Nachruf auf Rachel

Von Colonel Maguire

Vor sechzehnhundert Jahren, im Jahr 404 nach Christi Geburt, reiste der christliche Mönch Telemachus von Kleinasien nach Rom mit dem festen Vorsatz, die Gladiatorenkämpfe zu beenden. Bei seiner Ankunft in Rom lief er in die Arena und rief aus: »Im Namen Christi, haltet inne!« Telemachus stellte sich zwischen die Kämpfer in seinem Versuch, die Gladiatoren zu stoppen. Aber die Gladiatoren und die Menge, viele davon selbst "Christens", konnten sein Einschreiten gegen ihre uralte Tradition nicht annehmen. Gemeinsam töteten sie Telemachus. Aber Honorius, der christliche Herrscher Westroms, wurde zutiefst in seinem Gewissen gerührt. Er hielt inne und verbot für alle Zukunft alle weiteren Gladiatorenkämpfe.

Die neuesten Opfer

Am 10. April 2003 schossen israelische Soldaten auf Tom Hurndall, 22, einen britischen ISM-Aktivisten, bei dessen Versuch, Kinder in Rafah vor israelischem Gewehrfeuer zu schützen. Tom wurde von Scharfschützen im Kopf getroffen. Sein Zustand ist kritisch.[1]

Brian Avery, 23, ein US-amerikanischer ISM-Aktivist, wurde am 5. April 2003 durch israelische Kräfte in Jenin ins Gesicht geschossen. Er erlitt schwere Verletzungen im Gesicht und wird sich intensiver plastischen Chirurgie unterziehen müssen. Brian kehrte am 16. Juni 2003 vom Krankenhaus in Haifa nach Hause zurück.[2]

Neulich hat eine andere Wallfahrerin von weither ihren zerbrechlichen Körper dazwischen geworfen mit dem Ausruf "Haltet Inne!" An ihrer Seite stand ein Mann, der innig und mit Demut zum Himmel betete, sie möge damit Erfolg haben. Wir können uns vorstellen, wie andere Christen vor 1600 Jahren beteten, als Telemachus seinen Körper zwischen die Gladiatoren warf. So wie damals Telemachus, so wurde auch Rachel Corrie von den Herzlosen gnadenlos zermalmt, taub gegenüber ihrem Flehen und zornig über ihre Botschaft. In den Zuschauerrängen des weltweiten Videodroms riefen viele der Zuschauer ebenfalls "töte, töte!", viele davon selbst Judeo-Christen. Soweit stimmt unsere Analogie.

Die völlige Abgebrühtheit dieses wohl-dokumentierten Kriegsverbrechens, der vorsätzliche Charakter dieser Tat des israelischen Fahrers; und ebenso die danebenstehenden israelischen Sicherheitstruppen, für die es keine zehn Sekunden wert war, Rachel und ihre Freunde mit ein wenig Tränengas zu vertreiben, all dies entzieht sich unserem Verständnis. Wir wissen, daß sich keiner dieser zionistischen Besatzungssoldaten alleine in den Gazastreifen begibt, um dort Wohnungen zu zerstören. Aber um dieses Szene von Dantes Inferno zu vervollständigen, um diese satanische Beleidigung Christi zu perfektionieren, kamen hinterher einige jüdische Pharisäer vorbei, die sich weigerten, jener Frau, die dort zermalmt am Boden lag, medizinische Hilfe zu leisten. Dies geschah nicht unweit von der Stelle entfernt, wo vor zwei Jahrtausenden der barmherzige Samariter den verwundeten Wanderer auffand. Es ist dies nicht der Mord allein, sondern die ganze nebensächliche Grundlosigkeit des Ganzen. Man kann sich vorstellen, daß Dämonen in der Hölle mit den Verdammten dermaßen umgehen, aber sonst erwartet man das nirgendwo.

Das Nachspiel dieses Vorfall jedoch weicht völlig von der anfangs aufgezeigten historischen Parallele ab. Anstatt die Wohnungszerstörung zu verbieten, erklärte Israels Regierung den Raupenfahrer nach einer getürkten Untersuchung für unschuldig und erklärte die Wohnungszerstörung für legal. Der Mob im Videodrom tobt weiter und verlangt mehr Blut. Kann noch irgend jemand einen Zweifel daran haben, daß es sich hier tatsächlich um das Reich des Anti-Christen handelt, bevölkert zugleich von zionistischen Juden und zionistischen Nichtjuden?

Und man wird sich wohl noch fragen dürfen, was die regierung der Vereinigten Staaten von Amerika unter der Führung von Präsident George W. Bush bezüglich dieser Gewalttat unternommen hat? Immerhin ist Rachel eine US-Bürgerin, und beim Gaza-Streifen handelt es sich nicht um israelisches Gebiet. Israelische Truppen besetzen dieses Gebiet widerrechtlich und entgegen mehreren Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, die Israels sofortigen Rückzug fordern. Wenn es überhaupt jemals ein klares Kriegsverbrechen gegeben hat, dann ist es dieses, vollständig mit jeder Menge Zeugen und von Anfang bis Ende mit Farbvideo und Foto aufgenommen.

Sollte das Volk und die Regierung der Vereinigten Staaten unter solchen Umständen nicht eine Entschuldigung verlangen? Sollte da nicht der US-Präsident eine Pressekonferenz einberufen und verlangen, daß Sharons Regierung die Täter verhaftet, und zwar sowohl die direkt beteiligten Soldaten als auch deren militärischen wie zivilen Vorgesetzten? Sollte er dann nicht die Auslieferung dieser Kriegsverbrecher verlangen, damit diese in den USA vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden können? Sollten die Vereinigten Staaten nicht sofort alle Hilfe für den zionistischen Staat einstellen, bis er sich dem Völkerrecht und dem Diktat der allgemeinen Menschlichkeit beugt?

Es kann nicht überraschen, daß Präsident Bush auch nicht einen einzigen Piepser des Protest gegenüber den Israelis verlauten ließ. Dies ist deshalb verständlich, weil offen gesagt die Juden und Israel diese korrupte US-Regierung dominieren. Sie besitzen Herrn Bush, sie kontrollieren das Verteidigungsministerium, und er, ihre unterwürfige Marionette, handelt untertänigst gemäß ihrem Geheiß.

Und wo sind die Stimmen jener, die behaupten, heute im Namen Christi zu sprechen, wo ist jene evangelistisch-christliche Führerschaft, die wir täglich in den jüdischen kontrollierten Fernsehkanälen sehen? Diese selbsternannten Propheten, Männer wie Pat Robertson, Jerry Falwell, James Dobson und Billy Graham kümmert sich einen feuchten Kehricht darum, was Rachel Corrie widerfuhr. Sie predigen, daß Israel kein Übel tun kann; sie sind ausschließlich damit beschäftigt, zionistisch-politische Ziele voranzutreiben, und sie alle ignorieren eifrig all jene christlichen Prinzipien, die nicht in Israels Konzept passen.

Auch die US-Medien - CNN, FOX, ABC, CBS, Associated Press und alle großen Zeitungen in ganz Nordamerika -meldeten kein Sterbenswörtchen über die tragischen Ereignisse vom 16. März 2003, als das Leben der jungen Rachel Corrie durch grausame und sadistische israelische Mörder ausgelöscht wurde. Denn Du mußt wissen, daß auch diese Medien von zionistisch-jüdischen Interessen dominiert werden. Genauso wie Bush, seine Kohorten in der US-Hauptstadt Washington sowie die prozionistische christliche Lobby, so sind auch sie Komplizen des Mordes an Rachel Corrie.

Quelle: http://www.thetruthseeker.co.uk/article.asp?ID=901


Anmerkungen

[1]Siehe www.palsolidarity.org/activists/tomhurndall/tomhurndall.htm
[2]Siehe www.palsolidarity.org/reports/writings/5Apr03_JeninMichael.htm

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 342f.


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