Robert Faurisson - Ein Blick auf die Anfänge

Von Dr. Arthur R. Butz

Große Menschen brauchen nicht so sehr Lob als vielmehr ein richtiges Verständnis ihrer Leistungen. Ich glaube, ich kenne Robert Faurisson länger als irgend ein anderer heute noch aktiver "Holocaust"-Revisionist mit Ausnahme einer seiner Familienangehörigen; darum obliegt es mir, einen Blick auf die Anfänge und das Problem der korrekten Einschätzung seines revisionistischen Schaffens zu werfen.

Ich schließe Bekanntschaft mit Robert Faurisson

Nach dem 1976 erfolgten Erscheinen meines Buches The Hoax of the Twentieth Century bekam ich zahlreiche Briefe von Leuten, die ich zum größten Teil vergessen habe und deren Interesse später abflaute. Einen Brief erhielt ich aber auch von einem mir zuvor unbekannten französischen Literaturprofessor. Fast ein Jahr lang korrespondierte ich mit diesem Robert Faurisson, wobei ich eher gemischte Gefühle empfand. Einerseits lag auf der Hand, daß er das Thema, dem unser gemeinsames Interesse galt, äußerst aktiv erforschte. Andererseits konnte er mir kein abgeschlossenes Werk, ja nicht einmal ein Manuskript vorweisen. Er teilte mir zwar mit, er gedenke ein Buch mit dem Titel Le Mythe des Chambres à Gaz Hitlériennes zu verfassen, doch wie ich als akademische Lehrkraft unzählige Male konstatieren mußte, bieten Aktivität, Wünsche und Absichten noch längst keine Gewähr für Resultate. Daß Faurisson 1976 nicht in der Lage war, mit konkreten Ergebnissen aufzuwarten, ist das Hauptthema, das ich im folgenden entwickeln werde; es ist dies ein Schlüssel zum Verständnis seines Werks.

Im Sommer 1977 begab ich mich für einige Tage nach Paris, wo ich Faurisson traf. Diese Begegnung war nicht der ausschlaggebende Grund für meinen Besuch der französischen Hauptstadt. Ich war damals auf einer Europareise, auf der ich vor allem meinen Verleger in Brighton, England, und anschließend Udo Walendy in Vlotho, der mein Buch ins Deutsche übersetzt hatte und verbreitete, aufzusuchen gedachte. Außerdem wollte ich Wilhelm Stäglich in Hamburg sowie Robert Graham in Rom einen Besuch abstatten. Paris, das ungefähr in der Mitte zwischen Vlotho und Brighton lag, interessierte mich in erster Linie deshalb, weil ich gewisse Dokumente einsehen wollte, die sich dem Vernehmen nach im Centre de Documentation Juive Contemporaire befanden.[1] Schließlich gab es in Paris auch einen Mann, der an einer französischen Übersetzung meines Buchs interessiert war.

Ein Treffen mit Faurisson stand zu jenem Zeitpunkt nicht besonders hoch auf meiner Prioritätenliste; vielleicht war sein Wunsch, mir seine Gastfreundschaft zuteil werden zu lassen, ein Grund dafür, daß ich mich zur Begegnung mit ihm bereit erklärte. Nachdem ich England verlassen und die Fahrt nach Paris angetreten hatte, muß ich mich gefragt habe, ob es sich wirklich lohnte, meine Zeit in ihn zu investieren. Obwohl er großes Interesse am Thema zeigte und dabei beträchtliche Energie an den Tag legte, konnte er allem Anschein nach kaum etwas Konkretes vorlegen.

Faurisson hatte mich zuvor im Verlauf unserer Korrespondenz darauf hingewiesen, daß er einige Briefe an bestimmte Personen oder Institutionen geschrieben hatte, die wütende und dümmliche Reaktionen hervorriefen. Beispielsweise führten seine Briefe, in denen er ernsthafte Fragen zu den angeblichen Gaskammern aufwarf, zur Beschuldigung, er leugne die Existenz der Lager. Als ich ihn 1977 traf, hatte Pierre Viansson-Ponté kurz zuvor eine Kolumne in Le Monde veröffentlichte, in der er die französische Version der Schrift Did Six Million Really Die? kritisierte, und Faurisson hatte versucht, in der selben Zeitung eine Entgegnung unterzubringen.[2]

Meine Vorbehalte gegen Faurisson waren verständlich, schmolzen dann aber rasch dahin. Faurisson war ein regelmäßiger Besucher des CDJC und führte mich dort ein. Ich erinnere mich an die Reaktion der Dame am Empfangsschalter, als wir gemeinsam eintraten. Sie starrte mich ungläubig an, wies auf Faurisson und fragte: "Vous êtes avec Monsieur?" (Sind Sie mit dem Herrn da zusammen?)

Im Verlauf unserer Gespräche schilderte mir Robert seine Arbeit. Er hatte Otto Frank, den Vater Anne Franks, interviewt und sich mit dem Tagebuch der Anne Frank auseinandergesetzt. Er hatte Auschwitz besucht und zeigte mir Baupläne der Krematorien, welche er dort erhalten hatte und erst mehrere Jahre später veröffentlichen sollte. Ich begriff, daß dieser Mann in der Tat kompetent und seriös war. (Da ich Vorgänge schildere, die sich vor 26 Jahren abgespielt haben, ist es durchaus möglich, daß er mir noch von anderen Untersuchungen berichtet hat.)

Nach meiner Heimkehr im September 1977 setzte ich meinen Briefwechsel mit Robert fort, doch nun mit neuem Respekt. Damals mag ich vielleicht der einzige Mensch auf der Welt gewesen sein, der seine Arbeit überhaupt verstand. Er schrieb weiterhin fleißig Briefe und versuchte, einen einigermaßen ausführlichen Artikel zu veröffentlichen, in dem er seine Ansichten darlegte. Dies gelang ihm erst im Juni 1978, als Maurice Bardèches obskures neofaschistisches Blatt Défense de l'Occident einen kurzen Beitrag von ihm veröffentlichte.[3]

Robert Faurisson wird zur öffentlichen Figur

Ende 1978 waren in Europa zwei interessante Entwicklungen zu verzeichnen. In Deutschland veröffentlichte Hellmut Diwald seine monumentale Geschichte der Deutschen; auf einigen Seiten schien er sich auf mein Buch zu stützen, das er freilich nirgends erwähnte. Der Verlag zog hastig so viele Exemplare wie möglich wieder ein, und die revisionistischen Seiten wurden durch politisch akzeptable ersetzt.[4]

In Frankreich publizierte die Wochenzeitschrift L'Express in ihrer Ausgabe vom 28. Oktober - 4. November 1978 ein Interview mit Louis Darquier de Pellepois, der während des Zweiten Weltkriegs Verantwortlicher für die Judenpolitik der deutschfreundlichen Vichy-Regierung gewesen war. Darquier behauptete, die einzigen Kreaturen, die man in Auschwitz vergast habe, seien Läuse gewesen, und die Sechsmillionen-Legende sei "schlicht und einfach eine Erfindung. Eine jüdische Erfindung" gewesen. Natürlich erhob sich ein Mordsgezeter, aber Darquiers Feinde waren frustriert darüber, daß er sich schon vor langer Zeit im sicheren Spanien niedergelassen hatte. Man brauchte dringend einen Ersatzhalunken, und man fand ihn in der Gestalt Faurissons.[5] Gegen diesen wurde eine bösartige Hetzkampagne entfacht, doch eine Folge davon war, daß dieser in Le Monde vom 29. Dezember 1978 einen wohlfundierten Artikel veröffentlichen konnte.

Als Ersatzzielscheibe wurde Faurisson zur öffentlichen Figur. Dabei gereichte es ihm zum Schaden, daß er keine umfangreiche Darstellung seiner Thesen vorweisen konnte, die er Verzerrungen seiner Feinde hätte entgegenhalten können. Im Gegensatz zu ihm habe ich mich bis zum Erscheinen meines Buchs nie öffentlich zum Thema geäußert, so daß ich, als der Sturm Anfang 1977 ausbrach, auf eine hieb- und stichfeste gedruckte Darlegung meiner Ansichten verweisen konnte.

Faurisson liegt endlich gedruckt vor

Auf meine Fürsprache hin wurde Faurisson als Redner zur ersten Konferenz des neugegründeten Institute for Historical Review (IHR) eingeladen, die im September 1979 in Kalifornien stattfand. Kurz zuvor, im August, hatte die populärwissenschaftliche italienische Geschichtszeitschrift Storia Illustrata ein Interview mit ihm publiziert.[6] Dieses war zwar recht fair, doch bietet ein Interview dem Befragten nur selten Gelegenheit, seine Ansichten effizient zu verfechten, weil ja der betreffende Journalist darüber entscheidet, worüber diskutiert wird. Da traf es sich gut, daß das IHR im Jahre 1980 eine eigene Zeitschrift - das Journal of Historical Review - gründete, wodurch Faurisson ein Sprachrohr erhielt, dessen er sich rund zweier Jahrzehnte lang immer wieder bedienen sollte.

Etwa zur selben Zeit wurde ein Teil der Forschungen Faurissons auch der französischsprachigen Öffentlichkeit zugänglich. 1980 brachte der kleine linksgerichtete Verlag La Vieille Taupe in Paris ein Buch mit dem Titel Vérité historique ou vérité politique? Le dossier de l'affaire Faurisson. La question des chambres à gaz heraus. Offizieller Autor war Serge Thion, doch hatte dieser lediglich die erste Hälfte des Werks verfaßt, und dieser Teil bestand großenteils aus Abdrücken von Briefen Faurissons sowie einigen Reaktionen darauf. In der zweiten Hälfte präsentierte Faurisson die Ergebnisse seiner Forschungen zu den Gaskammern, Anne Frank und anderen damit verwandten Themen. Somit gab es nun glücklich ein Faurisson-Buch, aber es sah nicht wie ein Faurisson-Buch aus, und seine Veröffentlichung war im Grunde eine hastige Notwehr gegen die Medienhysterie.

Nach der Darquier-Affäre wurde Faurisson der Zutritt zu den Archiven des CDJC verweigert. Doch ich machte ihn mit Mark Weber bekannt, der damals ein junger Historiker in Washington, D.C. war und Faurisson Zugang zur Dokumentation der U.S. National Archives verschaffte. Somit machte es 1980 den Anschein, als könne Faurisson endlich nach eigenem Ermessen forschen und publizieren.

Faurissons Karriere: Eine Kette von Schlachten

Diese ansonsten auf dem Feld der Wissenschaft übliche günstige Ausgangslage erwies sich freilich alsbald als trügerisch. Wer Faurissons Karriere als Revisionist begreifen will, tut gut daran, sich vor Augen zu führen, daß die Nachwehen der Darquier-Affäre von 1978 für ihn niemals endeten, außer in dem Sinne, daß es ihm fortan verweigert wurde, sich in größeren Presseerzeugnissen zu äußern. Die nun bereits weit zurückliegenden Geschehnisse, die ich zuvor beschrieben habe, sollten sein ganzes Wirken als Revisionist prägen. Fast alles, was er seither für die Öffentlichkeit schuf, war das Ergebnis irgendeiner Schlacht. Ich will damit keineswegs sagen, seine Forschung sei lediglich eine Abwehrreaktion gewesen; sie war es größtenteils nicht. Doch die Form, in der sie ihren schriftlichen Ausdruck fand, war in großem Umfang das Resultat seiner ständigen Rechtskämpfe. Am Tage, nachdem ich mit dem Teil dieses Aufsatzes begonnen hatte, der dem Thema der "Schlacht" gewidmet ist, sah ich mich durch ein Email bestätigt, dem ein auf den 12. Oktober 2003 datierter Faurisson-Artikel als Anhang beigefügt war; dieser beginnt mit den Worten:[7]

"Bezüglich des während des 2. Weltkriegs existierenden Lagers Treblinka habe ich in einigen Vorträgen bei Konferenzen, in einem Videofilm sowie in etlichen Briefen auf die Zeugenaussage des Marian Olszuk hingewiesen. Doch da ich im Verlauf der letzten fünfzehn Jahre im zermürbenden Kampf für den Revisionismus engagiert war, habe ich die Niederschrift eines Berichts über mein Treffen mit diesem außergewöhnlichen polnischen Zeugen immer wieder verschoben."

Dies beweist allein schon recht gut, was ich hier sagen möchte, doch einige der sich daraus ergebenden Implikationen mögen nicht klar ersichtlich sein. Der wichtigste Punkt ist, daß das erste Problem bei der Einschätzung der Arbeit Faurissons darin besteht, die Arbeit Faurissons zu finden. Ein Teil davon ist noch unveröffentlicht, und das Veröffentlichte ist großenteils über allerlei Außenseiterzeitschriften oder Websites verstreut. Die Titel oder Überschriften sind gelegentlich irreführend. Wer bei seinen Recherchen in einer Bibliothek nach Faurissons Schriften sucht, wird nicht auf das Thion-Buch stoßen, obgleich es zum größten Teil von Faurisson stammt. - Im Vergleich dazu kann ich selbst keine einzige Phase meiner eigenen revisionistischen Jahre als Verwicklung in den "revisionistischen Kampf" im Sinne Faurissons definieren.

Ich würde sagen, daß Faurisson in den achtziger Jahren mit dem Revisionismus beinahe identisch gewesen ist; diese Einschätzung dürfte der Wahrheit sehr nahe kommen. Doch wer damals nicht "dabei" war, wird, so fürchte ich, dies auch beim besten Willen nicht begreifen können, weil es schwierig ist, den intellektuellen Beitrag Faurissons und dessen Bedeutung genau zu bestimmen.

Die Gefahr einer Unterschätzung des von Faurisson geleisteten Beitrags gilt namentlich für das, was sich 1988 beim zweiten Zündel-Prozeß in Toronto abspielte. Damals war es Faurisson, der jene entscheidenden Fragen stellte, welche unmittelbaren Anstoß zu dem berühmten Leuchter-Gutachten - und somit zu den späteren forensischen Untersuchungen - gaben. Meiner Meinung nach waren diese Gutachten und Untersuchungen im wesentlichen ein Ergebnis der Forschungen Faurissons, dessen Name darin jedoch nicht oder nur am Rande verzeichnet ist. Nach dem heutigen Stand der Dinge wird selbst ein gewissenhafter Historiker Gefahr laufen, Faurissons maßgebliche Rolle bei dieser ungeheuer bedeutenden Entwicklung zu übersehen.

Was damals wirklich geschah, war folgendes: Indem Faurisson Leuchter die richtigen Fragen stellte, eröffnete er ein breites und fruchtbares Feld für revisionistische Forschungen. Bei einem intellektuellen Prozeß ist es meist schwieriger, die richtigen Fragen aufzuwerfen, als die richtigen Antworten darauf zu finden. Wenn entscheidend wichtigen Fragen kein erkennbarer Prozeß logischer Deduktion vorausgeht, sprechen wir von "Genie", und eines der Ziele des vorliegenden Buchs besteht darin, dem Genie Faurisson jene Anerkennung zu zollen, die er verdient.

Die historischen Umstände haben Faurissons Rolle verdunkelt - auf einem kritischen Höhepunkt des "revisionistischen Kampfes", nämlich bei einem Prozeß. Das Leuchter-Gutachten hätte formell ein gemeinsames Werk von Faurisson und Fred Leuchter sein müssen. Es kam aber dann so heraus, daß die Originalversion des Gutachtens lediglich mit einer Einleitung Faurissons versehen war, die in einigen der späteren Versionen verschwunden ist.[8]

Ein zweiter Beweis für die Stichhaltigkeit meiner Befürchtung, daß Faurissons Leistungen nicht genügend gewürdigt werden könnten, erreichte mich, immer noch bei der Niederschrift meines Kapitels für diesen Sammelband, in Form einer weiteren Botschaft von Faurisson. Es war dies ein auf den 20. Oktober 2003 datierter Brief an den deutschen Anwalt Horst Mahler. Darin resümierte Faurisson sein revisionistisches Werk kurz und teilte Mahler hinsichtlich des Leuchter-Gutachtens folgendes mit:

"Im Jahre 1988 wurden die Erkenntnisse des Professors [Faurissons] dank einer vom Deutschkanadier Ernst Zündel in Auftrag gegebenen Untersuchung erhärtet, die vom Amerikaner Fred Leuchter durchgeführt wurde, dem Konstrukteur jener Gaskammern, die in mehreren amerikanischen Gefängnissen benutzt werden, und Verfasser eines Berichts über die angeblichen Gaskammern von Auschwitz und Majdanek."

Hier findet sich noch nicht einmal ein Hinweis darauf, daß Faurisson mit dieser bahnbrechenden forensischen Untersuchung irgend etwas zu tun hatte. Ein Leser könnte aus dem Geschriebenen ohne weiteres folgern, daß Faurisson vor dem Erscheinen des Gutachtens nie etwas von Leuchter gehört hatte. Der heutige innere Kreis der Revisionisten weiß, daß dies durchaus nicht den Tatsachen entspricht, doch kann man jemandem, der die Ereignisse damals nicht aus nächster Nähe verfolgt hat, einen Vorwurf machen, wenn er dies nicht begreift?

Die achtziger Jahre - deren revisionistische Aktivität Faurisson völlig dominierte - endeten in Frankreich mit dem berüchtigten Fabius-Gayssot-Gesetz von 1990, einer Art Lex Faurissonia, wenn ich diesen lateinischen Ausdruck für ein Gesetz verwenden darf, das der Staat eigens gegen Faurisson verabschiedet hatte. Es war dies zwar eine Katastrophe für Faurisson und den Revisionismus, doch zugleich ein hintergründiges Kompliment an die intellektuelle Bedeutung des Revisionismus sowie eine Bestätigung derselben.

Die Darstellung von Faurissons Leistungen bleibt auch weiterhin unzureichend

Man mußte sich bis 1999 gedulden, ehe eine ernsthafte Zusammenstellung von Faurissons Schriften erschien, nämlich die vier Bände der Écrits révisionnistes [revisionistische Schriften]. Das Fabius-Gayssot-Gesetz zwang dazu, diese als "édition privée hors-commerce" [Privatausgabe außerhalb des Buchhandels] herauszugeben, d.h. als Druckerzeugnis einer privaten Gruppe von Einzelpersonen, das streng für den persönlichen Gebrauch und nicht zur Verbreitung in der Öffentlichkeit bestimmt ist. Darin sind Faurissons Schriften chronologisch angeordnet, woraus sich zwangsläufig ergibt, daß ein erheblicher Teil des Inhalts nicht dem entspricht, was Faurisson heute als optimal betrachten würde. Zudem fehlt diesen vier Bändern ein Element, dessen Bedeutung Faurisson selbst wiederholt betont hat: Bilder.

Diese Bemerkungen stellen keine Kritik an den Herausgebern dar. Ich habe sehr wohl Verständnis für die enormen Schwierigkeiten, denen sich der Kreis um Faurisson in der Ära nach dem Erlaß der Loi Gayssot gegenübersah und immer noch gegenübersieht. Tatsache ist jedoch, daß diese vier Bände das Werk sowie die heutigen, ausgereiften und gediegenen Ansichten dieses bemerkenswerten Mannes nicht befriedigend wiedergeben.

Schon seit geraumer Zeit besteht die Absicht, in englischer Sprache ein Werk mit dem Titel Faurisson on the Holocaust

zu veröffentlichen. Über Aufbau und Inhalt dieses geplanten Buchs bin ich nicht informiert, ebenso wenig darüber, wie weit es schon fortgediehen ist. Wenn es auf eine englische Übersetzung der Écrits révisionnistes herausläuft, wird es sicherlich zu unserem Verständnis von Faurissons Werk beitragen, doch unsere Erwartungen nicht vollumfänglich erfüllen können.

Braucht Faurisson einen Biographen? Ich nehme zwar an, daß er einen finden wird, meine aber, daß ein solcher weniger hilfreich wäre als eine schlichte Darstellung des "Kampfs". Diese Darstellung könnte so spannend sein, daß sie unseren Blick auf das Hauptproblem trüben könnte, dem wir uns gegenübersehen (und mit dem zukünftige Forschern erst recht konfrontiert sein werden). Es läuft auf jene Frage hinaus, die ich mir damals im Jahre 1977 stellte, als ich England verließ und Kurs auf Paris nahm, wo mir meine erste Begegnung mit dem französischen Professor bevorstand: Was hat Faurisson wirklich geleistet? Was Faurisson wirklich benötigt, ist nicht so sehr ein Biograph als jemand, der sein Werk knapp, aber gründlich zusammenfaßt. Wenn wir alten Kameraden Robert Faurissons uns heute zusammentun, um ihn und sein Werk zu ehren, sollten wir uns Rechenschaft darüber ablegen, daß dieses unvollkommen und streckenweise etwas unbeholfen dargestellt bleibt, und daß künftige Historiker nicht jene Ehrfurcht an den Tag legen werden, welche diese Tatsache für uns verdunkelt. Robert Faurisson läuft nicht Gefahr, vergessen zu werden; wohl aber besteht das Risiko, daß man ihn mißversteht.

Arthur R. Butz, US-Bürger, wurde in New York geboren und wuchs dort auf. Er erhielt ein Diplom als Elektroingenieur am Massachusetts Institute for Technology und 1965 einen Doktortitel mit einer Arbeit über Regelungstechnik an der Universität von Minnesota. 1966 begann er seine Lehrtätigkeit an der Northwestern University in Evanston, Illinois, wo er heute Associate Professor für Elektronik und Computerkonstruktion ist. Er hat zahlreiche technische Schriften verfaßt. Dr. Butz ist der Autor des Buchs The Hoax of the Twentieth Century. The Case Against the Presumed Extermination of European Jewry (1976; dt.: Der Jahrhundertbetrug), das zu den Standardwerken des "Holocaust"-Revisionismus gehört. Ferner hat er zahlreiche revisionistische Artikel geschrieben, von denen die meisten im Journal of Historical Review erschienen sind.

Weitere Informationen bei pubweb.acns.nwu.edu/~abutz/


Anmerkungen

Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Graf.

[1]Mein Treffen mit Graham wird im Journal of Historical Review, März/April 1998 beschrieben. Dort wird auch der unmittelbare Grund meines Interesses für die Archive des CDJC dargelegt. Das entsprechende Material ist in der 2003 erschienenen Neuauflage meines Buchs The Hoax of the Twentieth Century, Theses and Dissertations Press, Chicago, S. 361ff. enthalten. Es befindet sich auch auf der Website http://pubweb.northwestern.edu/~abutz/di/vatican/graham.html .
[2]Davon berichtet Serge Thion in Vérité historique ou vérité politique, La Vieille Taupe, Paris, 1980, Kapitel 2.
[3]Ebenda., pp. 83-89.
[4]Davon berichten Armin Mohler und Robert Hepp in Josef Eibicht (Hg.), Hellmut Diwald, Hohenrain, Tübingen 1994, pp. 110-120, 121-147; online bei www.vho.org/D/diwald. Anmerkung des Herausgebers.
[5]Serge Thion, aaO. (Anm. [2]), Kapitel 3.
[6]Das Interview wurde in der Ausgabe von August 1979 veröffentlicht; in den Ausgaben von September, Oktober und Dezember erschienen dazu Leserbriefe. Eine von Faurisson korrigierte und mit Anmerkungen versehene Übersetzung des Interviews findet sich bei S. Thion, aaO. (Anm. [2]), S. 171-212. Der Text wurde später im Internet veröffentlicht: www.vho.org/aaargh/fran/archFaur/1974-1979/RF7908xx2.html. Eine englische Übersetzung erschien im Journal of Historical Review, 2(4) (1981), S. 319-373 und später im Internet ausgehängt: vhr.org/jhr/v02/v02p319_Faurisson.html.
[7]R. Faurisson, "Treblinka: Ein außergewöhnlicher Zeuge", siehe diese Ausgabe, S. 94.
[8]Der britische Historiker David Irving hat eine Version mit einer von ihm selbst verfaßten Einleitung veröffentlicht. The Leuchter Report, Focal Point Publications, London 1989. Der deutsche Historiker Udo Walendy hat eine deutsche Version mit einer umfangreichen Einleitung über seine Rolle beim zweiten Zündel-Prozess publiziert. "Ein Prozeß, der Geschichte macht", Historische Tatsachen, Nr.. 36, Verlag für Volkstums und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1988. Anmerkung des Herausgebers.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(1) (2004), S. 5-8.


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