg in der zweiten Auflage seines Werks ‘Die Vernichtung der europäischen Juden’ alle Hinweise auf Befehle oder Entscheide Hitlers bezüglich der ‘Endlösung’ getilgt? Obgleich er kein Revisionist ist, hat Raul Hilberg in seinem Werk bedeutsame Revisionen vorgenommen. […] Freilich hat er hie und da Unsinn von sich gegeben, wie beispielsweise den, die ‘Endlösung’ sei durch Gedankenübertragung befohlen worden. […] Weder ich noch irgendein anderer seriöser Revisionist rechtfertigt oder entschuldigt das, was wirklich geschah. Es geht hier nicht darum, irgendwelche Werturteile zu fällen. Nochmals betone ich: Es geht um die Wiederherstellung der historischen Wahrheit.«

Unter Hinweis auf einen Ausspruch der Antirevisionistin I. Pimentel, die geschrieben hatte, die Leugnung des Holocaust habe »den im guten Sinne perversen Effekt gehabt, die Historiker zu einer besseren Klärung der Fakten zu zwingen und den schrecklichen, vom Naziregime verübten Völkermord mit doppeltem Eifer zu untersuchen«, kommentiert der Autor:

»Ist denn nicht eben das die Aufgabe der Historiker, unabhängig von den Revisionisten oder Negationisten?«

Er fährt fort:

»Es gibt keinerlei Beweise dafür, daß der Ausdruck ‘Endlösung’ für die Nazis ein Tarnausdruck war. Welcher Art sollen diese Beweise sein? Sie existieren nicht! Es handelt sich höchstens um eine bloße Arbeitshypothese, die jedoch trügerisch ist. Es ist dies ein Kunstgriff, um den Dokumenten einen Sinn zu unterstellen, den sie nicht besitzen. […] Ja, eine gemeinsame Geschichte ist möglich und wünschenswert. Doch sie erfordert vollen Respekt für die historische Wahrheit, für die freie Forschung und Darlegung [der Fakten]. Es darf keinen Raum geben für Zensur, Totschweigen, tätliche Angriffe, Verleumdungen, politische Urteile etc., die so oft im Namen der Demokratie und der Freiheit geschehen. – Die Realität der Deportationen (nach dem Scheitern der Madagaskar-Pläne), der Konzentrationslager, des in diesen wütenden Hungers, der Seuchen (insbesondere der Schrecken des Typhus, der damals grassierte und mit Zyklon B bekämpft wurde), der Folterungen, der Hinrichtungen, der medizinischen Versuche an Häftlingen sowie der Zwangsarbeit, die zur Erschöpfung und zum Tod führen konnte, all dies ist leider eine historische Wahrheit, die man nicht in Abrede stellen kann.«

Unter dem Untertitel »Die Polemik um die "Gaskammern"« schreibt der Verfasser:

»Besonders seit den von Leuchter in Auschwitz, Birkenau und Majdanek durchgeführten forensischen Untersuchungen und dem Eingeständnis seitens des Auschwitz-Museums, daß manche dieser Installationen der Entwesung dienten, muß eine internationale Expertenkommission gebildet werden, die sowohl aus Revisionisten als auch aus Gegnern des Revisionismus bestehen sollte. Die Freiheit ihrer Arbeit muß voll und ganz gewährleistet werden, mit dem Ziel der völligen Klärung des Problems der "Gaskammern".«

Der Verfasser hebt anschließend hervor, daß Elie Wiesel in La Nuit nichts von Gaskammern schreibt; daß zwei Lagerkommandanten, Koch und Florstedt, von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden; daß das IKRK während des Krieges das Lager Auschwitz besuchte, ohne dort Gaskammern vorzufinden oder Gerüchte über deren Existenz bestätigen zu können. Er erwähnt, daß die Portugiesische Nationalbibliothek unlängst Robert Faurissons vierbändiges Werk Etudes révisionnistes erworben hat, und schreibt:

»Wer sich für diese Themen interessiert, der kann beispielsweise Norman Finkelsteins "Die Holocaust-Industrie" erwerben, das in portugiesischer Übersetzung bei Editora Antigona erschienen ist. […] Ich empfehle die Lektüre lebhaft. Andere Bücher sind bedeutend schwieriger erhältlich, beispielsweise Roger Garaudys "Le Procès du Sionisme Israélien" oder die Werke Robert Faurissons und Paul Rassiniers.«

Pedro M. Melo de Almeida schließt mit folgenden Worten:

»Ich verneige mich vor dem Andenken jener, die gelitten haben und gestorben sind. Der Kampf für die historische Wahrheit, entgegen der politischen "Wahrheit", ist eine der größten Ehren, die wir ihnen erweisen können. Sie wurden aus diesem Leben ausgelöscht. Doch wurden sie nicht aus der Geschichte ausgelöscht und werden auch nicht ausgelöscht werden.«


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 398f.


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