Pseudowissenschaft

Von Germar Rudolf

In der Ausgabe 2/99 druckten die Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung einen Beitrag des kalifornischen Professors Michael Shermer ab, der auf dessen Veröffentlichungen in der von der Skeptic Society herausgegebenen Zeitschrift Skeptic Magazine basierte. Dieses Periodikum gibt vor, gegenüber Tabus und Vorurteilen Skepsis zu zeigen, mit Ausnahme freilich dann, wenn es um den Holocaust geht.[1]

In Kanada gibt es ebenfalls eine Skeptic Society, und zwar in British Columbia. In einem ihrer Rundbriefe beschäftigte sich Lee Moller mit der Frage, welche Fragen dabei helfen könnten, eine "Pseudowissenschaft" zu entlarven, insbesondere auch, um sie von einer "Vorwissenschaft" (Protowissenschaft) zu unterscheiden, die sich neu zu bilden und zu etablieren versucht.[2]

Wie allgemein bekannt sein dürfte, wird dem Holocaust-Revisionismus von staatlichen Stellen einschließlich Justiz immer wieder vorgeworfen, es handele sich bei ihm um eine Pseudowissenschaft, die daher nicht den Schutz des Grundgesetzes auf Wissenschaftsfreiheit genießen könne. Ein Blick in so ziemlich alle Ausgaben der diversen Verfassungsschutzberichte, die von der Bundesprüfstelle gefällten Indizierungsbeschlüsse sowie die diversen Strafurteile deutscher Gerichte gegen Revisionisten bzw. deren Einziehungsbeschlüsse gegen entsprechende Publikationen dürften dafür Beweis genug sein.[3]

Ich erlaube mir im folgenden, die von Lee Moller aufgeführten Fragen für sowohl den Revisionismus als auch die etablierte Geschichtswissenschaft zu erörtern und den jeweiligen Kandidaten Punkte von 0 bis 10 zuzuweisen, je nachdem, ob sie dem entsprechenden Kriterium einer "Pseudowissenschaft" nahekommen oder nicht.

Frage

Revisionismus

Pkt

Holocaustismus

Pkt

  1. Hat es Fortschritte gegeben?

Der Revisionismus hat gewaltige Fortschritte gemacht. Man vergleiche z.B. Rassiniers Was ist Wahrheit[4] mit Dissecting the Holocaust[5]; oder die bei Emil Aretz[6] wiedergegebenen Kenntnisse zu den Auschwitzer Krematorien mit denen von Carlo Mattogno.[7]

0

Der Holocaustismus hat viel Detailarbeit geleistet, was die Judenverfolgung im Dritten Reich selbst anbelangt. Wenn es aber darum geht, seine These von der geplanten und industriellen Vernichtung der Juden zu untermauern, so tritt er im wesentlichen seit den Nürnberger Tribunalen auf der Stelle.

5

  • Verwendet die Disziplin Fachbegriffe, ohne sie klar zu definieren?
  • Nein.

    0

    Bis heute hat es der Holocaustismus nicht vermocht, den technischen Begriff "Menschengaskammer zur Massenhinrichtung" zu definieren oder auch nur festzustellen, was eine "gasdichte Tür" in Auschwitz war. Auch die Definition von Begriffen wie "Sonderbehandlung" oder "S.B." wurde nie eindeutig untermauert.[8]

    5

  • Muß man nachgewiesene physikalische Gesetze aufgeben, um Lehrsätze einer Behauptung akzeptieren zu können?
  • Nein.

    0

    Viele Zeugenaussagen, auf die sich der Holocaustismus beruft, widersprechen grundlegenden Naturgesetzen und technischen Möglichkeiten.

    5

  • Fehlt es bei populären Darstellungen zum Thema an Quellenangaben?
  • Nein.

    0

    Populären Darstellungen zum Holocaust ist das Fehlen von Referenzen in vielen Fällen zu eigen. Außerdem wird bisweilen kritisiert, daß der überwiegende Teil der Veröffentlichungen des Holocaustismus zum Holocaust aus unhistorischer und unwissenschaftlicher Literatur bestehe, siehe zum Beispiel Prof. Finkelsteins Kritik.[9]

    9

  • Ist das einzige angebotene Beweismaterial anekdotischer Natur?
  • Nein.

    0

    Die weit überwiegende Zahl aller Beweismittel für den Holocaustismus besteht aus Anekdoten angeblicher "Überlebender".

    9

  • Behaupten die Vertreter der Disziplin, wasserdichte Untersuchungen, die ihre These beweisen, seien durchgeführt worden, und ein Betrug sei unmöglich gewesen?
  • Nein.[10]

    0

    Insbesondere die gerichtlichen Untersuchungen zum angeblichen "Holocaust"-Verbrechen werden immer wieder als "wasserdicht" (offenkundigkeits-bildend) dargestellt, bei denen Betrug und grundlegender Irrtum unmöglich gewesen sei.

    10

  • Wurden die Ergebnisse der erwähnten Untersuchungen erfolgreich von anderen Forschern wiederholt?
  • Die Untersuchungen von Fred Leuchter wurden vom Krakauer Institut für Gerichtstoxikologie widerlegt, und Germar Rudolf bestätigte Leuchter und widerlegte das Krakauer Gutachten.

    3

    Die Untersuchungen des Krakauer Instituts für Gerichtstoxikologie wurden bisher von niemandem bestätigt, aber von Germar Rudolf widerlegt.[11]

    6

  • Behaupten die Vertreter der Disziplin, sie würden übermäßig und unfair kritisiert?
  • Revisionisten beschweren sich bisweilen, daß man sie nicht genügend(!) in der Sache beachte und kritisiere, beschweren sich allerdings auch über personenbezogene Kritik.

    3

    Kritik am Holocaustismus wird als obszön und illegal angesehen.

    10

  • Wird die Disziplin nur an Institutionen ohne Reputation gelehrt?
  • Der Revisionismus wird wegen gesellschaftlicher und strafrechtlicher Verfolgung überhaupt nicht gelehrt.

    10

    Holocaustismus wird an allen Institutionen mit der höchsten Reputation gelehrt.

    0

  • Sind die besten Texte der Disziplin zum Thema Jahrzehnte alt?
  • "Beste" Texte wurden immer wieder durch neue, bessere ersetzt, allerdings gibt es auch Texte, die in Verwendung bleiben, wie etwa Butz' Jahrhundertbetrug.

    3

    Die Klassiker des Holocaustismus, z.B. Reitlinger und Hilberg, sind Jahrzehnte alt. Neuere Veröffentlichungen erscheinen entweder nur auf Spezialgebieten, oder sind nicht besser als ihre Vorgänger.

    6

  • Verwenden die Vertreter der Disziplin Tatsachen als Beweise, die zwar im wesentlichen richtig sind, aber mit der Materie nichts zu tun haben?
  • Nein.

    0

    Eine erfundene "Codesprache", nicht existierende "kriminelle Spuren", die unbestrittene Tatsache der Verfolgung und Deportation von Juden in Lager sowie das besonders gegen Kriegsende einsetzende Massensterben überall in Deutschland wird immer wieder als Beweis für einen geplanten Massenmord angeführt, ohne damit das Geringste zu tun zu haben.[8] Ein anderes Beispiel ist das Standardwerk von Hilberg, daß zwar die Vernichtung der Juden zu beweisen versucht, aber fast alle angeführten Argumente haben mit Vernichtung nichts zu tun.[12] Allgegenwärtig sind auch Hinweise auf "Schuhe, Brillen, Prothesen, Koffer, Haare", die immer wieder als Beweise für einen Massenmord angeführt werden, jedoch mit der Materie nichts zu tun haben.

    10

  • Greifen die Vertreter der Disziplin bei Kritik auf persönliche Attacken zurück, anstatt in der Sache zu antworten?
  • Aufgrund des Verhaltens der Gegenseite (siehe rechts) kommt es auf Seiten des Revisionismus bisweilen zu persönlichen Ausfällen und polemischen Attacken.

    3

    Die Vertreter des Holocaustismus verunglimpfen ihre Kritiker, setzen sie gesellschaftlicher Verfolgung aus, zerstören ihre wirtschaftliche Existenz, werfen sie ins Gefängnis und begehen Gewaltakte gegen sie bzw. heißen diese gut.

    10

  • Verweisen die Vertreter der Disziplin auf die Geschichte, nach dem Stil: dies ist seit langem bekannt und muß daher wahr sein?
  • Nein

    0

    Die heilige Offenkundigkeit ist das schärfste Schwert des Holocaustismus: Alles sei seit Kriegsende jedem bekannt und daher unumstößlich wahr.

    10

  • Zeigt die Disziplin den "Scheu-Effekt", d.h. manchmal funktioniert es und manchmal nicht?
  • Nicht anwendbar (nicht bewertet)

    0

    Nicht anwendbar (nicht bewertet)

    0

  • Appellieren die Vertreter der Disziplin an Phantasie und begrenztes Wissen ("es gibt mehr Dinge unter Gottes Himmel als du dir jemals hättest träumen lassen ...")?
  • Daß der Holocaust eine Mischung aus giganticher Lüge und gigantischem Irrtum sein könnte, ist für viele unvorstellbar, jedoch berufen sich die Revisionisten zur Erklärung des Phänomens nicht auf Phantasie oder begrenztes Wissen.

    0

    Die unvorstellbare und bisher in Mitteleuropa unbekannte Grausamkeit der von Zeugen berichteten Massenmorde an Juden sind unfaßbar, und doch, "es gibt mehr Dinge unter Gottes Himmel als du dir jemals hättest (alp)träumen lassen ..." Zudem wird die mystische, unantastbare, nicht hinterfragbare Natur des Holocaust von vielen Korypäen hervorgehoben, wie z.B. Raul Hilberg[13] und Elie Wiesel.[14]

    8

  • Benutzt der Vertreter der Disziplin angebliche Sachkenntnisse aus anderen Fachbereichen, um seinen Behauptungen Gewicht zu verleihen?
  • Die Geschichtswissenschaft ist per se eine interdisziplinäre Wissenschaft, die keiner speziellen Vorkenntnisse bedarf, so daß sie allen offen ist. Referenzen zu Kenntnissen aus anderen Fachbereichen sind daher nicht unüblich. Allerdings sind es besonders die Revisionisten, die auf Spezialwissen aus anderen Disziplinen zurückgreifen, jedoch nicht auf angebliches, sondern auf tatsächlich existierendes.

    0

    Die Geschichtswissenschaft ist per se eine interdisziplinäre Wissenschaft, die keiner speziellen Vorkenntnisse bedarf, so daß sie allen offen ist. Referenzen zu Kenntnissen aus anderen Fachbereichen sind daher nicht unüblich. Es ist jedoch auffallend, daß sich der Holocaustismus, wenn er auf andere Disziplinen zurückgreift, auf Scheinexperten beruft: J.-C. Pressac als Apotheker wird als Krematoriumsfachmann vorgeschoben, Prof. van Pelt als Kunsthistoriker als Architekt, und Prof. Markiewicz als Techniker mimt den Chemiker.[15]

    8

    Ergebnis:

    von 160:
    Faktor:


    %

    von 160:
    Faktor:

    %

    Da der Fragebogen nicht für den vorliegenden Fall zusammengestellt wurde, ist das Ergebnis naturgemäß etwas fragwürdig. So läßt sich Frage 9, ob die Disziplin auch gelehrt wird, für den Revisionismus gar nicht beantworten, denn aufgrund der strafrechtlichen und gesellschaftlichen Verfolgung kann der Revisionismus hier auch beim besten Willen keine Strafpunkte vermeiden. Nähme man also diese Frage aus der Wertung heraus, ergäbe sich ein Verhältnis von % "Pseudowissenschaftlichkeit" für den Revisionismus und % "Pseudowissenschaftlichkeit" für den Holocaustismus, oder anders herum gesagt:

    Der Revisionismus ist zu 92% wissenschaftlich

    Der Holocaustismus ist zu 26% wissenschaftlich


    Anmerkungen

    [1]»Versuche der Widerlegung revisionistischer Thesen«, VffG 3(2) (1999), S. 173ff.; vgl. G. Rudolf, »Also wirklich, nun kommt Jungs, warum bestreiten? Ihr mögt keine Juden - das ist offensichtlich«, VffG 3(2) (1999), S. 176-181, mit weiteren Verweisen.
    [2]»BCS Debates a Qi Gong Master« Rational Enquirer, 6(4) (1994), hgg. von der British Columbia Skeptics Society, http://psg.com/~ted/bcskeptics/ratenq/Re6.4-QigongDebate.html.
    [3]Vgl. dazu die in der aktuellen Ausgabe des Periodikums der Bundesprüfstelle, BPjS Aktuell, ausgewiesenen Indizierungen sowie die Bucheinziehungs- und Beschlagnahmebeschlüsse wie im Internet aufgeführt: www.vho.org/censor/Censor.html.
    [4]Druffel-Verlag, Leoni 81982.
    [5]G. Rudolf (Hg.), 2. Aufl., Theses & Dissertations Press, Chicago, 2003.
    [6]Hexen-Einmal-Eins einer Lüge, Verlag Hohe Warte, Pähl/Obb. 1976.
    [7]In G. Rudolf, aaO. (Anm. 5); Mattognos oftmals angekündigtes zweibändiges Werk ist immer noch in Bearbeitung!
    [8]Vgl. dazu neuerdings C. Mattogno, Sonderbehandlung in Auschwitz, Castle Hill Publishers, Hastings 2003.
    [9]Vgl. Richard A. Widmann »Holocaust-Literatur versus Holocaust-Wissenschaft«, VffG 2(4) (1998), S. 311f.
    [10]Es wird zwar oft von Dritten behauptet, Gutachten wie das von Rudolf seien "wasserdicht," allerdings behauptet das der Gutachter selbst nicht, vgl. G. Rudolf, Das Rudolf Gutachten, Castle Hill Publishers, Hastings 22001.
    [11]G. Rudolf, »Leuchter-Gegengutachten: Ein wissenschaftlicher Betrug?«, in: Deutschland in Geschichte und Gegenwart 43(1) (1995) S. 22-26; vgl. ders., »A fraudulent attempt to refute Mr. Death«, http://www.vho.org/GB/c/GR/Fraudulent.html.
    [12]Vgl. J. Graf, Riese auf tönernen Füßen, Castle Hill Publishers, Hastings 1999: ders., »Der unheilbare Autismus des Raul Hilberg«, VffG 7(2), S. 107-114.
    [13]»Dies [die Organisation des Holocaust ]geschah daher nicht etwa durch die Ausführung eines Planes, sondern durch ein unglaubliches Zusammentreffen der Absichten, ein übereinstimmendes Gedankenlesen einer weit ausgreifenden [deutschen] Bürokratie.« (Newsday, Long Island, New York, 23.2.1983, S. II/3.
    [14]»Haltet die Gaskammern vor neugierigen Augen geschlossen und überlaßt sie der Vorstellung.«, All Rivers Run to the Sea: Memoirs (Alle Flüsse fließen ins Meer: Erinnerungen], Band 1, Knopf, New York 1995, S. 74; »Manche Ereignisse geschehen, sind aber nicht wahr. Andere sind wahr, finden aber nie statt.«, in: Legends of Our Time, Schocken Books, New York, 1982, Einleitung, S. viii.
    [15]Vgl. Ronald Reeves, »Pseudo-Experten«, VffG 4(1) (2000), S. 4.

    Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 403-405.


    Zurück zum Inhaltsverzeichnis