Treblinka: Ein außergewöhnlicher Zeuge

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

1. Einleitung

Bezüglich des während des 2. Weltkriegs existierenden Lagers Treblinka habe ich in einigen Vorträgen bei Konferenzen, in einem Videofilm sowie in etlichen Briefen auf die Zeugenaussage des Marian Olszuk hingewiesen. Doch da ich im Verlauf der letzten fünfzehn Jahre im zermürbenden Kampf für den Revisionismus engagiert war, habe ich die Niederschrift eines Berichts über mein Treffen mit diesem außergewöhnlichen polnischen Zeugen immer wieder verschoben. Dieser Bericht sollte darüber hinaus noch ganz allgemein der Reise gewidmet sein, die mich im Jahre 1988 zuerst nach Treblinka-Malkinia im kommunistischen Polen und dann in die ehemaligen Konzentrationslager Oranienburg-Sachsenhausen sowie Ravensbrück in der kommunistischen DDR führte. Ernst Zündel besaß eine Serie von sieben Videofilmen über meinen Besuch dieser drei Lager. Ich weiß nicht, ob diese Filme 1995 der Brandstiftung zum Opfer gefallen sind, die einen erheblichen Teil seines großen Hauses in Toronto verwüstet hat, und ich gedenke ihm diese Frage nicht zu stellen, solange er in einem Hochsicherheitsgefängnis in Kanada einsitzt. Abgesehen von diesen Videofilmen besitze ich ca. 30 Fotos, die von meinen Feldforschungen an jener heiligen Stätte der "Shoa", Treblinka, Zeugnis ablegen.

Dr. Robert Faurisson in Treblinka, Juni 1988.

Zwei Männer haben mich während jener im Juni und Juli 1988 durchgeführten Feldforschungen begleitet: Der Deutsche Tijudar Rudolph sowie der junge Kanadier Eugen Ernst. Ersterer stellte sich mir freundlicherweise als Dolmetscher und Zeichner zur Verfügung, während letzterer unser Kameramann und Fotograf war. Ich möchte ihnen beiden an dieser Stelle für ihren Einsatz, ihre Kompetenz und ihren Opfergeist bei einem Abenteuer meinen Dank bezeugen, das sich als schwierig erwies, da wir tagelang bis zur Erschöpfung arbeiteten, in teils schlechten Unterkünften untergebracht waren sowie einigen Ärger mit den polnisch-kommunistischen Behörden durchzustehen hatten. Ferner danke ich meinem Freund Ernst Zündel für die Bestreitung unserer Reise- und Hotelkosten.

Meine Untersuchungsmethode

Meine übliche Untersuchungsmethode besteht darin, zuerst eine möglichst umfassende Dokumentation über den betreffenden Forschungsgegenstand zu erstellen, mich dann von den Schriften oder Unterlagen zu trennen, die den von mir als "Papierhistoriker" bezeichneten Forschern so teuer sind, und schließlich den Schauplatz meiner Ermittlungen zu besuchen, um mich aus erster Hand mit ihm vertraut zu machen. Nach einer ausgedehnteren Inspektion des Geländes schaue ich mich in der betreffenden Gegend nach Zeugen um. Bei deren Befragung bemühe ich mich im allgemeinen, direkt und beharrlich zu fragen und selbst den geringsten Eindruck von Schüchternheit zu vermeiden. Obgleich ich an Zeugen aller Altersstufen, gesellschaftlichen Stellungen und Ansichten interessiert bin, hat mich die Erfahrung gelehrt, daß es bei einer Nachforschung dieser Art das beste ist, Zeugen zu finden, die keine Intellektuellen sind und zum Zeitpunkt, als sich die einschlägigen Geschehnisse zugetragen haben, nicht älter als 20 Jahre waren.

Die Führerin Maria Pisarek, Tiudar Rudolph und Dr. Robert Faurisson in Treblinka, Juni 1988.

Tiudar Rudolph, Dr. Robert Faurisson und Wincenty Trebicky, Direktor des Treblinka-Museums, in Treblinka, Juni 1988.

Dr. R. Faurisson, T. Rudolph und Mariam Olszuk in Treblinka, Juni 1988.

Diese anno 1988 durchgeführten Feldforschungen waren, wie ich betonen möchte, keineswegs meine ersten dieser Art. In den sechziger Jahren hatte ich eine heikle, ja gefährliche Untersuchung der summarischen Hinrichtungen vorgenommen, die 1944 von den "Widerstandskämpfern" oder "Terroristen" in einem umfangmäßig recht kleinen Gebiet des französischen Departements Charente (zwischen den Städten Angoulême und Limoges) vollzogen worden waren. Ich hatte Kommunisten und Nichtkommunisten über Zwischenfälle befragt, über die sie lieber den Mund hielten. In den siebziger Jahren führte ich weitere schwierige Untersuchungen durch, die mich – um es mit Montaigne zu sagen – dazu veranlaßten, "[mein] Gehirn an das eines anderen zu reiben und zu zermahlen" und bei denen ich die letzten Reste von Schüchternheit ablegte. Jene Erfahrungen waren für mich eine "Schule", die mich, so glaube ich, gelehrt hat, den wirklichen Wert eines Zeugen und seiner Aussage höher einzuschätzen, als ich dies zuvor getan hatte. Von diesem Standpunkt aus war es für mich ein Glücksfall, daß ich bei meinen Feldarbeiten in Treblinka 1988 auf einen Zeugen von seltener Qualität stieß.

Ein außergewöhnlicher Zeuge: Marian Olszuk

In Treblinka war es mir beschieden, Marian Olszuk zu finden, einen außergewöhnlichen Zeugen. Er war im nahegelegenen Wolka Okraglik geboren und 63 Jahre alt. Anno 1942/1943, also zur Zeit, die mich interessierte, hatte er 17 bzw. 18 Jahre gezählt. Man hätte kaum jemanden finden können, der näher bei den beiden Treblinka-Lagern gelebt hatte. Das Gefangenenlager Treblinka I bestand von Dezember 1941 bis Juli 1944; hier waren vor allem jüdische und nichtjüdische Polen interniert, die für schuldig befunden worden waren, Gesetze der deutschen Besatzungsbehörden gebrochen zu haben. Treblinka I lag unmittelbar neben einem Steinbruch, aus dem Sand und Kies gefördert und nach Warschau gebracht wurde. Das nahegelegene Treblinka II bestand vom 23. Juli 1942 bis zum Oktober 1943 und war Juden – hauptsächlich solchen aus Warschau – vorbehalten. Der Legende zufolge handelte es sich dabei um ein "Vernichtungslager" (das Wort entstammt dem Jargon der Alliierten). Laut der Encyclopedia of the Holocaust wurden dort wenigstens 870.000 Juden ermordet, und zwar fast alle in einem Zeitraum von neun Monaten, von Ende Juli 1942 bis April 1943.

Marian Olszuk entstammte einer Familie mit acht Kindern. Er arbeitete im Steinbruch zusammen mit anderen Polen, die weitgehend Bewegungsfreiheit genossen, neben Gefangenen, welche entweder von deutschen Soldaten mit Pistolen oder von ukrainischen Wachen mit Karabinern bewacht wurden. Sein Vater war Holzfäller. Abends kehrte der junge Mann jeweils zum Bauernhof seiner Familie zurück, der eineinviertel Meilen nördlich von Treblinka II lag. Oft pflegte er zum Feld seines Vaters zu gehen, das ganze 300 m vom Stacheldraht der östlichen Grenze des "Vernichtungslagers" entfernt war. Der Boden war von dürftiger Qualität, und die Familie baute dort Roggen und Lupinen an. Wenn der junge Marian am Wachtturm vorbeiging, wechselte er ab und zu ein paar Worte mit den Wachen, die ihm hie und da kameradschaftlich eine Zigarette hinunterwarfen. Das Lager war klein und maß nur zwischen 13 und 14 Hektar. (Zum Vergleich: Das KL Oranienburg-Sachsenhausen nördlich von Berlin wies eine Fläche von 388 Hektar auf.). In den Jahren 1942 und 1943 gab es auf dem Gelände des "Vernichtungslagers" so gut wie keine Bäume oder größeren Sträucher. Deswegen konnten die Bauern aus der Nachbarschaft sowie Passanten durch den Stacheldraht die Gefangenen sowie die Wachmannschaft gut sehen, ebenso die verschiedenen Gebäude eines Lagers, von dem es heute heißt, es sei streng geheim gewesen. Vom Standpunkt einer Person aus gesehen, die vor dem Lagereingang stand, befand sich der Bauernhof der Olszuks eineinviertel Meilen links, während ihr Acker unmittelbar rechts, 300 m von der Ostgrenze des Lagers entfernt, lag. Dies bedeutet, daß Marian Olszuk an jedem Tag, an dem er zur Arbeit im Steinbruch ging, nahe beim "Vernichtungslager" vorbeischritt, und wenn er auf dem Familienacker arbeitete, befand er sich ebenfalls in dessen unmittelbarer Nähe.

 

Mariam Olszuk (in Ausgangskleidern), Dr. Robert Faurisson und Tiudar Rudolph in Treblinka, Juni 1988.

Tiudar Rudolph, Dr. Robert Faurisson und Henryk Gawkowski in Małkinia, Juni 1988.

Natürlich hat er das Lagergelände niemals betreten, doch Tag für Tag versammelten sich Menschen in Gruppen außerhalb des Lagertors und gaben sich ganz offen dem Tauschhandel sowie Schwarzmarktgeschäften hin. Von Warschau kamen Trödler, um den ukrainischen Wachmännern Waren zu verkaufen, die ihrerseits Geschäfte mit den Juden machten und ihnen Lebensmittel verkauften. Einige dieser Juden kauften Schinken und Würste – damals Luxusprodukte. Die Existenz der beiden Treblinka-Lager war allgemein bekannt, und recht viele unter den jüdischen Insassen schienen Geld, Gold oder Juwelen zu besitzen.

Hatte Marian Olszuk je Zeichen mörderischer Aktivitäten der Deutschen in diesem "Vernichtungslager" bemerkt? Seine Antwort lautete nein. Einmal hatte er drinnen ein großes Feuer lodern sehen, doch hatte man lediglich einen ca. vier Meter hohen Haufen Altstoff in Brand gesteckt. Er sah nie brennende Leichen. Allerdings hörte er mehrmals nachts die Schreie und das Weinen von Frauen und Kindern bis zum Bauernhof seiner Familie dringen. Ab und zu kam vom Lager her ein abscheulicher Gestank. Hatte Olszuk je von Gaskammern reden hören? Ja, er hatte einen Russen getroffen, der ihm mitteilte, daß die Deutschen "eine mobile Gaskammer auf Schienen" betrieben (sic). Er wußte, daß die Deutschen zum Tode verurteilte Häftlinge nahe Treblinka I durch ein Erschießungskommando füsilieren ließen. Wenn er durch die Gegend ging, stieß er oft auf Juden, die im Lager Treblinka II untergebracht waren. Diese Juden waren im Wald mit verschiedenen Arbeiten beschäftigt und standen unter der Obhut ukrainischer Wachmänner, die ihrerseits nicht selten desertierten. Das Essen war scheußlich. Seine eigene Arbeit, sagte mir Olszuk, bestand darin, acht Stunden täglich Sand oder Kies auf kleine Lastwagen (oder Waggons?) zu schaufeln. Diese Arbeit war insbesondere während der winterlichen Kälte hart. Persönlich hatte er nie der Tötung eines Juden beigewohnt. Eines Tages gab sein Vater einem Juden, der aus dem Lager ausgebrochen war, Kleider. Jeden Tag trafen Judentransporte ein. Als er schließlich zum Arbeitseinsatz in Preußen aufgeboten wurde, floh Marian, fand Zuflucht in Warschau und kehrte erst nach der Schließung des Lagers zurück. Er erinnerte sich, daß Massengräber geöffnet wurden, und daß man unter den menschlichen Überresten Gold und Edelsteine fand.

Karte Treblinkas, gezeichnet von Tiudar Rudolph, 4. Juli 1988

Bemerkenswerterweise wurde er nach der "Befreiung" Polens von keiner politischen oder polizeilichen Behörde über die Geschehnisse in Treblinka befragt. Nach dem Abzug der Deutschen gab es offizielle Untersuchungskommissionen, die abwegige Expertisen erstellten, vergleichbar dem sowjetischen Gutachten über Katyn (USSR-008), in dem der Massenmord an den polnischen Offizieren lügenhaft den Deutschen angelastet wurde. Doch keine dieser Kommissionen lud die Olszuks je als Zeugen vor. Die offizielle Lagerführerin, Marja Pisarek, behauptete 1988 kühl: ‘Niemand in der Umgebung wird mit Ihnen sprechen." Marian Olszuk war jedoch offensichtlich fähig und bereit, sich lange mit uns zu unterhalten, und im Gegensatz zu anderen polnischen Zeugen besaß er einen klaren Kopf.

Die falschen Dimensionen des "Vernichtungslagers"

Ich hatte darauf bestanden, daß wir für unsere Untersuchungen ein Meßband mitbrachten, das wir ausgiebig benutzten, um die Größe der beiden Lager zu ermitteln. Am zweiten Tag unserer Bekanntschaft erklärte sich Marian Olszuk, der sich aus diesem Anlaß sonntäglich angezogen hatte, bereit, uns an Ort und Stelle die wahren Dimensionen des "Vernichtungslagers" zu zeigen. Wir begleiteten ihn vom einen Ende des Lagers zum anderen, wobei die Videokamera alles aufnahm. Ich darf wohl mit Fug und Recht sagen, daß wir, indem wir seine Bewegungen beobachteten, einen wirklichen "Sohn jener Gegend" vor uns hatten, der sich vor unseren Augen nach mehr als 40 Jahren noch an alle Einzelheiten des Terrains erinnerte. Bäume und Sträucher waren dort gewachsen, wo das Land zuvor praktisch flach gewesen war. Wenn er auf einen Baum stieß, überlegte er manchmal, ob die Lagergrenze zu dessen Linken oder zu dessen Rechten verlaufen war. Es war eindrucksvoll, den erfahrenen Bauern anhalten, nachdenken und seine Entscheidung treffen zu sehen. Die Videokamera hielt diese Augenblicke fest. Bei diesem Rundgang machte der Mann eine Enthüllung: Das Lager war in Wirklichkeit kleiner gewesen, als man den Touristen weismachte. 1947, nach dem Krieg, hatten die Behörden kleine angrenzende Landparzellen gekauft, um so die Fläche des "Vernichtungslagers" zu vergrößern. Die erste Familie, die ihren Boden abtreten mußte, war jene Franciszek Pawlowkis, und die zweite waren die Olszuks, die lediglich 2.500 Quadratmeter abzugeben hatten. Auf der beiliegenden, von Tijudar Rudolf mit den uns damals zur Verfügung stehenden Mitteln angefertigten Zeichnung erkennt man den größenmäßigen Unterschied zwischen dem wirklichen, ungefähr 14 Hektar großen Lager der Jahre 1942/1943 und dem 1988 den Touristen vorgeführten, das rund 23 Hektar mißt. Nach Abschluß dieses Rundgangs verabschiedete sich Marian Olszuk von uns, und wir setzten unsere Meßarbeiten fort. Doch nun kam plötzlich der stellvertretende Kurator des Treblinka-Museums auf einem Moped herangefahren. Als er uns sah, wurde er wütend und sagte, er habe nie im Leben Leute gesehen, die sich so verhalten hätten wie wir. Ich dämpfte seinen Ärger, indem ich hervorhob, gerade um besser zu verstehen, was die Treblinka-Häftlinge erduldet hatten, scheine es uns notwendig, die Maße des Lagers zu ermitteln. Tadeusz Kiryluk beruhigte sich unvermittelt, lächelte und sagte sogar: "Eigentlich brauchen wir gerade Leute wie euch!" Schon bald entwickelten wir ein fast schon freundschaftliches Verhältnis zu ihm und seinem Vorgesetzten, dem Kurator Wincenty Trebicky. Sie waren sogar gerne bereit, uns ein Interview zu gewähren, das mit der Videokamera gefilmt wurde. Freilich stand ihre bürokratische Ausdrucksweise in scharfem Kontrast zur Zeugenaussage des Arbeiters und Bauern Marian Olszuk, die ganz offenkundig die Frucht wirklicher Erfahrung war. Die Darlegungen der beiden Funktionäre, welche direkt aus dem Textbuch der offiziellen, orthodoxen Literatur stammten, waren vage, stereotyp und zeugten von einem durch und durch hohlen Intellekt. Ihre Ausführungen wirkten ungewollt komisch: Der Schauplatz, vor dessen Hintergrund sie sprachen, das "Vernichtungslager" von dermaßen bescheidenen Dimensionen, sprach der abwegigen offiziellen Version Hohn, laut der die Deutschen dort beispielsweise ca. 870.000 Menschen umgebracht und an Ort und Stelle vergraben haben sollen – die allermeisten davon innerhalb von neun Monaten (Trebicky nannte sogar eine noch weitaus höhere Opferzahl: 1.500.000).

Wir hatten eigentlich geplant, zurückzukehren und Marian Olszuk ein drittes Mal zu sehen, denn wir wollten ihm noch eine ganze Reihe weiterer Fragen stellen. Leider riskierten wir nun aber, ihn zu gefährden. Die kommunistische Polizei, die sicherlich über unsere Aktivitäten Bescheid wußte, konnte ihn jederzeit zum Verhör abführen. Voll Bedauern beschlossen wir, von einem dritten Treffen mit unserem Begleiter durch das Lager abzusehen, mit dem uns ein günstiges Schicksal so unerwartet zusammengeführt hatte.

Ich möchte ergänzen, daß Tijudar Rudolph, Eugen Ernst und ich es am Tag zuvor mit der örtlichen Polizei zu tun bekommen hatten, die uns eine Stunde lang in einem Raum des Bahnhofs im nahegelegenen Malkinia festhielt und ausfragte. Man hatte ihr nämlich gemeldet, daß wir den Bahnhof und einige Zugwaggons gefilmt hatten, die in jeder Hinsicht mit den Güterwaggons der Kriegsjahre vergleichbar waren. Während es uns nicht vergönnt war, Marian Olszuk wiederzusehen, schloß ich Bekanntschaft mit einem "seltenen Vogel", dem berühmten Lokomotivführer, der in Claude Lanzmanns Film Shoa auftritt.

Henryk Gawkowski in Małkinia, Juni 1988.

Das spontane Geständnis des Lokomotivfahrers

Zu den namhaftesten Zeugen Claude Lanzmanns gehörte Henryk Gawkowski, der im Streifen Shoa in seiner Fahreruniform und Mütze auftritt und eine Lokomotive steuert, wie er dies während der Kriegsjahre getan hatte, als er Züge mit Juden von Warschau nach Malkinia und von dort aus nach Treblinka beförderte. In einer Szene, wo er seine damaligen Aktivitäten nachspielt, lehnt er sich aus der Abteilungstüre und deutet auf den früher von den Juden besetzten Raum, wobei er mit dem Finger über seine Kehle fährt, als Zeichen dafür, daß sie demnächst ermordet werden. (Ein Transkript des Dialogs sowie eine Schilderung des Hintergrunds, vor dem sich dieser abspielt, findet man in Lanzmanns Buch Shoa, das mit einer Einleitung Simone de Beauvoirs versehen ist [Paris, Fayard 1985, S. 47-49]).

Ich war auf Gawkowski in Malkinia gestoßen, wo er 1922 das Licht der Welt erblickt hatte. Morgens verliefen unsere Befragungen recht glatt, doch nachmittags redete er unter dem Einfluß des Alkohols endlos und war außerstande, präzise Antworten auf unsere Fragen zu erteilen. Er sprach über alles, als habe er alles gesehen. An Lanzmanns Namen erinnerte er sich nicht. Allerdings ist es gut möglich, daß sich Lanzmann, wie es seiner Gepflogenheit entspricht, unter einem falschen Namen vorgestellt und sich dazu noch akademische Titel angemaßt hatte (vgl. hierzu meine Ausführungen in Ecrits révisionnistes (1974-1998) [1999], Band II, S. 746). Doch äußerte Gawkowski sich liebevoll nostalgisch über den Regisseur, der ihm, wie er uns mitteilte, solch köstliche "spanische Weine" verehrt hatte.

Eines Morgens, als er Geschichten erzählte, die er augenscheinlich gelesen und nicht erlebt hatte, unterbrach ich Gawkowski und stellte ihm jäh eine Frage, welche das gesamte Gebäude der Prahlerei und der Wiederkäuerei von Dingen, die er sich eingeredet hatte, zum Einsturz bringen sollte. Ich fragte ihn: "Dann haben Sie also all jene Juden in den Tod gefahren, Tag für Tag, und dies fast 15 Monate lang?" "Natürlich nicht", platzte er heraus. Ich wollte wissen, zu welchem Zeitpunkt er von solchen Massentötungen erfahren hatte. "Nach dem Krieg", erwiderte er. In anderen Worten, Gawkowski war, um die Parabel des amerikanischen Revisionisten Arthur Butz aufzugreifen, einer derjenigen, die "den Elefanten" damals nicht gesehen hatten. Er hatte ihn weder zu Augen bekommen noch trompeten hören, doch eine gute Weile später war er zur Überzeugung gelangt, gerade in diesem Winkel Polens habe ein grauer Dickhäuter fast 15 Monate lang heimlich sein Unwesen getrieben und auf Schritt und Tritt Furcht und Schrecken verbreitet. Genug, um einen zu der Ansicht zu bewegen, daß "der Elefant" ein Zauberwesen war – oder aber ein bloßes Phantom!

Das "Vernichtungslager" war in Tat und Wahrheit ein Durchgangslager

Um zu begreifen, daß die angeblichen Gaskammern von Auschwitz nicht existiert haben können, reicht es, die höchst reale Gaskammer eines US-Zuchthauses zu betrachten. Um zu verstehen, daß die angebliche Kapazität der Krematoriumsöfen von Auschwitz fiktiv ist, braucht man sich nur nach der Kapazität der heutzutage betriebenen Krematorien zu erkundigen. Um sich selbst ein Bild davon zu machen, daß die der Anne Frank zugeschriebene Geschichte von physischen Unmöglichkeiten strotzt, genügt es, das Anne-Frank-Haus in Amsterdam mit offenen Augen zu besuchen. Dementsprechend braucht man nur die vom ehemaligen Lager Treblinka eingenommene rechteckige Fläche zu Fuß abzuschreiten und ihre bescheidenen Ausmaße festzustellen – die vier Seiten sind ca. 248 m, 372 m, 468 m und 472 m lang –, um die ganze Dreistigkeit der Lüge von der gewaltigen, geheimen Massenvernichtung der Juden und der anschließenden Verscharrung der Leichen in Massengräbern zu durchschauen.

Selbstverständlich können die Revisionisten zahlreiche zusätzliche Argumente ins Feld führen, indem sie die "Augenzeugenberichte", die "Tätergeständnisse", die Prozesse und die Bücher zitieren, aus denen für jeden auch nur halbwegs wachen Leser auf Schritt und Tritt hervorgeht, daß die jüdischen Anklagen hinsichtlich des Lagers Treblinka trügerisch und falsch sind. Man mag es amüsant finden, daß bereits 1946 beim Nürnberger Prozeß der amtierende Richter, assistiert vom sowjetischen Ankläger, den Zeugen Samuel Rajzman hastig daran hinderte, Beweismaterial in Gestalt eines vorgeblichen Plans von Treblinka vorzulegen; es gilt hinzuzufügen, daß jener jüdische Zeuge von einem Krematoriumsofen in Treblinka sprach, wo nach allgemeinem Eingeständnis nie ein solcher vorhanden war und wo es, laut einem Dokument, das nach Ansicht des Internationalen Militärtribunals "allgemein bekannte Tatsachen" festhielt, nur "Dampfkammern" und keine "Gaskammern" gegeben hatte (IMG, Band.VIII, S. 357 oder IMT, Band VIII, S. 325, sowie Dokument PS-3311). Man darf auch daran erinnern, daß der Deutsche Kurt Franz, dessen scheinbare Geständnisse der These von den Vergasungen in Treblinka erheblichen Rückhalt verliehen, schließlich klipp und klar schrieb: "Ich hatte nichts mit den Vergasungen von Juden zu tun, weder in Treblinka noch anderswo" (Ecrits révisionnistes (1974-1998) [1999] Band II, S. 753-755). Es wäre unterhaltsam, jüdische und kommunistische Pläne von Treblinka II einander gegenüberzustellen und dabei zu bemerken, daß sie im Hinblick auf die angeblichen Ausrottungseinrichtungen allesamt bemerkenswert vage sind und außerdem im Widerspruch zueinander stehen.

Doch persönlich verzichte ich darauf, meinen Lesern die wahren Stöße von Dossiers vorzulegen, die ich insbesondere über Treblinka angelegt habe, und ich begnüge mich damit, hier unseren Besuch des Lagers in Begleitung unseres erstrangigen Führers, des Polen Marian Olszuk, zu schildern.

Als mich Jürgen Graf im Jahre 2000 um Ratschläge zur Vorbereitung seines eigenen Besuchs in Treblinka ersuchte, den er zusammen mit seinem Freund Carlo Mattogno vorzunehmen gedachte, schlug ich vor, er möge mich aufsuchen und meine einschlägigen Dokumente einsehen; ferner riet ich ihm, sich nach seiner Ankunft in Treblinka mit Marian Olszuk in Verbindung zu setzen. Ich sandte ihm ein paar Fotos, auf denen ich mit letzterem zu sehen war. Leider konnte Graf nicht nach Frankreich kommen, und als er Treblinka aufsuchte, hat er den bestmöglichen aller Zeugen und Führer nicht befragt. Dies bedaure ich um so mehr, als er Marian Olszuk jene Fragen hätte vorlegen können, die ich bei meinem Besuch im Jahre 1988 nicht mehr stellen konnte. Ich bin mir ganz sicher, daß Marian Olszuks Antworten für Graf und Mattogno eine wertvolle Hilfe bei der Abfassung ihres gemeinsamen Buches Treblinka, Vernichtungslager oder Durchgangslager? gewesen wären, das 2002 bei Castle Hill Publishers erschien.

Wie dem auch sei, der Fall ist erledigt. Hundert Beweise zeigen neben dem Buch Mattognos und Grafs, daß Treblinka II nie etwas anderes als ein gewöhnliches und bescheidenes Durchgangslager sein konnte, durch das Juden nach Majdanek, Auschwitz oder andere Konzentrations- und Arbeitslager im Süden oder Osten durchgeschleust wurden.

Zusammen mit der ungeheuerlichen Auschwitz-Lüge gehört darum auch die plumpe Treblinka-Lüge in den Mülleimer der Geschichte verbannt.

Schlußbemerkungen

Interessanterweise vermerkt die Encyclopaedia Judaica von 1971 korrekt, daß die Lagerfläche 13 Hektar betrug, während die 1990 erschienene Encyclopedia [sic] of the Holocaust unehrlicherweise von einem 400 m × 600 m – d.h. 24 Hektar – großen Rechteck spricht. Man erinnere sich auch, daß – worüber sich alle einig sind – ein recht erheblicher Teil des Lagers von Verwaltungsgebäuden, Baracken für die ukrainischen und deutschen Wachmannschaften, einem Krankenhaus, Magazinen und Werkstätten eingenommen wurde, während in einem anderen Sektor jüdische Arbeiter und Arbeiterinnen als Schneider, Schuster und Schreiner im Einsatz standen oder im Kleiderdepot bzw. der Kantine tätig waren. Da wäre nur eine kleine Fläche für die Ausrottung und Beerdigung von mindestens 870.000 Juden innerhalb von gerade neun Monaten (Ende Juli 1942 bis April 1943) übrig geblieben. Anhand der vagen, phantasievollen und widersprüchlichen "Pläne", die verschiedene jüdische "Zeugen" im Lauf der Jahre gezeichnet haben, kann man feststellen, daß die zur Beseitigung der Leichen verfügbare Fläche kaum größer als ein bis zwei Hektar gewesen wäre. Anders gesagt, auf einer Fläche, die derjenigen eines oder zweier Fußballfelder entspricht, sollen 870.000 Leichen zuerst in Gräbern beigesetzt, dann "zwecks Vertuschung des Verbrechens" ausgegraben und anschließend auf Rosten aus Eisenbahnschienen, die auf Betonblöcken angebracht waren, verbrannt worden sein, ehe man die Asche und die Knochen in denselben Gräbern verscharrte! Zu allem Überfluß soll diese ungeheuerliche Schlächterei mit einem – jawohl, nur einem – Dieselmotor begangen worden sein, der sorgfältig falsch eingestellt wurde, um eine abnorm hohe Menge Kohlenmonoxid auszustoßen! Die Revisionisten haben sich so oft mit dieser technischen Absurdität auseinandergesetzt, daß ich es mir hier schenke, darauf einzugehen.

Vor dem Buch C. Mattognos und J. Grafs sind zumindest drei bemerkenswerte Studien über Treblinka erschienen: Die erste von Udo Walendy ("Der Fall Treblinka", in: Historische Tatsachen Nr. 44, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1990); die zweite von Mark Weber und Andrew Allen ("Wartime Aerial Photos of Treblinka Cast New Doubts on ‘Death Camp’ Treblinka", The Journal of Historical Review, Sommer 1992, S. 133-158); die dritte von Arnulf Neumaier ("Der Treblinka Holocaust", in: Ernst Gauss (=Germar Rudolf, Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 347-374). © 12. Oktober 2003


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(1) (2004), S. 94-99.


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