Die Kula-Säule - Genauigkeit in Aktion

Analyse eines "zentralen" materiellen Beweises für die angeblichen Menschengaskammern in Auschwitz-Birkenau: Michal Kulas acht dreifache Cyanid-Drahtnetzeinführungssäulen

Von Dr. Robert H. Countess

Einführende Bemerkungen

"Zeige oder zeichne mir eine Nazi-Gaskammer" war die oft wiederholte Forderung, die der französische Universitätsprofessor Dr. Robert Faurisson in der einen oder anderen Form seit dem 23. März 1974 geprägt hat, als er einen Brief an das Centre de documentation juive contemporaine in Paris sandte.

In diesem Brief frug er, ob die Hitlerschen Gaskammern Mythos oder Wirklichkeit seien.[1] Ich hörte ihn zu diesem Thema reden, und er führte aus, die dort tätige, wunderbar kooperative Dame habe ihm Bücher aus der Sammlung gebracht, in denen Bilder von Haaren, Schuhen, Brillen, und Zähnen wiedergegeben sind. Faurisson bestand sanft auf Fotos der "Hitlerschen [Menschen-]Gaskammern." Sie gab schließlich zu, daß sie damit nicht aufwarten könne.

Faurissons Fleiß beim Studieren der bestehenden Literatur und der Primärquellen über Auschwitz sowie seine eigenen Besuche der Stätten in Polen führten mit der Zeit zu zahlreichen Reaktionen seitens der französischen Medien, jüdischer Holocaust-Geschichtenschreiber, Juristen, Politikern und Akademikern, die fast ausnahmslos aus persönlichen Angriffen bestanden, ja sogar aus Beschuldigungen, mit der Dreistigkeit, mit der er solche Fragen stelle, wolle er lediglich Hitler und den Nationalsozialismus rehabilitieren. Diese "Negationisten" - so muß ich sie nennen, weil sie auf so negative Weise gegen eine internationale wissenschaftliche Untersuchung waren - bestehen darauf, daß das Nürnberger Tribunal die Existenz der Menschengaskammern eindeutig nachgewiesen habe, und andere Gerichte beriefen sich später auf die "Offenkundigkeitsformel".[2]

Natürlich akzeptiert Faurisson eine derartige Offenkundigkeit für wissenschaftliche Aussagen wie etwa, daß Wasser bei 0°C gefriert, aber weder damals noch heute, zu seinem 75. Geburtstag, ist er willens hinzunehmen, daß die angeblichen Hitlerschen Gaskammern tatsächlich existierten, es sei denn, dies wird wissenschaftlich durch forensische Untersuchungen einer Gruppe von Technikern und Naturwissenschaftlern festgestellt.

Van Pelts The Case for Auschwitz

Nachdem die jüdischen Holocaust-Geschichtenschreiber Faurisson über viele Jahre hinweg ignoriert hatten, stellte sich einer von ihnen schließlich doch auf den Standpunkt, daß Faurissons Forderung nach materiellen Beweisen nachgekommen werden müsse. Es handelte sich dabei um einen Akademiker mit einer Dissertation auf dem Gebiet der Ideengeschichte, einen niederländischen Juden namens Robert Jan van Pelt, der sich als "Professor für Architektur" bezeichnen läßt.

Um Faurissons Herausforderung gerecht zu werden, hat Dr. van Pelt versucht, jenen materiellen Beweis dadurch zu schaffen, indem er eine axonometrische Zeichnung eines Leichenkellers erstellte, die tatsächlich recht beeindruckend ist und die die berüchtigten dreifachen Zyklon B-Drahtnetzeinschubvorrichtungen beinhaltet.[3] Acht Stück sollen davon angeblich gebaut worden sein, vier für jeden der Infektionsleichenkeller der Birkenauer Krematorien II und III. Der polnische römisch-katholische Häftling Michal Kula behauptete von sich, er habe diese Säulen zum Zwecke der Menschentötung gebaut. Der Christ Kula gab somit an, Beihilfe zum Massenmord geleistet zu haben.

Zyklon B-Drahtnetzeinschubvorrichtung im Krematorium II, Auschwitz-Birkenau: Diese Zeichnung befindet sich in einem Buch von Prof. van Pelt mit der Behauptung, sie sei allein aufgrund der Daten gezeichnet worden, die man den Bauzeichnungen der Krematorien entnommen habe.[4] Tatsächlich jedoch sind in keinem einzigen Dokument irgendwelche Angaben über diese ominösen "Drahtnetzeinschubvorrichtungen" zu finden. Prof. Dr. van Pelt ist ein Lügner und Fälscher! (Ausschnittsvergrößerung der hineingefälschten Säule hinzugefügt.)

Van Pelts Darstellung der Kula-Säulen basiert allerdings weder auf originalen Fotos oder Konstruktionszeichnungen, noch auf irgendwelchen anderen Dokumenten einer solchen Tötungsvorrichtung, sondern lediglich auf einer "axonometrischen Rekonstruktion" nach Kulas Zeugenaussage. Die Zeichnung auf S. 194 wurde von Marc Downing hergestellt, und die auf S. 208 von Scott Barker. Beide Zeichnung sind recht beeindruckend.

Diese Zeichnungen stellen daher eine positive Antwort van Pelts auf Faurissons Forderung nach einem Foto oder einer Zeichnung einer Hitlerschen Gaskammern dar. Sie sind zudem in dem Sinne zu loben, als van Pelt einen wissenschaftlichen Versuch unternahm, der analysiert und bewertet werden kann.

Es wird aber gefragt werden dürfen, ob derartige Rekonstruktionszeichnungen, die ausschließlich auf einer Aussage beruhen, einen überzeugenden Beweis darstellen können, zumal keine einzige dieser acht Säulen zu finden ist und es auch keine andere Beweise, ja noch nicht einmal irgendwelche Dokumente dazu in Auschwitz oder anderswo gibt, die auf ihre Authentizität hin untersucht werden könnten.[5] Warum soll man zudem einem Häftling trauen, der zu 41/2 Jahren Haft verurteilt worden war? Würde er deswegen etwa keinen Groll gegen seine deutschen Häscher gehegt haben? Und war er nicht zudem auch ein williger Helfer der polnischen kommunistischen Behörden, als er am 11. Juni 1945 ihnen gegenüber seine Aussage gegen die Deutschen machte, als er jene Säulen als so konstruiert beschrieb, daß sie zur Ermordung Unschuldiger dienten?

Die jüdische Holocaustgeschichte enthält im allgemeinen die Standardbehauptung, die Mitglieder des Häftlingssonderkommandos wären ebenfalls vergast und kremiert worden, nachdem sie die ihnen zugewiesene Rolle des Vergasens und Kremierens ihrer Mithäftlinge vollendet hatten, so daß es keine überlebenden Zeugen des Mordes gegeben habe. Man erzählt uns allerdings, Michal Kula habe vier Jahre im sogenannten anus mundi überlebt. Wenn er heute noch am Leben wäre, würde uns Kula womöglich eine andere Geschichte erzählen, eine Geschichte, in der er eifrig mit den Deutschen kollaborierte, weshalb er bis zur Auflösung des Lagers kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee am 27. Januar 1945 überlebte.

Auf Seite 206 des erwähnten Buches von van Pelt befindet sich eine (fehlerhafte) Übersetzung von Kulas Aussage vom 11. Juni 1945,[6] worin er aus Anlaß des kommunistischen Nachkriegsprozesses gegen den ehemaligen Lagerkommandanten Rudolf Höß seinen Vernehmern gegenüber jene technischen Angaben machte. Wie man es von einem Metallarbeiter erwarten würde, gab Kula recht präzise Angaben über die Maße besagter Säulen, worauf ich noch zu sprechen kommen werde.

Van Pelts Buch ist ein großes, hochtechnisches, sorgfältig dokumentiertes, handwerklich ansprechendes und gut gebundenes Werk mit vielen sehr guten Zeichnungen und Fotos, das aus mir zur Zeit unbekannten Gründen mit Steuergeldern von einem Universitätsverlag veröffentlicht wurde.

Eine öffentlich zugängliche Debatte

Wenn eine solche Debatte geführt werden könnte, so würden die Äußerungen etwa wie folgte ausfallen: In Auschwitz-Birkenau gab es Menschengaskammern, die speziell zur Anwendung von Zyklon B konstruiert wurden, dessen Blausäure Juden und andere Menschen tötete.

Und auf der anderen Seite dieser Debatte würde Professor Faurisson materielle Beweise fordern, anstatt der Zeichnungen, Skizzen oder Karikaturen.[7] Ich kann nur spekulieren, was van Pelt auf der gegnerischen Seite der Debatte anbieten würde, aber ich denke, er würde eben solche Zeichnungen, Skizzen oder Karikaturen anbieten, vor allem aber würde er die angebliche Augenzeugenaussage Michal Kulas (und anderer) anführen, Zeugen also, die niemals von einem neutralen Gericht außerhalb des Einflusses stalinistischer Schauprozesse ins Kreuzverhör genommen wurden.

Faurisson würde darauf bestehen, Kula in ähnlicher Weise ins Kreuzverhör nehmen zu können wie die Starzeugen in Toronto, Kanada, während des berühmten Gerichtsverfahrens gegen Ernst Zündel, als sich sowohl Dr. Rudolf Vrba als auch Arnold Friedman am Ende gezwungen sahen zuzugeben, daß sie entgegen den Aussagen in ihren Schriften und früheren Aussagen keine Menschenvergasungen erlebt haben.[8]

Aber im Jahr 2004 wäre der 1913 geborene Michal Kula 91 Jahre alt, und wenn er noch lebte, so erscheint es wenig wahrscheinlich, daß er noch in der Lage sein würde, Zeugnis abzulegen, geschweige denn ins Kreuzverhör genommen zu werden.

Das Problem angeblicher "Augenzeugen"

Die erste zu stellende Frage ist natürlich: Kann man Kula glauben? Was waren seine Motive, sich den kommunistischen Behörden als Zeuge anzubieten? Beauftragte das kommunistische Gericht eine kompetente wissenschaftliche Untersuchungskommission mit der Aufgabe, die Behauptungen Kulas zu überprüfen? Wartete Kula oder irgend jemand sonst mit technischen Zeichnungen, Bauplänen oder anderen Dokumenten der deutschen Zentralbauleitung der Waffen SS und Polizei Auschwitz auf, aufgrund der diese angeblich komplexen Geräte gebaut wurden bzw. mit deren Hilfe die erforderlichen Materialien und Gelder beschafft wurden? Immerhin werden wir beständig von Leuten wie van Pelt daran erinnert, es gäbe "Berge an Beweisen" und "Millionen von Dokumenten" zum Nachweis des NS-Verbrechens.

J.-C. Pressacs Zeichnung der von Michal Kula beschriebenen legendären "Zyklon B-Drahtnetzeinschubvorrichtung".

Es gibt allerdings ein Dokument, das Michal Kula beim Namen nennt. Kann man Kula also vertrauen, daß er am 11. Juni 1945 die Wahrheit berichtete, oder hat er seine detaillierte Drahtnetzsäulen-Geschichte nur erfunden, um es seinen deutschen Häschern heimzuzahlen?

Es gibt einen Hinweis auf Kulas Glaubwürdigkeit als Zeuge, die sich aus seiner Aussage über die behauptete erste Vergasung in Auschwitz ergibt, die er von der Zahnarztstation aus beobachtet haben will. Er behauptet, er habe gesehen, wie Leichen vergaster Opfer weggetragen wurden:

"Ich sah dann, daß sie [die Leichen] grünlich waren. Die Schwester berichtete mir, daß die Leichen aufgebrochen waren und daß sich die Haut abpellte."

diesbezüglich meint Germar Rudolf zu recht:[9]

"[...] Opfer von Zyklon B-Vergasungen sind nicht grünlich (sie sind rosa-rötlich), und es gibt keinen Grund, warum die Leichen aufbrechen und sich ihre Haut abpellen sollte. Dies ist nichts weiter als Greuelpropaganda."

Daß Kulas Aussagen über das, was sich bei der angeblichen ersten Vergasung in Auschwitz zugetragen hat, im Widerspruch zu anderen Aussagen steht und absolut nicht mit der Quellenlage in Übereinstimmung zu bringen ist,[10] untergräbt seine Glaubwürdigkeit weiter.

Aber Professor Doktor Robert Jan van Pelt führt Michael Kula in hervorgehobener Position in seinem Buch The Case for Auschwitz an und akzeptiert die von ihm dem polnisch-kommunistischen Gericht gegenüber gemachten technischen Angaben als wären sie unumstößlich, ja wissenschaftlich wahr!

Dokumente von Kula in der Auschwitzer Schlosserei

Van Pelt hätte die folgenden Angaben machen können, aber er unterließ es: Der italienische Forscher Carlo Mattogno schrieb in seinem 2002 erschienenen Artikel, daß der polnische Richter Jan Sehn anläßlich des Strafverfahrens gegen Rudolf Höß eine Liste der Auftragsnummern der Auschwitzer Schlosserei anfertigte. Er stellte diese lückenlose Liste am 25.7.1945 zusammen, sechs Wochen nach der Protokollierung von Kulas Aussage vor Gericht.

Seit dem 28.10.1942 sind etwa 85 dieser Arbeitsnummern der "Werkstättenleitung Schlosserei" verzeichnet, wovon eine mit der Nummer 433 vom 20.5.1943 eine Materialanforderung ist, ausgestellt von einem "Kula", der darin als "Hersteller" bezeichnet wird. Er forderte darin zwei Stücke an zwecks Reparierung von "kopl Verbindungstücke für Gummischlauch." Die Anforderung ist mit "Dringend" ausgewiesen und war für eine Reparatur für Prof. Schumann benötigt, für dessen "Röntgen-Station im F.L." (Frauenlager im Lager Birkenau). Das Dokument weist darauf hin, daß Kula die Arbeiten daran am 21.5.1943 vollendete.[11]

Wenn Kula bezüglich der Herstellung der acht Gaseinführungssäulen für die Krematorien II und III wahrheitsgemäß ausgesagt hätte, so hätte es dafür einen Auftrag der Schlosserei geben müssen sowie eine Materialanforderung für große Mengen an gelochtem Blech in verschiedenen Ausführungen, Eisenwinkel und -anker, Schrauben, Bolzen und Muttern, Schweißmaterial und vieles mehr. Mattogno hebt hervor, daß sich van Pelt für diese mörderischen Materialien nicht hinter einem Konzept der Geheimnistuerei verbergen kann, da es unter den Auftragsscheinen auch Anforderungen für "gasdichte Türen" für dieselben Krematorien gibt, von denen van Pelt behauptet, sie bewiesen den Umbau dieser Gebäude zu Todesfabriken.[11]

Wir können daher mit Sicherheit annehmen, daß Michal Kula wußte, daß er ein falsches Zeugnis ablegte, als er am 11. Juni 1945 vor dem Gericht von Richter Sehn aussagte. Und sein Mithäftling Henryk Tauber, dem van Pelt so sehr vertraut, hat über diese angeblichen Metallsäulen eine ähnliche Geschichte abgeliefert.[12]

Eine Internetseite, www.holocaust-history.org/auschwitz/
intro-column, stützt sich im wesentlichen auf Harry Mazal aufgrund dessen Forschungsbeitrag, und den Kula-Säulen wird dort die höchste Weihe gegeben. Zudem findet man dort ein Schwarzweißbild eines "Sowjet-Soldaten", der einen der angeblichen hölzernen Deckel der Einfüllstutzen der Gaskammern in der Hand hält, wobei als Datum der "14. Oktober 1944" angegeben wird und die Zeitschrift The Illustrated London News, S. 442, als Quelle.

Da die Rote Armee das Lager erst am 27. Januar 1945 erreichte, mag sich der Leser wundern, wie ein Foto entstehen konnte, auf dem ein Sowjetsoldat auf dem Dach einer angeblichen Gaskammer vier Monate vor Einnahme des Lagers gezeigt wird!

Es kann aber mit Sicherheit davon ausgegangen werden, daß die Webseite des Holocaust History Project vor allem besteht, weil Robert Faurissons jahrzehntelang darauf bestanden hat, daß man ihm eine "Nazi"-Gaskammer zeige. Personen wie Mazal und Kohorten versuchen genau das zu tun - auch wenn sie dazu erfinden, kreieren, unterdrücken, und fälschen müssen. Und zusammen mit diesen Fanatikern ist van Pelt ohne Zweifel ebenso ein williger Ausführer.

Die (Re-)Konstruktion einer Kula-Säule im Entstehen, 24. August 2002, auf der Garagenzufahrt der Countess-Residenz in Alabama, hier mit Herausgeber Germar Rudolf.

Zu Michal Kula sei letztlich noch erwähnt, daß er von Danuta Czech nur als Häftling Nr. 2718 auf Seite 51 ihres sehr wichtigen Buches erwähnt wird, dem Kalendarium.[13] Der Nichtjude Kula wird dort auf eine Fußnote marginalisiert, in der er lediglich zum Schicksal bestimmter Juden zu Worte kommt.

Entstehung der Idee vom Kula-Säulenmodell

Van Pelts Buch erschien im Februar 2002, und ich erhielt mein Exemplar am 18. April und begann sofort, es mit schwarzen, roten und gelben Stiften zu markieren, und am Rand und überall sonst mit Anmerkungen zu versehen. Kleiner Druck, große Seiten, ein faszinierendes Buch. Er greift David Irving hier und da mit erheblichen Argumenten an. Als ich Kapitel 3 erreichte - "Absichtliche Beweise", wußte ich, daß mit höchst herausforderndem Material zu rechnen war. (Black's Law Dictionary hat keinen Eintrag für "absichtliche Beweise", aber "Absicht" wird benutzt, wenn man einen Plan hat, etwas zu tun.)

Für van Pelt besteht die Substanz seines dritten Kapitels aus Beweisen basierend auf einer deutschen Planung mit Vernichtungsabsicht mittels materieller Anlagen - Menschengaskammern in Leichenkellern, getarnt, so führt er aus, um als Leichenkeller in Erscheinung zu treten. Nach all den Jahren erwartet der Leser eine solide Antwort auf Faurissons Ansatz "Zeige oder zeichne mir..." Im Gegensatz zu vielen anderen vor ihm ignoriert Van Pelt Faurisson nicht.

Währen der 14. Konferenz des Institute for Historical Review in Kalifornien vom 21.-23 Juni 2002 hielt ich über dieses Buch einen Vortrag mit dem Titel "Ein kritischer Blick in Robert Jan van Pelts anti-revisionistischer Studie The Case for Auschwitz: Evidence from the Irving Trial." Meine positive Würdigung der enormen Arbeit, die van Pelt in dieses Buch gesteckt hat, wird von meiner Schlußfolgerung neutralisiert, daß van Pelts Methode der "Konvergenz der Beweise" im Grunde eher eine "Divergenz der Beweise" offenbart und im günstigsten Falle als naiv bezeichnet werden muß, im ungünstigsten Falle jedoch als unehrlich.

Daran anschließend, mit der Ankündigung der vom britischen Historiker David Irving nahe Cincinnati geleiteten "Vierten Jahresversammlung über Wirkliche Geschichte" vom 30. August bis zum 2. September 2002, machte ich den Vorschlag, anstatt verbaler Kritik ein echtes Modell von van Pelts "Kula-Säulen" herzustellen, so daß wir ein greifbares Modell wirklicher Geschichte vor uns haben, aus dem wir die Durchführbarkeit oder Undurchführbarkeit dieser acht angeblichen Zyklon B-Einführungsvorrichtungen erschließen konnten.

Irving war der Idee zugeneigt, und ich diskutierte die Idee mit meinem Verlegerkollegen Germar Rudolf und anderen Spezialisten auf dem Gebiet der Analyse der jüdischen Holocaustgeschichte. Im Juli hatte ich trotz fehlender Erfahrungen im Werken mit Metall mit der Errichtung begonnen, wobei mir jedoch meine vieljährige Erfahrung beim Reparieren von Autos zu Hilfe kam.

Grundlegende Annahmen

Es gibt zwei Arten von Annahmen: 1) solche, die überprüfbar sind; und 2) solche, die auf Hypothesen bezüglich der Realität basieren, ohne materiell überprüfbar zu sein - sie können als solche lediglich vorausgesetzt werden. Die nachfolgend aufgeführten Punkte haben meine Arbeit geleitet.

Schlußfolgerungen

Am Anfang dieses Beitrags wies ich darauf hin, daß mein Konzept ein aus Faurissons Prinzip abgeleitetes Beispiel von Genauigkeit ist. Er definierte es für mich in einer Email vom 29. September 2003 als "vérité mais au sens de vérité vérifiable." Nach meiner Übersetzung "die Wahrheit, aber im Sinne einer überprüfbaren Wahrheit." Meine "Genauigkeit in der Anwendung" ist somit ein Tribut an Professor Doktor Robert Faurisson, und welche Fehler sich auch immer aus meinem unvollkommenen Modell ergeben sowie aus meinen eigenen unvollkommenen Ableitungen, so sind dies meine Fehler, für die ich die volle Verantwortung übernehme.

Der Veranstalter der Real History Konferenz schrieb mir nach meinem Vortrag am 20. September 2002: "Ich fand keine Gelegenheit, Ihnen für ihren ausgezeichneten Beitrag zu unserer Wochenendveranstaltung angemessen zu danken. [...] daher noch einmal: danke schön!"

Und ich sage "danke schön" zu Robert Faurisson und "nochmals danke schön" für Deine persönliche Freundschaft und Dein professionelles Vorbild während der letzten 15 Jahre seit unserem ersten Treffen am 10. Oktober 1987 während der 8. IHR-Konferenz. Wenn ich an jenen Vortrag zurückdenke, den ich am Samstag Nachmittag hielt und in dem ich über meine Erfahrungen berichtete, an der Universität von Alabama in Huntsville das zweite Semester Geschichte gelehrt zu haben und der erste Professor in den USA gewesen zu sein, der Arthur Butzs Buch Der Jahrhundertbetrug während seiner Vorlesung über ein zehnwöchiges Semester benutzte, so war ich überrascht zu sehen, daß Dr. Faurisson nach Abschluß meines Vortrages der erste war, der aufstand und mir mit offenem Enthusiasmus applaudierte, und erst danach der Rest der Zuhörer. Ich war überrascht, weil ich davon ausging, ich hätte in meiner Klasse lediglich das gemacht, was ein normaler Professor eben macht - das heißt, den Studenten die Möglichkeit zu geben, eine alternative Interpretation geschichtlicher Kontroversen anzubieten. Robert versicherte mir, daß das, was ich erreicht hatte, außerordentlich war und keineswegs "normal."

Am 10. September 1994 organisierte ich einen öffentlichen Vortrag Faurissons in der Roberts Hall an der Universität von Alabama in Huntsville. Fernsehkameras, Zeitungsjournalisten, die Öffentlichkeitsabteilung der Universität, die Campus-Polizei sowie etwa 60-75 Studenten und ortsansässige Zuhörer nahmen an dem Ereignis teil. Ein reicher jüdischer Altmetallhändler, den ich seit vielen Jahren kenne, saß in der ersten Reihe; er weigerte sich, Faurisson die Hand zu geben.

Weitaus interessanter als diese beschämende Haßgeste war für mich, daß Faurisson eine ganze Woche über vorausgesagt hatte, daß die Vorlesung in letzter Minute abgesagt werden würde. Ich versicherte ihm, daß dies hier in Nord-Alabama nicht geschehen werde, einerseits weil ich mit der Universität einen Vertrag bezüglich diesem Auditorium hatte und andererseits, weil dies nicht die Art sei, in der die Leute in Huntsville - "Raketenstadt " (die Stadt, die Dr. Werner von Braun in das Weltzentrum für Raketenforschung verwandelte) sich verhalten bzw. was sie zulassen würden. Ich fügte hinzu, daß es einige Demonstranten geben werde, daß diese aber wahrscheinlich anständig angezogen sein würden und irgendwelche Protestliteratur verteilen würden - was dann auch alles friedlich so vonstatten ging.

Faurisson war recht überrascht, daß alles in angemessener Weise über die Bühne ging, und zwei oder drei Tage später entließen wir ihn zurück nach Frankreich, zusammen mit angenehmen Erinnerungen an ein wohlschmeckendes Gericht namens Gumbo von meiner aus Louisiana stammenden Ehefrau!

Meine Frau und ich übermitteln Robert Faurisson unsere besten Glückwünsche zu seinem 75. Geburtstag in Vichy, Frankreich, und wir hoffen, daß er viele weitere Geburtstage wird genießen können, während er weiterhin jenen Hassern widersteht, die vor fast zwanzig Jahren verkündeten, daß "Faurisson keine alten Knochen bekommen wird."

Gib fein acht auf Deine "alte Knochen", Robert!

R. H. Countess, US-Bürger, 1937 geboren in Memphis, Tennessee; Ausbildung: BA, MA, PhD in Religionswissenschaften (Dissertation über Altgriechisch); MLS in Geisteswissenschaften. Dr. Countess lehrte an verschiedenen amerikanischen und europäischen Universitäten: Covenant College, Tennessee State University, Northern Virginia Community College, University of Alabama in Huntsville, Alabama A&M University, Calhoun Community College, Oakwood College, Christliche Universität Kiew, Tyndale Theological Seminary, Internationales Theologisches Seminar Odessa. Er doziert an verschiedenen Universitäten in den USA, Südafrika, in Australien, Deutschland, in der Ukraine und den Niederlanden. Mehr als 100 veröffentlichte Beiträge in verschiedenen Zeitschriften; Gründer des Verlages Theses & Dissertations Press. Pensionierte Standortpfarrer der US-Armee. Wohnhaft nahe Huntsville, Alabama.

Kontaktadresse: [email protected] oder POB 64, Capshaw, AL 35742.


Anmerkungen

Dieser Beitrag verpaßte das Zeitlimit für die zu Ehren von Prof. Faurisson herausgegebene Festschrift.

[1]Ecrits Revisionnistes (1974-1998), Bd. I, "1974-1983," Edition Privée Hors-Commerce, 1999, S. 4.
[2]"Die Annahme einer allgemeinkundigen und unstrittigen Tatsache als wahr durch ein Gericht aus Gründen der Prozeßökonomie und ohne Bedarf eines Beweises durch die Prozeßparteien; das Recht des Gerichts, solche Tatsachen anzuerkennen - das Gericht erklärt für offenkundig, daß Wasser bei 0°C gefriert -. Fed R. Evid. 201. Auch Gerichtskundigkeit und Allgemeinkundigkeit genannt." Aus Black's Law Dictionary, gekürzte 7. Auflage, St. Paul, MN: West Group, S. 684.
[3]Robert Jan van Pelt, The Case for Auschwitz. Evidence from the Irving Trial, Bloomington, IN: Indiana University Press, 2002, S. 194, 209.
[4]R.J. van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz: 1270 to the Present, Yale University Press, New Haven und London 1996, S. 270. Laut van Pelts Legende basiert die Zeichnung ausschließlich auf den Bauplänen des Krematoriums. Die Zeichnung wurde von einer Gehilfin van Pelts gezeichnet (Kate Mullin), die jedoch die Drahtnetzsäulen offenkundig erst dann und entgegen den Daten der Bauzeichnungen einfügen konnte, nachdem sie von van Pelt, dem Auschwitz-"Experten", dazu aufgefordert worden war.
[5]Jean-Claude Pressac zeichnete seine eigene Skizze dieser Säulen aufgrund der Aussage Kulas (Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, New York: The Beate Klarsfeld Foundation, 1989, S. 487), aber weit wichtiger ist die Tatsache, daß Pressac verschiedene Fotos von Metallgittern und -blenden abbildet, die angeblich Teile des Lüftungssystems des fraglichen Leichenkellers waren. Da stellt sich die Frage, wieso die Deutschen beim Rückzug jene Metallgegenstände mit ihren angeblich inkriminierenden Cyanidspuren zurückgelassen haben sollen, die acht großen Kula-Säulen aber spurlos verschwinden ließen.
[6]Höß-Prozeß, Bd. 2, S. 99f.
[7]Wie etwa die vielen karikaturähnlichen Zeichnungen des französischen Juden David Olère, die auch bei Pressac abgebildet sind, Auschwitz, aaO. (Anm. [5]), S. 488 u.a. Van Pelt, Case, aaO. (Anm. [3]), S. 173-485, preist Olères Karikaturen an, als wären sie materielle Beweise.
[8]Robert Lenski, The Holocaust on Trial. The Case of Ernst Zundel, Reporter Press: Decatur, AL, 1989, S. 20ff.
[9]Germar Rudolf, The Rudolf Report, Chicago, IL: Theses & Dissertations Press, 2002, S. 131.
[10]Vgl. C. Mattogno, Auschwitz: La Prima Gasazione, Edizioni di Ar, Padua 1992.
[11]Mattogno, aaO. (Anm. 5), S. 302.
[12]Van Pelt, Case, aaO. (Anm. [3]), S. 188f.
[13]Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945, Hamburg: Rowohlt Verlag, 1989, S. 51. Die Gefangenennummer 2718 ist recht wahrscheinlich für Kula, der am 15. August 1940 verhaftet und nach Auschwitz gebracht worden war, aber in ihrem 1059-seitigen Buch legte die Kommunistin Danuta Czech ihr Augenmerk mehr auf Juden als auf Nichtjuden. Kula wird nur auf S. 956 in einer Fußnote erwähnt mit einer Aussage über bestimmte Juden.
[14]Charles D. Provan, No Holes? No Holocaust? A Study of the Holes in the Roof of Leichenkeller 1 of Krematorium 2 at Birkenau, Monongehela, PA: Zimmer Printing, 2000. Auf Seite 31 schlußfolgert Provan: "Das Argument 'No Holes, No Holocaust' kann nicht länger aufrecht erhalten bleiben, da es frei passende Gegenden gibt, wo es Löcher im Dach gibt, in Übereinstimmung mit den Augenzeugenaussagen, mit einem vierten [Loch] unbeobachtbaren." Herr Provan ist ein sehr ungewöhnlicher Revisionist, da er davon ausgeht, daß die SS/Deutschen womöglich acht Millionen Juden in Menschengaskammern oder mit zusätzlichen anderen Methoden umbrachten, wobei dies nach dem Darwinschen Evolutionsprinzips des "Überlebens des Fittesten" erfolgte - somit ein rechtfertigbares Vernichtungsprogramm, wenn man die Sache durch die Augen Hitlers betrachtet, aber nicht durch Provans eigene Augen als Christ, der solche Handlungen verurteilt.
[15]Vgl. Arthur R. Butz, The Hoax of the Twentieth Century. The Case Against the Presumed Extermination of European Jewry, Chicago: Theses & Dissertations Press, 2003.
[16]Siehe Rudolfs Berechnungen dazu in seinem Gutachten, aaO. (Anm. [9]), S. 208-216.
[17]Siehe Rudolfs Diskussion dessen in seinem Gutachten, ebenda, S. 130-133.
[18]Siehe Hans-Jürgen Nowak, "Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz. Revolutionäre Entlausungstechnik als Lebensretter im Konzentrationslager", Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(2) (1998), S. 87-106.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(1) (2004), S. 56-62.


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