In Memoriam Jean-Claude Pressac

Jean-Claude Pressac und der Revisionismus

Von Jürgen Graf

Am 23. Juli 2003 ist Jean-Claude Pressac im Alter von erst 59 Jahren gestorben. Die unerwartete Nachricht von seinem Hinschied hat mich getroffen. Zwar bin ich Pressac nie persönlich begegnet, doch aufgrund der bedeutenden Rolle, die er in der Kontroverse um den "Holocaust" gespielt hat, habe ich mich seit 1991, als ich mit meinen eigenen Recherchen zu diesem Thema begann, wie viele andere Revisionisten veranlaßt gesehen, mich mit seinen Thesen auseinanderzusetzen. Von den Vertretern der Judenvernichtungs- und Gaskammergeschichte war Pressac - neben dem längst verstorbenen britisch-jüdischen Historiker Gerald Reitlinger - der einzige, dem ich einen gewissen Respekt entgegenzubringen vermochte.

Jean-Claude Pressac

Von seiner Ausbildung her war Pressac Pharmakologe; wie die allermeisten Autoren, die sich mit dem "Holocaust" beschäftigen, hat er also keine formelle Ausbildung als Historiker genossen. (Dies gilt für die Vertreter der offiziellen Version vom Schicksal der Juden im Zweiten Weltkrieg ebenso wie für die Revisionisten.) Pressac war Nichtjude und stand politisch rechts.

In seiner Jugend hatte Jean-Claude Pressac einen Roman des französischen Schriftstellers Robert Merle gelesen, der La mort est mon métier (Der Tod ist mein Handwerk) hieß und dessen finsterer Held der erste Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß war. Seitdem hat das Thema Auschwitz Pressac nicht mehr losgelassen. Zu einem mir nicht bekannten Zeitpunkt keimten in ihm Zweifel an der Richtigkeit des offiziellen Schreckensbildes vom "Vernichtungslager" auf, und er begann, sich mit dem Revisionismus zu befassen. Er schloß Bekanntschaft mit Robert Faurisson, Pierre Guillaume und anderen französischen Revisionisten und arbeitete eine Zeitlang mit ihnen zusammen. Doch scheiterte die Zusammenarbeit mit Faurisson an der Unvereinbarkeit der Ansichten und Charaktere, und fortan war das Verhältnis zwischen den beiden Männern von tiefer gegenseitiger Abneigung geprägt.

Pressac sagte sich vom Revisionismus los und zog aus, um die Argumente der Revisionisten zu widerlegen. Dadurch unterschied er sich grundlegend von einem Raul Hilberg, einem Léon Poliakov oder einer Lucy Dawidowicz, die es niemals für nötig erachtet haben, auch nur mit einer Zeile auf Einwände gegen die herkömmliche "Holocaust"-Version einzugehen. Durch den Umgang mit Faurisson und anderen Revisionisten war Pressac mit deren Argumenten gründlich vertraut und wußte, daß derjenige, der den Revisionismus widerlegen will, die technische Machbarkeit der behaupteten Judenvergasungen beweisen muß. Eben dies zu bewerkstelligen war sein Ziel.

Schon während seiner Zusammenarbeit mit Faurisson hatte sich Pressac mehrmals in Auschwitz aufgehalten, das Vertrauen der Leitung des Auschwitz-Museums gewonnen und Zutritt zum Archiv der Gedenkstätte erhalten, wo er eine große Zahl von Dokumenten und Bauplänen einsehen und kopieren konnte. Inzwischen gehörte er fraglos zu den besten Kennern des Themas und war in den Augen der Verfechter des orthodoxen Auschwitz-Bildes der geeignete Mann, um dem Revisionismus wissenschaftlich den Garaus zu machen.

Ab den späten siebziger Jahren hatte der Revisionismus dank den Studien von Arthur Butz,[1] Wilhelm Stäglich,[2] Robert Faurisson,[3] Henri Roques[4] und anderen Forschern[5] ungeheuren Auftrieb erhalten, was den Verfechtern und Profiteuren der orthodoxen "Holocaust"-Version arges Bauchgrimmen bereitete. Dann kam im Frühling 1988 noch das Leuchter-Gutachten hinzu. Die Gegner des Revisionismus suchten jemanden, der dieses widerlegen sollte, und fanden Pressac. Ende 1988 verfaßte dieser einen Artikel, in dem er - auch wenn seine Argumentation selbst nicht frei von Irrtümern war - den Finger auf etliche unleugbare Schwachstellen des Leuchter-Berichts legte.[6]

Der Artikel war in zweierlei Hinsicht aufschlußreich. Zunächst bewies er, daß Pressac unbestreitbar Talent besaß. Ohne das KL Majdanek je aufgesucht zu haben, nahm er, allein anhand von Plänen, eine recht scharfsinnige Analyse der angeblichen Menschentötungsgaskammern dieses Lagers vor, in denen laut der offiziellen Version Juden größtenteils mit Zyklon-B, in geringerem Umfang auch mit Kohlenmonoxid ermordet worden sein sollen, und schloß Vergasungen mit Zyklon-B aus bautechnischen Gründen faktisch aus. (An den Vergasungen mit Kohlenmonoxid hielt er freilich fest; daß auch diese ins Reich der Legende zu verbannen sind, hat Carlo Mattogno zehn Jahre später in dem gemeinsam mit mir verfaßten Buch KL Majdanek. Eine historische und technische Studie[7] aufgezeigt.) Damit stellte Pressac einen zentralen Punkt des orthodoxen Majdanek-Bildes in Frage und ließ erahnen, daß die Vertreter der Judenvernichtungsthese mit ihm ebenso Ärger bekommen würden wie die Revisionisten.

Ob die "Nazijäger" Serge und Beate Klarsfeld selbst den Kontakt mit diesem eigenwilligen Querdenker gesucht haben, oder ob es dieser war, der sich zuerst an die Klarsfelds wandte, entzieht sich meiner Kenntnis; jedenfalls kam es zur Zusammenarbeit der beiden Seiten. Die Klarsfelds erwiesen Pressac die erforderliche finanzielle Unterstützung zur Abfassung eines Buchs, das endlich mit dem revisionistischen Spuk aufräumen und die Judenausrottung in den Gaskammern von Auschwitz hieb- und stichfest beweisen sollte.

Ende 1989 war es soweit: Bei der in New York ansässigen Beate Klarsfeld Foundation erschien (in englischer Sprache, die französische Vorlage ist nie publiziert worden) Jean-Claude Pressacs Auschwitz. Technique and Operation of the Gas Chambers. Das von seinem Umfang her riesenhafte Opus war im Buchhandel nie erhältlich und wurde u. a. von Pressac selbst privat verbreitet. Sein Titel hielt nicht, was er versprach, weil das Mammutwerk zwar eine gewaltige Fülle von Informationen über Auschwitz lieferte, jedoch nicht auf die Technik und Funktionsweise der angeblichen Menschentötungsgaskammern einging.

Auschwitz. Technique and Operation of the Gas Chambers war ein ungemein merkwürdiges, um nicht zu sagen rätselhaftes Buch. An seinem Wert für die Wissenschaft konnte kein Zweifel bestehen, enthielt es doch eine Unzahl von großenteils zuvor unveröffentlichten deutschen Originaldokumenten der Kriegszeit, die den Forschern Einblick in zahlreiche zuvor unbekannte Aspekte der Lagergeschichte ermöglichten. Nun hatten die Klarsfelds Pressac aber dafür bezahlt, die Realität der Judenvernichtung in Gaskammern zu beweisen, und diesem Auftrag wurde das Werk in keiner Hinsicht gerecht. Ganz im Gegenteil: Es erwies sich für die Klarsfelds und den ganzen Mythos von der "Todesfabrik" als Eigentor erster Güte.

Pressac war ehrlich genug, einzuräumen, daß er keinen wirklichen dokumentarischen Beweis für die Existenz von Menschentötungsgaskammern entdeckt hatte, legte seinen Lesern jedoch »39 kriminelle Indizien« vor, die, wie er hoffte, in ihrer Gesamtheit jeden vernünftigen Zweifel an den Vergasungen ausräumen würden. Unter »kriminellen Indizien« verstand er »Schnitzer« der SS, insbesondere der Zentralbauleitung, welche ungeachtet des angeblichen Verbots, dokumentarische Belege für die Judenvergasungen zu hinterlassen, nicht zu verhindern vermocht hätte, daß sich indirekte Hinweise auf diese in den Schriftverkehr einschlichen. So deutete er beispielsweise eine Bestellung für »gasdichte Türen« als solches »kriminelles Indiz«, da eine gasdichte Tür seiner Logik nach nur für eine Menschentötungsgaskammer bestimmt sein konnte.

Daß Pressac, um die Realität eines gigantischen Massenmordes in Gaskammern "nachzuweisen" (er sprach in diesem Buch noch von 1 bis 1,5 Millionen Auschwitz-Opfern), Zuflucht zu derart schwachem Beweismaterial nehmen mußte, sprach Bände über die brüchige Grundlage, auf der das tradierte Auschwitz-Bild beruhte. Hätte die Massenausrottung in Gaskammern tatsächlich stattgefunden, so hätte sie derart eindeutige Spuren hinterlassen, daß sich der Rückgriff auf solche "Indizien" erübrigt hätte. Somit traf Faurisson ins Schwarze, wenn er das Buch als »Glücksfall für die Revisionisten und Katastrophe für die Exterminationisten« bezeichnete. In einer langen, stilistisch blendenden Rezension hat Faurisson Pressacs Argumente für die Existenz der Gaskammern denn auch mit ätzender Ironie nach Strich und Faden zerzaust.[8]

Im Gegensatz zu so gut wie allen orthodoxen "Holocaust"-Schreibern besaß Pressac das erforderliche Minimum an kritischem Geist, um die Aussagen der "Gaskammerzeugen" von Auschwitz nicht unbesehen zu übernehmen, doch ließ er es hier an der erforderlichen Konsequenz fehlen. Er mäkelte zwar eifrig an den Augenzeugenberichten herum und wies auf allerlei Unstimmigkeiten hin, akzeptierte die meisten dieser Berichte aber letztendlich doch als beweiskräftig und begnügte sich oft damit, die von den Zeugen postulierten Ziffern willkürlich herabzusetzen.

Nach welchen Kriterien Pressac die Glaubwürdigkeit bzw. Unglaubwürdigkeit der "Gaskammerzeugen" beurteilte, war unerfindlich. Er zitierte u. a. ohne jeden kritischen Kommentar einen langen Auszug aus dem Buch eines offenbar geistig umnachteten Menschen namens Moshé Maurice Garbarz, dem zufolge ein Gräberkommando in Auschwitz in einer einzigen Nacht ein 20 bis 30 m breites, 50 bis 60 m langes und 1,5 m tiefes »Schwimmbad« (d. h. Massengrab) ausgehoben hatte.[9] Er pries den polnisch-jüdischen Schuster Henryk Tauber als »zu 95% glaubhaften Zeugen«, obgleich dieser von in eine Grube mit siedendem Menschenfett geschleuderten Häftlingen berichtet und zum besten gegeben hatte, beim Nahen alliierter Flugzeuge hätten die mit der Leichenverbrennung beauftragten Angehörigen des "Sonderkommandos" stets besonders viele Leichen in die Muffeln gestopft, damit recht hohe Flammen aus den Kaminen schlugen und die alliierten Piloten so auf den Massenmord aufmerksam machten![10] Er führte als Beweis für die Judenvergasungen ferner den sogenannten "Franke-Griksch-Bericht" an, eine der erbärmlichsten Fälschungen der "Holocaust"-Literatur. In diesem angeblich von SS-Obersturmführer Alfred Franke-Griksch anläßlich dessen Besuchs in Auschwitz am 4. Mai 1943 erstellten Bericht wird u. a. die Rampe von Birkenau erwähnt, die erst ein volles Jahr später errichtet wurde.[11]

Daß Pressac die Berichte seiner Zeugen gerne "korrigierte", machte die Lage für die orthodoxe Geschichtsschreibung nicht besser, sondern nur noch schlimmer. Hierzu ein Beispiel. Pressac hielt die Aussage von Rudolf Höß, wonach dieser im Juni 1941 von Heinrich Himmler in das Geheimnis der bevorstehenden Judenvernichtung eingeweiht und mit der Schaffung von Ausrottungseinrichtungen in Auschwitz beauftragt worden sei, für unglaubhaft. Höß hatte angegeben, es hätten zu jenem Zeitpunkt drei Vernichtungslager existiert, nämlich Treblinka, Belzec und »Wolzek«. Da Belzec im März 1942 und Treblinka im Juli 1942 in Betrieb genommen worden ist (ein Lager »Wolzek« hat es überhaupt nie gegeben), scheitert die Geschichte in der Tat von vorne herein an chronologischen Sachzwängen. Anstatt daraus - sowie den zahlreichen anderen von Höß erzählten Unmöglichkeiten - den Schluß zu ziehen, daß dieser ein unzuverlässiger Zeuge und seine Behauptungen a priori suspekt sind (schließlich war Höß von einem britischen Folterteam unter der Leitung des jüdischen Feldwebels Bernard Clarke drei Tage lang geprügelt worden,[12] und seine späteren Aussagen in einem polnisch-stalinistischen Gefängnis waren selbstverständlich ebenfalls unter Druck erfolgt), gelangte Pressac zum Schluß, der erste Auschwitz-Kommandant habe sich im Jahr geirrt und den erwähnten Himmler-Befehl in Wirklichkeit im Sommer 1942 erhalten. Doch scheitert auch diese Version sogleich an unüberwindlichen Schwierigkeiten: Wie konnten schon vor der Erteilung eines Judenausrottungsbefehls "Vernichtungslager" errichtet werden (Chelmno soll laut der "Holocaust"-Literatur Ende 1941 in Betrieb genommen worden sein, Belzec wurde im März 1942 eröffnet, und in Birkenau selbst sollen schon im Frühling 1942, also vor der Errichtung der Krematorien, Massenmorde in zwei zu Gaskammern umgebauten Bauernhäusern erfolgt sein)? Zur Einrichtung solcher Tötungsanlagen brauchte es selbstverständlich Anweisungen von ganz oben, und für diese war wiederum das Vorliegen eines Ausrottungsbefehls unabdingbare Voraussetzung. Die von Pressac gelieferte neue Version war also um kein Haar überzeugender als die alte und vergrößerte die Verwirrung nur noch.

Doch nicht genug der Ungereimtheiten. Pressac hatte die Baupläne der Krematorien von Birkenau studiert und war zum selben Schluß gelangt wie die Revisionisten vor ihm: Die Krematorien waren als normale sanitäre Anlagen konzipiert, d. h. ohne kriminelle Absichten gebaut worden. Erst nachträglich, meinte er, habe die Leitung von Auschwitz beschlossen, sie mit handwerklichen Mitteln zu Mordstätten umzuwandeln, genauer gesagt, die in ihnen befindlichen Leichenkeller zu Menschentötungsgaskammern umzubauen.

Soweit wir wissen, wird diese These heute in der "Holocaust"-Literatur allgemein akzeptiert (Raul Hilberg übernimmt sie beispielsweise in seinem Buch Die Quellen des Holocaust[13]), obwohl ihre Unlogik mit den Händen zu greifen ist. Zunächst einmal gibt es nicht die Spur eines dokumentarischen oder bautechnischen Beweises für eine solche Umstrukturierung. Doch noch entscheidender ist folgendes: Wenn Himmler dem Auschwitz-Kommandanten Höß im Sommer 1942 die Organisation der Judenvernichtung in Auschwitz anvertraut und letzterer als Tatort die künftigen Leichenkeller der künftigen Krematorien von Birkenau gewählt hatte, wie kam es dann, daß die Zentralbauleitung von Auschwitz, als sie sich im Herbst 1942 an den Bau der Krematorien machte, diese nicht etwa von Anfang an als Tötungsanlagen konzipierte, sondern erst nachträglich, als sie schon errichtet waren, mit primitiven manuellen Mitteln die erforderlichen Veränderungen vornahm? Man muß schon außerordentlich naiv sein, um einen solchen Unsinn zu schlucken.

Ob Pressac solche augenscheinlichen Unmöglichkeiten wirklich nicht bemerkt hat? Und welcher Teufel mag den französischen Forscher geritten haben, als er schrieb, in Auschwitz seien zwar 97 bis 98% des Zyklon-B zur Läusebekämpfung und nur 2 bis 3% zur Judenvernichtung verwendet worden, doch hätten Höß und Konsorten, um die Läuseplage in Auschwitz zu kaschieren, bei Zyklonbestellungen wahrheitswidrig vorgetäuscht, sie brauchten das Gift zur Ermordung von Juden? Originalton Pressac:[14]

»Tatsache ist, daß die SS die Judenausrottung, über die ihre Vorgesetzten in großen Zügen, wenn auch nicht im Detail, unterrichtet waren, dazu benutzte, um die schrecklichen hygienischen Verhältnisse im Lager zu vertuschen und die enormen Mengen von zur Entlausung benötigtem Gas zu rechtfertigen. Hätte man in Berlin Wind von den wahren Verhältnissen bekommen, so hätte dies unerquickliche Folgen für Höß, den Himmler kurz zuvor beglückwünscht und befördert hatte, sowie für seine Untergebenen nach sich gezogen. [...] So machte die SS nach bewährtem Muster die Juden zu Sündenböcken für den exorbitanten Zyklonverbrauch, um nicht der Schlamperei bei der Führung des Lagers sowie der fehlenden Kontrolle über die dort herrschenden Zustände bezichtigt zu werden.«

Den Vogel abgeschossen hat Pressac aber zweifellos mit seiner Schilderung der Vergasungen in den Krematorien IV und V,[15] die sich laut ihm wie folgt abspielten:

Ein SS-Mann kletterte auf das Dach der Gaskammer, um die Zyklongranulate durch die dort eingebrachten Öffnungen zu werfen. Dazu bediente er sich einer Leiter. Da nun die Öffnungen weit auseinander lagen und der SS-Mann nur eine beschränkte Menge Zyklon mit sich tragen konnte, mußte er nach jedem Einwurf hinabsteigen, um Zyklon nachzufassen. Dann ging es wieder die Leiter hoch. Insgesamt mußte der SS-Mann achtzehnmal hinauf- und hinunterklettern. Die mit der Vergasung beauftragten Männer begannen über diese »Zirkusnummer« zu murren und forderten einen Umbau der Gaskammer zwecks Rationalisierung des Tötungsvorgangs. Die Lagerleitung erklärte sich zwar bereit, die Einwurfluken um 10 cm zu erweitern, verwarf aber den Antrag auf Umbau der Gaskammer, denn, so Pressac,

»[...] die Lagerleitung war der Ansicht, daß ein wenig körperliche Ertüchtigung den für die Vergasungen verantwortlichen Sanitätssoldaten nur gut tun würde.«

Der Spion

Von Germar Rudolf

Im Mai 1993 ging es hoch her am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, denn einer der dort beschäftigten Doktoranden war in einen öffentlichen "Skandal" verwickelt, der in ganz Deutschland Aufsehen erregte. Der Name des Doktoranden: Germar Rudolf, der Autor dieser Zeilen. Mein skandalöses Vergehen: ich hatte auf Bitte eines Strafverteidigers von Generalmajor a.D. Otto Ernst Remer ein Gutachten über die Gaskammern von Auschwitz verfaßt, in dem ich zu dem Schluß gelangte, die von Zeugen bekundeten Massenvergasungen hätten so nicht stattfinden können. Kurz nach Ostern 1993 hatte Generalmajor Remer dieses Gutachten in einigen tausend Exemplaren an führende Politiker, Juristen, Historiker, Chemiker und an diverse Medien in Deutschland gesandt. Als Folge dessen forderten alle möglichen Persönlichkeiten und Lobby-Gruppen, daß meine gutachterliche Tätigkeit mit allen Mitteln unterbunden werden müsse. In jenem denkwürdigen Frühling erhielt ich an meinem Arbeitsplatz im Max-Planck-Institut einige Telefonanrufe diverser Medien, was der Geschäftsleitung des Instituts mißfiel. Die Identität der diversen Anrufer sowie die Inhalte der sich entwickelnden Gespräche sind hier nicht von Interesse, mit einer Ausnahme: Eines Morgens klingelte das Telefon erneut. Der Herr am anderen Ende meinte, er sei Jean-Claude Pressac. Er wollte von mir meine private Telefonnummer wissen, die ich ihm aber verweigerte. Ich forderte ihn auf, wenn er mir etwas mitteilen wolle, so möge er dies doch schriftlich tun. Er erwiderte daraufhin, aus Sicherheitsgründen wolle er das, was er mir sagen wolle, nicht schriftlich festhalten, weil das für ihn gefährlich sein könnte. Er führte weiter aus, daß auch ich auf der Hut sein solle. Insbesondere sollte ich bezüglich des Holocaust nicht gleich alles auf einmal in Frage stellen. Man könne in dieser Sache nur dann erfolgreich und ohne Selbstgefährdung arbeiten, wenn man ein Stück nach dem anderen angehe.

Seit dem oben erwähnte Telefongespräch war ich mir sicher, daß Jean-Claude Pressac immer der Ansicht war, daß wir Revisionisten im Prinzip recht haben. Angesichts der überwältigenden Macht der Exterminationisten hatte er jedoch früh beschlossen, das "System" von innen zu bekämpfen. Sein Überlaufen zum

"Feind", d.h. sein sich Andienen den Exterminationisten gegenüber, war seine Art der Salamitaktik. Er wollte das "System" mit Mitteln des Systems selbst bekämpfen, ihm Schritt für Schritt ein Zugeständnis nach dem anderen abringen.

Wenn man seine Publikationen chronologisch betrachtet, so fällt auf, daß sich Pressac mit jeder weiteren Veröffentlichung in dem einen oder anderen Aspekt den Revisionisten annäherte: Als erstes machte er die Diskussion revisionistischer Thesen hoffähig; anschließend brachte er das "System" dazu, die Priorität der Technik vor Zeugenaussagen anzuerkennen; sodann gelang es ihm, daß das "System" die inhaltlichen Probleme der Zeugenaussagen anerkannte; mit jeder neuen Veröffentlichung senkte er die Opferzahlen weiter herab; seine Bewertung von Zeugenaussagen wurde mit der Zeit immer kritischer; und schließlich, nach fundamentalen Angriffen auf den "Auschwitz-Mythos", wandte er sich letztlich gar gegen die anderen sogenannten Vernichtungslager (vgl. S. 410 dieses Heft).

Ab 1993, mit der Vorlage seines zweiten Buches, muß ihn langsam die Angst gepackt haben, denn die noch weitergehenden Revisionen dieses Buches machten ihm Feinde. Diese Angst offenbarte er nicht nur während des Telefongespräches mit mir. Wie Carlo Mattogno berichtet, hat er seither auch die Verbindungen zu ihm abgebrochen, und wie Prof. Faurisson zu berichten weiß (S. 351 dieses Heft), erlitt er bei seinem Zeugenverhör anläßlich eines Strafverfahrens gegen Prof. Faurisson 1995 fast einen Zusammenbruch. Er flehte den Richter an, Faurissons Fragen nicht beantworten zu müssen:

»Sie müssen verstehen, daß ich nur ein Leben habe. Sie müssen verstehen, daß ich in meinem Kampf alleine dastehe.«

Er verweigerte die Aussage, weil er sich damals ganz offenbar völlig isoliert und seines Lebens bedroht sah, was nur damit erklärbar ist, daß eine ehrliche Aussage vor Gericht seiner Ansicht nach für ihn fatal gewesen wäre - weil sie revisionistisch hätte sein müssen.

So sehr seine Schriften auch wissenschaftlich angreifbar sind, Pressac war ohne Zweifel der bisher erfolgreichste Revisionist - im politischen Sinne. Er war unser Agent.

Danke, Jean-Claude!

Was in aller Welt hat Pressac, einen wissenschaftlich gebildeten Mann, dem es nicht an Qualitäten fehlte - er war u. a. ein vorzüglicher Zeichner und guter Fotograf -, dazu bewogen, solch närrischen Unfug zu Papier zu bringen? War das Ganze letzten Endes gar ironisch gemeint? Wollte Pressac die Ausrottungsthese auf subtile Weise der Lächerlichkeit preisgeben, indem er darlegte, welch absurde Konsequenzen sich aus der offiziellen Darstellung des Vergasungsvorgangs ergaben? Die Frage wird vielleicht für immer ungelöst bleiben. Jedenfalls war Auschwitz. Technique and Operation of the Gas Chambers als Propagandawaffe gegen die Revisionisten völlig unbrauchbar. Das Werk fand in der Presse denn auch so gut wie keine Beachtung, wurde jedoch von den Revisionisten eifrig studiert.

Vollkommen anderes verhielt es sich vier Jahre später, im September 1993, beim Erscheinen von Pressacs zweitem (und letztem) Buch, Les crématoires d'Auschwitz. La machinerie du meurtre de masse.[16] Die Veröffentlichung dieses Werkes wurde in Frankreich durch eine lärmige, wohlorchestrierte Propagandakampagne flankiert; die Medien überschlugen sich schier vor Entzücken und wiederholten bis zur Ermüdung, daß die Revisionisten nun endgültig erledigt seien. Noch vor der Erscheinen der deutschen Übersetzung (sie erfolgte im Frühling 1994[17]) stimmte die "freie Presse des freiesten Staats der deutschen Geschichte" unisono in das Triumphgeheul von westlich des Rheins ein. So schrieb ein Joseph Haniman am 14. Oktober 1993 in der FAZ:

»Das mit Bauplänen und Fotomaterial versehene Buch liest sich wie ein Ingenieurshandbuch, in dem technische Materialwerte wie Verbrennungskapazität und Brennstoffverbrauch pro Leiche kalt das Ungeheuerliche dokumentieren.«

Daß dies nicht stimmte, konnte jeder aufmerksame Leser selbst entdecken: Pressacs Werk war nämlich alles andere als eine technische Studie; insbesondere fehlte jeder Hinweis auf Fachliteratur. Doch durch solche Kleinigkeiten ließen sich die "Holocaust"-Propagandisten nicht beirren. Einer der primitivsten unter diesen Propagandisten, Eberhard Jäckel, flunkerte am 18. März 1994 in der Zeit:

»Sein [Pressacs] Buch ist durch und durch technisch, auf einen Aspekt begrenzt, man könnte auch sagen: borniert. Und doch ist es gerade deswegen nützlich. [...] Nützlich ist es, daß Pressac die antisemitischen Leugner mit ihren eigenen technischen Argumenten widerlegt. Man darf gespannt sein, was ihnen nun noch einfällt.«

Den »antisemitischen Leugnern« fiel ein Buch mit dem Titel Auschwitz. Nackte Fakten ein, in dem "Manfred Köhler" (Germar Rudolf), Serge Thion, Robert Faurisson und Carlo Mattogno Pressacs Argumente Punkt für Punkt zerpflückten.[18] Zu dieser Widerlegung ist dann weder Pressac selbst noch Herrn Eberhard Jäckel irgend etwas eingefallen.

Gegenüber Pressacs erstem Buch war sein zweites, rund zehnmal kürzeres, ein wissenschaftlicher Rückschritt. Hatte in Auschwitz. Technique and Operation of the Gas Chambers bei allen Tolpatschigkeiten doch immer wieder ein kritischer Geist durchgeschimmert, so war von diesem nun herzlich wenig zu verspüren. In der Einleitung versicherte Pressac zwar, er sei nicht auf »stets fehlbare« Augenzeugenberichte angewiesen, um den Massenmord zu beweisen, sondern stütze sich auf Dokumente. Doch vergaß er dieses Versprechen schon sehr bald, denn jedesmal, wenn er eine Vergasungsoperation schilderte, gab er als Quelle einen Augenzeugenbericht an.

Die »39 kriminellen Indizien« des vorhergehenden Buches schrumpften in Les crématoires d'Auschwitz auf ein rundes Viertel zusammen, was, wie Faurisson in seiner Kritik treffend festhielt, bedeutete, daß Pressac »für gut 30 Details, die ihm vor vier Jahren noch als Indizien eines schauerlichen Verbrechens erschienen, inzwischen eine [harmlose] Erklärung gefunden hat«. Neben dieser schwindenden Zahl von "Indizien" führte Pressac nun aber einen »definitiven Beweis« für die Existenz der Menschentötungsgaskammern an, und zwar einen vom 2. März 1943 stammenden Brief der Firma Topf an die Zentralbauleitung von Auschwitz, in dem es um die Bestellung von »10 Anzeigegeräten für Blausäure-Reste für Krematorium II« ging. Das Dokument hat unter den Revisionisten eine lebhafte Diskussion ausgelöst, bei der Robert Faurisson, "Werner Rademacher" und Carlo Mattogno unterschiedliche Deutungen des Schreibens geliefert haben, sich aber darüber einig waren, daß es in keiner Hinsicht einen Beweis für Menschenvergasungen darstellt.[19]

Les crématoires d'Auschwitz erinnerte stark an einen Roman. Pressac benutzte die - teilweise im Moskauer Zentralarchiv für Historisch-Dokumentarische Sammlungen neu entdeckten - Dokumente als Gerüst, um das herum er gewissermaßen eine Geschichte aufbaute. Er berichtete, wie Ingenieur Kurt Prüfer »mit vorgetäuschter Bekümmerung« feststellte, daß die Garantie für einen Ofen abgelaufen war; daß die in Auschwitz stationierten SS-Männer die Ablehnung ihrer Anträge auf Einberufung zum Wehrdienst an der Front »mit lautstarken Enttäuschungsbekundungen« quittierten, die »kaum die feige, allgemeine Erleichterung zu verbergen vermochten«; daß Oswald Pohl, nachdem er in Auschwitz kranke Zigeunerkinder gesehen hatte, »den Tag verfluchte«, an dem er Himmler kennengelernt hatte. Woher Pressac dies bloß alles wissen mochte?

Mit einer wissenschaftlichen Studie hatte dergleichen natürlich kaum etwas gemein. Besonders arge Sünden beging Pressac bei seinen Angaben zur Kapazität der Krematorien, die er - aus auf der Hand liegenden Gründen! - kraß überhöhte. Carlo Mattogno charakterisierte das Dilemma, in dem sich der französische Forscher - und mit ihm die ganze orthodoxe "Holocaust"-Gelehrtenschaft - befand, zum Schluß seiner Pressac-Kritik sehr anschaulich:[20]

»Am 21. Februar 1979 publizierten 34 französische Geschichtsforscher in einem Artikel in "Le Monde" eine Erklärung, die mit den Worten endete: "Man darf sich nicht fragen, wie so ein Massenmord technisch möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgefunden hat. [...]" Jean-Claude Pressac hielt sich nicht an diese Vorschrift. Er wollte die Frage der Kremationsöfen und der angeblichen Gaskammern von Auschwitz technisch anpacken, obgleich er nicht die geringste Kompetenz zu einem solchen Unterfangen besitzt. Doch mußte er das methodologische Prinzip der Revisionisten anerkennen, daß, wenn ein Widerspruch zwischen den Zeugenaussagen und der Technik vorliegt, letztere den Ausschlag gibt. Er tat dies, indem er die Zahl der "Vergasten" notdürftig der Kremationskapazität der Öfen anglich, die er freilich maßlos übertrieb. So hat er eine nicht mehr zu schließende Bresche in die traditionelle Geschichtsschreibung geschlagen, denn die Technik beweist klipp und klar die Unmöglichkeit einer Massenausrottung in Auschwitz.«

Daß sich Pressac den Revisionisten auf deren ureigensten Terrain - dem Gebiet der Technik - gestellt und ihnen beim Duell somit gewissermaßen die Wahl der Waffe überlassen hatte, war manchen Vertretern der orthodoxen "Holocaust"-Geschichte nicht geheuer. So kommentierte der französisch-jüdische Filmregisseur Claude Lanzmann verärgert, er ziehe »die Tränen des Friseur von Treblinka« Pressacs Gasprüfern vor. Bei diesem »Friseur von Treblinka« handelte es sich um den in Lanzmanns Film Shoah auftretenden Abraham Bomba, der dort schluchzend schildert, wie er in Treblinka vor jedem Vergasungsdurchgang zusammen mit sechzehn oder siebzehn anderen Friseuren sechzig bis siebzig nackten Frauen, die sich gleichzeitig in einer vier Meter langen und vier Meter breiten Gaskammer aufhielten, die Haare schnitt.[21] Lanzmann hatte recht: Der "Holocaust" kann nur als Mythos überleben, und jeder Versuch, ihn wissenschaftlich beweisen zu wollen, muß zwangsläufig in eine Katastrophe münden.

In helles Entsetzen versetzte die Exterminationisten auch, daß Pressac in seinem zweiten Buch die Opferzahlen von Auschwitz massiv reduzierte: In der französischen Fassung sprach er von 775.000 bis 800.000, in der deutschen nur noch von 630.000 bis 710.000 Auschwitz-Opfern (was immer noch eine Übertreibung um mehr als das Vierfache darstellte). Die Leitung des Auschwitz-Museums machte zu jener Zeit zwar nicht mehr, wie früher, vier, aber immerhin noch anderthalb Millionen Opfer geltend. Mit der Herabsetzung der Opferzahl durch den "weltweit führenden Auschwitz-Fachmann" wurde natürlich auch die sakrosankte Ziffer von insgesamt sechs Millionen "Holocaust"-Opfern noch unhaltbarer, als sie bereits zuvor gewesen war. So fiel Pressac in Ungnade. Nach dem Abflauen des kurzen Propagandarummels, der das Erscheinen von Les crématoires d'Auschwitz begleitet hatte, verschwand sein Name aus den Schlagzeilen. Beim Ehrverletzungsprozeß Irving versus Lipstadt, der im Jahre 2000 in London stattfand, wurde als Sachverständiger D. Lipstadts nicht etwa Pressac aufgeboten, sondern der holländischstämmige Jude Robert Jan van Pelt, ein Mann, der Pressac an Sachkenntnis deutlich unterlegen ist.[22]

Dem Vernehmen nach soll Jean-Claude Pressac die Veröffentlichung eines Buchs über die Erfurter Fabrik Topf & Söhne geplant haben, welche u. a. für die Errichtung der Krematorien in Auschwitz verantwortlich war. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Doch hat der unruhige Wanderer zwischen Revisionismus und Exterminationismus nach Les crématoires d'Auschwitz noch einen Artikel verfaßt sowie ein Interview gegeben, denen eine erhebliche Brisanz innewohnte.

1995 erschien in der französischen Zeitschrift Historama ein Artikel Pressacs,[23] der sich neben Auschwitz auch mit den "reinen Vernichtungslagern" Treblinka, Sobibor und Belzec auseinandersetzte. Im Gegensatz zur offiziellen Geschichtsschreibung, laut der diese Lager ausschließlich zur Judenausrottung errichtet worden sein sollen, meinte Pressac, sie seien ursprünglich als Durchgangs- und Entlausungslager gegründet worden. Er wies darauf hin, daß laut Zeugenaussagen in Belzec drei nebeneinanderliegende Baracken gebaut worden seien: Die erste habe als Warteraum gedient, in der zweiten hätten die Juden baden müssen, und in der dritten seien sie vergast worden. In der Gaskammer hätten sich drei Öfen befunden. Mit Fug und Recht wandte Pressac ein, in einer Tötungsanlage besäßen die Bäder keinen Sinn (wozu sollte man Todgeweihte vor ihrer Exekution noch baden lassen?), und Öfen hätten in einer Kohlenmonoxidgaskammer nichts zu suchen. In Treblinka habe laut den Zeugen neben den "Erstickungskammern" ein Heizraum mit einem Heizkessel zur Produktion von Wasserdampf gelegen. Dies alles lasse sich nur dadurch erklären, daß »Ende 1941 bis Mitte 1942 in Belzec, Sobibor und Treblinka drei [Heißdampf]-Entlausungsanlagen eingerichtet worden sind«. Man habe, so Pressac weiter, »das bei der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 festgelegte Programm zur Abschiebung der Juden nach Osten eingehalten, indem man die Deportierten durch diese drei sanitären Anlagen schleuste«.

Nachträglich, so schrieb Pressac in besagtem Artikel, seien die Entlausungsvorrichtungen dann in Ausrottungsanlagen, spricht Menschentötungsgaskammern umgewandelt worden. Ob er dies selbst ernsthaft geglaubt oder bloß eine taktische Konzession gemacht hat, um seinen Artikel überhaupt veröffentlichen zu dürfen, sei dahingestellt. Jedenfalls erschütterte seine These, wonach die "östlichen Vernichtungslager" als Durchgangs- und Entlausungslager errichtet worden waren, die offizielle Lesart von "Holocaust" bis ins Mark.

Im Juni 1995 gewährte Pressac einer Valérie Igounet ein Interview, das dann - mit auf Pressacs Wunsch nachträglich vorgenommenen Änderungen - freilich erst im Jahre 2000 veröffentlicht wurde.[24] Pressac setzte darin die von der offiziellen Geschichtsschreibung für die "Vernichtungslager" außer Auschwitz postulierten Opferzahlen drastisch herab:

»Chelmno: 80.000 bis 85.000 statt 150.000
Belzec: 100.000 bis 150.000 statt 550.000
Sobibor: 30.000 bis 35.000 statt 200.000
Treblinka: 200.000 bis 250.000 statt 750.000
Majdanek: weniger als 100.000 statt 360.000.«

Als Grundlage für seine Zahlen dienten Pressac keineswegs irgendwelche Dokumente, sondern private, im Interview nicht näher beschriebenen Berechnungen der Kapazität der "Ausrottungseinrichtungen". Da die Existenz letzterer unbewiesen ist und wir, selbst wenn sie existiert hätten, nicht wüßten, in welchem Grad sie jeweils ausgelastet waren, sind Pressacs Ziffern natürlich bar jedes wissenschaftlichen Wertes. Im Fall Majdaneks, aus dem als einzigem dieser Lager dokumentarische Unterlagen vorliegen, liegt Pressacs Ziffer übrigens immer noch um mehr als das Doppelte über der wirklichen Opferzahl, denn den Dokumenten läßt sich entnehmen, daß im KL Majdanek rund 42.300 Menschen umgekommen sind.[25] Doch wenn wir jeweils die niedrigste seiner Schätzungen ansetzen, reduziert er die Gesamtopferzahl der fünf Lager auf 510.000 oder ein rundes Viertel der offiziellen Ziffer. Dies mußte bei den Gralshütern des offiziellen "Holocaust"-Bildes endgültig die Alarmglocken läuten lassen. Es kam aber noch dicker: Pressac sagte in seinem Interview mit der Igounet nämlich Dinge, die den Exterminationisten das Blut in den Adern erstarren lassen mußten:[26]

»Was das Massaker an den Juden betrifft, so müssen mehrere fundamentale Vorstellungen grundlegend revidiert werden. Der Ausdruck "Völkermord" ist nicht mehr angemessen. [...] Jeder historische Wandel führt zu einer Entwertung jenes erstarrten Erinnerungskultes, von dem man uns weismachen wollte, er sei ewig. Doch werden unvermeidlicherweise neue Dokumente auftauchen und die offiziellen Gewißheiten mehr und mehr erschüttern. Die - im Moment noch triumphierende - heutige Darstellung des Konzentrationslagersystems ist dem Untergang geweiht. Was wird man davon retten können? Recht wenig. In der Tat kommt eine Übertreibung der Ausmaße des Konzentrationslagersystems einer Quadratur des Zirkels gleich und bedeutet, Schwarz zu Weiß zu erklären. Das Bewußtsein der Völker mag keine traurigen Geschichten. Das Leben eines Zombies ist nicht erbaulich, zumal der erlittene Schmerz dann ausgebeutet und in klingende Münze umgewandelt worden ist: Orden, Pensionen, Posten, politischer Einfluß. Man kann zugleich Opfer und Privilegierter, ja sogar Henker sein.«

Treffender hätte es kein Revisionist formulieren können!

Serge und Beate Klarsfeld wähnten, in Jean-Claude Pressac, der sich zum Auschwitz-Fachmann gemausert und dem Revisionismus nach seinem Zerwürfnis mit Faurisson verbittert den Rücken gekehrt hatte, einen unschätzbaren Bundesgenossen im Kampf gegen die "antisemitischen Leugner" gefunden zu haben. Sie erwiesen ihm massive finanzielle Unterstützung bei der Abfassung eines Buchs, das als Sprengladung gegen den Revisionismus gedacht war, sich für die Exterminationisten aber dann als kolossaler Rohrkrepierer entpuppte. Pressac, dieser chaotische und wankelmütige Geist, besaß zuviel Selbstachtung, um sich von den Klarsfelds und ihrer Clique ans Gängelband nehmen zu lassen. Durch seine fortlaufende Verringerung der Opferzahlen, seine Kritik an den Augenzeugen und seine Antastung zentraler Glaubenssätze der orthodoxen "Holocaust"-Lehre hat er jenen, die ihn vor ihren Wagen zu spannen gedachten, unermeßlichen Schaden zugefügt. Als erster Verfechter der Judenvernichtungs- und Gaskammerthese hat er sich - freilich ohne erst das dazu erforderliche technische Rüstzeug zu erwerben - auf die von den Revisionisten vorgeschlagene Diskussion der technischen Machbarkeit des "Holocaust" eingelassen, und die Diskussion wurde für die orthodoxe Geschichtsschreibung zum Debakel. Fakten sind die Todfeinde der "Shoah"-Legende, und jede Erörterung technischer Details der angeblichen Judenvernichtung ist für die Verfechter der staatlich vorgeschriebenen Geschichtsversion ein Schritt weiter in den Abgrund. Um das Ruder noch herumzureißen, ist es nun zu spät: Nachdem man Pressac aller Welt als begnadetes Genie vorgestellt hat, das die Revisionisten mit seiner technischen Beweisführung schachmatt gesetzt habe, kann man sich ja nicht mehr hinter dem Argument der 34 französischen Historiker von 1979 verschanzen, man dürfe nicht fragen, wie der Massenmord technisch möglich gewesen sei; er sei technisch möglich gewesen, weil er stattgefunden habe.

Die Klarsfelds werden heute den Tag wohl verfluchen, an dem sie sich mit dem abtrünnigen Faurisson-Schüler eingelassen haben. Wir Revisionisten haben hingegen allen Grund, Jean-Claude Pressac zu wünschen, daß er in Frieden ruhen möge.


Anmerkungen

[1]A.R. Butz, Der Jahrhundertbetrug, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1977.
[2]W. Stäglich, Der Auschwitz-Mythos, Grabert, Tübingen 1979.
[3]Faurisson, R., Mémoire en défense, La Vieille Taupe, Paris 1980; S. Thion, Vérité historique ou vérité politique?, La Vielle Taupe, Paris 1980 ; dt. : Historische Wahrheit oder Politische Wahrheit?, Verlag der Freunde, Berlin 1994.
[4]H. Roques, Die "Geständnisse" des Kurt Gerstein, Druffel, Leoni 1986.
[5]Vor allem: W.N. Sanning, Die Auflösung des osteuropäischen Judentums, Grabert, Tübingen 1983; C. Mattogno, Il mito dello sterminio ebraico. Introduzione storiobibliografica alla storiografia revisionista, Sentinella d'Italia, Monfalcone 1985; ders., Il rapporto Gerstein: Anatomia di un falso, Sentinella d'Italia, Monfalcone 1985; ders., La risiera di San Sabba. un falso grossolano, Sentinella d'Italia, Monfalcone 1985; ders., Auschwitz: Due false testimonianze, Edizioni La Sfinge, Parma 1986; ders., Auschwitz: Un caso di plagio, Edizioni La Sfinge, Parma 1986; ders., Wellers e i "gasati" di Auschwitz, Edizioni La Sfinge, Parma 1987; ders., Auschwitz: Le confessioni di Höss, Edizioni La Sfinge, Parma 1987; ders., "Medico ad Auchwitz": Anatomia di un falso, Edizioni La Sfinge, Padua 1988; ders., Come si falsificia la storia: Saul Friedländer e il "rapporto Gerstein", Edizioni La Sfinge, Padua 1988.
[6]Jean-Claude Pressac, »Les carences et incohérences du rapport Leuchter«, Journal J, Dezember 1988.
[7]Erschienen bei Castle Hill Publisher, Hastings 1998.
[8]Robert Faurisson, »Bricolages et "gazouillages" à Auschwitz et Birkenau selon Jean-Claude Pressac«, in: Revue d'Histoire Révisionniste, Nr. 3, November 1990.
[9]Jean-Claude Pressac, Auschwitz. Technique and Operation of the Gas Chambers, New York 1989, S. 164. Garbarz' Bericht war unter dem Titel Le Survivant 1984 bei Editions Plons, Paris, erschienen.
[10]Pressac, Auschwitz. Technique..., S. 481 ff. Taubers Aussage befinden sich in Anhang 18 zu Band XI des Höß-Prozesses in Krakau (1947).
[11]Siehe hierzu Brian Renk, »The Franke-Gricksch Resettlement Action Report: Anatomy of a Fabrication«, Journal of Historical Review, Fall 1991, S. 261-279.
[12]Rupert Butler, Legions of Death, Arrow Books, London 1983, S. 235 ff.
[13]Raul Hilberg, Die Quellen des Holocaust. Entschlüsseln und Interpretieren, Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2002, S. 60.
[14]Pressac, Auschwitz: Technique..., S. 188.
[15]Ebenda, S. 386.
[16]Publiziert bei CNRS, Paris 1993.
[17]Pressac, Die Krematorien von Auschwitz, Piper Verlag, München/Zürich 1994.
[18]H. Verbeke (Hg), Auschwitz. Nackte Fakten. Eine Erwiderung an Jean-Claude Pressac, V.H.O, Berchem 1995.
[19]Robert Faurisson in Auschwitz. Nackte Fakten (siehe vorhergehende Anmerkung), S. 76. Werner Rademacher, »Der Fall Lüftl«, Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 55-57; Carlo Mattogno: »Die "Gasprüfer" von Auschwitz«, VffG 2(1) (1998), S. 13-22.
[20]Carlo Mattogno, »Auschwitz. Ende einer Legende«, in: Auschwitz. Nackte Fakten, aa O. (Anm. 18), S. 162.
[21]Vgl. B. Smith, »Abraham Bomba, der Friseur von Treblinka«, VffG 1(3) (1997), S-191-195.
[22]Vgl. C. Mattogno, »Architektonische Stümpereien zweier Plagiatoren«, VffG 4(1) (2000), S. 25-33; »Gutachter- und Urteilsschelte«, Von G. Rudolf, VffG 4(1) (2000), S. 33-50.
[23]»Enquête sur les camps de la mort«, in: Historama, Nr. 34, 1995.
[24]»Entretien avec Jean-Claude Pressac réalisé par Valérie Igounet«, in: Valérie Igounet, Histoire du négationnisme en France, Editions du Seuil, Paris 2000.
[25]Jürgen Graf, Carlo Mattogno, KL Majdanek, Castle Hill Publishers, Hastings 1998, Kapitel 4.
[26]V. Igounet, a. a. O., S 641, 652.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 406-411.


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